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Jerry Cotton - Folge 3021

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Ungleiche Chancen
  4. Vorschau
  5. Unsere Empfehlungen

Ungleiche Chancen

Eine regennasse Nacht in Cleveland. Special Agent Ted Gorman verließ das Magic, eine Nobeldisco, die einst als Umschlagplatz für Kokain und Design-Drogen galt. Gorman schlug den Kragen seines Mantels hoch. Sein Wagen stand auf der anderen Straßenseite vor einer Snack-Bar, die rund um die Uhr geöffnet hatte.

Gorman hatte die Straße gerade zur Hälfte überquert, da raste plötzlich ein Van heran und erfasste ihn mit den Kuhfängern vor der Kühlerhaube. Gorman wurde durch die Luft geschleudert und landete in eigenartig verrenkter Haltung auf dem Asphalt. Der Van hielt. Ein Mann stieg aus und trat an den am Boden liegenden Agent heran. In der Hand hielt der Mann eine Pistole mit aufgeschraubtem Schalldämpfer. Lächelnd blickte er auf Gorman herab.

Aber er brauchte die Waffe nicht.

Phil und ich trafen morgens pünktlich in der FBI-Zentrale in Washington ein. Trotzdem begegnete uns Dorothy Taylor mit einem Blick, der so ernst war, dass man hätte vermuten können, dass wir uns verspätet hatten. Ganz instinktiv sah ich deshalb auf die Uhr an meinem Handgelenk. Amüsiert bemerkte ich, dass meinem Kollegen Phil Decker offensichtlich derselbe Gedanke gekommen war.

»Mr High erwartet Sie bereits«, sagte Dorothy.

»Bleibt nicht mal Zeit genug, um Guten Morgen zu sagen?«, fragte ich zurück.

Das Lächeln der Afroamerikanerin blieb verhalten. »Heute nicht, Jerry. Sie sollten keine Sekunde mehr vergeuden.« Und damit wies sie in Richtung der Bürotür von Mr High, dem Chef der Field Operation Section East.

»Können Sie uns wenigstens schon mal sagen, wohin für uns die Reise diesmal geht?«, mischte sich jetzt Phil ein.

»Bitte!«, sagte Dorothy erneut. Sie wirkte deutlich angespannter als sonst, und das lag mit Sicherheit daran, dass Mr High ihr auf seine gewohnt eindringliche Art und Weise ganz eindeutige Anweisungen gegeben hatte. Und die wichtigste davon lautete offensichtlich, dass sie dafür zu sorgen hatte, dass wir uns unverzüglich in seinem Büro einfanden.

Phil versuchte es trotzdem noch einmal. Irgendwie hatte er wohl nicht begriffen, wie ernst Dorothy meinte, was sie gesagt hatte. Mir war es aufgefallen. Schließlich kannte ich sie inzwischen schon gut genug, um das beurteilen zu können.

»Sagen Sie uns einfach, wo Sie die Hotels gebucht haben«, verlangte Phil. »Denn das haben Sie doch sicher schon, wenn die Sache so dringend ist.«

»Das habe ich nicht«, stellte Dorothy Taylor klar. »Aber falls Sie im Rahmen Ihrer Ermittlungen ein Hotel oder einen Flug brauchen, dann sagen Sie mir einfach Bescheid und ich erledige das wie üblich.«

»Gut, aber …«

»Sie werden davon noch Gebrauch machen. Und zwar nicht zu knapp!«

In diesem Augenblick ging die Tür des Büros auf und Mr High stand uns gegenüber. Die Hände waren in den weiten Taschen seiner Flanellhose vergraben, die Hemdsärmel aufgekrempelt. Seine Krawatte war gelockert und hing ihm wie ein Strick um den Hals.

So kannten wir Mr High: Morgens war er der Erste im Büro und abends war er der Letzte, der es verließ. Schon in der Zeit, als er noch das FBI Field Office New York geleitet hatte, war er so gewesen, und hier in Washington hatte er seine Arbeitsweise nicht im Geringsten geändert.

Allerdings sah ich etwas, was mich stutzen ließ, und Phil ebenfalls.

Mr High unterdrückte offensichtlich ein Gähnen.

Diesen Tag musste man im Kalender wohl rot anstreichen, denn normalerweise vermittelte unser Chef eigentlich immer den Eindruck, dass seine persönlichen Energiereserven unerschöpflich waren.

»Schön, dass Sie endlich da sind«, sagte er. »Kommen Sie herein, ich habe heute Morgen schon unzählige Telefonate führen müssen. Aber es ist nun mal so, dass dann die meisten Gesprächspartner tatsächlich auch ein paar Minuten Zeit für einen haben.«

Phil und ich wechselten einen kurzen und leicht ratlosen Blick, während unser Chef sich umdrehte und gleichzeitig mit einer energisch wirkenden Handbewegung dafür sorgte, dass wir ihm auch tatsächlich folgten, so wie er es verlangt hatte.

***

»Setzen Sie sich«, forderte uns Mr High auf. »Heute Morgen ist ein Fall an uns übergeben worden, der vielleicht in seiner vollen Tragweite erst etwas zu spät von den Kollegen erkannt worden ist. Aber so ist das in einer großen Organisation wie der unseren nun mal. Da mahlen die Mühlen manchmal etwas langsam.« Nun erst nahm Mr High hinter seinem Schreibtisch Platz. »Die Gespräche, die ich heute Morgen führen musste, hatten alle etwas mit der Sache zu tun. Da mussten noch ein paar Kompetenzgrenzen genau abgesteckt werden. Außerdem habe ich mit den Leitern verschiedener FBI Field Offices gesprochen, die auf die eine oder andere Weise in die Angelegenheit verwickelt sind.«

Die Tatsache, dass Mr High entgegen seiner sonstigen, eher direkten Art noch nicht auf den Fall selbst zu sprechen gekommen war, zeigte, dass es sich dabei um etwas Außergewöhnliches handeln musste – etwas, das selbst für einen so erfahrenen Mann wie ihn keine Routine war.

»Wir sind ganz Ohr, Sir«, sagte Phil.

»Vier FBI-Agents sind innerhalb von zwei Wochen spurlos verschwunden«, erklärte der Assistant Director. »Die Agents gehören unterschiedlichen Field Offices an. Ihre Dienststellen und Einsatzgebiete waren über die gesamte Field Operation Section East verteilt. Darum ist den Kollegen wohl auch die Tragweite der ganzen Angelegenheit nicht schnell genug aufgefallen.«

»Sie meinen, es gibt einen Zusammenhang zwischen diesen Fällen?«, schloss ich.

Mr High nickte. »Den gibt es. Vor zehn Jahren gehörten alle diese Agents derselben Spezialeinheit im Field Office Cleveland, Ohio, an.«

»Was war das für eine Spezialeinheit?«, fragte ich.

»Eine Special Task Force aus nur sieben Agents, die gegen ein Syndikat vorgehen sollten, das als sogenannte Lake League bekannt wurde. Drogen, Prostitution, Glücksspiel, Geldwäsche, Schutzgelderpressung, illegaler Handel mit antiken Kunstwerken, illegale Müllentsorgung – die haben kein Feld ausgelassen, auf dem das organisierte Verbrechen traditionellerweise Geld verdient. Und sie waren im gesamten Gebiet an den Großen Seen aktiv – mit Schwerpunkt Ohio.«

»Trotzdem ungewöhnlich, eine Truppe von sieben Agents gegen ein ganzes Syndikat zu stellen«, warf Phil ein. »Normalerweise braucht man da sämtliche Ressourcen aus dem Field Office, und vielleicht sogar darüber hinaus.

»Sie haben recht, Phil«, stimmte Mr High zu. »In diesem Fall war das wohl mehr oder minder ein Akt der Verzweiflung.«

Ich ahnte, worauf das hinauslief.

»Maulwürfe?«, fragte ich.

»Ich habe gerade noch mal mit Bruce Anthony, dem Special Agent in Charge des Field Office Cleveland, gesprochen, der damals gerade seine jetzige Position eingenommen hatte und auf dessen Initiative diese Maßnahme zurückging. Wie gesagt: Es war ein Akt der Verzweiflung, Jerry. Die Lake League hatte es anscheinend geschafft, das Field Office Cleveland mit Informanten zu durchsetzen. Sie hatten, wie sich später herausstellte, auch ungehinderten Zugriff auf die Rechnersysteme. Wie weitgehend ihre Fähigkeit war, den Informationsfluss des FBI abzuschätzen, konnte nie vollständig ermittelt werden. Aber Tatsache war, dass es damals anscheinend unmöglich war, auch nur in irgendeinem Club eine Razzia durchzuführen, ohne dass die Lake League davon wusste. Daraus haben diese Leute übrigens ebenfalls ein Geschäftsmodell entwickelt, indem sie diese Informationen an zahlende Kunden weitergegeben haben. Sie können sich vorstellen, was für Leute auf dieser Kundenliste waren.«

»Die Sache lief aus dem Ruder«, schloss ich.

»Mr Anthony hat damals die Konsequenz gezogen, dass nur eine kleine, vollkommen unabhängig agierende Sondereinheit überhaupt eine Chance hatte, gegen die Lake League zu ermitteln: eine Gruppe von Agents, die keine Berichte über die üblichen Kanäle ablieferte, die mit so wenig Unterstützung wie möglich auskommen musste und weitgehend auf sich gestellt gearbeitet hat.«

»Hatten die Ermittlungen Erfolg?«, fragte ich.

»Ein Jahr lang haben die Kollegen mehr oder minder auf sich gestellt ihren Job gemacht«, berichtete Mr High weiter. »Außer SAC Anthony und der FBI-Zentrale hier in Washington hat niemand überhaupt auch nur von der Existenz dieser Sondereinheit gewusst. Und dadurch konnten diese sieben Agents im Endeffekt mehr erreichen, als es ansonsten ein ganzes Field Office vermocht hätte. Nachdem genug Beweise gesammelt worden waren, wurde die Lake League in einer konzertierten Aktion zerschlagen und die Hintermänner bis auf einen verhaftet.«

»Bis auf einen?«, hakte ich nach.

»Gordon Ryder, der als oberste Instanz der Lake League galt, kam bei einer Explosion in seinem Haus ums Leben, kurz bevor er verhaftet werden sollte. Es wird angenommen, dass Ryder damals Beweismaterial vernichten wollte und dabei etwas danebenging. Jedenfalls hat man danach nichts mehr von der Organisation gehört. Ich habe Ihnen ein Dossier zusammengestellt, darin können Sie sehen, dass es im Zuge der anschließenden Prozesse zahlreiche Verurteilungen gab. Und es wurden im Zuge dieser Untersuchungen auch etliche FBI-Mitarbeiter, Polizisten und sogar Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft angeklagt, verurteilt und vor allem aus ihren Positionen entfernt, die auf der Lohnliste der Lake League standen und mit dafür gesorgt haben, dass dieses Syndikat für einige Zeit nahezu unangreifbar war.«

»Ein Erfolg auf ganzer Linie«, lautete Phils Kommentar.

»So könnte man sagen«, nickte Mr High. »Die Mitglieder der Sondereinheit verstreuten sich anschließend auf unterschiedliche Field Offices. Vermutlich hing das mit den Beförderungen zusammen, die daraufhin ausgesprochen wurden. Schließlich hatten sie diesen höchst gefährlichen Einsatz auf die bestmögliche Weise zu einem zufriedenstellenden Ende geführt.«

»Und woher kommt die Gewissheit, dass das Verschwinden dieser vier Agenten tatsächlich mit der alten Geschichte in Cleveland zusammenhängt?«, fragte ich.

»Da gibt es keine Gewissheit«, erklärte Mr High. »Es ist einfach nur so, dass es außer dem zeitlichen Zusammenhang ihres Verschwindens und der Tatsache, dass sie zusammen in dieser Special Task Force in Cleveland gewesen sind, bislang kein verbindendes Element gibt. Wir haben auch keinerlei Hinweise darauf, was mit den Verschwundenen geschehen ist. Sie könnten entführt worden sein, es ist möglich, dass sie ermordet wurden, und es wäre als letzte Hypothese sogar denkbar, dass sie sich aus eigenem Antrieb abgesetzt haben. Das kann sich zwar niemand aus dem näheren Umfeld der Betreffenden vorstellen, aber außer Acht lassen kann man die Möglichkeit auch nicht.«

»Gibt es irgendeinen konkreten Ansatzpunkt, um mit den Ermittlungen zu beginnen?«, wollte Phil wissen.

Mr High hob die Augenbrauen. »Es gibt nur ein ehemaliges Mitglied dieser Task Force, mit dem Sie sprechen können: ein gewisser Roger Carlton, der heute im Innendienst des FBI Field Office Richmond tätig ist.«

»Meiner Rechnung nach fehlen da noch zwei, wenn man auf sieben kommen will«, stellte ich fest. »Was ist mit denen passiert?«

»Agent Ted Gorman, zuletzt im FBI Field Office Boston als Abteilungsleiter tätig, starb vor zwei Wochen bei einem Unfall mit Fahrerflucht. Dieser Unfall ereignete sich in Cleveland, und zwar in unmittelbarer Nähe der Nobel-Disco Magic, die als Drogenumschlagplatz in den Ermittlungen gegen die Lake League eine gewisse Rolle gespielt hat.«

»War Ted Gorman dienstlich dort?«, hakte ich nach.

»Laut Auskunft des Field Office Cleveland war er privat dort. Dienstlich hatte er dort nichts verloren. Niemand weiß, was er in Cleveland wollte, aber zusammen mit der Tatsache, dass vier seiner ehemaligen Task-Force-Kollegen verschwunden sind, deutet das natürlich in eine gewisse Richtung.«

»Was ist mit dem siebten Task-Force-Mitglied?«

»Agent Gregory Belmont, zuletzt stellvertretender SAC in Cincinnati, Ohio. Er schied vor einiger Zeit wegen körperlicher Beschwerden aus dem Dienst. Es wurde eine Tumorerkrankung festgestellt. Wenig später war er tot.«

***

Eine Stunde später waren wir auf dem Weg nach Richmond, Virginia, um mit Roger Carlton zu sprechen, der dort zurzeit im Innendienst des FBI arbeitete. Gut anderthalb Stunden Fahrt waren es von Washington nach Richmond – der Großteil davon auf der gut ausgebauten Interstate 95.

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, für diese Fahrt meinen Jaguar zu nehmen, oder genauer gesagt: meinen Hybriden aus der Karosserie eines Jaguar und dem Innenleben und dem Fahrgestell einer Dodge Viper.

Der Wagen war jetzt zwar kein offizielles Dienstfahrzeug mehr und auch nicht mehr mit der entsprechenden Kommunikationstechnik ausgestattet, wie dies zu meiner New Yorker Zeit der Fall gewesen war, aber schließlich fuhren wir ja auch nur zu einem Gespräch nach Richmond. Und was die Kommunikation betraf, reichten dafür auch Smartphone und Laptop.

Phil hatte seinen Laptop auf den Knien, um die Daten des Falles, wie er sich uns nach den bisherigen Erkenntnissen darstellte, parat zu haben.

»Auffällig ist tatsächlich, dass die vier verschwundenen Agents innerhalb von wenigen Tagen wie vom Erdboden verschluckt waren«, stellte Phil fest. »Man hat nichts gefunden, keine Spuren eines Kampfes, keine Hinweise darauf, dass die Betreffenden vielleicht untergetaucht sind.«

»Eigentlich wissen wir nichts«, erwiderte ich. »Alles, was wir von Mr High bekommen haben, sind Vermutungen.«

»Begründete Vermutungen«, wandte Phil ein. »Dass das alles etwas mit dieser alten Geschichte zu tun hat, ist schon sehr wahrscheinlich, da es wirklich das einzige gemeinsame Merkmal der Opfer ist.«

»Vielleicht gibt es noch ein anderes, das wir im Moment nur noch nicht kennen, Phil.«

»Ich habe die dienstlichen Lebensläufe der vier Verschwundenen mal durchgesehen. Nach ihrer Zeit in Cleveland haben sie nie wieder zusammengearbeitet. Und vorher gab es auch keine Berührungspunkte. Ich habe natürlich jetzt nur die dienstlichen Stationen checken können …«

»Rufen wir Mai-Lin an«, meinte ich. »Das IT-Genie unseres Scientific-Research-Teams in Quantico kann den Rest übernehmen und wird sicher noch herausfinden, ob irgendjemand aus dieser Gruppe mit einem anderen vielleicht zusammen im Kindergarten oder auf derselben Entbindungsstation war.«

»Ich habe Mai-Lin schon gemailt und eine kleine Wunschliste mitgeschickt.«

»Wunschliste?«, echote ich.

»Nenn es Arbeitsaufträge.«

»Das Nächste, was wir abchecken müssen, ist, ob der Unfall von Ted Gorman wirklich ein Unfall war«, sagte ich. »FGF soll sich darum kümmern und alle Beweise noch mal unter die Lupe nehmen.«

Dr. Frederik G. Fortesque war der Naturwissenschaftler des SR-Teams aus Quantico, dessen Dienste uns bei unseren Ermittlungen zur Verfügung standen.

»Dann könnte sich Dr. Willson auch mal die Krankenakte von Gregory Belmont ansehen«, meinte Phil.

»Du meinst, da könnte etwas faul sein?«

»Wir sollten das zumindest ausschließen können, und wer weiß, vielleicht findet Willson ja etwas.«

Dr. Willson war der Gerichtsmediziner des SR-Teams. Vermutlich hatten bei Gregory Belmont keine weitergehenden Untersuchungen stattgefunden, da ja bisher nicht der Verdacht bestanden hatte, dass Belmont an irgendetwas anderem als an den Folgen seiner Krankheit gestorben war.

Während der Fahrt telefonierte ich über die Freisprechanlage mit Dr. Willson.

»Das wird nicht so einfach, Jerry«, sagte er. »Es gibt so etwas wie eine ärztliche Schweigepflicht, auch wenn das für viele Ermittler immer wieder ein Fremdwort zu sein scheint und man den Ärzten vorwirft, sie seien nicht kooperativ.«

Willson, der mit einem unverkennbaren texanischen Akzent sprach, atmete tief und auch durch das Telefon deutlich hörbar durch. »Wir brauchen das Einverständnis der Angehörigen. Und je nachdem, wie kooperativ die sind, kann ich was für Sie tun.«

»Wir kümmern uns darum«, versprach ich.

Willson hatte recht. Kein Richter hätte angesichts des Standes der Ermittlungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Schweigepflicht aufgehoben, die im Übrigen auch für Patienten galt, die bereits verstorben waren. Und dass Dr. Willson sich selbst um eine Kooperation mit den Angehörigen bemühte, hielt ich für keine vielversprechende Idee. Willson hatte manchmal den Charme eines Schlachters, und seine direkte texanische Art war nicht unbedingt jedermanns Sache. Möglicherweise traf er in einer so sensiblen Sache schlicht und ergreifend nicht den richtigen Tonfall.

»Ich würde Ihnen ja anbieten, dass ich mich selbst darum kümmere«, meinte er. »Aber zurzeit habe ich hier ein paar Altlasten abzuarbeiten, die dringend erledigt werden müssen.«

»Mit Altlasten meinen Sie vermutlich Leichen.«

»Das haben Sie gesagt, Jerry. Halten Sie mich jetzt nicht für unsensibel, aber der Tag hat nur vierundzwanzig Stunden.«

»Sie können ja trotzdem mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufnehmen, bis wir weitergehende Befugnisse haben.«

»Sie meinen – ein Gespräch von Arzt zu Arzt?«

...

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