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Jerry Cotton - Folge 3020

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die letzte Kugel des Killers
  4. Vorschau
  5. Unsere Empfehlungen

Die letzte Kugel des Killers

Richard Pearlman hatte die amerikanische Botschaft in Guatemala vor wenigen Minuten verlassen. Mit schnellen Schritten bewegte er sich zu einem Treffen, das wichtig war – lebenswichtig. Das Quietschen von Reifen ließ ihn herumfahren. Ein Wagen mit offenen Seitenfenstern raste über die Straße. Dann sah er etwas, das ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ: die Mündungen von Schnellfeuerwaffen! Eine Kugelsalve streckte ihn nieder. Er war sofort tot. Aus dem Wagen stiegen zwei vermummte Männer. Sie gingen zu der Leiche, versetzten ihr Tritte und spuckten auf sie. Sie nahmen das, was der Tote in den Taschen hatte, an sich und stiegen wieder in den Wagen. Zurück blieb die blutüberströmte Leiche eines amerikanischen Beamten.

»Ganz schön frisch«, murrte Phil und zog den Mantel zusammen. »Wird Zeit, dass es endlich Frühling wird.«

»In der Tat«, bestätigte ich.

»Manchmal wünsche ich mir, Mr High wäre an die Westküste versetzt worden, ins sonnige Kalifornien.«

Als wir kurz darauf das J. Edgar Hoover Building erreichten, durchquerten wir die Sicherheitsschleuse und gingen auf direktem Weg zum Büro von Mr High.

Dorothy Taylor saß an ihrem Schreibtisch und begrüßte uns freundlich. »Inspektor Cotton, Inspektor Decker, schön Sie zu sehen. Er wartet schon.«

»Dann nichts wie hinein in die Höhle des Löwen«, scherzte Phil.

Sie ging nicht weiter darauf ein, sondern wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.

Wir betraten das Büro. Mr High telefonierte gerade. Er bedeutete uns Platz zu nehmen.

»Natürlich, Sir, wir werden uns darum kümmern, keine Frage«, sagte er, verabschiedete sich und legte den Hörer auf.

Dann wandte er sich an uns. »Jerry, Phil, wir haben ein Problem – ein großes Problem.«

»Hört sich nach Arbeit für uns an«, bemerkte Phil.

Mr High nickte. »Richard Pearlman, ein US-Ermittler, wurde in Guatemala ermordet. Ich habe die Information vor einer guten Stunde erhalten. Seitdem laufen in meinem Büro die Drähte heiß. Director Fuller hat mich gebeten, die Sache aufzuklären. Es geht um eine Angelegenheit höchster Wichtigkeit und enormer Brisanz.«

»Wer war Pearlman? Und was hat er in Guatemala gemacht?«, fragte ich.

»Informationen gesammelt«, antwortete Mr High. »Über das Bruja-Kartell.«

»Bruja-Kartell?«, stieß Phil aus. »Drogen und Entführung? Dieses Bruja-Kartell?«

Mr High nickte. »Ja, eine ziemlich gut organisierte und äußerst brutale Verbrecherorganisation. Die Regierung von Guatemala hatte uns um Unterstützung im Kampf gegen das Kartell gebeten. Pearlman wurde hingeschickt, um Informationen zu sammeln. Es war eigentlich eine verdeckte Operation. Offenbar ist er aufgeflogen.«

Phil verzog das Gesicht. »Das hört sich nicht gut an.«

»In der Tat«, bestätigte Mr High ernst. »Die Informationen, die Pearlman geschickt hatte, waren alarmierend, aber leider nicht sehr detailliert. Das Bruja-Kartell operiert nicht nur in Guatemala, sondern ist seit einiger Zeit auch in den USA aktiv. Neben der Tatsache, dass wir der Regierung von Guatemala helfen wollen, ihr Drogenproblem in den Griff zu bekommen, sind wir natürlich auch daran interessiert, die Aktivitäten des Kartells in unserem Land zu unterbinden.«

»Sieht so aus, als wolle sich das Kartell nicht in die Karten schauen lassen«, bemerkte Phil.

»Ja«, sagte Mr High. »Leider sind Polizei und Militär in Guatemala teilweise vom Kartell unterwandert. Hinzu kommt Korruption. Das macht es nicht leicht, dort Ermittlungen durchzuführen. Wie sich gezeigt hat, hatten wir die Gefahr nicht richtig eingeschätzt – oder die Macht des Kartells unterschätzt.«

»Und jetzt sollen wir es richten?«, fragte ich.

Mr High nickte. »Es ist eine gefährliche Aufgabe. Sie sollen herausfinden, wer Pearlman auf dem Gewissen hat, und die Verantwortlichen verhaften. Eine solche Tat dürfen wir nicht durchgehen lassen. Darüber hinaus sollen Sie herausfinden, was Pearlman wusste, aber nicht mehr berichten konnte. Sie können das SRT einsetzen, wenn Sie wollen. Ich persönlich kann es nur empfehlen, da die guatemaltekischen Behörden nicht den gleichen Standard haben wie wir, wenn es um forensische Beweissicherung geht.«

»Dann fliegen wir besser nicht allein«, sagte Phil. »Wie sieht es da unten mit staatlicher Unterstützung aus? Wem können wir trauen?«

»Eine gute Frage«, sagte Mr High und lehnte sich zurück. »Ihr Kontakt ist Salvador Ospina Castillo, ein fähiger Ermittler bei der Polizei von Guatemala City. Er ist, soweit ich weiß, ein integrer und zuverlässiger Mann. Ich habe Ihnen alle uns zur Verfügung stehenden Informationen über ihn zusammenstellen lassen. Wem Sie sonst noch vertrauen können, nun, keine Ahnung. Wahrscheinlich hat Pearlman den Fehler gemacht, den falschen Leuten zu vertrauen.«

Phil verzog das Gesicht. »Das sind ja schöne Aussichten. Allein im Feindesland.«

Mr High schaute ihn an. »Wie üblich ist der Großteil der Bevölkerung gegen Drogen und Kriminalität, auch in Guatemala. Es sind nur einige wenige, die kriminelle Energie entwickeln und andere anstecken. Die Frage ist, wie so oft, wer einen weißen und wer einen schwarzen Hut trägt.«

»Nicht zu vergessen auch die Cowboys mit den grauen Hüten«, sagte Phil.

»Auf jeden Fall handelt es sich dabei um eine extrem gefährliche Sache«, sagte Mr High. »Zwar können Sie von der dortigen US-Botschaft Unterstützung erhalten, jedoch operieren Sie ohne die hier in den Staaten übliche Rückendeckung. Seien Sie also auf der Hut.«

»Sind wir, Sir«, versicherte ich ihm.

Mr High nickte. »Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Dorothy hat Ihre Flüge schon gebucht. Die Buchungen für die Mitglieder des Scientific Research Team können Sie ihr überlassen. Sagen Sie ihr nur, wer Sie begleiten soll.«

»Wird erledigt, Sir«, bestätigte Phil.

Mr High überreichte uns die Unterlagen, die wir brauchten. Dann verabschiedeten wir uns und verließen sein Büro.

»Guatemala«, sagte ich, als wir draußen waren, und schaute Phil an. »Dort ist es sicher wärmer als hier.«

»Hoffentlich nicht zu warm«, entgegnete Phil.

***

»Wir brauchen Gerold, Mai-Lin und FGF, Concita eher nicht«, sagte Phil.

»Sehe ich genauso«, entgegnete ich.

Dr. med. Gerold M. Willson war uns als Forensiker sicher eine Hilfe, ebenfalls unser Chemiker und Physiker Dr. Frederik George Fortesque alias FGF. Immerhin hatten wir einen Mord aufzuklären. Dr. Mai-Lin Cha konnte uns bei der Entschlüsselung und Wiederherstellung von Dateien helfen.

Nach dem Bericht, den Mr High uns gegeben hatte, war der Computer von Pearlman von guatemaltekischen Beamten sichergestellt worden. Da wir das Passwort nicht kannten, war ein Spezialist nötig. Das Spezialgebiet von Concita Mendes war Wirtschaftskriminalität, was bei unserem Einsatz eher nicht gefragt war.

»Dann rufe ich Gerold an«, sagte Phil. »Bin gespannt, was er sagt, wenn er erfährt, dass es nach Mittelamerika geht.«

»Wahrscheinlich wird er Freudensprünge machen«, sagte ich sarkastisch.

»Wahrscheinlich«, erwiderte Phil und nahm sein Handy, um in Quantico anzurufen.

Ich konnte über die Freisprecheinrichtung mithören.

»Dr. Willson hier«, hörte ich die vertraute Stimme. »Ach, hallo, Sie sind es, sorry, ich hatte nicht aufs Display geschaut.«

»Kein Problem, Gerold«, meinte Phil. »Wie schnell können Sie Ihre Sachen packen und bereit sein, nach Guatemala zu fliegen?«

»Guatemala? Mann, keine Ahnung, wie ist denn das Wetter dort um diese Jahreszeit?«, antwortete er überrascht.

»Warm, würde ich sagen«, antwortete Phil. »Auf jeden Fall wärmer als in D.C. Und es gilt den Mord an einem US-Beamten zu untersuchen. Ich weiß nicht, wie gut Ihre dortigen Kollegen ausgestattet sind.«

»Puh, gute Frage, ein paar Stunden bräuchte ich schon«, antwortete Dr. Willson. »Ist es eilig?«

»Je eher wir da sind, desto besser«, sagte Phil. »Wir brauchen auch Mai-Lin und FGF. Gibt einiges zu tun. Allerdings wird es kein Urlaub. Ein Drogenkartell dort macht Ärger und ist, wie es aussieht, für den Tod des Beamten verantwortlich.«

»Drogenkartell? Nein, das hört sich wirklich nicht nach Urlaub an. Eher wie eine Einberufung in die Army. Ich hoffe, es wird nicht zu wild.«

»Hoffen wir auch«, erwiderte Phil. »Aber versprechen kann ich das natürlich nicht. Ziehen Sie sich besser warm an.«

»Ich dachte, es wäre warm«, entgegnete Willson.

Phil verzog das Gesicht. »Sie wissen schon, was ich meine. Geben Sie den beiden anderen Bescheid? Für die Buchung der Flüge können Sie sich an Miss Taylor wenden, sie wird das koordinieren. Vielleicht sind auf unserem Flug noch Plätze frei.«

»Ich kümmere mich darum«, sagte Dr. Willson. »Hoffentlich muss ich diesmal nicht neben FGF sitzen. Bei unserem letzten gemeinsamen Flug hat er zwischendurch geschnarcht, mit englischem Akzent. Hätte nicht gedacht, dass das möglich ist, aber so hat es sich angehört.«

»Geben Sie uns Bescheid, wenn alles klar ist und Sie die Flugdaten haben«, sagte Phil grinsend, aber ohne auf den Kommentar einzugehen. Danach beendete er das Gespräch und steckte sein Telefon wieder ein.

»Gut, dann sollten wir auch packen«, sagte er zu mir.

Ich nickte. »Ja, das sollten wir.«

***

Unser Flugzeug startete vom Dulles International Airport. Wir flogen nicht direkt, sondern mussten umsteigen. Probleme gab es dabei nicht. Phil versuchte, bei einer Stewardess zu landen, was aber nicht sehr erfolgreich war.

»Ich glaube, die haben eine besondere Schulung erhalten, um zwar freundlich, aber abweisend zu sein«, sagte er zu mir.

Ich grinste. »Wahrscheinlich bist du schon zu oft mit dieser Airline geflogen, sodass sie sich entsprechende Maßnahmen überlegen mussten.«

»Als ob du noch nie eine Stewardess angemacht hättest«, meinte Phil.

»Schuldig im Sinne der Anklage«, sagte ich, legte meinen Kopf zur Seite und versuchte, mich ein wenig zu entspannen.

Als wir schließlich in Guatemala ankamen, war es schon dunkel. Aus dem Fenster sahen wir die Lichter der Millionenstadt Guatemala City. Von oben sah alles friedlich aus, wie bei jeder anderen großen Stadt aus dieser Perspektive. Ich ahnte schon, dass es unten in den Gassen und Häuserschluchten anders aussehen würde.

Nachdem wir gelandet waren, dauerte es ungewöhnlich lange, bis wir das Flugzeug verlassen konnten. Als es schließlich so weit war, empfand ich die warme Nachtluft als angenehm. Es war nicht so warm, wie ich es erwartet hatte, aber wahrscheinlich kühlte es nachts ab.

Wir passierten die Passkontrolle und wollten gerade in Richtung Ausgang gehen, als uns vier Männer entgegenkamen. Einen von ihnen kannte ich. Es war Salvador Ospina Castillo, unser Kontaktmann. Er war etwas kleiner als ich, ein wenig schmaler, sah aber durchtrainiert aus. Ein Schnurrbart zierte sein braungebranntes Gesicht. Seine dunklen Haare hatten schon einige graue Ansätze.

»Hallo, willkommen in Guatemala«, begrüßte er uns mit spanischem Akzent.

»Mr Ospina Castillo, es freut mich, Sie kennenzulernen«, sagte ich und schüttelte ihm die Hand.

Phil tat es mir gleich.

»Ich bin Francis Duggan von der US-Botschaft«, sagte der einzige Mittelblonde der vier und begrüßte uns ebenfalls. »Ich heiße Sie ebenfalls herzlich willkommen, auch wenn der Grund Ihres Besuchs alles andere als angenehm ist.«

»In der Tat«, sagte ich.

»Das sind zwei meiner Leute, Sancho und Philippe, zuverlässige Männer«, stellte uns Ospina Castillo seine beiden Begleiter vor. »In diesen Zeiten ist es wichtig zu wissen, wem man trauen kann.«

»So ist es«, bestätigte ich kurz und schüttelte den beiden die Hände. Es waren kräftige Männer, die einen relativ freundlichen Eindruck machten.

»Wir bringen Sie zuerst in Ihr Hotel«, sagte Ospina Castillo und schaute auf die Uhr. »Dann können Sie sich vom Flug erholen. Morgen früh können Sie mit Ihren Ermittlungen loslegen.«

Es war bereits nach Mitternacht. Daher hatten wir keine Einwände.

Die Männer brachten uns zu zwei Fahrzeugen, in denen jeweils ein Mann saß. Wir verstauten unser Gepäck, stiegen ein und fuhren los.

Als wir uns dem Zentrum der Stadt näherten, waren überall Menschen auf den Straßen. Es war viel los, wie im Zentrum einer Großstadt üblich. Dabei unterschied sich das Erscheinungsbild natürlich völlig von dem US-amerikanischer Großstädte. Die Häuser waren in schlechterem Zustand, die Autos eher älteren Baujahrs, wenn es auch Ausnahmen gab.

Als wir unser Ziel erreicht hatten, sprangen zuerst Sancho und Philippe aus den Autos und schauten sich in der Gegend um. Man erkannte an ihren Bewegungen, dass sie Erfahrung mit Personenschutz hatten. Als sie das Gelände sondiert hatten, gaben sie Ospina Castillo ein Zeichen und wir stiegen aus. Wir bewegten uns ohne Verzögerung in die Hotellobby. Auch hier hielten unsere Begleiter die Augen offen.

Von dort ging es über das Treppenhaus in den zweiten Stock, wo ein Mann vor einem Zimmer Wache hielt. Ospina Castillo grüßte ihn, sie wechselten ein paar Worte, dann betraten wir die Suite. Sie war recht groß, hatte mehrere Räume. Die Vorhänge waren zugezogen.

»So, hier sind zwei Zimmer, in denen Sie während Ihres Aufenthalts in Guatemala City wohnen können«, sagte Ospina Castillo. »Es hält immer einer unserer Männer Wache vor dem Zimmer, zwei weitere werde ich unten postieren. Man kann nicht vorsichtig genug sein, wenn es um das Bruja-Kartell geht.«

»Und Ihre Leute, die sind vertrauenswürdig?«, fragte Phil.

Ospina Castillo nickte. »Die hier ja. Aber leider gibt es in unserer Polizeibehörde viele, die es nicht sind. Der Drogenhandel bringt viel Geld. Damit kann man sich vieles kaufen, auch Menschen. Das macht unsere Arbeit oft ziemlich schwer. Ich würde viel dafür geben, wenn wir hier genauso gut aufgestellt wären wie Sie in Amerika.«

»Auch bei uns war dafür viel Arbeit und Zeit nötig«, sagte ich. »Das FBI war nicht immer die Organisation, die Sie heute kennen. Wir hatten vielleicht nicht die gleichen Probleme wie Sie, aber unsere waren auch nicht ganz ohne.«

Ospina Castillo lächelte. »Danke für den Versuch, mir Mut zu machen. Ruhen Sie sich erst einmal aus. Morgen früh hole ich Sie ab. Dann erzähle ich Ihnen alles über die vorliegende Situation.«

»Der Rest unseres Teams sollte morgen früh eintrudeln«, sagte Phil. »Können Sie sie auch hier im Hotel unterbringen?«

Ospina Castillo nickte. »Das ist schon organisiert, gleich hier, auf demselben Gang. Das macht es einfacher, die Zimmer zu bewachen.«

Er gab uns eine Karte mit seiner Nummer und verabschiedete sich.

Francis Duggan von der Botschaft nahm uns kurz zu Seite. Er machte einen besorgten Eindruck. »Ospina Castillo ist in Ordnung. Aber Sie sollten sonst niemandem trauen. Korruption ist hier in Guatemala City üblich. Wir haben Pearlman verloren und ich möchte nicht, dass Ihnen etwas zustößt.«

»Danke für den Hinweis«, sagte ich. »Wir passen auf.«

»Ist nicht das erste Mal, dass wir mit Drogenkartellen zu tun haben«, ergänzte Phil.

Duggan richtete seinen Blick auf Phil. »Mag sein. Aber die Situation hier ist wirklich ernst. Die Mitglieder des Kartells schrecken vor nichts zurück. Mord ist für sie eine Methode der Abschreckung. Pearlman war der erste US-Beamte, der getötet wurde. Vor ihm hat es insgesamt sechs Mitglieder der hiesigen Polizei erwischt, die energisch gegen das Kartell vorgehen wollten. Ich sage Ihnen das nur, um Ihnen die Situation zu verdeutlichen. Die Polizei hat die Situation nicht im Griff, überhaupt nicht.«

»Deshalb sind wir ja jetzt hier«, sagte Phil.

»Und machen sich damit zur Zielscheibe«, konterte Duggan. »Aber gut. Schlafen Sie erst einmal. Morgen wird sich Ospina Castillo um Sie kümmern und Sie umfassend informieren.«

Er verabschiedete sich und verließ zusammen mit den anderen das Zimmer. Phil und ich waren allein.

»Das sieht nicht gut aus«, meinte Phil.

Ich nickte. »Ja, das stimmt. Allerdings ändert das nichts an unserem Auftrag. Überprüfen wir eben die Zimmer, Fenster und Türen. Treffen wir die üblichen Sicherheitsmaßnahmen und schauen uns die möglichen Fluchtwege an. Dann können wir uns aufs Ohr hauen.«

Phil nickte. Wir machten uns an die Arbeit. Eine Viertelstunde später hatten wir alles hergerichtet. Es würde niemand in die Zimmer kommen können, ohne dass wir es bemerken würden.

Als ich mich ins Bett legte, die Glock griffbereit, dachte ich über unseren Auftrag nach. Es würde nicht leicht sein, in einer solchen Umgebung zu ermitteln: zu viele Unbekannte. Unser Gegner war auf jeden Fall im Vorteil. Er kannte das Terrain und die Menschen hier.

***

Am nächsten Morgen wurde ich vom Straßenlärm geweckt. Ich schaute auf die Uhr. Es war kurz vor sieben. Ich entschied mich aufzustehen. Schließlich war ich nicht hier, um mich auszuruhen oder zu erholen.

Im Bad lernte ich den Luxus von gleichmäßig temperiertem Wasser schätzen, denn das gab es hier nicht. Manchmal war es warm, dann wieder kalt und daraufhin wieder übermäßig heiß. Die Aufbereitungsanlage für warmes Wasser war wohl ebenso alt wie das Hotel, das wohl in den sechziger Jahren errichtet worden war.

Als ich das Bad verließ, stand Phil auf.

»Guten Morgen«, sagte er. »Ich glaube, in meiner Matratze fehlen ein paar Federn.«

»Nicht nur in deiner«, erwiderte ich lächelnd. »Aber ich habe schon schlechter geschlafen.«

»Nicht nur du«, sagte er und verschwand im Bad.

Nachdem wir uns angezogen hatten, wollten wir losgehen. Genau in dem Augenblick klopfte es an der Zimmertür.

»Ospina Castillo hier«, hörten wir die vertraute Stimme. »Kann ich reinkommen?«

Phil postierte sich neben der Tür und nickte.

Ich trat neben die Tür und drehte den Schlüssel herum. »Ja, ist offen.«

Er öffnete die Tür langsam und trat ein. »Guten Morgen. Ich hoffe, Sie haben etwas Schlaf bekommen.«

»Kein Problem«, erwiderte Phil. »Können wir los?«

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