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Jerry Cotton - Folge 3017

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Von der Meute gehetzt
  4. Vorschau
  5. Unsere Empfehlungen

Von der Meute gehetzt

Der grauhaarige Mann erschrak, als er plötzlich jemanden aus der Dunkelheit vor sich auftauchen sah. »Hallo, lange nicht gesehen«, sagte die Person vor ihm, deren Gesicht im Dunkel der Nacht nicht zu erkennen war. Nur die Stimme, die erkannte er sofort. »Du?«, stieß der Grauhaarige überrascht aus. »Was machst du hier? Jetzt?« »Das weißt du ganz genau, alter Freund«, sagte die mitleidlose Stimme. »Ich wollte mich bei dir melden«, kam die verzagte Antwort. »Dann wollte ich dir alles erklären.« »Was jetzt wohl nicht mehr nötig ist, nicht wahr?«, waren die letzten Worte, die der Grauhaarige hörte. Dann drang der kalte Stahl eines Messers in seine Magengegend ein. Er blickte hinab, sah das Blut und brach zusammen.

»Jetzt, wo der Sommer beginnt, ist Washington eigentlich ganz schön«, bemerkte Phil, als wir auf dem Weg zum Büro waren. »Langsam gewöhne ich mich an die Stadt. Wobei sie mir im Vergleich zu New York manchmal noch wie ein Dorf vorkommt. Kein kleines Dorf, aber doch irgendwie ein Dorf.«

»Ein Dorf, in dem die Regierung des mächtigsten Landes der Welt ihren Sitz hat«, erwiderte ich. »Eines der größten und wichtigsten politischen Zentren der Welt.«

Phil nickte. »Ja, das stimmt wohl.«

Als wir das J. Edgar Hoover Building erreicht hatten, begaben wir uns in unsere Büros und checkten als Erstes unseren Mail-Eingang. Das heißt, wir wollten es tun, denn kaum hatten wir die Computer hochgefahren, blinkte schon eine Terminnachricht auf. Wir sollten uns sofort bei Mr High melden.

Wir verließen mein Büro und trafen Dorothy Taylor, die gerade auf dem Weg zu Mr Highs Büro war.

»Guten Morgen, Dorothy«, sagte Phil.

»Guten Morgen, Inspektor Decker, Inspektor Cotton«, sagte sie freundlich und fügte hinzu, während sie Phil anschaute: »Aber bitte, jetzt keine Witze mehr über den Zauberer von Oz.«

»Wie bitte?«, erwiderte Phil überrascht.

»Man merkt, dass Sie im Urlaub waren«, sagte Miss Taylor. »Ein Analytiker aus dem dritten Stock hatte wohl den Zauberer von Oz gesehen, ihm fiel dann mein Vorname auf, und danach kursierten eine Weile lang Witze zu diesem Thema.«

»Dorothy?«, fragte Phil und lächelte dann. »Ach, die Dorothy. Na ja, bei dem Namen kann das passieren. Und? Das hat Ihnen nicht gefallen?«

Sie schüttelte den Kopf. »Das habe ich alles schon hinter mir. In meiner Teenagerzeit war das mal kurz Thema. Ich brauche das echt nicht noch mal. Zum Glück hat Mr High davon Wind bekommen und sich ein paar von denen, die daran beteiligt waren, vorgenommen. Seitdem ist Ruhe.«

»Na, dann werde ich besser auch keine Witze über den Zauberer von Oz oder Judy Garland machen«, meinte Phil und verkniff sich ein Grinsen. »Wobei mir sicher ein paar amüsante Sprüche einfallen würden.«

Ihre Augen funkelten. »Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich das verkneifen würden, Phil.«

»Kein Problem«, erwiderte Phil.

Wir betraten Mr Highs Büro. Er tippte gerade etwas in seinen Computer.

»Jerry, Phil, guten Morgen«, begrüßte er uns. »Ich hoffe, Sie haben das Wochenende genutzt, um sich zu erholen.«

»Guten Morgen, Sir. Ja, mehr oder weniger«, antwortete Phil.

»Nun gut. Ich habe hier etwas sehr Merkwürdiges«, erwiderte Mr High, griff in eine Schublade seines Schreibtischs und holte einen Dollarschein heraus, der sich in einer durchsichtigen Kunststoffhülle befand und reichte ihn mir. »Bitte, was sagen Sie dazu?«

Ich schaute mir den Schein genau an. Er sah recht neu aus, wenig gebraucht. Davon abgesehen wirkte er ziemlich echt.

»Was ist damit?«, fragte Phil. »Falschgeld?«

Mr High schüttelte den Kopf. »Nein, der Schein ist echt. Das ist nicht das Problem. Es geht um etwas anderes. Ein Dollarschein hat eine durchschnittliche Lebensdauer von fünf bis sieben Jahren. Dann werden die zerschlissenen Scheine aussortiert und durch neue ersetzt. Das erledigt die staatliche Münze und es findet statt, ohne dass die Bevölkerung das großartig mitbekommt. Eine Routineaktion. Dieser Schein stammt aus den späten sechziger Jahren. Tatsächlich sind einige dieser Scheine aufgetaucht. Irgendwann fiel es auf und die Sache wurde eingehender untersucht. Dabei fiel auf, dass einige dieser Scheine von einer Lösegeldzahlung stammen, die Mitte der 70er-Jahre getätigt wurde.«

Ich schaute auf. »Lösegeld? Eine Entführung? Ein Cold Case?«

»Gewissermaßen«, antwortete Mr High. »Damals ist die junge Daisy Brittany entführt worden, die Tochter des Großindustriellen Hank Brittany. Es gab damals nicht viele Schlagzeilen, da die Presse aus der Sache herausgehalten wurde. Daisy kam nach acht Tagen frei, nachdem ihr Vater das Lösegeld gezahlt hatte. Die Entführer wurden niemals gefasst.«

»Ein unabgeschlossener Fall, ein Cold Case«, sinnierte Phil. »Und jetzt möchten Sie, dass wir die Sache untersuchen?«

Mr High nickte. »So ist es. Es handelte sich um eine Entführung, die im Gebiet der heutigen Field Operation Section East stattgefunden hat. Und die Scheine sind in den Bereichen verschiedener Field Offices unseres Bereichs aufgetaucht. Wir sollten herausfinden, ob uns die Scheine zu den Tätern führen können.«

»Mitte der 70er-Jahre«, überlegte Phil laut. »Das ist ganz schön lange her. Viele der Beteiligten werden schon tot sein.«

»Alt, nicht tot«, widersprach Mr High. »Daisy Brittany und ihr Vater leben noch. Und da jetzt Teile des Lösegelds aufgetaucht sind, scheint es so, als würden die Täter ebenfalls noch leben.«

»Und sie geben ihr Geld aus«, sagte Phil. »Aber warum jetzt? Ich kenne kaum einen Kriminellen, der sich so lange zurückhalten kann.«

»Das ist eine der Fragen, die Sie beantworten sollen«, sagte Mr High. »Da mehrere Field Offices an den Ermittlungen beteiligt sein könnten und die Geldscheine in verschiedenen Städten im Bereich der Field Operation Section East aufgetaucht sind, ist das ein Fall für Sie. Die alten Ermittlungsakten sollten unterwegs und bereits bei Ihnen angekommen sein oder gleich kommen.«

»Könnte interessant werden«, sagte ich. »Bin gespannt, was wir herausfinden.«

Phil nickte nur zustimmend.

Mr High ging noch ein paar Verwaltungsangelegenheiten mit uns durch, dann verließen wir sein Büro.

»Und? Ein neuer Fall?«, fragte Miss Taylor.

Ich lächelte charmant. »Das wird sich zeigen.«

***

»Also doch ein Cold Case«, murrte Phil. »In den wir uns einarbeiten müssen.«

Seine Stimmung wurde auch nicht besser, als uns schließlich vier Kartons voller Akten geliefert wurden.

»Gibt es das nicht auch digitalisiert?«, fragte er den Kurier, der die Pakete mit einer Sackkarre anlieferte.

»Keine Ahnung, das zu wissen ist nicht mein Job, da müssen Sie jemand anderen fragen«, antwortete der, ließ sich den Empfang der Lieferung quittieren und zog von dannen.

»Wie sollen wir’s angehen?«, fragte ich. »Zwei für dich und zwei für mich?«

»Klar, wie sonst«, sagte Phil. »Ich besorg uns aber erst mal Kaffee. Das kann ja dauern.«

Er ging los und kam kurz darauf mit einer Kanne und zwei Tassen zurück. »So, das sollte erst mal reichen.«

Wir machten uns an die Arbeit und gingen die Akten durch. Die Zeit bis zur Mittagspause verging wie im Flug. Nach einem gediegenen Mittagessen ging es weiter, bis zum Nachmittag. Dann waren wir fertig.

»Puh, damals war ganz schön was los«, meinte Phil. »Was meinst du? Wo sollen wir ansetzen? Beim Entführungsopfer?«

»Das wäre logisch«, sagte ich. »Sie wohnte damals in Boston. Sollte nicht schwer sein, ihren aktuellen Wohnort herauszufinden.«

»Nein, sicher nicht«, sagte Phil und setzte sich an den Computer. »Da haben wir sie ja. Genau, Boston, sie wohnt immer noch da. Ihr Vater, dieser Hank Brittany, übrigens auch. Dem können wir auch gleich einen Besuch abstatten. Interessant wäre auch der leitende Ermittler von damals, wie hieß er noch gleich, Peretty?«

Ich nickte. »Agent Donald Peretty.«

»Wohnt auch in Boston«, sagte Phil, nachdem er den Computer konsultiert hatte. »Passt doch. Am besten rufen wir sie gleich an und schauen, wann wir sie wo treffen und befragen können.«

Phil kümmerte sich darum.

»Ich sage Dorothy Bescheid, damit sie uns einen Flug für morgen klarmacht«, sagte ich anschließend. »Eventuell brauchen wir auch ein Hotelzimmer, je nachdem, wie sich die Sache entwickelt.«

»Sollen wir die Kollegen in Boston informieren?«, fragte Phil.

»Nein, solange wir sie nicht brauchen, wird das nicht nötig sein«, antwortete ich. »Wir werden erst einmal die Personen befragen, die damals mit der Entführung zu tun hatten, vor allem das Opfer selbst. Es heißt in den Unterlagen zwar, dass sie keinen der Entführer gesehen hat, aber vielleicht hat sie etwas mitbekommen, das für uns hilfreich sein könnte.«

»Wobei sie damals noch ein Kind war«, sagte Phil und verzog das Gesicht. »Aber egal, wir müssen ja irgendwo anfangen. Fliegen wir also nach Boston.«

Wir erstatteten Mr High kurz Bericht und machten dann pünktlich Feierabend – begleitet von einem merkwürdigen Gefühl, denn es kam praktisch nie vor, dass wir die Arbeit pünktlich niederlegen konnten.

***

Am nächsten Morgen wurde ich durch die ersten Sonnenstrahlen, die in mein Zimmer fielen, geweckt. Das war auch gut so, denn unser Flug vom Reagan National Airport ging recht früh. Ich machte mich frisch, ließ das Frühstück aus und fuhr zu Phil, der bereits auf mich wartete.

»Guten Morgen, bereit für eine Stippvisite nach Boston?«, begrüßte er mich.

»Absolut«, erwiderte ich.

Wir fuhren zum Flughafen, stellten den Wagen ab und gingen zum Schalter, um uns anzumelden und unsere Bordkarten zu bekommen. Anschließend passierten wir die Sicherheitskontrollen, was dank unserer Dienstausweise nicht zum Problem wurde. Immerhin hatten wir Handfeuerwaffen und Munition dabei. Wir befolgten das dafür nötige Protokoll und saßen schließlich nach einer kurzen Wartezeit in unserem Flugzeug nach Boston.

»Nette Stewardess«, flüsterte Phil mir zu, als eine zierliche Frau mit mittellangen, rotblonden Haaren an uns vorbeigekommen war.

Ich nickte. »Ja, stimmt. Die Uniform steht ihr auch gut. Aber ich glaube, sie hatte einen Ring am Finger, an der Stelle, die man nicht ignorieren sollte.«

Phil verzog das Gesicht. »Na ja, das habe ich nicht gesehen. Schade, mit uns hätte es sicher was werden können.«

»Sicher«, sagte ich. »Wobei wir nur etwa vierhundert Meilen fliegen werden. Da vergeht die Zeit sprichwörtlich wie im Flug.«

»Das hätte ich schon hingekriegt«, sagte Phil. »Aber was soll’s, in Washington gibt es auch viele schöne Frauen.«

»Eben«, sagte ich. »Und wenn wir unseren Job gut erledigen, werden wir bald wieder zurück sein.«

Die Crew der Maschine bereitete sich auf den Start vor. Die Stewardessen führten die Sicherheitseinweisung durch und das Flugzeug setzte sich in Bewegung. Nach einer Überprüfung, ob alle Passagiere angeschnallt waren, dauerte es nur wenige Augenblicke, bis der Pilot die Maschine anrollen ließ.

Die Boeing 737 beschleunigte schnell und hob kurz darauf ab. Sie gewann schnell an Höhe. Da der Himmel nahezu frei von Wolken war, konnte ich die Erde unter uns kleiner werden sehen.

»Gibt es eigentlich was zu essen?«, fragte Phil.

»Ich glaube nicht«, antwortete ich. »Bei einem so kurzen Flug lohnt sich das nicht. Vielleicht ein paar Snacks.«

Phil legte seinen Kopf zur Seite. »Dann nutze ich die Zeit, um mich ein wenig zu entspannen.«

Ich tat es ihm gleich.

***

Nach knapp einer Stunde landeten wir in Boston. Bei der Autovermietung am Flughafen bekamen wir einen Mietwagen, den Dorothy bereits für uns reserviert hatte.

»Das Leben als Inspektor hat durchaus seine Vorzüge«, meinte Phil. »Wir können viele Dinge für uns erledigen lassen. Hoffentlich gewöhne ich mich nicht zu sehr an diesen Luxus.«

»Hoffentlich«, erwiderte ich und grinste. »Sonst bist du verloren, falls sie uns irgendwann wieder als Agents einsetzen.«

Die Brittanys wohnten am nördlichen Stadtrand von Boston in einer sehr guten Gegend.

»Richtig schick hier«, sagte Phil, als wir an Villen mit großen gepflegten Vorgärten vorbeifuhren.

»Boston ist ja nicht nur eine der ältesten, sondern auch der wohlhabendsten Städte der USA«, sagte ich.

Ich lächelte. »Aber egal, wir sollten gleich da sein. Ist es nicht das Haus da vorne rechts?«

Phil nickte. »Ja, denke schon. Hat keine Hausnummer. Ist dafür aber noch weiter weg von der Straße als die anderen Häuser hier.«

»Und wahrscheinlich besser gesichert«, fügte ich hinzu. »Diese Büsche sind ziemlich dicht, aber man kann erkennen, dass sich dahinter eine Mauer befindet. Ich fahre mal da drüben zum Tor, damit man uns reinlässt.«

Als ich die letzten Meter fuhr, fielen mir auch mehrere Kameras auf. Es würde für einen ungebetenen Eindringling nicht leicht sein, auf das Gelände zu gelangen, wenn das Grundstück hinten genauso gesichert war.

Ich hielt vor dem großen Tor an, stieg aus und ging zur Klingel, um uns anzumelden.

»Ja, bitte?«, ertönte eine Männerstimme, noch bevor ich die Klingel betätigen konnte.

»FBI-Inspektoren Decker und Cotton aus Washington«, sagte ich. »Wir haben einen Termin mit Miss Brittany.«

»Kann ich bitte Ihren Ausweis sehen?«, ertönte die Stimme erneut.

Ich holte meinen Dienstausweis heraus und hielt ihn vor das Objektiv der Kamera, die sich neben der Klingel befand.

Wenige Augenblicke später bewegte sich das schwere Tor und öffnete sich. Ich ging zurück zum Wagen und fuhr auf das Anwesen.

Es sah größer aus, als ich es von außen vermutet hatte. Hinter einer Steinmauer befand sich ein gepflegter Rasenstreifen mit einigen Bäumen, dann wieder Rasen und schließlich ein ansehnliches Haus.

Ich fuhr mit dem Wagen bis zum Haus und hielt dort an.

»Dann wollen wir mal«, sagte Phil und stieg aus.

Ich folgte ihm und schaute mich um: ein wirklich schönes und gepflegtes Anwesen.

Die Tür zum Haus öffnete sich und ein Mann im Anzug kam auf uns zu. Er hatte den für Sicherheitspersonal üblichen Blick drauf.

»Meine Herren, guten Tag«, sagte er. »Wenn Sie mir bitte folgen würden.«

Er stellte sich nicht vor. Offenbar hielt er das nicht für nötig. Stattdessen führte er uns ohne weitere Worte in das Haus, einen langen Flur entlang ins Wohnzimmer. Mit einer Fläche von schätzungsweise zehn mal fünfzehn Yards war es mehr als doppelt so groß wie mein Apartment.

Der Mann deutete auf die Sessel. »Wenn Sie bitte kurz Platz nehmen würden, Miss Brittany wird gleich hier sein. Getränke finden Sie an der Bar.«

»Danke, aber wir sind im Dienst«, erwiderte ich.

»Wie Sie meinen«, sagte er, machte kehrt und verließ den Raum.

Wir warteten und schauten uns schweigend um. Der Raum machte einen leeren Eindruck. Heller Steinboden, weiße Wände, ein paar Teppiche, Sessel, ein Sofa, eine Bar und ein großer Flachbildfernseher. Mehr gab es nicht. Nicht einmal eine Pflanze. Hinten, das konnte man durch die breite Fensterfront sehen, gab es einen gepflegten Garten, der vornehmlich grün war. Blumen konnte ich fast keine entdecken.

»Irgendwie kahl«, bemerkte Phil leise.

Ich nickte zustimmend. »Kalt und leer. Bin gespannt, wie die Bewohnerin ist.«

Phil schaute auf die Uhr. »Das werden wir hoffentlich bald erfahren.«

Zehn Minuten lang passierte gar nichts. Dann waren Schritte zu hören und eine recht adrett gestylte Frau trat ins Zimmer. Der Mann, der uns ins Haus geführt hatte, blieb im Flur stehen und hielt Abstand.

»Guten Morgen, Miss Brittany«, begrüßte ich sie. »Das ist Inspektor Decker, der uns gestern angekündigt hat. Ich bin Inspektor Cotton.«

Sie musterte uns kurz und erwiderte damenhaft: »Ja, ich weiß. Mein Schutzengel hat sich über Sie erkundigt und bestätigt, dass Sie echt sind und mir keine Gefahr droht. Das ist doch richtig, nicht wahr?«

»Soweit wir es einschätzen können, ja«, antwortete ich. »Vielen Dank, dass Sie Zeit für uns erübrigen können.«

Sie lächelte. »Wenn ich von allem so viel hätte wie Zeit. Aber lassen wir das. Sie kommen von weit her, aus Washington. Wie ist das Wetter dort im Moment?«

»Ähnlich wie hier, Madam«, antwortete Phil. »Man merkt, dass der Sommer kommt.«

Sie fixierte ihren Blick auf Phil. »Schön, dass mir das FBI so stattliche Männer vorbeischickt. Beim letzten Mal war das nicht so. Aber nehmen Sie doch Platz, damit wir uns in Ruhe unterhalten können. Es geht um meine Entführung, nicht wahr? Haben Sie den Täter endlich geschnappt?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, noch nicht. Aber vielleicht werden wir das bald. Gewisse Umstände haben dazu geführt, dass der Fall wieder überprüft wird.«

»Gewisse Umstände?«, fragte sie neugierig und beugte sich leicht in meine Richtung. »Was bedeutet das konkret?«

»Einige Scheine des Lösegelds sind aufgetaucht«, erwiderte ich.

Sie zeigte sich überrascht. »Jetzt? Nach vierzig Jahren? Verdammt, da hat sich aber jemand Zeit gelassen.«

»So sieht es aus«, sagte ich. »Wir haben die gesamten Fallakten gelesen, wollten aber gern von Ihnen hören, was Sie uns über die Entführung und vor allem die Entführer ...

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