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Jerry Cotton - Folge 3012

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Mord gehört zum Geschäft
  4. Vorschau

Mord gehört zum Geschäft

Die Finger des Mannes umschlossen den Pistolengriff, als der Streifenwagen den Truck überholte. Der schwere Lastwagen befand sich einige Meilen südlich der kanadischen Grenze, links und rechts der Fahrbahn erstreckten sich unendliche Wälder.

Es gab kein Entkommen.

Das Patrouillenfahrzeug gab ein Haltesignal. Ein Zittern durchlief den Truck, dann kam er zum Stehen. Ein Officer der State Police näherte sich auf der Fahrerseite dem Truck. Der Mann rang nach Atem. Er hatte jetzt keine Wahl mehr, die Dinge würden ihren Lauf nehmen.

Auch der zweite Uniformierte war ausgestiegen, sicherte seinen Kollegen. Die Fahrertür des Trucks wurde geöffnet. Eine Waffe brüllte auf, gleich darauf noch einmal. Weitere Schüsse folgten.

Drei Minuten später lagen die beiden Polizisten tot am Boden.

»Es geht nach New York, Jerry.«

Mit diesen Worten begrüßte mich Phil, als ich ihn an unserer üblichen Straßenecke abholte. Ich setzte den Blinker und reihte meinen roten Jaguar-E-Hybriden in den morgendlichen Berufsverkehr von Washington ein. Phil war ungewöhnlich ernst, er hatte mir noch nicht einmal einen guten Morgen gewünscht.

»Da weißt du mehr als ich, Phil.«

»Ich habe den Anruf von Dorothy eben gerade erst bekommen. Wir haben einen neuen Fall. Es geht um die beiden ermordete Officers der State Police.«

Ich nickte düster.

»Ja, ich habe heute Morgen im Fernsehen einen Bericht darüber gesehen. Man hat die Leichen irgendwo in der Einöde gefunden, nicht wahr? Und zwar im Grenzgebiet zwischen dem Staat New York und Kanada. Der oder die Täter sind noch flüchtig. Zeugen konnten bisher nicht benannt werden.«

»Genau, Jerry. Mehr weiß ich allerdings auch nicht.«

Wenig später erreichten wir das FBI-Hauptquartier und gingen sofort zu Mr High. Seine Sekretärin Dorothy Taylor blickte auf, als wir das Vorzimmer betraten. Die aparte junge Schwarze trug ein malvenfarbenes Geschäftskostüm und begrüßte uns mit einem freundlichen, aber zurückhaltenden Lächeln.

»Guten Morgen, Jerry und Phil. Der Chef erwartet Sie bereits.«

Mr High erhob sich hinter seinem Schreibtisch, als wir sein Büro betraten. Der Leiter der Field Operation Section East deutete auf den Konferenztisch. Phil und ich nahmen dort Platz, und Mr High setzte sich uns gegenüber. Er hatte einen schmalen Schnellhefter bei sich, den er nun aufschlug. Der Chef kam sofort zur Sache.

»Gestern ereignete sich im Grenzgebiet zwischen unserem Land und Kanada eine blutige Tragödie. Vermutlich haben Sie schon aus den Medien davon erfahren.«

»Ja, aber die Informationen waren noch sehr dürftig«, gab ich zurück.

»Die State Police hält sich der Presse gegenüber bedeckt, Jerry. Der zuständige Commissioner hat jedenfalls schriftlich beantragt, dass wir vom FBI die Ermittlungen führen sollen. Es besteht der Verdacht, dass das Mordmotiv ohnehin in unsere Zuständigkeit fällt.«

Ich hakte sofort nach. Das FBI greift nicht generell bei Polizistenmord ein, nur auf Wunsch der zuständigen Polizeibehörde.

»Dann gibt es also schon Hinweise auf den Täter?«

»Nicht direkt. Fest steht bisher nur, dass Officer Sean Adams und Officer Luigi Scappa einen Truck kontrollieren wollten. Sie wurden erschossen, und der Lastwagen verschwand spurlos. Daran konnte auch die sofort ausgelöste Großfahndung nichts ändern.«

Phil zog skeptisch die Augenbrauen zusammen.

»Wie kann sich ein Truck einfach in Luft auflösen? Gab es keinen Hubschraubereinsatz?«

»Doch, Phil. Ein Helikopter der Border Patrol leistete Amtshilfe und war innerhalb von zehn Minuten vor Ort. Aber Sie müssen bedenken, dass sich die Bluttat unweit der Interstate 81 abspielte.«

Ich nickte.

»Und das ist eine Hauptverkehrsader für den Warentransport zwischen unserem nördlichen Nachbarland und den Staaten. Ich möchte nicht wissen, wie viele hundert Trucks dort tagtäglich unterwegs sind. Es ist, als würde man die Nadel im Heuhaufen suchen. Und bis die Fahndung anlief, konnte der Truck mit dem Killer-Fahrer schon viele Meilen weiter südlich sein.«

Der Chef machte eine zustimmende Handbewegung.

»Das zuständige Field Office in Albany hat jedenfalls um Unterstützung von der Zentrale gebeten. Die Kollegen dort befassen sich hauptsächlich mit einem weit verzweigten Menschenhändlerring und stoßen an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit. Fliegen Sie also bitte noch heute dorthin. Und nehmen Sie Ihr SR-Team mit, der Spurensicherung dürfte diesmal eine besondere Bedeutung zukommen. Jedenfalls hat der Special Agent in Charge aus Albany so etwas angedeutet.«

John D. High versicherte uns noch, dass wir weitere Unterstützung jederzeit anfordern konnten. Dann stürzten Phil und ich uns sofort in die neue Aufgabe.

***

Ich rief Dr. Willson in Quantico an und gab ihm einen kurzen Überblick. Auch er hatte natürlich schon von der Bluttat gehört und konnte es kaum erwarten, bei der Ergreifung des Täters mitzuhelfen.

»Dann fliegen wir also nach Albany?«, vergewisserte sich der Pathologe. »Ich werde das SR-Team zusammentrommeln, damit wir uns reisefertig machen können.«

»Sehr gut. Dorothy hat von unseren Kollegen von Up and Away schon die Flüge buchen lassen. Wir treffen uns in drei Stunden am Reagan Airport. Schaffen Sie das?«

»Für wen halten Sie mich, Jerry? Geschwindigkeit ist keine Hexerei.«

Auch Phil und ich fuhren schnell nach Hause, um das Nötigste zusammenzupacken.

Als wir später den Inlandsflughafen erreichten, hatten sich dort schon Mai-Lin Cha, Concita Mendez, Gerold M. Willson und Frederik George Fortesque versammelt. Die Mitglieder des SRT bestürmten uns mit Fragen zu dem neuen Auftrag, aber Phil und ich mussten passen.

»Viel mehr als die dürftigen Informationen aus den TV News können wir Ihnen nicht bieten«, sagte ich. »Aber ich gehe davon aus, dass wir uns den Tatort noch heute anschauen werden.«

»Hoffentlich vor Einbruch der Dunkelheit«, brummte der Pathologe. »Na ja, wenigstens können meine Kunden mir nicht weglaufen. Die liegen gut und trocken im Leichenschauhaus.«

Natürlich ließ auch Willson der Tod von zwei Polizisten nicht kalt. Aber wir hatten uns inzwischen an seinen makabren Humor gewöhnt, der ihm seine schaurige Tätigkeit wohl erträglicher machte.

Am Airport von Albany wurden wir von zwei Agents abgeholt. Phil und ich bekamen für den Einsatz einen Ford Interceptor Stealth zur Verfügung gestellt, während das SRT in einem Chevrolet Taheo LS zum Field Office gebracht wurde.

Während der Fahrt versuchte ich, ein Gespräch mit dem jungen Agent anzuknüpfen. Sein Name war Bruce Wallace. Er machte einen aufgeweckten Eindruck und erstarrte nicht vor Ehrfurcht, nur weil Phil und ich Inspektoren waren.

»Sie arbeiten an einem großen Menschenhändlerfall, wie ich höre?«

Der Agent seufzte.

»Das kann man wohl sagen, Inspektor Cotton. Diese Organisation kommt mir vor wie eine Hydra. Kaum hat man ihr einen Kopf abgeschlagen, schon wächst ein neuer nach. Aber das ist auch kein Wunder bei dem Geld, das in diesem schmutzigen Geschäft verdient wird.«

Ich nickte, das war mir natürlich auch klar. Die illegalen Einwanderer mussten sich meist hoch verschulden und waren regelrechte Sklaven der Schlepper, die sie ins Land brachten. Sie schufteten jahrelang für Hungerlöhne, um sich später irgendwann freizukaufen.

»Kann der Doppelmord an den Officers auch mit einem Schleusertransport zusammenhängen?«

»Ausschließen würde ich das nicht, Inspektor Cotton. Paul Brennan und seine Leute haben keinen Respekt vor dem Gesetz. Ich würde jedem von ihnen zutrauen, einen Polizisten zu töten. Oder einen Agent.«

»Ist Paul Brennan der Kopf dieser Schleuserorganisation?«

»Genauso ist es. Nur beweisen können wir es ihm leider nicht. Brennan hat viele Strohmänner, die im Zweifelsfall für ihn das Bauernopfer spielen und sogar für seine Taten ins Gefängnis gehen.«

Wir erreichten das Field Office Albany in der McCarty Avenue. Bruce Wallace brachte uns sofort zu seinem Chef. Special Agent in Charge William Turner war ein stämmiger Weißer in den besten Jahren, der eine randlose Brille trug. Wenig später traf auch unser Scientific Research Team ein. Nachdem sich alle vorgestellt hatten, begrüßte uns der SAC mit einem nervösen Lächeln.

»Wir alle hier im Field Office Albany sind sehr dankbar für Ihre Unterstützung. Uns wächst die Arbeit über den Kopf, und dieser doppelte Polizistenmord muss natürlich trotzdem so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Aber alle meine Agents sind im Dauereinsatz, weil die Observierung der Menschenhändler so aufwendig ist.«

»Wir werden versuchen, Ihre Leute so wenig wie möglich für unsere Ermittlungen abzuziehen«, betonte ich. »Könnten Sie uns bitte mit allen bekannten Fakten vertraut machen?«

Der SAC nickte und warf einen Blick auf sein Notebook.

»Gestern Nachmittag befanden sich Officer Sean Adams und Officer Luigi Scappa von der State Police auf einer Routine-Patrouille zwischen dem Grenzübergang 1000 Islands Bridge und der Stadtgrenze von Watertown. Sie sollten sowohl die Interstate als auch die Nebenstraßen kontrollieren, mit Hauptaugenmerk auf verdächtigen Personen und Verkehrsverstößen. Die Officers standen in Funkverbindung mit ihrer Zentrale. Ich kann Ihnen die letzte Nachricht von den State Troopers vorspielen.«

William Turner drückte auf einen Knopf, und gleich darauf ertönte über Lautsprecher eine durch Funkinterferenzen leicht verzerrte Männerstimme: »Officer Adams an Zentrale. Unser Standort ist Distriktstraße 11 auf Höhe Evans Mills. Wir haben einen Truck mit kanadischen Nummernschildern gestoppt. Officer Scappa und ich verlassen unser Fahrzeug zur Routinekontrolle.«

»Verstanden«, bestätigte eine weibliche Stimme in der State-Police-Zentrale. Es klickte, die Funkverbindung war beendet.

Einen Moment herrschte Stille im Büro des SAC. Wir alle wussten, dass die beiden Officers ermordet worden waren. Das machte es so makaber, nun plötzlich wieder die Stimme von einem von ihnen zu hören. Aber das war erst der Anfang.

»Und es ist nicht klar, was danach geschehen ist?«, fragte Concita Mendez.

William Turner nickte grimmig.

»War der State Trooper mit einer Bodycam ausgestattet?«

»Genauso ist es, Inspektor Cotton. Wie Sie alle zweifellos wissen, experimentiert die State Police New York neuerdings mit Bodycams, die an der Uniform getragen werden. Sie sollen jede polizeiliche Maßnahme aufzeichnen und können später auch vor Gericht eingesetzt werden. Noch sind nicht alle Cops mit diesen Geräten ausgerüstet. Aber die tätlichen Angriffe auf Officers im Dienst haben dank Einsatz der Bodycams bereits jetzt spürbar nachgelassen.«

»Nur in diesem Fall hat es nichts genützt«, warf Phil bitter ein.

»Womöglich hat der Copkiller die Kamera einfach nicht bemerkt, sie ist ja winzig. Und er befand sich relativ weit von seinem zweiten Opfer entfernt. Aber sehen Sie selbst.«

Mit diesen Worten drückte der SAC auf einen weiteren Knopf, und die automatischen Jalousien seines Büros schlossen sich. Es herrschte nun ein Halbdunkel im Raum. William Turner setzte einen Beamer in Betrieb, dessen Bild auf die seinem Schreibtisch gegenüberliegende Wand geworfen wurde.

Die Videoqualität war nicht optimal, aber man konnte trotzdem die Ereignisse genau erkennen. Die Kamera wackelte, denn Officer Adams hatte sie ja an seiner Schutzweste getragen. Man sah einen Truck, der hinter dem Streifenwagen hielt. Die Gegend war links und rechts der Straße stark bewaldet. Weitere Fahrzeuge konnte ich nicht erkennen.

Nun konnte man den Uniformrücken von Officer Scappa sehen, der auf den stehenden Lastwagen zuging. Officer Adams blieb einige Schritte hinter ihm und gab seinem Partner Deckung, wie es Vorschrift war.

Doch plötzlich überschlugen sich die Ereignisse.

Die Fahrertür wurde aufgestoßen, man sah eine schemenhafte dunkle Gestalt aus dem Truck-Führerhaus schnellen. Mündungsfeuer blitzte auf, ein Schuss knallte. Gleich darauf ertönte noch ein weiterer. Officer Scappa brach zusammen. Sein Kollege feuerte auf den Killer. Man konnte nicht erkennen, ob der Verbrecher getroffen wurde.

Nun wurde die Kameraposition nämlich stark verrissen, gleich darauf war nur noch der Himmel zu sehen. Ein leises Stöhnen ertönte, das gleich darauf abbrach. Schließlich hörten wir das Dröhnen eines Lastwagenmotors.

Einen Moment lang herrschte Totenstille, dann begann SAC Turner erneut zu sprechen.

»Officer Adams konnte noch seine Dienstwaffe abfeuern, bevor er ebenfalls getroffen wurde. Ob er den Täter verletzen oder töten konnte, ist unklar. Wir wissen bisher auch nicht, ob sich mehrere Personen in dem Truck befunden haben. Fest steht, dass beide State Troopers in den Kopf geschossen wurden. Der Killer muss gewusst haben, dass sie kugelsichere Westen trugen. Und es kam ihm darauf an, keine Zeugen zurückzulassen. Das ist jedenfalls meine Meinung.«

»Da würde ich Ihnen zustimmen«, sagte ich. »Wie lange hat es gedauert, bis Verstärkung vor Ort war?«

»Siebzehn Minuten. Nachdem die State-Police-Zentrale zehn Minuten lang keine Rückmeldung von den beiden Officers bekam, schickte sie ein anderes Patrouillenfahrzeug zu dem letzten angegebenen Standort. Für die beiden Opfer kam schon jede Hilfe zu spät. Und ich muss Ihnen wohl nicht sagen, dass der Täter bereits einen gewaltigen Vorsprung hatte. Während der folgenden Stunden hat die State Police zwei Dutzend Trucks mit kanadischen Kennzeichen kontrolliert, leider ergebnislos.«

Ich nickte bedauernd.

»Könnten wir so bald wie möglich den Tatort sehen? Ich möchte mir selbst ein Bild von den Verhältnissen machen.«

»In wenigen Stunden geht die Sonne unter«, erwiderte der SAC mit einem Kopfnicken. »Aber es ist gut, wenn Sie so bald wie möglich mit der Arbeit beginnen. Dieser eiskalte Doppelmord hat nicht nur die Kollegen der State Police, sondern auch uns vom FBI sehr geschockt.«

***

Willson wollte in Albany bleiben, um so bald wie möglich mit der Obduktion der beiden Leichen zu beginnen. Die ortsansässigen Kollegen waren noch nicht dazu gekommen und überließen ihm gern diese Aufgabe, seit klar war, dass Verstärkung von der Washingtoner Zentrale kommen würde.

Die hiesigen Pathologen waren nämlich noch voll und ganz mit einer unbekannten Wasserleiche beschäftigt, die im Lake Ontario gefunden worden war. Dieses Opfer hing womöglich mit dem Menschenhandel zusammen.

Phil und ich fuhren mit dem restlichen SRT zu der Stelle, wo die beiden Officers brutal ermordet worden waren. Agent Bruce Wallace begleitete uns als ortskundiger Führer.

»Weshalb könnten die State Troopers den Truck gestoppt haben?«, fragte ich während der Fahrt. Agent Wallace hielt seinen Blick auf die schnurgerade Asphaltstraße gerichtet, die der Zubringer für die Interstate war.

»Einen speziellen Fahndungsauftrag hatten sie nicht, das habe ich schon von ihrer Dienststelle erfahren. Die State Police kontrolliert stichprobenartig das Hinterland der Grenze, Inspektor Cotton. Ich habe mal gehört, dass sich die Officers dabei oft auf ihr Bauchgefühl verlassen. Es sei denn, dass ein Fahrzeug offensichtliche Mängel hat, zum Beispiel defekte Bremsleuchten oder Ähnliches.«

»Sie erwähnten bereits den Menschenhandel. Gibt es noch andere Kriminalitätsschwerpunkte in dieser Gegend?«

»Wir haben es natürlich auch mit klassischen Problemen wie dem Drogenschmuggel zu tun. Dieses Geschäft ist fest in der Hand der Northern Devils. Das ist eine Biker-Gang aus Albany, die auch mit kanadischen Rockern kooperiert. Die Giftküchen, in den die neuesten Chemiedrogen gemixt werden, befinden sich meistens auf kanadischer Seite.«

»Könnten in dem Truck Drogen versteckt gewesen sein?«

»Ja, aber auch Hehlerware oder illegale Einwanderer wären möglich. Sie müssen als Hintergrundinformation wissen, dass der Lastwagen-Scanner am Grenzübergang 1000 Islands Bridge seit einigen Tagen defekt ist. So etwas spricht sich natürlich in Verbrecherkreisen herum wie ein Lauffeuer. Goldene Zeiten für Schmuggler, sozusagen.«

»Und die Border Patrol kann nicht jeden Truck einzeln kontrollieren, weil sonst der Verkehr zusammenbrechen würde?«

»Genauso ist es, Inspektor Cotton. Gelegentlich checken die Grenzer stichprobenartig einen Lastwagen, aber mehr ist zurzeit nicht möglich. Wenn der Truck-Scanner wieder funktioniert, sieht die Sache natürlich anders aus.«

Wir fuhren ein Stück weit auf der Interstate 81 Richtung Norden. Der starke Lkw-Verkehr war wirklich nicht zu übersehen. Wenn man hier nach einem einzelnen Truck fahnden wollte, glich das der sprichwörtlichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.

Der Doppelmord hatte allerdings nicht auf dem viel befahrenen Highway stattgefunden, sondern auf einer abgelegenen Distriktstraße einige Meilen östlich der Interstate 81. Dorthin gelangten wir nun.

Die Straße war für den Durchgangsverkehr schon wieder freigegeben worden. Auf die Fahrbahn gesprühte Farbmarkierungen zeugten von der Position der Leichname. Es war auch eine Patronenhülse gefunden worden, die aus Officer Adams’ Waffe stammte. Der Mörder hingegen hatte entweder einen Revolver benutzt oder seine eigenen Hülsen mitgenommen, um die Identifizierung seiner Waffe zu erschweren.

Wir parkten und stiegen aus.

»Diese Straße wird wohl nicht oft benutzt?«, vergewisserte ich mich. Agent Wallace nickte.

»Ja, es gibt in der Nähe nur wenige Siedlungen. Außerdem zweigen von dieser Distriktstraße noch zahlreiche unbefestigte Forstwege ab. Wir befinden uns hier in einem mehr oder weniger geschlossenen Waldgebiet, das sich vom Independence River bis zum Long Lake erstreckt.«

»Könnte der Truck-Driver diese Route gewählt haben, um eine Kontrolle auf der Interstate zu vermeiden?«

»Das wäre eine einleuchtende Erklärung, Inspektor Cotton.

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