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Jerry Cotton - Folge 3005

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Tod stellt viele Fragen
  4. Vorschau

Der Tod stellt viele Fragen

Als Jake Brennan sein Hotel verließ, hatte er nur noch eine halbe Minute zu leben.

Der Himmel über der irischen Hauptstadt Dublin war grau und regenverhangen. Brennan bemerkte den auf der anderen Straßenseite lauernden Heckenschützen nicht. Wie auch? Der Mann lag in perfekter Tarnung. Und er hatte den Kopf des zukünftigen Opfers schon im Fokus seines Zielfernrohrs.

Der Schütze überließ nichts dem Zufall. Er schoss auf Brennans Kopf. Da würde ihm auch eine kugelsichere Weste nicht helfen. Und Brennans Bodyguards konnten gegen eine Kugel aus einer Hochgeschwindigkeitswaffe ebenfalls nichts ausrichten.

Das Geschoss traf genau ins linke Auge. Während auf der Abbey Street das Chaos ausbrach, montierte der Attentäter seine Waffe auseinander und verschwand unbemerkt.

Jake Brennans gewaltsamer Tod war Thema Nummer eins bei CNN und sämtlichen anderen Nachrichtenkanälen. Auch Phil und ich hatten während der morgendlichen Fahrt zum FBI-Hauptquartier über dieses Tagesereignis gesprochen.

Deshalb verwunderte es mich nicht, dass gleich nach unserem Eintreffen das Telefon in meinem Büro klingelte. Dorothy Taylor war am Apparat.

»Inspektor Cotton, Sie sollen sofort zusammen mit Inspektor Decker zu Mr High kommen.«

»Wird gemacht, Dorothy«, antwortete ich der Sekretärin des Leiters der Field Operation Section East. Offenbar hatte sie Phil auch schon angerufen. Jedenfalls kam er ebenfalls aus seinem Büro, als ich auf den Flur trat.

»Wollen wir wetten, dass der Chef uns wegen des Anschlags auf Brennan sprechen will, Jerry?«

»Da würde ich nicht dagegenhalten«, gab ich zurück.

Wir betraten das Vorzimmer von Mr High. Dorothy Taylor trug an diesem Morgen ein anthrazitfarbenes Geschäftskostüm und schenkte uns ein freundliches, aber distanziertes Lächeln.

»Sie können gleich zum Chef durchgehen. Aber nehmen Sie sich einen Kaffee mit, die Besprechung wird vielleicht länger dauern.«

»Sehr fürsorglich von Ihnen, Dorothy«, scherzte Phil, worauf die junge Farbige nicht einging. Wir versorgten uns jedenfalls an der modernen Espressomaschine mit Kaffee und betraten dann das Büro von Mr High.

Der Chef nickte uns zu und deutete mit seiner schmalen Hand auf die Besprechungsecke. Nachdem wir Platz genommen hatten, kam er sofort zur Sache.

»Ich muss Ihnen wohl nicht erläutern, wer Jake Brennan gewesen ist.«

Ich schüttelte den Kopf. »Das ist wirklich nicht notwendig, Sir. Jedes Kind in Amerika wird schon einmal von dem Ninti-Vorstandsvorsitzenden gehört haben.«

»Allein schon, weil in fast jeder Familie regelmäßig bei Ninti bestellt wird«, ergänzte Phil. »Es gibt nichts, was dieser Online-Versender nicht im Angebot hat. Ich gebe zu, dass ich dort auch Kunde bin, obwohl Jake Brennan eine umstrittene Persönlichkeit war.«

»Das kann man wohl sagen«, bestätigte Mr High. »Laut Wall Street Journal soll Brennan der fünftmächtigste Mann unseres Landes gewesen sein. Er hat sein Unternehmen von einem kleinen Garagenbetrieb zu einem Weltkonzern gemacht. In gewisser Weise verkörperte Brennan den amerikanischen Traum. Sie können also die Dimensionen erahnen, die der Mordanschlag auf Brennan hat.«

»Zumal er auch noch im Ausland stattfand«, stellte ich fest. »Aber mir sind bisher nur die TV-Berichte bekannt. Dort hieß es, dass Brennan gestern Abend in Dublin gegen 21 Uhr Ortszeit beim Verlassen seines Hotels getötet wurde. Und zwar mit einem einzigen Schuss in den Kopf. Seine Leibwächter konnten ihn nicht schützen. Die Fahndung nach einem oder mehreren Verdächtigen soll bisher ergebnislos verlaufen sein.«

Mr High nickte. »Gerade weil Brennan einer der bekanntesten und auch verhasstesten Amerikaner war, will die irische Regierung das FBI in die Ermittlungen einbinden. Der Justizminister Irlands hat seinen Amtskollegen in Washington angerufen und um Unterstützung gebeten. Auf diese Weise kam das FBI ins Spiel. Und ich möchte Ihnen diese Aufgabe übertragen, Jerry und Phil. Fliegen Sie gemeinsam mit Ihrem Scientific Research Team nach Dublin und unterstützen Sie die irische Polizei bei der Aufklärung des Verbrechens.«

»Was wollte Brennan eigentlich in der irischen Hauptstadt?«, fragte Phil.

»Dort befindet sich die europäische Zentrale von Ninti. Dieser Konzern ist ja inzwischen in über 50 Ländern der Erde aktiv. Oftmals nutzt Brennan Gesetzeslücken oder konstruiert windige Steuersparmodelle, um den Profit zu maximieren. Außerdem legt er sich oftmals mit lokalen Gewerkschaften an, weil er im Ruf steht, miserable Löhne zu zahlen. Nicht nur in den Staaten, sondern auch in anderen Ländern hat es bereits öfter Mordkomplotte gegen ihn gegeben. Er war für ganz unterschiedliche Gruppen eine Zielscheibe des Hasses.«

»Mit anderen Worten: Wir können uns über einen Mangel an Verdächtigen nicht beklagen«, stöhnte Phil.

»Ich bin sicher, dass Sie auch diese Aufgabe mit Bravour meistern werden«, sagte der Chef mit einem feinen Lächeln.

***

Ich übernahm es, unser Team von dem Einsatz zu verständigen. Dr. Gerold M. Willson, Dr. Mai-Lin Cha und ihre Kollegen arbeiteten schließlich normalerweise in Quantico, wo sich ihre Laboratorien befanden. Von dort aus mussten sie erst zum Dulles International Airport von Washington fahren.

Ich rief Dr. Willson an, der so etwas wie der inoffizielle Leiter des Teams war. Er wollte die Information sofort weiterleiten. Phil und ich verabredeten uns mit dem Team in der Abflughalle. Dorothy Taylor hatte die Reiseabteilung dazu gebracht, noch für denselben Abend Flüge für uns zu buchen.

Phil und ich begrüßten die Spezialisten, die inzwischen auch über das Ziel unserer Mission informiert worden waren.

Natürlich verfolgten wir weiterhin die Nachrichten, aber FBI-Ermittlungen stützen sich nicht auf Medienberichte. Wir wollten so schnell wie möglich mit den einheimischen Beamten sprechen, in deren Händen die bisherigen Ermittlungen lagen.

Doch wenn man den TV-Stationen auch nur halbwegs glauben durfte, war die Lage verfahren. Angeblich gab es noch keinen einzigen Verdächtigen, obwohl die Tat mitten in einer belebten Innenstadtgegend der irischen Hauptstadt geschehen war. Es lag auch kein Bekennerschreiben einer politischen Gruppe vor, aber das musste nichts bedeuten.

»Entweder ist die irische Polizei besonders unfähig oder der Täter ist verflixt clever«, seufzte Dr. Willson, nachdem wir den Sicherheitscheck überstanden hatten und im Flugzeug Platz nahmen. Unsere Waffen durften wir aufgrund einer Ausnahmegenehmigung der irischen Regierung bei dem Auslandseinsatz mitführen. Allerdings wurden sie während des Fluges in einem Tresor eingeschlossen.

»Ich denke nicht, dass die irischen Kollegen inkompetent sind«, sagte ich. »Das Opfer war ein Mann, dem schon öfter nach dem Leben getrachtet wurde. Ich habe einmal gelesen, dass die Sicherheitsmaßnahmen am Ninti-Hauptsitz Chicago umfassend sind. Brennan wurde bewacht wie die britischen Kronjuwelen. In Chicago konnte man also nicht gut an ihn herankommen. Womöglich hat der Attentäter seine Chance genutzt, als Brennan ins Ausland flog.«

»Solange wir nicht mehr Informationen als die Journalisten haben, können wir auch nicht tiefschürfend ermitteln«, stellte Mai-Lin ernsthaft fest. Willson reagierte auf die Bemerkung der hochbegabten Mathematikerin mit einem breiten Grinsen.

»Ich wünschte, ich hätte so viel auf dem Kasten wie Sie.«

Die zierliche Asiatin schaute den Mediziner und Forensiker verständnislos an.

»Ich halte Ihren Intelligenzquotienten für mehr als ausreichend. Das FBI würde Sie andernfalls nicht mit Ihren verantwortungsvollen Aufgaben betrauen.«

Der Texaner fiel in sich zusammen wie ein Hefekuchen, der nicht aufgeht.

»Diese Drachenlady versteht wirklich nicht den kleinsten Spaß«, murmelte er halblaut vor sich hin. Aber es stimmte natürlich, dass wir uns zunächst den Tatort anschauen und mit der örtlichen Polizei sprechen mussten.

Phil blickte von seinem Laptop auf, mit dem er kurz vor dem Abflug noch gearbeitet hatte.

»In den sozialen Netzwerken ist der Teufel los, Jerry. Es kursieren schon die irrsinnigsten Verschwörungstheorien darüber, wer für Jake Brennans Tod verantwortlich ist. Teilweise beschuldigen sich radikale Gruppen gegenseitig. Außerdem finde ich es erschreckend, wie hämisch sein Ende teilweise kommentiert wird. Man kann ja über die Firmenpolitik von Ninti geteilter Meinung sein. Aber durch einen eiskalten Mord wird man daran gewiss auch nichts ändern.«

Das war auch meine Meinung. Aber die heftigen Reaktionen zeigten uns, dass wir diesen Fall wirklich so schnell wie möglich aufklären mussten. Vorher würde keine Ruhe einkehren.

***

Nach siebenstündigem Flug landete unsere Maschine morgens auf dem Dublin Airport. Als wir die Sicherheitsschleuse hinter uns gebracht hatten, kam eine junge uniformierte Polizistin auf uns zu. Sie war blond, sommersprossig und hatte ein sympathisches Lächeln.

»Willkommen in der Republik Irland! Glauben Sie bitte nicht, Sie würden hier nur von einer einfachen Garda empfangen. Detective Rafferty musste noch einen Anruf entgegennehmen und wird gleich zu uns stoßen. Mein Name ist übrigens Eileen Fain.«

Ich gab ihr die Hand.

»Ich bin Inspektor Jerry Cotton, Officer Fain.«

Ihr süßes Lächeln wurde noch breiter.

»Garda, bitte, nicht Officer. In Irland ist ein Polizist ein Garda, Mehrzahl Gardai. Das ist ein gälisches Wort.«

Sie drehte sich wie eine Tänzerin um die eigene Achse, und wirklich prangte das Wort Garda unübersehbar auf ihrem Uniformrücken. Bevor wir noch weiter über Besonderheiten der irischen Ordnungskräfte sprechen konnten, kam ein Mann in einem Tweedanzug herangehetzt. Er war rothaarig und wirkte auf den ersten Blick sehr jung, doch die Falten um seine Augen passten nicht zu diesem Eindruck.

»Ich bin Detective Sean Rafferty. Entschuldigen Sie bitte die Verspätung.«

Nachdem sich jeder von uns selbst vorgestellt hatte, wurden wir zunächst zu unserem Hotel gebracht. Doch dort stellten wir nur unser Gepäck ab, denn wir waren ja nicht zum Vergnügen nach Irland gereist.

Wenig später saßen wir schon im Garda Headquarter, wo wir Chief Superintendent Richard Hoover vorgestellt wurden. Er war ein schwerer Mann von Mitte fünfzig und wischte sich pausenlos den Schweiß von der Stirnglatze.

»Wir sind wirklich froh, dass Sie uns beistehen, Inspektor Cotton. Ich bekomme enormen Druck von der Regierung. Manche Oppositionspolitiker meinen, dass uns Iren der Mord überhaupt nichts anginge. Der Killer sei angeblich ein Amerikaner, und das Opfer ja ohnehin. Die Tat hätte also nur rein zufällig auf unserem Staatsgebiet stattgefunden.«

»Wer so etwas behauptet, hat entweder eine blühende Fantasie oder hält Beweise zurück«, stellte ich fest. »Wir haben noch überhaupt keine Theorie. Falls wir Hinweise auf einen amerikanischen Täter finden, sieht die Sache schon anders aus. Wir müssen die Fakten sichten, um ermitteln zu können.«

Der Chief Superintendent nickte gedankenverloren und versprach, uns die Presse und die Politiker so gut wie möglich vom Hals zu halten. Detective Rafferty ließ Tee servieren und bat uns in einen Besprechungsraum, wo er einen Beamer in Gang setzte.

Zunächst war ein Foto von einem Gebäude im viktorianischen Stil zu sehen.

»Sie sehen hier das Fenway Hotel im Herzen von Dublin«, erklärte Rafferty. »Jake Brennan stieg immer dort ab, wenn er unser Land besuchte. Für ihn wurde dann stets die Excelsior Suite gebucht. Der Vorstandsvorsitzende hat sich mehrmals im Jahr persönlich über die Geschäfte der europäischen Niederlassungen informiert.«

»Wir haben es also mit einem Verhaltensmuster zu tun«, warf ich ein. »Der Attentäter konnte davon ausgehen, dass er Brennan im Fenway Hotel antreffen würde. Ist eigentlich schon geklärt, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt?«

»Darauf komme ich später zu sprechen, Inspektor Cotton. Auf jeden Fall verließ Jake Brennan um 21.02 Uhr vorgestern Abend zusammen mit seinen beiden Bodyguards Rick Connor und Anthony Vanetti das Hotel. Der Abstand zu seinem wartenden Rolls Royce betrug nur wenige Meter. Doch bevor Brennan in den Wagen steigen konnte, fiel der Schuss. Seine Leibwächter schirmten den Getroffenen sofort ab, aber der Täter feuerte nicht noch einmal. Brennan war sofort tot, aber davon werden Sie schon gehört haben.«

»Was ist mit den beiden Bodyguards? Haben Sie deren Biografien schon durchleuchtet?«, fragte ich.

»Nein, dazu sind wir noch nicht gekommen. Außerdem sind sowohl Connor als auch Vanetti amerikanische Staatsbürger.«

»Ich werde die Biografien der Männer durchleuchten«, bot Mai-Lin sofort an. »Insbesondere werde ich dabei ihr Umfeld berücksichtigen.«

Der Ire nickte unserer Informatikerin dankbar zu. Ich stellte weitere Fragen.

»Konnte jemand das Mündungsfeuer sehen? Gab es Zeugen, denen der Schütze aufgefallen ist? Konnte schon ermittelt werden, von wo aus gefeuert wurde?«

Der irische Kollege blickte in seine Aufzeichnungen.

»Meine Leute befragen noch zahlreiche mögliche Zeugen, die zu dem Zeitpunkt unterwegs waren. Aber leider gibt es auch zahlreiche Wichtigtuer, die zum Tatzeitpunkt überhaupt nicht in der Nähe des Tatortes waren. Solche Menschen stehlen uns wertvolle Zeit.«

»Das Problem kennen wir«, meinte Phil verständnisvoll. »Also hat niemand gesehen, von wo aus geschossen wurde?«

»Das nicht, aber wir haben die Position des Schützen trotzdem ermitteln können. Sie wollen sich gewiss später selbst vor Ort ein Bild machen. Einstweilen zeige ich Ihnen dieses Foto.«

Rafferty drückte eine Taste des Beamers, und das Hotelfoto wurde gegen die Aufnahme eines Bürogebäudes ausgetauscht.

»Dieses Haus wird Lancaster Building genannt. Es wurde im Art-déco-Stil errichtet und wird momentan von Grund auf saniert, wie Sie an den Verschalungen und Gerüsten erkennen können. Es sind auch zahlreiche Plastikplanen gespannt, damit sich der Staubflug bei Arbeiten mit schwerem Gerät in Grenzen hält.«

»Ein idealer Standort für einen Heckenschützen«, stellte Phil trocken fest. »Wird das Gebäude zurzeit benutzt?«

»Nein, das ist nicht möglich. Es gibt dort noch nicht einmal Strom und Wasser. Aber das Lancaster Building wird natürlich bewacht, sobald die Bauarbeiter Feierabend machen. Den Wächter hat der Attentäter niedergeschlagen. Der Mann liegt im Krankenhaus, ist aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Wir werden ihn vernehmen, sobald der Arzt grünes Licht gibt.«

»Könnte er mit dem Täter unter einer Decke stecken?«, fragte ich. »Hat er sich vielleicht nur zur Tarnung ausknocken lassen?«

»Jedenfalls hat der Wachposten kein Vorstrafenregister, aber wir überprüfen ihn natürlich«, gab Rafferty zurück. »Seine Kopfverletzung ist allerdings zu schwer, um nur vorgetäuscht zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand von seinem Komplizen derartig hart schlagen lässt. Der Wächter wurde offenbar von hinten überrumpelt, und eine Waffe hatte er auch nicht.«

Ich massierte mir nachdenklich die Schläfen. Ein einziger unbewaffneter Wachposten für ein sechsstöckiges Gebäude in einer so zentralen City-Lage? Es war, als ob der irische Kollege meine Gedanken gelesen hätte.

»Es mag Ihnen leichtsinnig vorkommen, dass die Baufirma für so wenig Sicherheit gesorgt hat, Inspektor Cotton. Aber Dublin ist nicht Washington oder New York City. Zwar haben auch wir mit einer steigenden Kriminalität zu kämpfen, aber an Ihre amerikanischen Deliktzahlen kommen wir noch lange nicht heran. Außerdem hatten wir Jake Brennan angeboten, Polizeikräfte zu seinem Schutz abzustellen. Aber er hat sich lieber auf seine eigenen Leibwächter verlassen. Offenbar hielt er nicht viel von unseren Fähigkeiten.«

»Oder er wollte sich nicht in die Karten schauen lassen«, schlug ich vor. »Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass Brennans Geschäftspraktiken fragwürdig waren. Und wenn er wirklich gegen Gesetze verstoßen hat, dann konnte er keine Polizisten gebrauchen, die ihm auf die Finger sehen.«

***

Nach dieser kurzen Vorbesprechung fuhren wir zum Tatort. Eileen Fain hatte sich hinter das Lenkrad des BMW X5 geklemmt, in dem Phil und ich saßen. Das Scientific Research Team wurde von Brennan in einem Volvo XC 70 kutschiert. Beide Autos gehörten zum Standard-Fuhrpark der irischen Polizei, wie wir nun erfuhren. Da in Irland Linksverkehr herrscht, war ich nicht unglücklich darüber, nicht selbst fahren zu müssen. Außerdem kannte ich mich in der Stadt nicht aus.

»Sind Sie in Dublin aufgewachsen, Garda Fain?«, fragte ich. Die Polizistin schüttelte den Kopf.

»Ich stamme aus der Provinz, aus Cork. Dublin hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, inzwischen haben hier viele internationale Unternehmen ihren Sitz. Ninti ist nur ein Beispiel dafür. Aber es gibt auch immer noch die Elendsviertel und die alte irische Unterwelt mit ihren Verbrechertraditionen.«

»Auf mich wirkt die Stadt mit ihren vielen historischen Gebäuden sehr nostalgisch«, meinte Phil.

»Das war aber nicht der Grund, weswegen Jake Brennan seine Europa-Zentrale hier errichtet hat, Inspektor Decker. Ich bin zwar nur eine kleine Garda, aber ich erkenne einen Ganoven, wenn ich ihn sehe. Und Brennan war einer.«

Ich schaute zu der jungen Frau hinüber.

»Sie haben Jake Brennan persönlich kennengelernt?«

»Ja, ein einziges Mal. Das hat mir aber vollkommen ausgereicht. Wir wurden zu einem Einsatz gerufen, weil ein Mitarbeiter im Ninti-Hauptgebäude durchdrehte und mit Selbstmord drohte. Brennan war an dem Tag zufällig gerade aus den Staaten herübergekommen. Er wollte sich den Verzweifelten ›vorknöpfen‹, wie er es nannte. Dabei war schon unser Psychologe an ihm dran. Ich versuchte also, Brennan zurückzuhalten.

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