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Jerry Cotton - Folge 3001

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Requiem für einen Killer
  4. Vorschau

Requiem für einen Killer

Seit vielen Jahren obduzierte Dr. Steinhouse bereits Opfer von Verbrechen. Die Analyse der eingeschickten Blutproben in diesem Fall machte ihn allerdings ratlos.

»Da ist doch ein Fachmann drin verwickelt«, sagte er nachdenklich.

Sein Assistent schaute auf die chemische Analyse und nickte zustimmend. Der Tote auf dem Metalltisch war quasi bei vollem Bewusstsein getötet worden, ohne sich wehren zu können. Der Rechtsmediziner aus Portland ging zu seinem Schreibtisch und stellte die Analyse ins Intranet des FBI. Ein Kollege wusste hoffentlich mehr.

Vor exakt elf Wochen hatte es die legendäre Abschiedsparty in New York gegeben. Den Anfang machte eine offizielle Feier im Field Office, in dessen Rahmen Mr High, Phil und ich verabschiedet wurden. Als neuer Leiter übernahm Steve Dillaggio diesen Part, wobei ihm Helen tatkräftig zur Seite stand. Anschließend gab es einige Drinks und viele gute Wünsche von unseren Kollegen.

Es flossen sogar Tränen, und mir wurde da erst bewusst, dass ich viele dieser Menschen möglicherweise nie wiedertreffen würde. Doch legendär wurde die Feier im kleinen Kreis, für die Blair Duvall das Restaurant seiner neuen Freundin in Tribeca reserviert hatte.

»Wir wollen euch doch gebührend verabschieden«, hatte der Hüne gesagt.

Dem farbigen Kollegen war es gelungen, ein unfassbar großes Büfett auf die Tische zu zaubern. Es gab natürlich vor allem Spezialitäten aus dem Süden und dazu reichlich Alkohol. Wir aßen, tauschten Geschichten aus und prosteten uns zu. Der Abend ging in die Nacht über, und bei den vielen Drinks stellten sich nicht nur bei mir anschließend einige Gedächtnislücken ein.

Was uns allen aber für immer vor Augen stehen würde, war der heiße Tango, den Blair und June auf das Parkett legten. Die Freundin von Blair wurde sichtlich nervös und Blair musste sich später mächtig ins Zeug legen, um ihre Eifersucht zu zerstreuen.

Zwei Tage später traten Phil und ich die Fahrt nach Washington an. Zum Glück konnten alle Formalitäten rechtzeitig abgewickelt werden, sodass der rote Jaguar als mein Privatbesitz mit auf die Reise ging.

Mein Partner ließ es sich nicht nehmen, auch für die Überführungsfahrt auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Die Zeit nutzten wir, um uns auch innerlich auf das neue Leben in der Hauptstadt einzustellen. Meistens kehrten unsere Gedanken aber zu der Party oder unserer langen Zeit im Field Office New York zurück.

***

In Portland konnte man das nahe Meer riechen, so behaupteten viele Einwohner der größten Stadt in Maine. Dr. Steinhouse eilte über den Parkplatz am Field Office und betrat das schlichte Gebäude. Kaum fünf Minuten später stand er im Büro von Special Agent in Charge Andrea Howard. Die sportliche Blondine mit den kühlen blauen Augen leitete das Field Office erst seit sechs Monaten, aber niemand zweifelte ihre Kompetenz an – auch Dr. Steinhouse nicht, der SAC Howard unbedingt sofort vom Anruf seines Kollegen berichten musste.

»Hallo, Doc. Ich hoffe, Sie bringen gute Neuigkeiten. Wir können sie wahrlich gebrauchen«, begrüßte sie ihn.

Seit fünf Wochen reihte sich ein Mord an den nächsten und alle trugen die gleiche Handschrift. Es waren die ersten Serienmorde seit vielen Jahren in Portland und SAC Howard hatte folgerichtig eine Sonderkommission eingerichtet, an deren Spitze sie selbst stand.

Nach anfänglichen Erfolgen verliefen die Ermittlungen mittlerweile jedoch immer zäher, worauf die Medien mit zunehmend ungeduldigen Berichterstattungen reagierten.

Der schlaksige Mediziner ließ sich ungefragt in einen der Besucherstühle fallen. Er nahm die Brille ab und massierte sich den Nasenrücken. Dr. Steinhouse referierte die bisherigen Erkenntnisse.

»Wie Sie wissen, macht der Angreifer seine Opfer durch die Verabreichung eines Muskelrelaxans bewegungsunfähig«, sagte er.

SAC Howard machte eine ungeduldige Handbewegung.

»Das wissen wir bereits. Anschließend scheint er sich an den Qualen seines Opfers zu weiden, das bei vollem Bewusstsein den eigenen Tod miterlebt. Was noch, Doc?«, fragte sie.

Der Rechtsmediziner berichtete von einem in der Analyse entdeckten chemischen Botenstoff, der ihm bislang Rätsel aufgegeben hatte. SAC Howard beugte sich neugierig vor.

»Und nun haben Sie es gelöst?«, wollte sie wissen.

»Ich nicht, aber Dr. Blunt. Er arbeitet freiberuflich als Rechtsmediziner und berät regelmäßig Dienststellen des FBI. Dr. Blunt hat mich auf einen älteren Fall aus New York aufmerksam gemacht, bei dem das gleiche Muskelrelaxans eingesetzt wurde. Der Täter wurde damals nicht gefasst«, erklärte Dr. Steinhouse.

Während er weitersprach, tippte SAC Howard bereits auf ihrer Tastatur und gab die von dem Rechtsmediziner genannte Codenummer ein. Sie überflog die Einträge und krauste schließlich verwirrt die Stirn.

»Soweit ich es hier entnehmen kann, hat der Killer in New York das Muskelrelaxans ohne weitere Zusätze verwendet. Warum glaubt dieser Dr. Blunt, dass es mit unserer Mordserie zu tun hat?«, fragte sie.

Der Rechtsmediziner verwies auf den Umstand, dass das eingesetzte Präparat schon damals nicht mehr frei im Handel erhältlich gewesen war. Aufgrund starker Nebenwirkungen wurde es vom Markt genommen, sodass man nicht mehr so leicht darankommen konnte. Dr. Steinhouse fand daher die Hinweise seines Kollegen durchaus nachvollziehbar.

»Verstehe, Doc. Danke, dass Sie mich auf dem Laufenden halten«, sagte SAC Howard.

Der Rechtsmediziner erhob sich und verließ das Büro der Leiterin des Field Office. SAC Howard warf einen abschließenden Blick auf den Monitor, bevor sie die Dateien mit einem verärgerten Seufzer schloss. In ihren Augen war die Information bei weitem nicht so brisant, wie Dr. Steinhouse es dargestellt hatte.

Vermutlich wollte dieser Dr. Blunt sich lediglich wichtig machen und hoffte so, an einen lukrativen Auftrag zu kommen. SAC Howard hatte nicht vor, ihr sowieso schmales Budget durch die unsinnige Verpflichtung eines zusätzlichen Rechtsmediziners zu belasten.

***

Er hatte definitiv mit einer Reaktion gerechnet. Dr. Victor Blunt schaute verblüfft auf sein Postfach am Laptop und verstand nicht, wieso sein Kollege aus Portland so überhaupt nicht auf den Hinweis mit dem Fall aus New York reagierte. Der Rechtsmediziner hatte vier Tage in Albany verbracht und musste sich nun entscheiden, ob er zurück nach New York City oder stattdessen nach Portland reiste.

Im Grunde hatte Dr. Blunt mit einer Anfrage der Leiterin des Field Office gerechnet, die sein Fachwissen benötigte. Kurz entschlossen suchte der Rechtsmediziner sich im Intranet des FBI die Telefonnummer des Field Office heraus und tippte sie in sein Mobiltelefon ein.

»Dr. Blunt. Verbinden Sie mich bitte mit SAC Andrea Howard. Es geht um den Serienkiller und ist dringend«, bat er.

Die freundliche Frauenstimme bat ihn um einen Augenblick Geduld. Dann meldete sich eine kühle Andrea Howard, die den Rechtsmediziner kaum aussprechen ließ.

»Dr. Steinhouse hat mir bereits alle erforderlichen Details mitgeteilt, Dr. Blunt. Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung, doch vorerst benötigen wir keinen weiteren Fachmann«, erklärte sie.

Bevor er seinen Protest in Worte fassen konnte, verabschiedete SAC Howard sich und beendete das Telefonat.

»Diese Frau ist zu engstirnig, um meine Hilfe anzunehmen. Himmel, die will doch nur ihr Budget schonen!«, schimpfte der Rechtsmediziner.

Seine Worte verhallten ungehört im Hotelzimmer. Nach einer Weile hatte Dr. Blunt sich so weit beruhigt, dass er über seine weiteren Schritte nachdenken konnte. Den ersten Impuls, einfach nach Portland zu fahren und SAC Howard mit seiner Anwesenheit zu konfrontieren, unterdrückte er schnell wieder. Er würde sich keinesfalls anbiedern oder gar betteln, dass man seine Kompetenz anerkannte.

Schließlich verfügte er über beste Verbindungen beim FBI, die mittlerweile sogar bis in die Führungsspitze des Hauptquartiers reichten. Dr. Blunt wählte den Büroanschluss von Inspektor Jerry Cotton, der seinem Hinweis garantiert nachgehen würde.

***

Der Anruf von Dr. Blunt erlöste mich vom Studium einer wissenschaftlichen Studie zu Gewaltausbrüchen unter Teenagern. Ich lauschte seinen Ausführungen und wurde hellhörig.

»Das Muskelrelaxans entspricht in vollem Umfang dem Mittel, das der Killer in New York eingesetzt hatte?«, fragte ich.

Offenbar hatte ich nicht alle Ausführungen verstanden, denn Dr. Blunt wiederholte einige Aspekte, die mir bislang entgangen waren. Am Ende war aber klar, dass er zweifelsfrei eine Verbindung zwischen dem Fall aus dem Big Apple und der aktuellen Mordserie in Portland sah.

»Können Sie die Analyse bitte an Dr. Willson vom Scientific Research Team der Operation Section East in Quantico schicken?«, fragte ich.

Als Inspektor hatte ich einen direkten Zugang zu diesem Wissenschaftsteam, in dem Dr. Gerold M. Willson als Mediziner und Forensiker tätig war. Der aus Texas stammende Mann leitete das Team, zu dem Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete gehörten.

Mit einem Blick auf meine Armbanduhr vergewisserte ich mich, dass ich heute noch mit Dr. Willson sprechen konnte. Falls Dr. Blunt seine Analyse sofort ans Labor in Quantico schickte, lohnte sich der Ausflug noch am gleichen Nachmittag. Ich bat ihn darum.

»Das ist bereits erledigt, Jerry. Meines Erachtens unterschätzt SAC Howard die Brisanz dieser Informationen, und Dr. Weinhouse hat nicht ohne Grund seine Bitte um Unterstützung ins Intranet gestellt«, erwiderte der Rechtsmediziner.

Wir kannten uns gut genug, sodass ich seine Besorgnis teilte. Dr. Victor Blunt war nicht zu Unrecht von seinen besonderen Fähigkeiten überzeugt, und dennoch wollte ich zunächst mit unseren eigenen Wissenschaftlern in Quantico sprechen.

»Ich melde mich spätestens morgen wieder bei Ihnen, Dr. Blunt. Vielen Dank für Ihren Hinweis«, versprach ich.

Kaum war der Rechtsmediziner aus der Leitung verschwunden, wählte ich den Anschluss von Dr. Willson im Labor. Als ich seine Stimme mit der schleppenden Sprechweise der Texaner vernahm, musste ich unwillkürlich schmunzeln.

Als Phil und ich zum ersten Mal im Labor auf ihn und sein Team trafen, war es ein Erlebnis der besonderen Art. Wir wussten zwar den Vorteil eines solchen Teams zu schätzen, das uns permanent zur Verfügung stand, aber die einzelnen Wissenschaftler waren doch sehr spezielle Typen der menschlichen Gattung.

Dr. Willson hörte sich mein Anliegen an und rief umgehend die Mail von Dr. Blunt auf. Geduldig lauschte ich seinem Gemurmel, ohne ein Wort zu verstehen.

»Ja, das sieht wirklich interessant aus. Kommen Sie rüber, Inspektor. Bis Sie hier sind, kann ich mehr sagen«, versprach Willson.

Für die Fahrt musste ich eine gute Stunde einkalkulieren, falls es keine Staus gab. Ich machte mich umgehend auf den Weg nach Quantico und war gespannt, ob Dr. Willson die Einschätzung seines Kollegen teilen würde. Wenn ja, galt es der Sonderkommission in Portland zu helfen.

***

Grundsätzlich sind Rechtsmediziner blasse Menschen mit in der Regel einem beißenden Sarkasmus. So war jedenfalls meine Erfahrung gewesen, bis ich Gerold Willson kennenlernte. Der Texaner war nicht blass, sondern immer braungebrannt. Was ursprünglich die heiße Sonne seiner Heimat erledigt hatte, musste nun eine Sonnenbank übernehmen.

Es war ein bemerkenswerter Anblick, den Mediziner mit dem lichten, dunklen Haar und der Sonnenbräune im Labor anzutreffen. Im ersten Augenblick wirkte Dr. Willson fehl am Platze und schien weitaus besser auf einem Golfplatz oder einer Ranch aufgehoben zu sein.

Doch sobald er im besten Texanisch über sein Fachgebiet dozierte, verlor sich diese Ansicht. Als ich nach siebzig Minuten das Labor betrat, standen Dr. Willson und Dr. Fortesque nebeneinander vor dem großen Wandmonitor.

»Ah, Jerry. Sie kommen gerade richtig, um einer Lektion beizuwohnen«, rief der Mediziner.

Dr. Frederik George Fortesque winkte lässig ab und grinste schief. Der gebürtige Engländer überragte den Texaner um Haupteslänge und ließ den Mediziner durch seine schlaksige Figur noch kompakter wirken.

Als promovierter Chemiker mit einem weiteren Abschluss in Physik lag es offenbar in der Natur der Sache, dass er und Willson sich regelmäßig fachlich in die Haare bekamen.

»Ihr guter Dr. Blunt hat völlig recht. Das Muskelrelaxans, das der Killer mit dem schönen Spitznamen ›Weißer Tod‹ damals in New York einsetzte, entspricht nahezu völlig dem in Portland eingesetzten Mittel«, erklärte der Mediziner.

Mit einigen Gesten drapierte er eine Skala aus dem linken Bildschirm über eine andere. Die Ähnlichkeit war tatsächlich sehr hoch. Bevor ich jedoch auf kleine Abweichungen hinweisen konnte, ergriff Fortesque das Wort. Innerhalb des Teams nannte man ihn kurz bei seinen Initialen FGF.

»Das Zauberwort ist natürlich nahezu, wie der gute Inspektor soeben einwenden wollte. Mein geschätzter Kollege aus dem medizinischen Bereich unterschlägt diesen kleinen Zusatz, den der Killer dem Relaxans hinzugefügt hat«, näselte der Chemiker.

Wann immer Fortesque sprach, klang es nach einem typischen, überheblichen Engländer. Obwohl er seit Ewigkeiten eingebürgert war, pflegte Dr. Fortesque diese Eigenheit und brachte damit den Texaner regelmäßig auf die berühmte Palme. So auch dieses Mal.

»Sie greifen wieder einmal vor! Es ist nicht erforderlich, wie ein Streber vor dem Inspektor mit seinem Wissen zu protzen. Viel wichtiger ist es, ihm die Abweichungen in einem relevanten Kontext darzustellen«, widersprach Dr. Willson.

Ich verkniff mir ein Seufzen und fügte mich in meine Rolle als gelehriger Zuhörer. In den folgenden Minuten erläuterte der Mediziner mir die Wirkungsweise des Muskelrelaxans in verständlichen Worten und überhörte geflissentlich die Einwürfe von Fortesque. Zum Schluss kam er auf die Modifikation der Substanz zu sprechen, die eine grausige Wirkung bei den Opfern entfaltete.

»Dieser Botenstoff gehört zur Gruppe der Neuropeptide und führt zu einem Kommunikationsausfall im Gehirn, um es umgangssprachlich auszudrücken«, warf Fortesque ein.

»Damit verliert das Opfer die Fähigkeit, sich in irgendeiner Weise seiner Umwelt noch mitzuteilen. Seine Intelligenz wird zerstört und der Mensch ist kaum mehr als eine Hülle. Man könnte es mit einem Teebeutel vergleichen«, stellte Dr. Willson fest.

Der letzte Satz war eine klare Provokation in Richtung von Fortesque, der sich beleidigt abwandte und halblaut eine Erwiderung murmelte.

»Oder einem Kuhschwanz«, sagte er.

Am Anfang hatte mich dieser Umgang zwischen den beiden Wissenschaftlern völlig verunsichert. Mittlerweile wusste ich um die nicht böse gemeinten Sticheleien und nahm es mit Gelassenheit.

»Demnach hat der Killer aus seinen Fehlern gelernt. Verstehe ich es so richtig, Gerold?«, fragte ich.

Der Mediziner bestätigte meine Annahme. Wir wussten im Grunde nur wenig über das Aussehen des Killers, weil eines seiner Opfer im Big Apple lange genug für eine vage Beschreibung überlebt hatte. Die neuen Morde stellten eine grausige Verbesserung seiner Methode dar, wie mir bewusst wurde. Diese menschliche Bestie zerstörte jede Möglichkeit der Kommunikation bei seinen Opfern, sodass er selbst im Überlebensfall nichts zu befürchten hatte.

»Wir haben es hier mit einem wahren Künstler seines Faches zu tun, Jerry. Vielleicht sollten Sie sich schon einmal die Buchrechte sichern. Es könnte sich lohnen«, sagte Dr. Willson.

In Bezug auf Sarkasmus unterschied sich der Mediziner in keiner Weise von seinen Kollegen.

***

Während die hochmoderne Kaffeemaschine meinen Espresso zubereitete, wanderte mein Blick zu Dorothy Taylor. Mittlerweile hatte ich mich daran gewöhnt, dass die attraktive Farbige das Vorzimmer von Mr High kontrollierte. Dorothy war zwar erst Ende zwanzig, aber bereits viele Jahre im Hauptquartier in verschiedenen Sekretariatsfunktionen eingesetzt gewesen. Sie kannte die Administration in- und auswendig, weshalb Director Fuller sie unserem Chef auch besonders ans Herz gelegt hatte.

»Starren Sie mich etwa an, Jerry?«

Der amüsierte Blick ihrer braunen Augen musterte mich, während ich eine leichte Verlegenheit spürte. Dorothy war der Typ Frau, den jeder Mann gerne anstarrte.

»Erwischt. Mir war so, als wenn es noch eine offene Verabredung zum Essen gäbe«, erwiderte ich.

Die sorgfältig gezupften Augenbrauen ruckten in die Höhe, bevor Mr Highs Sekretärin warm lächelte.

»Ja, tatsächlich. Mein Freund wollte mich heute Abend in ein neues Restaurant in der Vermont Avenue einladen. Danke für die Erinnerung«, sagte sie dann.

Die Abfuhr war zwar nett verpackt serviert worden, blieb aber dennoch eine. Zum Glück erlöste Phil mich aus der Verlegenheit. Als ich vor fünf Minuten in sein Büro geschaut hatte, hing mein Partner noch am Telefon. Ich konnte ihm nur ein Zeichen geben, dass wir uns im Büro des Chefs treffen mussten.

»Ich wusste gar nicht, dass die Herren Inspektoren einen Termin bei Mr High haben«, staunte Dorothy.

Sie studierte den Terminkalender auf ihrem Monitor, bevor ihr strafender Blick von Phil zu mir wanderte. Er hob abwehrend beide Hände in die Höhe.

»Ich bin unschuldig, Ma’am«, schwor er.

In den zurückliegenden Wochen hatte ich mich einigermaßen an mein neues Leben als Inspektor gewöhnt. Dass Phil und ich jetzt jeder ein eigenes Büro hatten, erwies sich jedoch öfter als nachteilig. Wollte ich meinem Freund etwas persönlich mitteilen, blieb nur der Marsch über den Flur.

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