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Jerry Cotton - Folge 2995

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Das Gesicht der Angst
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Das Gesicht der Angst

Er verließ die Bar, um rechtzeitig beim Barbecue sein zu können. Für Sam Boxer war es die schönste Jahreszeit in Anchorage, wenn für wenige Wochen das ansonsten ewige Eis zurückwich.

»He, Lieutenant Boxer?«

Er stoppte mitten in der Bewegung und wandte sich dem Mann zu, der unvermittelt neben dem Wagen aufgetaucht war. Ein unangenehmes Kribbeln breitete sich in Boxers Nacken aus. Sein bestätigendes Nicken erfolgte reflexartig – und dann streckten ihn die Kugeln zu Boden. Ungläubig schaute der sterbende Pilot auf den ihm unbekannten Mörder.

Sie saßen in einem Konferenzraum im Gebäude des Alaska Bureau of Investigation, um sich dort mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen vertraut zu machen. Special Agent Astrid Kapriski und ihr Partner Special Agent Hank Baron von der Criminal Investigation Division betrachteten die Fotografie eines Airforce-Piloten in seiner Ausgehuniform.

»Hätte nicht gedacht, dass ich diesen Mistkerl noch einmal als Fall in die Hände bekomme«, stieß Agent Kapriski hervor.

Ihr Partner hob verwundert den Kopf und musterte die schlanke Frau. Er kannte Kapriski als eine sehr professionelle Ermittlerin, die genug Erfahrung hatte, um sich nicht so leicht aus der Bahn werfen zu lassen.

»Du kennst das Opfer?«, fragte er.

Agent Kapriski schnaubte. »Allerdings. Wobei er damals besser in die Rolle des Täters passte«, erwiderte sie.

Da in diesem Augenblick der Kollege vom ABI kam, verschob Agent Baron weitere Fragen auf einen späteren Zeitpunkt. Der Bericht des Ermittlers war knapp und präzise.

»Zwei Schüsse wurden von einem Zeugen gemeldet, doch die Streifenbeamten konnten weder ein Opfer noch den Schützen finden. Das ist der einzige Hinweis auf ein mögliches Verbrechen, und bislang können wir keine Verbindung zum Verschwinden von Lieutenant Boxer herstellen«, erklärte der Kollege.

»Das gehört vermutlich nicht zusammen, wenn du mich fragst. Entweder liegt der Lieutenant irgendwo zusammengeschlagen in einer Gasse oder im Bett mit einer schönen Frau«, stellte Agent Baron fest.

Er und seine Partnerin hatten das Gebäude des ABI verlassen, um zur Elmendorf Airforce Base zu fahren. Dort wollten sie mit den Vorgesetzten und Kameraden des verschwundenen Piloten sprechen. Lieutenant Samuel Boxer bewohnte ein kleines Haus auf dem Stützpunkt und war unverheiratet.

Wie meistens steuerte Agent Kapriski den Dienstwagen, sodass ihr Partner sich in aller Ruhe seine Gedanken über den aktuellen Fall machen konnte. Seine Bemerkung löste ein weiteres Schnauben voller Verachtung bei ihr aus.

»Du solltest mir langsam mehr über diese alte Geschichte erzählen, anstatt immer nur so zu reagieren«, beschwerte Agent Baron sich.

Doch bevor Agent Kapriski sich dazu durchringen konnte, erreichten sie das Stabsgebäude der Staffel, in der Lieutenant Boxer als Pilot einer F-22 Raptor seinen Dienst versah.

Bei den anschließenden Gesprächen mit dem Staffelchef sowie den Kameraden wurde ihnen der Vermisste als Musterbeispiel eines Airforce-Piloten dargestellt. Niemand wollte einen Grund kennen, wieso Lieutenant Boxer einfach so verschwinden oder ermordet werden sollte.

»Er ging ab und an in die Altstadt, um dort eine Runde Texas Hold’em zu spielen«, erklärte Lieutenant Thomas.

Er war der Wingman von Boxer, also für seine Absicherung im Lufteinsatz verantwortlich, und entsprechend eng mit ihm verbunden. Steven Thomas war ein nachdenklicher Mann mit rostbraunen Haaren und blauen Augen, mit denen er Agent Kapriski offen musterte. Er war verheiratet und Vater zweier Töchter, auf die er sichtlich stolz war.

»Haben Sie und Boxer sehr viel in Ihrer Freizeit gemeinsam unternommen?«, fragte Kapriski.

»Er ist nicht so sehr der Familientyp, obwohl Maggie mehrfach versucht hat, den armen Sam mit einer ihrer Freundinnen zu verkuppeln. Er ist mehr der Kumpel, mit dem man ein Bier trinken geht, einige Bälle wirft oder einfach am Motor das Wagens herumschraubt«, antwortete Lieutenant Thomas.

Dieses Bild eines einsamen Wolfes schien bei Agent Kapriski erneut unschöne Assoziationen hervorzurufen, wie ihr Partner mit einem Seitenblick registrierte. Als Ergebnis ihrer vielen Befragungen blieb nach drei Stunden nicht mehr als der vage Hinweis auf gelegentliche Pokerrunden in der Altstadt von Anchorage übrig. Obwohl es keiner seiner Kameraden direkt aussprach, gab es offenbar immer wieder Pokerabende, an denen sehr viel Geld über den Tisch ging.

»Vielleicht hat Boxer sich mit den falschen Leuten eingelassen und Schulden gemacht, die er nicht zurückzahlen konnte«, spekulierte Agent Baron.

Seine Bemerkung blieb unerwidert, was ihn lediglich zu einem Seitenblick veranlasste, den er zu seiner Partnerin hinter dem Lenkrad schickte. Sie hatten die Airforce Base wieder verlassen und fuhren zurück in die Stadt, um mehr über diese Pokerrunden in Erfahrung zu bringen.

Agent Kapriski war in brütendes Schweigen verfallen. Ihr Partner kannte sie gut genug, um sie jetzt nicht mit Fragen zu löchern. Agent Baron nahm sich vor, sie später nochmals auf die alten Ermittlungen anzusprechen. Vorerst gewährte er Agent Kapriski die Ruhe, die sie offenbar haben wollte.

Schweigend saß er auf dem Beifahrersitz und dachte über das seltsame Verschwinden von Lieutenant Samuel Boxer nach. Von den Kollegen der örtlichen Polizei gab es keine hilfreichen Hinweise, die ihnen bei der Aufklärung weiterhelfen konnten. Der letzte Kriminalfall, in den ein Angehöriger der Streitkräfte verwickelt gewesen war, lag vier Jahre zurück. Damals hatte ein Mastersergeant sich als Drogendealer versucht und war so ins Visier der Polizei von Anchorage gekommen.

»Das muss die Bar sein, von der Lieutenant Thomas gesprochen hat«, sagte Agent Kapriski.

Ihr Partner wurde mitten in seinen Überlegungen unterbrochen und schaute hinüber zu der unscheinbaren Eingangstür. Die Bar lag in der Barrow Street in Sichtweite des Ramada Hotel.

»Wie gut, dass man uns nicht dort einquartiert hat«, sagte Agent Baron.

Sein Blick war auf das Ramada gerichtet, ein sehr einfaches Hotel, das seine besten Jahre eindeutig hinter sich gelassen hatte.

»In der Bar wird es kaum viel besser aussehen«, erwiderte Agent Kapriski.

Sie schloss den Wagen ab und setzte sich in Bewegung. Hank Baron folgte seiner Partnerin und ließ seine Windjacke auf der Rückbank des Ford Taurus liegen. Im Juli konnte es ausgesprochen heiß in Anchorage werden, und dieser Tag gehörte ohne Frage dazu.

***

In Washington war es bereits früher Abend, doch Edward G. Homer gehörte zu den Männern, die sehr viel Zeit in ihrem Büro verbrachten. Eigentlich hatte er an diesem Mittwoch in der Oper sein wollen, doch eine Meldung hatte ihn an seinem Schreibtisch festgehalten.

»Ich möchte alle Informationen sofort einsehen können. Ja, bevor sie durch die Ermittler überarbeitet wurden«, sagte Homer.

Er sprach am Telefon mit dem Leiter des Field Office in Montgomery. Ihm wurde zugesagt, dass er umgehend Zugriff auf diese Informationen erhalten würde. Edward G. Homer drehte seinen Schreibtischstuhl ein wenig zur Seite, um einen Blick auf die riesige Übersichtskarte der Bundesstaaten der USA werfen zu können.

Sein Blick wanderte nach Alabama und blieb an der Stadt Montgomery hängen. Dort war ein scheinbar bereits zerschlagenes Netzwerk des organisierten Verbrechens vor einigen Wochen wieder zum Leben erweckt worden. Noch stand nicht fest, wer die Anführer waren, und doch bereitete es Edward G. Homer jetzt schon großes Kopfzerbrechen.

Als Analyst mit der besonderen Gabe, bedrohliche Entwicklungen vorherzusehen, hatte er als bislang Einziger im Hauptquartier verschiedene Meldungen aus unterschiedlichen Bundesstaaten unter einem gemeinsamen Gesichtspunkt betrachtet und bewertet.

»Alabama, dann Tennessee, Mississippi, Georgia und natürlich Florida. Das passt zusammen«, murmelte er halblaut.

Vor seinen Augen schienen sich Fäden wie ein Spinnennetz über diese Staaten auszudehnen und die Struktur einer ungewöhnlich gefährlichen Organisation abzubilden. Noch existierte alles nur in Homers Kopf, doch er erkannte die Anzeichen und musste wachsam bleiben. Längst war die Aufführung von La Bohème aus seinem Denken entschwunden. Einmal mehr hielt Edward G. Homer die Arbeit im Büro fest.

Bislang reichten die vorliegenden Informationen nicht aus, um die anderen leitenden Beamten zu einer Sonderermittlung zu bewegen. Doch das würde sich vermutlich sehr bald ändern. Davon war Homer überzeugt. Er wandte sich zurück an den Schreibtisch und öffnete eine spezielle Personaldatei. Hier sammelte Homer Kandidaten aus den unterschiedlichen Field Offices, die er als Agents für eine solch brisante Ermittlung in Betracht zog.

In den folgenden zwei Stunden schmiedete Edward G. Homer einen Plan, damit er bei entsprechender Entwicklung ohne zeitliche Verzögerung reagieren konnte. Kurz nach zehn Uhr am Abend löschte er schließlich das Licht in seinem Büro und verließ das Hauptquartier. Selbst auf dem Weg zu seiner Wohnung wollten ihn die dunklen Gedanken nicht völlig loslassen.

***

Die Agents Kapriski und Baron hatten sich in der Bar umgehört, soweit es möglich gewesen war. Außer einem Barkeeper und einer sehr mundfaulen Bedienung hielten sich lediglich sechs Gäste darin auf. Sehr schnell erkannte Agent Kapriski, dass man gegenüber Bundesagenten wenig auskunftsfreudig war.

Sowohl der Barkeeper als auch die Kellnerin konnten sich partout nicht an Samuel Boxer erinnern, obwohl Kapriski ihnen eine Auswahl guter Fotografien des Jetpiloten vorlegte. Sie und Baron gaben ihre Bemühungen schließlich auf, um nahe der Bar in ihrem Wagen auf Beobachtungsposten zu gehen.

»Irgendwie erscheint es mir immer unwahrscheinlicher, dass Boxer in dieser Kaschemme zu Pokerpartien mit hohem Geldeinsatz gewesen sein soll«, beschwerte sich Agent Baron.

Der Abend war mittlerweile erheblich fortgeschritten und alles, was die beiden Ermittler bislang feststellen konnten, war eine nicht sehr ansprechende Gästeauswahl der Bar.

Agent Kapriski wollte ihrem Partner gerade vorschlagen, nur noch eine halbe Stunde auszuhalten, als ein schwarzer Jeep Grand Cherokee vor ihrem Ford in der Straße ausrollte. Sofort richtete sich auch Agent Baron im Beifahrersitz auf und verfolgte aufmerksam, wie vier Männer aus dem Wagen ausstiegen und in der Bar verschwanden.

»Das ist allerdings nicht die übliche Art von Gästen«, stellte er fest.

»Diese Typen sehen eher wie Schläger eines Gangsterbosses aus«, erwiderte Agent Kapriski.

Sie beobachteten die Tür der Bar. Der Auspuff des Jeeps stieß ohne Unterlass kleine Abgaswolken in die Nachtluft von Anchorage. Angesichts der hohen Temperaturen konnte es kaum dazu dienen, den Wagen mit ausreichend Wärme im Innenraum zu versorgen.

Wie erwartet tauchten zwei der Gangster bald wieder auf und sprangen in den Jeep. Der löste sich sofort vom Bordstein und fuhr zügig los.

»Was nun?«, fragte Agent Baron.

Seine Partnerin löste das Problem auf ihre übliche direkte Art.

»Du behältst weiter die Bar im Auge, während ich dem Jeep folge«, sagte sie.

Sie war rein formell die dienstältere Ermittlerin und hatte damit das Sagen im Team, doch normalerweise besprachen Agent Kapriski und Agent Baron das weitere Vorgehen. Blieb jedoch dafür keine Zeit, entschied sie sich schnell und erteilte klare Anweisungen.

Agent Baron schnappte sich seine Windjacke und sprang aus dem Ford Taurus. Er schaffte es nur teilweise, die Seitentür zu schließen. Agent Kapriski beschleunigte so schnell, dass die Tür von selbst ins Schloss fiel. Baron reagierte mit einem leichten Kopfschütteln auf die hastige Aktion seiner Partnerin.

»Immer kühl bis in die Haarspitzen«, sagte er.

Agent Baron schlüpfte in seine Windjacke, da es langsam kühl wurde. Als er den Reißverschluss langsam nach oben zog, warnte ihn sein Instinkt. Seine Rechte fuhr unter die Jacke, doch es war bereits zu spät.

»So nicht, Kumpel!«

Die Stimme war dicht an seinem linken Ohr und gleichzeitig traf Agent Baron ein brutaler Hieb in Höhe der Leber. Der stechende Schmerz ließ ihn aufstöhnen und leicht in die Knie gehen. Baron nutzte die unwillkürliche Reaktion, um sich nach hinten zu werfen. Während weiterhin bunte Sterne vor seinen Augen platzten, spürte der Agent der CID, wie sein Körper scheinbar schwerelos wurde.

Sein Angreifer hatte die Attacke vorausgeahnt und Baron einfach ins Leere hechten lassen. Der harte Aufschlag trieb dem Agent die Luft aus den Lungen, und trotzdem rollte er sich blitzschnell zur Seite. Der Fluch des Angreifers wurde von dem metallischen Geräusch untermalt, als der Totschläger den Bodenbelag und nicht Agent Barons Kopf traf. Der zog die Beine an und trat dem Mann mit voller Wucht gegen die Kniescheiben.

»Du Scheißbulle!«

Dieser Ausruf zeigte Agent Baron, dass er nicht das zufällige Opfer eines Raubüberfalls geworden war. Der Angreifer schien genau zu wissen, mit wem er sich gerade anlegte. Das war keine sehr beruhigende Erkenntnis, doch vorerst musste der Agent sich ausschließlich um sein Wohlbefinden sorgen.

Er rollte bis an die Mauer des westlichen Gebäudes und schob sich hastig in die Höhe. Dabei suchte seine Rechte nach der Waffe, die sich jedoch nicht länger im Holster am Gürtel befand.

»Suchst du etwa die hier?«, fragte eine Stimme.

Agent Baron erkannte, dass er es mit mindestens zwei Angreifern zu tun hatte. Viel half ihm diese Erkenntnis nicht mehr. Der zweite Mann schlug Agent Baron mit einer Waffe hart gegen den Kopf, und während es dunkel vor seinen Augen wurde, ging ihm ein letzter Gedanke durch den Kopf.

»Der hat dich soeben mit deiner eigenen Pistole außer Gefecht gesetzt«, dachte Agent Baron.

Was danach passierte, erlebte er nicht bei Bewusstsein. Die beiden Gangster schleiften den Agent durch die Gasse und warfen ihn schließlich in den Laderaum eines weißen Kleintransporters.

***

Es war eine Wohltat, in einem klimatisierten Büro sitzen zu dürfen. Phil und ich hatten in den beiden zurückliegenden Wochen einen Killer gejagt, der siebzehn Menschen auf dem Gewissen hatte. Vor drei Tagen war es uns gelungen, ihn zu stellen, und deswegen mussten wir nicht mehr die meiste Zeit die Hitze in den Straßenschluchten Manhattans ertragen.

»Fehlt nur noch eine schöne Frau, die uns regelmäßig frischen Eistee serviert«, scherzte Phil.

Ausnahmsweise freute es uns, dass wir jede Menge Schreibtischarbeit zu erledigen hatten. Als Helen uns eine Stunde später ins Büro des Chefs bat, schwante mir nichts Gutes. Phil und ich schlüpften in unsere Sakkos, um wie gewünscht bei Mr High anzutreten. Unser Chef machte es kurz, was aber die Überraschung kaum milderte.

»Sie und Phil begleiten Assistant Director Homer zu einer Sonderermittlung nach Anchorage. In einer Stunde erwartet er Sie am Flughafen«, erklärte er.

Ich warf meinem Partner einen Seitenblick zu. Edward G. Homer war der Leiter der Field Operation Section East des FBI. Es kam selten vor, dass er persönlich eine Ermittlung leitete, und entsprechend gespannt durften wir sein. Da wir für solche Fälle immer eine gepackte Reisetasche im Field Office bereithielten, konnten Phil und ich rechtzeitig am Flughafen sein. Ein Wagen der Flughafenpolizei fuhr uns hinaus zu einer wartenden Sondermaschine des FBI.

»Das wäre schon der zweite positive Aspekt«, sagte ich.

»Stimmt, ein eigener Jet gefällt mir auch. Was wäre deiner Meinung nach der andere Aspekt?«, fragte Phil.

»Anchorage liegt bekanntermaßen im schönen und vor allem kühlen Alaska«, erwiderte ich.

Fünf Minuten später schnallten wir uns an, da der Jet bereits zur Startbahn rollte. Assistant Director Homer musste alle Sonderrechte ausgenutzt haben, um einen vorrangigen Start zu ermöglichen. Ich musterte den hageren Vorgesetzten aus Washington, der wie immer einen schwarzen Maßanzug mit dunkler Krawatte trug.

In seinen Halbschuhen hätte ich den Sitz meiner eigenen Kleidung überprüfen können, so sehr spiegelte sich das Leder. Seine grauen Haare in Verbindung mit der blassen Haut ließen ihn genau so wirken, wie man sich einen Verwaltungsbeamten vorstellte.

»Sie fragen sich sicherlich, welche spezielle Aufgabe uns in Anchorage erwartet. Bevor ich darauf eingehe, studieren Sie bitte zuerst die vorliegenden Informationen«, sagte Edward G. Homer.

Der Jet hatte mittlerweile seine Reiseflughöhe erreicht, sodass wir uns frei in der Maschine bewegen konnten. Während Phil und ich die Monitore vor uns aktivierten, erhob Assistant Director Homer sich. Ich schaute ihm nach, wie er zur Toilette ging und darin verschwand.

»Verträgt er das Fliegen nicht?«, fragte Phil.

Es war sehr leicht, unseren Vorgesetzten aus Washington zu unterschätzen. Phil kannte ihn nicht so gut wie ich, daher verwunderte mich die Anspielung nicht sonderlich.

»Falls ja, würde es seine Selbstbeherrschung nicht zulassen, es zu zeigen«, erwiderte ich.

Anschließend vertieften wir uns in die Dateien zu dem Mord an Lieutenant Samuel Boxer sowie dem Verschwinden eines Ermittlers der CID.

»Ein interessanter Fall. Ich frage mich nur, warum Assistant Director Homer persönlich die Ermittlungen an sich zieht und uns dazu angefordert hat«, sagte Phil.

Unser Vorgesetzter war mittlerweile in ein Gespräch mit einem Steward verwickelt, der ihm offenbar einen Wunsch nicht erfüllen konnte.

»Wenn Sie Ihre Aufgabe mit mehr Ernsthaftigkeit erfüllen würden, gäbe es solche Nachlässigkeiten nicht«, fuhr Edward G. Homer ihn an.

Phil und ich tauschten einen Seitenblick aus. Mit einer abrupten Bewegung wandte Homer sich um und eilte auf uns zu. Er ließ sich in seinen Sitz fallen und schickte dem sichtlich erschrockenen Steward noch einen bösen Blick zu.

»Es ist wohl kaum zu viel verlangt, dass man an Bord einen vernünftigen Darjeeling bekommen kann«, schimpfte er.

Seine aufbrausende Art war mir nicht fremd und es überraschte mich auch nicht, wie schnell er sich wieder beruhigte und kühl über die aktuelle Ermittlung sprechen konnte.

»Zuerst verschwindet ein verdienter Pilot der Airforce, anschließend ein Ermittler der CID, der den Fall untersucht.

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