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Jerry Cotton - Folge 2987

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Tod am Polarkreis
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Tod am Polarkreis

Seit seiner Ankunft in New York fühlte Owen Mitchell sich entspannter. Am Flughafen hatte er eine Limousine mit Chauffeur gemietet und war jetzt schon auf dem Broadway unterwegs. In einer halben Stunde würde er seinen Auftraggebern die Beweise für den Verrat präsentieren.

»Hier werden die Söldner es nicht riskieren«, murmelte er.

Der Fahrer wandte leicht den Kopf, doch seine Frage konnte er nicht mehr stellen. Urplötzlich brach um Mitchell herum völliges Chaos aus. Im Sterben stieg das Bild eines verkratzten Holzschreibtischs in ihm auf …

Die Vernehmung hatte sich als nicht sehr ergiebig erwiesen. Während ich den roten Jaguar gemächlich hinter einem Taxi über den Broadway steuerte, wanderten meine Gedanken zu meiner Verabredung an diesem Abend. Ich hatte Desiree beim Einkaufen getroffen und anschließend auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Die lebenslustige Marketingfachfrau aus Wyoming besuchte einen Kunden in New York und war einem Flirt nicht abgeneigt.

»Jerry!«

Phils Ruf riss mich aus meinem Tagtraum. Ich erkannte sofort, was ihn alarmiert hatte. Zwei Fahrzeuge vor uns fuhr eine dunkle Limousine, zu der ein schwarzer BMW aufgeschlossen hatte. Sowohl aus dem offenen Seitenfenster als auch aus dem hinteren Fenster ragten auf einmal Mündungen hervor. Die Waffen spuckten im nächsten Augenblick ein wahres Bleigewitter aus, sodass sich die Karosserie der Limousine unter der Vielzahl der Einschläge schüttelte.

Es war ein unglaublich brutaler Angriff mitten am helllichten Tag auf dem stark befahrenen Broadway. Phil setzte bereits eine Meldung über Funk ab, während ich dem vor uns im Zickzack fahrenden Taxi auswich. Die Limousine geriet ins Schleudern und rammte einen älteren Chevy zur Seite.

Ich schloss zu dem BMW auf und hatte bereits die SIG in der linken Hand. Durch die offene Seitenscheibe schoss ich auf den vor uns fahrenden Wagen. Die Heckscheibe löste sich in einem Glasregen auf und dann kippte der Schütze auf der Rückbank seitlich weg.

Der Fahrer des BMW beschleunigte, und als ich bereits annahm, dass die Angreifer flüchten wollten, vollführte der Wagen eine Drehung um die komplette Achse. Anschließend raste der BMW direkt auf uns zu und aus den Fenstern feuerten die Insassen auf uns. Phil und mir flogen die Kugeln nur so um die Ohren.

Ich musste beide Hände einsetzen, um dem scheinbar unvermeidlichen Zusammenstoß auszuweichen. Es gelang mir um Haaresbreite. Der BMW jagte an uns vorbei und ein weiterer Kugelhagel riss große Stücke aus der Karbonkarosserie des Jaguar. Jetzt war ich es, der den Jaguar in einen U-Turn lenkte. Ich wollte bereits die Verfolgung aufnehmen, als ich aus dem Augenwinkel Phils zusammengesackte Haltung bemerkte.

»Bist du verletzt?«, rief ich.

Keine Antwort. Sofort brach ich die Verfolgung ab und lenkte den Wagen an den Bordstein. Die Limousine hatte einen Postkasten gerammt und war mit dem Kühlergrill an einer Hauswand gelandet. Die Insassen waren nicht zu sehen, doch meine Sorge galt zuerst Phil.

Ich beugte mich zu ihm hinüber und rüttelte sanft an seiner Schulter. Dadurch veränderte sich seine Lage, und als der linke Arm seitlich hinunterrutschte, wurde das blutgetränkte Hemd sichtbar.

»Mein Gott, Phil!«, entfuhr es mir.

Meine Finger tasteten an der Halsschlagader nach seinem Pulsschlag. Zuerst spürte ich nichts, doch nachdem ich noch einmal angesetzt hatte, fühlte ich einen extrem schwachen Puls. Ich griff zum Funkgerät und setzte die Meldung ab, dass ein Agent schwer verletzt worden war und dringend ärztliche Hilfe benötigte.

Anschließend knöpfte ich Phils Hemd auf und suchte nach der Wunde. Eine Handbreit unterhalb des rechten Schlüsselbeins fand ich das Einschussloch. Erschrocken schaute ich auf die kleinen Blutbläschen, die sich dort gebildet hatten. Ein Officer erschien neben der Beifahrertür des Jaguar und schaute zu meinem Partner.

»Bleiben Sie ganz ruhig, Sir. Hilfe ist unterwegs«, sagte er.

In einem Reflex zeigte ich meine Marke vor und befahl dem Cop, eine Gasse für den Rettungswagen einrichten.

»Wir dürfen keine Sekunde verlieren, Officer. Haben Sie mich verstanden?«

Der Cop nickte knapp und hängte sich bereits ans Mikrofon seines Funkgeräts. Die Welt um mich herum verlor ihre Bedeutung, während ich beruhigend auf Phil einredete. Er kam nicht zu Bewusstsein, aber ich wollte ihm zeigen, dass ich an seiner Seite war.

Als die Rettungskräfte am Jaguar auftauchten, musste mich einer der Sanitäter fast mit Gewalt aus dem Wagen zerren. Ich verfolgte angespannt, wie sich der Notarzt zusammen mit dem Sanitäter um meinen Freund bemühte.

»Rufen Sie im Krankenhaus an. Sie sollen alles für eine Notoperation vorbereiten. Der Zustand des Patienten ist äußerst kritisch«, ordnete der Arzt an.

Ich hörte die Worte und fühlte mich so hilflos wie lange nicht mehr. Phil und ich waren auf dem Rückweg von einer harmlosen Vernehmung gewesen. Ohne jede Vorwarnung befanden wir uns urplötzlich mitten in einer wilden Schießerei.

Mein Verstand weigerte sich, die fürchterlichen Konsequenzen für meinen Partner anzuerkennen. Ich hielt den Sanitäter am Arm fest, als er sich erneut zu dem Notarzt gesellen wollte.

»Er kommt doch durch, oder?«, fragte ich.

Zuerst wollte der Sanitäter mich zurückweisen, doch dann fiel sein Blick auf meine Dienstmarke und er zuckte erschrocken zusammen.

»FBI?«

»Special Agent Cotton, und das dort ist mein Partner, Special Agent Decker. Phil schafft es doch, oder?«, erwiderte ich.

»Wir tun alles, was in unserer Macht steht. Mehr kann ich jetzt leider noch nicht sagen«, erwiderte der Sanitäter.

Als sie Phil auf die Trage gelegt hatten und zum Rettungswagen eilten, wollte ich mich hinters Lenkrad des Jaguar setzen. Ein Lieutenant des NYPD stand auf einmal neben mir und hielt mich zurück.

»Sie können nicht fahren, Agent Cotton. Ein Wagen von uns bringt Sie ins Krankenhaus«, sagte er.

Ich schaute den drahtigen Cop erstaunt an. Dann erfasste mein Blick die vielen Einsatzkräfte, die sich am Tatort tummelten. Ich hatte nicht mitbekommen, dass diese Männer und Frauen überhaupt eingetroffen waren.

Mit sanfter Gewalt zog der Lieutenant mich vom Jaguar weg und setzte mich gleich darauf in einen Streifenwagen. Er wechselte einige Worte mit dem Officer hinter dem Lenkrad, dann setzte der Wagen sich in Bewegung. Wir fuhren hinter dem Rettungswagen her, in dem der Notarzt um das Leben meines Partners kämpfte.

***

Die Nachricht von der blutigen Schießerei auf dem Broadway hatte June nur am Rande zur Kenntnis genommen. Sie formulierte den Abschlussbericht ihres letzten Falles, weshalb ihr Blick nur gelegentlich auf das kleine Fenster mit den aktuellen Nachrichten fiel. Als Mr High sie und Blair sofort in seinem Büro zu sprechen wünschte, trafen sie daher seine Worte völlig unvorbereitet.

»Phil wurde schwer verletzt. Eine Kugel hat seine Lunge perforiert und zurzeit kämpfen die Ärzte um sein Leben«, sagte der Chef.

June und Blair tauschten einen erschrockenen Blick aus.

»Und Jerry? Wurde er ebenfalls verletzt?«, fragte sie.

»Er steht unter Schock. Jerry wird so lange im Krankenhaus bleiben, bis Phils Zustand sich gebessert hat«, antwortete Mr High.

Er wählte die Worte sehr sorgfältig und vermied jede Bemerkung, die ein mögliches Scheitern der Ärzte auch nur andeuteten würde. June und ihr Partner wussten auch so, wie gefährlich Phils Verletzung war.

»Stellen Sie alle laufenden Ermittlungen zurück oder bitten Sie Steve, ein anderes Team damit zu beauftragen. Sie und Blair übernehmen sofort die Ermittlungen am Broadway«, befahl der Chef.

Keine halbe Stunde später standen June und Blair neben dem Jaguar. Fassungslos starrten sie auf die vielen Einschüsse in der Karosserie sowie die blutigen Kleidungsstücke im Wagen. Phils Sakko und das Oberhemd lagen auf der schmalen Rückbank, während blutige Mullbinden und aufgerissene Verpackungen von Spritzen den Fußraum vor dem Beifahrersitz ausfüllten. Ein Lieutenant des NYPD wartete geduldig ab, bis June und Blair sich alles genau angesehen hatten.

»Ihre Kollegen wurden Zeugen des Angriffs und wollten helfen. Laut Zeugenaussagen reagierten die Gangster in dem BMW extrem brutal und rücksichtslos. Die Fahndung nach ihnen läuft auf Hochtouren, Agent Clark«, sagte er dann.

June riss sich vom Anblick der Verwüstung los und wandte sich zu der Limousine um. Auch hier wies die Karosserie eine große Anzahl von Einschusslöchern auf.

»Wissen Sie schon, wer das Ziel der Angreifer war?«, fragte sie.

Der Wagen war am internationalen Flughafen samt Chauffeur von einem Mann namens Owen Mitchell gemietet worden. Offenbar war der Mitarbeiter eines Energiekonzerns auf dem Weg zum Hauptsitz seiner Firma gewesen, der sich in einem Hochhaus in Manhattan befand. Der Lieutenant reichte June eine Brieftasche, die sich in einer Beweissicherungstüte befand. June entdeckte den Reisepass des Toten sowie ein Flugticket.

»Mitchell scheint aus Grönland gekommen zu sein«, sagte sie.

Ihr Partner zuckte die breiten Schultern.

»Sagt dir das etwas über das Motiv der Angreifer?«, fragte er.

»Nein, überhaupt nicht. Wir sollten mit seinen Vorgesetzten sprechen und herausfinden, wieso Mitchell das Ziel eines solchen Angriffs werden konnte«, erwiderte June.

Sie bat den Lieutenant darum, den Kriminaltechnikern zu verdeutlichen, dass diese Ermittlung absoluten Vorrang hatte.

»Versteht sich von selbst, Agent Clark. Wissen Sie schon mehr über den Zustand Ihres Kollegen?«, fragte der Cop.

June konnte es nur verneinen und spürte den Druck in der Magengegend. Sie konnte sich nicht vorstellen, nie mehr mit Phil zusammenzuarbeiten. June schüttelte den Gedanken ab und fuhr zusammen mit Blair zur Firmenzentrale von Overseas Energy, wo man sie bereits erwartete.

Gleich nach ihrem Eintreffen waren June und Blair in ein Eckbüro geführt worden. Hier saßen sie an einem rechteckigen Besprechungstisch, während der Manager des Konzerns sie ins Bild setzte.

»Wir sind der amerikanische Teil eines Konsortiums mit britischer Beteiligung. Owen war für uns als Geologe im Einsatz«, erklärte Donald Oldsen.

Der Manager war der Chef von Mitchell und hatte auf dessen Ankunft gewartet.

»Owen hatte sich am Telefon sehr merkwürdig ausgedrückt. Er ließ durchklingen, dass unser Gespräch möglicherweise abgehört werden könnte und er sich deswegen nur verschlüsselt äußern konnte«, sagte Oldsen.

Mitchells Aufgabe war es demnach gewesen, an die entlegensten Stellen der Erde zu reisen und geologische Gutachten zu erstellen. Immer ging es dabei um Erdöl- oder Erdgasvorkommen, die als mögliches Fördergebiet für das Konsortium eingeschätzt werden sollten.

»Hat er Ihnen irgendwelche Hinweise geliefert, die uns weiterbringen könnten?«, fragte Blair.

Oldsen wiegte den Kopf. Dann drückte er eine Taste an einer Kommunikationseinheit.

»Das Gespräch wurde aufgezeichnet. Hören Sie selbst, Agent Duvall«, erklärte er.

Wenige Sekunden später kam eine überraschend klare Stimme aus dem winzigen Lautsprecher an der Konsole. Owen Mitchell befand sich zu dem Zeitpunkt noch auf Grönland. Er sollte wenige Minuten später in eine Sondermaschine der Gesellschaft steigen, die ihn von der Thule Air Base nach New York bringen würde. Seine Stimme klang gehetzt.

»Sie jagen mich und wollen verhindern, dass ich Grönland verlasse. Es geht um das schottische Fieber, Sir«, sagte Mitchell.

Es folgten weitere Bemerkungen, aus denen June und Blair nicht schlau wurden. Zu ihrem Leidwesen konnte ihnen Oldsen auch nicht weiterhelfen.

»Ich habe nicht die geringste Ahnung, was er mit dem schottischen Fieber meint. Als ich einen anderen Erschließungsgeologen darauf ansprach, konnte er mir dazu auch nichts sagen. Wir stehen vor einem Rätsel«, räumte er ein.

Er hatte für das FBI eine umfassende Datei erstellen lassen, in der neben Mitchells persönlichen Daten auch alle relevanten Fakten zu seinem Aufenthalt auf Grönland zu finden waren. June bedankte sich bei Oldsen. Als sie bereits die Hand auf der Türklinke legte, stellte Blair eine letzte Frage.

»Mitchell deutete einen Verrat an, Mister Oldsen. Gibt es irgendwelche Auseinandersetzungen, in die Ihr Unternehmen mit der Konkurrenz verstrickt ist?«, fragte er.

Der Manager redete nicht lange um den heißen Brei herum. Er schilderte die Erschließung von Ressourcen als einen brutalen Kampf, bei dem es um Milliarden von Dollar ging.

»Da wird ständig mit harten Bandagen gekämpft, Agent Duvall. Doch unter Verrat stelle ich mir etwas anderes vor. Unser eigener Sicherheitsdienst überprüft bereits alle Firmenangehörigen, ob es eventuell Auffälligkeiten gibt«, antwortete Oldsen.

Was er damit andeuten wollte, war klar. June hatte sich ganz ähnliche Gedanken gemacht und bat darum, dass bei dieser Überprüfung auch Kollegen von ihr dabei sein durften. Sie rechnete mit einer Abfuhr, doch zu ihrer Überraschung willigte Oldsen sofort ein.

»Gut, dass Sie es selbst anbieten. Wir hätten das FBI ansonsten um diese Unterstützung gebeten. Sollte es tatsächlich einen Wirtschaftsspion bei uns geben, trifft es auch die Gesamtwirtschaft der USA«, erwiderte er.

***

Eine Stunde später berichteten June und Blair ihrem Chef von dem Treffen. Mr High wusste von Steve Dillaggio, dass vier Kollegen aus dem Wirtschaftsressort bereits auf dem Weg zum Konzernsitz waren.

»Ich hatte auch schon ein Telefonat mit Washington. Die Vorstände auf beiden Seiten des Atlantiks machen Druck. Sie wollen eine schnelle und umfassende Aufklärung, wie es zu diesem Überfall auf Mitchell kommen konnte«, erklärte er.

Diese Entwicklung überraschte June nicht sonderlich. Spätestens nach dem Gespräch mit Donald Oldsen hatte sie geahnt, dass die einflussreichen Manager des Konsortiums den Behörden auf die Füße treten würden.

»Sie finden im System einige Hinweise auf die Schützen im BMW. Der Wagen wurde bereits gefunden und wird von den Kriminaltechnikern in seine Einzelteile zerlegt. Es gibt eine Reihe von Zeugenaussagen, darunter auch eine von Jerry«, sagte der Chef.

»Wissen Sie schon mehr, Sir?«, fragte June.

Die Operation war noch nicht beendet. Seit zwei Stunden rangen die Chirurgen um das Leben ihres Kollegen und Freundes. Jerry war im Krankenhaus und wollte es erst verlassen, wenn Phil es geschafft hatte. Seine Zeugenaussage hatte Steve aufgenommen, der ein Team von fünf Agents zu Phils Schutz aufgestellt hatte. Er hatte sie persönlich im Krankenhaus eingewiesen und anschließend mit Jerry gesprochen.

»Sichten Sie die Hinweise und finden Sie die Täter. Sobald wir deren Identität kennen, wissen wir vermutlich auch, wer sie beauftragt hat«, befahl Mr High.

Damit waren sie entlassen. Während Blair sich auf den Weg in die Kantine machte, um ihnen einige Sandwiches und eine Thermoskanne mit Kaffee zu besorgen, loggte June sich bereits ins System ein. Als ihr Partner kurze Zeit später mit einem Tablett in der Hand ins Büro kam, starrte June auf die körnigen Bilder einer Überwachungskamera.

»Es gibt einige reichlich unscharfe Aufnahmen einer Überwachungskamera eines Bankautomaten. Aber auch das Taxi unmittelbar hinter der Limousine hatte eine Onboard-Kamera. Von den Aufnahmen erhoffe ich mir mehr«, erklärte June.

Immer mehr Taxiunternehmen in New York rüsteten ihre Fahrzeuge mit solchen Kameras aus. Sie sollten bei möglichen Unfällen als Beweismittel dienen, um mögliche Schadenersatzansprüche entweder geltend machen zu können oder sie abzuwehren.

»Du solltest dich zunächst stärken, June. Wir benötigen all unsere Kraft, um den Tätern schleunigst auf die Spur zu kommen. Sie dürfen keinesfalls die Stadt verlassen«, erwiderte Blair.

Ein unheilvoller Unterton schwang in seiner Stimme mit. Blair wollte die Täter unter allen Umständen erwischen und hatte sich bereits total auf diese Aufgabe konzentriert. Die Gangster hatten Phil eiskalt über den Haufen geschossen und durften damit keineswegs durchkommen. June vertilgte zwei Sandwiches, ohne sich über den Geschmack irgendwelche Gedanken zu machen.

Sie spülte den letzten Bissen mit einem großen Schluck Kaffee hinunter und zog dann die Tastatur zu sich heran. Blair rollte seinen Schreibtischstuhl neben ihren und schaute über die Schulter seine Partnerin, um die verwackelten Aufnahmen zu studieren.

»Da überholt der BMW das Taxi auf der Nebenspur«, kommentierte June.

Tatsächlich waren die Aufzeichnungen der Onboard-Kamera erheblich besser als die der weiter entfernten Überwachungskamera. Gespannt verfolgten June und Blair, wie der schwarze Wagen zu der Limousine aufschloss.

Dann senkten sich die Seitenfenster und aus den Mündungen zweier Waffen schlug Mündungsfeuer. Die Kugeln durchschlugen die Seitenscheiben der Limousine und bohrten sich in die Körper des Chauffeurs sowie seines Fahrgastes auf der Rückbank.

»Die hatten nicht den Hauch einer Chance«, stellte Blair fest.

Er starrte betroffen auf die Bilder. Der Fahrer der Limousine brach über dem Lenkrad zusammen. Dann begann das Bild der Onboard-Kamera zu verwackeln.

»Der Taxifahrer fährt Schlangenlinien, um so aus der Gefahrenzone zu kommen«, kommentierte June.

Dennoch konnten sie verfolgen, wie sich die lange Schnauze des roten Jaguar an dem Taxi vorbeischob. June sah, wie aus beiden Fenstern auf den BMW geschossen wurde. Dessen Heckscheibe ging zu Bruch und der Schütze auf der Rückbank tauchte ab.

»Das sind Profis, June. Sie reagieren völlig kaltschnäuzig auf die unerwartete Bedrohung«, stieß Blair hervor.

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