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Jerry Cotton - Folge 2983

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Unschuldig bis in den Tod
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Unschuldig bis in den Tod

Er wollte die Tür zuschließen. Auf einmal stand eine Frau neben ihm und hielt ihn zurück. Sein Blick erfasste die Dienstmarke sowie die auf ihn gerichtete Waffe.

»Wir können uns einigen. In diesem Beutel sind Diamanten«, sagte er.

Mit dem untrüglichen Instinkt eines Berufsverbrechers witterte er die Gier der Frau. Der Gangster setzte auf die Überzeugungskraft der Diamanten, obwohl eine Beretta im Schließfach lag. Er ließ den Beutel in ihre Hand fallen und registrierte das Aufleuchten ihrer Augen. Die Gier hatte gesiegt.

Gleich als ich meine Wohnung betrat, bemerkte ich das rote Blinken am Telefon. Jemand hatte eine Nachricht hinterlassen. Der Abend mit Julia war sehr schön gewesen, und eigentlich wollte ich ihn mit einem Glas Whisky ausklingen lassen. Doch die Neugier war stärker, also hörte ich den Anrufbeantworter ab.

»Dwayne hier. Ich stecke in der Klemme und brauche deine Hilfe. Komm bitte ins TrafficTwo. Ich warte dort, egal wie spät es wird.«

Wir waren mehr als nur Kollegen. Dwayne Sheckley war ein Freund und bat nur um Hilfe, wenn er in echten Schwierigkeiten steckte. Normalerweise hatte er sein Leben bestens im Griff, daher alarmierte mich seine Nachricht. Der Whisky musste warten, genauso wie mein Bett.

Ich saß keine fünf Minuten später im Jaguar und raste hinunter nach Downtown. Das TrafficTwo war eine beliebte Bar, in die sich jedoch selten Agents des FBI verirrten. Die Gäste gehörten zu der Sorte von Nachtschwärmern, die man immer im Dunstkreis der High Society fand.

Als ich eintrat, ging es bereits auf Mitternacht zu. Zuerst suchte ich Dwayne am Tresen, doch ich fand ihn weder dort noch an einem der Tische. Nachdem ich ein Bier getrunken hatte und von meinem Freund immer noch keine Spur zu sehen war, wurde ich nervös.

Ich versuchte Dwayne auf seinem Mobiltelefon sowie in seinem Apartment zu erreichen – beide Male ohne Erfolg. Ich bezahlte das Bier und fuhr nach Brooklyn. Im Eingangsbereich von Dwaynes Mietshaus saß der Nachtportier hinter dem Tresen und verfolgte eine Talksendung im Fernsehen. Ich zeigte meine Marke vor.

»FBI, Special Agent Cotton. Haben Sie Mister Sheckley heute Abend schon gesehen?«, fragte ich.

Der Portier warf einen Blick über die Schulter zu den Postfächern hinter sich. Dann wandte er sich wieder um und schüttelte den Kopf.

»Nein, Agent Cotton. Mister Sheckley hat bisher seine Post nicht abgeholt, und das versäumt er nie«, erwiderte er.

Meine Nackenhaare stellten sich auf. Dwayne musste größere Probleme haben als bislang angenommen.

»Nehmen Sie den Zweitschlüssel und lassen Sie mich bitte in seine Wohnung. Ich erhielt einen Anruf, der mich von einer Bedrohung für Agent Sheckley ausgehen lässt«, ordnete ich an.

Der Portier zögerte keine Sekunde, sondern eilte mir voraus zu den Fahrstühlen. Das Apartment von Dwayne befand sich im sechsten Stockwerk. Als wir auf den Gang hinaustraten, war alles ruhig und nichts deutete auf eine Gefahr hin. Dennoch prüfte ich den Sitz der SIG und zog den Portier zur Seite, nachdem er mit dem Nachschlüssel die Tür geöffnet hatte.

»Dwayne? Ich bin es, Jerry«, rief ich.

Im Wohnzimmer waren zwei Wandleuchten eingeschaltet und aus den Lautsprechern neben dem Großbildfernseher rieselte Smooth Jazz. Keine Antwort. Ich zog die SIG und betrat das Apartment. Links von mir ging eine Tür ab, die ins Badezimmer führte. Es lag friedlich im Dunkeln.

»He! Wer sind Sie?«, rief der Portier.

Ich wirbelte herum und sah gerade noch, wie er zu Boden ging. Mit drei Schritten war ich auf dem Gang und entdeckte einen Mann, der im Fahrstuhl verschwand. Sein Komplize schoss ohne Vorwarnung auf mich. Mir blieb nur ein Hechtsprung zur Seite, wobei ich unsanft gegen die Wand krachte. Zwei Schüsse feuerte der Gangster ab, bevor sich die Türen des Fahrstuhls schlossen. Fluchend kam ich auf die Beine.

»Sind Sie verletzt?«, fragte ich.

Der Portier war leichenblass, aber ansonsten ging es ihm gut.

»Alarmieren Sie die Cops und das FBI!«, befahl ich.

Das rief ich ihm im Laufen zu, während ich gleichzeitig den anderen Fahrstuhl in dieses Stockwerk holte. Es verstrichen wertvolle Sekunden, bevor ich die Fahrt ins Erdgeschoss antreten konnte. Als ich durchs Foyer rannte, sah ich den Schützen soeben in einen dunkelblauen Ford Taurus springen. Bevor ich es bis hinaus auf den Bürgersteig geschafft hatte, raste die Limousine bereits davon.

Ich sprintete hinüber zum Jaguar und nahm die Verfolgung auf. Mit einer automatischen Bewegung schaltete ich Warnlicht und Sirene ein. Gleichzeitig gab ich über Funk eine Bitte um Unterstützung bei der Verfolgung der Gangster durch.

Während ich all diese Dinge reflexartig durchführte, schob sich ein quälender Gedanke in meinen Kopf: Lag Dwayne möglicherweise verletzt oder sogar tot in seinem Schlafzimmer? Ich war nicht dazu gekommen, diesen Raum zu überprüfen. Vorerst musste sich meine gesamte Konzentration auf die Verfolgung des Taurus richten.

Der Fahrer des Wagens verstand allerdings sein Handwerk und nutzte den Vorsprung, um mich an einer Kreuzung abzuhängen. Der Taurus raste über eine rote Ampel. Ich konnte ihm nicht folgen, da die Kreuzung durch Querverkehr blockiert war. Ich gab die Position des Ford an die Leitstelle der Cops weiter und fuhr zurück zum Mietshaus. Dort wimmelte es mittlerweile von Kollegen des NYPD. Meine Dienstmarke verschaffte mir ungehinderten Zutritt. In der Wohnung von Dwayne stieß ich auf zwei zivile Ermittler, die mich abweisend musterten.

»FBI, Special Agent Cotton. Wer sind Sie?«, fragte ich.

»Special Agent Warren Culver. Das ist meine Partnerin, Special Agent Emma Morrison«, antwortete der Mann.

Er war einen halben Kopf größer als ich, hatte dunkelblondes Haar und fast schwarze Augen. Seine Kollegin reichte mir bis zur Schulter und hatte ihre dunkelroten Haare zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden. Ich starrte ungläubig auf die Dienstmarken der Kollegen von der Homeland Security.

***

Ich hatte am Abend zuvor umgehend mit Mr High telefoniert. Der Chef übernahm es, sich mit den Kollegen der Homeland Security auseinanderzusetzen. Mich hatte er trotz heftigen Protests nach Hause geschickt. Entsprechend schlecht gelaunt war ich auf der Fahrt ins Field Office. Phil hatte an der üblichen Ecke auf mich gewartet und hörte mit Verwunderung von meinen nächtlichen Aktivitäten.

»Du hättest mich anrufen können. Ich wäre mitgefahren«, beschwerte er sich.

Als wir kaum unser Büro betreten hatten, steckte Helen den Kopf zur Tür hinein.

»Ihr sollt sofort zum Chef kommen«, sagte sie.

Die Sekretärin von Mr High wirkte angespannt, sodass mich sofort wieder ein schlechtes Gefühl erfasste. Hatte man Dwayne endlich gefunden? Die Kollegen der Homeland Security hatten mir am gestrigen Abend lediglich die Auskunft gegeben, dass mein Freund nicht in seiner Wohnung war. Mehr Informationen hatte ich Agent Culver nicht entlocken können. Seine Partnerin wirkte zwar zugänglicher, hielt sich aber bedeckt. Als Phil und ich ins Büro des Chefs kamen, gab er noch einige Befehle über die Tastatur seines Computers ein.

»Setzen Sie sich. Ich gehe davon aus, dass Sie Phil über die Vorkommnisse informiert haben«, sagte Mr High.

Ich nickte bestätigend und wartete angespannt ab. Unser Chef schaute an mir vorbei, und dann vernahm ich das leise Geräusch, mit dem Helen die Verbindungstür zum Sekretariat schloss. Das allein war ein alarmierender Vorgang. Phil warf mir einen Seitenblick zu.

»Seit gestern Abend konnte ich einige Informationen von den Kollegen der Homeland Security einholen«, sagte der Chef.

Er klappte eine dünne Akte auf, die neben der Tastatur lag. Mr High entnahm eine Reihe von Fotografien, die er vor uns ausbreitete. Phil und ich beugten uns in den Besucherstühlen vor. Ich erkannte sofort die Einrichtung aus Dwaynes Apartment. Auf dem Couchtisch hatten die Kollegen der Homeland Security eine Sammlung von Unterlagen ausgebreitet, alle sorgsam in Beweissicherungstüten verpackt. Ich entzifferte mehrfach den Aufdruck Geheim oder Streng Vertraulich. Schließlich hob ich den Blick und schaute den Chef fragend an.

»Agent Sheckley soll diese Unterlagen aus dem Field Office mit nach Hause genommen haben«, erklärte er.

»Wozu? Dwayne ist ein alter Hase und würde einen solchen Sicherheitsverstoß niemals ohne schwerwiegenden Grund begehen«, fragte ich.

Mr High räusperte sich und fuhr sich mit dem Zeigefinger über den Nasenrücken. Eine Geste, die mir aus nur wenigen Anlässen vertraut war. Der Chef fühlte sich unbehaglich, und das konnte sich nur auf das Verschwinden unseres Kollegen beziehen.

»Wurde Dwayne gefunden?«, fragte ich.

»Nein, er ist untergetaucht«, erwiderte Mr High.

Mir missfiel die Wortwahl. Unser Chef gehörte aber zu den Menschen, die eine solche Aussage nicht ohne einen ernsten Hintergrund machen würde.

»Warum sollte er untertauchen? Hat es mit seinem aktuellen Fall zu tun?«, hakte Phil nach.

Mein Partner kannte Dwayne Sheckley zwar nicht so gut wie ich, aber er wusste um unsere Freundschaft.

»Agent Sheckley hatte eine Woche Urlaub genommen. Er sollte heute wieder den Dienst aufnehmen. Die Kollegen der Homeland Security wollten ihre Überwachung ebenfalls an diesem Tag abschließen und ihn überführen«, antwortete der Chef.

Überführen? Das Gefühl in meiner Magengrube wurde immer flauer.

»Was hat das zu bedeuten?«, fragte ich.

Unser Chef räusperte sich erneut und kam dann auf eine undichte Stelle innerhalb der Ermittlungsbehörden zu sprechen. Seit Monaten sickerten vertrauliche Informationen zu kriminellen Organisationen durch und jemand verschaffte Gangstern sogar falsche Dokumente, die kaum als Fälschungen zu erkennen waren.

»Laut Auskunft der Homeland Security konnten sich auf diese Weise mindestens zwei gesuchte Terroristen unbehelligt in den USA bewegen«, sagte Mr High.

Es lief also darauf hinaus, dass man Dwayne Sheckley für den Verräter hielt.

»Dwayne hat niemals Verrat begangen«, stieß ich hervor.

Für einige Sekunden breitete sich Schweigen im Büro aus. In dem schmalen Gesicht unseres Chefs arbeitete es.

»Mir gefällt es ebenso wenig wie Ihnen. Doch die Ermittlungen der Homeland Security sprechen eine andere Sprache. Sie waren Agent Sheckley so dicht auf den Fersen, dass er sich gestern abgesetzt hat. Der Anruf bei Ihnen untermauert es genauso wie die im Apartment sichergestellten Unterlagen«, sagte er.

Mein Blick wanderte über die Fotografien. Die Indizien waren schwerwiegend, doch ich weigerte mich, Dwayne als Verräter zu sehen. Es passte einfach nicht zu ihm. Dwayne lebte die alten Werte amerikanischer Siedler und liebte seine Aufgabe als Ermittler des FBI.

»Ich kenne Dwayne Sheckley seit vielen Jahren. Die Arbeit ließ uns wenig Zeit, unsere Freundschaft zu pflegen. Trotzdem weigere ich mich, ihn so einfach als Verräter abzustempeln. Das passt einfach nicht zu ihm!«, sagte ich.

Zu meiner Überraschung glitt ein erleichtertes Lächeln über das Gesicht unseres Chefs.

»Ich habe gehofft, dass Sie so reagieren. Wir haben die Zustimmung der Homeland Security, eigene Ermittlungen anstellen zu dürfen. Die Zeit ist sehr knapp, also sollten Phil und Sie sich sofort an die Arbeit machen«, sagte er.

Ich atmete innerlich auf. Einen Augenblick lang hatte ich angenommen, dass Mr High sich nicht zu diesem Schritt hatte durchringen können. Dann hätte ich Urlaub eingereicht, um meinem Freund auf eigene Faust helfen zu können. So stand uns jedoch der gesamte Apparat des FBI zur Verfügung. Mein Partner erhob sich bereits. Er deutete auf die Fotografien auf dem Schreibtisch.

»Können wir alle Unterlagen der Homeland Security einsehen?«, fragte er.

Dieses Mal zeigte sich ein anderer Ausdruck im Gesicht des Chefs. Er schüttelte verärgert den Kopf.

»Sorry, aber dieses Zugeständnis wollte man mir partout nicht machen. Ich hätte Ihnen diese Bilder schon nicht zeigen dürfen, aber das nehme ich auf meine Kappe«, erwiderte er.

Der Hinweis reichte mir, um die Fotografien nacheinander in die Hand zu nehmen und mir jedes Detail genau einzuprägen. Anschließend reichte ich sie an Phil weiter.

»Gibt es noch Fragen?«, wollte Mr High wissen.

»Nein, Sir«, erwiderte ich.

Phil und ich erhoben uns, um Sekunden später im Eilschritt an Helens Schreibtisch vorbeizugehen. Sie warf mir einen fragenden Blick zu, akzeptierte aber das leichte Kopfschütteln. Ich vertraute Helen, aber in den kommenden Stunden würde ich nicht das geringste Risiko eingehen.

***

Er war durch einen Zufall darauf gestoßen. Dwayne Sheckley entdeckte die Manipulation, als er seine Liste mit Informanten überarbeitete. Einer davon lag seit drei Tagen im Mercy Hospital, nachdem er mit seinem Motorrad von einem Toyota erfasst und dabei schwer verletzt worden war. Dwayne stand vor dem Diner in der Morgensonne und hing einen Moment lang seinen Erinnerungen nach.

»San Diego? Wie soll das denn funktionieren?«

Als Dwayne die Rückmeldung aus dem System erhielt, wonach Ethan Womack am Flughafen von San Diego ausgecheckt hatte, stutzte er. Anschließend informierte er automatisch die Kollegen der Homeland Security, wie es das Protokoll vorsah. Jemand reiste unter falschem Namen durch die Staaten und stellte somit ein großes Sicherheitsrisiko dar.

Dwayne hatte sich von seiner Wohnung aus ins System eingeloggt und war daher nicht sonderlich überrascht, als zwei Agents der Homeland Security vom Portier gemeldet wurden. Sie hatten ihre Namen genannt. Außerdem konnte Brian, der Tagesportier, sich die Ausweisnummern merken und gab sie an Dwayne weiter. Aus Gewohnheit hatte er die Nummern überprüft und erhielt so einen minimalen Vorsprung.

»Wer immer ihr seid, zur Homeland Security gehört ihr definitiv nicht«, fluchte er vor sich hin.

Keine zehn Minuten nach seiner überstürzten Flucht aus dem eigenen Apartment rief Dwayne Sheckley einen Freund an, dem er völlig vertraute. Zu seinem Pech sprang nur der Anrufbeantworter an, weshalb er eine kurze Nachricht hinterließ. Während er sich auf den Weg zur Bar TrafficTwo machte, jagten sich in Dwaynes Kopf die Gedanken. Als er seinen Buick Regal aus der Tiefgarage lenkte, eilten ein Mann und eine Frau auf die Eingangstür seines Mietshauses zu. Sie hatten einen blauen Ford Taurus direkt davor abgestellt.

Dwayne nahm nur am Rande zur Kenntnis, dass sich im Licht seiner Scheinwerfer eine blaue Signallampe im Kühlergrill des Ford spiegelte. Es dauerte eine Weile, bis der Gedanke an die Oberfläche gelangte. Dwayne saß zu diesem Zeitpunkt bereits über eine Stunde an einem Ecktisch in der Bar, von wo aus er alle eintretenden Gäste unbemerkt mustern konnte.

Seine Verfolger gehörten demnach zum NYPD oder einer Behörde wie dem FBI. Ein dunkelhaariger Mann erschien in der Tür des TrafficTwo und schaute sich suchend um. Dwayne wollte sich bereits bemerkbar machen, als er seinen Irrtum erkannte. Das war nicht Jerry. Es war der Mann, der zusammen mit der Frau ins Mietshaus geeilt war. Seine Verfolger hatten ihn gefunden.

Dabei wussten eigentlich nur Jerry und Emma, dass Dwayne sich schon einmal hierher verirrt hatte. Das TrafficTwo erfüllte normalerweise nicht die Kriterien, nach denen er sich eine Bar aussuchte. Jetzt musste er auf Plan B zurückgreifen.

Dwayne rempelte den Mann neben sich an, der sein Glas fallen ließ, das klirrend am Boden zerschellte. Mit einer Bewegung nach der anderen Seite hieb er einer jungen Frau krachend auf die Schulter, deren Begleiter sich entrüstet auf ihn stürzen wollte. Da Dwayne die Aktion geplant hatte, war er vorbereitet und duckte sich weg. Den einsetzenden Tumult nutzte Dwayne, um durch die Hintertür unbemerkt in die Dunkelheit zu verschwinden.

Bislang hatte er angenommen, dass es sich bei den Besuchern im Mietshaus um falsche Agents oder Cops gehandelt hatte. Es hätte zu den hervorragenden Fälschungen gepasst, die seit einigen Monaten überall in den USA zu großer Verwirrung geführt hatten.

Selbst weltweit gesuchte Terroristen waren so ins Land gekommen. Die Ausstattung des Ford Taurus ließ Dwayne mittlerweile an dieser Theorie zweifeln. Seine Verfolger waren mit Fahrzeugen unterwegs, die über Sonderzeichen verfügten. Wem konnte er jetzt noch trauen?

Die restliche Nacht quartierte Dwayne sich in einer Absteige ein, wo man nicht nach Ausweisen fragte und Bargeld akzeptierte. Es hielt ihn jedoch nicht lange im Zimmer. Kurz nach sieben Uhr morgens verließ er das Motel und suchte sich einen Diner ganz in der Nähe. Nach dem ausgiebigen Frühstück fühlte er sich gestärkt und lenkte nun seine Gedanken zurück in die Gegenwart. Dwayne spekulierte, ob er Jerry im Field Office anrufen sollte. Sein Freund und Kollege würde zu dieser Zeit vermutlich an seinem Schreibtisch sitzen.

***

Zuerst wollten wir mit Greta Baldicci reden. Sie war Dwaynes langjährige Partnerin und kannte ihn besser als sonst jemand. Als sie in unser Büro kam, sprühten ihre dunklen Augen vor Wut. Die dunkelbraunen Locken in Verbindung mit dem hitzigen Temperament waren Erben ihrer Vorfahren, die aus Neapel in die USA gekommen waren.

»Ihr jagt also meinen Partner«, stieß sie hervor.

Das war die offizielle Lesart. Ich hob beschwichtigend beide Hände in die Höhe.

»Natürlich nicht, Greta! Du weißt doch, dass Dwayne und ich gut befreundet sind. Beruhige dich bitte. Wir wollen ihm nur helfen und denken nicht, dass er ein Verräter ist«, wehrte ich ab.

Sie stampfte noch einmal mit dem Fuß auf, bevor sie sich in den Besucherstuhl fallen ließ, den Phil ihr hingeschoben hatte.

»Ich bin froh, das zu hören. Himmel! Dwayne würde niemals Verrat begehen.

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