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Jerry Cotton - Folge 2956

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Bombenstimmung in New York
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Bombenstimmung in New York

Ein eiskalter Morgen in New York City. George Hadley blickte kurz auf die Uhr an seinem Handgelenk. Es war genau 8.07 Uhr. Hadley war spät dran. In der Linken hielt er eine unscheinbare Einkaufstüte aus braunem Papier, in der sich zwei Kilo reines Kokain befanden. Die Rechte war in der Tasche des Kamelhaarmantels vergraben. George Hadley suchte nach dem Wagenschlüssel seiner Limousine, einer gepanzerten Sonderanfertigung mit kugelsicheren Scheiben

Er legte die Einkaufstüte aufs Dach, um auch mit der anderen Hand nach dem Schlüssel zu suchen. Ein Leihwagen der Firma Grant & Davis hatte hinter seiner Limousine geparkt. Im nächsten Moment explodierte der Leihwagen und wurde zu einem sich ausdehnenden Feuerball. Die Tüte wurde emporgeschleudert, zerriss und entflammte, während gleichzeitig Dutzende von Fensterscheiben zerbarsten. Augenblicke später rieselte der erste Schnee dieses Jahres vom Himmel.

Derselbe kalte Morgen, eine andere Straße …

Rico Grandetti stoppte seinen Lastwagen, mit dem er gerade versuchte, durch die schmale Einfahrt auf einen Hinterhof zu fahren. Sein Blick fiel auf die Uhr am Armaturenbrett. Es war 8.07 Uhr. Das bedeutete, er war exakt sieben Minuten zu spät. Die Warenannahme bei dem Schuhdiscounter, zu dem er fuhr, war genau getaktet. Wer zu spät kam, riskierte saftige Konventionalstrafen.

Und jetzt – kurz vor dem Ziel – hatte irgend so ein Idiot seinen Wagen so dämlich in die Einfahrt gestellt, dass Grandetti mit seinem Lieferwagen nicht daran vorbeikam.

Jedenfalls nicht so einfach. Er musste noch einmal ein Stück zurücksetzen, damit das Fahrzeug dann in einem anderen Winkel auf der Straße stand. Und was dann folgte, war Zentimeterarbeit.

»Verfluchter Mist! Wenn man die Polizei braucht, ist sie nicht da«, knurrte Grandetti.

Auf seinen Touren fluchte er häufig laut vor sich hin. Vor allem dann, wenn er es mit Verkehrsteilnehmern zu tun hatte, die ihn durch ihre unsichere Fahrweise aufhielten oder in Gefahr brachten. Das Vor-sich-hin-Fluchen half Grandetti, sich wieder zu beruhigen. Denn dass es nichts brachte, sich über solche Dinge aufzuregen, das wusste er selbst ganz genau.

Grandetti sah in den Rückspiegel. Da war bereits ein SUV hinter ihm und blendete die Scheinwerfer auf, weil der Fahrer wohl nicht verstand, weshalb der Lastwagen vor ihm jetzt unbedingt zurücksetzen musste.

»Ja, wenn du schneller denken würdest, du Schlipsträger in deiner Limousine, dann würden wir beide jetzt etwas schneller vorwärts kommen«, knurrte Grandetti finster vor sich hin.

Endlich begriff der Limousinenfahrer und setzte jetzt auch ein Stück zurück. Grandetti konnte daher ebenfalls ein paar Meter rückwärts fahren. Alles nur nach der Sicht im Außenspiegel. Aber das war Grandetti gewohnt.

Und dann brach vor ihm plötzlich die Hölle los.

Der für Grandetti so ungünstig abgestellte Wagen platzte regelrecht auseinander.

Grandetti konnte nur noch die Hände emporreißen und sich zusammenkrümmen. Die Frontscheibe seines Lastwagens zerbarst und es regnete Scherben.

***

Dieser Morgen begann wie viele andere auch. Ich holte Phil an der üblichen Ecke ab. Schon zwei Kreuzungen weiter ging es dann ziemlich zäh voran. Der morgendliche Verkehrsinfarkt hatte den Big Apple mal wieder voll im Griff. Aber daran gewöhnt man sich, und eigentlich war ich früh genug losgefahren, um das Field Office an der Federal Plaza 26 pünktlich zu erreichen.

Aber an diesem Morgen sollten wir dort vorerst gar nicht ankommen.

Ein Anruf aus dem Field Office erreichte uns. Wir nahmen ihn über die Freisprechanlage entgegen, während ich den Jaguar vor der nächsten roten Ampel anhalten musste.

Es war Mr High, der sich da meldete. Und was er uns mitzuteilen hatte, klang schier unglaublich.

»Heute Morgen hat es nahezu gleichzeitig insgesamt acht Anschläge durch Autobomben in New York City gegeben. Die Bomben gingen zur selben Zeit hoch, und wir wissen im Moment nur eins: Es ist allein schon wegen der Anzahl von Vorfällen und der Koordination, die da offenbar im Spiel war, von einem professionell geplanten Verbrechen auszugehen – aller Wahrscheinlichkeit nach mit terroristischem Hintergrund.«

»Klingt nach einem generalstabsmäßig durchgeführten Angriff auf die Stadt«, meinte ich.

»Die Kollegen der City Police geben uns laufend neue Daten herein und ich verteile gerade unsere Agents auf die verschiedenen Tatorte. Ich gebe Ihnen gleich eine Adresse durch, zu der Sie jetzt unverzüglich fahren …«

Die Adresse, die Mr High uns durchgab, gehörte zu einem Block mit Luxusapartments. Eine der Bomben dieses Morgens war wohl in einem Fahrzeug deponiert gewesen, das in unmittelbarer Nähe geparkt hatte.

»Das Pikante an der Sache ist, dass sich unter den Opfern ein Mitarbeiter der Botschaft Saudi-Arabiens befindet. Es handelt sich um Mohammed Hussein Ibn Ahmad. Er wurde schwerverletzt in eine Klinik eingeliefert und es ist noch nicht sicher, ob er durchkommt.«

»Wissen Sie, welche Funktion dieser Ibn Ahmad in der Botschaft hatte?«, fragte ich.

»Er hat in untergeordneter Funktion gearbeitet, besaß zwar einen Diplomatenpass, hat sich allerdings vorrangig um die Pflege von Wirtschaftskontakten in die Vereinigten Staaten gekümmert.«

»So ein Mann wäre immerhin ein mögliches Al-Quaida-Ziel« ergänzte Phil.

»Richtig«, bestätigte Mr High. »Allerdings sollten wir zunächst in alle Richtungen ermitteln. Noch wissen wir nicht, ob es zwischen den verschiedenen Opfern, die diese koordinierten Anschläge gekostet haben oder noch kosten werden, irgendwelche Gemeinsamkeiten gab. Die Daten tröpfeln hier so nach und nach ein, und ehrlich gesagt ist es noch viel zu früh, um sich irgendein Bild zu machen.«

Wir machten uns also auf den Weg.

»Acht Autobomben – exakt zur selben Zeit gezündet – das ist keine Kleinigkeit«, meinte Phil. »Wer auch immer dahintersteckt, das waren Leute, die etwas von Sprengstoff und dem Gebrauch von Zeit- oder Fernzündern verstanden. Und vermutlich kann es auch kein Einzeltäter gewesen sein, sondern eine gut vernetzte, hochprofessionell organisierte Gruppe.«

»Du meinst, es käme auch ein ausländischer Geheimdienst in Frage«, meinte ich.

»Jedenfalls Leute, die weitaus mehr vorzuweisen haben als nur irgendeine radikale politische oder religiöse Ausrichtung, die die Betreffenden jedes Risiko vergessen lässt.«

»So wie ich das sehe, sind die gar kein Risiko eingegangen«, gab ich zu bedenken.

»Sag ich doch: eher Terror-Profis als fanatische Selbstmordattentäter! Zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl.«

»Dann wollen wir mal sehen, wie man sich auf deinen Bauch verlassen kann, Phil.«

»Im Moment knurrt der nur, weil ich heute Morgen nicht mehr dazu gekommen bin, was zu frühstücken.«

»Ach, Phil, so was sind wir doch gewöhnt, oder?«

Phil nickte. »Leider.«

***

Als wir den uns zugewiesenen Tatort erreichten, war dort bereits die Hölle los. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge blockierten die Straße. Der Emergency Service war ebenso vertreten wie die Feuerwehr, die City Police und die Spurensicherung der Scientific Research Division, des zentralen Erkennungsdienstes aller New Yorker Polizeieinheiten. Ich war mir sicher, dass früher oder später auch noch zusätzliche Erkennungsdienstler aus den Reihen des FBI hier auftauchen würden, vor allem Sprengstoff-Experten. Aber das brauchte wohl alles seine Zeit.

Der Verkehr wurde bereits eine Kreuzung vorher umgelenkt. Die Folgen für den Verkehrsfluss waren natürlich verheerend. Inzwischen kamen auch die ersten Meldungen über das Radio sowie über das Navigationssystem. Ohne dass schon Näheres über die Tatumstände gemeldet wurde, empfahl man allen Verkehrsteilnehmern bestimmte Bereiche so weiträumig wie möglich zu umfahren.

Am besten sei es, den gesamten Süden Manhattans heute zu meiden, wenn es einem irgendwie möglich sei, so der Radiomoderator.

Witzbold, dachte ich. Für die meisten Pendler, die um diese Zeit nach Manhattan strömten, war das schlicht und ergreifend unmöglich. Sie mussten zu ihren Büros und Geschäften oder wo sie sonst ihre Jobs hatten.

Ich nahm den erstbesten legalen Parkplatz in der Nähe des Apartmenthauses Three Seasons, vor dem eine der acht Bomben explodiert war. Den Rest des Weges gingen wir zu Fuß, weil das letztendlich schneller ging.

Es war ziemlich kalt. Eine der ersten Frostnächte in diesem Jahr lag gerade hinter uns. Wir erreichten die Absperrung der Kollegen. Phil und ich hielten unsere ID-Cards hoch, die uns als Special Agents des FBI Field Office New York auswiesen.

Wenig später trafen wir dann bei dem explodierten Wagen ein. Das Fahrzeug war für einen Laien kaum noch zu identifizieren. Überall lagen Teile der Karosserie herum. In der Umgebung des eigentlichen Explosionsherdes waren dutzendweise Fensterscheiben geborsten. Durch die Luft geschleuderte Trümmerteile hatten für weitere Schäden an den Fassaden und an benachbarten Fahrzeugen gesorgt.

Schwer beschädigt war offenbar auch eine dunkle Limousine mit Überlänge.

Wir trafen Greg Nolan, Captain des zuständigen Reviers der City Police. Nolan war ein drahtiger Mittfünfziger. Der graue Haarkranz war kurzgeschoren. Nolan hatte gerade sein Smartphone am Ohr und telefonierte, als wir ihn begrüßten. »Wir brauchen hier dringend Verstärkung«, hörten wir ihn eindringlich sagen. »Glaubt ihr vielleicht, die Spuren warten darauf, bis wir genügend Leute hier haben, um sie zu sichern? Von den Zeugen mal ganz abgesehen … Na also!« Nolan beendete das Gespräch und sein Kopf nahm daraufhin eine hochrote Farbe an.

»Jerry Cotton, FBI. Dies ist mein Kollege Phil Decker«, sagte ich.

»Kann es sein, dass wir uns schon mal gesehen haben?«

»Ja, aber da waren Sie noch Lieutenant im 16. Revier.«

»Dachte ich es mir doch. Gesichter merke ich mir.«

»Ich sehe, Sie sind ziemlich im Stress.«

Nolan machte eine wegwerfende Handbewegung. »Es fehlt an allen Ecken und Enden. Von den acht Tatorten liegen zwei in meinem Revier. Und das heißt, hier steht alles kopf. Die Spezialisten, auf die wir warten, sind immer noch nicht da, und ich habe noch nicht mal genug Leute, um alle Zeugenaussagen aufzunehmen.«

»Sie sind nicht zu beneiden.«

»Was erwarten Sie? Das ist das übliche Chaos. In ein oder zwei Stunden hat sich das gelegt. Und mein Job ist es, dafür zu sorgen, dass uns in dieser Zeit nicht irgendwelche wichtigen Hinweise durch die Lappen gehen.«

»Was ist mit der ramponierten Limousine da vorne?«, fragte ich. »Ist das der Wagen von Mister Mohammed Hussein Ibn Ahmad?«

Captain Nolan nickte. »Ja, ist es.«

»Was ist genau passiert?«

»Mister Ahmad kam aus dem Haupteingang der Three Seasons Apartments. Sein Leibwächter war bei ihm. Eine Limousine wurde vorgefahren, hielt. Der Fahrer wartete im Wagen. Sie sehen ihn da vorne. Er scheint nicht ansprechbar zu sein.«

»Und was geschah dann? Wo war Ibn Ahmad, als die Bombe losging?«, hakte Phil nach.

»Der Leibwächter machte ihm gerade die hintere Tür der Stretch-Limousine auf. Ein paar Sekunden später und weder Ibn Ahmad noch sein Leibwächter hätten etwas abbekommen, denn die Limousine ist gepanzert. Sie sehen ja, dass dem Fahrer nichts passiert ist.«

Ich nickte leicht.

Der Fahrer starrte einfach nur vor sich hin. Man musste kein Arzt sein, um einen schweren Schock zu diagnostizieren.

»Ich frage mich, wer so eine Wahnsinnstat begeht«, meinte Nolan und fuhr sich mit der flachen Hand über den kahlen Kopf. Die Eiseskälte schien ihm nichts auszumachen. »Acht Autobomben auf einmal, das ist ja fast so etwas wie ein Sturmangriff auf Manhattan.«

»Wir werden früher oder später schon herausbekommen, wer dahintersteckt«, versicherte ich.

Nolan nickte. »Ja, fragt sich nur, ob früher oder später. Den Irren, die dahinterstecken, geht es ja wohl ganz offensichtlich darum, einen möglichst großen Schrecken zu verbreiten. Und zumindest dieses Ziel ist auf jeden Fall erreicht worden. Es wird Monate dauern, bis sich die Leute hier in New York wieder sicher fühlen.«

Was seine letzte Bemerkung anging, musste ich Nolan leider recht geben. Aber was die Intention des oder der Attentäter betraf, hatte ich mir angewöhnt, zurückhaltender zu sein. Frühzeitige Festlegungen haben so manche Ermittlung ruiniert, die eigentlich ganz vielversprechend begann. Und wenn man erst einmal mit der falschen Brille durch die Gegend lief, sah man sehr schnell selbst die Dinge nicht mehr, die eigentlich unübersehbar waren.

»Sagen Sie, haben Sie eine Ahnung, was Mister Ibn Ahmad in diesem Haus wollte?«, fragte ich.

Nolan sah mich verwundert an.

»Keine Ahnung. Darum konnten wir uns noch nicht kümmern. Zurzeit lasse ich so viele Leute wie möglich ausschwärmen, um Zeugen zu befragen und zu ermitteln, wer zum Beispiel den Wagen dort abgestellt hat, der plötzlich explodiert ist. Was diesen Ibn Ahmad angeht – fragen Sie doch den Fahrer. Vielleicht lernt man bei Ihnen im FBI ja Befragungstechniken, die sensibel genug sind, um selbst jemandem, der so unter Schock steht, noch eine brauchbare Information zu entlocken.«

***

Wir gingen zu dem Fahrer am Steuer der Stretch-Limousine. Ich klopfte gegen die Fensterscheibe aus Panzerglas. Sie war von außen etwas ramponiert. Kleine Metallteile und Glassplitter des explodierten Fahrzeugs waren wie Geschosse umhergeschwirrt und hatten die Panzerscheiben der Stretch-Limousine getroffen, aber natürlich keinen nennenswerten Schaden angerichtet.

Ich klopfte ein zweites Mal, als der Fahrer zunächst nicht reagierte. Dann wandte er den Blick, sah mich mit teilnahmslos wirkendem Gesichtsausdruck an und ich hielt ihm die ID-Card des FBI so hin, dass er sie erkennen musste.

Einige Augenblicke lang geschah gar nichts. Aber mir war klar, dass man bei jemandem in seinem Zustand Geduld haben musste. Also wartete ich einfach ab.

Der Fahrer wandte den Kopf, sah mich einige Augenblicke lang starr an und blickte dann kurz auf meinen Ausweis. Anschließend ließ er das Fenster herunter.

»Sir?«, fragt er.

»Brauchen Sie Hilfe?«, fragte ich.

»Nein«, war seine Antwort.

»Sie sind der Fahrer von Mister Ibn Ahmad.«

»Bin ich.«

»Können Sie mir etwas darüber sagen, was Mister Ahmad hier gewollt hat? Wen hat er im Three Seasons besucht?«

»Ich glaube nicht, dass dies etwas mit dem Verbrechen zu tun hat, das Sie aufklären sollen«, sagte der Fahrer jetzt und vermittelte auf einmal überhaupt nicht mehr den Eindruck eines Mannes, der unter einem schweren Schock stand.

»Die Beurteilung dieser Frage müssen Sie schon uns überlassen«, gab ich zurück. »Jede zusätzliche Information, die wir bekommen können, kann uns am Ende helfen, den oder die Täter zu fassen.«

»Sie sind nicht autorisiert, mich zu verhören. Ich besitze als Botschaftsangehöriger …«

»Ich will nicht an Ihrem Diplomatenstatus kratzen – und auch nicht an dem von Mister Ibn Ahmad«, versicherte ich.

Der Fahrer hielt mir seinen Ausweis entgegen, der ihn als Mitarbeiter der saudischen Botschaft identifizierte. Sein Name war Daud al-Katibi. »Es tut mir leid, ich habe meine Anweisungen und Vorschriften. Aber ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Ihren Ermittlungen im Hinblick auf Mister Ibn Ahmad enge Grenzen gesetzt sind. Genau genommen …«

»Mister al-Katibi, Sie scheinen mich vollkommen missverstanden zu haben«, unterbrach ich ihn, »wir betrachten Mister Ibn Ahmad als Opfer und ich nehme an, dass auch Ihre Regierung ein hohes Interesse an der Aufklärung dieses Falles hat.«

Die Art und Weise, wie der Fahrer uns ansah, hatte etwas Automatenhaftes. »Ich bin leider nicht ermächtigt, mit Ihnen darüber zu reden. Sie sollten außerdem beachten, dass den Befragungen von Botschaftsangehörigen enge Grenzen gesetzt sind, und …«

»Sie sind uns nicht gerade eine Hilfe, wenn es darum geht, die Sicherheit Ihrer Botschafter und des dazugehörigen Personals auch in Zukunft zu sichern«, unterbrach Phil ihn genervt.

»Ich habe meine Vorschriften.«

»Aber Sie können zumindest bestätigen, dass er im Three Seasons-Apartmenthaus war?«

»Ich werde nichts bestätigen oder dementieren. Wenden Sie sich einfach an meine Botschaft, reichen Sie Ihre Fragen schriftlich ein und ich bin überzeugt davon, dass man Ihnen weiterhelfen kann.«

Phil seufzte. Der Blick, den er mir zuwarf, sagte alles. Es war ganz gut, dass er das, was er in diesem Moment dachte, für sich behielt. Eigentlich hatte ich gedacht, dass der Fahrer das Gespräch damit als beendet ansah. Aber das war offenbar nicht der Fall, denn plötzlich wurde er dann doch noch ungewohnt auskunftsfreudig. »Ich versichere Ihnen, dass der Grund für Mister Ibn Ahmads Besuch in diesem Teil der Stadt nichts mit dem Anschlag zu tun hat.«

»Wie können Sie da so sicher sein?«, fragte ich etwas ratlos. »Bis jetzt haben wir nicht einmal den leisesten Anhaltspunkt dafür, wer dahinterstecken könnte und was alles damit in Zusammenhang steht. Oder wissen Sie mehr?«

»Ich habe alles gesagt, Sir.«

Er wich meinem Blick aus und mir war klar, dass er mir nicht eine einzige weitere Silbe sagen würde.

»Lass es, Jerry«, meinte Phil.

Mein Kollege hatte natürlich recht. Es lohnte sich nicht, sich an diesem Mann festzubeißen, zumal ihm sein Status einen weitgehenden Schutz gab. Wir hätten nicht einmal den Kofferraum der Stretch-Limousine durchsuchen dürfen.

***

Wir gingen ins Three Seasons und nahmen Kontakt mit dem Sicherheitsdienst auf. Das Three Seasons war ein Apartmenthaus, das in Sachen Sicherheit einen sehr hohen Standard aufwies. Kameras überwachten sämtliche Flure, die zum Haus gehörende Tiefgarage und die Bereiche vor den Eingängen.

Uniformierte Kräfte eines privaten Sicherheitsdienstes zeigten schon in der Eingangshalle auffällig viel Präsenz. Wir präsentierten dem erstbesten Security Guard unsere Ausweise und wurden zum Einsatzleiter gebracht, der uns zusammen mit den Kollegen der Videozentrale erwartete. Hier wurden die Daten der Kameraüberwachung gesammelt und die einzelnen Kameras live überwacht.

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