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Jerry Cotton - Folge 2954

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Tod mit doppelter Buchführung
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Tod mit doppelter Buchführung

Der Sturz in die Tiefe schien eine kleine Ewigkeit zu dauern. Mit einem Teil seines Bewusstseins sah er die Lichter, die sich auf der Oberfläche des Hudson River spiegelten, näher kommen. Der Rest seiner Gedanken war bei seiner Tochter. Sie war das Wichtigste in seinem Leben gewesen.

Noch ein letzter Gedanke, dann prallte sein Körper auf die kalte, harte Oberfläche des Wassers. Er verlor das Bewusstsein und merkte nicht mehr, wie sein Körper immer tiefer sank, wie er vergeblich nach Luft schnappte und schließlich ertrank – der einzige Segen in dieser dunklen Stunde.

Wie üblich hatte ich auch an diesem Morgen Phil an der üblichen Ecke aufgesammelt, und inzwischen hatten wir die Federal Plaza erreicht. Ich stellte den Jaguar in der Tiefgarage ab und wir machten uns auf den Weg zu Mr Highs Büro.

Helen empfing uns dort freundlich und stellte uns unaufgefordert Kaffee hin.

»Das ist ja ein Service«, meinte Phil und lächelte. »Und es duftet wie immer verführerisch.« Er setzte an und nahm einen Schluck. »Ah, das ist die richtige Art, den Tag zu beginnen.«

»Leider fing der Tag nicht für jeden so gut an«, sagte Mr High, der gerade um die Ecke kam. »Ein Toter wurde gerade aus dem Hudson gefischt.«

Er ging in sein Büro und bat uns herein. Ich ging zuerst, Phil trank noch schnell seine Tasse leer und folgte dann.

Mr High nahm in seinem Bürostuhl Platz und reichte mir eine dünne Akte. »Das ist alles, was wir bisher haben – nicht viel. Bei dem Toten handelt es sich um einen gewissen Louis Lennart, einen Buchhalter aus Jersey City. Seine Leiche wurde heute früh im Wasser gefunden.«

»Ein Buchhalter?«, meinte Phil. »War es möglicherweise Selbstmord?

»Das ist eine Möglichkeit«, erwiderte Mr High und schaute ihn an. »Die Crime Scene Unit ist auf dem Weg und wird in Kürze vor Ort sein. Wenn der Obduktionsbefund vorliegt, wissen wir mehr. Sollte es Hinweise geben, dass es sich um Mord handelt, übernehmen Sie den Fall, wenn nicht, hat sich die Sache für uns erledigt.«

»Dann sollten wir keine Zeit verschwenden und die Kollegen von der Crime Scene Unit nicht unnötig warten lassen«, sagte ich und schaute zu Mr High.

Er nickte zustimmend.

Wir verabschiedeten uns von ihm und bewegten uns auf direktem Weg zur Tiefgarage.

»Buchhalter – der Job wäre echt nichts für mich«, meinte Phil. »Wenn ich den ganzen Tag über Zahlenkolonnen brüten müsste, wüsste ich nicht, was ich alles anstellen würde.«

»Die meisten Buchhalter, die ich kenne, sind mit ihrer Arbeit recht zufrieden und würden bestimmt nicht mit dir tauschen«, sagte ich. »Sie lieben es eben, mit Zahlen zu jonglieren, genau wie du es magst, Verbrecher zu verfolgen, und auch einem fairen Zweikampf gegenüber nicht abgeneigt bist.«

»Hast ja recht«, meinte Phil. »Und letztlich bin ich ja auch froh, dass es solche Leute gibt, damit ich mich nicht um all die Verwaltungsgeschichten kümmern muss.«

***

Während der Fahrt aktivierte Phil den Bordcomputer. »Unser Mann, Louis Lennart, ist zweiundfünfzig, geschieden und hat eine Tochter.«

»Und sonst? War das alles?«, fragte ich.

»Im Grunde schon«, antwortete Phil. »Ein ganz normaler, unauffälliger US-Bürger. Seine Akte ist lupenrein – keine Straftat irgendeiner Art. Und auch sonst habe ich nicht viel. Kein Facebook-Account oder Registrierung bei anderen sozialen Netzwerken, kein Kredit, nichts. Er hat nicht viel Geld auf seinem Konto, das könnte wohl in dem Alter etwas mehr sein, aber vielleicht hat er sein Bargeld ja zu Hause gebunkert und vertraut es nicht einer Bank an.«

»Und seine Ex-Frau? Lebt sie in Jersey City oder in unmittelbarer Nähe?«, fragte ich weiter.

Phil schüttelte den Kopf. »Nein, in Seattle, schon seit ein paar Jahren. Nur seine Tochter, die wohnt in Jersey City.«

»Wenn die Frau nicht in der Nähe war, können wir sie als Verdächtige schnell ausschließen«, überlegte ich laut. »Und sonst? Gar nichts?«

»Nein, nichts«, meinte Phil. »Er hat wohl ein einfaches, langweiliges Buchhalterleben geführt. Es gibt auch keine Aufzeichnungen darüber, dass er irgendwann in den letzten Jahren das Land verlassen hätte. Wenn er Urlaub gemacht hat, dann höchstens in den Staaten, aber darüber liegen keine Informationen vor.«

»Mich würde interessieren, was für eine Art Mensch er war«, sagte ich. »Das kann uns wahrscheinlich seine Tochter erzählen. Wenn es sich um einen Mordfall handelt, sollten wir sie aufsuchen.«

»Ja, wenn«, erwiderte Phil skeptisch und holte seine Tageszeitung hervor. »Mal sehen, was gestern sonst noch so los war.«

Während er las und mir ab und zu ein paar interessante Details aus der Presse mitteilte, steuerte ich den Jaguar in Richtung Lower Manhattan.

Wenig später erreichten wir die Piers in der Nähe der Hubert Street. Ich konnte etwa ein halbes Dutzend Schiffe ausmachen. Am Ende der nördlichen Anlegestelle sah ich ein paar Cops und Mitarbeiter der Crime Scene Unit.

»Ganz schön windig hier draußen«, meinte Phil. »Man merkt, dass es bald Winter wird.«

»Erst mal haben wir noch Herbst«, erwiderte ich. »Aber du hast recht, der Wind ist unangenehm kalt. Und hier draußen wird er nicht durch Wolkenkratzer aufgehalten.«

Ich schaute auf die freie Wasserfläche der Bucht. Von hier aus konnte man auch die Freiheitsstaue sehen, die stolz in den Himmel ragte.

»Sind Sie die vom FBI, die sich hier um alles kümmern sollen?«, fragte ein gedrungener Officer von schätzungsweise vierzig Jahren mit rauchiger Stimme.

»Ja, die sind wir«, antwortete ich. »Wobei noch nicht ganz klar ist, ob es sich tatsächlich um einen Fall handelt.«

Er nickte. »Ja, da reden Sie besser mit der Rothaarigen, die mit ihren Leuten die Leiche untersucht. Das ist nicht meine Baustelle. Ich bin ohnehin erst hier angekommen, als die beiden jungen Kerle dort den Typen aus dem Wasser gefischt hatten.«

Er deutete auf zwei Männer von Mitte zwanzig, die am Ende der Anlegestelle standen und nicht sehr glücklich aussahen.

Ich schaute über ihn hinweg und sah, wen er als Rothaarige bezeichnet hatte: Dr. Janice Drakenhart, eine der Pathologinnen der Crime Scene Unit, mit der wir schon oft zusammengearbeitet hatten.

»Gut, dass Janice hier ist, dann wird das nicht lange dauern«, bemerkte Phil. »Wenn ich an diesen alten Typen von der Westküste denke, der hierhergezogen ist, der hat eine ganz schön lange Leitung gehabt.«

»Ja, Janice ist mir auch lieber«, stimmte ich ihm zu.

Wir gingen auf sie und ihr Team zu.

»Gut, dann können wir ihn abtransportieren lassen, wenn die Agents hier waren«, hörte ich sie sagen.

Dann schaute sie auf und sah uns. »Ah, Jerry, Phil, nehmt ihr euch der Sache an?«

Ich nickte, unterließ es aber, ihr die Hand zu geben, da sie Latexhandschuhe trug, die nicht sehr sauber ausschauten. »Ja, machen wir. Kannst du uns schon etwas sagen? Zur Todesursache?«

»Er ist wahrscheinlich ertrunken«, antwortete sie. »Aus den Lungen kam Wasser, als wir ihn umgedreht haben. Das werde ich im Labor genauer untersuchen, ist aber ziemlich sicher. Lange war er nicht im Wasser, vielleicht acht oder zehn Stunden. Auch das kann ich euch später genauer sagen. Durch das kalte Wasser ist eine Bestimmung des Todeszeitpunktes anhand der Lebertemperatur nicht möglich.«

»Also ertrunken«, wiederholte ich. »Irgendwelche Hinweise darauf, dass er ins Wasser geworfen wurde? Abwehrverletzungen oder so? Oder sieht es eher nach Selbstmord aus?«

»Das ist die Schlüsselfrage, nicht wahr?«, entgegnete sie. »Die Wahrheit ist, dass ich nicht genau sagen kann, was passiert ist. Abwehrverletzungen hat er, soweit ich bisher sehen konnte, keine. Aber seine Bauchgegend weist erhebliche Prellungen auf, die kurz vor seinem Tod erfolgt sind. Ich kann aber noch nicht sagen, ob es wenige Minuten oder Stunden vorher war. Ob er also selbständig ins Wasser gesprungen ist oder gestoßen wurde, müsst ihr herausfinden. Gefallen ist er aber auf jeden Fall, denn er weist auch noch Verletzungen auf, die für einen Fall ins Wasser aus großer Höhe typisch sind.«

»Also ermitteln wir, nicht wahr?«, sagte Phil.

»So ist es«, bestätigte ich. »Solange nicht klar erwiesen ist, dass es sich um Selbstmord handelt, gehen wir der Sache nach. Gibt es sonst noch etwas, das für uns von Interesse ist?«

Dr. Drakenhart zeigte auf mehrere durchsichtige Plastikbeutel. »Seine Brieftasche hatte er dabei. Ist noch Geld drin, war also – wenn – dann wohl kein Raubmord. Der Officer hat sie untersucht, um die Identität des Toten festzustellen. Ein Handy haben wir nicht gefunden, könnte beim Sturz oder im Wasser verloren gegangen sein.«

»Kein Problem, die Handyverbindungen und all das können wir uns auch so besorgen«, meinte Phil. »Die moderne Überwachungstechnik macht’s möglich.«

»Wir werfen noch einen kurzen Blick auf den Leichnam, dann könnt ihr ihn abtransportieren«, sagte ich zu Dr. Drakenhart.

Sie zeigte uns den toten Körper und deutete auf die Hinweise für die Erkenntnisse, die sie uns bereits mitgeteilt hatte. Dann wurden die sterblichen Überreste von Louis Lennart abtransportiert.

»Ich habe im Moment viel zu tun«, sagte Dr. Drakenhart. »Eigentlich hätte Myers sich um diese Leiche hier kümmern sollen, aber er hat sich heute früh krank gemeldet, daher bekam ich sie aufgebrummt. Trotzdem werde ich mir Mühe geben, die Untersuchungen schnell abzuschließen und euch den Bericht zukommen zu lassen.«

»Du bist die Beste«, lobte ich sie. »Wir werden inzwischen sehen, was wir über ihn herausfinden. Wenn es irgendwelche Hinweise darauf geben sollte, wo er in den Hudson gesprungen ist, wäre das hilfreich.«

»Ist eher unwahrscheinlich, aber ich werde sehen, was sich machen lässt«, sagte sie und verabschiedete sich.

Zusammen mit Phil ging ich zu den beiden Männern, die die Leiche gefunden hatten. Ein Officer des NYPD stand bei ihnen.

»Sie haben den Mann aus dem Wasser gezogen?«, fragte Phil die beiden.

Sie nickten schweigend.

»Ist Ihnen dabei irgendetwas aufgefallen?«, fragte Phil.

Sie schüttelten den Kopf.

»Wir wollten eigentlich heute früh fischen gehen und ganz locker draußen auf dem Wasser abhängen«, sagte der Kleinere der beiden. »Mit so einem Fang hatten wir nicht gerechnet. Echt schockierend!«

»So ist es«, sagte Phil ruhig. »Und der Mann schwamm im Wasser? Allein? Oder gab es da sonst noch etwas? Vielleicht ein in der Nähe befindliches Boot?«

»Nein, nur er«, antwortete wieder der Kleine, der kommunikativer zu sein schien als sein Freund. »Wir waren irgendwo draußen, als er uns ins Netz gegangen ist. Dachten erst, es wäre ein toter Delphin oder Hai. Als wir dann gesehen haben, dass es ein Mensch ist, mussten wir uns erst mal übergeben. Anschließend haben wir ihn sofort an Land gebracht und die Polizei gerufen.«

»Mann, ich fahr da echt nicht mehr raus, bestimmt nicht«, fügte sein Freund hinzu und zitterte am ganzen Körper. »Heute Nacht kann ich bestimmt nicht schlafen. Das ist echt ganz anders, als wenn man es in einem Film sieht, Bill.«

»Das ist eben die Realität«, sagte Phil und verkniff sich weitere Kommentare.

Die beiden jungen Männer hatten schon genug durchgemacht. Phil notierte ihre Personalien und Kontaktdaten.

»Falls Ihnen noch etwas einfallen sollte, rufen Sie uns bitte an«, sagte er und reichte Bill seine Karte.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Jaguar. Unser nächstes Ziel war die Wohnung von Louis Lennart in Jersey City.

***

»Macht einen ordentlichen Eindruck, die Gegend«, meinte Phil, als wir die Hutton Street im Norden von Jersey City erreicht hatten und auf das Haus, in dem sich Lennarts Wohnung befand, zugingen.

Er hatte recht. Die Gegend war sauber, kein Müll auf den Straßen, kein Graffiti, und die Passanten machten einen rechtschaffenen Eindruck. Es war eine typische Mittelklasse-Gegend, nichts Besonderes, aber auch nicht heruntergekommen.

Die Wohnung, die wir suchten, befand sich in einem Apartmenthaus mit zwanzig Wohneinheiten. Da die Haustür verschlossen war, klingelten wir bei einem der Nachbarn.

»Ja, wer da?«, drang eine heisere männliche Stimme aus der Gegensprechanlage.

»Agent Decker und Agent Cotton, FBI New York«, antwortete ich. »Wir möchten ins Haus. Könnten Sie uns bitte die Tür öffnen?«

Der Türsummer ertönte und wir traten ein. Am Ende des mit dunklen Fliesen ausgelegten Flurs öffnete ein älterer Mann die Tür seines Apartments, warf uns einen prüfenden Blick zu und verschloss dann die Tür wieder.

»Freundliche Begrüßung«, bemerkte Phil sarkastisch. »Aber was soll’s, suchen wir Lennarts Apartment. Mit den Nachbarn können wir uns anschließend beschäftigen.«

Ich nickte nur und ging weiter. Wir kontrollierten die Namensschilder an den Türen und fanden das Apartment wenig später im zweiten Stockwerk. Phil klingelte, aber es erfolgte keine Reaktion. Also nahm er sein Spezialwerkzeug heraus und öffnete das Schloss. Es dauerte nur eine halbe Minute, dann standen wir im Flur des Apartments. Es roch angenehm. Eine schnelle Durchsuchung des Apartments bestätigte uns, dass außer uns niemand anwesend war. Darüber hinaus sah es ordentlich und aufgeräumt aus. Der Boden war staubfrei, ebenso die Regale. Irgendjemand hatte sich Mühe gegeben, alles auf Vordermann zu bringen.

»Wahrscheinlich war Lennart einer von diesen Saubermännern, die ihre Wohnung putzen, bevor sie vor die Tür gehen«, meinte Phil.

»Oder er hatte vor zu verreisen und hat deshalb alles sauber gemacht – was nicht unüblich ist«, erwiderte ich. »Aber du hast recht, es ist wirklich sauber. Wie sieht es mit Akten, Computern und Datenträgern aus?«

»Ich schau mal im Schlafzimmer nach«, sagte Phil und verließ das Wohnzimmer.

Ich schaute mich weiter um. Die Wohnung war gut eingerichtet. Bequeme Sitzgelegenheiten, Schränke, Fernseher, Stereoanlage, alles da. Es war nichts Bemerkenswertes, aber auch kein billiger Schrott. Eine durchschnittliche Wohnung also.

»Verdammt!«, stieß Phil im Nebenzimmer aus.

Ich eilte sofort zu ihm. »Was ist los?«

Er hielt ein Blatt Papier hoch. »Das hier ist ein Brief an seine Tochter, ein Abschiedsbrief. Er hat tatsächlich vorgehabt, sich umzubringen.«

»Kann ich mal sehen?«, fragte ich und warf einen Blick auf das Blatt.

Tatsächlich, ein Abschiedsbrief, datiert auf den Vortag, gerichtet an seine Tochter, in dem er erklärte, dass er keinen anderen Ausweg sehen würde, es aber die beste Lösung sei und sie es akzeptieren solle, ohne Nachforschungen anzustellen.

»Seine Tochter scheint der einzige Mensch in seinem Leben gewesen zu sein, der ihm wichtig war, denn sonst hat er niemanden erwähnt«, sagte ich.

»Sieht so aus«, bestätigte Phil. »Aber damit ist die Sache mit dem Mordfall wohl vom Tisch. Wir könnten noch die Authentizität des Briefes im Labor überprüfen lassen.«

»Ja, das sollten wir, um sicherzugehen«, sagte ich. »Und es sieht tatsächlich nach Selbstmord aus. Wobei das die Prellungen, die er hatte, nicht erklärt.«

»Das stimmt«, sagte Phil und schaute mich prüfend an. »Glaubst du, dass an der Sache mehr dran ist? Dass mehr hinter seinem Tod steckt?«

»Zumindest gibt er keinen wirklichen Grund an«, sagte ich. »Er schreibt seiner Tochter sogar, dass sie keine Nachforschungen anstellen soll – was mich eher neugierig machen würde.«

Phil nickte. »Ich weiß, was du meinst, da könnte mehr dahinterstecken. Aber Suizid ist nicht unser Gebiet. Wenn er sich wirklich das Leben genommen hat, sind wir dafür nicht zuständig.«

»Wir sollten die Wohnung genau unter die Lupe nehmen, vielleicht finden wir ja irgendeinen Anhaltspunkt für seine Entscheidung, sich in den Hudson zu stürzen«, sagte ich.

»Nichts dagegen einzuwenden«, erwiderte Phil.

Wir setzten unsere Untersuchung der Wohnung fort und waren ziemlich gründlich dabei. Trotzdem fanden wir keine Erklärung für Lennarts Tat. Aber ebenso wenig gab es Hinweise, die auf ein Verbrechen hindeuteten.

Wir verließen die Wohnung und schlossen die Tür hinter uns. Gerade, als ich Phil etwas sagen wollte, hörte ich etwas aus der Nachbarwohnung.

»Ich glaube, da steht jemand hinter der Tür«, flüsterte ich Phil zu.

»Finden wir es heraus«, sagte er und klingelte.

Eine Dame von Mitte sechzig, schmächtig gebaut, schaute uns aus ängstlichen Augen an. Dolores stand an der Tür ihres Apartments.

»Guten Tag, Miss Dolores, wir sind Agents vom FBI New York, Phil Decker und Jerry Cotton«, stellte ich uns vor und zeigte ihr meinen Dienstausweis.

Sie warf nur einen flüchtigen Blick darauf. »Guten Tag.«

»Sie kannten Mister Lennart?«, fragte Phil.

Sie nickte. »Ja, ja, ich kenne ihn. Wieso? Ist etwas passiert?«

»Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Mister Lennart heute früh gestorben ist«, sagte Phil.

»Oh Gott, das ist ja schrecklich«, stieß sie aus und wurde noch eine Idee unruhiger.

»Wenn Sie einen Augenblick Zeit haben, würden wir Ihnen gerne ein paar Fragen über Ihren Nachbarn stellen«, sagte ich.

»Ja, natürlich, wo bleiben meine Manieren, treten Sie doch ein«, sagte sie und trat zur Seite.

Ihre Wohnung sah nicht so aufgeräumt aus wie die von Mr Lennart. Sie war auch sauber, die Regale waren aber voller Figuren und Puppen und allerlei Krimskrams. Die Einrichtung sah aus, als stammte sie aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts, was wahrscheinlich auch der Fall war.

»Setzen Sie sich doch.

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