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Jerry Cotton - Folge 2953

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Killer fand das falsche Opfer
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Der Killer fand das falsche Opfer

Langsam fühlte Susan Stonewell die Anstrengung schwinden. Ihre Atmung wurde langsamer, ihr Herz schlug weniger heftig. Stattdessen stieg in ihr eine nie gekannte Ruhe auf, verbunden mit Bildern aus ihrer Vergangenheit, die an ihrem geistigen Auge wie Wolken vorbeischwebten.

Ein Glücksgefühl durchdrang sie, erfasste jede Faser ihres Körpers. Doch es war ein trügerisches Gefühl mit einem unangenehmen Beigeschmack.

Noch einmal dachte sie an den letzten Sommer, die schönen Tage auf Hawaii, dann hörte ihr Herz für immer auf zu schlagen.

Susan Stonewell war tot.

Ich war gerade auf dem Weg zu Phil, als ich einen Anruf erhielt. Es war Mr High.

»Guten Morgen, Jerry«, sagte er mit für die Uhrzeit überraschend wacher Stimme.

»Guten Morgen, Sir«, sagte ich. »Was ist passiert?«

Mir war klar, dass er so früh am Morgen, noch vor Beginn unserer offiziellen Dienstzeit, nicht ohne Grund bei mir anrufen würde.

»Die Leiche einer jungen Frau aus New Jersey wurde in der Nähe des Clubs Diablo Saints auf der Upper East Side gefunden. Wahrscheinlich handelt es sich um Mord, aber das muss noch genau geklärt werden. Können Sie mit Phil zum Tatort fahren und die Ermittlungen aufnehmen?«

»Natürlich, Sir«, antwortete ich. »Ich hole Phil in ein paar Minuten ab, dann machen wir uns auf den Weg.«

»Gut, ich schicke Ihnen die Informationen, die mir bisher vorliegen«, sagte Mr High.

»Ja, danke«, bestätigte ich und beendete das Gespräch.

Ich konzentrierte mich auf die Straße. Als ich kurz darauf unseren üblichen Treffpunkt erreicht hatte, wartete Phil schon. Ich hielt den Wagen an und er stieg gut gelaunt ein.

»Guten Morgen, ein schöner Tag, nicht wahr?«, sagte er, schaute mich an und verzog sein Gesicht. »Was ist los?«

»Eine junge Frau ist auf der Upper East Side tot aufgefunden worden – wir sollen hinfahren und uns die Sache ansehen«, sagte ich ernst.

»Keine gute Nachricht«, meinte Phil. »Ich hatte gehofft, dass wir es heute etwas ruhiger angehen lassen könnten, bei einem solchen Wetter.«

Ich nickte nur. Phil hatte recht, das Wetter war für diese Jahreszeit wirklich gut. Blauer Himmel, keine einzige Wolke zu sehen und fast zwanzig Grad.

Als er sich gesetzt und angeschnallt hatte, fuhr ich los. Er aktivierte den Bordcomputer und besorgte sich die über den Fall vorliegenden Informationen.

»Da haben wir’s«, sagte er und schaute gebannt auf das Display. »Bei der Toten handelt es sich um eine gewisse Susan Stonewell aus New Jersey. Achtzehn Jahre alt. Sie wurde vor zwei Stunden in der Nähe des Diablo Saints gefunden. Hatte schicke Kleidung an, war also möglicherweise in den umliegenden Clubs unterwegs. Ihre Tasche und Geld hatte sie bei sich, es ging also wohl nicht um Geld, falls es Mord war.«

»Und die Todesursache?«, fragte ich.

»Wahrscheinlich eine Überdosis, steht hier«, antwortete Phil. »Ist aber noch nicht sicher.«

»Was wissen wir noch über sie?«, war meine nächste Frage.

Phil konsultierte die angeschlossenen Datenbanken. »Strafrechtlich relevantes Material liegt über sie nicht vor. Scheint wohl aus gutem Hause zu kommen und gut behütet aufgewachsen zu sein. Ihr Vater hat in New Jersey eine Firma, die Eisenwaren herstellt. Über die Mutter liegt auch nichts vor. Dann gibt es noch eine Schwester, die mal wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet wurde, sonst habe ich hier nichts. Ich könnte mir mal ihre Facebook-Seite anschauen, einen Moment. Ja, da komme ich dran, sie ist wohl kein sehr zurückhaltender Typ, der nur seinem engsten Freundeskreis einen Blick auf ihr Leben gestattet. Ja, hier steht, dass sie gestern Abend nach New York wollte. Warum, steht hier nicht. Vielleicht wollte sie sich amüsieren.«

»Ist wohl nicht so gelaufen, wie sie es sich vorgestellt hat«, sagte ich ernst. »Und der Nachtclub? Gibt es da auffällige Aktivitäten?«

Phil schaute nach und schüttelte dann den Kopf. »Nein, sieht aus, als ob der Laden sauber wäre. Hat vor gut einem halben Jahr aufgemacht, ist derzeit wirklich in und zieht eine Menge Promis und Schickimicki-Volk an. Gibt aber keine Hinweise darauf, dass es da nicht mit rechten Dingen zuginge. Glaubst du, dass es was mit dem Club zu tun hat?«

»Ist nur eine Möglichkeit, die wir nicht ausschließen sollten«, erwiderte ich.

***

Als wir den Tatort erreichten, wimmelte es dort von Fernsehwagen und Presseleuten. Offenbar war der Tod eines Mädchens in diesem Stadtteil einige Schlagzeilen wert. Ich parkte den Wagen etwas abseits, dann stiegen wir aus und schauten uns um. Der abgesperrte Bereich, um den sich alles drängte, befand sich rund einhundert Meter vom Diablo Saints entfernt. Es handelte sich um eine Seitengasse, die nur schwer einzusehen war.

Wir gingen auf den Tatort zu und versuchten dabei, nicht von irgendeiner der Fernsehkameras erfasst zu werden.

An der Absperrung angekommen, stellte sich uns ein Cop von etwa fünfzig mit grau meliertem Haar in den Weg. »Sorry, hier können Sie nicht weiter!«

Phil zeigte ihm seine Dienstmarke. »Müssen wir aber.«

Der Cop nickte. »Kein Problem, Sie können durch. Ich bin nur etwas vorsichtig, weil gerade ein paar Fotografen versucht haben, zum Tatort zu kommen. Junge Burschen, ziemlich flink.«

»Und? Haben sie es geschafft?«, fragte Phil.

Der Cop lächelte. »Nein, ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber mit denen bin ich noch fertig geworden.«

»Gute Arbeit«, sagte ich und ging unter der Absperrung durch.

Phil folgte mir.

Die Seitengasse war nicht sehr breit, rund fünf Meter, und voller großer Müllcontainer, die an der rechten Seite standen. Weiter hinten konnte ich ein paar Leute der Crime Scene Unit, zwei Cops und zwei Detectives sehen. Die Leiche war von hier aus nicht auszumachen, ich vermutete, dass sie hinter einem der Container lag.

Wir gingen in die Gasse hinein, vorbei an einer jungen Frau mit feinen asiatischen Gesichtszügen, die für die Crime Scene Unit arbeitete.

»Richtig süß, ist die neu?«, flüsterte Phil mir zu.

»Keine Ahnung, ich habe sie auf jeden Fall noch nie gesehen«, antwortete ich.

Bevor ich noch etwas sagen konnte, sah ich Dr. Janice Drakenhart hinter einer der Mülltonnen hervorkommen. Die Pathologin der Crime Scene Unit gab einem ihrer Leute Anweisungen. Dabei sah sie nicht sehr glücklich aus.

»Hallo, Janice«, begrüßte ich sie.

Sie schaute mich an und lächelte schwach. »Jerry, Phil, ist das euer Fall?«

»Wenn es denn ein Fall ist«, erwiderte Phil.

»Wahrscheinlich«, sagte Dr. Drakenhart. »Arme Frau – Todesursache ist wahrscheinlich eine Überdosis. Ein paar Flecken an den Armen weisen darauf hin, dass sie kurz vor ihrem Tod hart angefasst wurde. Es gibt aber keine sichtbaren Abwehrverletzungen, weshalb ich nicht sagen kann, ob man sie festgehalten und ihr die Spritze gesetzt hat oder ob sie es selbst gemacht hat. Im letztgenannten Fall könnte sie auch früher am Abend jemand hart angefasst haben. Wenn ihr mich also fragt, ob es Mord war oder ein selbst gesetzter goldener Schuss, dann kann ich die Frage zurzeit noch nicht beantworten.«

»Hier in der Gasse spritzen sich ab und zu ein paar Junkies ihre Drogen, das ist nicht unüblich«, sagte ein Mann von Mitte dreißig mit tiefschwarzem Haar und südländischem Aussehen. »Detective Rodriguez, ich war mit meinem Partner, Detective Morrison, kurz nach dem Anruf vor Ort.«

Der andere Detective, ein mittelblonder, großer Mann, nickte zustimmend, sagte aber nichts.

»Sie meinen also, dass sich Miss Stonewell den Schuss selbst gesetzt hat?«, fragte ich, nachdem wir uns ihm kurz vorgestellt hatten.

Detective Rodriguez schüttelte den Kopf. »Nein, ich sage nur, dass das hier nicht unüblich ist. Wir versuchen die Junkies von der Straße zu bekommen, aber so einfach ist das nicht, wie Sie sicher wissen. Und hier in der Nähe der Clubs treiben sich immer ein paar herum.«

»Gab es irgendwelche Augenzeugen? Jemanden, der gesehen hat, wie sie in der Gasse verschwunden ist oder ob sie in Begleitung war?«, fragte Phil.

Wieder schüttelte der Detective den Kopf. »Nein, keine Augenzeugen. Und wenn es welche gab, dann haben sie sich verdrückt. Hier ist niemand besonders scharf darauf, von der Polizei verhört zu werden.«

»Und wie sieht es mit Kameras aus?«, fragte Phil weiter.

»Nicht direkt hier in der Nähe der Gasse«, antwortete Detective Rodriguez. »Aber die Eingänge der Clubs, dort sind gewöhnlich welche. Und wenn Sie wissen wollen, in welchem Club sie war, dann kann ich Ihnen die Frage mit einer Vermutung beantworten – wahrscheinlich im Diablo Saints, wie die meisten hier in der Gegend. Das ist der größte und im Moment der angesagteste Club. Treffpunkt vieler Designer, Künstler und so. Viele junge Frauen wie die kommen da hin, um entdeckt zu werden oder sich einen reichen Typen zu angeln. Vielleicht war sie ja eine von denen.«

»Vielleicht«, sagte ich kühl. »Danke für den Hinweis, wir werden uns die Aufzeichnungen vom Diablo Saints besorgen, vielleicht verraten sie uns, mit wem sie zusammen war. Haben Sie sonst noch was für uns?«

»Nein, das war alles«, antwortete der Detective. »Und jetzt übernehmen Sie? Oder wie ist das?«

»Ja, wir übernehmen«, antwortete ich.

Phil notierte sich für eventuelle weitere Fragen seine Nummer, dann zogen die beiden Detectives des NYPD von dannen.

Ich wandte mich wieder Dr. Drakenhart zu. »Nun, Janice, was kannst du uns sonst noch sagen?«

»Der Tod ist vor etwa sieben oder acht Stunden eingetreten, und bis jetzt deutet alles darauf hin, dass sie hier gestorben ist«, antwortete Dr. Drakenhart. »Viel mehr kann ich euch im Moment nicht sagen, das muss ich im Labor klären, auch die Frage, ob sie vor ihrem Tod Verkehr hatte.«

»Wir sehen uns kurz um, dann könnt ihr sie mitnehmen«, sagte ich.

Zusammen mit Phil schaute ich mich um, nahm den Tatort in Augenschein, den Abfall, der herumlag, die mit Graffiti besprühten Wände der Häuser und all das, was sich dort befand. Zuletzt wandten wir uns dem leblosen Körper von Susan Stonewell zu. Sie sah gut aus, beinahe als würde sie schlafen.

Durch ihr Make-up konnte man nicht erkennen, wie blass ihr Gesicht war, nur am Hals wurde das deutlich. Die Kleidung, die sie trug, sah recht teuer aus, ebenso wie die Lederhandtasche, die neben ihr lag. Nein, wenn sie getötet worden war, handelte es sich mit Sicherheit nicht um einen Raubmord. Dann hätte der Täter die Tasche nicht zurückgelassen.

»In der Tasche waren ihre Brieftasche und ein teures Handy«, sagte Dr. Drakenhart, fast so, als würde sie meine Gedanken lesen. »Sie hatte fast vierhundert Dollar bei sich, arm war sie wohl nicht.«

»Ob sie sich das Geld vielleicht über Nacht verdient hat?«, überlegte Phil laut.

Phil hatte recht, auch das wäre eine Möglichkeit. Mit ihrem Aussehen hätte sie als Prostituierte viel Geld verdienen können.

»Glaube ich nicht«, meinte Dr. Drakenhart. »Sie hatte nichts dabei, was darauf schließen lassen würde, dass sie im horizontalen Gewerbe tätig war, nur ein einziges Kondom. Und das gehört ja zur Standardausrüstung jeder Single-Frau in dem Alter, die in einen Club geht.«

»Ich denke, wir warten den Obduktionsbericht ab, dann wissen wir mehr«, sagte ich. »In der Zwischenzeit sehen wir uns im Club um und kontaktieren ihre Angehörigen.«

»Ihr hört von mir, sobald ich mehr weiß«, sagte Dr. Drakenhart und gab zweien ihrer Männer die Anweisung, die Leiche abzutransportieren.

Wir verabschiedeten uns von ihr und verließen den Tatort.

»Bin gespannt, was wir im Diablo Saints finden werden«, sagte Phil. »Und ob um die Zeit überhaupt noch jemand da ist.«

»Zumindest die Putzkolonne wird anwesend sein und uns reinlassen können«, sagte ich.

***

Wir gingen zum Club und blieben vor dem verschlossenen Eingang stehen. Gerade, als Phil klingeln wollte, tauchte eine gutaussehende blonde Reporterin auf und sprach uns mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht an. »Hallo, ich bin Brenda White vom Morning Star Channel

»Guten Morgen, Miss White«, erwiderte Phil charmant lächelnd, ich nickte nur.

»Sind Sie die Detectives, die den Mord an der jungen Frau untersuchen?«, fragte sie.

Phil schüttelte den Kopf. »Sorry, Miss White, wir sind weder Detectives noch ist klar, ob es sich um Mord handelt.«

»Schade«, sagte sie und schaute traurig drein. »Na, nichts für ungut, tut mir leid, dass ich Sie gestört habe.«

Diesen traurigen Blick hatte sie wirklich drauf – so gut, dass Phil ihr seine Karte gab und sagte: »Rufen Sie mich in fünf oder sechs Stunden an, vielleicht kann ich Ihnen dann was Konkretes sagen.«

Sie nahm die Karte entgegen und lächelte wieder. »Danke, das werde ich, Special Agent Decker.«

Dann machte sie kehrt und ging fort. Von hinten war sie genauso nett anzusehen wie von vorne.

»Was war das denn?«, fragte ich Phil.

Er zuckte die Schultern. »Keine Ahnung, kam einfach so über mich. Wahrscheinlich waren es ihre naturblonden Haare, die mich dazu bewogen haben, einem Vertreter der Presse gegenüber etwas aufgeschlossener zu sein als sonst.«

»Wenn sie naturblond sind«, grinste ich. »Vielleicht war es aber auch ihr trauriger Blick, der imstande ist, Männerherzen zum Schmelzen zu bringen.«

»Vielleicht«, erwiderte Phil kurz und klingelte.

Kurz darauf öffnete ein Kerl von eins neunzig mit breiten Schultern die Tür zum Club. »Sorry, wir haben geschlossen, kommen Sie bitte heute Abend wieder.«

Phil zeigte ihm seinen Dienstausweis. »Wir sind nicht zum Vergnügen hier, sondern um im Fall einer toten Frau zu ermitteln, die nicht weit von hier in einer Gasse liegt. Können wir mit dem Geschäftsführer sprechen?«

»Mister Smith? Nein, der ist nicht da, ist schon früh gegangen. Rufen Sie doch in seinem Büro an, ich kann Ihnen die Nummer geben«, antwortete der Mann.

»Könnten wir, aber eigentlich benötigen wir nur die Aufzeichnungen der Kameras des Clubs. Können Sie uns diesbezüglich vielleicht weiterhelfen? Oder müssen wir Mister Smith wecken? Wenn er die ganze Nacht hier war, wird ihm das bestimmt nicht gefallen.«

Der Mann verzog das Gesicht und überlegte. »Aufzeichnungen? Vielleicht kann Ihnen Terence weiterhelfen. Kommen Sie rein.«

Er trat zur Seite, ließ uns rein und schloss dann die Tür. Anschließend ging er vor und führte uns an einer langen Bar vorbei, die Treppe hinauf, durch eine Lounge zu einem Raum, in dem ein Mann im Anzug saß und auf ein paar Videomonitore schaute.

»Terence, hier sind ein paar Typen vom FBI, die was über unsere Kameras wissen wollen«, stellte uns der Mann vom Eingang vor.

»Habe sie schon gesehen«, sagte der im Anzug und deutete auf einen der Monitore, woraufhin er aufstand und sich an uns wandte. »Terence Woolney, und Sie sind vom FBI?«

»So ist es, Special Agents Decker und Cotton, FBI New York«, antwortete ich. »Nicht weit von hier ist heute früh eine junge Frau gestorben, wir untersuchen die Umstände ihres Todes.«

Woolney nickte. »Ja, deswegen waren schon zwei Detectives hier, ich habe denen alles gesagt, was ich weiß, was aber nicht viel ist. Die Frau ist mir ehrlich gesagt nicht aufgefallen. Hier kommen jeden Abend so viele hübsche Häschen rein, da muss eine schon ungeheuer gut aussehen, um aufzufallen.«

»Was wir brauchen, sind die Videoaufzeichnungen«, sagte Phil.

»Ja, haben die Detectives schon gesagt, ich habe bereits eine Kopie angefertigt, mir die Aufzeichnungen aber noch nicht angeschaut«, antwortete Woolney.

»Das werden wir übernehmen«, sagte Phil.

»Hier, bitte«, sagte Woolney und reichte uns einen USB-Stick. »Da ist alles drauf, die ganze letzte Nacht, alle Kameraaufzeichnungen.«

»Danke«, sagte Phil und wandte sich an den anderen Mann, dem er auf seinem Smartphone ein Bild von Susan Stonewell zeigte. »Und Sie? Ist Ihnen diese Frau aufgefallen?«

Der schüttelte den Kopf. »Möglich, Terence hat recht, hier kommen jeden Abend so viele schöne Frauen rein, glaube schon, dass sie hier war, ja, glaube schon. War allein, soweit ich mich erinnere. Aber mit Gewissheit kann ich das nicht sagen.«

»Ist gestern Abend oder heute Morgen sonst etwas Ungewöhnliches vorgefallen? Eine Schlägerei? Oder hat sich jemand gestritten?«, fragte ich die beiden Mitarbeiter des Clubs.

»Nein, es war – was das angeht – ziemlich ruhig«, antwortete Woolney. »Wir haben hier sowieso selten gewalttätige Auseinandersetzungen. Das ist ein High-Society-Club, keine Kneipe, in der sich die Typen zukippen und dann aufeinander losgehen.«

Wir stellten noch ein paar Fragen, erhielten aber keine weiteren Informationen. Entsprechend verließen wir den Club bald wieder und gingen zurück zum Jaguar.

»Und jetzt?«, fragte Phil. »Zurück zum Büro, um den Film analysieren zu lassen? Oder wollen wir erst noch ein paar weitere Clubs aufsuchen?«

Ich nickte. »Ja, erst die Clubs, dann fahren wir kurz beim Field Office vorbei, geben Mister High einen vorläufigen Bericht und reden anschließend mit den Eltern von Miss Stonewell. Die Videoaufzeichnungen kann sich jemand anders vornehmen.«

***

»Es ist also nicht hundertprozentig klar, ob sie sich selbst den Schuss gesetzt hat oder ob man ihr die Droge gespritzt hat«, fasste Mr High nach unserem Bericht zusammen.

»So ist es, Sir«, bestätigte ich. »Wir wollen Miss Stonewells Umfeld untersuchen, um zu sehen, ob es ein Motiv für einen Selbstmord gäbe.«

»Vom Gefühl her würde ich eher auf Mord tippen«, meinte Phil. »Wobei eine Überdosis eine etwas ungewöhnliche Methode darstellt. Vielleicht wollte sie jemand anfixen und hat es übertrieben.«

»Wäre auch möglich, wobei die Droge gespritzt wurde, was in dem Fall mehr als ungewöhnlich ist«, sagte ich. »Heroin ist keine typische Einsteigerdroge. Vielleicht wollte sie jemand abhängig machen, um sich zu rächen. Es könnte viele Motive geben.«

Mr High nickte. »Es sind also noch eine Menge Fragen zu klären.

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