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Jerry Cotton - Folge 2950

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Es ist nie zu spät zum Sterben
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Es ist nie zu spät zum Sterben

»Einsatz!« Die Stimme unseres Kollegen Steve Dillaggio drang mir über das Headset in die Ohren. Ich fasste die SIG mit beiden Händen und schnellte aus der Deckung. Phil war mir auf den Fersen. Ungefähr dreißig Agents waren an diesem Einsatz in der South Bronx beteiligt. Von allen Seiten näherten sich unsere Kollegen jetzt dem Haus, in dem wir Dexter Cruz vermuteten – einen Crack-Dealer, der dringend verdächtig war, einen unserer verdeckten Ermittler umgebracht zu haben. Ein anonymer Tippgeber hatte uns Cruz’ Aufenthaltsort verraten und behauptet, er wäre allein. Aber darauf verließ man sich besser nicht.

Phil und ich erreichten die Haustür. Überrascht stellten wir fest, dass sie nicht verschlossen war. Sie stand einen Fingerbreit offen.

Phil und ich wechselten einen kurzen Blick. Mein Partner hatte offenbar denselben Gedanken.

»Haustür ist offen«, meldete ich per Headset an die anderen.

»Entweder war schon jemand vor uns bei Cruz zu Besuch – oder der Anrufer wollte uns auf den Arm nehmen«, kam es von Steve Dillaggio aus dem Ohrhörer. Der Italoamerikaner mit den flachsblonden Haaren hatte in diesem Fall die Einsatzleitung.

»Es gibt Einbruchsspuren am Schloss«, meinte Phil unterdessen. Ich konnte die aus meinem Blickwinkel nicht erkennen.

Phil und ich hatten uns rechts und links der Tür postiert.

»Wir gehen jetzt rein«, kündigte ich an, nachdem die Kollegen gemeldet hatten, dass die anderen Eingänge des Hauses gesichert waren. Sofern Cruz sich noch im Gebäude befand, saß er jedenfalls in der Falle.

Aber das machte die Sache nicht unbedingt leichter. Wir wussten, dass Cruz unberechenbar war, wenn er einen Drogencocktail genommen hatte. Es war nicht ausgeschlossen, dass er sich dann gegen jede Vernunft einigelte und um sich schoss. Vor fünf Jahren war das bereits einmal geschehen – und nur Cruz’ geschickten Anwälten in Kombination mit ein paar gravierenden Verfahrensfehlern der Justiz war es zu verdanken, dass er nicht für lange Jahre hinter Gitter gekommen war.

Mit der Waffe in der Hand drangen wir ins Haus ein. Phil war dicht hinter mir. Mit wenigen Schritten hatte ich den Flur hinter mich gebracht und stieß die Tür zum Wohnzimmer auf.

Ich riss die Waffe hoch, umfasste dabei den Griff mit beiden Händen.

Um ein Haar hätte ich jetzt »FBI – Hände hoch und keine Bewegung!« oder etwas Ähnliches gerufen und dabei gehofft, dass Dexter Cruz vernünftig genug war, nicht zu seiner Uzi zu greifen. Aber ich sah auf den ersten Blick, dass das alles nicht mehr nötig war.

Dexter Cruz saß aufrecht in einem Ledersessel. Seine Uzi hielt er in der rechten Hand, die linke umklammerte eine gewöhnliche Automatik.

Aber er stierte uns mit starren, toten Augen an. Eine Spur getrockneten Blutes zog sich senkrecht über sein Gesicht. Das Blut war aus einer Einschusswunde mitten auf der Stirn herausgesickert, und dieser rote eingetrocknete Strom teilte sich an der Nasenwurzel.

Aber da war noch etwas, das mit seinem Gesicht nicht stimmte. Es wirkte eigenartig aufgedunsen. Die Wangen sahen wie gebläht aus. Als ob er den Mund voll hat, dachte ich.

Ein unsinniger Gedanke, glaubte ich in diesem Augenblick. Wie nahe er an der Wahrheit war, wusste ich in diesem Moment noch nicht.

»Dexter Cruz ist tot«, hörte ich Phil unterdessen per Headset an die Kollegen melden. »Anscheinend ist uns jemand zuvorgekommen.«

***

Wenig später wimmelte es am Tatort nur so von FBI-Agenten. Die Kollegen der Scientific Research Division trafen recht bald ein. Schließlich hat die SRD ihren Sitz in der Bronx, und so war der Weg in diesem Fall kurz.

»Es sieht aus, als hätte ihn jemand dort hindrapiert«, meinte unser Kollege Steve Dillaggio.

Sein Partner Zeerookah sah sich Cruz stirnrunzelnd aus der Nähe an.

Dann deutete er auf die Uzi. »Der Mittelfinger ist hinter den Abzug gehakt – das ist sehr ungewöhnlich.«

»Ich glaube, das soll nur verhindern, dass die Waffe herunterfällt«, vermutete Phil.

Ich nickte. »Wir können getrost davon ausgehen, dass er sie nicht in der Hand hatte, als er erschossen wurde.«

Zeery hatte inzwischen den Ledersessel umrundet und sah jetzt, was Phil und ich auch schon bemerkt hatten. »Er muss aber in diesem Sessel erschossen worden sein. Die Kugel ist vorne in den Schädel eingetreten, hat ihn durchdrungen, ist hinten wieder herausgekommen und hat dann den Sessel durchschlagen.«

»Na, wie es scheint, braucht mich hier niemand mehr!«, meldete sich eine heisere Stimme zu Wort. Sie gehörte Dr. Brent Heinz, einem der für die SRD tätigen Gerichtsmediziner. Dr. Heinz war gerade eingetroffen und suchte wohl noch nach einem Platz, wo er seine Arzttasche abstellen konnte, ohne damit gleich Spuren zu vernichten.

»Keine Sorge, für ein paar ergänzende Angaben wären wir sehr dankbar«, stellte Steve klar.

»Genaueres lässt sich natürlich erst nach der Obduktion sagen«, erklärte Dr. Heinz, während er sich die Latexhandschuhe überzog.

Zeery hatte inzwischen das Projektil gefunden, das Dexter Cruz mutmaßlich durch den Kopf geschossen worden war. Es steckte im Mauerwerk.

»Dieser Mann hat noch einen zweiten Schuss abbekommen – ungefähr in der Herzgegend«, stellte Dr. Heinz fest.

»Aber die Kugel muss noch irgendwo im Körper stecken«, erklärte Zeery. »Oder im Sessel. Jedenfalls ist sie nicht ausgetreten.« Er tütete das Projektil, das er gefunden hatte, ein. »Kaliber.22 – nichts Ungewöhnliches.«

»Ich wette, dass irgendeiner seiner Drogenfreunde ihn umgelegt hat«, vermutete Steve.

»Vielleicht jemand, der nicht wollte, dass Cruz auf die Idee käme, uns gegenüber auszupacken«, ergänzte Phil.

»Cruz hat sehr wahrscheinlich einen verdeckten Ermittler umgebracht«, gab ich zu bedenken. »Ich glaube nicht, dass er angesichts dieses Umstands mit dem Entgegenkommen der Staatsanwaltschaft oder irgendeinem Deal hätte rechnen können.«

»Auch wieder wahr«, erwiderte Phil.

»Es kommt immer darauf an, was einer zu bieten hat«, hielt Steve dem entgegen.

»Und was sollte Dexter Cruz an Informationen zu bieten gehabt haben?«, fragte ich zurück. »Wenn da was gewesen wäre, hätte er sich nicht hier eingeigelt und auf den letzten Showdown gewartet. So sieht es nämlich fast aus.«

»Aber dann kam jemand, mit dem er nicht gerechnet hat«, glaubte Phil. »Ich frage mich nur, wieso Cruz seinem Mörder nicht zuvorkam. Die Tür wurde aufgebrochen, das ist unübersehbar. Und Cruz muss das doch bemerkt haben!«

»Möglicherweise hatte er sich mit einem Drogencocktail versorgt«, glaubte Steve.

Und dann starrten wir alle gebannt auf das, was Dr. Heinz gerade tat. Normalerweise will niemand so genau sehen, was ein Gerichtsmediziner macht. Vor allem dann nicht, wenn er eine Obduktion durchführt – denn selbst die häufig noch am Tatort durchgeführte Erstuntersuchung der Leiche kann ziemlich unappetitlich sein.

In diesem Fall konnte keiner von uns den Blick abwenden.

Dr. Heinz hatte dem Toten den Mund geöffnet und es fiel etwas heraus: mehrere Steine. Der Gerichtsmediziner fuhr der Leiche mit dem Finger in den Mund und holte weitere Brocken hervor. Der größte war so groß wie eine Kastanie. Die anderen waren im Durchschnitt etwa halb so groß.

»Ich kann mir kaum vorstellen, dass Cruz diese Mahlzeit freiwillig zu sich genommen hat«, stellte Zeery trocken fest.

»Jedenfalls sollten wir die Steine genau unter die Lupe nehmen«, meinte ich. »Vielleicht können sie uns etwas über den Täter verraten.«

***

Die Ermittlungen am Tatort zogen sich hin. Zur Unterstützung der SRD-Kollegen kamen auch noch Sam Steinburg und Mell Forster hinzu, zwei Erkennungsdienstler aus unserem FBI Field Office.

Steve telefonierte mit dem Field Office: zuerst mit unserem Chef, Mr High, und anschließend mit Walter Stone, einem unserer Innendienstler.

Es ging darum, dass die Aufzeichnung des anonymen Anrufers, der den ganzen Einsatz überhaupt erst ausgelöst hatte, noch mal genauer untersucht wurde. Ich hatte nur mitbekommen, dass die Stimme verzerrt gewesen war. Aber die Spezialisten waren trotzdem möglicherweise in der Lage, etwas über den Anrufer herauszubekommen – und sei es anhand der Analyse der Nebengeräusche.

Wir überließen den Erkennungsdienstlern das Feld. Cruz’ Leichnam wurde abgeholt und wir hofften, möglichst schnell einen Autopsie-Bericht von Dr. Heinz zu bekommen. Von den Steinen, die man Cruz in den Mund gesteckt hatte, machten wir noch am Tatort Fotos mit dem Smartphone. Anschließend sahen wir uns in der Umgebung um. Wenn die Steine nicht aus der unmittelbaren Umgebung des Hauses stammten, dann hatte der Täter sie mitgebracht – was sie für uns noch interessanter machte.

Zusammen mit weiteren Kollegen unseres Field Office sowie Beamten der City Police suchten wir den Garten ab. Er war nicht groß und ziemlich verwildert. Mauern grenzten das Grundstück ab. Die Nachbarhäuser waren deutlich höher. »Vielleicht hat da jemand was gesehen, Phil«, meinte ich.

»Steve hat bereits die Kollegen der City Police losgeschickt«, sagte Phil. »Hast du das nicht mitgekriegt?«

Ich zuckte mit den Schultern. »Da muss ich wohl mit den Gedanken woanders gewesen sein.«

»Vielleicht sind deine Gedanken ja jetzt mal, wo sie sein sollten, Jerry!«

»Wieso?«

»Weil du in der Luft herumguckst anstatt auf den Boden. Wir suchen nach Steinen, die möglichst irgendeine Ähnlichkeit mit denen haben sollten, die Dr. Heinz zwischen den Zähnen von Dexter Cruz hervorgeholt hat.«

»Ja, ja …«, murmelte ich und ließ meinen Blick bogenförmig ein Stück weiterschweifen. Mir fiel ein Mann auf. Er stand auf dem Absatz einer Feuerleiter an der Rückfront eines fünfstöckigen Brownstone-Hauses und beobachtete uns.

Ich schätzte ihn auf Mitte dreißig, aber auf die Entfernung konnte das unter Umständen sehr täuschen. Sein Haar war dunkel und hing ihm darüber hinaus ziemlich tief im Gesicht. BLACKBIRD stand auf dem Sweatshirt, das unter der offenen Lederjacke zu sehen war.

»Was interessiert dich der Typ?«, fragte Phil.

»Was interessiert den, was wir hier machen?«

»Jerry, der ist einfach nur neugierig.«

»Ach, ja?«

In diesem Moment lenkte mich der Ruf eines Kollegen ab. Es handelte sich um Joe Brandenburg, der zusammen mit seinem Partner Les Bedell bei dieser Operation für die Absicherung des Hintereingangs mitverantwortlich gewesen war. »He, Jerry, hier sind Steine! Seht euch die mal an!«

Wir kamen an ein verwildertes, von Gras und Unkraut überwuchertes Blumenbeet, das tatsächlich mit Steinen abgegrenzt war, deren Form und Größe denen entsprach, die der oder die Täter Dexter Cruz in den Mund gestopft hatten.

Joe wog einen der Steine in der Hand und betrachtete ihn kritisch. Ich nahm mein Smartphone und rief die Bilder vom Tatort auf.

»Die sehen ein bisschen anders aus«, meinte ich.

»Ein Stein sieht nie wie der andere aus«, gab Joe zu bedenken. »Ich bin zwar kein Experte dafür, aber für mich sieht das so aus, als hätte der Täter sie hier weggenommen.«

Phil unterstützte meine Ansicht. »Nein, Joe, da braucht man doch kein Geologe zu sein, um zu erkennen, dass die Steine nicht von hier kommen.«

»Also erstens: Wie wollt ihr das so genau wissen? Das hier ist doch eine Mischung aus allem Möglichen. Auch wenn sie sich unterscheiden, woher sollte der Täter die Steine sonst genommen haben? Glaubst du, der trägt eine Tasche voll davon durch die Stadt?«

»Wir machen Fotos und lassen das Leute klären, die was davon verstehen«, schlug ich vor. »Und wenn du mich schon direkt fragst, Joe: An der Stelle des Mörders hätte ich mich nicht darauf verlassen, im Garten Steine zu finden, die genau die Größe haben, dass man sie jemandem in den Mund stecken kann.«

»Die Frage ist, wie gut der Täter sich hier auskannte«, gab Phil zu bedenken.

Offizieller Eigentümer des Hauses war ein gewisser Roger Sams. Aber Sams war nur ein Strohmann von Dexter Cruz gewesen, von dem wir wussten, dass er über die ganze Stadt verstreut über Immobilien verfügte, die zwar offiziell nicht ihm gehörten, die er aber uneingeschränkt nutzen konnte. So hatte Cruz immer die Möglichkeit, irgendwo unterzutauchen, wenn er Ärger mit der Justiz oder der Konkurrenz im Drogengeschäft hatte.

Ich sah noch einmal zu dem Kerl auf der Feuertreppe, aber der war nicht mehr dort.

Hat vielleicht auch nichts zu bedeuten, dachte ich.

Ich bekam einen Anruf auf meinem Handy. Es war Walter Stone aus dem Innendienst unseres Field Office.

»Jerry, seid ihr immer noch auf dem Grundstück, wo ihr Cruz gefunden habt?«

»Sind wir«, bestätigte ich. »Und so, wie es aussieht, wird sich unser Job hier auch noch eine Weile hinziehen.«

»Ich hab was für euch.«

»Immer raus damit!«

»Sag vorher Joe, dass er mit dem Stein nicht so leichtsinnig herumhantieren soll, den er in der Hand hält.«

»Wie bitte?«

»Sonst fällt er ihm auf den Fuß.«

»Aber …«

»Wir haben gecheckt, ob es in der Nähe des Tatgrundstücks Webcams gibt, und sind fündig geworden. Ich sehe euch sehr gut hier bei mir auf dem Schirm – allerdings bist du aus dem Bild raus, wenn du noch zwei Schritte nach links gehst. Ich schicke dir einen Link auf dein Smartphone.«

»Wer betreibt diese Kamera?«

»Ein gewisser Cory Thompson. Adresse steht auf der Website, die zu dem Link gehört. Muss ganz bei euch in der Nähe sein.«

***

Cory Thompson wohnte im obersten Stock des Hauses, auf dessen Feuertreppe ich den Mann mit dem BLACKBIRD-Sweatshirt gesehen hatte.

Wir klingelten an der Wohnungstür. Auf dem Schild stand C. Thompson.

Einige Augenblicke vergingen. Von drinnen waren Stimmen zu hören. Sie mischten sich mit weiteren Geräuschen. Irgendetwas schien zu Boden zu fallen und zu zerplatzen. Eine weibliche Stimme schimpfte. Ein kleines Kind schrie.

Endlich wurde die Tür geöffnet. Eine Frau von Mitte bis Ende dreißig sah uns entgegen. Sie trug einen Säugling auf dem Arm. »Wer stört?«, fragte die Frau und versuchte dabei ihr Kind zu beruhigen.

»Special Agent Jerry Cotton, FBI Field Office New York«, sagte ich und hielt ihr meine ID-Card hin. Aber dafür hatte sie ohnehin im Moment keinen Blick. Ich deutete auf Phil. »Dies ist mein Kollege Phil Decker.«

»Tut mir leid, wenn wir ungelegen kommen«, sagte Phil.

»Wir wollen zu Mister Cory Thompson«, erklärte ich.

»Mister Cory Thompson«, äffte sie meine Stimmlage nach. »Dass ich nicht lache.«

»Falls Sie Cory Thompson sind, dann entschuldigen Sie bitte, aber …«

»Ich?« Sie sah mich mit großen Augen an. »Ich bin Catherine Thompson. Mein Sohn Cory ist gerade nicht da, kommt aber gleich wieder.«

»Ich dachte nur, Cory ist ja manchmal auch ein weiblicher Vorname.«

»Was hat Cory angestellt? Wieder illegal was runtergeladen? Aber nein, deswegen kommt nicht das FBI.«

»Hören Sie …«

»Sagen Sie jetzt nicht, dass es irgendwas mit diesen Pillen zu tun hat. Nein, nicht schon wieder.« Das Kind begann zu schreien, und den Rest von dem, was sie sagte, verstand ich nicht mehr.

Sie ging ein paar Schritte im Flur hin und her. Phil und ich traten ein, auch wenn Catherine Thompson uns nicht ausdrücklich dazu eingeladen hatte. Phil schloss die Tür.

Aus dem Nebenraum hörten wir, wie sie ein Lied summte. Der Säugling beruhigte sich daraufhin etwas. Catherine Thompson kehrte schließlich ohne das Kind zu uns zurück.

»Er ist vom vielen Schreien so müde, dass er wohl gleich einschlafen wird«, sagte sie in gedämpftem Tonfall. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und fuhr dann fort: »Hören Sie, ich versuche mich so gut es geht um Cory zu kümmern, aber er ist wie sein Vater, und wenn es so weitergeht, treffen die sich in Zukunft beim Hofgang auf Rikers Island.«

»Ihr Mann sitzt dort ein?«, fragte ich.

»Er ist nicht mein Mann. Zum Glück habe ich den Bastard nicht geheiratet.«

»Und was die Pillen angeht, von denen Sie gerade sprachen …«

»Ich schwöre Ihnen, er hat sich an die Bewährungsauflagen gehalten. Aber er hat es getan, weil er mir helfen wollte. Wir hatten in dem Monat fast kein Geld, verstehen Sie?«

»Wovon sprechen Sie jetzt eigentlich?«

»Na, reden Sie nicht von der Sache mit den falschen Viagra-Tabletten, die Cory über das Internet zu verkaufen versucht hat? Ich betone, versucht. Das steht auch in den Gerichtsunterlagen.« Sie verengte die Augen und sah mich misstrauisch. »Sind Sie wirklich vom FBI? Ich dachte, die wüssten da alles … Vielleicht sollte ich mir Ihren Ausweis noch mal ansehen.«

»Kein Problem«, sagte ich und hielt ihr erneut meine ID-Card hin. Um ehrlich zu sein, hatte ich an ganz andere Pillen gedacht, als Catherine Thompson über ihren Sohn sprach. Synthetische Drogen zum Beispiel.

Diesmal nahm Catherine Thompson meine ID-Card in die Hand und sah sie sich sehr genau an. Als ich meinen Dienstausweis zurückbekam, war ihr Gesicht ziemlich blass geworden. Sie schluckte. »Sie sind wegen etwas ziemlich Ernstem hier, oder?«

»Cory ist ein Zeuge«, erklärte ich. »Wir beschuldigen ihn keines Verbrechens oder Vergehens.«

Catherine Thompson schien daraufhin wirklich sehr erleichtert zu sein. »Wissen Sie, das ist die erste gute Nachricht, die ich seit langer Zeit höre.

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