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Jerry Cotton - Folge 2949

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hass, der niemals endet
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Hass, der niemals endet

Der Nebel vom Fluss hüllte die drei Männer mehr und mehr ein. Der Beamte in der dunklen Uniform war bleich vor Angst und flehte um sein Leben.

»Das könnt ihr doch nicht machen. Ich bin ein Polizist«, stöhnte er.

»Du bist ein Verräter und nicht mehr!«, zischte der Ältere.

Der jüngere Mann nickte zustimmend.

»Schieß«, befahl Moloney.

Der Knall von drei Schüssen zerriss die Stille am River Foyle. Die dunkle Uniform des Polizisten verschmolz mit dem Wasser, als der Leichnam von der Strömung fortgetragen wurde.

Der Flug der British Airways aus London traf mit leichter Verspätung auf dem J.F.K-Airport ein. Bei der Gepäckabfertigung mussten die Passagiere nochmals Geduld aufbringen, da es einen Streik beim Bodenpersonal gab und dadurch die Abfertigung verzögert wurde.

»In diesem Land wird es immer schlimmer«, schimpfte Dellany.

Als ehemaliger Minister im nordirischen Parlament war er eine bevorzugte Behandlung gewohnt und machte seinem Unmut über die chaotischen Zustände am Flughafen deutlich Luft. Seine beiden Bodyguards brummten lediglich zustimmend, während ihre Blicke über die Menschen wanderten. Im Bereich der Limousinen wartete ein gepanzerter Cadillac auf den Iren.

»Wie sieht es auf den Straßen nach New York aus?«, fragte er den Chauffeur.

»Der Verkehr fließt ohne Behinderungen, Sir«, erwiderte der Mann.

Zufrieden über diese Auskunft schloss Dellany die Trennscheibe zum vorderen Bereich und griff zum Telefon. Der Leibwächter, der ihm gegenübersaß, schaute ununterbrochen hinaus auf die anderen Fahrzeuge. Er war sorgsam ausgesucht und würde niemals über den Inhalt eines Gesprächs mit Dritten sprechen. Dellany lauschte auf das Freizeichen, und als sich schließlich die junge Stimme einer Frau meldete, glitt ein Lächeln über sein Gesicht.

»In einer Stunde erwarte ich dich in der Suite im Hotel«, sagte er.

Im nächsten Augenblick zuckte Dellany erschrocken zusammen.

»Wir werden angegriffen!«, rief der Leibwächter.

Ein zweiter Schlag ließ den Cadillac erbeben und anschließend mit dem Heck ausbrechen.

»Wer?«, schrie Dellany.

Noch beherrschte Wut sein Denken, doch als die gepanzerte Limousine abrupt in die Höhe flog, ergriff ihn nackte Panik. Unwillkürlich stellte er sich vor, wie der schwarze Wagen von einer Granate durch die Luft gewirbelt wurde. Schlagartig wurde Dellany klar, dass er die nächsten Minuten nicht überleben würde.

***

Ich verließ soeben das Gerichtsgebäude und sog die frische Oktoberluft tief ein. Die Aussage vor dem Geschworenengericht hatte sich wie erwartet zu einer langwierigen Tortur entwickelt. Der aalglatte Verteidiger versuchte jedes Detail meiner Aussage zu widerlegen, während der Staatsanwalt mich als erfahrenen Experten hinstellte.

»Jerry?«

Verblüfft wandte ich den Kopf und schaute zu meinem Partner, der in langen Sätzen die Stufen zum Eingangsportal nahm. Es war nicht abgesprochen gewesen, dass Phil mich abholte.

»Es gab ein Attentat auf einen Politiker. Mister High möchte, dass wir die Ermittlungen aufnehmen«, sagte er.

Phil nahm sich nicht einmal die Zeit, um seine Atmung zu beruhigen. Bei den Worten Attentat und Politiker beschleunigte sich mein Pulsschlag allerdings ebenfalls umgehend.

»Du kannst mir auf der Fahrt alles erzählen«, stieß ich hervor.

Wenige Minuten später rasten wir mit eingeschaltetem Blaulicht und heulender Sirene im Jaguar dahin. Ab und an segelten vertrocknete Blätter von den Bäumen auf die Windschutzscheibe, doch sie konnten sich bei der Geschwindigkeit nicht lange halten. Phil berichtete von dem Anschlag auf Sean Dellany.

»Sein Wagen wurde von zwei panzerbrechenden Granaten getroffen. Es gibt Augenzeugen, die sich sogar einen Teil des Nummernschildes des Fahrzeugs merken konnten, in dem die Angreifer saßen«, sagte er.

»Wer hat ein Interesse daran, einen ehemaligen Minister aus Nordirland zu ermorden? Gibt es Bekennerschreiben?«, fragte ich.

»Bislang gibt es keine Gruppe, die sich dazu bekennt. Die Spekulationen deuten natürlich in Richtung der IRA«, antwortete Phil.

Ich warf ihm einen verwunderten Seitenblick zu.

»Ich dachte, die wären nur noch eine politische Bewegung ohne militärische Aktivitäten«, staunte ich.

Mein Partner schilderte mir die letzten Entwicklungen in Nordirland. »Seit einigen Wochen sind wieder Unruhen ausgebrochen. Es geht um das Hissen des Union Jack am Parlamentsgebäude in Belfast.«

Es blieb mir ein ewiges Rätsel, warum die Iren in den nördlichen Provinzen sich immer noch dermaßen heftig die Köpfe einschlugen, und jetzt sollte angeblich die Frage um eine gehisste Flagge zu einem brutalen Anschlag geführt haben?

»Solche Spekulationen sollten wir schleunigst im Keim ersticken, bevor die Medienleute diesen Unsinn verbreiten«, stellte ich fest.

Phil stieß einen leisen Pfiff aus.

»Und ich war mir ganz sicher, dass du noch nicht mit dem Chef über den Anschlag gesprochen hast«, sagte er.

»Hab ich doch auch nicht«, erwiderte ich verblüfft.

»Du hast gerade eben fast wortwörtlich die gleiche Einschätzung zu den Spekulationen wie Mister High von dir gegeben«, erklärte Phil.

Wir erreichten den abgesperrten Teil des Freeways, auf dem es tatsächlich wie auf einem Kriegsschauplatz aussah. Aus einem Wrack stiegen Rauchwolken auf, und Trümmerteile übersäten die Fahrbahnen. Cops und Feuerwehrleute rannten umher, während Sanitäter sich um Verletzte kümmerten.

»Der Anschlag liegt fast eine Stunde zurück und hier herrscht immer noch das nackte Chaos«, sagte ich erschüttert.

»Die Einsatzkräfte sind auch erst etwa seit zwanzig Minuten vor Ort. Es war nicht so leicht, zu der Limousine vorzudringen«, erwiderte Phil.

***

Sie blieb die Außenseiterin. Erin Hardon hatte als einzige Kollegin gegen das vorschnelle Einstellen der Ermittlungen Protest eingelegt.

»Wir kennen Ihren Vorsatz, jedes Verbrechen in Derry auf die Konflikte aus der Vergangenheit zurückzuführen. Sparen Sie sich also weitere Einwürfe dieser Art«, warnte sie der Chief Inspector.

Einige Kollegen schauten sie mit kühler Ablehnung an, während andere unverhohlen lachten. Der brutale Mord an einem Kollegen war auf einmal nicht mehr so interessant, weil er zur protestantischen Kirche gehörte. Erin befolgte den Rat ihres Vorgesetzten und erhob keine weiteren Einwände. Offiziell war Sergeant Brian Kennedy ein Opfer von jugendlichen Junkies geworden, die sogar ein Geständnis abgelegt hatten.

Erin ahnte, wie es zustande gekommen war, und schämte sich für ihre Kollegen. Ihr war es völlig egal, ob der Union Jack jeden Tag über dem Parlamentsgebäude in Belfast wehte oder nicht. Ihre Mutter war waschechte Irin, die ihren katholischen Glauben pflegte. Erins Vater war jedoch Engländer und gehörte der anglikanischen Gemeinde an, womit er in den Augen vieler katholischer Iren im doppelten Sinne ein zu verachtender Mensch war. Erin hatte seit ihrer Kindheit eine harte Schule durchlaufen und dabei eine Unmenge von Demütigungen einstecken müssen.

»Es muss ein Ende haben und darf nicht wegen so einer lächerlichen Sache wieder zu blutigen Kämpfen führen«, dachte Erin.

Sie hatte nicht nur das schwarze Haar von ihrer Mutter geerbt, sondern auch den eisernen Willen. Solange Erin Hardon im Besitz einer Polizeimarke war, würde sie keinen Mord billigen. Wer immer Sergeant Brian Kennedy auf dem Gewissen hatte, sollte dafür vor den Richtertisch treten.

Wem kann ich trauen?, überlegte Erin.

Sie war selbst erst vor vier Monaten zum Sergeant befördert worden und arbeitete seitdem in der Abteilung für Gewaltverbrechen. Erin kannte die meisten Kollegen kaum und konnte sich dementsprechend kein Bild von ihrer Zuverlässigkeit machen.

»Erst einmal muss ich allein auf mich gestellt ermitteln. Wenn der Chief mitbekommt, dass ich gegen seine Anweisungen weiterhin nach dem Mörder von Kennedy suche, bin ich meine Marke bald wieder los«, sagte sie sich.

Erin Hardon hatte ihre Hausaufgaben gemacht, bevor sie den Dienst in Derry angetreten hatte. Sie war nicht nur bestens mit der Infrastruktur der Stadt vertraut, sondern auch mit den wichtigsten Angehörigen der Unterwelt.

»Wenn jemand so dreist ist, einen Polizisten ermorden zu lassen, kommen nur drei oder vier Kandidaten in Betracht«, dachte sie.

Zum Glück hatte Erin ein kleines Büro ganz allein für sich. Als Sergeant stand es ihr zu, aber auch sonst wollte keiner der Kollegen unbedingt einen Raum mit ihr teilen. Wer mit dem Bastard gemeinsame Sache machte, stand sofort im Abseits. Bisher hatte Erin diesen Umstand verflucht, denn jede Ermittlung wurde dadurch unnötig erschwert.

»Jetzt könnte mir diese Isolation sogar helfen«, murmelte sie.

Auf dem Computerbildschirm blinkte ein Icon im unteren Sichtfeld auf. Es war der Hinweis, dass eine Nachricht im Intranet der irischen Polizei eingegangen war und von jedem Beamten sofort zur Kenntnis genommen werden sollte.

»Was? Jemand hat Dellany in New York ermordet?«, las Erin halblaut.

Mit einem nachdenklichen Ausdruck in ihren dunkelblauen Augen lehnte sie sich zurück. Ihr Instinkt sagte Erin, dass diese beiden Ereignisse wahrscheinlich zusammenhingen.

***

Wir konnten wenige Augenblicke später mit einem der Augenzeugen sprechen. Steve Cartland war zwar Mechaniker für Getränkeautomaten, doch gleichzeitig leistete er seinen Dienst in der Nationalgarde. Seine Beobachtungen in Bezug auf die eingesetzten Waffen der Attentäter erhielten dadurch mehr Gewicht.

»Der Typ hat eine Art Bazooka abgefeuert, nicht so ein modernes Teil wie eine Lenkwaffe«, sagte er.

Cartland beschrieb sehr genau, wie die zwei Geschosse in die Limousine eingeschlagen hatten.

»Der erste Schuss war schlecht gezielt, denn der Schütze hatte die Bewegung des Fahrzeugs nicht optimal berechnet«, erklärte er.

Seine Angaben deckten sich mit den Beobachtungen der anderen Zeugen, wonach der Wagen von Dellany zuerst am Heck getroffen und dadurch ins Schleudern geraten war.

»Dafür wurde der zweite Schuss ein Volltreffer. Vermutlich saß neben dem eigentlichen Schützen ein Helfer, der sofort die zweite Granate in die Panzerfaust geschoben hat«, sagte Cartland.

Es entsprach unserer Annahme, dass wir es mit einer gut organisierten Gruppe zu tun hatten. Lediglich der eigentliche Ablauf sowie die eingesetzte Waffe ließen dazu Zweifel aufkommen.

»Würden Sie annehmen, dass der Schütze gut mit der Waffe vertraut war?«, fragte Phil.

»Nein, ganz bestimmt nicht. Er schien mehr ein nur kurz eingewiesener Anfänger zu sein«, erwiderte Cartland.

In keiner der westlichen Armeen wurden noch Panzerfäuste eingesetzt, so wie man sie bereits im Zweiten Weltkrieg oder im Koreakrieg verwendet hatte. Cartlands Beschreibung war sehr hilfreich, denn sie half uns auch bei der Eingrenzung der möglichen Attentäter.

»Die gehören kaum zum Umfeld einer bekannten Terrorgruppe«, sagte Phil.

Wir kehrten nach der ersten Befragung zum Wrack der Limousine zurück, an dem mittlerweile die Spezialisten der Kriminaltechnik die Spuren sicherten. Ich erzählte dem Leiter des Teams von den Zeugenaussagen, die ein grimmiges Nicken bei ihm auslösten.

»Sowohl die Angabe mit dem Feuerschweif als auch die Beschreibung des Angehörigen der Nationalgarde passen zu den Spuren. Kommen Sie, ich erkläre es Ihnen«, erwiderte er.

Als wir uns dem Wrack näherten, spürte ich die große Wärmeabstrahlung. Der Techniker deutete auf verschiedene Stellen an Heck und Vordertür, die extrem geschwärzt waren. Ich konnte deutlich die Einschusslöcher erkennen und spürte förmlich, wie mich ein Schauder packte. Dellany und seine Begleiter mussten nach dem ersten Einschlag noch Zeit genug gehabt haben, um das drohende Ende zu erkennen.

»Die erste Granate ist oberhalb des Hinterreifens in den Kofferraum eingeschlagen, wodurch das Fahrzeug instabil wurde. Das zweite Geschoss traf den Wagen unmittelbar hinter der Vordertür und entwickelte somit die gewünschte Maximalwirkung«, schilderte der Techniker.

Vor meinem inneren Auge spulte sich ein Film mit den Ereignissen ab.

»Der Feuerstrahl, den Ihre anderen Augenzeugen bemerkt haben, passt zu einer reaktiven Panzerfaust. Es gibt auch Modelle, bei denen dieser Ausstoß teilweise kompensiert wird. Welches Fabrikat hier eingesetzt wurde, kann ich Ihnen allerdings erst nach gründlicher Analyse sagen«, fuhr der Techniker fort.

Ich nutzte seine Fachkompetenz, um mir ein besseres Bild über die Herkunft der Attentäter zu machen. Nach den Ausführungen Cartlands hatte ich die Vermutung entwickelt, es nicht unbedingt mit einer modern ausgerüsteten Terrorgruppe zu tun zu haben. Als ich jedoch dem Techniker gegenüber diese Annahme äußerte, schüttelte er sofort den Kopf.

»Solche Waffen werden in den meisten Armeen weiterhin verwendet. Sie wurden lediglich modernisiert, gelten aber immer noch als erstklassige Infanteriewaffe. Für einen Anschlag auf ein gepanzertes Fahrzeug wäre es auch die erste Wahl eines jeden Terroristen«, widersprach er.

***

Eine Stunde später betraten Phil und ich das Büro von Mr High. Wir gaben dem Chef einen ersten Bericht.

»Sie haben demnach bislang keine Vorstellung, wer hinter dem Anschlag stecken könnte?«, fragte er.

»Nein, Sir. Solange wir nicht den Halter des Kleintransporters ermittelt haben, bringen uns leider die Zeugenaussagen kaum weiter«, räumte ich ein.

Wir hatten über ein Dutzend Aussagen aufgenommen, doch die Menschen konnten meistens kaum die Marke oder Farbe des Lieferwagens mit absoluter Sicherheit nennen. Zu den Insassen gab es überhaupt keine brauchbaren Beschreibungen.

»Cartland hat am besten reagiert und sich sogar einen Teil des Kennzeichens gemerkt. Es gehört offenbar zu einem Mietwagen«, warf Phil ein.

Der Assistant Director hob überrascht die Augenbrauen.

»Sie gehen davon aus, dass die Attentäter tatsächlich das Fahrzeug angemietet haben?«, fragte er ungläubig.

»Das wäre extrem ungewöhnlich, und bisher gehe ich eher davon aus, dass die Männer das Fahrzeug unmittelbar vor dem Anschlag gestohlen haben«, antwortete Phil.

Es vergingen zwei weitere Stunden, in denen wir keinen Schritt vorankamen. Dann endlich kam die erlösende Meldung, die uns alle in Verwirrung stürzte.

»Der Lieferwagen wurde ordnungsgemäß an einer der Stationen zurückgegeben. Am Flughafen«, sagte Phil.

Mr High schüttelte fassungslos den Kopf.

»Gehen Sie dieser Spur nach und finden Sie heraus, was dieses merkwürdige Verhalten bedeuten soll«, ordnete er an.

Als wir auf der Gegenfahrbahn an der Absperrung vorbeikamen, waren die Techniker immer noch mit der Spurensicherung beschäftigt. Die Explosionen hatten Tausende von Metallteilen herumfliegen lassen und dabei auch noch weitere Wagen beschädigt. Es würde eine große Puzzlearbeit werden, die Teile richtig zuzuordnen. Ich hoffte nur, dass unsere Ermittlungen nicht ebenso aufwendig verliefen.

***

Die Angestellte der Mietwagenfirma reagierte nervös auf unsere Dienstmarken. Sie suchte die Belege heraus, die sie in Verbindung mit der Vermietung des Lieferwagens angefertigt hatte.

»Das ist die Kopie seines Führerscheins sowie des Passes. Der Mann war nämlich Engländer«, erklärte sie.

Schon bei dem Namen in dem ersten Formular wurde mir klar, dass der Mieter keinesfalls seine echten Personalpapiere vorgelegt hatte.

»Tony Blair? Bei dem Namen wurden Sie nicht stutzig?«, fragte Phil.

Er schaute die junge Frau forschend an, die seinen Blick mit Unverständnis erwiderte.

Phil seufzte vernehmlich und ich verkniff mir ein Grinsen.

»Wir wollen Ihnen damit lediglich verdeutlichen, dass Führerschein und Pass eine Fälschung sind«, erklärte ich.

Die Angestellte schlug sich entsetzt beide Hände vor den Mund und schüttelte entrüstet den Kopf.

»Dieser nette Bursche reist mit falschen Papieren in die USA ein und niemand bemerkt es?«, fragte sie dann.

Der Punkt ging an sie. Die Ausweise mussten von besonders guter Qualität sein, um den strengen Überprüfungen bei der Einreise zu genügen. Zum Glück hatte die Angestellte darauf geachtet, dass alle Kopien ausgesprochen präzise waren. Der Name des Mannes war definitiv falsch, aber wir hatten ein Gesicht dazu.

»Ist Ihnen irgendetwas an diesem Mister Blair aufgefallen?«, fragte Phil.

Sie gab das Gespräch während der Anmietung des Lieferwagens ausführlich wieder, ohne uns damit neue Hinweise zu liefern. Erst ganz zum Schluss gab es eine Bemerkung, die mich aufhorchen ließ.

»Was war an seiner Aussprache so merkwürdig?«, hakte ich nach.

Die Angestellte gab sich alle Mühe, es mir zu erklären. Dennoch verstand ich es nicht wirklich, genauso wenig wie mein Partner.

***

»Die junge Lady dürfte den Höhepunkt ihrer beruflichen Karriere erreicht haben«, sagte er.

Wir saßen bereits wieder im Jaguar, den ich hinüber zu den Stellplätzen für die Kollegen der Flughafenpolizei lenkte.

»Vielleicht interessiert sie einfach nicht so sehr, was in der Weltpolitik passiert«, erwiderte ich.

»Kann sein. Ihre Beschreibung zu der Aussprache des Mieters sagt mir leider überhaupt nichts«, lenkte er ein.

Wir ließen dieses Thema vorerst fallen, um mit den Kollegen über die Einreise mit dem gefälschten Reisepass zu sprechen.

»Da die Angestellte bei der Autovermietung so clever war und auch die Seite mit dem Einreisestempel kopiert hat, können wir der Sache auf den Grund gehen«, sagte der Officer.

Er filterte in wenigen Minuten den Beamten heraus, der die Kontrolle von Tony Blair vorgenommen hatte.

»Wir haben noch über seinen ungewöhnlichen Namen gescherzt. Es ist nicht leicht für einen Iren, genauso wie ein ehemaliger Premier aus England zu heißen«, sagte der Cop.

»Ire? Ja, das erklärt seine merkwürdige Aussprache«, rief ich aus.

Die Qualität des Passes war hervorragend, und auch jetzt zeigte der Kollege der Flughafenpolizei einige Zweifel an der Fälschung.

»W

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