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Jerry Cotton - Folge 2947

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Hoover Boys
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die Hoover Boys

Es war eine milde, sternklare Nacht, als James Blademan den elitären Explorers Club in New York verließ und zu seinem Wagen ging.

Kurz bevor er seinen weißen Bentley erreicht hatte, kam er an einer dunklen Gasse vorbei. Ein Geräusch riss ihn aus seinen Gedanken. Langsam schälte sich der Umriss einer Gestalt aus der Dunkelheit, einer Person, die auf ihn zukam.

James Blademan wollte etwas sagen, kam aber nicht mehr dazu. Eine Kugel durchschlug seinen Brustkorb. Er fiel zu Boden und röchelte. Der Schütze kam auf ihn zu, zog ihn ein paar Meter über den Boden, nahm seine Brieftasche und die goldene Breitling. Dann verschwand er in der Nacht.

»Einen schönen guten Morgen«, begrüßte Phil Helen, die am Schreibtisch im Vorzimmer unseres Chefs saß, mit einem Lächeln im Gesicht.

»Guten Morgen«, erwiderte sie den Gruß. »Da ist aber jemand gut drauf.«

Phil nickte. »Ja, zwei freie Tage, an denen man ausschlafen kann, können Wunder wirken.«

»Das kann ich gut verstehen«, meinte Helen.

Auch sie hatte in der letzten Zeit viele Nachtschichten schieben müssen, das wusste ich nur zu gut.

»Ist er im Büro?«, fragte ich sie.

»Ja, ihr könnt sofort reingehen, er erwartet euch schon«, antwortete sie.

»Dann wollen wir ihn mal nicht warten lassen«, bemerkte Phil, klopfte an Mr Highs Bürotür und wir traten ein.

Mr High saß an seinem Schreibtisch. Ich konnte ihm ansehen, dass etwas Außergewöhnliches geschehen war.

»Kennen Sie James Blademan?«, fragte er.

Ich schüttelte den Kopf.

»Ist das nicht ein Politiker aus der Gegend?«, meinte Phil.

»Ganz recht«, sagte Mr High. »Ein Politiker aus Jersey City, ein ziemlich altruistischer Typ, hat viele gute Kampagnen ins Leben gerufen. Die Menschen in seinem Regierungsbezirk haben ihm viel zu verdanken. Darüber hinaus ist er Mitglied im Explorers Club, den er gestern Nacht besucht hat. Dort ist er gestern erschossen und ausgeraubt worden.«

Beim letzten Satz hatte sich Mr Highs Miene verfinstert. Phil und ich sagten kein Wort.

»Ich will, dass Sie den Fall übernehmen und herausfinden, was vorgefallen ist und wer ihn getötet hat«, fuhr Mr High nach einer kurzen Pause fort.

»Natürlich, Sir«, entgegnete ich.

Er reichte mir eine dünne Mappe mit Ausdrucken. »Das ist das, was ich weiß. Fahren Sie bitte zum Tatort und nehmen Sie die Ermittlungen auf. Das NYPD ist vor Ort. Es war erst nicht klar, wer für den Fall zuständig ist, aber da Mister Blademan in einem anderen Bundesstaat gemeldet ist, sind wir dafür zuständig. Ich habe darüber hinaus einen Anruf von einem einflussreichen Bekannten von Mister Blademan erhalten, der den Wunsch geäußert hat, dass wir den Fall übernehmen und unsere besten Agents darauf ansetzen.«

Phil lächelte ob des Lobs zufrieden. »Dann fahren wir am besten direkt los.«

Mr High nickte, wir standen auf, verabschiedeten uns und verließen sein Büro.

»Hast du das gehört – die besten Agents«, meinte Phil und strahlte immer noch.

»Unsere Aufklärungsrate spricht eben für uns«, sagte ich und konnte Phils Hochgefühl gut nachvollziehen. Eigentlich wusste ich, wie sehr uns Mr High schätzte. Es war aber auch gut, das von Zeit zu Zeit wieder mal zu hören.

In der Tiefgarage angekommen, schwangen wir uns in den Jaguar und ich fuhr los.

Phil begann die Akte, die Mr High uns gegeben hatte, zu studieren und aktivierte parallel den Bordcomputer. »Dann wollen wir mal sehen, mit wem wir es zu tun haben. James Blademan, wird von vielen nur Jim genannt. Zweiundsiebzig Jahre alt, verheiratet mit Shirley Blademan, seit gut fünfundzwanzig Jahren. Sie ist um einiges jünger als er, fünfzig, also war sie bei der Heirat Mitte zwanzig, er etwa fünfzig, ganz schöner Altersunterschied. Sie haben einen Sohn, Tom Blademan, der ist zweiundzwanzig. Sonst keine Kinder, soweit ich das sehen kann. Blademan war vorher schon mal verheiratet, die Ehe blieb aber wohl kinderlos.«

»Und wie sieht es finanziell aus?«, fragte ich. »Er war doch recht gut betucht, oder?«

Phil schaute nach und nickte. »Ja, der ist einige Millionen schwer – oder war es. Wahrscheinlich geht das Geld jetzt an die Frau und den Sohn, zumindest wenn kein Testament existiert, das eine andere Verteilung vorschreibt.«

»Das sollten wir auf jeden Fall herausfinden«, überlegte ich laut. »Wer auch immer das Geld bekommt, hat ein Motiv. Und was gibt es zu der Tat selbst? Liegt schon ein Bericht vor?«

»Ja, aber noch nicht sehr detailliert«, antwortet Phil. »Offenbar ist gestern Nacht in der Gegend ein Schuss gemeldet worden. Die Leiche von Blademan wurde aber erst heute früh, vor etwa drei Stunden, gefunden. Lag wohl hinter einem Müllcontainer. Der Täter hat sich also die Zeit genommen, sein Opfer zu verstecken.«

»Gibt es irgendwelche Hinweise auf Konflikte oder Streitigkeiten, in die das Opfer verwickelt war? Irgendetwas Geschäftliches oder Politisches?«, fragte ich Phil.

Der recherchierte im Internet. »Auf die Schnelle finde ich nichts. Gibt eine Menge Artikel über Wohltätigkeitsveranstaltungen, bei denen Blademan anwesend war, aber sonst nichts.«

Ich holte tief Luft. »Dann bin ich gespannt, was uns am Tatort erwartet.«

***

Der Tatort zwischen der Park Avenue und der Madison Avenue war nicht schwer zu finden. Die Kollegen vom NYPD hatten ihn weitläufig abgesperrt. Als wir uns der Absperrung näherten, kam uns ein Officer entgegen, sah sich unsere Dienstausweise an und ließ uns dann passieren.

In einer Seitengasse standen mehrere Personen, zwei von ihnen sahen wie Detectives aus, die anderen waren Officers und Mitarbeiter der Crime Scene Unit.

Wir erregten die Aufmerksamkeit eines der Detectives. Er musterte uns kurz und kam dann auf uns zu. »Hallo, Sie müssen die beiden Agents vom FBI sein.«

»Die sind wir, Agent Cotton und Agent Decker«, antwortete Phil.

»Ich bin Detective Hauser, mein Partner Detective Julian steht da drüben und unterhält sich mit der Rothaarigen von der Crime Scene Unit«, stellte sich der Detective seinerseits vor.

Ich schaute in die Richtung, in die er zeigte. Die Rothaarige, die er meinte, war niemand anders als Dr. Janice Drakenhart, die Pathologin. Sie war zu sehr in das Gespräch mit Detective Julian vertieft, um zu registrieren, dass Phil und ich da waren.

»Schade um den alten Mann, habe gehört, dass er ziemlich bekannt war«, fuhr Detective Hauser fort. »Der Täter hat ihm keine Chance gelassen. Ein einzelner Schuss aus nächster Nähe. Dann hat er ihn mitgezerrt und hinter dem Müllcontainer dort versteckt und beraubt. Seine Brieftasche ist weg, die Uhr auch, wenn er eine dabeihatte. Sieht aus, als hätte irgendein Junkie Geld für den nächsten Schuss gebraucht und es bekommen.«

»Gut möglich«, sagte ich. »Der Mord hat ja bereits gestern Nacht stattgefunden und der Schuss ist auch gemeldet worden. Wie kommt es, dass der Mann so spät gefunden wurde?«

»Die Kollegen vom zuständigen Revier hatten gestern eine Menge zu tun«, antwortete der Detective. »Daher haben sie die Gegend auch nur oberflächlich abgesucht. Scheinbar hat den Überfall selbst niemand gesehen. Wir haben bereits ein paar Anwohner befragt, keiner wusste was. Den Schuss hatten einige gehört, aber genau lokalisieren konnte die Quelle keiner so recht. Zeugen eben. Einige haben sogar gedacht, dass irgendwo ein Film lief, und das Geräusch einfach ignoriert.«

Phil schaute sich um. »Gibt es in der Gegend Kameras?«

»In direkter Nähe haben wir keine gefunden«, kam die Antwort des Detective. »Eine Straße weiter ist ein Geldautomat. Im weiteren Umkreis haben wir uns noch nicht umgesehen.«

»Kein Problem, das können wir übernehmen«, sagte Phil.

Der Detective schaute zu seinem Kollegen, der ihm zunickte. »Ich glaube, die Pathologin hat die Leiche gerade freigegeben. Wollen wir rübergehen?«

»Ja, nach Ihnen«, sagte ich.

Der Detective ging vor, wir folgten ihm.

Jetzt hatte uns auch Dr. Drakenhart gesehen. Sie lächelte, als wir näher kamen. »Guten Morgen. Ist das wieder ein FBI-Fall?«

»Sieht so aus«, sagte ich. »Guten Morgen, Janice.«

»Guten Morgen, Jerry, hallo, Phil«, sagte sie und deutete auf den Körper des ermordeten Mannes. »Armer Kerl – der Schuss hat ihn nicht sofort getötet. Hat bestimmt ein paar Minuten gedauert, bis er tot war. Keine schöne Art zu sterben, allein im Dunkeln.«

»Stimmt«, sagte ich. »Und der Todeszeitpunkt?«

»Gestern Nacht, zwischen elf und zwölf, würde ich sagen«, antwortete Dr. Drakenhart.

»Das stimmt mit der Zeit, als der Schuss gemeldet wurde, überein«, meinte Detective Hauser. »Etwa viertel vor zwölf. Ganz schön spät für einen Mann in seinem Alter. Entweder war er sehr mutig oder leichtsinnig.«

»Mutig auf jeden Fall, denke ich«, sagte Phil. »Einfach so wird man nicht Mitglied im Explorers Club. Nach dem, was ich weiß, war er kein ängstlicher Mann. Wobei Sie recht haben – um die Zeit ist man in New York selbst in der Gegend hier nicht unbedingt sicher.«

»Was ist mit dem Projektil?«, fragte ich Dr. Drakenhart.

»Haben wir gefunden, nichts Außergewöhnliches, stammt von einer Pistole oder einem Revolver. Da wir keine Patronenhülse gefunden haben, war es entweder ein Revolver oder der Mörder hat die Hülse mitgenommen – was eher auf einen Profi hinweisen würde. Wenn die Kugel im Labor untersucht worden ist, kann ich euch vielleicht mehr sagen.«

»Das wäre gut«, sagte Phil. »Gab es sonst etwas Ungewöhnliches? Abwehrverletzungen? Blut, das vom Täter stammen könnte? Irgendetwas?«

Dr. Drakenhart schüttelte den Kopf. »Nein, so leid es mir tut – die Forensik hat aktuell nichts zu bieten, was euch weiterhelfen würde.«

»Keine Zeugen, keine Videoaufzeichnungen, keine DNA des Täters, nur ein totes Opfer – das ist wirklich nicht viel«, meinte Phil.

Detective Hauser nickte. »Sie haben recht, das ist nicht viel – ich wünsche Ihnen trotzdem viel Erfolg bei der Aufklärung. Sie schaffen das schon!«

»Davon gehe ich aus«, sagte ich. »Wobei konkrete Beweise nett wären. Aber in unserem Job muss man nehmen, was man bekommt. Ist die Frau von Mister Blademan schon verständigt worden? Oder sonst jemand aus der Familie?«

»Nein, noch nicht«, antwortete der Detective.

»Dann übernehmen wir das«, sagte ich. »Die Familie ist auch der Punkt, an dem wir mit unseren Ermittlungen ansetzen werden – nachdem wir den Tatort genau unter die Lupe genommen haben.«

»Dann kann ich die Leiche abtransportieren lassen?«, fragte Dr. Drakenhart.

»Ja, das ist in Ordnung«, antwortete ich.

Sie machte sich an die Arbeit. Phil und ich schauten uns am Tatort und der näheren Umgebung um. Der Detective hatte recht, in der unmittelbaren Nähe gab es keine Kameras. Wenn der Täter sich diese Stelle für den Mord ausgesucht und sein Opfer hier erwartet hatte, kannte er die Gegend entweder gut oder er wusste, dass Blademan auf dem Weg vom Explorers Club zu seinem Wagen hier vorbeikommen würde, was bedeutete, dass er es speziell auf Blademan abgesehen hatte, nicht auf sein Geld. Das waren die beiden Möglichkeiten, die beim aktuellen Stand der Ermittlungen am wahrscheinlichsten waren.

***

Unser nächstes Ziel war das Haus der Blademans in Jersey City, auf der Delaware Avenue, direkt am Lincoln Park – eine relativ schöne Wohngegend. Das Haus der Blademans grenzte direkt an ein Waldstück des Parks.

Ich parkte den Jaguar vor dem Haus, dann stiegen wir aus.

Phil musterte das Gebäude. »Schöner Schuppen, arm war Blademan wirklich nicht.«

»Nein, das war offenbar nicht sein Problem«, erwiderte ich und ging los.

Wir klingelten an der Haustür und warteten. Es dauerte nicht lange, bis eine attraktive Frau die Tür öffnete. Es war Shirley Blademan. Sie sah für ihr Alter recht jung aus, hatte mittellanges dunkles Haar, eine schlanke Figur und feine Gesichtszüge.

»Guten Tag«, sagte sie und schaute uns erwartungsvoll, auch etwas nervös, an.

»Guten Tag, Madam. Wir sind die FBI-Agents Phil Decker und Jerry Cotton«, stellte ich uns vor.

»Geht es um Jim, meinen Mann?«, fragte sie aufgeregt, bevor ich auch nur einen weiteren Satz herausbringen konnte.

Ich nickte. »Ja, so ist es – wollen wir kurz reingehen, damit Sie sich setzen können?«

Ihre gesunde Hautfarbe schwand, sie wurde blass. Offenbar ahnte sie schon, was wir ihr zu sagen hatten.

»Kommen Sie bitte herein«, sagte sie und trat zur Seite.

Wir schritten durch die breite Tür in den hellen und weitläufigen Eingangsbereich. Dann folgten wir der Dame des Hauses in einen kleinen Salon, der im hinteren Bereich gelegen war. Durch das große Fenster konnte ich einen Rosengarten sehen.

»Nehmen Sie doch bitte Platz«, sagte sie und deutete auf die gut gepolsterten Ledersessel.

Wir warteten, bis sie sich gesetzt hatte, und kamen dann ihrer Aufforderung nach.

»Mistress Blademan, ich muss Ihnen leider eine traurige Nachricht überbringen – Ihr Mann ist heute früh tot aufgefunden worden«, sagte ich und versuchte, dabei nicht zu kühl zu klingen.

»Das habe ich fast schon befürchtet«, sagte sie und fing an zu weinen.

Ich gab ihr einen Augenblick Zeit.

»Was ist passiert? Hatte er einen Unfall?«, fragte sie, nachdem sie sich wieder gefangen hatte.

»Nein«, erwiderte ich. »Er wurde ermordet.«

»Ermordet?«, entgegnete sie ungläubig. »Oh, mein Gott, das ist ja schrecklich. Mein armer Jim. Ich hoffe, er hat nicht leiden müssen.«

Auf diese Frage gab ich ihr keine Antwort. »Sie hatten vermutet, dass Ihrem Mann etwas geschehen sein könnte?«

Sie nickte. »Ja, er war gestern noch spät in New York gewesen, hatte angerufen, als er den Club verlassen hatte, und sich dann nicht mehr gemeldet. Als er nicht nach Hause kam und nicht mehr zu erreichen war, habe ich die Polizei angerufen, aber bis jetzt nichts gehört. Ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können, weil ich befürchtet habe, dass etwas nicht stimmte.«

»Es tut mir leid, dass wir Ihnen diese schlechte Nachricht überbringen mussten«, sagte Phil. »Aufgrund der Art, wie Ihr Mann zu Tode gekommen ist, ermitteln wir, um seinen Mörder zu finden.«

Sie schaute auf. »Sie wissen also nicht, wer es getan hat?«

Phil schüttelte den Kopf. »Nein, Madam, noch nicht.«

Sie lehnte sich zurück. »Jim hat mich schon darauf vorbereitet, dass der Tag kommen würde, an dem er mich verlässt – weil er ja sehr viel älter ist als ich. Entsprechend hat er alle Vorbereitungen getroffen, sodass ich gut versorgt bin, ebenso unser Sohn. Es ist aber trotzdem ein Schock. Einmal die Tatsache, dass er gestorben ist, und dann, dass jemand seinem Leben gewaltsam ein Ende gesetzt hat. Das ist so schrecklich, das hat er nicht verdient, er war ein guter Mann!«

Diesmal schaffte sie es, ihre Tränen zurückzuhalten. Man konnte ihr aber ansehen, dass es all ihre Kraft kostete.

»Ich weiß, dass das eine schwere Zeit für Sie ist«, sagte ich. »Es ist aber von größter Wichtigkeit, dass Sie uns bei unseren Bemühungen, den Mörder Ihres Mannes zu finden, unterstützen. Hatte er irgendwelche Feinde? Oder jemanden, der ihm den Tod wünschte? Hat er Ihnen gegenüber etwas in dieser Richtung erwähnt?«

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, nein, wirklich nicht. Mein Mann wurde von allen, die ihn kannten, geschätzt und bewundert. Ich glaube nicht, dass ihm irgendjemand, den er kannte, so etwas antun wollte.«

»Und er hat auch nicht erwähnt, dass er mit irgendjemandem Schwierigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten hatte?«, wollte Phil wissen. »Oder hat er über solche Angelegenheiten, die seine geschäftlichen oder politischen Aktivitäten betrafen, nicht geredet?«

»Doch, wir haben auch über solche Sachen geredet, wenn auch nicht immer und nicht unbedingt im Detail«, entgegnete sie. »In den letzten Jahren hat es aber relativ wenige solche Situationen gegeben. Die einzige Sache, die ihm in letzter Zeit Sorgen gemacht hat, war sein Partner Don Mercury. Die beiden haben viele Jahre gut zusammengearbeitet, aber Jim hat vor ein paar Wochen erwähnt, dass er Don misstrauen würde und er ein paar Sachen überprüfen müsste.«

»Hat Ihr Mann gesagt, worum es dabei ging?«, fragte Phil.

»Nein, hat er nicht, zumindest nicht im Detail, hatte wohl mit Finanzen zu tun, aber mehr weiß ich auch nicht«, antwortete sie.

»Das ist auf jeden Fall ein Hinweis, dem wir nachgehen werden«, versicherte ich ihr.

In dem Moment klingelte das Handy von Mrs Blademan. Sie holte einmal tief Luft und ging dran. »Hallo, Schatz, ja, gut, dass du anrufst. Ja, es wäre gut, wenn du gleich hier sein könntest. In einer Viertelstunde ist gut.«

Sie beendete das Gespräch und legte ihr Handy zur Seite. »Das war mein Sohn. Er weiß, dass Jim gestern nicht nach Hause gekommen ist, und hat sich ebenfalls Sorgen gemacht. Er wohnt ganz in der Nähe und kommt gleich vorbei. Ich wollte ihm nicht am Telefon sagen, was geschehen ist.«

»Das ist verständlich«, sagte ich. »Macht es Ihnen etwas aus, wenn wir so lange hier bleiben? Wir könnten dann direkt mit Ihrem Sohn reden.«

»Nein, kein Problem, bleiben Sie ruhig hier, er hat vielleicht auch Fragen an Sie«, meinte sie nur.

Wir nutzten die Zeit, um uns weiter mit ihr zu unterhalten und zusätzliche Informationen in Erfahrung zu bringen. Leider konnte sie uns keine weiteren Hinweise liefern. Der einzige Verdächtige, den sie nennen konnte, war somit Don Mercury, der Geschäftspartner von James Blademan.

***

Als der Sohn des Mordopfers das Zimmer betrat, in dem wir uns zusammen mit Mrs Blademan befanden, musterte er uns argwöhnisch. »Wer sind Sie? Und was wollen Sie hier?

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