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Jerry Cotton - Folge 2946

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Deborah - verzweifelt gesucht
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Deborah – verzweifelt gesucht

Er betrachtete sein Opfer. Es war noch früh am Abend. Das Objekt seiner Begierde ging mit einem Champagnerkübel voller Tombola-Lose herum und schüttelte ihn am Tisch eines bekannten Medienmoguls. Sie lächelte ihn auffordernd an und der Mann ließ seine Begleiterin ein paar Lose ziehen. Mindestens zehn, wie es aussah. Bei einem Preis von fünftausend Dollar pro Los kein billiges Vergnügen! Dennoch keine große Sache für die Leute, die an diesem Abend hier versammelt waren. Er hob den Blick und sah der Frau nach, die sehr bald unter seinen Händen um Gnade winseln würde. Er freute sich schon jetzt darauf.

Marjorie Bradshaws Blick glitt über den festlich hergerichteten großen Bankettsaal des Hotels New Claridge. Jeder Platz des sündhaft teuren Spendengaladinners war besetzt. Innerlich atmete sie auf. Es war wichtig, dass die gehobene Gesellschaft sich heute hier, in diesem Luxushotel nahe dem Times Square, versammelt hatte – zeigte das zahlreiche Erscheinen doch, dass sie immer noch die unangefochtene Nummer eins der Charity-Ladys war und ihr niemand diesen Platz streitig machen konnte.

Es hatte Versuche gegeben. Andere, ebenso einflussreiche Damen der Gesellschaft hatten sich dabei mehr oder weniger offen gegen Marjorie gestellt. Ihr unterstellt, sie nutze die Veranstaltungen nur noch für die eigene Publicity und zur Werbung für die Geschäfte ihres Gatten Timothy.

Spätestens mit der heutigen Veranstaltung war es ihr gelungen, die niederträchtigen Stimmen zum Verstummen zu bringen. Einige ihrer Rivalinnen saßen an diesem Abend sogar hier und hatten die Veranstaltung mit zuckersüßen Worten gelobt.

»Wie viel haben wir bis jetzt eingenommen?«, fragte sie ihre persönliche Assistentin, die wie ein Schatten neben ihr stand. Lauren hob ihr Smartphone, tippte etwas an und zeigte Marjorie das Ergebnis.

»Donnerwetter«, entfuhr es der. »Die Gäste des heutigen Abends sind ja ganz besonders spendabel.«

Der Eintrittspreis für das Dinner war ein nach oben offener Mindestpreis, den die meisten der Gäste großzügig aufgerundet hatten. Dazu kam der Erlös aus dem Losverkauf. Der Hauptgewinn, ein Ferrari, war dabei ebenso eine Spende wie jeder andere der hundert Preise.

»Und wir sind noch nicht am Ende angelangt.« Lauren blickte kurz auf ihre schmale, teure Uhr. »Zumindest noch nicht ganz. Eine halbe Stunde noch bis Mitternacht.«

»Dann sollten wir alles dafür tun, die restlichen Lose unters Volk zu bringen.« Marjorie schnappte sich zwei Champagnerkübel und gab einen davon an Lauren weiter. »Haben Sie meine Tochter gesehen?«, murmelte sie dabei.

»Nicht in der letzten Stunde«, antwortete die Assistentin und eilte davon.

***

Marjorie Bradshaw versuchte zum wiederholten Mal, ihre Tochter Deborah zu erreichen. Wozu hatte das Kind eigentlich ein Mobiltelefon, wenn sie dann doch nicht erreichbar war? Eigentlich hätte sie noch hier sein sollen, um ihr, Lauren und einigen anderen Frauen beim Losverkauf zu helfen. Inzwischen war Mitternacht vorbei. Die Kellner schenkten die letzten Drinks aus und die Atmosphäre war von Aufbruch geprägt. Marjorie lächelte automatisch, als sie einen bekannten Footballspieler mit seiner neuesten Ehefrau auf sie zukommen sah.

»Ein wundervoller Abend, Marjorie«, sagte die Blondine, deren Namen sie sich vermutlich nicht merken musste.

»Ganz exzellent, wie immer«, fügte der Sportler hinzu und versicherte, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Vermutlich mit einer anderen Dame am Arm, nach allem, was Marjorie von ihm wusste.

Nun ging es Schlag auf Schlag, als Gastgeberin musste sie ausharren, bis sich alle Spenderinnen und Spender des Abends verabschiedet hatten. Alle, bis auf den harten Kern. Diese Gruppe aus reichen Ostküstenleuten verschwand nun in Richtung der Bar, man würde dort weitertrinken, sich die Anekdoten des Sommers erzählen, das eine oder andere Geschäft einfädeln oder sich die Namen der angesagten Schönheitschirurgen ins Ohr flüstern.

Marjorie seufzte innerlich auf. Sie hätte es sich nach diesem harten Tag verdient, jetzt ebenfalls auf einen Absacker mit dieser illustren Gruppe zusammenzusitzen. Aber es gab zwei Dinge, die sie davon abhielten: die Abwesenheit ihres Gatten Timothy, der sich bereits früh am Abend unter dem Vorwand, noch eine geschäftliche Besprechung zu haben, davongemacht hatte, und die Frage, wo genau sich ihre Tochter aufhielt.

Aus diesem Grund schlug sie, nachdem sie sich auch von Lauren verabschiedet hatte, den Weg zu ihrer ständigen Suite im Penthouse des Hotels ein. Die Familie Bradshaw hatte ihren Familiensitz in Philadelphia, hielt sich aber im Laufe des Jahres so häufig in New York auf, dass sie sich dieses Apartment im New Claridge als ständige Einrichtung leistete.

Als Marjorie die Tür zum Apartment aufschloss, hörte sie als Erstes leise Musik, fetter Jazz schwebte durch die Luft. Verwundert blieb sie stehen. Deborahs Geschmack war das eindeutig nicht. Die Tür, die zum Zimmer ihrer Tochter führte, war geschlossen.

»Deborah?« Marjorie ging auf die Tür zu, blieb nach ein paar Schritten stehen. Die Tür des Badezimmers stand einen Spaltbreit offen, Licht fiel heraus. War Deborah dort?

Marjorie hob die Hand, um an die Badezimmertür zu klopfen, als sie hinter sich ein Geräusch wahrnahm.

»Timothy?«, waren ihre letzten, fragenden Worte, bevor etwas auf ihren Schädel krachte und sie in eine Dunkelheit schickte, aus der sie nicht wieder emportauchen sollte.

***

»Jerry, Phil, bitte setzen Sie sich doch.«

Unser Chef, Assistant Director High, bat uns mit einer Handbewegung, schon einmal am Besprechungstisch in seinem Büro Platz zu nehmen, während er an seinem Schreibtisch noch einige Dokumente unterschrieb. Er klappte die Mappe zu und reichte sie seiner Sekretärin, die wartend neben ihm stand.

»Hervorragend, wie immer. Vielen Dank, Helen.«

Die attraktive, dunkelhaarige Frau lächelte kurz.

»Kaffee?«, fragte sie uns beim Hinausgehen und wir nickten. Es war ein Montagmorgen, die Luft dieses Spätsommertags lag überraschend grau und diesig vor den Fenstern der Büros im FBI Field Office.

Wir warteten schweigend, bis der Kaffee serviert war und Mr High zu uns herüberkam und sich ebenfalls setzte.

»Die bekannte Charity-Lady Marjorie Bradshaw wurde gestern Nacht ermordet. Das Verbrechen geschah im Hotel New Claridge, wo sie eine ihrer Spendengalas zugunsten sozial benachteiligter Kinder abgehalten hat. Die Bradshaws haben dort ein ständiges Apartment gemietet. Die Tote wurde dort überfallen und mit einer Steinstatue niedergeschlagen. Ihre Tochter Deborah ist verschwunden. Der Ehemann und Vater, Timothy Bradshaw, steht unter Schock.«

»Bradshaw, der reiche Investor?« Phil rückte etwas nach vorn bei diesen Worten und nippte an seiner Tasse.

»Genau der. Reich und angesehen. Wenn er und seine Ehefrau zu einem Spendendinner einladen, kommt so ziemlich alles, was Rang und Namen hat.«

»Was wissen wir bisher über die Tat?«, fragte ich.

»Nun, Jerry, die Sache ist ziemlich mysteriös. Bradshaw hat seine Frau gegen zwei Uhr morgens gefunden. Er gibt an, zur Tatzeit nicht im Hotel gewesen zu sein, und der Aufenthaltsort der gemeinsamen Tochter Deborah ist nicht bekannt. Wir können im Moment allerdings weder eine familiäre Tragödie noch Fremdverschulden ausschließen.«

»Gibt es eine Lösegeldforderung?«

»Nein, Phil. Bisher noch nicht. Wir haben bereits alles in die Wege geleitet, um sämtliche Telefonate von Timothy Bradshaw mitzuhören. Obwohl der Mann davon nicht begeistert war, um es einmal gelinde auszudrücken. Falls sich ein Entführer meldet und Bradshaw unseren Anweisungen folgt, werden wir den Kidnapper hoffentlich schnell lokalisieren können. Außerdem haben wir dem Witwer psychologische Betreuung angeboten, die hat er aber rundweg abgelehnt. Ich habe Ihnen beiden alle relevanten Daten bereits auf Ihre Computer schicken lassen, inklusive der Vernehmungsprotokolle des NYPD, das noch in der gestrigen Nacht sämtliche Angestellten des Hotels befragt hat. Ich muss Ihnen ja nicht sagen, wie wichtig der Zeitfaktor ist, falls es sich tatsächlich um eine Entführung handelt. Je schneller Sie da vorankommen, desto wahrscheinlicher ist die Chance, das Opfer lebend zu finden.«

***

Zurück in unserem Büro teilten sich Phil und ich die Dokumente auf, in die wir uns einlasen. Die Fakten zeigten, dass Marjorie Bradshaw gegen ein Uhr nachts ihre Assistentin Lauren verabschiedet hatte. Gegen halb zwei war sie zuletzt im Bankettsaal gesehen worden, wie sie sich von Gästen verabschiedete. Da sie sich danach auch nicht mehr den letzten Nachtschwärmern an der Bar anschloss, war anzunehmen, dass sie um diese Uhrzeit nach oben ins Apartment ging.

Dort war sie um kurz nach zwei Uhr von ihrem Ehemann Timothy gefunden worden. Marjorie lag mit zertrümmertem Schädel in einer Blutlache, direkt vor dem Badezimmer. Die Spuren darin zeigten, dass jemand, vermutlich Deborah, sich dort kurz zuvor die Hände gewaschen hatte. Von dem Mädchen selbst fehlte jede Spur. Ihr Zimmer war unordentlich, aber es wirkte nicht, als habe dort ein Kampf stattgefunden.

»Wo war Deborah Bradshaw in den Stunden vor ihrem Verschwinden?«, murmelte Phil vor sich hin. »Hier steht, dass sie zu Beginn des Spendendinners noch im Bankettsaal anwesend war. Sie hat Gäste begrüßt und half ihrer Mutter beim Losverkauf. Spätestens ab zehn Uhr hat sie niemand mehr bewusst gesehen.«

»Und wo war Timothy? Seine Frau hat dieses Event organisiert, ich bin mir sicher, die Planung allein hat eine Menge an Zeit und Arbeit verschlungen. Die Ergebnisse kommen auch ihm zugute. Sein Image in der Öffentlichkeit ist durchaus geprägt vom sozialen Engagement seiner Ehefrau. Geht man da so einfach weg?«

»Er hat die Veranstaltung bereits kurz nach Beginn verlassen. Ein Hotelangestellter bemerkte, dass Bradshaw einen Anruf erhielt, der ihn in einen gewissen Aufruhr versetzte. Danach bat er um seinen Wagen und fuhr weg. Allein.«

»Hat man ihn zurückkommen sehen?«

»Ja, Jerry, um die von ihm genannte Uhrzeit, dafür gibt es zwei Zeugen. Allerdings hätte er durchaus auch schon früher zurückkehren können, ohne dass es jemand vom Hotelpersonal mitbekommen hätte. Die gesamte Familie Bradshaw, inklusive der Tochter, besitzt einen speziellen Schlüssel, um mit dem Aufzug direkt aus dem Penthouse in die Tiefgarage zu fahren.«

»Die Ein- und Ausfahrt der Autos kann man kontrollieren, dort sind Kameras angebracht, oder?«

»Das schon. Doch die Tiefgarage kann auch über einen Notausgang betreten und verlassen werden.«

Phils Gesichtsausdruck bei diesen Worten sprach Bände.

Sowohl Vater als auch Tochter konnten also, unbemerkt von den Dinnergästen und dem Hotelpersonal, auf diesem Weg das New Claridge betreten oder verlassen haben. Das Gleiche galt auch für einen möglichen Entführer der jungen Frau.

In der Tat hatte keine der Sicherheitskameras aus der Einfahrt der Hotelgarage etwas Verdächtiges aufgezeichnet. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Die Bänder waren bereits in der Nacht ausgewertet worden. Sie zeigten ein reges Kommen und Gehen. Viele Gäste hatten ihre hochklassigen Wagen sogar selbst in der Tiefgarage des Hotels abgestellt. Gerade zu dem für uns interessanten Zeitpunkt rund um den Mord an Marjorie Bradshaw fuhren in fast unablässiger Folge Autos aus der Tiefgarage hinaus. Sollte Deborah entführt worden sein, wäre es nicht leicht, ihren Kidnapper in der Menge der Fahrer ausfindig zu machen.

Deborah selbst, das zeigten die Aufnahmen, war in keinem der Autos zu sehen.

»Dass sie nicht selbst am Steuer saß, entlastet sie auch nicht unbedingt«, war Phils Meinung. »Falls sie ihre Mutter getötet hat, womöglich im Affekt, könnte sie jemanden gebeten haben, sie im Kofferraum eines Wagens hinauszubringen.«

»Das wäre eine Möglichkeit. Das Zeitfenster dafür ist jedoch recht klein«, entgegnete ich. »Immerhin ist klar, dass Marjorie Bradshaw zwischen halb zwei, als man sie zuletzt im Bankettsaal lebend sah, und zwei Uhr nachts, als ihr Mann sie fand, ermordet wurde. Wenn der Tod von Marjorie also keine Absicht war, müsste Deborah großes Glück gehabt haben, sofort jemanden zu finden, der sie aus der Situation herausbringt.«

Timothy Bradshaw hatte sofort nach dem Auffinden seiner Frau sowohl die Cops als auch den Sicherheitsdienst des Hotels alarmiert.

»Und wenn das Verbrechen von Deborah oder einem Helfer geplant war, wäre sie doch ziemlich naiv, einfach zu verschwinden und sich dadurch verdächtig zu machen.« Phil ließ sich in seinem Bürostuhl zurückfallen und spielte mit einem Kugelschreiber.

»Okay, Phil. Machen wir uns an die Arbeit. Fangen wir bei unseren Befragungen mit der Person an, die Marjorie gefunden hat, mit ihrem Mann. Danach machen wir mit ihrer Assistentin weiter.«

***

Das Apartment der Familie Bradshaw war von der Spurensicherung noch nicht freigegeben worden. Timothy Bradshaw hatte man so lange ein anderes Zimmer zur Verfügung gestellt.

Während Phil sich zunächst dort, wo der Mord passiert war, einen Eindruck verschaffen wollte, ging ich zum Portier und ließ mir die neue Zimmernummer von Bradshaw geben. Dann fuhr ich mit dem Aufzug nach oben. Als sich der Fahrstuhl öffnete, blickte ich suchend um mich, bis ich die Hinweise zu den Zimmernummern fand.

Im selben Moment kam mir ein Mann entgegen. Er rannte, als ginge es um sein Leben. Mit völlig verzerrtem Gesicht lief er an mir vorbei und schaffte es eben noch, seinen Fuß zwischen die sich gerade schließenden Fahrstuhltüren zu bekommen. Sie glitten auseinander und er hechtete in den Aufzug. Noch hatten sich die Türen nicht wieder geschlossen, als ein zweiter Mann um die Ecke bog. Er war ganz in Schwarz gekleidet, unter seinem Anzug war ein durchtrainierter Körper zu erkennen, in der Hand hielt er einen Schlagstock.

»Bleiben Sie stehen!«, brüllte er dem Flüchtenden hinterher. Er stieß mich mit einer heftigen Handbewegung beiseite und versuchte, den Mann im Lift aufzuhalten.

»Was ist hier los?« Mit einem schnellen Schritt war ich zwischen den Schwarzgekleideten und den Flüchtenden getreten.

»Aus dem Weg, Idiot!«, knurrte der nun und versetzte mir mit seinem linken Ellenbogen einen Schlag gegen die Rippen. In dem Moment sah ich die Waffe, die er unter dem Jackett trug. Ein leises Ping verkündete, dass der Aufzug mit dem Verfolgten darin bereits abgefahren war.

»FBI. Legen Sie Ihren Schlagstock ab. Warum verfolgen Sie den Mann?«

Der Schwarzgekleidete fluchte, dann erst schien er sich auf meine Gegenwart zu besinnen.

Er folgte meiner Anweisung, doch im selben Moment, als die Schlagwaffe in meinen Aktionsbereich kam und ich sie wegkicken wollte, ließ der Mann sich blitzschnell fallen und trat mit einem gezielten und kräftigen Tritt von unten nach meiner Hand. Ich konnte ein Stöhnen nicht unterdrücken und sah sofort auch, warum. Der Kerl trug Schuhe mit Metallkappen vorne.

Mein Arm wurde nach oben gerissen, gleichzeitig sprang der Kerl mit einer zirkusreifen Bewegung wieder auf beide Beine und griff mich frontal an. Seine linke Schulter, so breit und muskulös wie die eines Profisportlers, rammte er mir unterhalb des rechten Arms in den Brustkorb. Pfeifend entwich die Luft aus meinen Lungen, ich taumelte unter dem Angriff ein paar Schritte nach hinten, bevor ich mich wieder fing.

Mein Gegner wollte wieder an seine Waffe, aber die konnte ich mit einem weiteren Kick aus seiner Reichweite hinausbefördern. Nun verlegte sich mein Angreifer auf einen Faustkampf, zumindest hatte er das vor. Seine Rechte schlug krachend gegen mein Kinn, einen Moment lang wurde mir schwarz vor Augen, doch inzwischen hatte ich wieder festen Stand.

Mein linkes Bein zuckte nach oben, ich erwischte ihn direkt am Schienbein, er gab keinen Laut von sich, doch der Treffer brachte ihn kurzfristig zum Stillstand. Wertvolle Sekunden, die ich nutzen konnte, um noch zwei Schritte zwischen ihn und mich zu bringen, meine SIG-Sauer zu ziehen und auf ihn anlegen zu können.

»Stopp. Keine Bewegung!« Meine Stimme klang rau, mein Unterkiefer fühlte sich von seinem Schlag an wie geborsten. Der Schwarzgekleidete starrte mich dumpf an, dann hob er die Arme.

»So, und nun erzählen Sie mir mal, wer Sie sind und was Sie hier mit einer Waffe treiben!«

»Security. Timothy Bradshaw hat uns zu seinem Schutz engagiert.«

»Sie haben die Anweisung eines FBI-Beamten ignoriert und mich angegriffen. Das wird Folgen für Sie haben«, machte ich ihm klar.

Er zuckte nur die Schultern.

»Drehen Sie sich um, ich werde Ihnen Handschellen anlegen«, forderte ich den Mann auf, der nun endlich seinen Kampfgeist aufgegeben hatte.

»Das brauchen Sie nicht. Der Mann, den ich verfolgt habe, ist sowieso schon über alle Berge.«

Ich fesselte ihn trotzdem, steckte den Schlagstock ein und ließ den Kerl dann vor mir her zu Bradshaws Zimmer gehen.

»Wer war der Mann, den Sie verfolgt haben?«, wollte ich dabei wissen.

»Ein Journalist. Paparazzo, um es genauer zu sagen. Hat sich ins Hotel eingeschlichen und versucht, Fotos zu machen. Vom Apartment der Familie und von Mister Bradshaw. Vermutlich hat er auch versucht, Hotelangestellte zu beschwatzen, ihm gegenüber Indiskretionen auszuplaudern. Der Mord an Marjorie Bradshaw ist ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse. Ganz zu schweigen davon, was los wäre, wenn diese Leute vom Verschwinden der Tochter Wind bekämen.«

»K

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