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Jerry Cotton - Folge 2945

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Sterben geht ganz einfach
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Sterben geht ganz einfach

Antonio Monti trug nichts am Leib außer seiner randlosen Brille mit dem goldenen Gestell.

Als er die Tür des Badezimmers öffnete, hörte er hinter sich ein leises Klopfen an der Schlafzimmertür. Ein Signal, das außer ihm nur sein Leibwächter Ralph Benton kannte.

»Komm rein, Ralph«, sagte er und drehte sich um.

Die Tür des Schlafzimmers öffnete sich. Benton stand darin. »Mister Cesare Caligiuri möchte Sie sprechen, Sir«, meldete er.

»Caligiuri? Seit wann lässt man solches Gesindel wie Caligiuri in ein vornehmes Hotel? Schmeiß den Kerl raus!«

Monti trat in das Badezimmer. Im gleichen Augenblick hörte er hinter sich einen Schuss. Eigentlich waren es drei Schüsse, aber als der zweite fiel, war er bereits tot.

Das Erste, was wir von Antonio Monti sahen, war der nackte Hintern, den er uns entgegenreckte. Er tat das nicht aus Unhöflichkeit oder um seine Verachtung für Polizisten aller Art zu zeigen. Monti tat überhaupt nichts mehr. Er hing nur über dem Rand der leeren Badewanne, seine Knie berührten noch den Boden, sein Oberkörper, die Arme und der Kopf hingen in der Wanne.

»Darf ich ihn mir ansehen?«, fragte Phil.

Lieutenant Donovan, ein untersetzter grauhaariger Mann, der knapp vor der Pensionierung stand, nickte.

»Wir sind mit der Untersuchung des Tatorts so gut wie fertig. Auch der Doc hat seine Arbeit vorerst beendet. Drei Kugeln in den Rücken, abgegeben aus einer Entfernung von etwa fünf Yards. Der Mörder stand wohl dort drüben in der Tür, die vom Wohnraum hierher in das Badezimmer führt.«

Phil sah die Einschusslöcher im Rücken des Toten, aber kaum Blut. Ein Laie hätte sich über diese geringe Anzahl von Blutstropfen gewundert, aber Tote bluten nun mal kaum. Ihr Herz schlägt nicht mehr und befördert deshalb kein Blut mehr durch die Adern.

»Ich glaube, er ist vor seinem Mörder hierher ins Badezimmer geflohen«, sagte Lieutenant Donovan.

»Eine Badewanne ist ein guter Schutz gegen Kugeln«, nickte ich. »Aber trotzdem scheint mir Ihre Vermutung nicht ganz einleuchtend. Wenn er geflohen wäre, hätte er die Badezimmertür hinter sich zugeschlagen und neben der Tür Deckung gesucht.«

»Er war in Panik«, widersprach Donovan. »Ein unbewaffneter, splitternackter Mann fühlt sich entsetzlich hilflos, wenn plötzlich ein Kerl mit einer großkalibrigen Kanone vor ihm auftaucht. Er rennt um sein Leben, ohne lange nachzudenken.«

»Monti war einer der hartgesottensten Gangsterbosse in ganz New York. Hatte seine bemerkenswerte Karriere als Schläger und Killer begonnen. Ein solcher Bursche gerät nicht so leicht in Panik. Ich schätze, dass er seit seinem siebten Lebensjahr nicht eine Sekunde lang unbewaffnet war.«

»Wir haben in der ganzen Suite nicht eine einzige Waffe gefunden. Das ist ungewöhnlich für einen Gangsterboss, das gebe ich zu. Aber meine Leute haben bestimmt nichts übersehen.«

»Monti hat offenbar keinerlei Gefahr befürchtet«, meinte Phil. »Entweder hat er keinen Besucher erwartet oder jemanden, dem er vertraute. Vielleicht eine seiner blutjungen Gespielinnen.«

»Möglich«, stimmte Lieutenant Donovan zu. »Es heißt, dass er minderjährige Mädchen bevorzugte.«

»Keine seiner Freundinnen war älter als sechzehn. Erwachsenen Frauen traute er nicht über den Weg. Sie waren ihm zu raffiniert und zu hinterhältig. Der Mann war dreimal geschieden. Jede dieser Scheidungen hat ihn ein Vermögen gekostet.«

»Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, der zu Monti wollte, musste an Montis Leibwächter Ralph Benton vorbei«, überlegte ich laut. »Mit diesem Burschen würde ich gern sprechen.«

»Er wartet im Nebenzimmer«, sagte Donovan.

Das überraschte mich. Wer einen Gangsterboss ermorden will, muss erst dessen Leibwächter aus dem Weg schaffen. Wenn der Bodyguard versagt, treffen ihn die ersten Kugeln. Mit anderen Worten: Er ist tot. Wenn er noch lebt, kann das nur bedeuten, dass er mit den Mördern unter einer Decke steckt. In diesem Fall verschwindet er sofort nach der Tat. Nicht etwa, weil er Angst vor der Polizei hätte. Viel mehr als die Polizei fürchtet er die Rache der Freunde seines ermordeten Bosses.

Benton saß in einem Sessel im Nebenzimmer, kaute hingebungsvoll einen Kaugummi, hatte die Hände über dem Leib gefaltet und sah mit einem breiten Grinsen zu dem Cop hinüber, den Lieutenant Donovan zu seiner Bewachung abgestellt hatte.

Er schien nicht im Geringsten besorgt zu sein. Im Gegensatz zu dem Cop, dem es offenbar unangenehm war, dem Leibwächter eines Gangsters nahe zu sein. Er schien zu befürchten, dass der Bursche ihm gleich seinen Kaugummi ins Gesicht spucken würde.

Als wir eintraten, blickte Benton uns vergnügt entgegen. Dann beschloss er aufzustehen.

Er sah genau so aus, wie man sich den Bodyguard eines Gangsters vorstellt. Hoch wie eine Tür, breit wie ein Schrank, mit dem Brustkorb eines Gorillas und einem Gesicht, das wie aus Granit gemeißelt schien.

»Sie sind also Montis Leibwächter«, sagte ich.

Der Gorilla zog indigniert die linke Augenbraue hoch.

»Ich bin sein Sekretär«, sagte er.

Ich verschwendete keine Zeit damit, seine Behauptung zu bezweifeln. »Als sein Sekretär kannten Sie doch sicherlich seinen Terminkalender?«

»Klar«, antwortete Benton, immer noch genüsslich seinen Kaugummi kauend.

»Hat er Besuch erwartet?«

»Nein. Er wollte nur noch ein Bad nehmen, einen Whiskey trinken und dann zu Bett gehen.«

»Keine hübschen jungen Mädchen?«

»Ganz gewiss nicht!«

Der Mann, der so heftig widersprach, war nicht Benton, sondern ein älterer, elegant gekleideter schlanker Herr, den Lieutenant Donovan uns als Mr Folsom vorgestellt hatte. Folsom war der Direktor des Hotels.

»Das Palace ist keine Absteige!«, protestierte er. »Wir stellen unseren Gästen keine Prostituierten zur Verfügung.«

»Natürlich nicht«, sagte der Lieutenant lächelnd. »Hier geht es so sittsam zu wie in einem Nonnenkloster. Und es hat natürlich auch kein Gast die Möglichkeit, sich telefonisch eine sehr entgegenkommende Dame auf sein Zimmer zu bestellen.«

»Wir würden niemals zulassen, dass Frauen von zweifelhaftem Ruf unsere Gäste belästigen.«

»Nun, abgesehen davon, dass sich nicht jeder Gast in einem solchen Fall belästigt fühlen würde … Wenn die junge Dame behauptet, die Tochter des Gastes zu sein, würden Sie sie doch bestimmt zu ihm durchlassen, oder?«

»Wenn er bestätigt, dass sie seine Tochter ist, sicher.«

»Mister Monti hat keinen Damenbesuch erwartet«, sagte Benton, der Leibwächter. »Das hätte ich gewusst.«

»Haben Sie die Schüsse gehört?«, fragte ich.

»Nein, wenn der Täter einen Schalldämpfer benutzt, ist nicht viel zu hören. Ich hatte wahrscheinlich seit Stunden geschlafen, als die Schüsse fielen.«

»Die Schüsse fielen zwischen 11 Uhr abends und Mitternacht«, sagte Lieutenant Donovan. »Gefunden hat man den Toten morgens um sechs.«

»Wer hat ihn gefunden?«, fragte ich.

»Ich«, sagte Benton. »Ich bringe ihm jeden Morgen Punkt sechs seinen Lieblingswhiskey ans Bett. Aber heute hatte er verständlicherweise keinen Durst mehr.«

Ich hatte den Eindruck, dass der Bursche Mühe hatte, seine Heiterkeit zu unterdrücken.

»Ihre gute Laune überrascht mich ein wenig«, sagte ich. »Befürchten Sie nicht, nach dem plötzlichen Ableben Ihres Brötchengebers Ärger mit seinen Freunden zu bekommen?«

»Ja, ich werde Schwierigkeiten haben, einen gleichwertigen Arbeitsplatz zu finden. Mister Monti war ein guter Boss. Hat seine Leute anständig behandelt und sehr gut bezahlt.«

»Und Ihnen ist es nicht gelungen, sein Leben zu retten«, sagte Lieutenant Donovan. »Obwohl Sie sich im Zimmer nebenan befanden, als er starb.«

»Wie schon gesagt, ich war nicht sein Bodyguard, sondern sein Sekretär. Ich habe seinen Terminkalender geführt, für seine Sicherheit war ich nicht zuständig.«

***

Phil, Lieutenant Donovan und ich hatten das Zimmer verlassen, um uns ein wenig unterhalten zu können, ohne dass der Leibwächter uns hören konnte.

»Mordfälle sind für mich wirklich nichts Neues«, sagte Donovan. »Aber dieser Fall so kurz vor meiner Pensionierung ist mir wirklich unangenehm. Wenn ich Montis Mörder nicht finde, nehmen seine Freunde mir das übel. Wenn ich den Mörder aber schnappe, sind die Auftraggeber des Mordes sauer auf mich. In beiden Fällen könnten sich die Kerle an mir rächen.«

»Wie ich Sie kenne, wird Sie das nicht daran hindern, Ihre Pflicht zu tun«, sagte Phil.

»Dieser angebliche Sekretär verblüfft mich. Warum hat der Mörder ihn am Leben gelassen? Steckt er mit den Mördern unter einer Decke? Warum ist er dann nach der Tat nicht abgehauen?«

»Vielleicht hat er selbst den Mord begangen«, meinte Phil. »Aber dann hätte er erst recht einen Grund gehabt zu verschwinden. Und wie ist es ihm gelungen, die Tatwaffe zu beseitigen?«

»Das wäre nicht sehr schwer gewesen«, antwortete ich. »In einem so großen Hotel gibt es bestimmt den einen oder anderen Angestellten, der Beziehungen zur Unterwelt hat. Ein solcher Angestellter hätte keine Schwierigkeiten, die Tatwaffe wegzuschaffen.«

»Dieser Benton scheint sich völlig sicher zu fühlen«, wunderte sich Donovan. »Mir scheint fast, dass Monti von seinen eigenen Leuten ins Jenseits geschickt wurde. Von seinen Freunden, vielleicht sogar von seinen Verwandten. Deshalb hat der von ihnen beauftragte Mörder ihre Rache nicht zu fürchten.«

»Ich werde ein paar Erkundigungen über das Hotel und seine Besitzer einziehen«, sagte ich. »Du solltest inzwischen hier bleiben und den merkwürdigen Leibwächter genauer unter die Lupe nehmen, Phil. Vielleicht findet sich auch ein Angestellter, der in der vergangenen Nacht etwas Verdächtiges gesehen oder gehört hat. Wir müssen auch wissen, ob Monti ein Stammgast dieses Hotels ist, seit wann er hier wohnt, mit wem er sich hier getroffen hat und möglichst auch, mit wem er telefoniert hat.«

»Möchtest du auch wissen, was er zum Frühstück zu essen pflegte?«, grinste Phil.

»Zum Frühstück, zu Mittag, am Abend und zwischendurch«, nickte ich.

***

Sie erwischten mich genau vor dem Eingang des Hotels. Das bedeutete, dass sie auf mich gewartet hatten und genau wussten, auf wen sie warteten. Der eine baute sich vor mir auf, der andere stand so dicht hinter mir, dass er mich fast berührte. Beide sahen aus, als wären sie Brüder von Ralph Benton, dem Leibwächter des ermordeten Antonio Monti. In der riesigen Limousine am Straßenrand saß ein dritter Mann am Steuer. Ich konnte nicht viel von ihm sehen, aber er schien von der gleichen Sorte zu sein.

»Der Boss will Sie sprechen«, sagte der Bursche vor mir mit rauer Stimme.

»Was Ihr Boss will, interessiert mich herzlich wenig«, sagte ich. »Und wenn mein Boss mich sprechen wollte, würde er mir nicht so schräge Vögel wie euch schicken.«

»Ich mag die Bullen nicht«, sagte der Mann dicht hinter mir. »Und am wenigsten mag ich die Kerle, die ein so großes Maul haben.«

»Dass Sie mich nicht mögen, bricht mir das Herz.«

»Der Boss wartet nicht gerne«, sagte der Mann vor mir.

»Wollen Sie mir nicht verraten, wer Ihr Boss ist?«

Der Mann riss vor Erstaunen den Mund auf und vergaß, ihn wieder zu schließen. »Sie kennen unseren Boss nicht?«, wunderte er sich. »Mann, ich dachte, Sie kennen sich aus in unserer Branche.«

»Wahrscheinlich kenne ich Ihren Boss«, nickte ich. »Ich kenne so ziemlich jeden Oberhalunken in dieser Stadt. Aber ihr beide seid mir noch nie über den Weg gelaufen. Eure Galgenvogelgesichter hätte ich bestimmt nicht vergessen.«

»Wenn du dem Boss gegenüber genauso unverschämt bist wie uns gegenüber, erlaubt er mir vielleicht, die die Fresse zu polieren«, sagte der Mann hinter mir.

»Ihre Ausdrucksweise lässt arg zu wünschen übrig«, sagte ich, ohne mich zu ihm umzusehen. »Ich hoffe, Sie sind kein typisches Produkt unseres Schulsystems. Und jetzt wollen wir euren Boss nicht länger warten lassen. Bringt mich endlich zu ihm!«

Ich muss gestehen, dass ich mich keineswegs so gut fühlte, wie ich vorgab. Aber die Kerle hatten offenbar nicht die Absicht, mich zu entführen oder gar umzubringen. In diesem Fall hätten sie mir keinesfalls auf einer so belebten Straße mitten in New York aufgelauert.

Ich wartete, bis die Kerle mir die hintere Tür der Limousine geöffnet hatten, und stieg dann ein. Der Kerl, der mir unbedingt die Fresse polieren wollte, setzte sich neben mich und starrte mich unverwandt an, mit einem Blick aus Abscheu und Hass. Der andere nahm neben dem Fahrer Platz.

Es war keine weite Fahrt. Wir fuhren genau nach Norden, bogen schon bald in eine Querstraße ab und rollten dann in eine Tiefgarage hinunter. Kein Mensch war hier unten zu sehen außer dem kräftigen Burschen, der vor den Liften stand und offenbar auf uns gewartet hatte. Er blieb auch vor dem Lift stehen, als ich und meine beiden Begleiter eingestiegen waren und nach oben fuhren.

Im obersten Stockwerk hielt der Lift an. Keine der Türen in dem Flur, in dem wir uns befanden, hatte ein Namensschild oder eine Nummer. Das deutete darauf hin, dass das ganze Stockwerk dem Unbekannten gehörte, der mich auf so nachdrückliche Weise eingeladen hatte.

Offenbar wurden wir durch Kameras beobachtet, denn die zweite Tür rechts von uns öffnete sich in dem gleichen Augenblick, in dem wir sie erreichten. Wir traten ein.

»Ihr beide könnt draußen bleiben«, sagte eine Männerstimme von irgendwoher. »Mister Cotton ist nicht von eurer Sorte, er stößt mir kein Messer in den Leib, wenn ich ihm mal den Rücken zukehre.«

Die beiden zogen sich zurück, die Tür schloss sich geräuschlos hinter ihnen.

Der Raum war groß – so groß, dass meine gesamte Wohnung leicht darin Platz gehabt hätte. Aber es war nicht leicht, bis zum Ende des Raumes zu blicken. Es gab eine Menge mächtiger Baumstämme hier, von denen auf den ersten Blick nicht zu sagen war, ob sie echt waren oder aus Kunststoff bestanden. Von den Ästen hingen zahllose Lianen herab und aus dem weichen Boden, auf dem ich stand, wuchsen Büsche empor. Ich kam mir vor wie mitten im Urwald.

»Gleich wird ein Affe von den Bäumen springen«, sagte ich. »Oder gar Tarzan selbst, der Herr des Urwalds.«

Irgendwo hinter mir lachte jemand. »Tarzan, ja, der Name gefällt mir. Ich glaube, ich werde mich in Zukunft so nennen lassen. Ich mag die Tarzanfilme, besonders die alten, mit Johnny Weißmuller in der Titelrolle. Ich glaube, ich sehe ihm ähnlich. Und dieser Urwald – wirkt er nicht geradezu friedlich im Vergleich zu dem Asphaltdschungel da draußen?«

Ich drehte mich um.

Der Mann, der ein paar Schritte hinter mir stand, hatte im Gegensatz zu seiner Behauptung nicht die geringste Ähnlichkeit mit Tarzan. Er war klein, mit seinen kurzen Beinen und dem mächtigen Oberkörper wirkte er eher wie ein Schimpanse, sein Kopf war fast kahl.

»Wir haben uns lange nicht mehr gesehen, Caligiuri«, sagte ich. »Sehr lange. Sie waren einer der ersten Gauner, die ich als junger FBI-Agent eingelocht habe. Damals konnten Sie sich noch keinen eigenen Urwald und eigene Gorillas leisten.«

Cesare Caligiuri lachte. »Dass ich eine so schöne Karriere gemacht habe, verdanke ich zum Teil auch Ihnen, Cotton. In dem Gefängnis, in das Sie mich damals brachten, habe ich eine Menge wichtiger Kontakte geknüpft. Und ich habe von den alten Knastbrüdern dort eine Menge gelernt, was ich in den Slums von New York nie hätte lernen können.«

Er trat mit kurzen Schritten näher und betrachtete mich von Kopf bis Fuß. Dann schüttelte er verwundert den Kopf.

»Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich mich eines Tages freuen würde, Sie wiederzusehen, Cotton. Jahrelang habe ich mit dem Gedanken gespielt, Sie umzubringen. Heute bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Sie sind der einzige Mensch, an den ich mich wenden kann.«

»Das klingt, als bräuchten Sie meine Hilfe.«

»So ist es«, nickte Caligiuri. »Aber bevor ich Ihnen sage, weshalb ich Sie hierhergebeten habe, möchte ich Ihnen einen Begrüßungstrunk anbieten. Gehen wir doch in meine Hütte!«

***

Als Phil nach dem kurzen Gespräch mit Lieutenant Donovan und mir in Bentons Zimmer zurückkam, lümmelte Benton wieder in seinem Sessel und wälzte einen Kaugummi von einer Seite seines Mundes auf die andere. Er grinste wie immer. Der Cop stand immer noch neben der Tür und fühlte sich unwohl. Nur Mr Folsom, der Direktor des Hotels, war nicht mehr zu sehen.

Der Cop verstand Phils suchenden Blick und deutete mit dem Kopf auf eine zweite Tür. Phil ging hinüber und öffnete sie. Es war ein Schlafraum. Folsom war nicht hier. Phil durchquerte den Raum, erreichte eine weitere Tür und öffnete sie vorsichtig einen Spalt weit.

Die Tür führte auf einen Flur. Einige Schritte entfernt, mit dem Rücken zu Phil, stand Mr Folsom. Er hielt ein Handy an sein Ohr und sprach so leise, dass Phil ihn kaum verstehen konnte.

»Jawohl, Sir«, hörte Phil, »die Polizei ist noch da. Es treiben sich auch zwei Burschen vom FBI hier herum, Jerry Cotton und Phil Decker. Sie stellen eine Menge Fragen. Im Augenblick haben sie gerade Mister Benton in der Mangel.«

Einige Sekunden lang hörte Folsom zu, was sein Gesprächspartner zu sagen hatte. Dass es sich um einen Mann handelte, schloss Phil aus der Anrede »Sir«, die Folsom gebraucht hatte.

»Jawohl, Sir«, sagte Folsom wieder. Unwillkürlich verbeugte er sich dabei. Sein Gesprächspartner schien eine hochgestellte Persönlichkeit zu sein. »Aber meinen Sie nicht, dass es ratsam wäre, wenn Mister Benton verschwinden würde?«

Wieder lauschte er kurz. »Wie Sie meinen, Sir«, sagte er dann und nickte. »Ja, ich erstatte Ihnen Bericht, sobald die Polizisten weg sind.«

Er nahm Haltung an wie vor einem Vorgesetzten, dann schob er das Handy ein.

Phil öffnete die Tür und trat hinaus auf den Flur. Jetzt hörte ihn Folsom und drehte sich zu ihm um.

»Scheußliche Sache, so ein Mord im eigenen Hotel«, sagte Folsom und wischte sich mit der linken Hand den Schweiß von der Stirn. »Das ist gar nicht gut für unser Renommee.

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