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Jerry Cotton - Folge 2943

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Viele Täter sind des Opfers Tod
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Viele Täter sind des Opfers Tod

»Ah, was für ein Anblick«, sagte Donald Weatherman lächelnd und griff zum Glas.

Die wohlproportionierte, splitternackte Frau, die vor ihm stand, lächelte charmant. »Ja, das gehört alles dir.«

Er setzte das Glas an, leerte es halb und stellte es zur Seite. »Dann zeig mal, was du kannst.«

Sie ging elegant in die Knie und berührte seine Oberschenkel. Von dort arbeitete sie sich langsam in Richtung seiner Lenden voran.

Mit einem Mal schwand sein Lächeln, er wurde rot im Gesicht und schnappte nach Luft.

Erschrocken sprang sie auf. »Was ist los? Geht es dir nicht gut?«

»Ich … es …«, röchelte er und fiel nach hinten aufs Bett.

Wenige Augenblicke später war er tot.

»Das war für die Yankees eine ziemliche Schlappe«, meinte Phil mit der Tageszeitung in der Hand.

»Ich bin froh, dass ich das Spiel nicht gesehen habe – bei so einer Niederlage«, sagte ich.

»Ja, nach dem, was hier steht, hast du wirklich nicht viel verpasst«, sagte Phil. »Das ist schon die dritte Niederlage in Folge – vielleicht solltest du dir ein neues Baseballteam suchen.«

Ich lächelte. »Die New York Yankees sind und bleiben mein Team, daran wird sich so schnell nichts ändern. Als Fan muss man auch mit den Niederlagen seiner Mannschaft fertig werden.«

Bevor wir die Leiden im Leben eines Sportfans weiter vertiefen konnten, klingelte Phils Handy und Mr High meldete sich. »Phil, Jerry, guten Morgen. Sind Sie schon im Gebäude?«

»Guten Morgen, Sir. Noch nicht ganz, brauchen noch ein paar Minuten«, antwortete Phil.

»Es gibt Arbeit«, sagte Mr High. »Ein Todesfall im Hotel Gansevoort, möglicherweise Mord, aber das ist noch nicht klar. Es geht um Donald Weatherman, einen Großindustriellen und Politiker aus Orange County. Ist bei den dortigen Demokraten eine ziemlich große Nummer gewesen, war schon als Kandidat für den Posten des Senators im Gespräch. Wie auch immer – übernehmen Sie die Sache und den Fall, falls es einer ist.«

»Geht in Ordnung, Sir, wir fahren sofort hin«, sagte Phil.

Mr High beendete das Gespräch.

»Ein Großindustrieller aus Kalifornien«, meinte Phil. »Könnte interessant werden. Ich schaue mal nach, mit wem wir es da zu tun haben.«

Während ich den Jaguar Richtung Einsatzort lenkte, aktivierte er den Bordcomputer. »Donald Robert John Wesley Weatherman, sechsundfünfzig Jahre alt, verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Ist in der Metallbranche tätig, liefert Stahl und verdient damit wohl nicht schlecht. Sein Unternehmen California Steel Inc. hat im letzten Jahr rund fünfhundert Millionen Dollar umgesetzt. Und die liefern an alle möglichen Kunden, von der Automobilindustrie bis hin zu Waffenfabriken.«

»Vielleicht hat irgendjemandem der Erfolg seiner Firma nicht gefallen«, warf ich ein.

»Gut möglich«, meinte Phil. »Erfolg ruft oft Neider auf den Plan. Wobei Weatherman ein ziemlich netter und freigebiger Typ gewesen zu sein scheint. Hat verschiedene Wohltätigkeitsvereine unterstützt, sich für den Umweltschutz engagiert, war Mitglied bei Amnesty International und Greenpeace. Seine Familie ist hochangesehen und es gab – soweit ich das beurteilen kann – keine großen Eskapaden. Die Kinder haben studiert, ohne groß in den Schlagzeilen gelandet zu sein.«

»War er allein in der Stadt? Wissen wir das schon?«, fragte ich.

Phil schüttelte den Kopf. »Im vorläufigen Bericht steht, dass er allein in seinem Hotelzimmer gefunden wurde. Also war er wahrscheinlich alleine hier, ist aber nicht sicher. Auf jeden Fall wird seine Frau nicht erwähnt.«

»Finden wir erst mal heraus, was genau geschehen ist, dann müssen wir sie ohnehin kontaktieren«, sagte ich.

***

In der Lobby angekommen gingen wir zur Rezeption, wo uns eine schwarzhaarige junge Frau mit edlen Gesichtszügen, die auf eine arabische Abstammung hindeuteten, freundlich begrüßte. »Guten Morgen, meine Herren, was kann ich für Sie tun?«

Phil zeigte seine Dienstmarke. »Eine gute Frage. Im Moment würden wir gerne wissen, wo wir Mister Weatherman finden.«

Ihr Lächeln gefror. »In Zimmer 306.«

»Danke«, sagte Phil freundlich.

Wir gingen zum Treppenhaus und stiegen mit schnellen Schritten nach oben. Für drei Stockwerke lohnte es sich nicht, den Fahrstuhl zu nehmen.

»Und Sie haben den Leichnam sicher nicht berührt oder gar bewegt?«, hörten wir schon im Flur vor der Zimmertür die bekannte Stimme von Dr. Janice Drakenhart.

»Nein, haben wir nicht, sicher nicht«, antwortete eine Frauenstimme mit mexikanischem Akzent.

Wir wiesen uns bei dem Beamten vor der Zimmertür aus und warfen einen Blick hinein.

»Hallo, Janice, guten Morgen«, sagte ich.

Sie drehte sich um. »Hallo, Jerry, hallo, Phil, ist das euer Fall?«

»Ist es – wenn es sich um einen Fall handelt«, erwiderte ich, während Phil ihr zur Begrüßung zunickte.

»Ist wahrscheinlich so, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, mir das Opfer anzusehen«, sagte Dr. Drakenhart. »Im letzten Monat hatte ich zwei Fälle, wo übereifrige Putzfrauen einen Teil der Beweise buchstäblich weggewischt haben. Seitdem bin ich in diesem Punkt etwas empfindlich. Aber wie es aussieht, ist das hier nicht der Fall. Sorry, das war nicht gegen Sie persönlich gerichtet.«

Der letzte Teil des Satzes galt nicht uns, sondern dem Zimmermädchen.

»Ist schon in Ordnung«, sagte die Frau. »Brauchen Sie mich noch? Oder kann ich gehen?«

Dr. Drakenhart schaute erst mich und dann sie an. »Von mir aus können Sie gehen, aber da Sie Mister Weatherman gefunden haben, glaube ich, die beiden Herren vom FBI haben ein paar Fragen an Sie – aber keine Bange, die sind in Ordnung.«

»Ja, das sind wir«, meinte Phil. »Können wir uns hier irgendwo in Ruhe unterhalten?«

Das Zimmermädchen nickte und zeigte auf die Tür des Nebenzimmers. »Da wohnt gerade niemand, da können wir rein.«

Sie ging vor, öffnete die Tür und trat ein. Wir folgten ihr. Das Zimmer sah vom Stil her genauso aus wie das, in dem Donald Weatherman gefunden worden war, nur war es kleiner.

»Nehmen Sie doch Platz«, sagte Phil freundlich und bat der jungen Frau einen Stuhl an.

Sie lächelte kurz und setzte sich. Auch wenn sie äußerlich einen gefassten Eindruck machte, konnte ich sehen, dass sie ziemlich aufgeregt war. Kein Wunder, man findet nicht jeden Tag bei der Arbeit eine Leiche – zumindest wenn man kein Gerichtsmediziner oder FBI-Agent ist.

»Wir sind die Special Agents Cotton und Decker«, stellte Phil uns vor.

»Santiago, Dolores Santiago«, sagte das Zimmermädchen.

Sie hatte wunderschöne braune Augen und zarte Gesichtshaut mit nur geringer Tönung. Von ihrer Figur her war sie eher schlank, aber nicht zu sehr. Ich schätzte sie auf Anfang zwanzig.

Da Phil offenbar Gefallen an ihr gefunden hatte, überließ ich es ihm, sie zu befragen, und hielt mich im Hintergrund.

»Sie haben also Mister Weatherman gefunden«, begann Phil. »War er allein, als Sie ins Zimmer kamen?«

Sie nickte. »Ja, er war allein, sonst war niemand da. Soviel ich weiß, hat er auch allein in dem Zimmer gewohnt, obwohl …«

Sie hielt inne, fast so, als wüsste sie nicht, ob sie weiterreden sollte.

»Obwohl?«, fragte Phil.

Sie senkte ihren Blick kurz. »Bei meiner Arbeit sieht man so einiges, aber wir sind vom Hotel aus gehalten, nicht mit Außenstehenden darüber zu reden.«

»Das geht schon klar«, meinte Phil verständnisvoll. »Da wir vom FBI sind, behandeln wir solche Informationen mit der nötigen Diskretion.«

»Na gut, ich vertraue Ihnen«, sagte Miss Santiago. »Man bekommt ja einiges mit, wenn man beispielsweise die Bettwäsche wechselt. Und Mister Weatherman hatte sicher vorletzte Nacht Damenbesuch. Ob das in der gestrigen Nacht auch der Fall war, weiß ich nicht, ich habe ja nichts angefasst, sondern sofort die Hotelleitung informiert.«

»Und die Bettwäsche von gestern, in der Sie die Hinweise auf Damenbesuch gesehen haben, ist die inzwischen gewaschen oder besteht die Möglichkeit, dass wir sie bekommen können?«, fragte Phil.

»Sorry, aber die ist sicher schon gewaschen«, antwortete sie. »Das geht bei uns immer ganz schnell. Vorgabe von oben, dass Bettwäsche und Handtücher jeden Tag gewechselt und gereinigt werden müssen.«

»Schade«, meinte Phil. »Aber vielleicht finden wir ja auch bei der vorhandenen Wäsche Spuren. Haben Sie zufällig eine Frau gesehen oder wissen Sie etwas über den Damenbesuch von Mister Weatherman?«

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, ich habe niemanden gesehen, auch nichts gehört.«

»Wie auch immer, Sie haben uns sehr geholfen«, sagte Phil und reichte ihr seine Karte. »Wenn Ihnen noch etwas einfällt oder wenn Sie einfach mal über die Sache reden wollen, zögern Sie nicht, mich anzurufen.«

Sie lächelte. »Danke, das ist nett, Agent Decker.«

Phil notierte noch ihre Personalien und Kontaktdaten. Dann verließen wir das Zimmer. Sie ging zum Fahrstuhl, wo sie sich noch einmal umdrehte und Phil einen letzten Blick zuwarf, den er erwiderte.

»Nette Frau«, sagte ich zu ihm, als sie in den Fahrstuhl gestiegen war.

»Ja, absolut«, bestätigte er. »Sie hat so ein Engelsgesicht. Tut einem fast weh, dass jemand wie sie so etwas wie das hier sehen musste.«

»Kommt leider immer wieder vor«, sagte ich. »Wer weiß, wie oft sie bei ihrem Job noch an den Moment denkt, wo sie Weatherman gefunden hat. Du solltest dich um sie kümmern – ich meine, wenn sie anruft.«

Phil nickte. »Irgendwie sollte ich das – aber im Moment haben wir andere Sorgen. Ist Janice schon fertig?«

»Janice, wie sieht’s aus?«, sagte ich laut.

»Einen Moment noch«, drang ihre Stimme aus dem Hotelzimmer, in dem Weatherman lag.

***

Wir nutzten die Zeit, um uns auf dem Flur umzusehen. Kameras gab es keine. Nur viele andere Zimmer. Vielleicht hatte jemand gesehen, wer Weatherman besucht hatte.

»Wir sollten uns eine Liste der Gäste geben lassen, die seit Weathermans Ankunft auf dieser Etage gewohnt haben«, sagte ich. »Ist denn außer Miss Santiago keiner vom Hotel hier? Kein Sicherheitsmann oder so?«

Der Cop, der neben der Zimmertür stand, schüttelte den Kopf. »Im Moment nicht. Als ich mit meinem Partner hier aufgetaucht bin, war einer da, so ein großer Typ mit blondierten Haaren – viel zu auffällig für den Sicherheitsbereich, wenn Sie mich fragen. Der ist vor einer guten halben Stunde weggegangen, wollte aber wiederkommen.«

»Hoffentlich bald«, murmelte Phil. »Sonst gehe ich zur Rezeption und kümmere mich darum.«

Kurz darauf erschien Dr. Drakenhart an der Zimmertür. »So, alles erledigt, Fotos gemacht, Spuren gesichert. Ihr könnt reinkommen und euch umsehen.«

Zwei Mitarbeiter der Crime Scene Unit verließen das Zimmer, dann traten wir ein. Phil ging vor, ich folgte ihm.

Die Suite hatte zwei Zimmer und ein Bad, alles in allem etwa vierzig Quadratmeter groß – sicherlich nicht ganz billig. Aber Weatherman war auch kein armer Mann.

Wir schauten uns zuerst die Leiche an. Sie lag auf dem Rücken, direkt auf dem Bett im Schlafzimmer. Die Haut war leicht verfärbt.

»Sieht aus, als wäre er vergiftet worden«, sagte Dr. Drakenhart. »Um welches Gift es sich handelt, kann ich noch nicht sagen, aber dass es Gift war, da bin ich mir ziemlich sicher. Die Toxikologie wird uns später mehr sagen können, ich informiere euch dann. Zeitpunkt des Todes war gestern, etwa zwischen acht und neun Uhr abends.«

»Gibt es irgendwelche Hinweise darauf, dass zum Todeszeitpunkt jemand bei ihm war?«, fragte ich.

»Wir haben das schwarze Strumpfband einer Frau gefunden«, antwortete sie. »Könnte ein Hinweis auf die Anwesenheit einer Dame sein, sofern das Opfer kein Faible für Damenunterwäsche hatte. Aber wann sie hier war, darüber gibt uns das keine Auskunft.«

»Hatte er kurz vor seinem Tod Verkehr?«, fragte Phil.

Dr. Drakenhart lächelte. »So genau habe ich ihn mir noch nicht angeschaut. Auf der Bettwäsche, seiner Kleidung und dem Boden haben wir nichts gefunden. Hat das Zimmermädchen etwas diesbezüglich erwähnt?«

»Ja, dass die Bettwäsche gestern früh nicht so sauber war«, antwortete ich. »Gesehen hat sie niemanden.«

»Vielleicht hat er Hand an sich selbst gelegt«, sagte sie. »Wobei das Strumpfband eher dagegenspricht. Möglicherweise gibt die Videoüberwachung des Hotels was her. Sollen wir die Aufzeichnungen sicherstellen? Oder kümmert ihr euch darum?«

»Das machen wir schon«, sagte Phil. »Bei der Gelegenheit können wir noch ein paar Fragen stellen.«

»Gibt es sonst etwas Wissenswertes?«, fragte ich.

»Ja, wir haben ein paar Getränke sichergestellt, hauptsächlich hochprozentiger Schnaps. Könnte sein, dass er das Gift so zu sich genommen hat, das kann ich aber jetzt noch nicht mit Bestimmtheit sagen«, antwortete Dr. Drakenhart. »Ich werde euch aber wie immer sofort benachrichtigen, wenn ich die Untersuchungsergebnisse vorliegen habe.«

Ich nickte. »Prima. Dann schauen wir uns noch ein wenig um.«

Zusammen mit Phil durchsuchte ich die verschiedenen Zimmer. Weathermans Smartphone war von der Crime Scene Unit sichergestellt worden. Er hatte noch einen kleinen Kalender dabei, in dem einige Termine eingetragen waren.

»Er hatte aber eine ziemlich feminine Handschrift«, meinte Phil, als er sich den Kalender anschaute. »Wobei, nein, es sind zwei Handschriften. Eine könnte von ihm sein. Und die andere – hatte er eine Sekretärin?«

Ich warf einen Blick darauf. »Gut möglich. Wäre für einen Mann in seiner Position nicht unüblich. Das sollten wir herausfinden. Wichtig sind auch die Termine, die er hier in New York hatte beziehungsweise noch wahrnehmen wollte – vielleicht können uns die Leute mehr über das, was er hier wollte, erzählen.«

Phil fotografierte die entsprechenden Seiten des Taschenkalenders. »So, dann muss ich das Ding nicht mit rumschleppen.«

Er packte den Kalender in eine kleine Plastiktüte.

»Es wäre gut, wenn wir die Daten von seinem Handy kurzfristig haben könnten«, sagte ich zu Dr. Drakenhart, die sich bereit machte zu gehen.

»Kein Problem, ich sage unserem Spezialisten Bescheid«, antwortete sie. »Dann bis später!«

Wir verabschiedeten uns.

Dann schlossen Phil und ich die Durchsuchung des Hotelzimmers ab. Es gab keine weiteren Hinweise, die für uns nützlich waren.

***

Als wir das Zimmer verließen, kam ein junger Mann den Flur entlang auf uns zu. Er hatte hellblonde Haare, die sehr unecht und damit auffällig wirkten.

»Sie sind vom Sicherheitsdienst?«, fragte Phil ihn.

Er zeigte sich erstaunt. »Woher wissen Sie das?«

Der Cop, der uns von der auffälligen Haarfarbe erzählt hatte, musste sich ein Lächeln verkneifen.

»Berufliche Intuition«, antwortete Phil und stellte uns vor.

»Mein Name ist Edward Hearing«, antwortete der Sicherheitsmann. »Ich leite das Sicherheitsteam und möchte Ihnen im Namen des Hotels versichern, dass wir auf jede nur erdenkliche Weise mit Ihnen kooperieren und alles in unserer Macht Stehende unternehmen werden, um die Sache schnell und reibungslos aufzuklären.«

»Das hören wir gern«, sagte Phil. »Waren Sie nach Miss Santiago der Nächste am Tatort?

Hearing nickte. »Ja, sie hatte an der Rezeption angerufen und die haben mir Bescheid gegeben. Ich bin natürlich sofort hierhergekommen und habe die Polizei gerufen. Die kamen dann auch, wobei ich nicht wusste, dass das FBI ebenfalls in der Sache ermittelt. Sollte ich diesbezüglich etwas wissen? Hatte das Opfer vielleicht mit Terroristen oder der Mafia zu tun?«

Phil lächelte. »Nein, das nicht, aber da es sich um eine bundesstaatenübergreifende Angelegenheit handelt, sind wir hier zuständig, das ist alles. Was können Sie uns über Mister Weatherman erzählen?«

Hearing zuckte mit den Schultern. »Nicht viel. Er war ein unauffälliger Gast. Ist vorgestern angekommen, gegen zwei Uhr nachmittags. Viel mehr weiß ich über ihn eigentlich nicht. Wenn Sie weitere Informationen brauchen, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.«

»Wir müssen alles wissen, was mit ihm zu tun hat, Telefongespräche und Internetverbindungen, die er über Hoteleinrichtungen geführt hat, Bestellungen auf sein Zimmer, Besuch der verschiedenen Einrichtungen des Hotels, alles«, sagte Phil. »Weiterhin benötigen wir die Aufzeichnungen der Videoüberwachung seit der Zeit seiner Ankunft, also mindestens der letzten achtundvierzig Stunden. Wir haben hier im Flur keine Kamera gesehen. Gibt es vielleicht versteckte?«

»Hier im Flur nicht«, antwortete Hearing.

»Und was ist mit dem Treppenhaus und dem Fahrstuhl?«, fragte Phil weiter.

»In den Fahrstühlen sind Kameras angebracht – unauffällig«, antwortete der Sicherheitsmann. »Die Aufzeichnungen werden wir Ihnen natürlich auch zur Verfügung stellen. Ist es denn – ist es denn sicher, dass er ermordet wurde?«

»Sieht so aus«, antwortete ich. »Wobei die Ermittlungen gerade erst aufgenommen wurden und wir Ihnen noch keine Details mitteilen können. Was wir auch brauchen – am besten sofort –, ist eine Liste all der Gäste, die auf diesem Stockwerk wohnen. Wir würden sie gerne befragen, vielleicht hat einer von ihnen etwas gesehen. Könnten Sie die Liste eben organisieren und hierherbringen? Danach können wir uns um die Videoaufzeichnungen kümmern.«

»Na klar, ich kümmere mich darum, bin gleich wieder da«, sagte Hearing, drehte sich um und verschwand in Richtung Aufzug.

Der Cop, der noch vor Weathermans Hotelzimmer stand, lächelte. »Was habe ich Ihnen gesagt – viel zu auffällige Haare. Brauchen Sie mich noch? Mein Partner kommt gleich zurück, und wenn es nichts mehr gibt, würden wir abziehen. Unseren Bericht erhalten Sie dann in Kürze.«

»Wenn Sie eben noch das Zimmer versiegeln könnten, aber das wäre dann alles, danke«, sagte Phil und reichte ihm seine Karte.

Der Cop bedankte sich, kümmerte sich um die Versiegelung der Zimmertür und verabschiedete sich dann.

***

Phil und ich fingen an, die Gäste in den nahe gelegenen Zimmern zu befragen. Als wir an der Tür klopften, die sich schräg gegenüber befand, öffnete erst niemand. Wir waren bereits auf dem Weg zur nächsten Tür, als sich jemand zeigte.

Es handelte sich um ein verschlafen aussehendes Mädchen von vielleicht zwanzig Jahren, mit wirren, pechschwarzen Haaren, einem Ring ...

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