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Jerry Cotton - Folge 2941

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Zeit läuft ab
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die Zeit läuft ab

Ihre Angst wuchs mit jeder Sekunde, die verstrich. Daryll hatte anfangs an einen dummen Streich ihrer Freunde geglaubt.

»Bete zu Gott, dass dein Vater mehr an dir als an seinem Geld hängt«, sagte der Mann.

Sie löste den Blick vom Monitor, auf dem eine Uhr das ablaufende Ultimatum anzeigte.

»Warum?«, fragte Daryll.

»Ein Leben für ein Leben«, erwiderte er.

Seine Antwort erschreckte Daryll. Sie musste sterben und wusste nur, dass ihr Vater dafür verantwortlich sein sollte. Daryll begann zu beten.

Phil und ich waren bereits auf dem Sprung gewesen, wollten in den verdienten Feierabend gehen.

»Mister High will euch sofort in seinem Büro sprechen«, sagte Helen, die in der Tür zu unserem Büro stand.

Wir schlüpften in unsere Sakkos und eilten hinter Helen her, die uns bis zur Durchgangstür zum Büro von Assistant Director High führte.

»Das sind Special Agent Cotton und sein Partner, Special Agent Decker. Mister Halver, der Präsident von MedFuture«, sagte der Chef.

Wir setzten uns zu den beiden Männern an den Besprechungstisch. Dabei musterte ich den mittelgroßen, dunkelblonden Mann im eleganten Anzug. Jason Halver war oft genug in den Wirtschaftsnachrichten, um sein Gesicht zu kennen.

Ich wusste nur wenig über MedFuture, den Zusammenschluss eines Pharmaunternehmens mit einer sogenannten Lifestyle-Firma. Aus der Fusion war ein Unternehmen hervorgegangen, das weltweit mit Medikamenten und Produkten aus dem Kosmetiksegment sehr große Umsätze erzielte.

»Das Unternehmen wird erpresst, und so wie es aussieht, besteht dringender Handlungsbedarf«, informierte uns Mr High.

Der Chef aktivierte den Wandmonitor.

»Diese Website wurde von den Erpressern ins Netz gestellt, damit jedermann das Ultimatum verfolgen kann«, erzählte Jason Halver.

Seine Stimme klang fest und zeigte keine Emotionen, so wie ich sie von einem Erpressungsopfer erwartet hätte.

»Haben Sie konkrete Hinweise, wer das erste Opfer sein soll, falls Sie diesen Fonds nicht einrichten?«, fragte ich.

Der kurze Text auf der Website verriet mir immerhin, dass die Erpresser dem Unternehmen vierundzwanzig Stunden zur Einrichtung eines Fonds mit einem Vermögen von 95 Millionen Dollar einräumten. Sobald die Frist verstrichen war, sollte eine dem Unternehmen nahestehende Person sterben.

»Ich versuche seit Stunden, meine Tochter Daryll zu erreichen. Vergeblich«, erwiderte Halver.

Seine kühle Überlegenheit war schwer zu ertragen.

»Das Ultimatum läuft in zwei Stunden ab und Sie kommen erst jetzt zu uns?«, fragte ich ungläubig.

Halver krauste irritiert die Stirn.

»Zunächst hielt ich das Ganze für einen schlechten Scherz, Agent Cotton. Mein Verhältnis zu Daryll ist sehr distanziert, und daher ging ich bislang davon aus, dass sie meine Anrufe und elektronischen Nachrichten schlicht ignoriert hätte«, erwiderte er.

»Was hat Ihre Meinung geändert?«, fragte Phil.

Das resultierte aus einem Anruf des NYPD. Die Mitbewohnerin von Daryll hatte einen Einbruch gemeldet und konnte Halvers Tochter nicht erreichen.

»Da wusste ich, dass ihr etwas passiert sein musste. Finden Sie Daryll, bevor das Ultimatum abläuft«, forderte Halver.

Ich warf einen Blick hinauf zum Wandmonitor, bevor ich mich wieder dem Präsidenten von MedFuture zuwandte.

»Dafür reicht die Zeit nicht aus, Sir. Der sicherste Weg, um das Leben Ihrer Tochter nicht zu gefährden, ist die Erfüllung der Forderung. Richten Sie den Fonds ein und geben Sie es in den Medien bekannt«, sagte ich.

Als Jason Halver das brüsk zurückwies, konnte ich es kaum glauben.

»Das geht nicht, Agent Cotton. Sie haben ja keine Ahnung, welche juristischen und finanziellen Folgen die Einrichtung des Fonds hätte. Es käme einem Schuldeingeständnis gleich«, erklärte er.

Im Text auf der Website wurde der Name eines Medikaments genannt. Bisher war mir nicht klar, welcher Zusammenhang mit der Erpressung bestand.

»Was hat es mit diesem Medikament auf sich, Mister Halver? Wer sind die Geschädigten?«, fragte ich.

Er druckste einen Augenblick herum, doch dann räumte er Zwischenfälle in Verbindung mit der Einnahme des Medikaments ein.

»Wir haben es natürlich sofort vom Markt genommen, obwohl bis heute der Zusammenhang zwischen der Einnahme und den Erkrankungen keineswegs nachgewiesen wurde. Es war eine moralische Geste, die mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen verbunden war«, erwiderte er.

»Welcher Art waren die Zwischenfälle?«, hakte Phil nach.

Zuerst wollte Halver nicht so wirklich mit der Sprache herausrücken. Erst als Mr High ihn nachdrücklich aufforderte, gab der Präsident von MedFuture endlich Auskunft.

»Das Präparat sollte die unerwünschten Nebenwirkungen im Verlauf einer Schwangerschaft abmildern. Keine morgendliche Übelkeit mehr oder weniger Einlagerung von Wasser in den Extremitäten. Die meisten Frauen waren ausgesprochen zufrieden mit der Wirkung, aber es gab leider einen kleinen Prozentsatz von Fehlgeburten oder Kindern mit Missbildung«, berichtete er.

Jason Halver betonte nochmals, dass niemals eine Verbindung zwischen der Einnahme des bewussten Medikaments und diesen Folgen nachgewiesen worden war.

»Damit kommen alle diese Menschen sowie deren Angehörige als mögliche Erpresser in Betracht«, sagte ich.

»Sehr richtig, Agent Cotton. Stoppen Sie diese Verbrecher, bevor meiner Tochter etwas zustößt!«, sagte Halver.

Für dieses Kunststück blieben uns noch exakt hundert Minuten.

»Selbst unter Einsatz aller möglichen Kräfte des FBI ist es unmöglich, Mister Halver. Agent Cotton und Agent Decker werden anhand der von Ihnen erstellten Liste nach Ihrer Tochter suchen. Wir besprechen unterdessen die Einrichtung des Fonds«, widersprach Assistant Director High.

Er schob mir eine Liste mit sechs Adressen zu, die Phil und ich umgehend überprüfen sollten. Wir würden uns sehr beeilen müssen, um es innerhalb der verbleibenden Zeitspanne zu schaffen. Als wir im Fahrstuhl nach unten schwebten, kommentierte Phil das Auftreten von Jason Halver.

»Hoffentlich kann der Chef ihn dazu bewegen, diesen Fonds einzurichten oder es wenigstens in den Medien anzukündigen. Halver kann nicht sehr viel an seiner Tochter liegen, wenn er im Angesicht der Drohung noch immer zögert«, sagte er.

Ich starrte auf die Liste und überlegte, welche Adresse die beste Chance bot, dass wir Daryll Halver dort antreffen konnten.

»Wir müssen sie einfach finden, Phil. Ihrem Vater mag der Ruf seines Unternehmens wichtiger sein, mir liegt mehr an Darylls Wohlergehen«, erwiderte ich trotzig.

Als ich den Jaguar mit eingeschalteten Warnlampen und heulender Sirene durch den Feierabendverkehr lenkte, blieben uns keine hundert Minuten mehr. Wir würden den Wettlauf gegen die Uhr vermutlich verlieren, wenn Halver weiterhin auf stur schaltete.

***

»Das Leben von Miss Halver ist in Gefahr! Sie müssen uns sagen, wo wir Ihre Freundin finden können«, beschwor ich die Gruppe.

Es waren vier Männer und zwei Frauen, die gemeinsam mit Daryll Halver ihre Kunstwerke in dieser Galerie ausstellten.

»Wer’s glaubt«, höhnte ein Mann.

Ich konnte mir lebhaft vorstellen, dass wir in seiner Welt als Büttel des Staatsapparates galten. Dies war jedoch nicht der richtige Zeitpunkt, um sich auf eine Diskussion darüber einzulassen.

»Schalten Sie Ihren Laptop ein oder nutzen Sie ein Smartphone. Es gibt eine Homepage, auf der dieses Ultimatum läuft und Ihnen beweist, dass wir wirklich nur um Miss Halver besorgt sind«, drängte ich.

Während der junge Mann mich skeptisch anschaute, reagierte zum Glück eine der Frauen. Mit fliegenden Fingern gab sie die von Phil genannte Adresse ein und stieß kurz darauf einen erschrockenen Schrei aus.

»Der Mann sagt die Wahrheit«, rief sie.

Die anderen Künstler bildeten einen Halbkreis hinter ihrem Stuhl und starrten ungläubig auf die Website.

»Es sind keine zwanzig Minuten mehr. Himmel, Sie sind mit Daryll befreundet! Helfen Sie uns, bitte«, sagte ich.

Es gab einen Blickwechsel und am Ende antwortete die gleiche junge Frau, die zuvor die Website aufgerufen hatte.

»Daryll hält sich in einer ehemaligen Werkstatt für Gasturbinen auf. Sie nutzt sie als Werkraum für eine Installation«, sagte sie.

Kaum hatte sie uns die Adresse gegeben, hetzten Phil und ich wieder los. Als ich den Motor des roten Flitzers startete, schaute mein Partner mit einem leichten Kopfschütteln auf den Kartenausschnitt.

»Bis zu der Werkstatt brauchen wir auch unter optimalen Bedingungen gute fünfzehn Minuten. Ich kann das NYPD um Unterstützung bitten«, sagte er.

Phil löste den Blick vom Monitor in der Mittelkonsole und fragte über Funk in der Leitstelle nach. Es war ein kalkuliertes Risiko, wenn wir normale Officers zu einer Geiselnahme schickten. Hätten wir mehr Zeit, würde sich unser Team aus Spezialisten darum kümmern.

»Sie schicken zwei Streifenwagen zu der Adresse. Vermutlich sind die Cops aber nur knapp vor uns in der Werkstatt«, berichtete Phil.

Ich holte alles aus den über fünfhundert PS der Viper-Maschine heraus und riskierte mehrere Unfälle, um es innerhalb der Zeit zu schaffen. Phil erkundigte sich gleichzeitig, ob Jason Halver endlich eine Pressemitteilung über die Einrichtung des Fonds veranlasst hatte.

»Nicht? Was denkt der Mann sich nur? Er spielt mit dem Leben seiner einzigen Tochter!«

Mein Partner war völlig perplex, als die Antwort aus dem Field Office kam. Halver lehnte es weiterhin rundweg ab und forderte gleichzeitig die Befreiung von Daryll durch das FBI.

Als ich den Jaguar mit quietschenden Reifen in die Zufahrt zum Firmengelände steuerte, öffnete ein Cop gerade das Tor im Zaun. Ein zweiter Streifenwagen stand hinter dem Wagen mit der offenen Fahrertür. Wenige Sekunden später hielten wir vor dem Gebäude, in dem sich hoffentlich Daryll Halver bei bester Gesundheit aufhielt.

»Die Übertragung des Ultimatums wird über diverse Server gelenkt, aber der Ausgangspunkt ist hier«, rief Phil.

Er hatte diese Information von einem der Spezialisten aus dem Field Office erhalten. Ich warf im Laufen einen Blick auf meine Armbanduhr und stöhnte leise auf.

»Die Zeit ist soeben abgelaufen. Wenn die Kidnapper es ernst meinen, töten sie Daryll in diesem Augenblick«, mahnte ich.

Es blieb keine Zeit, um vorsichtig in die Werkstatt einzudringen. Ich setzte alles auf eine Karte und stürmte mit gezogener SIG in den weitläufigen Raum. Phil und die vier Cops folgten mir. Es bedurfte nur weniger Gesten, damit wir uns in der Halle verteilten. Ich rannte den mittleren Gang entlang und spähte zwischen die vor sich hin rostenden Maschinen. Nirgends war eine Spur von Daryll oder ihren Entführern zu sehen.

»Hierher!«

Einer der Cops lenkte die Aufmerksamkeit in die westliche Ecke der Werkstatt. Ich sprintete los und traf zusammen mit Phil dort ein. Die übermannshohe Installation musste von Daryll stammen. Doch die Künstlerin war nicht bei der Arbeit.

»Miss Halver! Special Agent Cotton vom FBI. Zeigen Sie sich bitte. Ihr Leben ist in Gefahr!«, rief ich.

Es war schiere Verzweiflung, die mich dazu trieb. Die leise Hoffnung, dass Daryll Halver sich einfach nur vor uns versteckte, zerstob wenige Augenblicke später.

»Ich habe sie gefunden, Agent Cotton«, rief ein Officer.

Wir eilten hinüber in einen Nebenraum, der früher offenbar als Büro genutzt worden war. Auf einem rostigen Stahltisch stand ein Laptop. Die Anzeige auf dem Monitor bestand aus einer blinkenden Null und zeigte damit den Ablauf des Ultimatums an.

»Ihr Körper ist noch warm«, sagte der Cop.

Er hockte neben dem Leichnam einer jungen Frau, deren schlanker Körper in einem verdreckten Overall steckte. Unter ihrem Körper wuchs eine Blutlache, die von der breiten Wunde im Bauchbereich gespeist wurde. Daryll Halver war tot.

»Wir sind keine drei Minuten zu spät gekommen«, stellte Phil fest.

In seiner Stimme mischten sich Verzweiflung und Wut. Wir hatten unser Bestes getan, um diesen Mord zu verhindern. Es hatte nicht gereicht, auch weil Jason Halver sich viel zu spät an uns gewandt hatte.

»Warum nur hat er nicht wenigstens diese Pressekonferenz gegeben? Selbst wenn er gelogen hätte, wären die Chancen für seine Tochter erheblich besser gewesen«, schimpfte Phil.

Ich verstand die Haltung von Jason Halver ebenfalls nicht. Ich vermochte mir nicht vorzustellen, was jetzt in dem Vater von Daryll vorgehen musste. Es war meine undankbare Aufgabe, im Field Office anzurufen und unseren Fehlschlag zu melden.

»Agent Cotton? Sehen Sie nur«, rief ein Cop.

Er deutete auf den Monitor des Laptops. Die Darstellung auf der Website hatte sich verändert. Die Erpresser und Mörder hatten ihr Ziel noch nicht erreicht, wie die erneut rückwärts laufende Uhr zeigte.

»Die haben sogar Bilder vom Leichnam auf die Seite gestellt«, sagte ich betroffen.

Zusammen mit dem neuen Ultimatum wurden drei Aufnahmen der toten Daryll Halver auf der Website abgebildet. Jeder sollte wissen, dass ihr Vater sich geweigert hatte und dafür mit dem Tod seiner Tochter bezahlt hatte.

»Ab sofort wird niemand mehr an der Entschlossenheit der Erpresser zweifeln. Fragt sich nur, wer das nächste Opfer sein wird«, sagte Phil.

Dieses Mal blieben uns immerhin fast vierundzwanzig Stunden, um einen weiteren Mord zu verhindern. Gleichzeitig setzte sich nun hoffentlich bei Jason Halver die Einsicht durch, dass er den Fonds unbedingt einrichten musste.

***

Er saß wie erstarrt vor dem Fernseher und wollte nicht glauben, was er dort als Eilmeldung zu sehen bekam. Seine Finger griffen nach dem Laptop und gaben fast aus eigenem Antrieb die Daten ein, um einen Blick auf die Website zu werfen.

»Oh, mein Gott! Wie konntest du das nur tun?«, stöhnte Richard.

Sein Blick erfasste die Anzeige des zweiten Ultimatums genauso wie die verstörenden Bilder der toten Daryll Halver.

»Es ist meine Schuld. Ich hätte niemals mit dir über diese Idee sprechen dürfen«, murmelte er.

Richard erinnerte sich an seinen ersten Tag in der Selbsthilfegruppe. Sie teilten alle das gleiche Schicksal und fühlten sich hilflos.

»Deine Wut war doch unübersehbar«, dachte Richard.

Der hochgewachsene Mann mit den roten Haaren und fast schwarzen Augen hatte ihn wie ein Magnet angezogen. Sie verbrachten immer mehr Zeit miteinander und wurden zu so etwas wie Anführer der Gruppe. Während Richard rein spekulativ über Wege diskutierte, wie man MedFuture doch noch zur Verantwortung ziehen konnte, entwickelten seine Mitstreiter immer konkretere Ideen.

»Mord ist doch keine Lösung«, stöhnte er.

Es kostete ihn große Anstrengung, den Blick von der Leiche der jungen Frau zu nehmen. Ihr Mörder hatte ihr eine große Wunde in den Bauch zugefügt und damit ein Signal gesetzt.

»Halver wird nicht einknicken. Das haben wir doch tausend Mal besprochen«, schimpfte er.

Er kannte den Präsidenten besser als seine Freunde aus der Selbsthilfegruppe und hatte immer wieder betont, wie eiskalt der Mann war. Selbst der Mord an seiner Tochter würde ihn nicht zerstören, sondern vermutlich nur zu noch größerer Sturheit führen.

»Ich muss es stoppen! Sofort!«, stieß Richard hervor.

Er sprang auf und schaltete den Fernseher aus, um mit der Jacke in der Hand sein Apartment zu verlassen. Den Laptop ließ er laufen, obwohl niemand mehr in der Wohnung die verstreichende Frist verfolgen konnte. Richard hatte keine Familie mehr, die sein Leben mit ihm teilte.

***

Drei Stunden Schlaf hatten genügen müssen, um die größte Erschöpfung einzudämmen. Mehr Pause gönnten Phil und ich uns nicht. Ein zweites Menschenleben wurde bedroht, und dieses Mal durften wir nicht zu spät kommen.

»June und Blair übernehmen die Suche nach den Betreibern der Homepage«, ordnete Mr High an.

Zusammen mit den beiden Kollegen saßen wir am Besprechungstisch in seinem Büro. Auf dem Wandmonitor mahnte uns die rückwärts laufende Uhr der Website, dass kaum noch zwanzig Stunden Zeit zur Verfügung standen.

»Phil und ich grenzen weiterhin die möglichen Opfer ein. Wir haben eine Liste der besonders gefährdeten Personen erstellt«, sagte ich.

Phil schob dem Chef einen Ausdruck zu, der trotz starker Selektion immer noch sechs Seiten umfasste.

»Ich weiß, dass ich Ihnen viel zumute. Es gibt bislang leider keinen besseren Weg«, erwiderte er.

Gab es doch, aber uns fehlten die Druckmittel, um Halver zum Einlenken zu bewegen.

»Halver weigert sich demnach immer noch, diesen Fonds einzurichten?«, fragte June.

»Ja, aber wir stehen ununterbrochen in Kontakt«, antwortete Mr High.

Er würde seine gesamte Autorität in die Waagschale werfen, um den Präsidenten von MedFuture zur Einsicht zu bringen.

»Sie wurden übrigens bei Mister Gebhard angemeldet«, sagte der Chef.

Er nickte uns zu, sodass Phil und ich eilig das Büro verließen. Auf der Fahrt zur Rechtsanwaltskanzlei informierte mich Phil über Gebhard.

»Seine Kanzlei hat MedFuture juristisch vertreten und verhindert, dass eine Zivilklage erhoben werden konnte. Gebhard muss so etwas wie der personifizierte Teufel für die Erpresser sein.«

***

Dreißig Minuten später führte uns die Assistentin des Rechtsanwalts in sein Büro. Der Raum war sehr groß, sodass nicht einmal der lange Besprechungstisch für zwölf Personen den Blick auf sich zog. Gebhard bevorzugte klare Farben und Formen. Weinrotes Leder und matt glänzendes Metall dominierten bei der Einrichtung. Er selbst war ungefähr einen Kopf kleiner als ich, hatte pechschwarzes ...

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