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Jerry Cotton - Folge 2939

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Rache der Engel
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die Rache der »Engel«

Eddie Stack verkaufte den Tod.

In seiner Jacke befanden sich hundert Portionspäckchen Croc, als er seinem Kunden gegenübertrat. Croc versklavte die Süchtigen schon beim ersten Gebrauch, machte sie zu lebenden Leichen. Es war weit nach Mitternacht.

»Geld her«, forderte Eddie Stack.

Der Kunde verneinte und deutete auf die geparkte chromblitzende Corvette C 7.

»Ich kann dir die Karre anbieten, Eddie.«

In den Augen des Dealers blitzte die Gier auf. Er ließ sich nicht lange bitten und klemmte sich grinsend hinter das Lenkrad des Luxus-Sportwagens. Ein Schuss krachte, und Eddie Stack fuhr zur Hölle.

Ich hatte Phil an diesem windigen Septembermorgen gerade an unserer gewohnten Ecke abgeholt, als uns über Funk die Nachricht von Eddie Stacks Ermordung erreichte. Phil griff zum Mikrofon.

»Wir haben verstanden, Myrna. Wo genau befindet sich der Tote?«

»Das NYPD hat mir die Adresse 901 Stockton Street durchgegeben. Die Cops haben den Leichenfundort gesichert, ein Spurensicherungsteam von der Scientific Research Division hat bereits die Arbeit aufgenommen.«

»Alles klar, Myrna. Jerry und ich fahren jetzt auch gleich nach Brooklyn.«

Mein Freund beendete den Funkkontakt. Da der Lautsprecher eingeschaltet war, hatte ich seinen Wortwechsel mit unserer Telefonistin in der Funkzentrale mitbekommen.

»Eddie Stack war in der Dealer-Hierarchie ein unbedeutender Fußsoldat, aber noch nicht einmal das konnten wir ihm beweisen«, stellte ich fest. »Wenn wir durch seine Ermordung an die Hintermänner herankämen, wäre sein Tod nicht sinnlos gewesen. Je eher wir diese Croc-Dealer von den Straßen bekommen, desto mehr Menschenleben können gerettet werden.«

Phil nickte grimmig.

»Da bin ich völlig deiner Meinung, Jerry. Aber die Dreckskerle vom Cropsey-Kartell sind clever. Sonst hätten sie sich nicht schon wie eine Krake an der ganzen Ostküste ausbreiten können.«

Gemeinsam mit einigen anderen Agents sammelten Phil und ich seit einigen Wochen Beweismaterial gegen das sogenannte Cropsey-Kartell. Die Keimzelle dieser Dealergruppe hatte sich in der Cropsey Avenue zusammengefunden, daher der Name. Wir vermuteten, dass ein gewisser Rex Connolly der Kopf der Bande war. Aber wir hatten gegen ihn nichts in der Hand.

Connolly und seine Leute waren gerissen und brutal. Als wir einen mutmaßlichen Straßendealer des Cropsey-Kartells namens Frank Loomis vor zwei Tagen verhaften wollten, wurde er aus dem Hinterhalt erschossen. Seine Killer hatten entkommen können. Ob Eddie Stacks Tod im Zusammenhang mit dieser Tat stand? Darüber konnten wir höchstens mutmaßen, aber für einen FBI-Agent zählen nur die Fakten.

Während mir diese Gedanken durch den Kopf gingen, lenkte ich meinen Jaguar-E-Hybriden durch den Hugh L. Carey Tunnel nach Brooklyn hinüber in die Stockton Street. Ich erblickte die rotierenden rot-blauen Lichter der Streifenwagen schon von weitem. Die Cops hatten einen kleinen Parkplatz mit gelbem Trassierband abgesperrt. Das Areal gehörte offenbar zu einem fünfstöckigen Bürohaus.

Ich parkte meinen roten Flitzer hinter dem grauen Van des Coroners. Phil und ich stiegen aus, unsere FBI-Marken hatten wir bereits an den Jacketts befestigt. Aber Detective Mark Feathers hatte uns schon von weitem erkannt. Der grauhaarige Zivil-Cop gab einem jungen Uniformierten ein Zeichen, und dieser hob das Absperrband für uns.

Wir begrüßten Mark Feathers und seine junge attraktive Dienstpartnerin Detective Sergeant Hester Adams mit einem Händedruck. Sie gehörten zur Homicide Squad des zuständigen 79. Reviers.

»Es ist gut, dass Sie so schnell kommen konnten, Agents«, sagte Feathers. »Ich fürchte nämlich, dass hier ein Bandenkrieg im Drogenmilieu ausbrechen könnte.«

***

Ich wurde sofort hellhörig.

»Was veranlasst Sie zu dieser Annahme, Detective?«

Feathers deutete auf die Leiche, die sich immer noch auf dem Fahrersitz einer Corvette befand und dort von einem Gerichtsmediziner untersucht wurde. Wir hatten uns den Toten noch nicht näher angeschaut, weil wir zunächst mit den Kollegen vom NYPD sprechen wollten.

»Schauen Sie sich diese protzige Karre an, Agent Cotton. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass im Drogenmilieu Unsummen verdient werden. Der Tote hatte seinen Führerschein bei sich, also konnten wir seinen Namen im Handumdrehen feststellen. Uns ist auch bekannt, dass das FBI gegen das Cropsey-Kartell ermittelt und dass Eddie Stack vermutlich für diese Organisation die Drecksarbeit gemacht hat.«

»Aber wir sind hier nicht in der Cropsey Avenue, sondern in Bedford-Stuyvesant«, ergänzte Hester Adams. »Und unser lokaler Drogenkönig Ivan Solochow wird es gar nicht lustig finden, wenn das Cropsey-Kartell ihm in die Suppe spucken will.«

Ich nickte der jungen NYPD-Kollegin zu und machte mir eine Notiz. Diesen Ivan Solochow wollte ich mir auf jeden Fall vorknöpfen. Aber wir würden natürlich in alle Richtungen ermitteln. Mir fiel eine Überwachungskamera auf, die an der Ostseite des Bürogebäudes installiert war.

»Was ist mit den Aufzeichnungen der Kamera?«

Der Detective schüttelte den Kopf.

»Negativ, Agent Cotton. Das haben wir bereits überprüft. Vergessen Sie nicht, dass wir hier in Bedford-Stuyvesant sind. Die Jugendlichen machen sich einen Spaß daraus, die Überwachungskameras mit Stahlzwillen außer Gefecht zu setzen. Die Kamera dort oben ist jedenfalls defekt und war es auch schon vorige Nacht.«

»Dann ist der Mord also in der Dunkelheit geschehen?«, hakte Phil nach.

»Ja, Agent Decker«, entgegnete Hester Adams. »Eddie Stacks Leiche wurde heute Morgen gegen sechs Uhr von einer Streifenwagenbesatzung entdeckt, die auf einer Routinefahrt war. Den uniformierten Kollegen fiel der teure Sportwagen mit New-Jersey-Kennzeichen auf. Schnell stellte sich heraus, dass die Corvette als gestohlen gemeldet worden war. Als Officer Clark und Officer Banderas das Auto näher betrachteten, bemerkten sie natürlich sofort den Toten auf dem Fahrersitz. Wenig später wurden wir verständigt.«

Ich nickte und schaute auf die Armbanduhr. Demnach waren seit dem Fund der Leiche etwas mehr als drei Stunden vergangen. Hinter dem Absperrband versammelten sich schon einige Schaulustige sowie die Presse. Ich hoffte nur, dass die Zeitungen einen drohenden Drogenkrieg nicht herbeischreiben würden.

»Wem gehört der Wagen?«, fragte Phil.

»Einem gewissen Edward Laxner aus Jersey City«, lautete Mark Feathers’ Antwort. »Laxner arbeitet als selbstständiger Architekt. Laut unseren Kollegen aus New Jersey hat er eine saubere Akte, abgesehen von einigen kleinen Verkehrsdelikten. Es deutet nichts auf eine Verbindung zur organisierten Kriminalität hin.«

Ich hatte keinen Grund, an der sauberen Vorarbeit der Zivilcops zu zweifeln. Da das Cropsey-Kartell in mehreren US-Bundesstaaten sein Unwesen trieb und außerdem die Leiche in einem Fahrzeug aus New Jersey gefunden wurde, war Eddie Stacks Tod eindeutig ein FBI-Fall. Es war nur noch eine Formsache, dass wir die Ermittlungen weiterführen würden. Ich nickte Mark Feathers und Hester Adams zu, dann gingen Phil und ich zu dem Pathologen hinüber.

Der Gerichtsmediziner hieß Doc Fernandez und war uns bereits seit Jahren bekannt. Er hatte seine Untersuchungen vorerst abgeschlossen und schloss seine Arzttasche.

»Guten Morgen, Agents. Der Tod des Opfers ist zwischen ein und zwei Uhr morgens eingetreten. Das ist jedenfalls meine Schlussfolgerung aufgrund der Totenflecken und der Körpertemperaturmessung. Wie Sie sehen können, wurde der Mann durch einen Schuss ins Gesicht getötet. Wir werden umgehend mit der Obduktion beginnen und Ihnen dann das Ergebnis zukommen lassen.«

»Wie weit war der Täter vom Opfer entfernt?«, wollte Phil wissen.

»Der Abstand dürfte höchstens drei oder vier Yards betragen haben, wenn man sich die Zerstörungskraft des Schusses anschaut. Aber das ist einstweilen reine Spekulation. – Ich rufe Sie an, sobald ich genauere Ergebnisse habe, okay?«

Damit waren wir einverstanden. Ich schloss mich auch noch mit dem Leiter des Spurensicherungsteams kurz.

»Es gibt zahlreiche Reifenspuren, das hier ist schließlich ein Parkplatz«, sagte er zu mir. »Einen direkten Hinweis auf ein Täterfahrzeug haben wir nicht, Agent Cotton. Es ist natürlich möglich, dass der Mörder mit der Corvette gekommen und dann in einem anderen Auto oder zu Fuß geflohen ist. Wir sind noch dabei, die Corvette auf DNA-Spuren zu untersuchen.«

Ich nickte dem SRD-Spezialisten zu. Dann warf ich einen letzten Blick auf Eddie Stacks Leiche.

»Habt ihr eigentlich Drogen in Eddie Stacks Taschen gefunden?«, fragte Phil.

»Nein. Aber wir konnten 1.200 Dollar in bar sowie eine teure Armbanduhr einer Luxusmarke sicherstellen.«

***

Phil und ich fuhren zunächst zurück nach Manhattan. Wir wollten im Field Office mit unserem Chef das weitere Vorgehen abstimmen.

Zum Glück hatte Assistant Director John D. High sofort Zeit für uns. Seine Sekretärin Helen servierte uns eine Tasse von ihrem köstlichen Kaffee, nachdem Phil und ich am Besprechungstisch des Chefbüros Platz genommen hatten. Mr High setzte sich zu uns und schaute mich fragend an. Ich schilderte kurz die bisherige Faktenlage.

Der Chef blätterte in seinen Unterlagen.

»Wenn ich mich nicht täusche, dann konnte diesem Eddie Stack eine Verbindung zum Cropsey-Kartell bisher nicht nachgewiesen werden?«

»So ist es, Sir«, meinte Phil zerknirscht. »Genau genommen ist sogar der Begriff Cropsey-Kartell sehr fragwürdig. Jeder halbwegs clevere Strafverteidiger würde unsere bisherigen Indizien in der Luft zerreißen. Der Hauptverdächtige Rex Connolly ist zwar vor Jahren schon straffällig geworden, hat aber mit Drogen angeblich nie etwas zu tun gehabt.«

»Unsere Informationen basieren auf dem Hörensagen und auf zweifelhaften Unterwelt-Gerüchten«, ergänzte ich. »Wir gehen davon aus, dass Eddie Stack ein Straßendealer war, der für seinen großen Boss Rex Connolly die Drecksarbeit gemacht hat. Aber dafür gibt es keinen handfesten Beweis.«

»Und die Drogentoten stapeln sich im Leichenschauhaus«, grollte Phil. »Dieses Croc ist ein Teufelszeug, es macht sofort abhängig – und innerhalb eines Jahres sind die Konsumenten tot. Jeder halbwegs begabte Giftpanscher kann es aus Hustenpillen, Zündholzköpfen, Benzin und Ameisensäure zusammenbrauen.«

John D. High nickte betrübt. Er wusste natürlich auch, dass der Wirkstoff Desomorphin die Haut des Abhängigen um die Einstichstelle herum grünlich verfärbte. Außerdem begann sie mit der Zeit der Panzerhaut eines Alligators zu ähneln. Daher war der Spitzname Croc – für Crocodil – für diese Droge ebenso zynisch wie treffend.

»Sie erwähnten einen möglichen Drogenkrieg, Jerry. Gibt es konkrete Hinweise darauf?«

»Wir müssen auf jeden Fall mit Ivan Solochow sprechen, der laut NYPD momentan der führende Rauschgiftzar in Bedford-Stuyvesant sein soll. Aber mir ist aufgefallen, dass bei der Leiche überhaupt keine Drogen gefunden wurden. Es befand sich weder Croc noch eine andere Substanz in seinen Taschen. Andererseits ließ der Täter viel Bargeld und eine teure Uhr zurück. Daher können wir einen normalen Raubmord vermutlich ausschließen.«

»Vielleicht hatte Eddie Stack sein Rauschgift in einem nahe gelegenen Versteck deponiert, um bei einer Polizeikontrolle clean zu sein«, schlug Phil vor.

Der Assistant Director machte eine zustimmende Kopfbewegung.

»Das wäre eine Möglichkeit. Ich beauftrage Sie hiermit offiziell, den Mord an Eddie Stack aufzuklären. Geben Sie mir Bescheid, falls Sie Unterstützung durch weitere Kollegen benötigen.«

Wir machten uns sofort an die Arbeit. Zunächst schauten wir uns in unserem Office noch einmal die elektronische Strafakte von Eddie Stack an. Er hatte zuletzt vor drei Jahren wegen schwerer Körperverletzung in Rikers eingesessen.

»Stack war kein Lämmchen, das sich widerstandslos abschlachten lässt«, stellte ich fest. »Wir wissen, dass er in der Vergangenheit vor Gewalt nicht zurückschreckte. Warum hat er sich nicht gewehrt, als die Waffe auf ihn gerichtet wurde? Ob Stack selbst eine Pistole oder einen Revolver bei sich hatte, wissen wir natürlich nicht. Gefunden wurde jedenfalls keine Waffe. Aber falls er eine besaß, dann hat er sie nicht abgefeuert. Davon gehe ich aus, bis die SRD-Kollegen ein Projektil finden. Außerdem müssten sich an der Schusshand der Leiche Schmauchspuren finden, falls Stack sich gewehrt hat.«

Phil nickte.

»Du hast recht, Jerry. Stack wird seinen Mörder gekannt haben und war deshalb vertrauensvoll. Aber wenn wir davon ausgehen, dann kann der Killer eigentlich nicht zu einer verfeindeten Drogengang gehören.«

»Das sehe ich auch so. Aber trotzdem sollten wir Ivan Solochow jetzt einen Höflichkeitsbesuch abstatten.«

***

Der Rauschgiftzar von Bedford-Stuyvesant tarnte sich als braver Gebrauchtwagenhändler. Sein Firmengelände befand sich im nördlichsten Teil der Bedford Avenue, weitab von den Wandmalereien und modernen Kaffeebars des Viertels. Das Leben in Bedford-Stuyvesant war seit einigen Jahren bunter und auch sicherer geworden.

Ich parkte auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Phil und ich wollten nicht im Auto direkt bis vor das Büro des Autohändlers fahren, das sich offenbar in einem ausrangierten Wohnwagen befand. Wir hofften, ihn überrumpeln zu können, wenn wir das Gelände zu Fuß betraten.

Die Gegend war ruhig, für meinen Geschmack zu ruhig. Nur dann und wann fuhr ein Truck vorbei, Fußgänger sahen wir überhaupt nicht. Und doch hatte ich das Gefühl, als ob ich von tausend Augen angestarrt würde.

Phil öffnete den Mund. Seine Worte bewiesen mir, dass er ebenfalls die Gefahr witterte.

»Die Sache gefällt mir nicht, Jerry«, raunte mein Freund. »Ich komme mir hier vor wie auf dem Präsentierteller. Jemand liegt im Hinterhalt und will uns …« Phil brach ab.

Auch ich hatte eine hektische Bewegung hinter einem der zum Verkauf ausgestellten Autos bemerkt. Wie auf ein lautloses Kommando warfen Phil und ich uns zu Boden. Gleich darauf hackte eine Automatikwaffe los.

Mündungsfeuer blitzte sowohl im Wohnwagen-Büro als auch hinter den Hecks von zwei Fahrzeugen auf. Ich zog meine SIG, Phil folgte meinem Beispiel. Doch momentan konnten wir es nicht riskieren, auch nur den Kopf zu heben.

Eine maskierte Gestalt tauchte in meinem Gesichtsfeld auf, eine Maschinenpistole in den Händen. Ich wollte schon auf den Mann feuern, da bemerkte ich den Schriftzug POLICE auf seiner schusssicheren Weste. Der Maskierte schoss, gleich darauf erstarb das Hämmern der Waffe, aus der zunächst auf mich gefeuert worden war.

Ich hielt meine FBI-Marke hoch. Der Cop in Kampfmontur gab mir ein Handsignal, dass er verstanden hatte. Offenbar waren noch weitere Beamte einer SWAT-Einheit im Einsatz. Jedenfalls schossen nun mehrere andere Maskierte in Uniform-Overalls, gaben uns Feuerschutz.

Phil und ich schnellten vom Boden hoch. Gemeinsam mit den Cops stürmten wir auf unsere Widersacher zu, die sich auf dem unübersichtlichen Gelände verbargen. Ein bulliger Kerl kam hinter einem geparkten Pick-up hervor und richtete eine Tec-9 auf mich.

Doch bevor er die Automatikwaffe abfeuern konnte, schoss ich ihm ins linke Bein. Er schrie auf und ging zu Boden, wobei er seine Tec-9 fallen ließ. Phil nahm die Waffe an sich.

Auf dem Gelände war jetzt die Hölle los. Mehrere Streifenwagen preschten mit heulenden Sirenen heran, ich erblickte auch mehrere Ambulanzwagen, die sich offenbar in der Nähe in Bereitschaft befunden hatten.

Offenbar waren wir in einen von langer Hand vorbereiteten Zugriff marschiert, ohne es zu wissen. Wenig später war die Lage unter Kontrolle. Zwei von Ivan Solochows Männern waren angeschossen worden, die übrigen wurden verhaftet.

Auch der Drogenzar selbst wurde in Handschellen abgeführt. Er war ein breitschultriger Kerl mit kahlrasiertem Schädel, der mir einen hasserfüllten Blick zuwarf. Ob er den Mord an Eddie Stack in Auftrag gegeben hatte?

Bevor sich diese Frage klären ließ, mussten wir zunächst mit Captain Mike Turner sprechen. Er stellte sich uns als Einsatzleiter der NYPD-Aktion vor. Wir nannten ihm ebenfalls unsere Namen.

»Normalerweise sprechen wir uns mit dem FBI ab, Agents. Aber wir hatten keine Ahnung, dass sich die Feds für Solochow interessieren. Er betreibt seine üblen Machenschaften nur hier in Bedford-Stuyvesant. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er Bundesgesetze verletzt«, sagte Captain Turner.

»Agent Decker und ich wollten bei Solochow nur auf den Busch klopfen«, erklärte ich. Dann berichtete ich dem NYPD-Kollegen kurz von dem Mord an Eddie Stack. Captain Turner schüttelte heftig den Kopf.

»Ein Mord in der vorigen Nacht? Sorry, Agent Cotton, aber dafür sind weder Ivan Solochow noch seine Handlanger verantwortlich. Ich weiß das, weil sie alle von uns sorgfältig observiert wurden. Der heutige Zugriff erfolgte, nachdem Solochow eine neue Ladung Kokain erhalten hat. Das ist übrigens die einzige Droge, mit der er handelt. Von daher scheint es mir unwahrscheinlich, dass er sich von diesen Croc-Händlern des Cropsey-Kartells bedroht gefühlt haben soll. Jedenfalls waren weder Solochow noch seine Leute in der vorigen Nacht in der Stockton Street. Wir können Ihnen Videomaterial liefern, das die Aktivitäten eines jeden Gang-Mitglieds zeigt.«

»Falls es nötig ist, kommen wir gern darauf zurück«, sagte ich. »Aber jetzt müssen wir einen anderen Ermittlungsansatz finden.«

***

Mit den sterblichen Überresten von Eddie Stack waren die Gerichtsmediziner noch nicht weitergekommen. Aber da Frank Loomis bereits zwei Tage zuvor getötet worden war, lagen wenigstens zu seiner Person schon Ergebnisse vor.

»Loomis war selbst drogenabhängig«, sagte die Pathologin Jenny Bolder. Sie zeigte uns den bleichen ausgemergelten Körper des Mannes, der durch zwei hinterhältige Schüsse aus dem Leben gerissen worden war.

»Er hat Croc konsumiert, seine Leber ist stark geschädigt und die Knochen verfaulen buchstäblich von innen heraus.

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