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Jerry Cotton - Folge 2938

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Versteck dich, wenn du kannst
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Versteck dich, wenn du kannst!

Michelle Clarke stand auf dem dunklen Balkon im ersten Stock eines kleinen Hotels, als der Mörder kam. Im selben Moment, in dem sie sich eine Zigarette anzünden wollte, sah sie durch die schräg stehenden Lamellen der halb herabgelassenen Jalousie ins hell erleuchtete Zimmer hinein, wo ihr Vater jemandem die Tür öffnete. Der Fremde zog sofort einen Revolver und schoss auf Michelles Vater. Paul Clarke wurde ein Stück herumgerissen, dann fiel er zu Boden, und es war gar keine Frage, dass er nie wieder aufstehen würde. Dann hob der Mann den Blick und sah genau in ihre Richtung.

Mariusz Thomson schraubte den Schalldämpfer vom Lauf seiner Ceska CZ 75 ab und verschwendete keinen Blick mehr an den Toten, der vor ihm am Boden lag. Er wusste nicht, wer der Mann war und weshalb er sterben musste, aber er kannte seinen Auftrag. Er sah zum Schreibtisch an der gegenüberliegenden Wand hinüber.

Mit wenigen Schritten war er dort. Ein aufgeklapptes Notebook packte er genauso ein wie einen danebenliegenden USB-Stick und das Geld aus der Brieftasche, die er auf dem Nachttisch fand.

Anschließend öffnete er die Schubladen der kleinen Kommode sowie die Türen des Kleiderschranks, durchwühlte den Koffer und ging schließlich ins angrenzende Badezimmer, um den Kulturbeutel ins Waschbecken auszukippen.

Mit einem schnellen Rundblick vergewisserte er sich, nichts vergessen zu haben. Gerade, als er den Raum verlassen wollte, hörte er ein Geräusch. Wie festgewurzelt blieb der Mann stehen und lauschte. Alles war jetzt wieder ruhig, lediglich nebenan klappte eine Tür.

Aufatmend wollte er endgültig verschwinden, als die Außenbeleuchtung des angrenzenden Hotelzimmers ansprang. Ein Schimmer fiel dabei auch auf den Balkon vor ihm, und das, was der Killer hinter der Glastür sah, ließ ihn lautlos fluchen.

Mit wenigen, schnellen Schritten war er an der Tür. Erst jetzt bemerkte er, dass sie nicht ganz geschlossen war. Mit einer kräftigen Handbewegung schob er das schwere Glas zurück. Vor ihm, auf dem Boden des Balkons, lagen ein Feuerzeug und eine nicht angerauchte Zigarette. In diesem Moment wusste Mariusz, dass es für den Mord an Paul Clarke einen Zeugen gab.

***

Als ihr Vater vor ihren Augen einen so sinnlosen Tod starb, presste Michelle vor Entsetzen eine Hand auf den Mund. Sie schrie innerlich, wobei kein Laut über ihre Lippen kam. Der Mann mit der Waffe hob den Kopf und schien direkt in ihre Richtung zu blicken. Konnte er sie sehen?

Die Nacht war an diesem Herbsttag früh hereingebrochen, es war dunkel auf dem Balkon, auch das Gelände des Hotels war noch nicht beleuchtet. Obwohl alles in ihr danach schrie, einfach davonzulaufen, stand sie ganz still, um keine Aufmerksamkeit zu erregen.

Michelle wusste: Wenn er sie sah, würde sie so sterben wie wenige Augenblicke zuvor ihr Vater. Sie hatte bloß keine Ahnung, wie sie dem Killer entkommen sollte.

Als Michelle den Mann im Zimmer ein Stück aus ihrem Blickfeld heraus zum Schreibtisch gehen sah, überlegte sie nicht lange. Sie schwang ihre Beine über das Geländer und duckte sich dahinter. Lediglich ihre Fußspitzen fanden am Rand noch Halt, und während sich ihre Finger in den metallenen Handlauf krallten, musste sie entscheiden, ob sie sich in dieser waghalsigen Position seitwärts auf eines der Nebenzimmer zubewegen sollte oder ob sie in den Garten hinunterspringen musste.

Michelle blickte nach unten. Das Hotel war ein lediglich zweistöckiger Bau inmitten einer kleinen Grünanlage. Unter ihr erstreckte sich eine gepflegte Rasenfläche mit Blumenrabatten. Was, wenn sie sich beim Sprung den Knöchel brach? In ihrem Kopf rauschte es, sie spürte, wie die Gefahr Adrenalin durch ihren Körper jagte. Die Zehen ihres rechten Fußes krallten sich instinktiv zusammen, als sie merkte, dass sie den Halt verlor.

Sie rutschte ab, fing sich gleich wieder, wobei ihr der kalte Schweiß ausbrach. Der Kerl stand nun mitten im Raum, er schien durch etwas alarmiert. Er musste sie gehört haben. Michelle wollte nicht sterben, nicht jetzt, nicht hier und nicht so. Sie hatte keine andere Chance. Sie sprang.

Michelle kam überraschend weich auf dem Rasen auf, dennoch schoss ein scharfer, beißender Schmerz durch ihren rechten Knöchel. Sie ließ sich fallen, rollte über die linke Schulter ab und hechtete anschließend so gut es mit dem schmerzenden Fuß ging hinter einen Rhododendronstrauch.

Mit rasendem Herzen blickte sie nach oben, wo im ersten Stock jetzt eine Tür aufschwang, jemand auf den Balkon hinaustrat, sich dort kurz nach etwas auf dem Boden bückte und danach suchend in den Garten hinunterblickte.

Sie konnte die Anspannung spüren, unter der der Mann sich befand. Sie musste hier weg, bevor er sie fand und erledigte. Die Gestalt verschwand, das Licht im Zimmer erlosch. Michelle spürte eine bisher nicht gekannte Angst, die sie einige Sekunden lang zu lähmen drohte. Dann schaltete sich ihr Verstand ein. Der Killer musste erst einmal zu ihr herunterkommen. Sie hatte einen Vorsprung, den es zu nutzen galt. Mit dieser Erkenntnis schaffte sie es, sich zusammenzureißen.

Der Garten war nicht beleuchtet, die Nacht mondlos und sie benötigte einen Moment, um sich zu orientieren. So vorsichtig wie nötig und so schnell wie möglich bewegte sie sich leicht humpelnd im Schutz der Sträucher auf den Haupteingang des Hotels zu. Dort würde sie Hilfe bekommen. Als sie zwischen den Bäumen und Büschen hindurch etwas erkennen konnte, blieb sie plötzlich wie angewurzelt stehen.

Auf dem äußeren Parkplatz des Geländes, der nicht mehr zum Hotel gehörte und sich ein wenig abseits befand, stand ein Polizeiwagen!

Was für ein glücklicher Zufall, schoss es Michelle durch den Kopf. Das Auto war unbeleuchtet, sie konnte niemanden darin erkennen. Aber der Cop, der zu dem Streifenwagen gehörte, würde nicht weit sein. Langsam pirschte sie sich näher an den Parkplatz heran, wobei sie sich von der Zufahrt zum Hoteleingang entfernte.

Plötzlich knackte ein Ast hinter ihr, jemand atmete schwer, Schritte näherten sich ihr von hinten. Michelle erstarrte einen Moment. Voller Panik schlüpfte sie hinter einen der Bäume und presste sich gegen die raue Rinde.

Ein Mann ging eilig an ihr vorbei, er war dunkel gekleidet und trug eine Art Rucksack in der Hand. Entsetzt presste die junge Frau die Knöchel ihrer Rechten gegen den Mund, als sie trotz der schlechten Sichtverhältnisse den Killer erkannte. Er steuerte direkt auf den Parkplatz zu.

Auch er hat dort geparkt, dachte Michelle und wünschte sich mehr als alles andere, dass der Cop endlich zu seinem Wagen kommen würde. Als er plötzlich zwischen zwei Autos auftauchte, hätte sie beinahe geschrien.

Der Polizist war stämmig und schien völlig arglos, als er auf seinen Wagen zuging. Michelle wusste, wenn sie den Killer aufhalten wollte, musste sie jetzt etwas tun. Sie löste sich aus ihrem Versteck und wollte gerade ansetzen zu rufen, als etwas passierte, was sie vor Schreck wieder in die Dunkelheit zurückweichen ließ.

Oh, nein, dachte sie, als sie sah, wie sich die beiden Männer knapp begrüßten und der Unbekannte dem Cop den Rucksack überreichte und selbst einen Umschlag in Empfang nahm, bevor jeder seiner Wege ging.

***

»Der Mann hieß Paul Clarke. Ein Wissenschaftler, der für einen Pharmakonzern arbeitete. Wohnte in Seattle, war in New York, um einen Fachkongress zu besuchen.«

Der Fall, zu dem man mich und Phil an diesem Abend gerufen hatte, sah auf den ersten Blick wie ein Raubmord aus. Ein Toter in einem kleinen, gemütlichen Hotel am Rande des McCarren-Parks. Das Zimmer war durchwühlt worden. Clarkes Geld und seine Uhr waren verschwunden, weder Notebook noch ein mobiles Telefon hatte man gefunden.

Entdeckt hatte den Toten ein Zimmerkellner. Der Mann war völlig geschockt und bereits von einer Beamtin des NYPD vernommen worden. Dieselbe Beamtin gab uns nun einen Überblick über die ersten Erkenntnisse.

»Der Mann war noch nicht lange tot, als man ihn fand. Wir gehen momentan davon aus, dass der Mord am frühen Abend begangen wurde.«

Das war erst zwei, drei Stunden her.

»Wohnte er alleine hier?«, fragte ich. Auf dem niedrigen Couchtisch standen zwei benutzte Saftgläser.

»Eingecheckt hat er alleine, aber der Portier sagt, am späten Nachmittag hat eine junge Frau nach ihm gefragt. Wir lassen bereits ein Phantombild fertigen«, antwortete die Polizistin.

»Gibt es keine Überwachungskameras auf den Etagen?«, wollte ich wissen.

»Das schon, aber sie sind seit einigen Stunden ausgefallen.«

»Eine junge Frau?« Phil sah sich im Zimmer um. »Vielleicht hat er Gesellschaft gesucht?«

»Nein«, antwortete die Beamtin knapp. »Sie war wohl noch ein Teenager, sah ein bisschen flippig aus, sagt der Portier.«

»Und niemand hat sie wieder gehen sehen.« Mein Partner blickte nachdenklich vor sich hin.

»Du denkst, sie hat ihn getötet?«,

»Nein, Jerry. Irgendetwas sträubt sich in mir, das zu glauben. Auch wenn alles danach aussieht.«

»Sie könnte ebenfalls tot sein«, gab ich zu bedenken. »Wir müssen das gesamte Hotelgelände absuchen.«

»Hätte sie ungesehen das Hotel verlassen können?«, wandte ich mich dann an die Polizistin.

»Laut der Hoteldirektion ist schon den ganzen Abend über eine der Türen des Wirtschaftstraktes nicht abgeschlossen, weil Ware für ein Bankett geliefert wird. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen.«

»Das sieht in der Tat nicht mehr nach einem Zufall aus. Wer auch immer Paul Clarke beraubt hat, er hat es gut eingefädelt.« Ich bedankte mich noch bei den Cops, die nun abzogen, um dem FBI den Fall zu überlassen.

***

Die erste Überprüfung von Paul Clarke ergab ein unauffälliges Bild. Clarke war seit Jahren geschieden. Seine Ex-Frau Laura und die gemeinsame Tochter Michelle lebten in Boston, er selbst war nach der Trennung nach Seattle gegangen. Wir hatten Glück. Durch den Zeitunterschied erreichten wir noch jemanden in der Personalabteilung seines Arbeitgebers.

Dort gab man uns die Auskunft, er sei als einer der Redner bei dem Kongress vorgesehen gewesen, alleine gereist und habe sich am Tag seines Todes nachmittags noch mit zwei E-Mails in seiner Abteilung gemeldet. Der Schriftverkehr drehte sich dabei um die Verschiebung eines Termins im folgenden Monat und hatte ganz offensichtlich nichts mit den Geschehnissen in New York zu tun.

Man konnte uns darüber hinaus mit einer weiteren Information helfen, indem wir die einzig dort bekannte Telefonnummer von Paul Clarkes geschiedener Frau genannt bekamen. Wir erhielten jedoch bei mehreren Versuchen, sie zu erreichen, die automatisierte Antwort, der Teilnehmer sei nicht zu erreichen.

»Entweder handelt es sich um Raubmord und Clarke war ein Zufallsopfer, oder es gibt einen beruflichen oder persönlichen Hintergrund. Ist doch merkwürdig, dass seine Ex-Frau nicht zu erreichen ist«, dachte Phil laut nach.

Wir checkten zunächst einmal die Namen seiner Familienangehörigen. Laura und Michelle Clarke waren für das FBI Unbekannte, weder Mutter noch Tochter waren jemals bei irgendeinem Fall in Erscheinung getreten. Dennoch hatte Phil bei seiner anschließenden allgemeinen Suche im Netz Glück.

»Schau mal, was ich gefunden habe.« Phil drehte den Bildschirm seines Smartphones so, dass ich sehen konnte, was er entdeckt hatte.

»Eine Michelle Clarke aus Boston hat ein Profil bei einem sozialen Netzwerk namens ProfileOneNet. Dort hat sie vor zwei Tagen gepostet, dass sie heute mit ihrer Schulklasse für eine Woche nach Toronto fährt.«

Er zoomte ein Foto des Teenagers näher heran. »Wenn das keine Ähnlichkeit mit der Beschreibung des Portiers hat, fresse ich einen Besen.«

Eine junge Frau schaute ernst in die Kamera. Ihr schwarzes Haar war kurz geschnitten, die Spitzen leicht punkig gegelt. Michelles Augen waren dick mit dunklem Kajal umrandet, der einen aparten Kontrast zu der hellgrünen Iris bildete. Sie war ein hübsches Mädchen, das auf den ersten Blick trotz all ihrer kosmetischen Bemühungen noch etwas unfertig wirkte.

»Dann ist Paul Clarkes Tochter nicht nach Toronto gefahren, sondern nach New York, um sich mit ihrem Vater zu treffen. Ein Treffen hier lässt sich für einen Teenager von Boston aus sehr viel besser organisieren, als nach Seattle zu fliegen.«

»Genau, Jerry. Und jetzt gibt es drei Möglichkeiten: Sie war schon wieder weg, als der Mord geschehen ist, und weiß womöglich noch gar nicht, was passiert ist. Oder sie war bei ihrem Vater, als er umgebracht wurde, und ist jetzt selbst tot. Oder sie hat es geschafft zu flüchten und hält sich versteckt. Dann haben wir eine Zeugin.«

»Was schreibt sie sonst noch? Siehst du irgendeinen Hinweis darauf, wo wir sie erreichen können?«

Phil schüttelte den Kopf. »Immer nur kurze Postings darüber, was sie gerade macht, liest, welche Musik sie hört und dergleichen. Darüber hinaus wenig. Keine Möglichkeit, sie direkt zu kontaktieren. Das Mädchen hat die Türen zum Privatbereich alle fest geschlossen. Wir könnten etwas zur Kontaktaufnahme posten, das wäre dann allerdings öffentlich.«

»Lieber nicht, solange wir nicht wissen, was genau geschehen ist. Was ist mit ihren Buddylisten?«

»Keine, die außerhalb sichtbar sind. Nur wer direkt mit ihr in Verbindung ist, kann auf die jeweilige Liste zugreifen.«

Phil stöberte noch ein wenig in dem Profil herum.

»Hier ist doch noch etwas«, verkündete er dann. »Ein Hinweis auf die Schule, auf die sie geht. Dort können wir sicherlich mehr erfahren.«

Wir entschieden, die Kollegen vor Ort um Hilfe zu bitten, und riefen beim FBI-Büro in Boston an, wo wir mit Agent Liza Mendez verbunden wurden. Die hörte sich ruhig an, um was es ging, und versicherte, uns schnellstmöglich behilflich zu sein.

Tatsächlich musste die Kollegin umgehend alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, sodass wir bereits über aussagekräftige Informationen verfügten, als wir zurück in unserem Büro an der Federal Plaza waren.

»Agent Cotton, wir haben die Schulsekretärin ausfindig gemacht und kontaktiert. Sie wusste sehr gut darüber Bescheid, was mit Michelle war. Sie ist nicht mit dem Rest der Klasse nach Kanada gefahren, sondern hat ein ärztliches Attest vorgelegt. Die Lehrerin, die die Klasse begleitet, wurde inzwischen bereits von der Schulleitung gebeten, unverzüglich mit Ihnen direkt Kontakt aufzunehmen. Zwei unserer Agents waren beim Haus der Clarkes, haben aber niemanden angetroffen. Die Nachbarin hat uns mitgeteilt, dass Laura Clarke am selben Tag wie ihre Tochter verreist ist.«

Sie machte eine kurze Pause, bevor sie fortfuhr. »Die beiden waren heftig zerstritten. Die Nachbarin erzählte uns, dass Michelle sehr an ihrem Vater hing, Laura ihr nach der Scheidung aber den Umgang mit ihm streng verboten hatte. Die Streitigkeiten von Mutter und Tochter nahmen spürbar zu, seit Laura einen neuen Partner hat.«

Leider konnte die Nachbarin nichts darüber sagen, wohin Laura Clarke gereist war. »Sie hat wohl die Abwesenheit der Tochter nutzen wollen, selbst einmal ein paar Tage Urlaub zu machen«, beendete Agent Mendez ihren Bericht.

Ich bedankte mich bei ihr und legte nachdenklich den Hörer auf.

»Stell dir vor, du wärst ein Teenager und bräuchtest Hilfe. An wen würdest du dich wenden, wenn dein Vater tot und deine Mutter mit unbekanntem Ziel und einem dir verhassten neuen Lebensgefährten verreist wäre?«, fragte ich Phil.

Mein Partner legte einen Stift an die Lippen und kniff leicht die Augen zusammen. »Vermutlich an einen besten Freund, eine beste Freundin.«

Im selben Moment klingelte mein Telefon.

»Agent Cotton? Mein Name ist Brenda Dickinson. Ich bin eine von Michelle Clarkes Lehrerinnen und mit der Klasse zurzeit in Toronto. Man hat mir bereits erklärt, worum es geht. Wie kann ich Ihnen helfen?«

Ich bedankte mich bei der Frau, dass sie sich trotz der späten Uhrzeit so schnell gemeldet hatte.

»Hatte Michelle an der Schule eine gute Freundin, einen Freund, jemanden, der oder die wissen könnte, wo sie gerade steckt oder wie wir sie erreichen können?«

Meine Gesprächspartnerin musste nicht lange überlegen. »In der Tat, es gibt jemanden. Wenn Sie einen Moment warten.«

Wenige Minuten später meldete sich ein leicht heiser klingender junger Mann, der sich als Kevin Brown vorstellte.

»Kevin, man sagte uns, dass Sie Michelle näher kennen. Wir vermuten, dass sie in New York ist. Eine Ahnung, wo sie sein könnte?«

Kevin antwortete nicht gleich, ich hörte, wie Miss Dickinson im Hintergrund in aufforderndem Tonfall etwas zu ihm sagte, worauf er sich erst einmal räusperte.

»Also … ja … sie hatte über das Internet sehr häufig Kontakt zu einem Mädchen in New York, das sie cool fand. Ich kenne nur seinen Vornamen, Gwen.«

Zunächst schien es, als ob das alles wäre, was uns Kevin sagen konnte. Nach mehrmaligem Nachbohren fiel ihm dann doch noch etwas ein.

»Gwen hat von den New Yorker Clubs geschwärmt und Michelle war begeistert von der Idee, irgendwann einmal mit ihr dorthin zu gehen.«

»Einen speziellen?«

»In letzter Zeit gab es wohl schon einen bestimmten … sie hat viel davon geredet.«

»Wie heißt der Club?«

»Das kann ich Ihnen nicht sagen; falls sie es mir gesagt hat, habe ich es mir nicht gemerkt«, murmelte Kevin, der sich vermutlich gerade fragte, ob er nicht womöglich bereits den ungeschriebenen Ehrenkodex verletzt hatte, der es Teenagern grundsätzlich verbot, Informationen an Erwachsene ...

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