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Jerry Cotton - Folge 2936

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Profit heiligt die Mittel
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Der Profit heiligt die Mittel

Schweißtropfen bildeten sich auf dem angsterfüllten Gesicht des Mannes. »Ich werde nichts sagen, wirklich, das verspreche ich!«

Er flehte die Person vor ihm an, wäre auch auf die Knie gefallen, wenn er damit das, was kommen würde, hätte verhindern können.

Aber es hatte keinen Zweck. Die Entscheidung war getroffen worden. Er wurde nicht mehr gebraucht. Schlimmer noch: Seine Existenz stellte eine Gefahr dar. Er musste beseitigt werden.

Ein dumpfes Plopp ertönte. Die Kugel aus der mit einem Schalldämpfer versehenen Waffe schlug in den Bauch des Mannes ein, der sich zusammenkrümmte. Ein zweites Geschoss beendete sein Leben endgültig. Er fiel auf eine Plastikplane, wurde in diese eingerollt und dann abtransportiert.

»So hatte ich mir einen netten, ruhigen Auftrag nicht vorgestellt«, rief Phil und deutete auf den Mann mit dem Megafon, der lautstark Parolen von sich gab. »Man versteht ja sein eigenes Wort nicht mehr.«

»Komm, wir gehen ein wenig auf Abstand«, schrie ich Phil ins Ohr und bewegte mich von der Schallquelle weg. Phil folgte mir. Schließlich hatten wir einen Platz erreicht, an dem man sich unterhalten konnte, ohne zu schreien.

»Hätte nicht gedacht, dass diese Tierschützer so laut sind, dachte, das sind eher ruhige Ökos«, meinte Phil.

»So kann man sich irren«, erwiderte ich. »Wobei du mit deiner ursprünglichen Einschätzung bei den meisten nicht so weit daneben lagst. Es sind nur einige wenige, die sich lautstark über den Gesetzesentwurf beschweren und so ihrem Protest Ausdruck verleihen. Die meisten verhalten sich angenehm ruhig.«

»Aber die reichen mir schon«, sagte Phil.

Wir schlenderten ein wenig durch die Gegend und hielten unsere Augen auf. Da aktuell kein Fall für uns vorlag, hatte Mr High uns damit beauftragt, unsere Kollegen vom NYPD bei der Sicherung der Demonstration vor dem Tagungsgebäude der Pharmaindustrie zu unterstützen.

Es ging um einen Gesetzesentwurf zur Behandlung von Nutztieren mit Hormonen, der schon seit einiger Zeit heftig diskutiert wurde. Die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie waren dafür, viele Tierschutz- und Ökogruppen dagegen.

Ich war gerade stehen geblieben, als eine dunkelhaarige Frau auf mich zukam und mir ein Flugblatt in die Hand drückte. Sie hatte wunderschöne blaugrüne Augen und eine zierliche Nase.

»Das geht auch Sie etwas an!«, sagte sie energisch. »Ihr Leben ist genauso in Gefahr wie das der Tiere. Ganz abgesehen von den nächsten Generationen. Was die vorhaben, ist Profit auf Kosten der Menschheit! Das dürfen Sie nicht zulassen!«

Ich nahm den Zettel und lächelte sie unwillkürlich an. »Schön, dass Sie sich so einsetzen.«

Sie lächelte zurück. »Einer muss es ja tun, wenn die da oben versuchen, die Tiere noch mehr auszubeuten und unsere Nahrung mit Hormonen vollzustopfen. Nicht, dass das nicht schon passieren würde, aber wenn dieses Gesetz durchkommt, wird das die Situation rapide verschlimmern. Finden Sie nicht auch, dass man etwas dagegen tun sollte?«

»Grundsätzlich schon«, sagte ich. »Wobei ich hier eigentlich als unparteiischer Beobachter stehe und dafür sorge, dass niemand zu Schaden kommt.«

Ihre Augen verengten sich. »Sind Sie ein Cop?«

Ich lächelte. »Nicht direkt, FBI New York.«

»Interessant«, sagte sie.

Mir fiel die Art auf, mit der sie mich musterte. Es hatte nichts mit der Demonstration, dem Gesetzesentwurf oder der Tatsache, dass ich FBI-Agent war, zu tun. Nein, es war die Art und Weise, wie eine Frau einen Mann anschaute. Wie sie ihn und jedes Detail seines Gesichts musterte und versuchte seinen Charakter einzuschätzen. Etwas, das ich nicht erwartet hätte, nicht jetzt und nicht hier. Aber es gefiel mir. Und sie gefiel mir auch.

»Jerry Cotton«, stellte ich mich vor und reichte ihr die Hand.

»Jenna Lourdes«, erwiderte sie und gab mir ihre kleine, zarte, aber kräftige Hand und hielt die meine länger als bei einer Begrüßung üblich.

»Tja, Miss Lourdes, und wie läuft’s?«, fragte ich.

»Ich hoffe, dass wir die Abstimmung über den Gesetzesentwurf zu unseren Gunsten beeinflussen können«, antwortete sie. »Aber dafür müssen wir noch mehr Menschen aufklären und mobilisieren. Die Lobbyisten der Gegenseite sind ziemlich stark.«

»Sie haben ja schon eine ganze Menge Menschen mobilisiert«, sagte ich. »Hier sind bestimmt über zweitausend.«

Sie nickte. »Ja, aber das ist erst der Anfang. Wir müssen noch mehr Menschen erreichen. Leider ist es vielen völlig egal, was um sie herum passiert. Sie leben in ihrer kleinen Welt und interessieren sich gerade mal für das, was in ihrer Wohnung und ihrem Haus passiert.«

»Ich weiß, was Sie meinen«, sagte ich und fühlte mich beim Blick in ihre Augen unheimlich wohl.

Während ich mich weiter mit ihr unterhielt, fiel meine Aufmerksamkeit kurz auf Phil, der grinsend neben mir stand, aber kein Wort sagte. Ich drehte meinen Kopf und schaute ihn an.

»Alles klar, unterhaltet euch ruhig weiter«, sagte er grinsend und schaute woanders hin.

»Ihr Partner schein ein netter Kerl zu sein«, stellte Miss Lourdes fest.

»Ja, er ist in Ordnung, absolut«, erwiderte ich.

»Es ist wichtig, gute Freunde zu haben und Menschen, auf die man sich verlassen kann«, sagte sie und strahlte mich weiter an.

Wir unterhielten uns weiter und schließlich fragte sie: »Wann haben Sie heute Feierabend? Ich meine, die Demo geht bis drei, hören Sie dann auf zu arbeiten oder müssen Sie anschließend noch irgendwo hin?«

»Normalerweise arbeiten wir heute bis fünf«, antwortete ich. »Aber wir haben noch eine Menge Überstunden abzufeiern, sodass es sich sicherlich einrichten lässt, dass wir früher Schluss machen – wenn nicht etwas Unerwartetes passiert.«

»Dann könnten wir beide heute Nachmittag noch was trinken gehen?«, fragte sie forsch, wobei sich anschließend ihre zarte Gesichtshaut leicht rot färbte.

Offenbar ließ sie die Frage nicht kalt.

Ich zögerte einen Augenblick und dachte nach. Normalerweise trennte ich Privatleben und Job. Und gerade jetzt befand ich mich im Einsatz – andererseits waren aktuell keine kriminellen Aktivitäten auszumachen.

»Warum nicht«, antwortete ich und reichte ihr meine Karte. »Sie können mich unter der Handynummer jederzeit erreichen.«

Sie lächelte charmant. »Jederzeit? Das werde ich mir merken.«

Dann gab sie mir auch ihre Karte. »Das Gleiche gilt für mich. Wenn Sie irgendwelche Fragen haben oder etwas sagen wollen – zögern Sie nicht meine Nummer zu wählen, ebenfalls jederzeit.«

Wir verabredeten uns für den Nachmittag, dann machte sie sich daran, weiter Flugblätter zu verteilen.

»Erde an Jerry«, sagte Phil ein paar Augenblicke später. »Nette Frau, wirklich.«

Ich schaute ihn an. »Ja, absolut.«

»Hat dich ganz schön erwischt, oder?«, sagte er.

Es hatte keinen Sinn zu leugnen. Phil kannte mich zu gut. Aber hatte ich schon erfasst, was gerade passiert war?

»Scheint so«, sagte ich.

»Ja, ja, wenn uns Amors Pfeil trifft, gibt es keine Macht der Welt, die etwas dagegen tun kann«, sagte Phil. »Und davon abgesehen: gute Wahl. Sie macht einen wirklich netten Eindruck.«

»Mal sehen, was daraus wird«, sagte ich ein wenig konservativ und versuchte, die Freude, die in mir aufstieg, zu unterdrücken.

Meine Gedanken kehrten zum Job zurück. Zumindest versuchte ich, sie dahin zurückzubringen, aber Jennas Gesicht tauchte immer wieder vor meinem geistigen Auge auf.

Phil schaute auf die Uhr. »Keine Bange, die paar Stunden bis zum Ende der Demo gehen auch noch rum. Und dann sorgen wir dafür, dass du Zeit hast, dein Date wahrzunehmen.«

Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug. Glücklicherweise gab es keine Ereignisse, die es nötig machten, dass wir länger blieben, als die Demonstration dauerte. Ich rief Jenna an, um ihr einen Treffpunkt vorzuschlagen. Sie stimmte sofort zu, und eine Dreiviertelstunde später saß ich im Café Lalo, 210 West 83rd Street unweit vom Central Park, und wartete auf sie.

***

Ich hatte mir einen etwas weiter hinten liegenden Platz ausgesucht, von dem aus ich den Eingang im Auge behalten konnte. Jenna kam pünktlich. Sie betrat das Café, schaute sich um, fand mich, lächelte und kam auf mich zu.

»Hallo, schöner Mann«, begrüßte sie mich strahlend.

»Freut mich, dass es so gut geklappt hat«, erwiderte ich, ohne das Kompliment so richtig wahrzunehmen.

»Ah, was für ein Tag«, stöhnte sie und nahm mir gegenüber Platz. »Ganz schöner Aufwand, so eine Demo zu organisieren, das glaubt man gar nicht. Ich glaube, außer meinem Frühstück habe ich heute noch gar nichts gegessen.«

»Sollen wir lieber in ein Restaurant fahren?«, fragte ich sofort.

Sie winkte ab. »Nein, nicht nötig, hier bekomme ich auch was, denke ich. Aber ich habe bisher nur von mir geredet, wie unhöflich.«

»Nein, nein, ist schon in Ordnung«, sagte ich. »Ich höre dir gerne zu.«

Wir waren schon beim Du angekommen.

Sie lächelte. »Das ist ja nett. Du scheinst ja ohnehin ein netter Mann zu sein, nicht das, was ich mir typischerweise unter einem FBI-Agent vorgestellt habe.«

»So?«, fragte ich neugierig. »Was hast du dir denn vorgestellt?«

»Na ja, was weiß ich, so einen harten Kerl, der wenig redet«, antwortete sie. »Eine Art Cop eben, vielleicht etwas offener, der immer auf der Suche nach Verbrechern ist.«

»Tatsächlich bin ich das meistens – auf der Suche nach Verbrechern«, erwiderte ich. »Und das ist nicht immer leicht. Aber irgendjemand muss den Job ja machen und dafür sorgen, dass die wenigen aus dem Verkehr gezogen werden, die das Leben für viele so viel schwerer machen.«

»Ja, genau das ist es, was ich tue, ich meine, wie ich meine Aufgabe sehe«, sagte sie strahlend. »Ich kämpfe gegen diejenigen an, die auf Kosten anderer Profit machen wollen, auch wenn die gewöhnlich keine Waffen tragen, sondern teure Anzüge. Und die werden auch nicht von Bodyguards beschützt, sondern von Anwälten.«

»Mit der Kategorie habe ich auch oft zu tun«, sagte ich. »Aber lass uns nicht von der Arbeit reden. Woher kommst du? Und wie bist du Tierschutzaktivistin geworden?«

Sie schnappte sich die Karte und lehnte sich zurück. »Einen Moment Geduld bitte, ich bestelle erst was, sonst verhungere ich noch.«

Sie winkte einen Kellner herbei, der ihre Bestellung aufnahm. Auch ich bestellte noch eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken.

Als der Kellner sich entfernt hatte, legte sie los. »Eigentlich bin ich – beziehungsweise war ich – ein Landei. Aufgewachsen bin ich in Idaho, in einer kleinen Stadt, in der sich fast alles um Landwirtschaft dreht. Netter Ort, aber ich bin jetzt schon drei Jahre nicht mehr dort gewesen. Als ich zwanzig wurde, bin ich losgezogen, habe erst die Westküste und dann die Ostküste bereist, wobei ich schließlich in Boston gelandet bin. Wegen einem Mann.«

»Wer hätte das gedacht«, warf ich ein.

»Ja ja, die Männer«, bemerkte sie grinsend. »Na ja, er brach mir das Herz und zog weg, ich blieb in Boston. Schöne Stadt, etwas kleiner als New York, aber durchaus sehenswert. Wie auch immer, dort arbeite und wirke ich. Ich habe Medizin studiert, zurzeit arbeite ich aber in einer Tierhandlung, irgendwie kann ich besser mit Tieren als mit Menschen.«

»Also bist du nur vorübergehend in New York?«, fragte ich.

Sie nickte. »Eigentlich schon, wobei … Aber erzähl doch von dir. Bist du hier geboren?«

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, ich komme auch vom Land, aus Harpers Village, einem Dorf in Connecticut. Aber das ist lange her. New York ist meine eigentliche Heimat. Ich lebe gern hier und kenne die Stadt ziemlich gut.«

Der Kellner kam und servierte unsere Getränke.

Jenna erhob ihr Glas und sagte: »Stoßen wir an, auf die Kleinstädter, die es in die Großstädte gezogen hat.«

Das taten wir, tranken und lachten die nächsten drei Stunden viel. Am Ende saßen wir nebeneinander und es fiel mir schwer, sie nicht zu berühren. Ihr ging es, das konnte ich spüren, genauso. Aber wir hielten uns noch zurück.

Es war etwa halb sieben, als sie auf ihre Armbanduhr schaute und erschrak. »Verdammt, so spät schon, Mann, die Zeit vergeht hier ja im Flug.«

»Wollen wir noch woanders hingehen?«, fragte ich sie.

»Sorry, so gerne ich würde, aber ich muss gleich noch jemanden treffen«, antwortete sie. »Wie wäre es mit morgen? Können wir uns morgen wiedersehen?«

»Ja, auf jeden Fall«, antwortete ich. »Morgen ist gut. Hast du den ganzen Tag Zeit? Oder passt es dir besser am Nachmittag?«

Sie überlegte kurz. »Ich habe noch einige Termine, vor allem Versammlungen und Kundgebungen, aber das ist nicht so wichtig – ich kann dann, wenn du Zeit hast.«

»Das muss ich abklären«, sagte ich. »Aber ich will auch nicht, dass du wegen mir deine Termine sausen lässt.«

»Ist nicht so wild«, sagte sie. »Aber wenn du darauf bestehst, können wir uns wie heute um drei treffen, gleiche Zeit, gleicher Ort,«

»Hört sich gut an«, sagte ich.

Wir zahlten und verließen das Café.

»Soll ich dich noch irgendwo hinbringen?«, fragte ich.

»Bist du mit dem Wagen da?«, erwiderte sie erstaunt. »Ich dachte, ihr New Yorker fahrt lieber mit der U-Bahn.«

»So sehr New Yorker bin ich nicht«, gab ich zurück und zeigte auf meinen Jaguar.

Sie zeigte sich erstaunt. »Wow, schöner Wagen, auffällige Farbe, klassisches Design, fährt sich bestimmt gut. Da wäre ich einer kurzen Spritztour gegenüber nicht abgeneigt.«

Wir gingen zum Auto und ich öffnete ihr die Beifahrertür. »Madam, wenn ich bitten darf.«

»Danke, Sir, richtig vornehm. Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht«, sagte sie und stieg ein.

Ich nahm auf dem Fahrersitz Platz und ließ den Motor an.

»Mann, der hat ja ganz schön Power unter der Haube«, sagte sie.

»Ja, mehr, als man vermuten würde«, sagte ich.

Ich fuhr sie zu einem nahe gelegenen Hotel, wo sie jemanden treffen wollte, und parkte den Wagen.

»Vielen Dank – für alles«, sagte sie, kam mir immer näher und gab mir einen Kuss, den ich von Herzen erwiderte.

Ihre Arme hielten mich fest und fast schien es, als wollte sie mich nicht mehr loslassen. Doch irgendwann tat sie es doch, lächelte, verabschiedete sich und stieg aus, nur, um noch mal zurückzukommen und mir noch einen Kuss zu geben und sich dann endgültig zu verabschieden.

***

Der nächste Morgen begann wie gewohnt, abgesehen davon, dass ich mich überaus frisch, vital und ausgeruht fühlte. Als ich Phil am üblichen Treffpunkt abholte, grinste der und sagte: »Ich war nicht sicher, ob du kommst.«

»Dann hätte ich angerufen«, sagte ich.

»Klar«, erwiderte er. »So wie du strahlst, hätte ich es dir nicht übel genommen – sie scheint ja eine tolle Frau zu sein.«

»Wie sagst du oft treffend: Ein Gentleman genießt und schweigt«, erwiderte ich. »Aber damit du dich nicht vor Neugierde verzehrst, kann ich dir Folgendes berichten: Wir hatten einen schönen Nachmittag und ich habe sie dann bei einem Hotel abgesetzt. Heute wollen wir uns wieder treffen.«

»Scheint sich ja gut zu entwickeln«, meinte Phil. »Wollen wir mal hoffen, dass dir nicht ein paar Ganoven einen Strich durch die Rechnung machen oder Mister High uns einen nächtlichen Überwachungsauftrag überträgt.«

Phil hatte recht, es konnte eine Menge passieren, was ein Treffen mit Jenna verhindern würde. Nach wie vor hatte der Job für mich Vorrang – wobei ich nichts gegen ein paar schöne Stunden hatte.

Als wir Mr Highs Büro erreichten, begrüßte uns Helen und musterte mich genau. »Hallo, Jerry, irgendetwas ist heute anders an dir.«

Phil versuchte sich ein Grinsen zu verkneifen und schwieg.

»Ja, es ist ein schöner Tag«, erwiderte ich.

»So, so«, sagte sie bedeutungsvoll. »Wenn das mal alles ist. Aber egal, Mister High ist da, ihr könnt reingehen.«

»Danke«, sagte ich und klopfte an der Bürotür unseres Chefs.

Wir traten ein, begrüßten ihn und nahmen Platz.

»Gestern bei der Demonstration ist also alles ruhig gelaufen«, rekapitulierte er. »Und auch sonst scheint es so, als würden uns die Gangster der Stadt eine Verschnaufpause gönnen. Fast die Hälfte meiner Agents ist aktuell nicht mit Ermittlungen beschäftigt, was außergewöhnlich ist.«

»Das ist mal etwas Neues«, meinte Phil. »Und eine gute Gelegenheit, unsere Überstunden abzufeiern.«

Mr High nickte. »Ja, wenn Sie das wollen, habe ich nichts dagegen. Sonst hätte ich Sie für allgemeine Sicherheitstätigkeiten abgestellt oder ein paar alte, unabgeschlossene Fälle überprüfen lassen.«

»Ich denke, da ziehen wir die Freizeit vor, nicht wahr, Jerry?«, sagte Phil.

Ich nickte. »Ein oder zwei freie Tage werden nicht schaden«, sagte ich. »Wenn etwas anliegt, sind wir ja erreichbar.«

»Ja, bleiben Sie in New York oder Umgebung«, stimmte Mr High zu. »Wenn etwas anliegt, für das ich Sie benötige, werde ich mich melden. Ansonsten können Sie sich heute und morgen freinehmen.«

Wir verabschiedeten uns von Mr High, nahmen uns Zeit für Helens Kaffee und verließen dann das Field Office.

»Was mache ich nun mit der unerwarteten Freizeit?«, überlegte Phil. »Vielleicht tue ich es dir gleich und treffe mich mit einer netten Dame.«

»Gute Idee«, sagte ich und nahm mein Handy heraus. »Ich für meinen Teil rufe Jenna an und sage ihr, dass ich den ganzen Tag Zeit habe. Sie wird sich freuen.«

Nachdem ich den Jaguar angehalten hatte, rief ich sie an.

Es klingelte nur einmal, dann war sie am Telefon.

»Hallo, Jerry, schön, dass du schon anrufst«, hörte ich ihre zarte Stimme.

»Ja, ich habe mir heute freigenommen«, sagte ich. »Wir könnten uns also treffen, wann auch immer es dir passt.«

»Prima«,

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