Logo weiterlesen.de
Jerry Cotton - Folge 2931

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Verbrechen ohne Ausweg
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Verbrechen ohne Ausweg

Clyde Monroe war so guter Laune wie schon lange nicht mehr. Zum ersten Mal seit Monaten hatte er genug Geld, um dem ersten Glas Whiskey weitere folgen zu lassen. Die Blondine ihm gegenüber war hübsch und offenbar bereit, ein paar Stunden mit ihm zu verbringen. Die würden ihn den größten Teil seines Geldes kosten. Aber all das störte Monroe nicht.

Was seine gute Laune schlagartig beendete, war der Mann, der eben die kleine Bar betrat und sich suchend umblickte.

Monroe vergaß sofort die Blondine. Er murmelte eine Entschuldigung, stand auf und ging mit schnellen Schritten auf die Hintertür zu.

Er fühlte sich plötzlich so erbärmlich wie schon lange nicht mehr.

Als ich unser gemeinsames Büro betrat, saß Phil bereits hinter seinem Schreibtisch. Er sah müde aus, als habe er die ganze Nacht nicht geschlafen. Sein Computer war eingeschaltet, aber mir schien, als bekomme er nicht viel von dem mit, was da auf dem Bildschirm zu lesen war.

Als er meine Schritte hörte, riss er seine halb zugefallenen Augen auf und wandte mir den Kopf zu.

»Was treibt dich schon so früh aus deinem gemütlichen Bett in unser ungemütliches Büro?«, fragte ich.

»Bett?«, wiederholte Phil, als habe er meine Worte nicht verstanden. »Früh? Mann, ich habe die letzten beiden Nächte nicht mehr geschlafen. Ich bin durch alle Kneipen Manhattans gelatscht und …«

»Das sieht man dir an«, spottete ich. »Was hat dich so plötzlich zum Säufer gemacht? Liebeskummer?«

»Ich bin hinter Arnold Bannister her. Er soll seit drei Tagen in der Stadt sein. Ich habe alle seine Lieblingskneipen abgeklappert, aber kein Mensch will ihn gesehen haben.«

»Wer ist Arnold Bannister?«, fragte ich und setzte mich hinter meinen Schreibtisch.

Bevor Phil antworten konnte, meldete sich mein Handy. Ich griff danach.

Noch bevor ich das Handy an mein Ohr halten konnte, hörte ich eine aufgeregte Männerstimme: »Cotton? Jerry Cotton?«

»Ganz recht. Und mit wem spreche ich?«

»Knife«, stieß die Stimme hervor. »Jack Knife.«

Ich griff mir mit der rechten Hand einen Kugelschreiber und schrieb den Namen auf ein Blatt Papier.

»Also, was kann ich für Sie tun, Mister Knife?«, fragte ich.

»Blödsinn!«, keuchte der Mann. Seine Stimme klang verstellt, als spreche er durch ein Taschentuch. »Jack Knife ist wieder hier. Ich habe ihn gesehen. Wenn er auch mich gesehen hat, bin ich verloren. Dann wird man sehr bald zwischen zwei Mülltonnen einen Mann mit einem Messer zwischen den Rippen finden. Verdammt, ich glaube, da kommt er. Wenn er mich gehört hat …«

Der Mann beendete den Satz nicht mehr. Ich glaubte noch, Schritte auf hartem Pflaster zu hören, dann kam aus dem Telefon nur noch Stille. Tödliche Stille.

***

Clyde Monroe schaltete sein Handy aus und steckte es in die Tasche. Hastig blickte er sich um.

Er befand sich in einem Hinterhof, der durch eine Toreinfahrt von der Straße getrennt war. Aber diese Toreinfahrt konnte er nicht sehen, da er hinter einer fast mannshohen Mülltonne kauerte. Das einzige Lebewesen, das er sehen konnte, war eine Ratte, die aus der Tonne sprang und sich eilig in Sicherheit brachte. Selbst sie schien die tödliche Gefahr zu spüren, die sich näherte.

Monroe wagte nicht, aufzustehen und davonzurennen. Der Killer würde ihn sehen. Selbst wenn Monroe eine Schusswaffe gehabt hätte, hätte er sich gegen diesen Gegner keine Chance ausgerechnet.

Die Schritte hallten laut in dem engen Torweg. Der Mann gab sich nicht die geringste Mühe, leise zu sein. Offenbar war er seiner Sache vollkommen sicher.

Monroes Herz klopfte so laut, dass er befürchtete, der Mann müsse es hören. Er blickte sich nach irgendeinem Gegenstand um, den er als Waffe benutzen könnte. Aber da war nur Abfall.

»Ein widerlicher Ort zum Sterben«, dachte Monroe. »Abfall und Gestank und mitten darin meine Leiche.«

Die Schritte waren plötzlich verstummt. Wahrscheinlich war der Killer stehen geblieben, um sich umzublicken. Er konnte nicht mehr als vier oder fünf Meter entfernt sein.

Monroe hielt den Atem an. Gleich würde der Kerl auftauchen, mit einem Messer in der Hand, und dann …

Monroe hörte die Autos, die auf der nahen Straße vorbeifuhren. Menschen auf dem allmorgendlichen Weg zur Arbeit. Keiner von ihnen ahnte, dass in den nächsten Sekunden ein Mord geschehen würde, nicht mehr als fünfzig Schritte von ihm entfernt.

Ein seltsames Plätschern übertönte die Verkehrsgeräusche, die gedämpft in den engen Hof drangen. Wie von einem Wasserstrahl, der gegen die Hauswand prallte.

Plötzlich begriff Monroe. Er grinste. Der Mann, der eben den Hof betreten hatte, war kein Killer. Es war schlicht ein Mensch, der wie er selbst die ganze Nacht hindurch gesoffen hatte und nun die Unmengen Bier loswerden wollte. Dieser enge Hinterhof mit den überfüllten Müllcontainern war gerade der richtige Ort dafür.

Erleichtert stand Monroe auf. Er nickte dem Mann zu, der an der Hauswand stand, und setzte sich dann in Bewegung, um auf die Straße zu kommen.

Schon nach dem ersten Schritt blieb er stehen. Der Mann, den er für einen harmlosen Säufer gehalten hatte, wandte ihm den Kopf zu. Monroe erkannte das harte Gesicht mit den erbarmungslosen eisblauen Augen darin sofort.

Der Mann drehte sich ganz um und versperrte ihm den Weg. In seiner rechten Hand hielt er ein langes Messer. Er stieß so schnell zu, dass Monroe nicht einmal mehr den Versuch machen konnte auszuweichen.

Monroe hatte gelegentlich gehört, dass man einen Messerstich in den Leib nicht spürt. Er hatte kein Wort davon geglaubt. Jetzt wunderte er sich, dass er tatsächlich nichts spürte. Er sah nur, dass das reglose Gesicht mit den kalten Augen darin plötzlich zerfloss wie Eis, das in der Sonne dahinschmolz. Der Mann mit dem Messer schien ins Riesengroße zu wachsen, über die Hausdächer hinaus, bis er mit dem Kopf gegen den grauen Morgenhimmel stieß.

Dann sah und hörte Monroe nichts mehr. Er spürte nicht mehr, wie seine Knie einknickten und er zu Boden sank.

Der Killer blickte fast gleichgültig auf ihn nieder.

»Idiot!«, dachte er. »Fällt auf einen so plumpen Trick herein. Wer zu dumm ist zum Leben, stirbt eben früh.«

Immer noch hielt er das Messer mit der langen Klinge in der Hand. Er hatte sein Opfer in der Bauchgegend getroffen, aber er konnte nicht sicher sein, dass der Mann tot war. Und Jack Knife war kein Mann, der eine Arbeit halb beendet liegen ließ.

Er wollte sich eben niederknien und dem Verwundeten das Messer ins Herz stoßen, als er Schritte hörte. Es waren mehrere Männer, die sich durch den Torweg von der Straße her näherten. Sie unterhielten sich laut miteinander.

Jack Knife duckte sich hinter den Müllcontainern nieder. Geräuschlos bewegte er sich auf eine Haustür zu. Zu seiner Erleichterung war die Tür nicht verschlossen. Er drückte sie leise auf und trat ein.

Wahrscheinlich würden die Kerle da draußen bald wieder verschwinden. Dann konnte er hinausgehen und seine blutige Arbeit beenden.

Aber vielleicht hatten sie den gleichen Weg wie er und strebten auf die gleiche Tür zu. Dann würden sie den blutüberströmten Mann zwischen den Mülltonnen entdecken und wenige Sekunden später auch ihn.

Jack Knife war kein Feigling, aber er hasste jedes unnötige Risiko. Der Mann, den er niedergestochen hatte, würde sowieso nicht mehr lange leben. Um den brauchte er sich keine Gedanken mehr zu machen.

Knife steckte sein Messer ein und ging auf die Hintertür des Hauses zu.

***

Ich hielt das Handy noch eine Weile nachdenklich in der Hand. Immer noch lauschte ich der verstellten Stimme nach, die ich gehört hatte. Der Mann hatte nicht irgendjemanden beim FBI angerufen, sondern mich. Er schien mich also zu kennen. Aber sosehr ich auch in meinem Gedächtnis kramte, ich konnte mich nicht erinnern, wann und wo ich diese Stimme schon mal gehört hatte.

»Sag mal, Phil, kennst du einen Jack Knife?«, fragte ich.

»Nie gehört«, antwortete Phil nach kurzem Überlegen. »Aber vor deiner Nase steht ein rechteckiger Kasten, Computer genannt. Der kennt die Namen von vielen Millionen von Menschen. Als du noch mein Lehrling warst, habe ich dir doch den Umgang mit Computern beigebracht.«

»Deine Belehrungen waren so umständlich und langatmig, dass ich nicht viel davon verstanden habe. Deshalb habe ich ein paar Nachhilfestunden bei dem achtjährigen Sohn meines Nachbarn genommen. Jetzt kann ich mit den Dingern recht gut umgehen.«

Ich schaltete also unseren elektronischen Kollegen ein und befragte ihn nach Jack Knife. Aber auch der Computer kannte keinen Menschen dieses Namens.

»Der Computer kennt auch die Spitznamen aller Gauner, mit denen wir oder die Polizei je zu tun hatten«, sagte Phil.

»Was täte ich nur ohne dich«, sagte ich und gab dem Computer den Befehl, noch einmal unter Spitznamen nachzusehen.

Auch diesmal wurde er nicht fündig.

»Knife«, wiederholte Phil. »Auf Spanisch Cuchillo …«

Ich tippte das Wort Cuchillo ein. Diesmal hatte der rechteckige Kasten auf meinem Tisch sehr schnell eine Antwort.

»Es gibt einen Juan Cuchillo«, sagte ich. »Mexikaner. Geburtsdatum und Geburtsort unbekannt. Ebenso sein gegenwärtiger Aufenthalt. Wird der schweren Körperverletzung und sogar des Mordes verdächtigt, stand aber nie vor Gericht. Soll sehr geschickt sein im Umgang mit dem Messer. Ein Foto von ihm gibt es nicht, aber 37 Beschreibungen seines Aussehens. Keine zwei dieser Beschreibungen stimmen überein. Nicht einmal über die Hautfarbe sind sich die Leute, die ihn gesehen haben, einig.«

»Zeugenaussagen stimmen so gut wie nie überein«, meinte Phil. »Das Erinnerungsvermögen ist eben bei den Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wenn zwei Aussagen zu gut übereinstimmen, ist das ein Grund, misstrauisch zu sein. Ihre Aussage ist dann wahrscheinlich abgesprochen.«

»Vielleicht handelt es sich auch um mehrere Täter, die alle den gleichen Spitznamen haben. Derlei kommt vor.«

»Cuchillo heißt in unserer Sprache Knife«, überlegte Phil. »Und Juan ist die spanische Form von John. Und John ist eine andere Form von Jack. Juan Cuchillo ist also Jack Knife.«

»Sieht ganz so aus«, stimmte ich zu. »Der unbekannte Anrufer deutete an, dass dieser Jack Knife, vor dem er sich fürchtet, gern mit dem Messer arbeitet. Da unser Gespräch so plötzlich beendet wurde, könnte es sein, dass tatsächlich schon sehr bald zwischen zwei Mülltonnen ein Toter mit einem Messer im Leib gefunden wird.«

***

Es war ein Schlaf von der unangenehmen Sorte. Das Bett war steinhart, im Schlafzimmer stank es, und draußen vor dem Fenster stolperten ein paar Betrunkene vorbei, laut, aber mit unsicheren Stimmen und noch unsichereren Beinen.

Monroe öffnete die Augen. Ein widerliches, grauschwarzes Biest glotzte ihn aus kürzester Entfernung an. Erst als dieses Biest sich umdrehte und auf vier Beinen davonrannte, erkannte er, dass es eine Ratte war.

Er wunderte sich darüber. Noch nie in seinem Leben hatte er in seinem Schlafzimmer eine Ratte entdeckt. Ebenso sehr wunderte er sich über die widerwärtige, warme Flüssigkeit, die an seiner rechten Hand klebte.

Dann erst spürte er die Schmerzen in seinem Unterleib. Im gleichen Augenblick begriff er, wo er lag und was geschehen war.

Mit der Erinnerung kam auch die Angst wieder. Vielleicht war der Kerl mit dem Messer noch da. Dann würde er in wenigen Sekunden wiederkommen und vollenden, was er angefangen hatte.

Monroe hörte immer noch die Betrunkenen. Sie würden keine große Hilfe für ihn sein. Aber vielleicht würde schon ihre bloße Anwesenheit genügen, um den Killer davon abzuhalten wiederzukommen.

Monroe hob den Kopf von dem Betonboden des Innenhofs und öffnete den Mund, um zu rufen. Zu seinem Entsetzen brachte er nur ein heiseres, unverständliches Krächzen hervor.

»Das besoffene Schwein übergibt sich gerade mal wieder«, hörte er einen der Betrunkenen lallen. »Mann, ist mir übel!«

Wieder wollte Monroe rufen, aber diesmal kam nur ein leises Husten aus seiner Kehle. Mühsam richtete er sich auf. Es wurde ihm nicht bewusst, dass er seine rechte Hand wieder auf die Wunde in seinem Unterleib gepresst hatte.

Er musste nicht weit gehen. Draußen auf der Straße hatte er vor seinem Kneipenbesuch keinen Parkplatz gefunden. Glücklicherweise hatte er die Hofeinfahrt entdeckt und auf dem Hof auch die Lücke zwischen zwei geparkten Fahrzeugen.

Er stolperte auf die drei Fahrzeuge zu, öffnete die Tür des mittleren Wagens und ließ sich auf den Sitz hinter dem Lenkrad fallen. Er musste weg von hier, er brauchte Hilfe, und zwar sofort.

***

»Hör auf zu träumen!«, sagte Phil. »Uncle Sam erwartet eine Gegenleistung für das riesige Gehalt, das er dir jeden Monat bezahlt. Vor dir auf dem Tisch liegen eine Menge Akten, die du durchsehen musst. Den Bericht über die Verhaftung von Larry Bevan hast du auch noch nicht geschrieben. Noch nicht einmal angefangen.«

»Die einfachen Dinge überlasse ich dir. Ich arbeite. Allerdings im Gegensatz zu dir nicht mit den Beinen, sondern mit dem Kopf.«

»Tut das weh?«, fragte Phil. »Deinem Gesichtsausdruck nach zu schließen scheint Denken für dich ziemlich anstrengend zu sein.«

»Mir geht der Anrufer nicht aus dem Kopf. Er hat ganz gezielt mich angerufen, nicht irgendjemanden beim FBI. Das deutet darauf hin, dass er mich kennt. Er kennt sogar meine Handynummer. Und offenbar hat er auch angenommen, dass Jack Knife für mich ein Begriff ist. Aber warum hat er dann ganz offenbar seine Stimme verstellt?«

»Er erhoffte sich Hilfe von dir, wollte aber gleichzeitig nicht erkannt werden. Also hat er selbst Dreck am Stecken. Und er hat fürchterliche Angst vor diesem Jack Knife. Vielleicht handelt es sich bei diesem Jack um einen Killer, der von irgendjemandem angeheuert wurde, um den Anrufer aus der Welt zu schaffen.«

»Dann handelt es sich bei diesem Killer sicherlich nicht um einen Anfänger, sonst hätte der Anrufer nicht erwartet, dass ich ihn kenne. Vermutlich hatte ich mit diesem Burschen schon mal zu tun, aber damals trug er wohl einen anderen Namen. Und dieser Name ist sicherlich irgendwo in unseren Computern gespeichert.«

»Wenn wir keine weiteren Hinweise haben, ist es hoffnungslos, diesen Namen in unseren Computern zu finden. Was hat dieser Anrufer noch zu dir gesagt?«

»Dass Jack Knife wieder in der Stadt ist. Der Mann hat sich also in letzter Zeit irgendwo außerhalb aufgehalten. Sonst hat der Anrufer nur noch von Mülltonnen geredet.«

»Das hilft uns gewiss weiter«, sagte Phil mit einem vernehmlichen Seufzer. »Es gibt ja bloß 597.345 Mülltonnen in der Stadt, grob geschätzt.«

***

Jack Knife war kein Mann, der eine angefangene Arbeit unerledigt liegen ließ. Selbst ein Killer hat seine Grundsätze. In seiner Branche hatte er einen guten Ruf. Er erledigte alle seine Aufträge schnell und zuverlässig. Wenn er diesen Monroe nicht für immer aus der Welt schaffte, war er seinen guten Ruf los. Für immer. Er würde keine neuen Aufträge mehr bekommen. Und vielleicht würde schon bald jemand hinter ihm her sein.

Wahrscheinlich war Monroe bereits tot oder würde bald sterben. Aber wenn die Betrunkenen, die er gehört hatte, Monroe entdeckt hatten, dann war dieser wahrscheinlich schon auf dem Weg in ein Krankenhaus. Falls er aber immer noch zwischen den Mülltonnen lag, konnte es nicht schaden, sich davon zu überzeugen, ob er noch lebte – und ihm notfalls den Rest zu geben.

Es war ein ziemlich weiter Weg um den ganzen Block herum. Knife vermied es, den gleichen Weg durch das Haus zu gehen, den er gekommen war. Die Gefahr war groß, dass er dabei den drei Betrunkenen begegnete oder einem anderen Hausbewohner. Er ging schnell, aber ohne auffällige Eile. Ein Mann seines Berufs durfte nie und nirgends auffallen.

Endlich hatte er die Straße erreicht, die in den Innenhof führte. Am Straßenrand parkte sein Wagen. Er ging an ihm vorbei, ohne ihm mehr als nur einen flüchtigen Blick zu schenken.

Fast hatte er die Hofeinfahrt erreicht, als er einen Motor und das Geräusch von Reifen hörte, die durch eine enge Kurve gejagt wurden. Er blieb stehen.

Kurz darauf schoss ein blauer Wagen aus der Hofeinfahrt, so nahe, dass Knife ihn mit ausgestreckter Hand hätte berühren können, und bog dann nach rechts in die Straße ein.

Knife sah den Mann am Lenkrad weniger als eine Sekunde lang, ein blasses Gesicht mit vor Angst weit aufgerissenen Augen. Zweifellos, das war Monroe. Er war verletzt, aber er lebte noch.

Knife drehte sich um und rannte zurück zu seinem Wagen. Es war ihm jetzt gleichgültig, ob ihn jemand sah. Schnelligkeit war jetzt wichtiger als Unauffälligkeit. Wenn Monroe die nächste Kreuzung erreichte, bevor die Ampel auf Rot umschaltete, würde Knife ihn nicht mehr einholen. Dann würde er die Suche nach seinem Opfer wieder ganz von vorn beginnen müssen. Vielleicht würde diese Suche wieder Monate dauern.

***

James Logan hasste solche Tage. Tage, an denen alles schiefging. Heute war ein solcher Tag. Er wusste das seit dem Augenblick, an dem er nach dem Aufwachen auf die Uhr geblickt hatte.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Jerry Cotton - Folge 2931" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen