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Jerry Cotton - Folge 2928

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Auch virtuelle Killer können töten
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Auch virtuelle Killer können töten

Samuel Dorff war müde, als er nach einem langen Tag in sein Hotelzimmer ging. Er gähnte, öffnete die Tür und stockte. Das Licht war an. Was hatte das zu bedeuten? Hatte er vergessen, es auszuschalten? Oder hatte er ungebetenen Besuch?

Vorsichtig bewegte er sich nach vorne, einen Schritt nach dem anderen. Irgendetwas sagte ihm, dass er sich besser aus dem Staub machen sollte. Aber seine Neugier war stärker.

Als er das Ende des kleinen Flurs erreicht hatte, der in den Wohnraum führte, sah er eine dunkle Gestalt.

Gerade, als er zum Reden ansetzen wollte, bemerkte er die Waffe, die sie auf ihn richtete, und verstummte.

Zwei Sekunden später war er tot.

Es war ein schöner, sonniger Morgen und ganz New York schien gut drauf zu sein. Auch Helen strahlte, als sie uns begrüßte.

»Und? Wie war der Besuch in der Oper?«, fragte Phil, der wusste, was Helen am gestrigen Abend vorgehabt hatte. Helen hatte in der letzten Woche mehrmals erwähnt, dass sie in die Met wollte.

»Berauschend«, antwortete sie. »Eine unglaublich aufwändige Inszenierung. Ich könnte glatt zum Opernfan werden.«

»Ist ja auch eine schöne Kunstform«, sagte ich und bewunderte ihr strahlendes Lächeln.

»Stimmt«, sagte sie und deutete auf die Bürotür. »Ich erzähle euch gerne später mehr über die Aufführung – er wartet schon.«

Ich nickte und klopfte an die Tür. Dann traten Phil und ich ein. Mr High saß an seinem Schreibtisch, vor ihm ein Stapel Akten.

»Guten Morgen, Sir«, begrüßten wir ihn.

Er erwiderte den Gruß und bat uns Platz zu nehmen. »Ein gewisser Samuel Dorff wurde in seinem Hotelzimmer erschossen. Das Zimmermädchen hat die Leiche heute früh gefunden. Der Mann stammt aus Sunnyvale in Kalifornien.«

»Aus dem schönen Silicon Valley«, bemerkte Phil. »Hatte er etwas mit einer der dort ansässigen Firmen zu tun?«

»Das gilt es herauszufinden«, antwortete Mr High. »Er war Programmierer, und wohl einer, der sich gut in seinem Fach auskannte, aber es mit dem Gesetz nicht so genau nahm.«

»Ein Hacker also, der sich illegal Zugriff zu Computern verschafft hat?«, fragte ich.

»Das ist anzunehmen«, sagte Mr High. »Er wurde mehrmals angeklagt, aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Scheint seine Spuren gut verwischt zu haben. Oder er war tatsächlich unschuldig.«

»Irgendeinen Hinweis darauf, dass seine Tätigkeit etwas mit der Ermordung zu tun hat?«, fragte Phil.

Mr High schaute auf. »Nein, aber es wäre möglich. Vielleicht war es aber auch Raubmord, gemäß den vorliegenden Informationen ist er bestohlen worden. Da er aber aus Kalifornien stammt und die Möglichkeit besteht, dass sein Tod etwas mit einer der dort ansässigen IT-Firmen zu tun hat, übernehmen wir den Fall. Finden Sie heraus, wer der Täter ist und was seine Motive waren.«

»Wird erledigt, Sir«, sagte ich.

Mr High reichte Phil eine Akte. »Hier, das ist alles, was ich bisher erhalten habe. Detectives vom NYPD sind bereits vor Ort.«

Wir verließen sein Büro und machten uns auf den Weg zur Tiefgarage, wo ich den Jaguar geparkt hatte.

»In welchem Hotel hat er gewohnt?«, fragte ich Phil und startete den Motor.

»Im Maritime Hotel«, antwortete Phil nach einem Blick in die Akte.

***

Als wir das auf der West Side befindliche Maritime Hotel erreichten, suchte ich einen Parkplatz und wir stiegen aus.

»Nettes Hotel«, meinte Phil, als wir die Lobby betraten. »Scheint gut verdient zu haben, unser Mister Dorff.«

»Für die Branche nicht unüblich«, erwiderte ich. »Zumindest, wenn man einen guten Job hat. Im Silicon Valley befinden sich die Zentralen einiger der größten IT-Firmen der Welt, zumindest der westlichen Welt.«

Wir gingen zur Rezeption und Phil zeigte der jungen, rothaarigen Dame, die uns begrüßte, seinen Dienstausweis. »In welchem Zimmer hat Mister Dorff gewohnt?«

»413«, antwortete sie nervös. »Stimmt es wirklich, ist der Gast ermordet worden?«

»Sieht so aus«, sagte Phil. »Haben Sie im Hotel einen Sicherheitsdienst?«

Sie nickte. »Ja, schon, und Kameras auch. Soweit ich weiß, befindet sich Mister Carrington, der Sicherheitschef, gerade im vierten Stock, zusammen mit den Leuten von der Polizei.«

Phil bedankte sich und wir gingen zum Fahrstuhl, um in den vierten Stock zu fahren. Dort trafen wir auf einen Cop vom NYPD, der darauf achtete, dass keine unbefugten Personen aus dem Fahrstuhl stiegen. Wir zeigten unsere Dienstmarken und konnten ungehindert passieren.

Der Cop zeigte in Richtung des Zimmers, in dem der Mord geschehen war, was allerdings unnötig war, da sich dort eine Menge Leute aufhielten. Außer einer Person kannte ich niemanden. Es war Dr. Janice Drakenhart von der Crime Scene Unit, die mit ihrem Team den Tatort untersuchte.

»Hallo, Janice!«, sagte Phil, der neben mir ging.

»Jerry, Phil, ihr hier?«, fragte sie überrascht. »Mir hat noch keiner gesagt, dass das FBI an dem Mord interessiert ist.«

»Sieht so aus, als wäre das unser Fall«, meinte Phil.

»Das muss erst noch geklärt werden«, sagte ein großer, drahtiger Mann, der auf uns zukam. Ich schätzte, dass er vom NYPD war.

»Detective Gordon Wesley«, stellte er sich vor. »Und was mich angeht, fällt der Fall in die Zuständigkeit des NYPD.«

»Guten Tag, Detective, wir sind die Special Agents Decker und Cotton«, erwiderte ich. »Haben Sie Einwände dagegen, dass das FBI den Fall übernimmt?«

»Und ob«, brauste er auf. »Das ist in diesem Monat schon der zweite Fall, den ich an das FBI abgeben soll – aber so einfach geht das nicht.«

Er wurde rot im Gesicht. Ich konnte ihn verstehen, aber dennoch war sein Benehmen etwas unhöflich.

»Klären Sie das bitte mit Ihrem Vorgesetzen«, sagte ich kühl. »Er kann sich, wenn nötig, mit Assistant Director High vom FBI Field Office New York in Verbindung setzen, um das zu prüfen. Wir wollen hier nur unseren Job erledigen – genau wie Sie.«

»Ja, ich werde das abklären, auf jeden Fall!«, stieß er aus, drehte sich um, machte ein paar Schritte und holte sein Handy heraus.

»Und wie sieht es unabhängig von der Frage der behördlichen Zuständigkeit aus?«, fragte ich Dr. Drakenhart.

»Wir sind gerade fertig geworden«, antwortete sie. »Kommt doch mit ins Zimmer, dann sage ich euch, was ich schon weiß.«

Sie drehte sich um und ging in das Hotelzimmer. Wir folgten ihr. Die Leiche eines jungen Mannes, die auf dem Boden lag, war nicht zu übersehen.

»Zwei Einschusswunden, eine im Bauch, eine direkt ins Herz, gut gezielt, der Tod trat wahrscheinlich sofort ein«, legte sie los. »Todeszeitpunkt gestern Abend gegen zehn. Keine Patronenhülsen – entweder hat der Täter einen Revolver verwendet oder die Hülsen mitgenommen.«

»Die genauen Schüsse und die fehlenden Hülsen – das weist auf einen Profi hin«, meinte Phil.

»Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich nur um einen Einbruch handelte«, redete Detective Wesley dazwischen. »Der Einbrecher hat das Zimmer durchsucht und ist dabei vom Gast überrascht worden. Dann hat er ihn vor Schreck erschossen. Ist schon viele Male geschehen. Bei dem Fall gibt es nichts, was für das FBI von Interesse ist.«

»Konnten Sie die Frage der Zuständigkeit klären?«, fragte ich.

Er nickte und verzog das Gesicht. »Ja, es ist Ihr Fall – viel Spaß damit.«

Ohne eine Reaktion von uns abzuwarten, drehte er sich um und ging davon.

»Ist wohl heute nicht sein Tag«, meinte Phil.

»Ich glaube, sein Partner ist vor kurzem angeschossen worden«, bemerkte Dr. Drakenhart. »Hat ihn wohl ganz schön mitgenommen.«

»Dann ist seine Reaktion verständlicher«, sagte Phil.

»Er könnte recht haben, dass es sich um Raubmord handelt, wenn man bedenkt, dass wir weder im Zimmer noch bei der Leiche Wertgegenstände gefunden haben. Ihm wurde die Uhr post mortem mit Gewalt von der Hand gezogen. Die Brieftasche ist auch weg.«

»Gut möglich«, sagte ich. »Aber was ist mit den Schüssen? Hat die niemand gehört?«

»Keine Ahnung«, antwortete Dr. Drakenhart. »Vielleicht hat der Täter einen Schalldämpfer benutzt.«

»Was auf einen Profi hinweist«, sagte Phil. »Fragen wir den Sicherheitschef des Hotels, vielleicht kann er uns weiterhelfen.«

»Können wir die Leiche abtransportieren?«, fragte Dr. Drakenhart.

Ich nickte. »Ja, nichts dagegen.«

***

Phil und ich verließen das Hotelzimmer und schauten uns im Flur um.

»Sind Sie David Carrington?«, fragte ich einen Mann von Mitte vierzig, der etwa meine Größe hatte.

Er war der Einzige auf dem Flur, der nicht wie jemand vom NYPD oder der Crime Scene Unit aussah.

»Der bin ich«, antwortete er. »Und Sie sind?«

»Decker und Cotton, FBI New York«, antwortete ich. »Haben Sie den Mord gemeldet?«

»Ja, eines unserer Zimmermädchen hat ihn entdeckt, der Rezeption Bescheid gegeben und die hat mich informiert. Ich bin sofort zum Zimmer und habe nachgeschaut. Hätte ja ein Scherz sein können. War es aber nicht – leider«, antwortete er und verzog das Gesicht. »So etwas ist mir in meiner gesamten Laufbahn noch nicht passiert. Der arme Kerl.«

»Um wie viel Uhr genau wurde er gefunden?«, fragte Phil.

»So gegen neun. Als ich hier beim Zimmer ankam, war es zehn nach neun«, antwortete Carrington.

»Und dann kam erst jemand vom NYPD?«, fragte Phil weiter.

Der Sicherheitschef nickte. »Ja, erst ein Officer, dann der Detective und anschließend die Mitarbeiter der Crime Scene Unit.«

»Haben Sie schon mit den Gästen in den Nachbarzimmern gesprochen?«, fragte Phil.

»Nur mit zweien bisher«, erwiderte Carrington. »Die haben aber nichts von der Sache mitbekommen, weder einen Schuss noch Streitereien oder Geräusche eines Kampfes gehört.«

»Wir werden mit allen Gästen hier auf der Etage reden«, sagte Phil. »Sicher ist sicher – vielleicht hat einer von ihnen etwas gesehen.«

»Kein Problem, wenn Sie etwas von mir brauchen, können Sie es haben«, sagte Carrington. »Schlimm genug, dass so etwas überhaupt passiert ist. Jetzt können wir den Schaden nur noch eingrenzen, indem wir den Täter schnell fassen. Dabei können Sie voll und ganz auf meine Unterstützung zählen.«

»Das hören wir gerne«, sagte ich. »Wie sieht es mit Videoüberwachung aus? Sie haben sicher Aufnahmen von allen Ein- und Ausgängen, nicht wahr?«

»Ja, haben wir«, antwortete Carrington. »Die Aufzeichnungen haben wir bereits an die Leute von der Crime Scene Unit weitergegeben. Ich selbst habe sie noch nicht durchgesehen, dazu bin ich nicht gekommen.«

»Gut, dann wäre das geklärt«, sagte ich. »Dann werden wir uns jetzt um die Aussagen der Gäste kümmern. Wir melden uns bei Ihnen, wenn wir noch etwas brauchen.«

Carrington verabschiedete sich und ich ging mit Phil zum Nachbarzimmer.

Phil klopfte. Kurz darauf öffnete eine verschlafen aussehende junge Frau von schätzungsweise zwanzig Jahren. Sie hatte lange, hellblonde Haare, die ihr teilweise im Gesicht hingen. Der weiße Morgenmantel des Hotels hob ihre weiblichen Attribute gut hervor.

»Ja, bitte?«, fragte sie mit piepsiger Stimme.

»Guten Morgen, Madam, wir sind die Agents Cotton und Decker vom FBI«, stellte Phil uns vor.

Sie schaute neugierig zu den anderen Leuten auf dem Flur. »FBI? Ist etwas passiert?«

»Ja, in der Tat«, antwortete Phil. »Wollen wir in Ihr Zimmer gehen?«

Sie machte einen Schritt zur Seite und wir traten ein. Es sah ziemlich durcheinander aus, überall lagen Kleidungsstücke herum.

»Sie müssen entschuldigen, ich bin noch nicht zum Aufräumen gekommen«, sagte sie und setzte sich aufs Bett. »Aber bitte, sagen Sie schon, was ist passiert?«

»Im Zimmer nebenan ist ein Mann ermordet worden«, antwortete Phil.

»Ermordet?«, fragte sie ungläubig. »Nein, das kann nicht sein, das hätte ich doch bestimmt mitbekommen. Sind Sie von irgend so einer Fernsehshow, wo Sie Leute auf den Arm nehmen?«

»Sorry, aber da müssen wir Sie leider enttäuschen«, erwiderte Phil und zeigte ihr seine Dienstmarke. »Wir sind wirklich vom FBI und der Mann nebenan ist tatsächlich tot. Er wurde gestern Abend erschossen.«

Sie verzog das Gesicht. »Oh Gott, das ist ja schrecklich. Gestern Abend? Und ich habe die ganze Nacht seelenruhig in meinem Bett geschlafen.«

»Sie haben nichts gehört? Keinen Schuss? Oder vielleicht einen Streit?«, fragte ich.

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, nichts. Ich habe gestern noch gegessen und bin gegen acht aufs Zimmer gekommen und seitdem die ganze Zeit hier gewesen. Oh mein Gott, was, wenn der Täter in mein Zimmer gekommen wäre!«

Sie erschauderte bei dem Gedanken, dass sie vielleicht nur um Haaresbreite mit dem Leben davongekommen war.

»Haben Sie Ihren Nachbarn schon mal gesehen?«, fragte Phil und zeigte ihr auf seinem Smartphone ein Foto von Samuel Dorff.

Sie musterte das Bild genau. »Nein, ich glaube nicht, kommt mir zumindest nicht bekannt vor.«

»Und wie sieht es mit Besuchern des Nachbarzimmers aus? Oder mit verdächtigen Personen?«, fragte ich weiter.

»Nein, da ist mir nichts aufgefallen«, sagte sie und überlegte. »Au Mann, das muss ich sofort meiner Freundin Victoria twittern, die wird umfallen, wenn sie davon erfährt!«

»Es wäre nett, wenn Sie damit noch etwas warten würden«, sagte ich. »Die Ermittlungen haben gerade erst begonnen und wir möchten nicht, dass irgendwelche Informationen in Umlauf gebracht werden, die den Täter erreichen könnten. Außerdem könnten Sie sich damit selbst in Gefahr bringen.«

»In Gefahr? Wieso das denn?«, fragte sie.

»Wenn der Täter den Eindruck bekommt, dass Sie ihn gesehen haben, könnte er versuchen, Sie zum Schweigen zu bringen«, sagte Phil. »Warten Sie also bitte noch ab, bevor Sie lostwittern, und wenn Sie es dann tun, dann sollte auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass Sie etwas gesehen haben.«

»Ja, natürlich, geht klar«, sagte sie und nickte zustimmend.

Phil notierte ihre Personendaten, dann verabschiedeten wir uns von ihr und verließen das Zimmer.

»Glaubst du, dass sie sich an unsere Anweisungen hält und nicht gleich hinausposaunt, dass in ihrem Nachbarzimmer ein Mord geschehen ist?«, fragte Phil.

»Nicht wirklich«, antwortete ich. »Aber vielleicht hast du ihr genug Angst gemacht, dass sie darauf achtet, ihr Leben nicht in Gefahr zu bringen.«

»Ja, vielleicht«, meinte Phil. »Sie hatte zwar eine unangenehm hohe Stimme, machte aber sonst einen ganz passablen Eindruck.«

Wir gingen zum nächsten Hotelzimmer und setzten unsere Befragung fort. Insgesamt unterhielten wir uns mit zwölf Gästen. Die Ergebnisse davon waren gleich null. Niemand hatte etwas gesehen oder gehört, das für uns von Belang war. Wir nahmen uns danach Dorffs Hotelzimmer vor, wo sich allerdings nichts befand, das für uns interessant war. Es gab nicht mal ein Flugticket. Offenbar hatte der Täter alle Unterlagen, die sich in Dorffs Besitz befunden hatten, mitgenommen.

»Ziemlich gründlich«, meinte Phil. »Für meinen Geschmack zu gründlich für einen Einbrecher. Hier ging es bestimmt um mehr.«

»Denke ich auch«, stimmte ich Phil zu.

***

Vom Sicherheitschef des Hotels erfuhren wir, dass Samuel Dorff bereits zehn Tage im Hotel gewohnt hatte. Diese Information deckte sich mit seiner Kreditkartenabrechnung, die wir erhielten, als wir wieder in unserem Büro angekommen waren. Daraus ging auch hervor, dass er vor zehn Tagen von L.A. nach New York gekommen war.

»Wenn wir wüssten, was er die letzten zehn Tage hier gemacht und wen er getroffen hat, wären wir schon einen Schritt weiter«, sagte ich.

»Wobei uns Dorffs Vergangenheit vielleicht schon einen Hinweis darauf geben kann«, meinte Phil. »Mister High hat nicht übertrieben, als er sagte, dass sich Dorff in seinem Fach gut auskannte. Der Typ hat früher bei einer Internet-Sicherheitsfirma gearbeitet und war darauf spezialisiert, die Sicherheitssysteme von Unternehmen zu überprüfen – also ein Hacker, der sich im Auftrag einer Firma in deren System zu hacken versuchte, um die Schwachstellen zu finden. Vor drei Jahren ist er von der Firma entlassen worden, offenbar gab es eine Anklage von einem der Kunden. Dorff ist aber aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt worden.«

»Wenn wir davon ausgehen, dass er hier in New York war, um in irgendein Computersystem einzudringen, sollten wir seinen Internetverkehr überprüfen lassen«, sagte ich. »Fragen wir bei Mister High nach, ob Browder und Nawrath frei sind, die könnten das übernehmen.«

»Wird sofort erledigt«, sagte Phil, schnappte sich den Telefonhörer und regelte das mit Mr High und anschließend mit den beiden Agents.

»Sie sind gleich hier«, sagte er anschließend.

Tatsächlich klopfte es nur eine Minute später an unserer Bürotür und Ben Browder und Michael Nawrath traten ein.

Wir informierten die beiden über unseren aktuellen Fall.

»Dorff – ich glaube, den Namen habe ich schon mal gehört«, meinte Agent Nawrath, als Phil und ich fertig waren. »Wie auch immer – wir setzen uns mit dem Hotel in Verbindung, wenn er über deren Verbindung ins Netz gegangen ist. Dann überprüfen wir, bei welchen Internet-Providern er Kunde war. Wenn es sich allerdings um eine illegale Aktion gehandelt hat, wird er dabei kaum sein eigenes Internet-Konto verwendet haben.«

»Das macht die Sache komplizierter«, sagte Agent Browder. »Und vergrößert gleichzeitig auch die Herausforderung.«

»Also genau das Richtige für die besten Computerspezialisten des FBI New York«, lobte Phil.

»Nur keine Vorschusslorbeeren«, entgegnete Agent Nawrath. »Dann haben wir keine Chance uns herauszureden, wenn wir nicht erfolgreich sind.«

»Habt ihr auch nicht«, meinte Phil.

»Gut«, sagte Agent Nawrath und schaute seinen Partner an. »Machen wir uns an die Arbeit!«

Die beiden verabschiedeten sich und verließen unser Büro.

»Und was machen wir?«, fragte Phil.

»Wir ermitteln auf die gute alte Art und Weise und kontaktieren ein paar Informanten«, antwortete ich. »Vielleicht gibt es ja irgendwelche Gerüchte über einen geplanten Coup.«

»Du sagst es«, sagte Phil und stand auf. »Unterwegs könnten wir was essen.«

Wir gingen zur Tiefgarage und verließen das Field Office mit dem Jaguar. Unsere Mittagspause holten wir im Mezzogiorno

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