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Jerry Cotton - Folge 2927

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Überfahrt ins Grab
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Überfahrt ins Grab

Der Lärm in der Bar brandete bis hinaus auf die Straße. Die beiden Männer prüften ein letztes Mal die Sprengsätze, bevor sie in aller Seelenruhe zu ihrem Wagen gingen.

»Das wird ihnen eine Lehre sein«, sagte Brian.

Sein dunkelhäutiger Partner brummte zustimmend und zog dabei eilig die Autotür ins Schloss. Der eisige Wind hatte seine Hände ausgekühlt, da er beim Anbringen der Sprengsätze keine Handschuhe tragen konnte.

»Alle Ladungen haben gezündet«, sagte Brian zufrieden.

Ihr Wagen stand weit genug entfernt, um von den Trümmerteilen nicht getroffen zu werden.

Als Phil und ich hinter der Absperrung zum ersten Mal die Zerstörungen erblickten, schauten wir uns betroffen an. Mr High hatte uns in seinem Büro auf den neuen Auftrag vorbereitet, aber die Spuren der Verwüstung ließen mich innerlich aufstöhnen.

»Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker«, sagte ich.

Der leitende Kriminaltechniker hatte den Reißverschluss seiner Daunenjacke ganz geschlossen. Sein vom kalten Wind gerötetes Gesicht blieb ausdruckslos, während er uns durch die Ruine der ehemaligen Bar führte.

»Die Bombenleger haben es sich einfach gemacht. Statt sich auf eine Sprengladung zu verlassen, haben sie sechs davon angebracht«, erklärte er.

Durch die Wucht der Explosionen war die Außenwand völlig zerstört und viele Gäste unter den herumfliegenden Trümmerteilen begraben worden. Es hatte sechzehn Tote gegeben.

Wir standen an der Stelle, an der wenige Stunden zuvor noch der Tresen seinen Platz gehabt hatte. Doch das schwere Möbelstück war komplett demoliert worden und ich mochte mir nicht ausmalen, was mit den Gästen auf den Barhockern passiert war.

»Das ist unfassbar brutal, Jerry. Wenn du mich fragst, wollte hier jemand ein deutliches Zeichen setzen«, sagte Phil.

Einen ersten Fingerzeig hatte uns der Chef bereits geliefert.

»Haben Sie irgendwelche Anzeichen für eine größere Menge an Drogen gefunden?«, fragte ich.

Der Techniker hob verwundert die Augenbrauen.

»Woher wissen Sie das?«, fragte er.

Ich erklärte ihm, welche Gerüchte zurzeit die Runde in New York machten.

»Wir haben in einem der Kellerräume tatsächlich die Überreste einer großen Menge an Drogen entdeckt. Ich kann Ihnen aber noch nicht viel mehr sagen, Agent Cotton«, lautete die Antwort.

»Wir benötigen die Analyse der Drogen so schnell es geht. Was können Sie uns über den verwendeten Sprengstoff erzählen?«, fragte ich.

Der Techniker vermutete eine Eigenanfertigung auf der Basis eines gängigen Plastiksprengstoffs.

»Die elektronischen Bauteile müssen wir noch finden, um mehr über den Erbauer der Sprengsätze sagen zu können«, erwiderte er.

Damit war unser Rundgang durch das Trümmerfeld beendet und der Techniker kehrte an seine Arbeit zurück.

»Vermutlich hat der Chef recht, Phil. Das riecht verdächtig nach einem Denkzettel, den eine der Gangstergruppen dem neuen Syndikat verpasst hat«, sagte ich.

»Ja, sehe ich auch so. Womit willst du anfangen?«, stimmte er zu.

Mein Blick ging zu der Liste der Opfer, die uns der Techniker überreicht hatte. Mein Entschluss fiel schnell.

»Wir finden zuerst heraus, wer hinter dem Syndikat steckt«, antwortete ich.

Bereits auf der Rückfahrt zum Field Office klinkte Phil sich ins System ein, um die ersten Namen zu überprüfen. Mir fiel auf, dass er nach einer Weile sehr ruhig wurde und nachdenklich das Display in der Mittelkonsole betrachtete.

»Was ist los, Phil?«, fragte ich.

Er wiegte zweifelnd den Kopf.

»Ich habe die Namen der ersten sieben Opfer eingegeben. Dabei bin ich über eine Auffälligkeit gestolpert«, antwortete mein Partner.

Mein fragender Blick brachte Phil dazu, ein wenig weiter auszuholen und seine Entdeckung ausführlicher zu beschreiben.

»Alle Toten sind also Abkömmlinge von Emigranten aus der Türkei?«, staunte ich.

Bevor er antwortete, gab Phil eilig die Namen der restlichen Toten ein. Als er das Ergebnis verkündete, wurde aus seinem Verdacht schließlich eine Gewissheit.

»Es gibt keine Zweifel, Jerry. In dieser Bar scheinen bevorzugt Gäste mit türkischen Wurzeln verkehrt zu haben«, sagte er.

Das war höchst interessant und eine wichtige Information, die uns möglicherweise schneller als gedacht auf die Hintermänner des neuen Syndikats führen konnte.

»Hast du schon einmal etwas von einer türkischen Mafia gehört?«, fragte ich.

Phil schüttelte den Kopf. Ich auch nicht.

»Wer könnte etwas gegen Menschen haben, die aus der Türkei stammen? Fällt dir dazu etwas ein?«, fragte ich weiter.

Doch auch hierzu musste mein Partner vorläufig passen.

»Ich denke, dass wir tiefer graben müssen. Vielleicht gibt es im System mehr über diese Zusammenhänge«, sagte Phil.

Als wir zurück im Field Office waren, gab ich Mr High einen Bericht und verwies auf Phils Entdeckung.

»Wir gehen vorerst dieser Spur nach, Sir. Eventuell verfolgt dieses neue Syndikat noch ganz andere Ziele«, erklärte ich.

»Es gärt seit vielen Jahrzehnten ein Konflikt zwischen den Türken und den Kurden. Seitdem der Bürgerkrieg in Syrien ausgebrochen ist, haben sich die Auseinandersetzungen wieder verstärkt«, sagte er.

Ich nahm den Hinweis dankend auf und erzählte kurz darauf meinem Partner davon. Phil hatte die Zeit ebenfalls genutzt und eine landesweite Anfrage ins System eingestellt.

»Wenn es irgendwo ebenfalls einen Anschlag gegeben hat, der sich gegen türkische Einwanderer richtet, sollten wir es bald wissen«, sagte er.

In den folgenden Stunden arbeiteten wir überwiegend schweigend am Computer, um den ersten Hinweisen nachzugehen. Während Phil sich verstärkt um die türkischen Einwanderer kümmerte, machte ich mich über die kurdische Separatistenbewegung PKK schlau.

Ich hoffte allerdings, dass sie nicht ausgerechnet New York zu einem weiteren Schauplatz terroristischer Anschläge machen wollten. Mir reichten die üblichen Auseinandersetzungen mit Gangstern völlig aus, und dafür sprach immerhin der Drogenfund im Keller der Bar.

***

Es war nicht das Wetter, um auf Mount Desert Island Urlaub zu machen. Doch Lars Darabont war ja auch nicht wirklich als Tourist auf die Insel vor der Küste Maines gekommen.

»Es kann nicht anders sein«, dachte er.

Seitdem er auf diese Häufung von Merkwürdigkeiten gestoßen war, ließ es dem erfahrenen Ermittler der ICE keine Ruhe mehr. Es gab ein deutliches Ansteigen von Grenzverletzungen an der kanadischen Grenze, die den Beamten der United States Immigration and Customs Enforcement einiges Kopfzerbrechen bereitete.

»Wenn jemand die sehr offene Grenze nach Kanada illegal überquert, gehört er zu den gesuchten Personen«, hatte Darabont erkannt.

Seine eigenen Nachforschungen stießen jedoch immer wieder schnell an eine bestimmte Grenze. Nach einer Weile beschlich den hochrangigen Beamten des ICE ein ungutes Gefühl.

»So etwas kann nur jemand vertuschen, der zu uns gehört«, dachte er.

Es wurde zu einer heimlichen Schnitzeljagd, um seine Theorie mit immer mehr Fakten zu untermauern. Seit über sechs Monaten sammelte Darabont die Beweise für einen Maulwurf, und schließlich führten die Hinweise auf diese Insel vor der Küste Maines.

»Hier nahm alles seinen Anfang, also finde ich auch hier den Maulwurf«, sagte er sich.

Kurz entschlossen nahm er sich frei und reiste mitten im Winter auf die Insel Mount Desert Island. Offiziell benötigte Lars Darabont eine Auszeit, und da er mit seiner Familie bereits öfter in Bar Harbor gewesen war, sollte das Ziel seiner Reise keinen Anlass für Spekulationen bieten.

»Der Hummer dort ist besonders gut, und da sich nur wenig Touristen zu dieser Jahreszeit nach Mount Desert Island verirren, werde ich mich bestens erholen«, sagte er.

Niemand nahm Anstoß daran und auch seine Frau akzeptierte den überraschenden Urlaub klaglos. Sie ahnte vermutlich, dass es nicht nur private Gründe gab, und fügte sich wie gewöhnlich in ihr Schicksal.

»Kann ich dem Chief und seinen Leuten trauen?«

Dieser Frage hing Darabont nach, während er gemächlich über die Promenade spazierte. Er hatte vermutlich eine erste Person gefunden, die zu dem Netzwerk der Menschenschmuggler gehörte. Darabont musste nun entscheiden, was er aus diesem Hinweis machte. Er könnte den Steuermann aufsuchen und direkt mit den Vorwürfen konfrontieren. Wenn er kein abgebrühter Gangster war, dann bestand eine große Chance, dass der Mann dem Druck eines professionellen Verhörs nicht standhielt. Es gab jedoch eine Sache zu bedenken.

»Beobachten ihn die Leute, die diesen Pfad des Bösen verwenden?«, fragte er sich.

Die Vorarbeit der kanadischen Kollegen war hervorragend gewesen, wie Darabont mittlerweile erfahren hatte. Es gab eine sogenannte Pipeline, die offensichtlich von Bar Harbor nach Yarmouth führte. Ein ortsansässiges Fährunternehmen hielt eine Verbindung zu der kanadischen Stadt in Nova Scotia aufrecht. Alles deutete darauf hin, dass über diesen Weg die illegalen Einwanderer ihren Weg in die USA fanden.

»Ich halte mich vorerst weiter bedeckt«, entschied sich Darabont.

Er konnte sich nicht vorstellen, dass die Schmuggler ohne die Hilfe eines Polizisten aus Bar Harbor schon so lange unbemerkt ihr schmutziges Geschäft betrieben. Lars Darabont würde sich zunächst allein mit dem Steuermann der Fähre treffen und herausfinden, ob der Mann zu einem Geständnis oder wenigstens Deal bereit war. Sobald Darabont die erforderlichen Beweise in der Hand halten würde, konnte er endlich zuschlagen. Er empfand es als persönliche Beleidigung, dass es innerhalb seiner Abteilung einen Verräter geben sollte.

»Dir lege ich das dreckige Handwerk und stelle den guten Ruf der Abteilung wieder her«, schwor sich Darabont.

***

Im Foyer des Hochhauses empfing uns herrliche Wärme, sodass Phil und ich sofort die Reißverschlüsse unserer Winterjacken öffneten.

»Special Agent Cotton vom FBI. Wir möchten mit Mister Yildiz sprechen«, sagte ich.

Das Wohnhaus gehörte in die Kategorie der besseren Apartmenthäuser, was mir einiges über die Familie von Akin Yildiz verriet. Er war vor fünfundzwanzig Jahren mit seiner Frau nach New York eingewandert. Yildiz verfügte über einen gesunden Geschäftssinn, der ihn zu einem der größten Obsthändler der Stadt gemacht hatte. Die zerstörte Bar gehörte ebenfalls zu seinen Unternehmungen und wurde von seinem Sohn Cem geführt.

»Mister Yildiz erwartet Sie«, teilte der Portier mit.

Phil und ich standen wenige Augenblicke später vor der geöffneten Tür, die ins Apartment der Familie im 19. Stockwerk führte. Eine bildhübsche Frau musterte uns neugierig.

»FBI, Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker«, sagte ich.

Sie warf einen prüfenden Blick auf unsere Ausweise, bevor sie mit einem einladenden Lächeln die Tür freigab.

»Ich bin Yasemin Yildiz. Mein Vater ist in seinem Arbeitszimmer. Ich gehe voraus«, sagte sie.

Als Phil und ich in das großzügig geschnittene Eckzimmer traten, erhob sich der Mann hinter dem Schreibtisch und kam auf uns zu.

»Akin Yildiz«, sagte er.

Der nur knapp mittelgroße Mann erwiderte meinen Blick aus ruhigen, braunen Augen. Der lichte Haarkranz war komplett grau, genauso wie der Kinnbart.

»Special Agent Cotton, und das ist mein Kollege, Special Agent Decker«, erwiderte ich.

Mit einer Geste schickte Yildiz seine Tochter aus dem Raum und wartete ab, bis sie die Tür geschlossen hatte. Dann deutete er auf einen runden Konferenztisch, an dem sechs Personen Platz finden konnten.

»Ich nehme an, dass Sie wegen der Bar kommen«, sagte er.

»Sehr richtig, Mister Yildiz«, antwortete ich.

Er neigte stumm den Kopf und wartete darauf, dass ich weitersprach.

»Es gab sechzehn Tote und über dreißig Verletzte bei dem Anschlag. Unsere Techniker sagen, dass es ein besonders brutaler Angriff gewesen ist. Wer könnte ein Interesse an einer solchen Aktion haben?«, fragte ich.

Da ich die Familiengeschichte von Akin Yildiz kannte, rechnete ich mit einer bestimmten Antwort. Doch er schüttelte ohne lange nachzudenken den Kopf.

»Niemand, Agent Cotton. Mein Sohn und ich haben uns darüber den Kopf zerbrochen, ohne eine Erklärung für diesen abscheulichen Anschlag zu finden«, antwortete er.

Seine Reaktion wirkte ehrlich und überraschte mich. Sollte der Vater wirklich keine Ahnung von den Drogengeschäften seines Sohnes haben? Phil und ich waren uns ziemlich sicher gewesen, dass es anders sein musste.

»Was sagen Sie zu dem Drogenfund?«, hakte ich nach.

Die aufsteigende Verwirrung in den braunen Augen von Yildiz wirkte erneut nicht vorgetäuscht.

»Drogen? Wollen Sie damit andeuten, dass in der Bar meines Sohnes mit Drogen gehandelt wurde?«, fragte er.

Mein Blick streifte Phil, der sich zurücklehnte und Akin Yildiz neugierig betrachtete. Diese Geste verriet mir genug.

»Allerdings, Mister Yildiz. Es handelt sich dabei um eine größere Menge, die den Verdacht des Handelns nahelegt. Die Drogen wurden in einem der Kellerräume gefunden und können somit schwerlich einem Kunden gehören«, fuhr ich fort.

Meine Worte trafen den offenkundig völlig unvorbereiteten Akin Yildiz. Sein Gesicht war eine Nuance blasser geworden und an seinen geballten Händen traten die Knöchel weiß hervor. Der Schock über den Drogenfund stand dem Mann ins Gesicht geschrieben.

»Wir müssen davon ausgehen, dass der Anschlag von Konkurrenten Ihres Sohnes verübt wurde. Wo finden wir Cem?«, wollte ich wissen.

»Er muss jeden Augenblick kommen, Agent Cotton. Ich wäre gerne dabei, wenn Sie mit ihm sprechen«, erwiderte Yildiz.

Das war nicht unbedingt üblich, doch in diesem Fall wollte ich es zulassen. Die erkennbare Entrüstung des Vaters würde eventuell dazu beitragen, dass Cem Yildiz schneller mit der Sprache herausrückte. Sein Name war bislang nicht im System aufgetaucht, daher nahm ich nicht an, dass wir es mit einem abgebrühten Verbrecher zu tun bekommen würden. Aus der Diele wurden Stimmen laut. Mein Blick wanderte von Yildiz zur Tür, die im nächsten Augenblick aufgestoßen wurde.

»Was sollen diese Polizeistaatsmethoden bedeuten? Ich dachte immer, dass man in Amerika alle Menschen gleich behandelt!«

Die Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn war groß, auch wenn Cem Yildiz wenigstens einen Kopf größer war und zudem über volles Haupthaar verfügte. Akin Yildiz reagierte betroffen auf den Ausbruch seines Sohnes.

»Cem! Was fällt dir denn ein?«, rief er.

Die dunklen Augen von Cem funkelten Phil und mich an. Mir schien mehr als nur große Wut darin zu leuchten, was mich meine bisherige Annahme revidieren ließ. Cem Yildiz war kein dummer Junge, der aus reiner Naivität ins Drogengeschäft eingestiegen war. In dem jungen Mann loderte ein Feuer.

»Diese Männer haben sich nicht angemeldet, sondern kreuzen hier auf und stoßen wilde Beschuldigungen aus«, sagte Cem.

Phil und ich tauschten einen Blick. Das konnte er nur wissen, wenn seine Schwester gelauscht und Cem vorgewarnt hatte. Auch Akin Yildiz sah es so, wie sein verärgerter Blick hinüber zur Tür verriet.

»Befanden sich Drogen im Keller deiner Bar?«, fragte er.

Obwohl sein Blick durchaus etwas Zwingendes hatte, schüttelte Cem trotzig den Kopf.

»Leugnen ist zwecklos. Unsere Kriminaltechniker haben eine größere Menge Drogen gefunden. Da nur Sie und Ihre Angestellten Zutritt zu diesem Bereich haben, müssen wir davon ausgehen, dass Sie darüber Bescheid wissen«, warf Phil ein.

Mit einer verächtlichen Geste winkte Cem ab und setzte sich auf einen der Stühle.

»Gib gefälligst eine vernünftige Antwort, Cem. So haben deine Mutter und ich dich nicht erzogen«, schimpfte Akin Yildiz.

Sein Sohn musterte ihn kurz, und dieses Mal leuchtete sogar der Anflug von Verachtung in den dunklen Augen auf. Ganz offensichtlich teilten Vater und Sohn nicht mehr die gleichen Werte. Was trieb Cem Yildiz an? Ich setzte zum Sprechen an, doch eine Frauenstimme meldete sich vorher zu Wort. Als ich zur Tür hinüberschaute, bemerkte ich die Frau, die wahrscheinlich Mrs Yildiz war.

»Sprechen Sie bitte Englisch, ansonsten müssen wir davon ausgehen, dass Sie etwas vor uns verbergen möchten«, forderte ich sie auf.

Die Frau hatte sich wütend, wahrscheinlich auf Türkisch, geäußert.

»Das ist dein wunderbares Amerika, Vater. Hier dürfen wir nicht einmal unsere eigene Sprache sprechen oder Kultur pflegen!«, beschwerte sich Cem.

Akin Yildiz war sichtlich überfordert mit der veränderten Situation, zumal jetzt auch noch die Tochter des Hauses neben ihrer Mutter auftauchte.

»Nimm deine Mutter mit, Yasemin. Wir sprechen uns später«, sagte er.

Die Mutter sah ihren Mann ähnlich verächtlich wie Cem an, bevor sie sich ruckartig abwandte und zusammen mit Yasemin das Zimmer verließ.

»Ich muss mich bei Ihnen entschuldigen, Agent Cotton. Meine Familie hat leider die Grundsätze der Gastfreundschaft missachtet, und das bedaure ich sehr«, sagte Akin Yildiz.

Es war klar, dass wir so kaum weiterkommen würden. Ich stimmte mich kurz mit Phil ab, bevor ich mich an Cem Yildiz wandte.

»Sie müssen uns begleiten, Mister Yildiz. Als Inhaber der Bar stehen Sie unter dem dringenden Verdacht, mit Drogen gehandelt zu haben«, sagte ich.

Ein gefährliches Funkeln ließ die braunen Augen des jungen Mannes aufleuchten, doch dann fügte er sich überraschend schnell. Nachdem Phil einen Streifenwagen zum Abtransport von Cem Yildiz angefordert hatte, verließen wir die Wohnung.

Der Vater stand mit hängenden Schultern in der Tür seines Arbeitszimmers, während seine Frau und seine Tochter uns aus undurchdringlichen Augen musterten. Ein unbehagliches Gefühl stieg in mir auf und daher war ich erleichtert, als wir Cem Yildiz ohne Zwischenfälle in die Obhut zweier Cops übergeben konnten.

»D

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