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Jerry Cotton - Folge 2924

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Ein eiskalter Deal
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Ein eiskalter Deal

Geoffrey Morgan und sein Freund und Studienkollege Chris Gallagher drehten ihre tägliche Joggingrunde am Ufer des Hudson. Als Geoffrey abrupt stehen blieb, drehte sein Freund sich irritiert nach ihm um. Chris trat auf der Stelle und hob fragend die Hände.

»Da unten!«, keuchte Geoffrey. Chris kam näher und folgte mit dem Blick dem Finger seines Kumpels. Er sah einen Körper – der Kleidung nach ein Mann –, der mit dem Gesicht nach unten im Hudson trieb, sich in irgendetwas verfangen hatte und nun von den sanften Bewegungen des Wassers geschaukelt wurde. Die Wunde im Kopf des Mannes machte daraus einen blutigen Tanz und signalisierte den beiden Joggern, dass hier jede Hilfe zu spät kam.

Der Mann, der an diesem windigen und eiskalten Februarmorgen im Hudson trieb, schien auf den ersten Blick das Opfer eines Raubmords geworden zu sein. Sergeant William Burke untersuchte die Taschen des Toten, während seine Kollegin, Detective Julia Whithers, die beiden Jogger befragte, die die Polizei alarmiert hatten.

»Nichts, was auf seine Identität hinweist.« William Burke schüttelte den Kopf, als Julia Whithers stirnrunzelnd auf ihn zutrat. Sie schob Notizblock und Stift in ihre Hemdtasche und blickte auf den Ermordeten hinunter. Das Einschussloch in seinem Hinterkopf sprach eine deutliche Sprache.

»Schlüssel, Ausweis, Bargeld – alles weg.« Burke winkte den ein wenig abseits wartenden Fahrern der Gerichtsmedizin zu. »Es sind durch Ihre Kollegen der Crime Scene Unit bereits alle Spuren gesichert, Sie können die Leiche jetzt abtransportieren.«

Während der Tote in einem Metallsarg verschwand, blickten sich die beiden Polizisten noch einmal um. Die gelben Absperrbänder flatterten im kalten Wind, es war richtig ungemütlich hier am Wasser. Dennoch hatte sich eine kleine Menge Schaulustiger versammelt.

Burke und Whithers wandten sich schweigend ab, um zu ihrem Wagen zurückzukehren.

»Ich gehe gleich die Vermisstenmeldungen durch, vielleicht ist schon etwas hereingekommen«, murmelte die Beamtin, bevor sie einstiegen, um ins Revier zurückzufahren.

***

»Jerry, Phil, wir haben einen neuen Fall, den ich Ihnen übergeben möchte.«

Der Assistant Director bat uns an diesem frühen Dienstagmorgen mit einer Geste, am Besprechungstisch Platz zu nehmen. Nachdem uns Helen freundlich lächelnd zwei Tassen anregend duftenden Kaffee gebracht und beim Hinausgehen die Bürotür leise hinter sich geschlossen hatte, weihte uns unser Chef in die Details ein.

»Gestern Morgen wurde ein bislang noch unbekannter Toter im Hudson gefunden. Erschossen. Die Umstände sprachen für Raubmord. Doch kurz danach entdeckte man in einem Wagen eine zweite Leiche in der Nähe des Hudson River Park, Höhe Watts Street. Eine weibliche Leiche. Getötet mit derselben Waffe.«

»Wieder Raubmord?«, fragte Phil zwischen zwei Schlucken Kaffee.

»Offensichtlich nicht, oder aber der oder die Täter wurden gestört. Die Ermordete trug Schmuck, ihre Handtasche schien unangetastet und im Handschuhfach fand man unter anderem eine kleine Menge Kokain.«

Phil und ich wechselten einen kurzen, erstaunten Blick.

»Die Waffe, mit der die beiden Morde begangen wurden, ist eine Smith & Wesson .38. Wir haben dieselbe Signatur bereits bei einem Mord in Las Vegas vor einem halben Jahr festgestellt. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden. Sämtliche uns bekannten Daten habe ich Ihnen bereits auf Ihre Computer übermitteln lassen.«

»Wir kümmern uns darum«, versicherte ich unserem Chef.

Beim Hinausgehen bedankten wir uns bei Helen für den wieder einmal exzellenten Kaffee. Dann begannen wir mit der Arbeit.

***

»Wo setzen wir an?«, fragte Phil.

»Bei der ermordeten Frau. Sie konnte anhand des Führerscheins in ihrer Handtasche identifiziert werden. Wir sollten uns in ihrer Wohnung umsehen und danach in ihrem Büro«, schlug ich vor.

Die Tote hieß Doris Finzacker. Nach dem, was wir bereits wussten, lebte sie allein und leitete eine kleine Firma, ein Catering-Unternehmen. Ihr Apartment in einem gepflegten Mehrfamilienhaus in Chelsea war vom NYPD und der Crime Scene Unit bereits durchsucht worden, dennoch wollten wir uns einen eigenen Eindruck verschaffen. Da der Schlüsselbund bereits in der Asservatenkammer lag, wandten wir uns an den Hausmeister. Der Mann, der mit vielen Worten sein Erschrecken über dieses Verbrechen äußerte, öffnete uns umständlich die Tür, bevor er sich wieder zurückzog.

»Nett«, murmelte Phil, als wir die Wohnung betraten. Ein riesiges Wohnzimmer, dominiert von einer verglasten Wand, zwei Schlafzimmer, ein Ankleideraum, ein Badezimmer mit Whirlpool und eine separate, geräumige Küche, alles geschmackvoll, modern und qualitativ hochwertig eingerichtet. An privaten Unterlagen fanden wir wenig, es gab weder Fotos noch Briefe. Lediglich ein paar Musik-CDs, überwiegend Klassik, und einige Bücher, die gängige Bestsellerliteratur, standen in einem massiven Schrank mit Glastür. In einer Kredenz, die wie ein Erbstück aussah, fanden wir Ordner mit Kontoauszügen. Doris Finzacker hatte sich regelmäßig einen größeren Betrag aus ihrer Firma ausgezahlt, den man durchaus als Managergehalt bezeichnen konnte. Ihre Ausgaben waren entsprechend hoch, ohne dass sie ihr Konto hätte überziehen müssen.

»Der Wagen, in dem sie erschossen wurde, war ein nagelneuer BMW, das Modell ist erst seit kurzem auf dem Markt«, rief mein Partner mir in Erinnerung. »Alles in allem scheint es der Ermordeten finanziell recht gut gegangen zu sein.«

»Die Frau wurde nicht bestohlen, der oder die Mörder haben weder Schmuck noch das Kokain mitgenommen und auch das Auto nicht geklaut. Die Wohnung wurde nicht durchwühlt. Warum also der Mord?«

»Jerry, weißt du, was mir noch merkwürdig vorkommt? Doris Finzacker hatte kein Mobiltelefon oder etwas Ähnliches bei sich. Das ist doch ziemlich ungewöhnlich, oder?«

»Allerdings. Und auch hier scheint nichts Derartiges vorhanden zu sein.«

Die aufgeräumte und insgesamt sehr übersichtliche Wohnung war schnell durchsucht. Doris Finzacker besaß entweder keinen Computer mit einem festen Internetanschluss oder sie hatte an anderer Stelle Zugang dazu. Während Phil beim Anblick der noblen Garderobe einen anerkennenden Pfiff ausstieß, suchte ich nach einem Tresor. Vergeblich – Doris Finzacker schien weder Schmuck noch Bargeld noch Dokumente bei sich zu Hause aufzubewahren.

***

Die Nachbarn konnten wenig über die Ermordete aussagen. Man grüßte einander und ging seiner Wege. Nein, auffällig sei sie nicht gewesen, eher ruhig und zurückhaltend. Und nein, auch von einem Mann in ihrem Leben war nichts bekannt. Die Frau schien so ein unauffälliges Leben geführt zu haben, dass ihr gewaltsamer Tod umso rätselhafter wirkte.

Wir fuhren zur Geschäftsadresse der Toten, einem großen Bürogebäude, das ebenfalls in Chelsea, in der Nähe des Jackson Square lag. Von dort aus leitete Doris Finzacker ein Catering-Unternehmen, den Canapée Catering Service. Auch hier war alles geschmackvoll gestaltet, die wenigen Räume in Creme und Schwarz gehalten, aber nichts wirkte protzig. Eine schmale, extrem blasse Frau in weißer Bluse und einem schwarz-weiß gemusterten Rock empfing uns.

»Agent Jerry Cotton vom FBI New York, und das ist mein Partner Phil Decker.« Ich zeigte ihr meine Dienstmarke.

»Ich bin Melanie Woods, die Assistentin von Miss Finzacker«, stellte sie sich vor und bat uns in ein kleines Besprechungszimmer.

»Sie wissen bereits Bescheid?« Meine Frage war eher rhetorischer Art.

Melanie Woods nickte. Sie strich nervös ihren Rock glatt und nestelte ein Taschentuch hervor. »Ich erhielt einen Anruf von Consuela. Das ist Doris’ Haushälterin. Sie hatte bereits gestern Besuch von der Polizei, danach meldete sie sich bei mir, völlig aufgelöst.«

»Miss Woods, haben Sie eine Ahnung, ob Ihre Chefin Feinde hatte? Gab es Streit, berufliche Auseinandersetzungen?«

Melanie überlegte keine Sekunde, sie schüttelte fast mechanisch den Kopf. Ihre Finger kneteten ununterbrochen das Stück Stoff in ihrer Hand.

»Gab es etwas, das einen Dieb angezogen haben könnte und das mehr wert war als Schmuck und der BMW? Sammelte sie Kunst, seltene Briefmarken, irgendetwas in der Richtung?«

Sie dachte kurz nach und verneinte erneut.

»Miss Woods, im Wagen wurde Kokain gefunden. Können Sie sich einen Reim darauf machen? War Doris Finzacker kokainsüchtig?« Phil fixierte unser Gegenüber fest bei diesen Worten.

Erschrocken schnappte Melanie Woods nach Luft.

»Kokain?«, wiederholte sie fast tonlos. »Das … das kann ich mir nicht erklären.«

»Man hat bei Miss Finzacker weder einen Laptop noch ein Mobiltelefon gefunden. Vermutlich hat sie beides genutzt. Haben Sie eine Ahnung, wo diese Gegenstände sein könnten, wenn sie sie am Abend des Mordes nicht bei sich trug?«

»Neben den zwei Computern hier im Büro besaß Doris einen Laptop und ein Smartphone. Sie trug beides mit sich. Auf ihrem Schreibtisch habe ich heute früh nichts gesehen, also muss sie sie wie üblich bei sich gehabt haben. Sie können aber gerne selbst noch einmal nachsehen.«

Wir versicherten, das später auf jeden Fall zu tun, und ließen uns noch die Nummer des Mobiltelefons geben. Unsere Technik würde über den Telefonanbieter die Verbindungsnachweise besorgen. Wir fragten nach einem Mann, einer Beziehung. Aber auch hier konnte die Assistentin uns nicht weiterhelfen. Sie hatte ihre Chefin nie mit jemandem gesehen, und die hatte ausschließlich geschäftliche Telefonate von ihrem Büro aus geführt.

Schließlich überprüften wir noch Melanie Woods’ Alibi. Sie wäre nicht die erste Arbeitnehmerin gewesen, die Ärger mit ihrem Boss hatte.

»Ich war im Fitnessstudio und danach mit einer Freundin in einer Bar.« Sie gab uns bereitwillig Auskunft, sodass wir davon ausgehen konnten, dass Melanie Woods nichts mit dem Tod ihrer Arbeitgeberin zu tun hatte.

Danach schauten wir uns im Büro um. Hier erlebten wir eine gewaltige Überraschung.

***

»Ein Catering-Unternehmen, das etliche freie Mitarbeiter in seinen Unterlagen führt. Das hin und wieder gepfefferte Rechnungen schreibt, die auf luxuriöse Events hinweisen. Und in dessen Büchern nicht ein einziger Posten für Food & Beverage auftaucht, das keine Köche, keine Küche und keine entsprechende Zulieferfirma zu besitzen scheint. Das ist wohl mehr als ungewöhnlich«, resümierte ich unsere Erkenntnisse.

Wir saßen im Wagen, ich steuerte den Jaguar durch die Bowery in Richtung Lower East Side. Wir wollten Consuela, die Haushälterin, nach ihrer verstorbenen Auftraggeberin befragen.

»Also, einige Getränkerechnungen habe ich schon gesehen. Denk mal an die ganzen Kisten voller Champagner, die edlen Whiskysorten und die alten Armagnacs.«

»Ein Abend ohne Häppchen, nur mit Getränken? Was soll das sein?«

»Nennt man Herrenabend«, witzelte Phil, wurde aber sogleich wieder ernst. »Du hast natürlich recht. Für ein Catering-Unternehmen war die Buchhaltung etwas seltsam.«

»Und noch seltsamer war, dass Melanie Woods dazu nichts, aber auch gar nichts sagen konnte.«

Die Assistentin hatte mehrfach wiederholt, ihre Aufgabe sei es gewesen, Telefonate entgegenzunehmen und Besucher zu empfangen, und ansonsten tat sie einfach das, worum Doris Finzacker sie bat. Sie fuhr den Wagen in die Werkstatt, holte Doris’ Sachen aus der Reinigung, buchte Friseurtermine. Da das Catering-Unternehmen keine weiteren festen Mitarbeiter beschäftigte, musste die Buchhaltung Doris’ Aufgabe gewesen sein.

Consuela Herreira erschrak bei unserem Anblick so sehr, dass sie sich mehrfach hintereinander bekreuzigte.

»FBI?«, murmelte sie, ihre dunklen Augen huschten von unseren Dienstmarken zu uns und wieder zurück.

»Ganz recht. Agents Phil Decker und Jerry Cotton«, wiederholte ich. Die kleine, rundliche Mexikanerin bat uns schließlich herein. Doch auch sie konnte uns in puncto Motiv nicht weiterhelfen.

»Señora Finzacker hat sich mir gegenüber stets korrekt benommen. Sie war freundlich und hat gut bezahlt«, erzählte sie uns. »Aber gesehen habe ich sie selten. Wenn ich kam, war sie meistens schon im Büro. Manchmal kam sie an den Nachmittagen nach Hause, dann redeten wir kurz miteinander. Sonst hat sie mir alle Aufträge aufgeschrieben oder telefonisch durchgegeben.«

»Sie besaß ein Mobiltelefon und einen Computer?«, wollte ich wissen.

»Sí, Agent Cotton. Einen kleinen Computer brachte sie ab und zu in ihrer Tasche mit nach Hause.« Sie deutete mit den Händen an, wie klein das Gerät gewesen war, es musste sich um den von Melanie Woods erwähnten Laptop handeln. »Und sie hatte ein Mobiltelefon, das sie ständig bei sich trug. Es war schwarz.« Sie zuckte etwas hilflos die Schultern. »Ich kenne mich da nicht so gut aus.«

Auch das Alibi der Haushälterin, nach dem wir routinemäßig fragten, schien hieb- und stichfest. Sie war mit ihrer ganzen Familie zu Hause gewesen.

»Immerhin, eine Information konnte sie uns geben, das ist doch schon etwas. Jetzt wissen wir mit Sicherheit, dass Doris Finzacker sowohl einen Laptop als auch ein Telefon mit sich führte und beides verschwunden ist«, sagte Phil, während wir wenig später zum Jaguar zurückgingen.

»Da muss aber jemand genau gewusst haben, was er sucht. Vielleicht ist das die Verbindung zu dem anderen Toten, der hatte ebenfalls nicht einmal ein Telefon bei sich, was heutzutage schon als ungewöhnlich gelten kann.«

Ich hatte den Wagen noch nicht gestartet, als Phil und ich gleichzeitig eine Textnachricht auf unsere Mobiltelefone bekamen. Sie stammte von einer Kollegin aus dem Innendienst.

Unbekannter Toter aus dem Hudson eventuell identifiziert. Hotel St. James meldete dem NYPD einen Gast, der vermisst wird. Personenbeschreibung könnte passen.

Dann folgte die Adresse des Hotels.

***

»Ein Gast aus Deutschland. Frank Baumann. Er hat unser Haus am Sonntagnachmittag verlassen und ist bis heute nicht zurückgekehrt. Als die allgemeine Anfrage der New Yorker Polizei kam, haben wir vorsichtshalber kurz in seinem Zimmer nachgesehen, weil die Beschreibung passte. Er war die Nacht über nicht hier.« Der Portier des kleinen Hotels sprach leise. Es war ihm deutlich anzumerken, wie unangenehm ihm die ganze Geschichte war.

»War der Mann das erste Mal bei Ihnen zu Gast?«

»Nein, Agent Cotton. Mister Baumann kommt gelegentlich nach New York. Dann wohnt er immer hier. Er bucht selbst, bleibt nie länger als vier oder fünf Tage und bezahlt stets bar.«

»Wie viele Zimmer haben Sie hier?« Phil beugte sich interessiert zu dem Angestellten hinüber.

»120«, antwortete der.

»Und da merken Sie immer sofort, ob jemand die Nacht außerhalb verbringt?«

Ein leichtes Lächeln huschte über das Gesicht des Portiers. »Vermutlich nicht, nein. Aber im Fall von Herrn Baumann fiel das auf, weil er nur bis heute gebucht hatte. Er hat also entweder nicht rechtzeitig verlängert oder nicht ausgecheckt.« Er blickte uns offen und mit einer gewissen Besorgnis an. »Ist ihm etwas zugestoßen? Die Polizei hat sich etwas vage ausgedrückt.«

»Leider ist Herr Baumann nicht mehr am Leben. Er wurde ermordet«, setzte ich den Mann in Kenntnis.

Sämtliche Farbe wich aus dem Gesicht des Portiers vor uns, er musste sichtlich um Fassung ringen.

»Dann informiere ich sofort die Direktion«, stammelte er.

»Tun Sie das. Und dann möchten wir das Zimmer von Herrn Baumann sehen. Sorgen Sie dafür, dass niemand anders es betritt, bis wir es freigeben.«

Der Portier nickte und überreichte uns eine Codekarte, mit der wir Zutritt zum Hotelzimmer hatten.

Das Hotelzimmer von Frank Baumann war von angenehmer Größe und funktional eingerichtet. Schnell hatten wir alles durchsucht. Außer Toilettenartikeln, einem Stadtplan und einigen Kleidungsstücken fanden wir nichts im Zimmer. Im Kleiderschrank stand ein kleiner Koffer mit einem Zahlenschloss.

»Wie gut bist du als Panzerknacker?«, fragte ich meinen Partner. Phil grinste und warf einen Blick auf die Marke. Dann tippte er eine Nummer in sein Telefon, unterhielt sich kurz mit jemandem und nannte mir dann eine Zahlenkombination, die das Schloss öffnete.

»Wie gut, dass jeder Hersteller einen eigenen allgemeinen Code hat, mit dem sich die Gepäckstücke öffnen lassen, unabhängig von der individuellen Einstellung der Besitzer.«

»Ja, und sehr praktisch, dass sie diese Informationen mit uns teilen.« Ich hob den Deckel des Koffers an.

Neben einem Pullover, zwei Hemden und mehreren Paar frischer Socken lag eine dicke Plastiktüte. Wir öffneten sie. Heraus fielen ein paar Bündel Bargeld, ein prall gefüllter Briefumschlag, ein Smartphone der neuesten Generation und eine Brieftasche.

»Zweitausend Dollar in bar!« Phil pfiff durch die Zähne, nachdem er das Geldbündel durchgesehen hatte.

Ich hatte den Briefumschlag geöffnet. Darin steckte ein Flugticket von Frankfurt nach New York. Demzufolge war Frank Baumann vor vier Tagen hier angekommen. Sein Rückflug war offen.

»Verstehst du das?« Ich hielt den Ausdruck einer Online-Reservierung hoch. Der Tote hatte wohl vorgehabt, am heutigen Tag im St. James auszuchecken – jedoch nicht, um nach Deutschland zurückzufliegen, sondern um seinen Standort hier zu wechseln. Die zweite Hotelreservierung war vom New Yorker Sofitel, einem wesentlich nobleren und dementsprechend teureren Hotel, und lautete auf zwei Nächte.

»Vielleicht ist der Tote gar nicht Frank Baumann und dieser Gast hier hat einfach schon das Zimmer gewechselt, kommt gleich hereinspaziert und holt seine Sachen ab?«

»Nein, Phil. Wir sind schon auf der richtigen Spur.« Ich reichte meinem Partner einen Reisepass.

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