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Jerry Cotton - Folge 2923

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Rückkehr des Kronzeugen
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die Rückkehr des Kronzeugen

Die Stimme aus der Vergangenheit hatte Zamecki aufgeschreckt. Doch bevor er wie am Telefon vereinbart zum Treffen aufbrechen konnte, wurde er überfallen.

»Ich weiß es doch nicht«, nuschelte Zamecki.

Einer der brutalen Schläge hatte ihm die Vorderzähne zertrümmert, sodass er ständig Blut schluckte und kein verständliches Wort mehr herausbrachte.

Der Anführer der drei Männer musterte den am Stuhl gefesselten Zamecki. Mit einem Nicken besiegelte er seinen Tod.

»Dann wird eben Joe Brandenburg reden«, sagte er.

Der Regen zerstörte viele Spuren, die von den Mördern am Fundort der Leiche zurückgelassen worden waren.

»Den hat jemand gefoltert und dann kaltblütig hingerichtet«, sagte Detective Steven Cort.

Er und sein Partner, Russ Lineback, drückten sich unter das Vordach des Drugstores. Der Leichnam lag neben einem Müllcontainer in der Seitengasse, er war von einem Obdachlosen entdeckt worden. Als er in wilder Panik aus der Gasse stürmte, wurde er von einer Streifenwagenbesatzung bemerkt, die den Mann stellte. Da er aber kein Blut an der Kleidung hatte und die Knöchel seiner Hände dreckig, aber unversehrt waren, schlossen ihn die Detectives als Täter aus.

»Fragt sich nur, wer und warum«, erwiderte Lineback.

Einer der Kriminaltechniker drückte Detective Cort wenige Minuten später eine Visitenkarte in die Hand. Als der Detective sie seinem Partner zeigte, stieß Lineback einen leisen Pfiff aus.

»Der Tote stand in Kontakt zum FBI. Langsam wird der Fall richtig spannend«, sagte er.

Sein Partner hatte bereits das Mobiltelefon in der Hand und wählte die Telefonnummer auf der Karte. Obwohl es schon nach Mitternacht war, meldete sich Agent Joe Brandenburg bereits nach dem dritten Klingeln.

»NYPD, Detective Cort. Wir stehen hier neben der Leiche eines gewissen Devlin Zamecki. Er hatte eine Visitenkarte von Ihnen in der Brieftasche. Kennen Sie Zamecki näher, Agent Brandenburg?«

Das Gespräch dauerte keine zwei Minuten, dann verstaute der Detective sein Mobiltelefon mit nachdenklicher Miene in der Jackentasche.

»Was ist los? Gehört der Tote etwa zu einer laufenden Ermittlung des FBI?«, fragte Russ Lineback.

»Das werden wir bald wissen. Agent Brandenburg ist auf dem Weg hierher«, antwortete Cort.

Während der Regen weiterhin über New York niederging, starrten die beiden Ermittler mit müden Augen auf den Toten. Auf ihren Schreibtischen stapelten sich bereits die Akten laufender Ermittlungen, und jetzt kam vermutlich noch ein brutaler Mord dazu. Detective Steven Cort hatte nur die leise Hoffnung, dass der Mord an Zamecki in die Zuständigkeit des FBI fiel. Er hatte nichts dagegen, den Bundesagenten die Ermittlungen zu überlassen.

***

Normalerweise hätte Joe seinen langjährigen Partner, Les Bedell, angerufen und sie wären gemeinsam nach Queens gefahren. Doch Les hatte vor zwei Tagen einen Kurztrip nach Atlanta angetreten, um bei der Hochzeit eines Freundes anwesend zu sein.

»Wer hat dich auf dem Gewissen, Devlin? In was hast du dich nur hineinziehen lassen?«, fragte Joe sich.

Devlin Zamecki war ein pensionierter Agent des FBI, der seine letzten Dienstjahre als Betreuer im Zeugenschutzprogramm zugebracht hatte. Vorher hatten Joe und er gemeinsam so manchen Strauß mit der New Yorker Unterwelt ausgefochten und Zamecki hatte dem ehemaligen Captain des NYPD viele wertvolle Tipps gegeben. Als Joe seinen Dienstwagen vierzig Minuten später hinter dem Wagen der Kriminaltechniker abstellte, erwarteten ihn zwei Männer.

»Special Agent Joe Brandenburg. Haben wir miteinander telefoniert?«, fragte er.

Der gut sechs Fuß große Mann mit rot geränderten Augen nickte zustimmend.

»Detective Cort. Das ist mein Partner, Detective Lineback. Der Tote liegt dort in der Gasse«, erwiderte Steven Cort.

Mit grimmiger Miene folgte Joe den beiden Ermittlern und ignorierte den prasselnden Regen, der seine hüftlange Jacke durchnässte.

»Sie kennen Devlin Zamecki? Haben Sie eine Ahnung, wer ihm das angetan hat?«, fragte Detective Cort.

Joe hockte neben dem Leichnam und betrachtete angewidert die Spuren von Folter im Gesicht seines alten Freundes.

»Zamecki ist ein ehemaliger Kollege. Wer immer das getan hat, wird es bitter bereuen«, sagte er.

Obwohl seine Stimme neutral klang, zuckten die beiden Ermittler des NYPD zusammen.

»Tut mir leid um Ihren Kollegen, Agent Brandenburg. Dann gehen Sie also von einem Racheakt aus? Wird Ihre Behörde die Untersuchungen leiten?«, fragte Cort.

Joe Brandenburg erhob sich und wischte sich die Handflächen mit einer unbewussten Bewegung an der Jacke trocken.

»Sie machen vorerst weiter. Assistant Director High wird entscheiden müssen, ob wir die weiteren Ermittlungen übernehmen. Sie hören von mir, Detective«, sagte er dann.

Während er mit steifen Schritten zu seinem Wagen ging, schossen Joe tausend verschiedene Gedanken durch den Kopf. Er musste an die Erfolge von Zamecki denken und fragte sich gleichzeitig, ob sein pensionierter Kollege sich eventuell neue Feinde gemacht hatte.

»Du warst doch immer der Besonnenere von uns beiden, Dev. Wo zum Teufel hast du nur deine neugierige Nase hineingesteckt?«, murmelte er.

Als Joe seinen Wagen wieder in der Tiefgarage seines Wohnhauses abstellte, hatte er seine Gedanken noch immer nicht sortiert. Es musste an dieser Verwirrung liegen, dass er die beiden Gestalten zu spät wahrnahm. Seine Rechte zuckte in einem Reflex zu seinem Smith & Wesson .357 Magnum, doch es war bereits zu spät.

»Immer schön langsam, Agent Brandenburg. Wir haben nur einige Fragen, und wenn Sie uns brav Auskunft geben, müssen wir Ihnen auch nicht wehtun«, sagte einer der Männer.

Angesichts der Mündungen der beiden Pistolen, die auf seine Körpermitte zielten, fügte Joe sich. Wenn er sich nicht so sehr von den Gedanken an Devlin Zameckis Ermordung hätte ablenken lassen, wäre ihm die Bedrohung vermutlich früher aufgefallen. Einer der Gangster zog den Revolver aus dem Holster und nahm Joe auch sein Mobiltelefon ab.

»Steigen Sie ein. Wir machen einen kleinen Ausflug«, befahl der Sprecher.

Er hielt sich im Hintergrund. Durch die Maske klang seine Stimme seltsam verzerrt, dennoch beruhigte es Joe ein wenig. Solange die Gangster ihm nicht offen ihre Gesichter zeigten, bestand Hoffnung.

Kein Krimineller mit genügend Grips im Kopf legt sich freiwillig mit dem FBI an, dachte er.

Daher befolgte Joe die Anweisung und stieg in den Fond des dunkelgrünen SUV. Hier legte ihm einer der Männer Fesseln an, sodass Joe seine Hände nicht mehr bewegen konnte.

»Braver Mann. Wir möchten Sie ungern töten müssen, Agent Brandenburg. Sollten Sie jedoch Ihre Mitarbeit verweigern, teilen Sie noch in dieser Nacht eine Wolke mit Ihrem ehemaligen Kollegen«, warnte der Sprecher des Trios.

Joe musste seine Überraschung beherrschen. Der Überfall hing also mit der Ermordung von Devlin Zamecki zusammen. Was wollten die Killer nur von ihm? Joe hatte in den zurückliegenden Monaten keinerlei Verbindung mehr zu Zamecki gehabt. Er ahnte, dass seine Antworten den Gangstern vermutlich nicht gefallen würden. Was das in Bezug auf die Drohung zu bedeuten hatte, darüber gab sich Joe keinen Illusionen hin. Er steckte mächtig in der Klemme – und wusste nicht einmal, warum das so war.

***

Les Bedell hatte einen Flug früher als geplant nehmen müssen, da es zu Überbuchungen gekommen war.

»Dann habe ich noch einen Tag, um das Apartment aufzuräumen«, nahm er es gelassen.

Weil er noch nicht sehr müde war, wollte Les einen Abstecher zu der Bar machen, in der Joe und er regelmäßig ein Bier tranken. Da ihn der Weg dahin am Apartmenthaus seines Partners vorbeiführte, bog Les mit dem Mietwagen in die Tiefgarage des Gebäudes ein.

»Wahrscheinlich hockst du noch vor dem Fernseher. Dann kannst du mich genauso gut auf den aktuellen Stand bringen und ein Bier dabei trinken«, dachte er sich.

Bevor Les in die Garage fahren konnte, musste er einen grünen Van auf die Straße fahren lassen. Er warf dem Wagen mit den getönten Seitenscheiben einen flüchtigen Blick zu, bevor Les seinen Mietwagen auf einen freien Stellplatz lenkte.

»He, so etwas ist ganz schön fahrlässig«, murmelte er. Auf dem Weg zum Treppenhaus kam Les an einem Wagen vorbei, dessen Fahrertür nur angelehnt war. Es bedurfte einiger Sekunden, bevor er das Fahrzeug erkannte.

»Joe? Bist du hier unten?«, rief er alarmiert aus.

Seine Hand fuhr unter die Jacke, nur um die leere Stelle an der Hüfte zu ertasten. Seine Dienstwaffe lag gut verschlossen im Field Office. Les fluchte leise und näherte sich dem Wagen extrem vorsichtig. Sein Blick erfasste die Regentropfen auf der Karosserie und dann blieb er am Schlüssel im Schloss hängen. Übergangslos fiel ihm der grüne Van ein, und Les war sich auf einmal völlig sicher, dass sein Partner darin entführt worden war.

Er rannte zurück zu seinem Mietwagen und telefonierte dabei bereits mit der Leitstelle des NYPD. »Special Agent Les Bedell«, meldete er sich.

Les hielt das Mobiltelefon an sein Ohr gedrückt, während er den Motor des Wagens startete.

»Ein flaschengrüner Van, der vor etwa vier Minuten die Garage verlassen hat«, sagte er.

Während Les mit einer Hand den Mietwagen zurück auf die Straße lenkte, wartete er voller Ungeduld auf die Statusmeldung aus der Leitstelle. Als er mit überhöhter Geschwindigkeit über die nächste Kreuzung raste, streifte sein Blick die Überwachungskamera. Dort war der Van aufgezeichnet worden und nun konnte Les dem Wagen folgen.

»Schicken Sie mir unbedingt Verstärkung. Ich bin unbewaffnet und sitze in einem Mietwagen ohne Sonderausstattung«, bat er.

Acht Minuten später verlor sich die Spur des Vans, was Les nahezu zur Verzweiflung trieb. Vermutlich hatte das Fahrzeug die Straße verlassen und war in einer der Tiefgaragen verschwunden. Doch in welchem der Blocks in der näheren Umgebung, konnte niemand beantworten. Die eingetroffenen Cops schauten sich ratlos an.

»Wir teilen uns auf, Officer. Sie und Ihre Männer sehen in den Garagen nach. Ich frage mich bei den Portiers durch«, befahl Les.

Er hatte mittlerweile über Funk mit dem Field Office gesprochen, um dem wachhabenden Agent die Entführung eines Kollegen zu melden. Vier Teams würden sich baldmöglichst auf den Weg machen, doch Les befürchtete, dass Joe nicht so viel Zeit blieb.

»FBI! Special Agent Les Bedell. Wir fahnden nach einem grünen Van«, erklärte er kurz darauf.

Vor ihm stand ein sichtlich verschlafener Student, der in der Nacht den Portier auf seinem Posten am Empfangstresen vertreten musste. Les war heilfroh, dass er wenigstens seinen Dienstausweis bei sich gehabt hatte. Beim Anblick der Marke verflog die Müdigkeit aus den Augen des Studenten.

»Sie vermuten, dass der Van in unsere Garage gefahren ist? Dann müssen wir nur einen Blick auf die Überwachungsbänder werfen, Agent Bedell«, sagte er.

Les musste an sich halten, um nicht selbst die Aufzeichnungen am Computer herauszusuchen. Der Student arbeitete jedoch recht schnell, nachdem er richtig wach geworden war. Während er die Aufzeichnungen um gut zehn Minuten zurückspulte, schaute Les ihm gespannt über die Schulter. Kaum hatte der Student den schnellen Vorlauf gestartet, entdeckte Les den Van.

»Stopp! Das ist der gesuchte Wagen«, rief er aus.

Mittlerweile hatte der Student erkannt, wie wichtig seine Mitarbeit war, und dachte selbstständig mit.

»Ich checke die Aufzeichnungen im Treppenhaus und aus den Fahrstühlen«, rief er.

Les nickte zustimmend und alarmierte über das Handfunkgerät, das ihm ein Officer überlassen hatte, die Cops.

***

Nach Joes Schätzung dauerte die Fahrt knapp zwanzig Minuten. Dann wurde er in einer anderen Tiefgarage aus dem Van gezerrt und in einen Fahrstuhl verfrachtet.

»Es ist bald vorbei. Sie müssen nur weiter so schön kooperieren«, mahnte der Anführer.

Sosehr Joe sich auch anstrengte, er fand keine auffälligen Merkmale, die ihnen bei einer späteren Identifizierung der Gangster helfen würden. Alle drei Männer trugen schwarze Hosen mit aufgenähten Seitentaschen, deren Aufschläge in Schnürstiefel gesteckt waren. Die ebenfalls schwarzen Field Jacketts verrieten auch nichts über die Männer, die sie trugen. Die fleischfarbenen Gesichtsmasken wirkten auf jede Entfernung von mehr als fünf Yards völlig glaubwürdig, sodass ein zufälliger Beobachter nicht unbedingt stutzig werden musste.

Das sind absolute Profis, dachte Joe.

Diese Erkenntnis gab weiteren Anlass zur Hoffnung. Erfahrene Kriminelle würden niemals unnötig Gewalt anwenden und scheuten sinnloses Töten. Was immer diese Gangster von Joe erfahren wollten, es bestand eine gewisse Aussicht, dass er die Situation lebend überstehen konnte.

»Los, rein da«, befahl der Sprecher.

Kaum hatte der Fahrstuhl im neunten Stockwerk angehalten, schoben ihn die beiden Gangster an seiner Seite zur Tür einer Wohnung. Joe nahm den auffordernden Stoß ohne Gegenwehr hin und fand sich Sekunden später auf einem schlichten Stuhl wieder. Einer der Gangster fesselte seine Hand- und Fußgelenke, sodass Joe völlig bewegungsunfähig wurde.

»Was dir blüht, wenn du uns nicht ehrlich antwortest, hast du ja gesehen. Zamecki hat sein Maul nicht aufgemacht, daher musste er sterben«, sagte der Sprecher.

Joe konnte nicht vermeiden, dass sich seine Schleimhäute schlagartig sehr trocken anfühlten. Lag er mit der Einschätzung zum Verhalten der Gangster vielleicht doch falsch? Standen eiskalte Killer vor ihm, die auch einen Agent des FBI ohne Zögern erschießen würden? Joe räusperte sich.

»Dazu müsste ich endlich erfahren, was ihr eigentlich wissen wollt«, sagte er.

Seine Stimme krächzte zwar beim Sprechen, aber von seiner aufsteigenden Angst war nichts zu hören.

»Wo steckt Ethan Sheldon?«, fragte der Anführer.

Es bedurfte nur weniger Sekunden des Nachdenkens, bis Joe mit dem Namen etwas anfangen konnte. Sheldon war ein korrupter Geschäftsmann, der in einem Netzwerk genauso krimineller Menschen aktiv gewesen war. Die Ermittlungen des FBI hatten dazu geführt, dass der größte Teil des Netzwerks enttarnt werden konnte. Dafür verantwortlich war vor allem Ethan Sheldon mit seiner Aussage als Kronzeuge gewesen.

»Ich habe nichts mehr von Sheldon gehört oder gesehen, seitdem er das Gerichtsgebäude verlassen hat«, antwortete Joe.

Es war nicht gelogen.

»Lüg uns nicht an, Brandenburg! Zamecki gehörte damals zu den Agents, die Sheldon in Sicherheit gebracht haben. Entweder hat der Mistkerl sich bei ihm oder bei dir gemeldet, nachdem er aus seinem neuen Leben abgehauen ist«, sagte der Sprecher.

Ethan Sheldon hatte sich also abgesetzt, und nun befürchteten seine alten Weggefährten, dass er wieder in New York war. So weit konnte Joe den Ausführungen des Gangsters folgen.

»Warum sollte Sheldon so dumm sein und sein sicheres Leben wieder aufgeben?«, fragte er.

»Weil er alte Rechnungen begleichen will oder weil er immer noch scharf auf die Millionen ist, die ihm damals durch die Lappen gegangen sind. Auf jeden Fall ist er in der Stadt, und da kommen Sie ins Spiel, Agent Brandenburg«, erwiderte der Sprecher.

Joe schüttelte den Kopf. Bevor er seine Ablehnung begründen konnte, traf ihn der erste Schlag am Kopf. Vor seinen Augen platzten bunte Sterne auf und ein stechender Schmerz jagte durch seinen Oberkörper. Der Gangster hatte bewusst den Augenblick abgepasst, in dem Joe den Kopf in seine Richtung drehte.

»Sie werden mir antworten, Agent Brandenburg. Falls Sie genauso versessen auf Schmerzen sind wie Ihr Freund Zamecki, so erfüllen wir Ihnen diesen Wunsch gerne«, sagte der Anführer.

Weitere Schläge prasselten in schneller Reihenfolge auf Joe ein, der nicht einmal seinen Kopf schützen konnte. Sosehr er sich auch bemühte, er konnte das schmerzerfüllte Wimmern nicht länger unterdrücken. Mittlerweile tanzten Nebelschwaden vor seinen Augen und er schmeckte Blut im Mund.

»Können wir jetzt wieder zu einer normalen Kommunikation übergehen?«, fragte der Anführer.

Joe nickte mühsam und spuckte eine Mischung aus Speichel und Blut auf den Boden.

»Dann also noch einmal meine Frage. Wo finden wir Sheldon und was will er in der Stadt?«, fragte der Anführer.

Joe musste mehrfach ansetzen, bis seine Stimme mehr als ein unverständliches Krächzen hergab.

»Bis vorhin wusste ich nicht einmal, dass Sheldon aus dem Zeugenschutzprogramm verschwunden ist. Die Detectives haben mich zum Leichnam von Zamecki gerufen, und das ist alles, was ich euch sagen kann«, erwiderte er.

Die Nebelschwaden vor seinen Augen lichteten sich so weit, dass Joe den forschenden Blick des Sprechers erkennen konnte.

»Nein, das überzeugt mich leider noch nicht«, sagte der schließlich.

Aus dem Augenwinkel bemerkte Joe, wie einer der Gangster bereits zum nächsten Schlag ausholte, und bereitete sich innerlich auf den neuen Schmerz vor.

***

Da Les nicht riskieren wollte, dass ihr Auftauchen den Entführern vorzeitig auffiel, musste alles sehr schnell gehen. Kaum öffneten sich die Lifttüren weit genug, sprangen er und drei Cops auf den Gang hinaus.

»Sauber. Sie haben keine Wache aufgestellt«, sagte Les.

Aus der Tür zum Treppenhaus schoben sich weitere Officers, die sich verteilten. Les hatte im Foyer eine kurze Einsatzbesprechung abgehalten, sodass jeder Cop seine Position während des Zugriffs kannte.

»Los«, befahl er.

Je einer der Officers bewachte den Fahrstuhl und die Treppenhaustür, während Les und die anderen Cops von Tür zu Tür ...

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