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Jerry Cotton - Folge 2920

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Reichen und die Leichen
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die Reichen und die Leichen

Sie wehrte sich mit aller Macht, doch die beiden Angreifer überwältigten Amber mühelos.

»Ihr wisst nicht, was ihr tut«, schrie sie.

Verzweiflung packte die Achtzehnjährige, die sich gegen ihr grausames Schicksal aufbäumte. Einer der Angreifer stieß sie brutal zu Boden. Die junge Frau kam taumelnd wieder auf die Beine und wollte nur noch wegrennen. Der Schlag traf ihren Kopf und die Welt um Amber verlor die Konturen.

Für einige Sekunden starrten die Angreifer Amber stumm an, doch nach einem Blick in ihre Augen schüttelte der eine den Kopf.

»Das war’s.«

Ich hätte mir diesen Besuch gerne erspart. Niemand überbrachte den Angehörigen eines Opfers gerne die traurige Nachricht. Der englische Konsul hatte uns in seinem Arbeitszimmer empfangen und blieb anfangs erstaunlich ruhig.

»Ich möchte genau wissen, wie es passiert ist«, sagte er.

Nach einem Seitenblick auf Phil gab ich die Informationen weiter, die wir zu diesem Zeitpunkt als gesichert ansehen durften.

»Ihre Tochter wurde in der Seitengasse hinter dem Club Vanity gefunden. Allem Anschein nach wurde sie das Opfer eines Überfalls«, antwortete ich.

Als die Cops im East Village die Identität der Toten festgestellt hatten, wurde sofort das FBI eingeschaltet. Aus dem Rathaus wurde bereits kurze Zeit später politischer Druck auf Mr High ausgeübt, nicht zuletzt da der Bürgermeister sich mitten im Wahlkampf befand. Phil und mir fiel daher die undankbare Aufgabe zu, diesen Fall möglichst schnell zu lösen.

»Wurde Sie …?«

Andrew Palmer brachte es nicht fertig, die ganze Frage zu formulieren. Doch wenigstens diese Grausamkeit blieb ihm erspart.

»Nein, Ihrer Tochter wurde keine sexuelle Gewalt angetan. Das schließt der Rechtsmediziner definitiv aus«, beruhigte ich ihn.

Daraufhin kehrte ein wenig Farbe ins fahle Antlitz des Konsuls zurück.

»War Amber das Opfer eines simplen Raubüberfalles? Wollen Sie mir das erzählen, Agent Cotton?«, fragte er.

Es lag eine gewisse Schärfe in seinen Worten. So langsam erfasste sein Verstand, welch grausamen Einschnitt es in seinem Leben gegeben hatte, und Andrew Palmer wehrte sich dagegen.

»Das wäre eine Möglichkeit, Sir. Wir stehen erst am Anfang unserer Ermittlungen und benötigen dabei Ihre Hilfe«, antwortete ich.

Der Konsul schüttelte benommen den Kopf und dann verschleierten sich seine Augen. Wir gaben ihm die Zeit, sich wieder zu sammeln.

»Natürlich erhalten Sie jede nur denkbare Hilfe. Was wollen Sie wissen?«, fragte er dann.

Ich bat ihn um eine möglichst genaue Beschreibung vom üblichen Tagesablauf seiner Tochter. Andrew Palmer schilderte sie als lebenslustigen Teenager, der das quirlige Leben in New York sehr genossen hatte.

»Wir kommen ursprünglich aus Manchester. Das Leben dort lässt sich nur bedingt mit dem bunten Treiben im Big Apple vergleichen. Amber fand sehr schnell Freunde und hat sich in die Stadt verliebt«, erklärte Palmer.

Er konnte uns lediglich die Vornamen einiger Freunde nennen und wusste nicht, ob Amber den Club Vanity regelmäßig aufgesucht hatte.

»Das kann Ihnen Margret sicher besser beantworten«, erwiderte Palmer.

Erst als er seine Ehefrau erwähnte, erkannte er, was für eine schwere Aufgabe ihm noch bevorstand. Erneut verschleierte sich sein Blick, und dann erhob der Konsul sich ruckartig.

»Ich fahre nach Hause und überbringe Margret die fürchterliche Nachricht. Sobald sie ansprechbar ist, wird man Ihnen einen Termin nennen«, sagte er.

Das war nicht die beste Variante, aber unsere Vorgaben waren eindeutig. Daher stimmte ich dem Arrangement zu, da ich zurzeit keine Hinweise hatte, dass der Mörder aus dem familiären Umfeld stammte. Wir verabschiedeten uns von dem Konsul und saßen wenige Minuten später im Jaguar.

»Er hat sich mächtig angestrengt, um nicht zusammenzuklappen«, sagte Phil.

»Ja, er ist ein Kämpfertyp. Hoffentlich trifft es auch auf seine Frau zu. Wir benötigen die Informationen zum Freundeskreis, wenn wir vorankommen wollen«, antwortete ich.

»Wir können mit Stefano Pizarro anfangen«, schlug Phil vor.

Über den Besitzer des Vanity wussten wir bislang herzlich wenig. Er stammte ursprünglich aus Mendoza, wo seine Familie eines der größten Weingüter Argentiniens unterhielt. Sein Club lag in der Avenue A.

»Es gibt keine einschlägigen Einträge, die den Club mit Drogen oder sonstigen Verbrechen in Verbindung bringen«, sagte Phil.

Wir stiegen aus dem Jaguar aus und betrachteten die Fassade des Gebäudes, in dem der Club lag. Es gab zwei kleine Bürotrakte, von denen einer dem Argentinier gehörte. Alles wirkte seriös und passte bestens ins Bild des als aufstrebend bezeichneten Viertels. Phil und ich standen wenige Augenblicke später in dem nüchtern eingerichteten Flur des westlichen Bürotraktes, wo uns eine Frau in Empfang nahm.

»FBI, Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker. Wir müssen mit Mister Pizarro sprechen«, sagte ich.

Die Angestellte des Clubbesitzers hatte sich gleich bei unserem Eintreten erhoben, um uns vor dem Schreibtisch zu begrüßen. Ich konnte nirgends irgendwelche zwielichtigen Typen ausmachen, die oft im Dunstkreis eines Clubs in Erscheinung treten.

»Es geht sicherlich um diesen fürchterlichen Mord an der jungen Frau, nicht wahr?«, fragte sie.

Ich nickte und erkundigte mich, was die Angestellte darüber wusste.

»Nur wenig, Agent Cotton. Offenbar gehörte sie zu den Stammgästen unseres Clubs, was Mister Pizarro schwer zu schaffen macht«, erwiderte sie.

Ihre Betroffenheit war ehrlich und der Hinweis, dass Amber Palmer ein häufiger Gast des Clubs gewesen war, bereits von großer Bedeutung. Anschließend führte sie uns ins Büro ihres Chefs, der uns neugierig musterte.

»FBI? Ist der Mord so besonders, dass gleich die Bundespolizei eingeschaltet werden muss?«, fragte er.

Der Akzent Pizarros war unüberhörbar, auch wenn er unsere Sprache sicher beherrschte. Ich erklärte ihm die Zuständigkeit unserer Behörde und wollte dann wissen, wie gut er die Tote gekannt hatte.

»Ich habe sie bestimmt öfter gesehen und mehrfach gesprochen. So wie ich es mit vielen der Gäste mache. Näher kannte ich Amber leider nicht«, erwiderte Pizarro.

Vorerst nahm ich es ihm ab. Pizarro kam von allein auf die Überwachungskameras zu sprechen, die auch einen Teil der Gasse abdeckten, in der sich das Verbrechen ereignet hatte.

»Das sind die Aufnahmen. Mein Sicherheitschef hat sie Ihnen auf diesen Stick überspielt«, sagte er.

Phil nahm den Speicherstick entgegen, während ich um ein Gespräch mit allen Mitarbeitern des Clubs bat. Zu meiner Überraschung hatte Pizarro sich so etwas bereits gedacht und seine Angestellten in den Club beordert.

»Sie können sofort mit ihnen sprechen, Agent Cotton. Ich hoffe sehr, dass einer davon mehr über Amber sagen kann«, erklärte Pizarro.

Phil und ich gingen in seiner Begleitung hinunter, um mit der Befragung der Mitarbeiter zu beginnen.

***

Als wir am späten Nachmittag mit Mr High am Besprechungstisch in seinem Büro saßen, konnten Phil und ich noch keine echten Ergebnisse melden.

»Amber hatte einen sehr großen Freundeskreis, aber uns fehlen noch die Namen und Anschriften«, sagte ich.

Da schob uns der Chef zwei zusammengeheftete Seiten zu.

»Diese Liste kam vor einer halben Stunde aus dem Büro des Konsuls. Mistress Palmer hat uns die Namen samt Anschriften aller Freunde ihrer Tochter geliefert«, sagte er.

Das war nicht so gut wie eine direkte Befragung der Mutter, aber es brachte unsere Ermittlungen voran.

»Dann können wir endlich das Umfeld des Opfers ausleuchten. Die Befragung der Angestellten des Clubs hat uns wenig Erhellendes eingebracht«, antwortete ich.

Ich gab die wesentlichen Beobachtungen der Mitarbeiter von Stefano Pizarro weiter, die jedoch kaum mehr als das übliche Bild eines Partygirls zeichneten.

»Amber Palmer genoss das Nachtleben und schien leicht neue Freundschaften zu schließen«, erklärte ich.

Es gab weder Anzeichen für Drogenkonsum noch für andere gefährliche Vorlieben. Da sich unsere Erkenntnisse bislang jedoch ausschließlich auf die Aussagen der Clubmitarbeiter stützten, war ich vorsichtig mit meiner Einschätzung. Die noch ausstehende Auswertung aus dem Labor würde hierzu eine sichere Auskunft geben.

»Einige ihrer Freunde sind aber ausgesprochen interessant«, sagte Phil.

»Was meinen Sie damit?«, fragte der Chef.

»Sie verkehrte mit Enzo Basile, dem zweitältesten Sohn von Domenico Basile«, antwortete Phil.

Ich schaute von ihm zu Mr High, der nachdenklich die Stirn gerunzelt hatte. Irgendwo in den Tiefen meines Gedächtnisses klingelte es bei dem Namen, doch so richtig wollte die Erinnerung nicht an die Oberfläche kommen.

»Von Domenico Basile wird gesagt, dass er in Verbindung zur kalabrischen Mafia stehen soll. Es gibt nur Gerüchte, und wenn, zählt er auch nicht zum inneren Zirkel«, sagte der Chef schließlich.

»Die Familie stammt ursprünglich aus Plati, einer Stadt in Kalabrien. Wie kommt die Tochter des englischen Konsuls in Kontakt zu einem Mitglied der kalabrischen Mafia?«, fragte Phil.

Kein Wunder, dass meine Erinnerungen nur sehr vage geblieben waren. Domenico Basile war nur am Rande einer Ermittlung in Erscheinung getreten.

»Vielleicht verkehrt Enzo ebenfalls im Club und Amber hat ihn dort kennengelernt«, schlug ich vor.

Phil holte sein Mobiltelefon heraus. Das Gespräch mit Stefano Pizarro dauerte nur eine halbe Minute, bevor mein Partner es beendete.

»Deine Nase hat dich nicht getäuscht, Jerry. Pizarro kennt Enzo sehr gut und weiß auch, dass Amber öfter mit dem Heißsporn unterwegs war«, sagte er.

Es war eine Abweichung vom normalen Leben eines Teenagers, die wir uns genauer ansehen wollten. Mr High unterstützte unser Vorhaben und musste sich selbst auf eine Pressekonferenz vorbereiten. Seitdem die Medien von dem Mord an der Tochter des englischen Konsuls erfahren hatten, drängten sie das Rathaus sowie unseren Chef, einen Kommentar abzugeben.

»Da befrage ich doch lieber den Sohn eines Mafiabosses«, kommentierte Phil trocken.

Wir saßen bereits wieder im Jaguar und waren auf dem Weg zum Wohnhaus der Familie Basile. Es lag ebenfalls im East Village. Zufall oder nicht, allein dieser Umstand weckte meine Neugier.

»Die Kerle sehen aber nicht so aus, als wenn sie zum üblichen Hausmeisterdienst gehören«, sagte ich.

Wir hatten soeben das Foyer des Apartmenthauses am St. Mark’s Place betreten, da erfasste mein Blick drei Männer. Sie schauten uns aufmerksam an und die Körperhaltung ließ keinen anderen Schluss zu, als dass sie blitzschnell auf eine Bedrohung reagieren konnten. Das achtstöckige Haus wurde komplett von der Familie Basile bewohnt.

***

»FBI, Special Agent Cotton, und das ist Special Agent Decker. Wir müssen mit Enzo Basile sprechen«, sagte ich.

Die beiden Männer hinter dem Empfangstresen schauten überrascht auf unsere Dienstausweise.

»FBI? Um was geht es denn, Agent Cotton?«, fragte der Glatzkopf.

Möglicherweise litt der Mann in meinem Alter an einem ungewöhnlich frühen Haarausfall, aber ich hielt seine fehlende Haarpracht eher für den Versuch, als harter Bursche durchzugehen. Da jedoch sein Arbeitgeber nicht einmal zur zweiten Garnitur der kalabrischen Mafia zählte, rechnete ich die Handlanger ebenfalls nicht zur Spitzenkategorie.

»Das werden wir Mister Basile schon selbst sagen. In welcher Wohnung finden wir ihn?«, antwortete ich kühl.

Der andere Mann hinter dem Tresen hatte die Situation schneller eingeschätzt und telefonierte bereits. Bevor sein Kumpan antworten konnte, mischte er sich ein.

»Mister Basile erwartet Sie in seinem Büro. Ich führe Sie hin«, sagte er.

Mit einer einladenden Geste lotste er uns zu den Fahrstühlen, mit denen wir bis ins oberste Stockwerk fuhren. Phil und ich tauschten einen wissenden Blick aus. Dort oben residierte mit Sicherheit das Clanoberhaupt und nicht der zweitälteste Sohn. Fünf Minuten später wurde aus unserer Ahnung Gewissheit, als uns der etwa fünfzig Jahre alte Domenico Basile empfing.

»Danke, Salvatore. Du kannst uns allein lassen«, sagte er.

Unser schweigsamer Begleiter befolgte die Anweisung umgehend. Das Büro war mit massiven Möbeln aus dunklem Holz ausgestattet. Es gab eine Sitzgruppe, zu der drei Sessel und eine Couch gehörten.

»Domenico Basile. Ich bin der Vater von Enzo«, stellte er sich vor.

Basile war ein eher kleiner Mann mit einem kräftigen Körperbau. Seine dunkelbraunen Augen unter dem grauen Kraushaar musterten Phil und mich abschätzend, während er auf eine Erwiderung wartete.

»Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker«, sagte ich.

Da Salvatore uns nicht weiter angekündigt hatte, wollte ich die Form wahren.

»Wir wollten eigentlich mit Enzo sprechen. Ist Ihr Sohn nicht zu Hause?«, fragte ich.

Mit einer einladenden Geste bot Domenico uns Sitzplätze an. Während Phil sich auf der Couch niederließ, wählte ich einen Sessel aus. Unsere Sitzwahl sorgte dafür, dass Domenico Basile von uns in die Mitte genommen wurde. Um dies zu umgehen, hätte er sich schon zu meinem Partner auf die Couch setzen müssen. Das tat er jedoch nicht.

»Nein. Vielleicht kann ich Ihnen weiterhelfen. Warum wollen Sie mit Enzo sprechen, Agent Cotton?«, erwiderte Basile.

»Es geht um den Mord an Amber Palmer. Sie haben vermutlich bereits davon gehört«, antwortete ich.

Für den Bruchteil einer Sekunde zeigte Basile seine Überraschung, bevor er wieder die Maske des unbeteiligten Geschäftsmannes aufsetzte. Falls Enzo mit seinem Vater über den Mord oder seine Beziehung zu dem Opfer gesprochen hätte, wären Domenico Basiles Emotionen sicherlich weniger auffällig ausgefallen.

»Wie kommen Sie darauf, dass mein Sohn etwas damit zu tun haben könnte?«, fragte er.

Seine Stimme war eine Nuance dunkler geworden, was ich aber noch als Folge seiner Erschütterung ansah.

»Er gehörte zum engeren Freundeskreis des Opfers, Mister Domenico«, antwortete Phil.

Für einen Moment legte sich Schweigen über uns. Enzos Vater musste sich offenbar erst klar darüber werden, wie er sich weiter verhalten sollte.

***

Domenico Basile hatte uns versprochen, dass sich Enzo am folgenden Tag im Field Office melden würde. Phil und ich verließen danach sein Arbeitszimmer, um mit dem Fahrstuhl den Weg nach unten anzutreten.

»Er weiß nichts von dem Mord«, sagte ich.

Mein Partner nickte und verließ den Lift durch die sich soeben öffnende Tür. Ich war zu sehr mit meinen Gedanken beschäftigt, um mich über die unerwartet kurze Fahrt zu wundern.

»He, das ist nicht das Foyer«, stutzte ich.

Phil schmunzelte zufrieden vor sich hin, während er auf den Klingelknopf neben einer Wohnungstür drückte. Nach wenigen Sekunden öffnete uns Enzo Basile und erstarrte vor Schreck.

»FBI, Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker. Wir dürfen doch?«, sagte ich.

Da mein Partner uns auf diese Weise doch noch zu einem Gespräch mit dem Freund von Amber verholfen hatte, wollte ich die Gelegenheit unbedingt nutzen. Mit sanftem Nachdruck drängte ich den immer noch erschrockenen Enzo in sein Apartment zurück. Phil folgte uns und schloss die Wohnungstür.

»Sie haben gehört, was Ihrer Freundin Amber Palmer widerfahren ist?«, fragte ich.

Enzo war bis zu einem Barschrank zurückgewichen und schluckte angestrengt. Sein schlechtes Gewissen war geradezu offensichtlich.

»Äh, ja. Darüber weiß ich aber überhaupt nichts, Agent Cotton. Amber und ich waren mehr flüchtige Bekannte als gute Freunde«, antwortete er endlich.

Mit zitternden Händen füllte er sich großzügig ein Glas mit Whisky und kippte es in zwei Zügen schnell hinunter. Sein Gesicht nahm anschließend mehr Farbe an, und als Enzo sein Glas nachfüllte, zitterten seine Hände kaum noch.

»Erzählen Sie uns über Amber«, forderte ich.

Enzo sammelte seine Gedanken und erzählte, wie er mit seiner Clique im Club Vanity regelmäßig zusammenkam.

»Dabei habe ich auch Amber kennengelernt. Wir haben ab und an getanzt oder einfach nur geredet«, erzählte er.

Ich warf Phil einen Seitenblick zu.

»Vergessen Sie die Drogen nicht, Enzo«, ermahnte er ihn.

Mein Partner kaufte Basile diese nette Geschichte also genauso wenig ab wie ich selbst.

»Was für Drogen? Mein Vater würde mir den Kopf abreißen, wenn ich das Zeug auch nur anfassen würde«, protestierte Enzo.

Zu meiner Verwunderung glaubte ich es ihm sogar.

»Sie wussten aber, dass Amber mit Drogen zu tun hatte«, hakte ich nach.

Enzo trank einen langen Schluck, wodurch er sich offenbar mehr Zeit für die Antwort verschaffen wollte. Sollte mein Bluff funktionieren?

»Ja, aber nur aus Berichten von anderen Gästen im Club«, räumte er ein.

Ich bohrte weiter und schaffte es immerhin, dass Enzo uns zwei Namen nannte. Der Frauenname stand auf der Liste von Ambers Mutter, doch der Männername war neu für mich.

»Sie sprechen von Mills, dem Stararchitekt?«, fragte ich.

»Ja. Er und Amber waren enger befreundet. Angeblich vor allem, weil Judd von ihr das beste Koks bekam«, antwortete Enzo.

Zu weiteren Fragen kamen wir nicht, da urplötzlich die Wohnungstür aufflog und ein sichtlich erregter Domenico Basile in Begleitung von zwei Schlägern ins Apartment stürmte. Von Privatsphäre schien Enzos Vater wenig zu halten.

»Das ist ungeheuerlich, Agent Cotton! Ich werde mich bei Ihrem Vorgesetzten beschweren«, fuhr er mich an.

»Ihr Sohn hat uns freiwillig in seine Wohnung gelassen und unsere Fragen beantwortet«, erwiderte ich gelassen.

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