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Jerry Cotton - Folge 2919

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Mit 3 Millionen hat man ausgesorgt
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Mit 3 Millionen hat man ausgesorgt

»Dann haben wir ja endlich, was wir wollten«, sagte der Mann mit der kalten Stimme und drehte sich um.

Will Butler, der gefesselt auf einem Stuhl saß, spürte Hoffnung aufkeimen. Würde er doch noch lebend aus der Sache herauskommen?

Doch als er sah, wie der Mann sich zu ihm umdrehte und langsam einen Schalldämpfer auf seine Pistole schraubte, war ihm klar, dass sein Leben an einem seidenen Faden hing.

Ihm brach kalter Angstschweiß aus. Jetzt ging es ums nackte Überleben.

»Keine Sorge, es ist gleich vorbei und du wirst nichts spüren«, sagte der Mann und richtete den Lauf auf Butlers Kopf.

Der gab seinen Muskeln einen verzweifelten Impuls, auszuweichen, doch da bohrte sich das Projektil bereits in seinen Kopf, trat hinten wieder aus und blieb in der Wand stecken, umgeben von einer roten Korona aus Blut.

»Ein schöner Tag, nicht wahr?«, fragte Phil, nachdem er in den Jaguar gestiegen war.

»Definitiv«, stimmte ich zu. »Die Sonne scheint, die Temperaturen sind angenehm und der Frühling zeigt sich überall.«

Phil nickte und schaltete das Radio ein. Es gab schöne Musik, die zu unserer Stimmung passte.

»Vielleicht wirkt sich das Wetter auch auf die bösen Buben der Stadt aus und wir haben ein paar Tage weniger Arbeit«, meinte Phil.

»Das wäre eine willkommene Abwechslung«, sagte ich. »Aber ich glaube, ganz so mächtig ist selbst das Wetter nicht.«

»Man wird doch noch hoffen dürfen«, meinte Phil, als sein Handy klingelte.

Er aktivierte die Freisprecheinrichtung.

Mr Highs Stimme erklang. »Guten Morgen, Phil. Sind Sie noch mit Jerry unterwegs?«

»Guten Morgen, Sir, ja, wir sitzen noch im Wagen und werden schätzungsweise in vierzig Minuten im Field Office sein.«

»Fahren Sie vorher an einem Tatort vorbei«, sagte Mr High. »Ein Mann aus New Jersey, Will Butler, wurde gerade tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Das Besondere dabei: Er ist erst vor wenigen Tagen aus dem Union County Jail in Elizabeth, New Jersey, entlassen worden. Ich übertrage Ihnen hiermit die Ermittlungen. Schauen Sie sich den Tatort an und kommen Sie dann ins Büro.«

»Wird erledigt, Sir«, sagte Phil.

»Gut, ich schicke Ihnen die vorliegenden Informationen«, sagte Mr High und legte auf.

»So viel zum Thema Frühling und Mord«, sagte ich.

***

Wir erreichten das Diamond Hotel in der Bronx gut eine Stunde später. Es war – anders als der Name vermuten ließ – ein ziemlich heruntergekommenes Etablissement, bei dem ein neuer Anstrich sicher nicht gereicht hätte, um es in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Von der Fassade bröckelte an vielen Stellen der Putz, die Scheiben von mindestens zwei Fenstern waren kaputt und es lag eine Menge Dreck auf dem kleinen Rasenstück vor dem Gebäude herum.

»Kein schöner Ort, um zu sterben«, meinte Phil, nachdem wir ausgestiegen waren.

»Nein, wirklich nicht«, stimmte ich ernst zu.

Wir betraten das Hotel durch den offenen Haupteingang. Drinnen angekommen merkten wir, dass es hier nur wenig besser aussah. Die Bodenbeläge waren alt, ausgetreten und meist in wenig modernen Brauntönen gehalten. Einzig die Wände sahen aus, als wären sie kürzlich gestrichen worden – aber auch nicht alle, und die Art, wie sie gestrichen worden waren, ließ darauf schließen, dass dabei kein Fachmann am Werk gewesen war.

»Den Anstreicher lasse ich auf keinen Fall in mein Apartment«, meinte Phil, dem das ebenfalls aufgefallen war.

Meine Aufmerksamkeit wurde von einer rundlichen Frau von etwa fünfzig Jahren abgelenkt, die hinter der Rezeption stand und mit einem Telefonhörer in der Hand wie eine Wildgans schnatterte. Ihre Haare sahen fettig und zerzaust aus und ihre gesamte Erscheinung war ziemlich abstoßend. Da sie sich aber hinter der Rezeption befand, gingen wir zu ihr.

Phil zeigte seine Dienstmarke. »Cotton und Decker vom FBI New York. Wo befindet sich der Tatort?«

Mit einem Mal lächelte sie und sagte in den Hörer: »Sorry, Lindsay, gerade sind zwei schnuckelige FBI-Agents aufgetaucht, ich muss leider Schluss machen – bis später.«

»Wie waren Ihre Namen gleich?«, fragte sie mit charmantem Tonfall und lächelte süßlich.

»Cotton und Decker«, wiederholte Phil. »Und Sie sind?«

»Temperance Brooster«, antwortete sie und warf Phil einen eindeutig zweideutigen Blick zu. »Und das ist mein Hotel.«

Mir war sofort klar, warum das Hotel so aussah. Aber ich hielt meine Gedanken zurück, denn sie hatten nichts mit unserem Fall zu tun.

»Und wo befindet sich der Tatort?«, wiederholte Phil seine ursprüngliche Frage.

Sie hob ihren Arm und deutete mit ihrer Hand, deren Nägel extrem lang und dunkelrot lackiert waren, in Richtung der Treppe. »Da hoch, in der ersten Etage rechts und dann den Gang entlang. Es ist das letzte Zimmer links. Nummer 108. Gar nicht zu verfehlen, es wimmelt da nur so von Ihren Kollegen.«

»Danke, wir kommen später wegen einer Befragung auf Sie zurück«, sagte Phil.

»Ich kann es kaum erwarten«, sagte Miss Brooster und lächelte Phil an.

Er drehte sich sofort um und ging los. Ich folgte ihm, um nicht auch noch von der Dame angemacht zu werden.

»Der Frühling hat offenbar auch seine Kehrseite«, sagte ich grinsend, als wir außer Hörweite waren.

»Absolut«, erwiderte Phil nur und verzog das Gesicht. »Gut, dass wir einen Fall haben, das lenkt mich schnell wieder ab.«

Auf der ersten Etage sahen wir im Flur einen Mann von der Crime Scene Unit, der den typischen Overall trug. Nicht weit von ihm entfernt stand ein Mann mit dem Rücken zu uns, der eher wie ein Polizist in Zivil aussah – wahrscheinlich ein Detective des NYPD. Als er sich umdrehte und uns den Flur entlangkommen sah, schaute er auf und begrüßte uns freundlich.

»Special Agents Cotton und Decker«, sagte er. »Wir haben uns lange nicht gesehen. Stryker, Detective Stryker.«

Jetzt erkannte ich ihn wieder. »Ja, ist schon eine Weile her – etwa zwei Jahre, nicht wahr?«

Er nickte. »Ja, kommt hin. War damals einer meiner ersten Mordfälle, eine Wasserleiche. Sie haben dann übernommen.«

»Ja, genau«, sagte Phil. »Ich erinnere mich. Und wir haben den Täter erwischt.«

»Davon habe ich gehört«, sagte Detective Stryker. »Tatsächlich habe ich seit damals sogar mehrere Ihrer Fälle verfolgt – zumindest die, über die man auf offiziellen Kanälen etwas mitbekommen konnte. Habe einiges gelernt.«

»Dann war unsere Arbeit ja nicht umsonst«, meinte Phil zufrieden.

»Nein, absolut nicht«, sagte der Detective.

Wie es aussah, waren wir auf einen Fan getroffen. Aber da wir einen Fall bekommen hatten, lenkte ich das Gespräch in die entsprechende Richtung.

»Waren Sie als erster Ermittler vor Ort?«, fragte ich ihn.

Der Detective nickte. »Ja, es war ein Mord gemeldet worden und ich war gerade in der Nähe, zusammen mit meinem Partner. Der schaut sich im Moment in der Umgebung außerhalb des Hotels um, um zu sehen, ob er dort irgendwelche Spuren findet.«

»Wer hat die Leiche entdeckt?«, fragte Phil.

»Ein mexikanisches Zimmermädchen«, antwortete der Detective. »Sie ist ziemlich verstört. Kein Wunder bei dem Anblick. Der Typ ist ziemlich misshandelt worden, wahrscheinlich gefoltert. Sieht nicht sehr appetitlich aus.«

»Können wir zu ihm?«, fragte ich.

»Noch nicht!«, dröhnte eine tiefe Männerstimme. »Sie müssen sich noch etwas gedulden, auch wenn das nicht in Ihrer Natur liegt.«

Es war Dr. Maurice Vandenpoort, ein Pathologe der Scientific Research Division, der gesprochen hatte. Wir kannten ihn zwar, hatten aber bisher noch nie mit ihm zusammengearbeitet. Offenbar leitete er die Crime Scene Unit, die gerade den Tatort untersuchte.

Er war ein ziemlich großer, schlanker Mann, maß fast zwei Meter und hatte ein markantes Gesicht mit dunklen Haaren. Durch seine Bassstimme wirkte er älter, als er war. Mit Anfang dreißig war er ein eher junger Vertreter seiner Zunft.

»Stimmt, das liegt wirklich nicht in unserer Natur«, erwiderte ich und begrüßte ihn. »Aber Sie können uns die Zeit verkürzen, indem Sie etwas über das erzählen, was in dem Hotelzimmer geschehen ist.«

»Zeit ist eine Konstante, die sich nicht verändern lässt«, meinte er lehrmeisterhaft.

»Außer man nähert sich der Lichtgeschwindigkeit«, warf Phil ein.

»Meine Anspielung war nur auf das subjektive Zeitempfinden bezogen«, sagte ich. »Also?«

Dr. Vandenpoort schien etwas verstört. Offenbar hatte er nicht mit unserer schlagfertigen Reaktion gerechnet.

»Äh, ja, das Opfer«, sagte er und schaute auf einem Tablet-PC nach, den er in der Hand hielt. »Will Butler, vierunddreißig, ist offenbar gefoltert worden. Wir haben viele offene Wunden entdeckt, Schnittwunden an den Armen und Flecken im Gesicht und in der Bauchgegend, die darauf schließen lassen, dass er geschlagen wurde.«

»Das hätte doch jemand mitkriegen müssen – zumindest seine Schreie«, meinte Phil.

Dr. Vandenpoort schaute wie ein neunmalkluger Professor drein. »Vielleicht hat er geschrien, wahrscheinlich sogar. Aber niemand konnte ihn hören, weil er einen Knebel im Mund hatte. Den hat der Täter wohl nur ab und zu entfernt, wenn er wollte, dass Mister Butler redet.«

»Interessant«, sagte ich. »Was haben Sie noch gefunden?«

»Blut, eine ganze Menge Blut«, antwortete Dr. Vandenpoort. »Sicherlich einen halben Liter. Stammt wahrscheinlich vom Opfer, aber das kann ich erst mit Sicherheit sagen, wenn die Proben im Labor analysiert worden sind.«

»Natürlich«, bestätigte Phil. »Und wann werden Ihre Leute fertig sein, sodass wir den Tatort persönlich in Augenschein nehmen können?«

»Einen Moment, ich schaue gleich nach«, antwortete Dr. Vandenpoort und verschwand in Richtung des letzten Hotelzimmers auf dem Flur.

Er betrat das Zimmer und zeigte sich kurz darauf wieder. »Wir sind so weit, Sie können kommen.«

»Das ging ja schneller, als ich nach seinem Auftritt erwartet hatte«, flüsterte Phil mir zu.

Ich nickte nur.

Als wir den Raum betraten, sah ich die Leiche von Will Butler, mit Klebeband gefesselt auf einem Stuhl. Auch der Mund war zugeklebt. Der Kopf hing leblos herunter, man konnte die kleine Eintrittswunde eines Projektils auf der Stirn erkennen. Als ich ein paar Schritte auf ihn zu machte und auch die Rückseite seines Kopfes sah, klaffte dort die Austrittswunde, die wie ein kleiner Krater wirkte. Die Wand hinter dem Opfer war voller Blutspritzer und anderer Partikel, mit einem Einschussloch in der Wand, wo das Projektil wahrscheinlich steckengeblieben war.

»Hoffentlich ist die Kugel durch den Aufprall auf der Wand nicht zu stark deformiert«, meinte Phil.

»Hoffentlich«, sagte ich und schaute mich weiter um.

Das Zimmer sah unordentlich aus, die wenigen Schubladen der Schränke waren herausgerissen, als ob jemand etwas gesucht hatte.

Der Körper des Opfers wies eine große Menge Verletzungen auf, an den Armen, am freien Oberkörper und am Gesicht. Wahrscheinlich war er mit einem Messer oder einer Rasierklinge bearbeitet und geschlagen worden. Und das über eine ziemlich lange Zeit.

»Fragt sich, was der Täter von ihm wollte«, sagte ich zu Phil. »Oder meinst du, dass er das nur zum Spaß veranstaltet hat?«

»Wohl kaum«, antwortete mein Partner. »Wenn es sich um die perverse Zeremonie eines psychotischen Mörders gehandelt hätte, sähe es hier anders aus. Und er hätte das Opfer wahrscheinlich woanders gefoltert und das länger. Nein, ich stimme dir zu, wer auch immer das war, er wollte etwas von Mister Butler. Und er wollte es schnell.«

»Wenn wir wüssten, was es war, wären wir schon einen Schritt weiter«, sagte ich und wandte mich an den Pathologen. »Irgendwelche Hinweise darauf, dass das Opfer hier etwas versteckt haben könnte?«

»Schauen Sie sich mal um«, antwortete Dr. Vandenpoort. »Der Täter hat hier sicher etwas gesucht.«

»Das sehe ich auch«, erwiderte ich. »Ich meine, gibt es irgendwelche Verstecke, die nicht so offensichtlich sind?«

»Ein paar Möglichkeiten, etwas zu verstecken, haben wir schon gefunden, im Lüftungsschacht und in der Matratze«, kam die Antwort. »Ob sich dort allerdings etwas befunden hat, können wir nicht sagen.«

»Was auch immer es war«, meinte Phil. »Der Täter hat es bekommen. Sonst hätte er Butler nicht erschossen.«

»Wann ist das Opfer gestorben?«, fragte ich Dr. Vandenpoort.

»Um Mitternacht herum«, antwortete er. »Eher etwas früher.«

Wir schauten uns weiter im Zimmer um und wandten uns dann an Detective Stryker.

»Haben Sie schon die Bewohner der Nachbarzimmer befragt?«, wollte Phil wissen.

»Nein, nachdem ich hörte, dass das FBI den Fall übernimmt, habe ich meine Ermittlungen in dieser Richtung eingestellt. Ich habe nur mit dem Zimmermädchen gesprochen. Die Wirtin des Hotels hat mir gesagt, dass die Nachbarzimmer nicht vermietet sind.«

»Beim Zustand des Hotels ist das kein Wunder«, meinte Phil.

»Gut, dann reden wir erst mal mit dem Zimmermädchen«, sagte ich.

»Ich bringe Sie zu ihr«, sagte der Detective und wir gingen los. »Ihr Name ist Rosa Theresa Guadellupe. Sie hat einen ziemlich starken Akzent, scheint aber alles, was man sagt, zu verstehen. Der Fund der Leiche hat ihr einen ziemlichen Schrecken eingejagt. Scheint für sie ein Werk des Teufels zu sein.«

»Den müssen wir irgendwann auch noch hinter Gitter bringen«, scherzte Phil.

***

Miss Guadellupe hielt sich in einem Zimmer neben der Rezeption auf. Als wir zu dritt den Raum betraten, schaute sie ängstlich auf und senkte ihren Blick dann wieder.

»Miss Guadellupe, das sind die Special Agents Cotton und Decker vom FBI New York«, stellte Detective Stryker uns vor. »Sie ermitteln jetzt in dem vorliegenden Mordfall.«

Sie sagte etwas auf Spanisch, das wie ein kurzes Gebet klang.

Ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich ihr gegenüber hin. »Miss Guadellupe, würden Sie uns bitte erzählen, wie und wann Sie das Opfer gefunden haben?«

Sie nickte und redete dann mit spanischem Akzent. »Es war heute Morgen, ich habe wie immer die Zimmer sauber gemacht. Eigentlich fange ich immer hinten im Flur an, heute aber vorne – als ob ich etwas geahnt hätte. Als ich die Tür zum Zimmer aufmachte, sah ich den Mann da sitzen. Erst dachte ich, er würde schlafen – es war dunkel. Aber er atmete und bewegte sich nicht. Ich machte das Licht an und erschrak. Heilige Mutter Gottes! Hab meine Sachen fallen lassen und bin zu Miss Brooster gelaufen. Die hat die Polizei gerufen.«

»Um wie viel Uhr genau haben Sie die Leiche gefunden?«, fragte ich.

»Um halb acht«, antwortete sie.

»Und Sie haben sonst niemanden gesehen, der aus dem Zimmer kam oder von dem Sie dachten, dass er aus dem Zimmer gekommen sein könnte?«, fragte ich weiter.

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, niemanden. Auf dem ganzen Flur sind nur drei Zimmer belegt, die anderen sind leer.«

Phil überprüfte noch mal die Personalien, die Detective Stryker bereits aufgenommen hatte, dann bedankten wir uns bei ihr und ließen sie gehen.

»Genau das Gleiche hat sie mir erzählt«, sagte Detective Stryker. »Den Täter hat sie nicht gesehen.«

»War auch nicht zu erwarten«, meinte Phil. »Wenn sie ihn überrascht hätte, wäre sie jetzt wahrscheinlich nicht mehr am Leben.«

»Wir befragen die Gäste und anderen Mitarbeiter des Hotels«, sagte ich.

»Brauchen Sie mich dann noch?«, wollte Detective Stryker wissen.

»Nein, danke für Ihre Kooperation«, sagte ich.

Er verabschiedete sich und ich war mit Phil allein.

Er verzog das Gesicht. »Sollen wir mit Miss Brooster, der Hotelbesitzerin, anfangen?«

»Das wird sich wohl nicht vermeiden lassen«, sagte ich.

Wir gingen an die Rezeption, wo sie schon auf uns zu warten schien.

»Ah, da kommen ja meine Lieblings-Agents«, sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen, das wohl charmant sein sollte, aber in meinen Augen eher abschreckend wirkte.

»Ja, wir haben einige Fragen an Sie«, antwortete ich. »Mister Butler, wie lange war er schon Ihr Gast?«

»Der ist vor drei Tagen eingezogen, netter Mann, hat sich nicht auffällig verhalten. Höchstens auffällig unauffällig, wenn Sie verstehen, was ich meine«, antwortete sie und versuchte sich an einem schelmischen Zwinkern.

»Hatte er in den drei Tagen hier Besuch?«, fragte ich, ohne weiter auf das, was sie gesagt hatte, einzugehen.

»Ist mir nicht aufgefallen«, erwiderte sie. »Kann aber sein. Ich bin nicht immer direkt an der Rezeption, sondern oft da drüben.«

Sie deutete auf einen großen Spiegel hinter der Rezeption.

»Der spiegelt nur von dieser Seite, von der anderen Seite kann man durchschauen«, erklärte sie. »Aber das bedeutet nicht, dass ich immer alles mitkriege, was hier passiert. Als Single sitze ich oft am Computer und stöbere die Internet-Kontaktanzeigen durch. Ich bin als Tempy24 angemeldet, falls Sie das überprüfen wollen.«

Nein, das wollte ich sicher nicht. Aber ich ließ mir nichts anmerken und fuhr mit der Befragung fort. »Sie haben also niemanden gesehen, der zu Mister Butler gegangen sein könnte, auch nicht gestern Abend oder Nacht?«

»Na ja, wenn Sie mich so fragen – nein«, antwortete sie. »Aber kurz vor zwölf, da sah ich zwei Typen das Hotel verlassen. Die hatten es ziemlich eilig. Einer von denen hat auf den Spiegel geschaut und für einen Moment dachte ich, dass er mich vielleicht gesehen hätte.

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