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Jerry Cotton - Folge 2916

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Das Marlin-Projekt
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Das Marlin-Projekt

Dr. Jenna Blacksmith hatte ihre Zigarette schon im Mund, als sich die zweite Tür der Sicherheitsschleuse vor ihr öffnete und gleich hinter ihr wieder schloss. Sie trat in den nachtschwarzen Park an der Rückseite des Instituts, für das sie arbeitete. Der Wind war eisig, und die Physikerin fror, obwohl sie eine dicke Daunenjacke über ihren weißen Laborkittel gezogen hatte. Sie wollte sich gerade die Zigarette anzünden, als sie sich instinktiv umdrehte. Was sie im matten Schein des Mondes sah, ließ ihr den Schreck in die Glieder fahren. Sie wollte schreien – doch sie konnte nicht. Sie war vor Entsetzen wie gelähmt.

Vor ihr stand ein Mann in einem schwarzen Overall. Seine Sturmhaube und das Nachtsichtgerät ließen ihn noch bedrohlicher wirken. Bei Jenna Blacksmith setzte das analytische Denken schnell wieder ein. Wie hatte der Mann in diesen gut gesicherten Bereich des Instituts vordringen können? Wieso hatte Buster den Fremden nicht gestoppt? Hatte der Maskierte sie erwartet? Und wenn ja: Was wollte er von ihr?

Als ihr die Antwort einfiel, packte sie das nackte Grauen. Um in das Gebäude zu gelangen, brauchte man die Schlüsselkarte, die sie um den Hals trug – und man musste die Iris-Erkennung vor der Sicherheitsschleuse überwinden. Sie hatte keinen Zweifel mehr: Der Mann wollte ins Labor einbrechen, und dafür brauchte er ihr Auge.

Sie war noch immer wie gelähmt, als der unheimliche Maskierte einen Schritt auf sie zukam. Einen Augenblick später sauste seine Faust auf sie herab. Mit Wucht rammte er ihr eine Spritze in den Oberarm – dann brach sie zusammen.

***

Von einem Beddingfield Marine Science Research Institute hatte ich noch nie etwas gehört. Das Labor dieses BMSI lag an der Madison Avenue nordöstlich des Central Park und sah von außen ziemlich unspektakulär aus. Es handelte sich um einen flachen, modernen Zweckbau, der gut gesichert schien und dabei den Charme eines Backsteins versprühte. Das einzig Sympathische war der recht gepflegte Park hinter der Anlage, aber selbst der lud nicht zum Verweilen ein, denn eine hohe Mauer, Sicherheitszäune und mehrere Überwachungskameras ließen keinen Zweifel daran, dass hier weder entspannt noch gefaulenzt werden sollte und dass hier niemals jemand einfach so in der Sonne lag.

Phil und ich waren morgens, noch vor fünf Uhr, von Mr High aus dem Bett geklingelt und hierhergeschickt worden.

Die Kollegen vom New York Police Department hatten das FBI verständigt, nachdem sie sich hier umgeschaut hatten.

»Kein schöner Anblick so früh am Morgen«, begrüßte uns Detective Lieutenant Walt Romanowski von der Crime Scene Unit des NYPD. Er stand in einem erstaunlich geräumigen, taghell erleuchteten Labor dieses Instituts und hatte uns schon erwartet. Auf der anderen Seite des Raumes sicherten seine Kollegen gerade Spuren an einer männlichen Leiche.

»Tut mir leid, wenn man euch wegen mir aus dem Bett geholt hat, aber das hier sieht nach Arbeit für euch aus.«

»Was ist passiert?«, fragte ich, während ich mich umsah.

»Es gab einen anonymen Anruf auf der 911. Eine Frauenstimme, aber wir haben noch keine Ahnung, wer die Anruferin war. Dort hinten liegt ein Toter: Dr. Everett Shaw«, sagte Romanowski und wies mit dem Kopf auf den Leichnam. »Ein Physiker und Ingenieur oder so. Er war der Chef dieses Ladens. Wurde mit vier Kugeln erschossen. Zwei in den Kopf, zwei ins Herz. Saubere Profiarbeit.«

»Und keine Zeugen«, fügte ich hinzu; es sollte nicht wie eine Frage klingen, eher wie eine Ahnung.

»Wissen wir nicht. Aber es gibt eine Überwachungskamera in diesem Laborraum. Die ist unversehrt geblieben. Meine Leute sind noch dabei, rauszufinden, wo die Aufnahmen gespeichert werden.«

»Und wieso ist das hier eine Angelegenheit für uns?«, fragte Phil.

»Ihr seid für alles zuständig, was hier passiert sein könnte: vielleicht Wirtschaftsspionage, vielleicht militärische Spionage, vielleicht ein Verbrechen auf dem Hightech-Sektor. Sucht euch was aus.«

»Wieso, an was hat der Doc denn hier gearbeitet?«, fragte ich.

»Wissen wir nicht. Aber wir haben ein paar Briefe und Mails gefunden, die belegen, dass es Schriftverkehr zwischen diesem Institut und verschiedenen Ebenen und unterschiedlichen Stellen bei der US Navy gab. Inhaltlich geht es da überwiegend um ein sogenanntes Marlin-Projekt – was auch immer das sein mag. Und seht mal hier«, sagte der Detective Lieutenant und wies auf einige gerahmte Dokumente, die an der Wand hingen. »Das sind alles Patente, die Dr. Shaw angemeldet hat. Ich denke, das reicht an Indizien, um euch Feds den Job ans Bein zu binden.«

Ich nickte stumm. Walt hatte recht.

»Ach so, Jerry. Sieh dir das an: ein allerletzter Gruß des Toten«, sagte Romanowski und ging auf den Leichnam zu. Die Wand, vor der er lag, war zum großen Teil von einer weißen Tafel bedeckt, auf der mit schwarzem Stift mathematische Formeln, kaum leserliche Ziffern und viel für uns unverständliches Zeug geschrieben stand. Genau in der Mitte prangte ein rätselhafter, unvollendeter Satz: Cercyon ist un stand da. Er stach hervor, denn er war in roter Schrift geschrieben. Den Stift, mit dem Dr. Shaw das geschrieben hatte, hielt er noch immer in seiner toten Hand.

Ich sah mich noch einmal um und fragte mich, wie der Täter wohl in das eigentlich recht gut gesicherte Gebäude gelangt war. Gehörte der Mörder etwa zur Belegschaft?

Ein junger Cop mit randloser Brille erschien im Eingangsbereich. »Entschuldigung, Lieutenant, aber ich glaube, das sollten Sie sich mal ansehen«, rief er und verschwand gleich wieder um die Ecke. Wir folgten ihm durch den Hintereingang nach draußen in den Garten. Einen Steinwurf entfernt knieten zwei Cops in einem Gebüsch. Als wir näher traten, machten sie Platz und wir entdeckten eine junge Frau, die mit unnatürlich verrenkten Gliedmaßen auf dem Boden lag. Sie war vielleicht Anfang dreißig, trug eine Daunenjacke über einem weißen Laborkittel, und irgendjemand hatte ihr das Genick gebrochen. Ansonsten schien ihr Körper unversehrt. Ein Namensschild am Kittel wies sie als J. Blacksmith aus.

Ein Cop, der neben ihr gekniet hatte, stand auf, zeigte auf das andere Ende des Gartens und raunte: »Es gab noch ein Opfer.« Man musste schon genau hinsehen, aber direkt an der Mauer lag ein toter Hund.

»Okay, Walt, unser Fall«, sagte ich, »schickst du uns rüber, was ihr habt?«

»Wie immer, Jerry! Wie immer.«

***

Phil und ich hatten uns in unser Büro im Field Office an der Federal Plaza zurückgezogen, denn wir hatten eine Menge Material mitgenommen, durch das wir uns jetzt durchackern wollten. Bevor wir mit der Arbeit beginnen konnten, mussten wir uns einen Überblick verschaffen – oder es zumindest versuchen: Was war Cercyon? Was war das Marlin-Projekt?

»Cercyon ist un… Was könnte das bedeuten?«, fragte Phil eher sich selbst als mich. Ich antwortete trotzdem: »Es könnte alles und nichts heißen. Cercyon ist unterschriftsreif, unauffindbar, unentdeckt, ungenießbar, unsichtbar.«

»Oder auch unsensibel, unfertig, undicht«, setzte Phil die Liste fort.

»Du hast recht, mit Rätselraten kommen wir nicht weiter.«

»Macht alles einen sehr mysteriösen Eindruck«, fand Phil und nippte an seiner Kaffeetasse. Ich musste ihm abermals recht geben. »Konzentrieren wir uns erst mal auf die Fakten und die Spurenlage«, schlug ich vor, und mein Partner wedelte zustimmend mit einem Blatt Papier. »Okay, hier haben wir schon mal einen Hinweis darauf, wie der Täter eindringen konnte«, sagte Phil.

»Was ist das?«, wollte ich wissen.

»Das ist die Liste der Zugriffe auf den Türöffner-Mechanismus an der Institutsrückseite. Die letzte Person, die den Iris-Scanner passiert hat, um reinzukommen, war Jenna Blacksmith.«

»Die Tote im Garten«, erinnerte ich mich.

»Exakt. Wir können also davon ausgehen, dass der Mörder einfach wartete, bis die Mitarbeiterin rauskam, und dann: zack!«

»Wenn es so war«, ergänzte ich, »dann spricht das dafür, dass der Mörder eiskalt und planmäßig vorgegangen ist. Dann muss er die arme Frau nämlich erst mal lebendig zum Iris-Scanner gezerrt haben.«

»Wieso das?«, fragte Phil. »Er kann sie doch auch erst ermordet haben und dann – mit hochgezogenen Augenlidern – die Tür geöffnet haben.«

Ich winkte ab. »Nein, so klappt das nicht. Die Augen werden sofort nach Eintreten des Todes sehr trüb und die Iris weitet sich extrem aus. Halbwegs moderne Scanner lassen sich so nicht überwinden.«

»Oh Gott«, warf Phil ein, »dann ahnte die arme Frau wahrscheinlich schon, was ihr blühte. Und sie konnte nichts machen. Schreckliche Vorstellung!«

Mein Telefon klingelte und ich drückte die Freisprechtaste.

»Walt, du schon wieder«, begrüßte ich den Kollegen, »was gibt’s noch?«

»Eine mutmaßlich gute Nachricht, Jerry. Die Kollegen von der Scientific Research Division haben Blut an Busters Schnauze gefunden – menschliches Blut.«

»Ist das der tote Hund? Meint ihr, es könnte das Blut des Mörders sein?«

»Wäre zumindest möglich. Dem Hund hat er auch eine Kugel verpasst. Könnte sein, dass der Hund ihn vorher angegriffen und gebissen hat.«

»Lässt sich mit dem Blut denn was anfangen?«, rief Phil aus dem Hintergrund.

Walt Romanowskis Antwort stellte mich zufrieden: »Das Labor hat’s versprochen und will so schnell wie möglich Ergebnisse liefern.«

»Super Arbeit!«, sagte ich und legte auf.

Im gleichen Moment klingelte mein Telefon schon wieder. »Walt? Was gibt’s noch?«

»Jerry, das Beste hab ich doch glatt vergessen. Wir haben die Festplatte gefunden, auf der die Aufnahmen der Laborkamera gespeichert sind. Wir haben euch den Film überspielt.«

»Na, bestens!«

Nach nur zwei Telefonaten mit den zuständigen Stellen bei uns im Haus stand dieser Film auch auf meinem Rechner zur Verfügung.

»Wahnsinn, die Qualität«, wunderte sich Phil, »die meisten Überwachungskameras nehmen total grobkörnig auf, und zwar in Schwarzweiß. Aber das hier ist ja wie Fernsehen, nur ohne Ton.«

Tatsächlich erkannte man jedes Detail. Wir sahen uns die letzten fünf Minuten vor dem Mord an. Laut eingeblendeter Uhrzeit hatte sich das, was wir jetzt hier sahen, ziemlich genau morgens um 3.50 Uhr abgespielt.

Erst war nur Dr. Shaw im Bild, der an seinem großen Schreibtisch saß und an seinem Computer arbeitete. Er hackte wie besessen Kolonnen von Buchstaben und Ziffern in seine Tastatur und verfolgte auf einem seiner beiden Bildschirme, was er da tippte. Auf dem anderen Bildschirm war die dreidimensionale Darstellung eines Objekts zu sehen, das wir nicht einordnen oder erkennen konnten.

»Was soll das sein?«, fragte ich, »ineinandergestapelte Hüte?«

»Ich kann’s nicht erkennen«, gab Phil zu. »Es könnten auch drei Suppenschüsseln sein, von denen die unterste einen Standfuß hat.«

»Wir sollten es nah heranzoomen, ausdrucken und unseren Experten zeigen«, schlug ich vor.

Phil drückte die Pause-Taste, zoomte an das seltsame Gebilde heran und druckte die Darstellung aus. Zusätzlich fotografierte er mit seinem Smartphone den Bildschirm ab.

Ich ließ den Film weiterlaufen. Jenna Blacksmith in einem weißen Laborkittel kam ins Bild, beugte sich mit ein paar Unterlagen von hinten über Dr. Shaws Schulter. Die beiden küssten sich, kicherten offenbar wie Teenager, dann verschwand die Frau, nur um Sekunden später mit einer Daunenjacke in der Hand durchs Bild zu stiefeln.

Eine Minute später: Unruhe bei Dr. Shaw, er stand auf, verschwand aus dem Bild, kam im Laufschritt zurück. Er packte ein silbriges Gerät, dessen Form entfernt an die einer Sektflasche erinnerte, in einen überdimensionierten, schmalen, vielleicht sechs Fuß langen silbernen Koffer, den er verschloss und dann in einer Art Geheimfach zwischen Schreibtisch und Wand versteckte. Dann eilte er an die Tafel, nahm einen roten Stift, blickte noch genau in die Kamera und schrieb: Cercyon ist un. Dann traf ihn offenbar eine Kugel, denn Shaw wurde heftig zurückgeschleudert.

Schließlich erschien eine schwarz gekleidete und maskierte Gestalt auf der Bildfläche, schoss weiter auf Dr. Shaw, insgesamt drückte die Person viermal ab. Zu unserer Überraschung brauchte der Killer den Koffer, auf den er es wohl abgesehen hatte, gar nicht erst zu suchen. Er ging geradewegs und schnurstracks auf das Versteck zu, fast so, als habe er selbst den Koffer dort versteckt, zog ihn hervor und verschwand in aller Seelenruhe.

***

Alfie Daffoyle stand immer noch unter dem Eindruck seines Einsatzes und posierte stolz vor seinem Spiegel. Er hatte es noch drauf, das hatte er ja wohl bewiesen. Alles hatte wie am Schnürchen geklappt: penibel genau planen, schnell rein, zuschlagen, schnell wieder raus.

Das Vorgehen war stets das gleiche. Schade eigentlich, dass kaum jemand je erfahren würde, dass er, Alfie Daffoyle, der Mann war, der diesen Coup erfolgreich über die Bühne gebracht hatte. Er alleine!

Alfie hatte nach dem Einsatz erst mal ausgiebig geduscht und danach die Bisswunde in seiner Wade versorgt, die ihm dieser verdammte Köter beigebracht hatte. So gut die Vorbereitung auf den Einsatz auch gewesen war: Dass man ihm nichts von dem Hund gesagt hatte, war eindeutig ein Fehler des Planungsstabes oder dieses arroganten Schnösels … Wie hieß er noch gleich? Ach ja, Miller. Jawohl, beschloss Alfie, das würde er diesem Typen schon sagen, wenn er sich meldete.

Wie aufs Stichwort klingelte Alfies neues Prepaid-Handy, dessen Akku er anweisungsgemäß erst vor fünf Minuten eingesetzt hatte.

»Ja, bitte?«, meldete Alfie sich, obwohl er natürlich wusste, wer dran war. Schließlich kannte niemand sonst diese Telefonnummer.

»Alfie, hier ist Miller. Hat alles geklappt?«, erkundigte sich eine angenehme Stimme mit einem Akzent, der ein bisschen nach Bostoner Oberschicht klang. Die Frage war reine Formsache, denn ein Profi wie Miller überzeugte sich gern vor Ort davon, wie seine Leute einen Job erledigten, und das hatte er auch in diesem Fall getan.

»Wie am Schnürchen. Danke der Nachfrage, Sir!«

»Hören Sie, es gibt eine Planänderung. Wir treffen uns bereits morgen, um das Geschäft abzuwickeln. Ist das okay für Sie?«

Alfie erhob sich ruckartig aus dem alten, ziemlich abgewetzten, aber intakten Sessel. Dabei klackerten die Eiswürfel in dem Glas, das er in der linken Hand hielt und das er sich drei Finger hoch mit Kentucky-Straight-Bourbon-Whiskey gefüllt hatte.

»Das war aber anders abgemacht, Mister Miller«, versuchte Alfie zu protestieren, aber im Grunde wusste er, dass er Befehlen zu gehorchen hatte und basta. So wie früher, als er noch bei den Marines gedient hatte. In der Zeit vor seinem unrühmlichen Abgang …

»Hören Sie, Alfie, gewisse Umstände zwingen uns zum schnellen Handeln. Sie kennen das Geschäft ja, Sie wissen doch am besten, wie schnell sich die Lage ändern kann!«

Das stimmte natürlich, dachte Alfie und versuchte, ein wichtiges Gesicht zu machen, obwohl er wusste, dass niemand ihn sehen konnte. »Also, wie geht’s weiter?«

»Ganz einfach. Ich schicke morgen Abend Männer, die den Koffer holen und das Geld bringen.«

»60.000 Dollar in bar?«, wiederholte Alfie mit einem Lächeln im Gesicht die längst abgemachte Summe.

»Nein. 100.000 Dollar in bar«, erwiderte Miller. »Denn es ist noch eine Herausforderung dazugekommen. Eine kleine Herausforderung für einen Mann wie Sie. Sie müssen noch jemanden beseitigen. Und wir sagen Ihnen, wann und wo.«

***

Phil schlug verärgert mit der flachen Hand auf den Tisch. »Dieser neue Computer nervt«, schimpfte er. »Ich habe wieder irgendwas falsch eingestellt und bekomme jetzt keinen Zugriff auf unser Aktenarchiv. Das ist doch wirklich zum …«

»Zeig mal her«, klinkte ich mich ein, stand auf und ging zu Phils Rechner rüber. »Alles richtig, Phil, kein Grund zur Klage.«

»Aber hier, sieh mal: In dieser Liste steht doch ganz eindeutig, dass es eine FBI-Akte unter dem Schlagwort Cercyon gibt, aber ich komme einfach nicht weiter.«

»Kein Wunder«, sagte ich amüsiert, »das gute Stück ist sozusagen indiziert, das darf nicht jeder sehen. Hier ist das entsprechende Symbol.«

Ich tippte mit meinem Kugelschreiber auf ein stilisiertes Schloss, das neben dem Dateinamen auf dem Bildschirm zu sehen war.

»Was hat das nun wieder zu bedeuten?«, fragte Phil, während er schon eine Telefonnummer tippte. »Hier ist Special Agent Decker, FBI New York«, meldete er sich.

Ich entnahm dem Gesprächsverlauf, dass Phil offenbar mit unserem Archiv sprach, sich von dort mit der FBI-Abteilung, die für die Online-Dokumentation zuständig war, verbinden ließ und schließlich tatsächlich einen Mitarbeiter am Telefon hatte, der kompetent Auskunft geben konnte.

Phil machte einen zunehmend verzweifelten Eindruck; er rollte entnervt die Augen, schüttelte den Kopf, kam aber kaum zu Wort. »Okay«, sagte er schließlich in die Telefonmuschel, »alles, was Sie mir zum Thema Cercyon-Akte sagen können, ist also: Es gibt sie, aber ich darf sie nicht einsehen. Habe ich Sie richtig verstanden? … Na, vielen Dank!« Dann legte er verärgert auf.

Ich presste die Lippen aufeinander und versuchte, ein bisschen aufmunternd zu klingen, als ich sagte: »Vielleicht erreicht Mister High mehr als wir. Und wir kümmern uns so lange um das Zeug, das uns Walt und seine Leute hinterlassen haben.«

Phil nickte und trommelte mit den Fingern auf zwei Papierberge auf seinem Schreibtisch. »Und das völlig unverschlüsselt …

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