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Jerry Cotton - Folge 2914

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Der Geruch der Angst
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Der Geruch der Angst

Er schaute in die Gasse. Darin war es dunkel wie in der Höhle eines Bären. Konnten diese Leute nicht mal einen normalen Treffpunkt wählen? Das fahle Licht einer weit entfernten Laterne spiegelte sich in den Pfützen. Wir treffen uns am Müllcontainer, hatte die Anweisung gelautet. Der Container war tief im Dunkeln verborgen. Nur schwach konnte er seine Umrisse erkennen. Aber der Geruch wies ihm den Weg. Kein Mensch würde ihn sehen, wenn er dort zusammengeschlagen würde und Hilfe bräuchte.

»Hallo«, rief er halblaut. Er hätte an eine Taschenlampe denken sollen. Aber er war Arzt und kein Gauner. Oder doch? Wie weit war er bereits gesunken?

Er rief lauter. Als Reaktion auf seine Stimme hörte er das Trippeln kleiner Füße auf knisternden Mülltüten.

Niemand da. Auch gut, dachte er. Dann kann ich ja wieder gehen.

Als er sich umdrehte, versperrten ihm zwei mächtige Schatten den Weg. »Hallo«, krächzte er und räusperte sich. »Sind Sie mein Kontakt?«

Ohne zu antworten, hob einer der Männer die Hand. Darin schimmerte etwas Helles, Weißes.

Zögernd tat er einen Schritt nach vorn. Sein ganzer Körper zitterte. Es war nicht die Kälte, die seine Knie schlottern ließ.

»Hier, nimm«, sagte der Mann ungeduldig. »Darauf steht, was wir als Nächstes wollen.« Seine Stimme klang rau und gleichzeitig tonlos, als hätte er eine schwere Erkältung.

Ihm fielen auf Anhieb drei Medikamente ein, die er ihm verschreiben würde. Aber natürlich hielt er den Mund.

Stattdessen faltete er den Zettel auseinander. Was würde es diesmal sein? Er las die Anweisung. »Das muss aufhören.« Scharf zog er die Luft ein.

»Kümmere dich besser schnell darum. Ansonsten kannst du schon mal anfangen, deine Knochen zu nummerieren. Dottore!« Er spuckte das Wort förmlich in die Pfütze vor seinen Füßen. »Und damit du nicht auf dumme Gedanken kommst, stellt dir der Boss einen Bodyguard zur Seite.« Er lachte hustend. Der zweite Mann trat ins Licht. Eine lange Narbe verunstaltete seine linke Gesichtshälfte.

Er schluckte schwer. Wann würde endlich Schluss sein?

Seine Frage stand ihm ins Gesicht geschrieben. Der zweite Mann lachte wieder: »Du hast deine Schulden noch längst nicht abgezahlt.«

***

Phils Mobiltelefon meldete sich mit einem dieser alten Klingeltöne, wie man sie von vor zehn Jahren kannte. Umständlich zog er den alten Knochen aus der Tasche. Wir hatten ihn uns von der Asservatenkammer ausgeliehen. Es passte perfekt zu unserer Tarnung.

Missmutig warf Phil einen Blick auf das monochrome Display. Er vermisste schon jetzt sein kleines, schickes Smartphone.

»Der Chef«, flüsterte Phil und drückte auf die überdimensional große Taste mit dem grünen Hörer.

Ich reckte meinen Kopf herüber und lauschte. »Gibt es etwas Neues, Phil?«, hörte ich den Assistant Director fragen.

»Im Moment noch nicht«, antwortete Phil und zerrte am Kragen seines Wollpullis. Das raue Material kratzte am Hals, genau wie unsere neue Gesichtsbehaarung. Aber beides hielt warm und schützte uns davor, im Danny’s allzu sehr aufzufallen.

Das Danny’s war eine heruntergekommene Kneipe mitten in der South Bronx. Es wäre nicht der Ort meiner ersten Wahl, um einen gemütlichen Abend zu verbringen. Aber einer unserer Informanten hatte uns gesteckt, dass der Mann, den wir seit Tagen suchten und der uns zu Armilio führen sollte, sich hier mit einem Kunden treffen wollte. Wir wussten nur nicht, wann. Also hingen wir seit fünf Tagen nahezu ununterbrochen in dieser Spelunke herum und genossen das wässrige Bier.

»Dann ist das Ihr letzter Abend an dem Fall. Ich brauche Sie für etwas anderes. Ich will Sie beide morgen früh im Office sehen. Rasiert.«

Phil wiederholte leise, was Mr High gesagt hatte.

»Okay«, bestätigte Phil.

Wir waren zwar nur hinter einem kleinen Fisch her, einem Mann, der gefälschte Pässe, Geburtsurkunden und Kreditkarten vertrieb, aber ich kannte meinen Partner gut genug, um zu wissen, dass er genauso ungern wie ich einen Fall unaufgeklärt zu den Akten legte.

Andererseits war dieses Warten unbefriedigend und nutzlos. Es war nichts als verlorene Zeit, in der wir keine anderen Fälle bearbeiten konnten.

»Der taucht nicht auf und wir haben keine anderen Hinweise, denen wir nachgehen können«, sagte Mr High. »Sollen sich doch andere die Beine in den Bauch stehen. Das ist nicht das einzige Verbrechen in dieser Stadt.«

Phil nickte und legte auf.

Ich griff nach meinem Glas und leerte es. Mr High hatte wie immer recht. Es war langweilig und ich hatte das Gefühl, ich stumpfte ab, wenn ich noch einen Abend in dieser Kaschemme rumhängen müsste. Die Musik entsprach nicht meinem Geschmack, und die anwesenden Gäste starrten nur stumm in ihr Bier. Nichts, was uns half, die Zeit zu vertreiben.

»Okay«, sagte ich und stellte das leere Glas auf den Tresen. »Lass uns abhauen.« Ich legte ein paar Dollarnoten auf den Tresen.

In diesem Moment packte Phil meinen Arm und deutete mit dem Kopf auf einen Mann, der gerade zur Tür hereinkam. Er trug Jeans und einen grünen Parka. Nichts Auffälliges in dieser Gegend und bei dem Wetter.

Aber als ich genauer hinschaute, sah ich, was Phils Aufmerksamkeit erregt hatte. Der Mann hielt einen Aktenkoffer in der Hand und schaute sich suchend um. Sein Blick fiel auf uns.

Hätten wir noch am Tresen gesessen und wie alle anderen in unser Bier gestarrt, wären wir ihm wahrscheinlich nicht aufgefallen. Aber so wusste er sofort, was Sache war. Er roch den Braten, drehte sich um und stürzte aus der Bar.

***

Kalte, nasse Luft schlug uns entgegen, als wir hinter dem Mann im grünen Parka durch die Tür stürmten. Draußen war es bereits dunkel. Nur jede zweite Laterne spendete ein fahles, blasses Licht. Der Rest der Straßenlampen war defekt, zerschlagen von gelangweilten Jugendlichen oder frustrierten Erwachsenen.

Mit raschen Schritten lief er die 138th herunter. Er rannte zwar nicht, aber er war nahe dran. Die Kragen unserer Mäntel aufgestellt, folgten wir ihm.

Der Mann im grünen Parka drehte sich hastig um und beschleunigte seine Schritte. Das Stakkato unserer Stiefel auf dem nassen Asphalt wurde ebenfalls schneller. Wir nahmen Geschwindigkeit auf, und am Ende rannten wir.

Der Mann bog ab. Wir stürmten hinterher. Plötzlich standen wir in einer Gasse, die noch dunkler als die 138th war. Wir stoppten, gingen jetzt vorsichtiger weiter. »Der ideale Ort für einen Hinterhalt«, raunte Phil.

Große Müllcontainer thronten links und rechts von uns. Hinter jedem konnte ein Angreifer lauern. Wir zogen unsere Waffen aus dem Beinhalfter und brachten sie in Anschlag.

Der Mann war nirgends zu sehen. Dafür nahm der Gestank der Müllcontainer mit jedem Schritt zu. Ein Rascheln ließ uns herumfahren. Das Licht einer Taschenlampe flammte auf. Phil hielt eine kleine Maglite in der Hand. »Klasse Partner«, lobte ich ihn. Er leuchtete auf den Boden. Schwarze Schatten flohen aus dem Lichtkegel.

»Ratten«, zischte ich angewidert.

Plötzlich erlosch die Lampe und Metall schlug auf den Asphalt. Eine Faust traf auf nacktes Fleisch. Phil keuchte neben mir. Ich versuchte herauszufinden, woher das Geräusch kam. Als sich meine Augen endlich wieder an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich, wie der Mann im grünen Parka Phil im Schwitzkasten hielt. Zumindest versuchte er es.

Aber Phil war kein leichter Gegner. Behände griff er über seine Schulter und warf den Mann mit einem gekonnten Judogriff auf die nasse Straße.

Dann war ich bei ihnen. »FBI«, rief ich und zielte mit der Waffe auf den Kopf des Mannes. Der verzog das Gesicht. Ob vor Schmerzen oder aus Frust, konnte ich nicht sagen.

»Was befindet sich in dem Aktenkoffer?«, fragte ich.

»Welcher Aktenkoffer?« Der Mann im grünen Parka schaute sich erstaunt um.

Ich hob die Maglite auf und schaltete sie an. Tatsächlich, der Aktenkoffer war weg.

»Verarsch jemand anderen.« Phil zog den Mann auf die Beine und legte ihm Handschellen an. Ich suchte seine Taschen nach Ausweispapieren ab. »Keine Papiere.«

»Wo hast du den Aktenkoffer versteckt?«, knurrte ich. »Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn finden.«

Der Mann im grünen Parka schnaubte geräuschvoll durch die Nase.

Mir war klar, was auf mich zukam. Einen nach dem anderen öffnete ich die Deckel der Müllcontainer. Übler Gestank schlug mir entgegen. Aber nicht nur das. Trotz der Taschenlampe war es so dunkel, dass ich mich tief in die Container hineinbeugen musste, um etwas erkennen zu können.

Und dann entdeckte ich den Koffer. Er lag natürlich im letzten der fünf Container. Triumphierend zog ich ihn heraus.

»Das ist nicht meiner«, sagte der Kerl cool. »Ihr wollt mir was anhängen.«

In diesem Moment wusste ich, dass wir in dem Koffer etwas Interessantes finden würden. Ich hockte mich hin und stellte den Koffer auf meine Oberschenkel. Als der Verschluss aufschnappte, leuchtete ich mit der Maglite hinein. Ohne es zu merken, hatte ich den Atem angehalten. Enttäuscht ließ ich ihn wieder entweichen. Im Inneren des Koffers rollten eine leere Dose Cola und eine Kugel aus Alufolie hin und her.

»Das war mein Abendessen.«

»Also doch dein Aktenkoffer?«, fragte Phil.

Der Mann hielt die Klappe, als er merkte, dass er sich verquasselt hatte.

»Warum bist du vor uns davongerannt, wenn du doch nur dein Abendessen dabeihast?« Ich öffnete die Alufolie. Sie roch verdächtig nach Corned Beef.

»Schaut euch doch an«, motzte der Mann. »Ihr seht aus wie Ganoven.«

Ich wollte den Deckel schon schließen, da fiel mir auf, dass der Koffer innen viel kleiner war als außen. Ich nahm den Müll heraus und drückte auf den schwarz ausgelegten Boden. Nichts passierte.

Nacheinander presste ich alle vier Ecken herunter. Da klickte es leise und der Boden löste sich.

»Na, sieh mal einer an«, sagte ich. »Zwei Kreditkarten, ein Führerschein.« Ich hielt ein weiteres Blatt unter den Lichtstrahl der Maglite. »Und was ist das? Eine Approbationsurkunde?« Ich pfiff durch die Zähne.

Der Mann im grünen Parka stieß ein paar Flüche aus. Ich ließ mich davon nicht beirren.

»Du bist verhaftet«, erklärte Phil.

Ich öffnete die hintere Tür des Wagens. Leider war es nicht mein Jaguar. Für die Observierung hatten wir uns etwas Schäbiges aus dem Fuhrpark ausgeliehen.

Ich schob den Mann auf den Rücksitz und warf die Tür ins Schloss. »Wer hätte gedacht, dass wir den Kerl noch in letzter Minute schnappen?« Zufrieden öffnete ich die Fahrertür. Doch etwas ließ mich zögern.

Aus dem Augenwinkel heraus sah ich jemanden auf der anderen Straßenseite entlanglaufen. Als ich genauer hinschaute, erkannte ich, dass der Mann eher torkelte, als dass er lief. In der Hand hielt er eine braune Papiertüte.

»Nur ein armer Schlucker«, sagte Phil über das Dach hinweg. Auch er hatte den Mann gesehen.

Aber etwas ließ meine Augen länger bei dem Mann verweilen. Etwas an ihm entsprach nicht dem Bild eines Stadtstreichers. Er trat unter eine der funktionierenden Laternen. Die Kleidung war einfach, aber sauber.

»Moment mal, Phil.« Ich schlug die Autotür zu. »Den will ich mir genauer anschauen.«

Langsam überquerte ich die Straße. Der Mann schwankte weiter, ohne Notiz von mir zu nehmen. Sein linkes Bein knickte weg und er kippte zur Seite. Mit der freien Hand hielt er sich an der Wand fest. Mühevoll richtete er sich wieder auf.

»Alles in Ordnung mit Ihnen, Mister?«, rief ich.

Der Mann drehte sich nur kurz um. Dann beschleunigte er seine Schritte. Doch wieder knickte sein Bein weg. Diesmal bot ihm die Wand keinen Halt und er brach zusammen.

Die Papiertüte riss auf und ihr Inhalt landete auf dem Boden. Ich erwartete das Klirren von Glas, aber das Geräusch blieb aus. Stattdessen rollten zwei kleine Plastikdosen in den Rinnstein.

Phil beugte sich über den Mann. »Sir, können Sie mich hören?«, fragte er laut.

Ich griff nach den Dosen. Es waren solche, wie sie für Tabletten benutzt werden. Hatte der Mann einen Drugstore ausgeraubt und war high von den Medikamenten?

Im Licht der Laterne suchte ich nach einer Aufschrift. Aber ich fand weder einen Patientennamen noch den Namen eines Arztes oder den des Drugstores.

»Ungewöhnlich«, murmelte ich und entzifferte den Namen des Medikaments. Es war ein Schmerzmittel. Drei Mal täglich eine Tablette, lautete die Anweisung.

»Der Mann blutet.« Phil griff nach seinem Mobiltelefon. »Ich rufe einen Krankenwagen.«

Ich ging zu dem noch immer am Boden liegenden Mann. Sein Hemd war am Bauch dunkel verfärbt. Ich richtete die Maglite darauf und sah, dass es mit Blut getränkt war. Ohne nachzudenken, presste ich meine Hand darauf. Der Mann stöhnte. »Können Sie mich hören, Sir?«, fragte ich laut. »Wie ist Ihr Name?«

Der Mann ächzte und schloss die Augen.

Phil steckte das Telefon wieder ein und tätschelte dem Mann die Wangen. »Bleiben Sie bei uns, Mister.«

»Ist es eine Schusswunde?«

Ich nahm meine Hand vorsichtig zur Seite und knöpfte das nasse Baumwollhemd auf. Darunter klebte ein blutiger Verband. Er war so durchnässt, dass die Pflaster nicht mehr hielten. Vorsichtig zog ich sie ab.

Ich erwartete, ein mehr oder weniger großes Loch zu sehen. Stattdessen kam unter dem Verband eine frische Operationswunde zum Vorschein. »Vergiss den Krankenwagen«, sagte ich. »Ehe der hier ist, ist der Mann verblutet.«

Phil zog seine Jacke aus und presste sie fest auf die Wunde. »Das Bronx Hospital ist ganz in der Nähe.«

Ich rannte zum Wagen. Als ich die Tür aufriss, fiel mir der Mann im grünen Parka wieder ein. Mist, was sollten wir nur mit ihm machen? Wir brauchten den Rücksitz.

Mir blieb nichts anderes übrig. Ich öffnete das Handschuhfach und griff hinein. Dann zog ich den Mann am Kragen seines Parkas aus dem Fond des Wagens. »Was haben Sie vor?«, brüllte er.

Ich ignorierte seine Frage, schleppte ihn zur nächsten Laterne und fesselte ihn mit meinen Ersatzhandschellen am Laternenpfahl. »Schön hier warten«, sagte ich. »Es kommt gleich jemand und holt dich ab.« Dann fuhr ich den Wagen zu Phil und dem Verletzten hinüber.

Vorsichtig schoben wir ihn auf den Rücksitz. Der Mann war erstaunlich leicht. Ich setzte mich daneben und presste weiter Phils mittlerweile durchweichte Jacke auf die Wunde. Warmes Blut sickerte zwischen meinen Fingern hindurch.

***

»Schön wach bleiben, Mister«, rief ich und wählte eine Nummer beim NYPD. Alex, ein Kollege vom 40. Revier, schuldete mir noch einen Gefallen. »Hier ist Jerry«, sagte ich knapp. »Kannst du bitte dem Bronx Hospital Bescheid geben, dass wir in fünf Minuten mit einem schwer verletzten Mann bei ihnen sind? Und dann wäre es schön, wenn du kurz zur Willis Avenue, Ecke 138th East fahren würdest. Vor dem Danny’s befindet sich ein Mann, den wir in Gewahrsam genommen haben.« Ich teilte ihm noch mit, dass er an einer Laterne auf ihn warten würde. »Kannst du ihn in eine Zelle stecken? Wir holen ihn nachher ab.«

Alex stöhnte auf, aber ich wusste, er würde mir den Gefallen tun. Zufrieden legte ich auf. Mit der freien Hand untersuchte ich die Taschen des Mannes und fand einen abgewetzten Führerschein. Im Scheinwerferlicht der entgegenkommenden Autos versuchte ich, das Foto zu erkennen. Soweit ich es sagen konnte, war es der Mann vor mir. »Sein Name ist Kim Hyong-sik. Geburtsort ist Ulsan.«

»Klingt irgendwie nach Asien«, sagte Phil.

»Ja, aber er lebt in der Bronx. Er wohnt ganz in der Nähe des Ortes, an dem wir ihn aufgelesen haben.«

»Er war also auf dem Weg nach Hause.«

Mr Kim stöhnte auf. Seine Augen öffneten sich kurz, dann fielen sie wieder zu. Ich schlug ihm leicht gegen die Wange. Seine Haut fühlte sich heiß und trocken an. »Wir sind gleich im Krankenhaus, Mister Kim. Bleiben Sie bei uns.«

Er öffnete die Augen wieder, versuchte mich zu fixieren. Doch nach ein paar Sekunden verdrehte er sie und wurde ohnmächtig. »Phil, drück auf die Tube.«

»Wir sind gleich da.« Der Wagen machte einen Satz, als Phil das Gaspedal durchtrat. Drei Minuten später hielten wir mit quietschenden Reifen vor der Notaufnahme des Bronx Hospital.

Zwei Schwestern und ein Arzt warteten bereits vor dem Eingang auf uns. Sie eilten uns mit einer Trage entgegen.

»57-jähriger Mann«, informierte ich den Arzt. »Er hat starke Blutungen am Bauch. Sieht nach einer aufgeplatzten OP-Narbe aus. Außerdem fühlt er sich heiß an.«

Der Arzt setzte sein Stethoskop auf die Brust des Mannes. »Seine Atmung ist flach.«

»Sein Puls ist schwach«, ergänzte eine Schwester. Sie packten die Trage und rollten sie durch die Tür der Notaufnahme.

Phil und ich atmeten durch. Ich hatte noch immer den Geruch von Blut in der Nase. Tief sog ich die frische, feuchte Luft ein. Da öffnete sich die Tür der Notaufnahme wieder. »Kommen Sie bitte?«, rief eine der Schwestern. Wir nickten und betraten das Krankenhaus.

»Wir werden die Polizei informieren müssen«, sagte sie.

Ich blickte auf ihr Namensschild. »Das wird nicht nötig sein, Schwester July.« Ich kramte aus den Tiefen meiner Tasche meinen Dienstausweis heraus. »Agent Jerry Cotton vom FBI. Das ist mein Kollege Phil Decker. Wir haben den Mann auf der Willis Avenue gefunden.«

Sie hob eine Augenbraue.

»Können Sie uns schon sagen, warum der Mann mit einer frischen OP-Narbe mitten ...

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