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Jerry Cotton - Folge 2913

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die beste Waffe
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die beste Waffe

Der Mann mit dem dunklen Haarkranz und der Narbe am Kinn hatte ein verkniffenes Gesicht. Entschlossenheit blitzte in seinen Augen. Er sah durch das Zielfernrohr des Spezialgewehrs. Im Fadenkreuz sah er das Gesicht des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Schütze hielt die Waffe so, dass das Fadenkreuz genau über der Stirn war. Gut so, dachte er. Da gehört es hin, dieses Kreuz. Auf die Stirn des Präsidenten.

Er drückte ab. Die Kugel traf genau zwischen die Augen. Der Kopf zerplatzte. Blutrot troff es herab.

Zufrieden senkte der Schütze die Waffe und juckte sich dann auf eine recht auffällige Weise an der Narbe an seinem Kinn.

»Er hat es nicht anders verdient, dieser Bastard«, murmelte er.

»Ein guter Schuss«, sagte der andere Mann – hochgewachsen, dunkelhaarig und gut trainiert. Unter dem linken Auge war ein dunkler Punkt, den man auf den ersten Blick für ein Muttermal halten konnte. Wenn man genauer hinsah, erkannte man, dass es eine Tätowierung war. Eine Träne.

Der Kahlköpfige grinste. »Gute Waffe«, meinte er. »Und darauf kommt es, sage ich Ihnen. Auf die Waffe. Und es gibt keine zweite wie diese hier. Das können Sie mir glauben.«

»Wenn Sie das sagen, Mister Kells.«

Der Kahlköpfige grinste breit. »Ich habe sie konstruiert. Ich kenne jede Schraube an dem Ding und ich sage Ihnen, es ist nie wieder ein Gewehr mit einer vergleichbaren Zuverlässigkeit hergestellt worden.« Er hob die Augenbrauen. »Sie können damit jemandem auf anderthalb Kilometer das Auge ausschießen, wenn Ihre Hand ruhig genug ist.«

»So anspruchsvoll bin ich gar nicht.«

»Das sollten Sie aber sein, Mister. Wer weiß, gegen wen man sich noch alles verteidigen muss! Die Regierung ist wie eine Krake. Eines Tages kriegt die jeden. Sie werden es auch noch sehen. Und am Ende sind Sie auf sich allein gestellt, wenn diese Bastarde Sie mit allen Tricks fertigzumachen versuchen.«

Zusammen gingen sie die fast fünfhundert Schritte, die zwischen ihrem Standort und dem Ziel lagen.

Sie erreichten einen Baum mit stark überhängenden Ästen.

Ein Seilstück hing von einem dieser Äste herab.

Die Melone, die Kells damit befestigt hatte, war durch den Schuss auseinandergeplatzt. Irgendwo lag ein Computerausdruck, der ein Foto vom Gesicht des Präsidenten der Vereinigten Staaten zeigte.

»Sie haben einen eigenartigen Humor, Mister Kells.«

»Wieso Humor?«

»Na ja, ich meine, dass Sie die Melonen, auf die Sie schießen, mit Fotos bekannter Leute bekleben. Präsidenten und so – Sie wissen schon, was ich meine. Tut mir leid, das finde ich schräg.«

»Ich finde es schräg, wie diese Bande von Parasiten unser Land ausbeutet und sich von all denen einlullen lässt, die das Recht auf Waffenbesitz einzuschränken versuchen! Aber ich sage immer, wenn ich meine Waffe nicht mehr in der Öffentlichkeit tragen darf, wie in New York, dann ist das der erste Schritt in die Diktatur.«

Kells bückte sich und hob den Fetzen auf, der von dem Foto des Präsidenten übrig geblieben war. Sein Gesicht bekam für einen kurzen Moment einen zufriedenen Ausdruck, als er sah, dass der Schuss mit dem Spezialgewehr genau zwischen die Augen gegangen war.

So, wie es sein sollte, ging es Kells durch den Kopf.

»Ich nehme die Waffe«, sagte der andere Mann. »Haben Sie auch Munition dafür?«

»Ja, habe ich. Die Waffe ist übrigens so konstruiert, dass Sie auch problemlos Standardmunition verwenden können. Und so, wie es aussieht, werden Sie das auch bald müssen, denn ich kann Ihnen bei den Spezialprojektilen nicht garantieren, dass Sie die noch lange nachbestellen können. Mein Vorrat geht nämlich zur Neige – und ein paar bewahre ich für meine eigenen Zwecke auf. Ich will schließlich vorbereitetet sein, wenn es so weit ist und alles zusammenbricht.«

Der Mann mit der Träne unter dem Auge runzelte die Stirn. »Die kleinen Modifikationen, die wir besprochen haben – bis wann können Sie die durchführen?«

»Ist alles in ein paar Tagen fertig.«

»Dann komme ich am Dienstag zu Ihnen raus auf die Farm.«

»Nein, nicht Dienstag. Dienstag bin ich in New York. Kommen Sie Sonntagabend oder erst Donnerstag. Und bringen Sie den Betrag in bar mit. Ich misstraue der Regierung und dem Bankensystem. Die überwachen doch, wo jeder Cent bleibt, und am Ende drehen sie einem einen juristischen Strick daraus, wenn sie es brauchen und einen aus dem Weg räumen wollen. Da kann ich Ihnen Dinge erzählen, Mister. Da fallen Sie vom Glauben ab, sag ich Ihnen.«

***

Es war ein Dienstag, der schon schlecht begann, denn als ich Phil morgens an der üblichen Ecke abholte, um mit ihm zum FBI Field Office an der Federal Plaza zu fahren, knallte uns der unvorsichtige Fahrer eines alten Ford hinten drauf. Der Schaden an meinem Jaguar hielt sich zum Glück in Grenzen. Eine leichte Beschädigung am Heck und an der Stoßstange, ein Rücklicht hatte es erwischt, im Grunde nichts Dramatisches. Es hätte schlimmer kommen können.

Da der Unfall erst abgewickelt werden musste und ich Kontakt mit Classic Car Tuning wegen der Reparatur aufnehmen musste, erreichten wir das Büro unseres Chefs mit leichter Verspätung.

Der Assistant Director stand am Fenster und hatte dabei die Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Die Hemdsärmel waren hochgekrempelt, die Krawatte gelockert.

»Ich weiß, dass wir etwas spät dran sind, Sir«, begann ich.

Aber Mr High ging darauf gar nicht weiter ein. »Es hat eine Leiche im Battery Park gegeben«, eröffnete er. »Rick Oramelli, 52 Jahre alt, Anwalt. Oramelli hat bis vor kurzem bei der Staatsanwaltschaft gearbeitet und war dort Spezialist für Fälle, die mit Geldwäsche und organisiertem Verbrechen zu tun hatten. Es wäre also nicht unwahrscheinlich, wenn es da einen Zusammenhang gibt.«

Mr High sah auf die Uhr an seinem Handgelenk. »Der Anruf von der City Police kam vor zehn Minuten. Die Untersuchung am Tatort dürfte gerade angelaufen sein.«

»Dann werden wir uns am besten sofort auf den Weg machen«, sagte ich.

»Lassen Sie keine Zweifel daran, dass wir die Ermittlungen übernehmen, Jerry«, ermahnte mich Mr High. »Die Informationen sind zwar noch recht spärlich, aber eigentlich besteht für mich kein Zweifel, dass die Sache in unseren Zuständigkeitsbereich fällt.«

»In Ordnung, Sir.«

Es klopfte. Helen, die Sekretärin unseres Chefs, brachte ein Tablett mit dampfenden Kaffeebechern herein.

»Sie gehen schon wieder?«, fragte sie, als Phil und ich uns in Richtung Tür bewegten.

Mr High deutete auf die drei dampfenden Becher, die Helen inzwischen auf den Tisch des Besprechungszimmers gestellt hatte. »Jerry und Phil haben dafür leider keine Zeit mehr, aber lassen Sie sie ruhig hier. Ich trinke alle drei.«

»Wie Sie meinen, Sir«, sagte Helen.

Solange der Jaguar in Reparatur war, nahmen Phil und ich uns ein Fahrzeug aus den Beständen unserer Fahrbereitschaft. Es handelte sich um einen unauffälligen Ford.

»Der Name Oramelli kommt mir bekannt vor«, sagte Phil und ging dabei mit seinem Smartphone ins Netz, um zumindest die wichtigsten, öffentlich zugänglichen Informationen suchen zu können.

»Hat sich selbstständig gemacht, als der neue Bezirksstaatsanwalt ihm erklärt hat, dass seine Karriere nicht weiter nach oben gehen wird.«

»Woher weißt du das denn, Jerry?«

»Habe ich von Malcolm Snyder gehört. Und der hat es von Oramelli selbst.«

Malcolm Snyder war einer unserer Verhörspezialisten im Innendienst. Und die hatten naturgemäß viel mit Anwälten und Staatsanwälten zu tun, denn bei einer großen Zahl von Vernehmungen bestand entweder eine oder sogar beide Seiten auf dessen Anwesenheit. Und natürlich tauschte man auch schon einmal die eine oder andere persönliche Information aus.

»Ein Anwalt, der die Seiten wechselt«, meinte Phil. »Erst jagt er Geldwäscher und zuletzt verteidigte er wahrscheinlich genau solche Typen, die er zuvor gejagt hat. Muss auch eigenartig sein.«

»Anwalt und Staatsanwalt dienen beide dem Recht«, sagte ich.

»Kann ja sein. Muss aber trotzdem eigenartig sein, plötzlich auf der anderen Seite zu stehen. Wäre interessant zu erfahren, wieso er sich mit seinen beiden Vorgesetzten überworfen hat.«

»Jedenfalls finanziell gesehen dürfte der Ausstieg kein Nachteil für Oramelli gewesen sein«, vermutete ich. »Ich nehme an, dass er mit seinem Spezialwissen von allen Gangstern New Yorks, die ein paar Koffer mit schmutzigen Dollars weiß zu waschen hatten und dabei erwischt wurden, gerne und zu lukrativen Honoraren engagiert wurde.«

»Willst du ihm daraus einen Vorwurf machen?«, fragte Phil. »Das war nun mal sein Spezialgebiet! Als Anwalt konnte er ja wohl schlecht als Verteidiger von Verkehrssündern anfangen!«

Wir erreichten schließlich den Battery Park im Süden Manhattans. Vom Battery Park aus hat man eine gute Aussicht auf die Freiheitsstatue. Im Osten kann man Brooklyn sehen und hat einen besseren Blick auf die Villen in den Heights als irgendwo sonst. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit und es ist nicht zu diesig.

An diesem Dienstag war es zwar kalt, aber es schien die Sonne. Wir stellten den Ford aus unserer Fahrbereitschaft auf einem der Parkplätze ab und stiegen aus.

Einige Einsatzfahrzeuge der City Police waren hier ebenfalls bereits zu finden. Ein Officer notierte die Nummernschilder der anderen parkenden Fahrzeuge. Eine vorsorgliche Maßnahme: Jeder, der hier seinen Wagen abgestellt hatte, war möglicherweise auch ein wichtiger Zeuge.

Wir zeigten unsere ID-Cards. Der Officer sah auf.

»Lieutenant Garcia erwartet Sie schon«, erklärte er.

»Billy Garcia vom 26. Revier?«, fragte ich. Ich kannte Garcia nämlich von einem gemeinsamen Sicherheitstraining im Umgang mit Handfeuerwaffen. Billy und ich hatten uns gut verstanden.

Der Officer beschrieb uns knapp den Weg zum Tatort, und wir schlugen die angegebene Richtng ein. Aber die Beschreibung des Kollegen hätten wir streng genommen gar nicht gebraucht.

Auch auf den Rasenflächen des Battery Park standen mehrere Einsatzfahrzeuge – sowohl von der City Police als auch vom Emergency Service sowie von der Scientific Research Division, dem zentralen Erkennungsdienst, der von allen New Yorker Polizeieinheiten genutzt wird.

***

Der Bereich um den Tatort war mit Flatterband abgegrenzt. Schaulustige standen außerhalb davon und sahen zu, wie ein halbes Dutzend Beamten des NYPD die Grasfläche nach irgendetwas absuchten.

Der Tote war bereits in einen Zinksarg gelegt worden.

Ich erkannte Dr. Brent Heinz, einen Gerichtsmediziner der Scientific Research Division. Er winkte uns kurz zu. Jetzt bemerkte uns auch Lieutenant Garcia, der uns bis dahin den Rücken zugewandt hatte.

Wir stiegen über das Flatterband und gingen zu ihnen hin. Unsere ID-Cards trugen wir gut sichtbar, damit die Officers Bescheid wussten, dass wir dazugehörten.

»Hallo, Jerry! Hallo, Phil!«, begrüßte uns Dr. Heinz. »Ich habe das Wesentliche gerade schon mit Lieutenant Garcia besprochen. Aber für euch auch noch mal: Letale Schussverletzung. Die Kugel drang fast genau dort, wo sich die Nasenwurzel befindet, in den Schädel ein. Kaliber kann ich euch erst sagen, wenn ich mit der Obduktion fertig bin.«

»Die Kugel ist nicht ausgetreten?«, fragte ich.

»Nein, sie ist noch im Schädel.«

»Spezialmunition«, meldete sich Billy Garcia zu Wort. »Muss so was Ähnliches sein wie das, was wir auch benutzen.«

Ich wusste natürlich, was Billy meinte. Moderne Waffen haben oft eine enorme Durchschlagskraft. Ein einziger Schuss kann unter Umständen nacheinander mehrere Körper durchschlagen. Gerade bei Polizeieinsätzen zur Geiselbefreiung und Ähnlichem würde ein Schusswaffeneinsatz zwangsläufig Unbeteiligte in Mitleidenschaft ziehen, wenn man nicht die richtige Munition benutzte.

»Unser Täter scheint ja richtig rücksichtsvoll zu sein«, sagte Phil stirnrunzelnd.

Billy deutete in Richtung einer Baumgruppe, die sich ungefähr zweihundert Meter entfernt befand. Links davon waren die Piers und die Anlegestellen der Fähren zur Statue of Liberty zu sehen.

»Aus Daves Richtung wurde geschossen«, erklärte Billy Garcia.

»Dave?«, echote ich.

Tatsächlich entdeckte ich unseren Chefballistiker Dave Chesnut. Er kauerte in einiger Entfernung am Boden und führte gerade eine Laserpeilung durch, um den Einschusswinkel näher zu bestimmen, und hatte uns noch nicht bemerkt. Er stand auf und ging auf die Baumgruppe zu.

»Ihr Kollege meint, dass der Schuss ungefähr von der Baumgruppe aus abgegeben worden sein muss«, berichtete Billy.

»Auf zweihundert Yards?«, staunte ich.

»Ein guter Schütze«, kommentierte Phil.

»Ein Scharfschütze mit einem sehr guten Gewehr und einer hervorragenden Zieloptik«, stellte Lieutenant Garcia klar. »Die Bäume dort sind im Übrigen auch die einzige Möglichkeit für den Täter gewesen, Deckung zu finden. Ihr Kollege meinte allerdings, dass er da noch etwas überprüfen will. Sie fragen ihn am besten gleich selbst danach.«

Das Gebiet um die Baumgruppe war ebenfalls mit Flatterband abgegrenzt worden. Mehrere Kollegen des Erkennungsdienstes stöberten dort herum, das Gesicht dabei stets aufmerksam auf den Boden gerichtet. Es war ja schließlich möglich, dass der Täter dort irgendetwas hinterlassen hatte.

»Ihr braucht mich dann ja hier nicht mehr«, meinte Dr. Heinz. Er wandte sich an mich. »Der Tote kommt jetzt zu uns in die Bronx. Wenn sich dabei nichts Außergewöhnliches ergibt, habt ihr das vorläufige Ergebnis noch heute Mittag. Ich schlage vor, dass das Projektil dann gleich in die SRD-Labors geht, oder besteht ihr darauf, es bei euch zu untersuchen?«

»Nein, nein«, wehrte ich ab. »Wir wollen das Ergebnis so schnell wie möglich.«

»Gut«, nickte Dr. Brent Heinz. »Wir hören dann voneinander.«

Bevor der Tote fortgebracht wurde, hatte ich noch kurz Gelegenheit, einen Blick auf ihn zu werfen. Er trug einen grauen Dreiteiler, darüber einen ebenfalls grauen Mantel. Die Schusswunde hatte offenbar nicht stark geblutet. Das weiße Hemd und die sehr gediegen wirkende Krawatte mit dem Anker darauf hatten kaum Blut abbekommen. Nur ein paar Spritzer, die so klein waren, dass man genau hinsehen musste.

Aber es gab einen roten Fleck in Bauchhöhe, der irgendwie gar nicht dazu passte.

Ich fragte Lieutenant Garcia danach.

»Mister Oramelli aß ein Sandwich, als er erschossen wurde.«

»Verstehe«, murmelte ich. »Aber ich verstehe nicht, wieso jemand sich so früh am Morgen in den Battery Park begibt und dort ein Sandwich isst!«

»Die gibt es hier in der Nähe«, erklärte Garcia. »Was soll es da für eine Erklärung geben? Ich nehme an, Mister Oramelli hatte einfach Hunger, weil er zu Hause nichts gefrühstückt hatte.«

»Trotzdem eigenartig«, meinte Phil. »Zur Tatzeit dürften vor allem Jogger hier im Park gewesen sein. Und Leute, die ihre Hunde ausführen.«

»Vergessen Sie die Angler nicht«, meinte Garcia.

»Meinetwegen. Und Oramelli kommt hier in Schlips und Anzug hin, um ein Sandwich zu essen?«

»Die Kollegen haben einige Zeugenaussagegen aufgenommen. Vielleicht ist etwas dabei, was man verwerten kann, Jerry.«

»Sag mal – noch was anderes, Billy.«

»Schieß los!«

»Hatte ich das falsch in Erinnerung oder seit wann bist du bei der Homicide Squad? Ich dachte, du wärst auf eurem Revier bei der Einheit, die sich mit organisiertem Verbrechen beschäftigt?«

»Bin ich auch immer noch, Jerry. Wenn jemand einen Mann mit Oramellis Vergangenheit erschießt, dann riecht das doch nach organisiertem Verbrechen. Und ich denke, deswegen seid ihr auch hier.«

»Stimmt«, musste ich zugeben, während der Tote weggetragen wurde.

»So wie es aussieht, wird das FBI ja nun den Fall an sich ziehen, aber wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätten wir das getan. Und ich gehe jede Wette ein, dass das kein gewöhnlicher Mordfall mit persönlichem Hintergrund ist.«

»Oramelli hat sich hier mit jemandem getroffen«, vermutete Phil. »Und zwar unter konspirativen Bedingungen. Dabei bekommt er eine Kugel in den Kopf.«

»Noch ist das eine Vermutung«, gab Garcia zu bedenken. »Aber genau so könnte es gewesen sein.«

Etwas später wurden wir zu der Baumgruppe gerufen, von der aus offenbar geschossen worden war.

»Wir haben die exakte Position, von der aus geschossen wurde«, erklärte Dave Chesnut. »Um eine Patronenhülse zu hinterlassen, war der Täter zu clever, aber wir haben einen Fußabdruck, der ihm vielleicht gehört. Größe 42.« Dave seufzte. »Ja, ich weiß, das könnte nahezu jeder sein, aber es ist ein Anfang.« Unser Kollege zeigte uns die Stelle, von der seinen Messungen nach geschossen worden war. Der Täter hatte einfach direkt neben einem Baum gestanden. Ein paar Sträucher hatten ihn zusätzlich verborgen. In aller Ruhe hatte er dort offenbar auf sein Opfer gewartet. »Der Killer hat die perfekte Position gewählt«, stellte Dave klar.

»Sieht alles nach einem Profi aus«, war Phil überzeugt.

»Womit es wohl immer eindeutiger wird, dass der Fall in unsere Zuständigkeit fällt«, meinte ich und wandte mich an Garcia. »Tut mir leid, Billy.«

»Kein Problem. Es ist nicht so, dass wir sonst nichts zu tun hätten und etwas dagegen hätten.«

***

Später suchten wir die Kanzlei auf, die Oramelli nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst bei der Staatsanwaltschaft gegründet hatte. Oramelli & Partner stand an der Tür.

Eine Sekretärin brachte uns in das Büro von Linda Davis. Zumindest war das der Name, der an der Tür stand.

»Special Agent Jerry Cotton, FBI«,

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