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Jerry Cotton - Folge 2912

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Blutschwur
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Blutschwur

Paco Hernandez umklammerte mit beiden Händen die Kante seines Ladentresens. Er hoffte, dass man das Zittern seiner Finger nicht bemerken würde. Doch der Rockerboss witterte die Angst des Geschäftsmanns. Hernandez erinnerte sich an die furchtbaren Geschichten, die man sich in Spanish Harlem hinter vorgehaltener Hand über die Rockerbande Big Apple Bandits erzählte.

Ob er doch besser Schutzgeld gezahlt hätte? Es war zu spät für solche Überlegungen. Der Rockerboss zog einen großkalibrigen Revolver und feuerte ohne Vorwarnung.

Das FBI ermittelte seit Monaten gegen die kriminellen Machenschaften der Big Apple Bandits. Diese ursprünglich in Brooklyn beheimatete Rockerbande hatte damit begonnen, sich wie ein Krebsgeschwür an der ganzen Ostküste auszubreiten. Die Biker waren ursprünglich ein harmloser Club von Motorradfahrern gewesen.

Doch seit Clark Dobson vor fünf Jahren der neue Bandits-Präsident geworden war, hatten sich die Zeiten geändert. Die ehrlichen und gesetzestreuen Clubmitglieder hatten ihre Jacken mit dem Bandits-Emblem ausgezogen und machten nicht mehr mit. Stattdessen rekrutierte Dobson einen Haufen Halsabschneider, die unter dem Deckmantel der Motorrad-Begeisterung Schutzgelderpressung und Zuhälterei betrieben.

Leider war Dobson ein ziemlich gerissener Bursche. Wenn es uns gelegentlich gelang, einen seiner Schergen zu verhaften, dann hüllte sich dieser Verdächtige stets in eisernes Schweigen. Es war uns bisher nie möglich gewesen, eine Verbindung zwischen dem Rockerboss und dem jeweiligen Verbrechen herzustellen.

Doch dann kam plötzlich der Durchbruch.

Clark Dobson hatte den Ladenbesitzer Paco Hernandez erschossen, weil dieser kein Schutzgeld zahlen wollte. Und es gab eine Augenzeugin, die vor Gericht unter Eid beschwören wollte, dass Dobson geschossen hatte.

Diese Frau hieß Julie Lonnegan, und sie war ausgerechnet Dobsons Freundin. Sie hatte draußen beim Motorrad gewartet und die feige Tat durch die Fensterscheibe des beleuchteten Ladens genau beobachtet.

Uns war natürlich klar, dass Dobson auch vom Gefängnis aus versuchen würde, Julie Lonnegan zum Schweigen zu bringen. Aber für solche Fälle gibt es ein Zeugenschutzprogramm.

Phil und ich saßen in unserem Büro im 23. Stockwerk des Federal Building, als mein Telefon klingelte.

»Agent Cotton hier.«

»Jerry, hier spricht Bill Douglas. Diese Zeugin Julie Lonnegan – sie ist gekidnappt worden!«

Ich erkannte die Stimme des Anrufers sofort. Phil und ich hatten schon oft mit Bill Douglas und seinem Partner Dick Middleton zusammengearbeitet. Sie sind nämlich Deputy Marshals, und für den Schutz von Zeugen ist der US Marshal Service zuständig.

»Wo seid ihr, Bill?«

»Im Apartment der Zeugin. Ich habe schon die Scientific Research Division angerufen. Und natürlich eine Ambulanz – es hat nämlich einen von uns erwischt!«

Da der Telefonlautsprecher eingeschaltet war, hatte Phil das Gespräch mitgehört. Wir brachen sofort auf und eilten in die Tiefgarage, wo ich meinen Jaguar abgestellt hatte.

***

Julie Lonnegan bewohnte ein Apartment im Bezirk Brooklyn, genauer gesagt in der Grand Street von Williamsburg. Offenbar hatten die Kollegen vom Marshal Service auch die Cops verständigt, um den ganzen Wohnblock abzusperren. Jedenfalls sahen wir die geparkten Patrolcars und das gelbe Absperrband schon von weitem.

Ich parkte hinter dem Van der SRD. Phil und ich hatten bereits unsere FBI-Marken an unseren Revers befestigt. Ein junger afroamerikanischer Cop nickte uns zu und hob für uns das Trassierband. Ansonsten hatten er und seine Kollegen alle Hände voll zu tun, um die Pressemeute zurückzuhalten. Natürlich war die Entführung der einzigen Belastungszeugin ein gefundenes Fressen für die New Yorker Medien. TV und Zeitungen warfen dem FBI schon länger Untätigkeit vor, wenn es um die Bekämpfung gewalttätiger Rockerbanden ging.

Einige Feuergefechte zwischen rivalisierenden Gangs hatten die Bürger nervös gemacht. Das war verständlich. Uns waren diese kriminellen Aktivitäten auch ein Dorn im Auge. Doch solange es keine verwertbaren Indizien und keine glaubwürdigen Zeugenaussagen gab, mussten die Täter keine Verurteilung fürchten.

Phil und ich betraten das Gebäude, ein unauffälliges, ungefähr hundert Jahre altes Brownstone-Haus. Wir kannten beide die Zeugin nicht persönlich, hatten nur Fotos von ihr gesehen. Julie Lonnegan wirkte nicht wie eine typische Rockerbraut, und doch war sie die Freundin des Bandits-Anführers gewesen.

Auf der Treppe kamen uns zwei Sanitäter mit einer Trage entgegen. Ich kannte den totenbleichen Verletzten nicht, der gerade abtransportiert wurde. Aber unter der Decke lugte eine Einsatzjacke des Marshal Service hervor. Mir blieb momentan nichts anderes übrig, als dem Verwundeten im Stillen gute Besserung zu wünschen. Immerhin hatte er die Attacke überlebt, denn sein rasselnder Atem war deutlich zu hören.

Ich warf einem der Sanitäter einen fragenden Blick zu.

»Ein Schlag auf den Hinterkopf, mehr können wir noch nicht sagen, Agent. Wir bringen den Marshal ins Brooklyn Hospital Center. Er ist momentan nicht bei Bewusstsein.«

Ich nickte. Die Gesundheit des Verletzten hatte jetzt absoluten Vorrang, deshalb hielten wir die Sanitäter nicht weiter auf. Im ersten Stockwerk war es nicht schwer, das Apartment von Julie Lonnegan zu finden.

Vor der offen stehenden Tür befand sich ein großer Blutfleck auf dem Boden. Spezialisten der SRD in ihren weißen Overalls hatten bereits mit der Spurensicherung begonnen. Die beiden Marshals Bill Douglas und Dick Middleton redeten mit einem älteren Glatzkopf. Seine Dienstkleidung wies ihn als einen Notarzt aus.

Wir gingen zu der Gruppe hinüber und begrüßten die Kollegen und den Mediziner. Er wurde uns als Dr. Morales vorgestellt. Der Arzt war ein kleiner Latino mit Stirnglatze und einem dünnen Bleistiftschnurrbart.

»Der Marshal wurde mit einem stumpfen Gegenstand von hinten niedergeschlagen«, erklärte Dr. Morales. »Es besteht der Verdacht auf schwere Gehirnerschütterung, vielleicht sogar Schädelbasisbruch. Ich habe dem Patienten einen provisorischen Verband angelegt. Aber die Behandlung muss natürlich im Hospital fortgesetzt werden, wir müssen seinen Schädel röntgen. Deshalb möchte ich mich jetzt verabschieden.«

Während der Mediziner davoneilte, begann Bill Douglas mit seinem Bericht. Er wirkte gefasst, obwohl ihm die schwere Verletzung seines Kollegen sichtbar an die Nieren ging. Das konnte ich gut verstehen.

»Dick und ich hatten den Auftrag, die Zeugin Julie Lonnegan in ein sicheres Haus zu geleiten. Dort sollte sie bis zum Prozessauftakt gegen Clark Dobson bleiben. Ihre Bewachung hier vor Ort lag in den Händen unseres Kollegen Sean Casey, der vor Julie Lonnegans Tür seinen Wachtposten bezogen hatte. Aber als wir pünktlich um elf Uhr anrückten, fanden wir nur unseren bewusstlosen Kollegen. Natürlich haben Dick und ich sofort einen Arzt verständigt und auch das Apartment und das ganze Haus durchsucht. Aber von Julie Lonnegan fehlt jede Spur.«

»Die Nachbarn haben angeblich nichts gesehen oder gehört«, ergänzte Dick Middleton. »Aber wenn ihr mich fragt, dann könnte es auch sein, dass sie aus Angst vor den Big Apple Bandits schweigen. Diese Bande hat für meinen Geschmack zu viel Medienpräsenz. Und je mehr über die Untaten der Rocker geschrieben wird, desto furchtsamer werden die Leute.«

Ich nickte grimmig. Das erschien mir plausibel. Mit Einschüchterung kannten sich die Big Apple Bandits aus, das war ihre Spezialität. Die Rockerbande musste doch das größte Interesse daran haben, die einzige Belastungszeugin gegen ihren Boss zum Schweigen zu bringen. Und zwar für immer. Aber warum hatten sie Julie Lonnegan nicht sofort an Ort und Stelle getötet?

***

»Wann genau wurde die Zeugin eigentlich gekidnappt?« Ich hatte diese Frage nicht an eine bestimmte Person gerichtet. Doch einer der am Boden knienden Spurensicherungsexperten hob den Kopf.

»Die Form der Blutspritzer auf dem Boden deutet darauf hin, dass der Angreifer von hinten gekommen sein muss, vermutlich aus dem Apartment. Und an den Rändern beginnt die Blutlache bereits zu trocknen. Ich würde schätzen, dass der Marshal gegen zehn Uhr niedergeschlagen wurde. Ungefähr um diese Zeit muss auch die Zeugin verschleppt worden sein. Genaueres können wir erst später sagen.«

Phil zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen.

»Zehn Uhr, also eine Stunde vor eurem Eintreffen, Bill und Dick. Die Kidnapper müssen gewusst haben, dass der US Marshal Service Julie Lonnegan in ein sicheres Haus bringen wollte. Also war das die letzte Gelegenheit, die Zeugin zu beseitigen.«

»Bei uns US-Marshals gibt es kein Informationsleck«, sagte Bill Douglas mit fester Stimme.

»Das hat auch niemand behauptet«, sagte ich. »Hinzu kommt, dass der Täter offenbar aus der Wohnung gekommen ist. Wenn wir unterstellen, dass die Zeugin euren Kollegen nicht selbst niedergeschlagen hat, dann muss sich einer der Kidnapper bereits in der Wohnung befunden haben.«

Phil und die beiden Marshals stimmten mir zu. Aber falls die Verbrecher durch ein Fenster eingedrungen waren, dann würden sich gewiss Einbruchspuren nachweisen lassen. Natürlich hatten die Frauen und Männer von der Spurensicherung auch in dem Apartment bereits ihre Arbeit aufgenommen.

Ich ging in die Wohnung, wobei ich darauf achtete, nicht versehentlich Spuren zu vernichten. Phil folgte mir. Das Apartment war neutral eingerichtet. Poster und zahlreiche CDs zeugten davon, dass die Bewohnerin ein Fan von traditionellem Hardrock war. Vermutlich hatte sie denselben Musikgeschmack wie ihr Rockerfreund. Ich deutete auf das offen stehende Fenster.

»Hat einer von euch das Fenster geöffnet?«

Bill Douglas und Dick Middleton verneinten, ebenso die Spezialisten der SRD. Phil schüttelte ungläubig den Kopf.

»Sollte Julie Lonnegan selbst so leichtsinnig gewesen sein, das Fenster aufzumachen? Man kann doch über die Feuertreppe problemlos in das Apartment eindringen.«

»Ja, aber manche Menschen sind von Natur aus sorglos. Übrigens, dort liegen Zigaretten und ein Feuerzeug auf dem Tisch. Möglicherweise hat Julie Lonnegan das Fenster geöffnet, damit der Tabakqualm besser abzieht. Wenn sie dann vergessen hat, es wieder zu schließen, konnten ihre Kidnapper problemlos in die Wohnung gelangen.«

Ich schaute mich in dem Apartment um. Durch die offen stehende Badezimmertür konnte ich sehen, wie ein SRD-Spezialist Haare von einer Bürste in eine Plastiktüte gab. Dieses Material war wichtig, falls wir später irgendwo DNA von der Entführten fanden. Damit konnte man dann einen Abgleich machen und es eindeutig zuordnen.

Nichts deutete darauf hin, dass ein Kampf stattgefunden hatte. Aber das musste nichts bedeuten. Julie Lonnegan wusste ja als ehemalige Freundin des Rockerbosses, dass mit den Big Apple Bandits nicht gut Kirschen essen war. Vermutlich war sie viel zu eingeschüchtert, um Widerstand zu leisten.

»Julie Lonnegan wusste ja, wann sie von den Marshals abgeholt werden sollte«, sagte Phil. »Vielleicht hat sie sich verplappert, beispielsweise einer Freundin gegenüber. So könnten ihre Entführer davon erfahren haben, um rechtzeitig vor den Marshals hier einzutreffen und sie zu verschleppen.«

Ich nickte. Das war eine nachvollziehbare Möglichkeit. Nachdenklich schaute ich aus dem Fenster. Draußen befand sich ungefähr dreißig Yards in südlicher Richtung eine Ampel, und dort war auch eine Kamera der Verkehrsüberwachung installiert. Ich wies Phil darauf hin.

»Sehr gut, Jerry. Mit etwas Glück war das Fahrzeug der Entführer im Blickwinkel der Kameralinse. Oder die Kidnapper sind sogar selbst zu sehen.«

Wir verabschiedeten uns von Bill Douglas und Dick Middleton und fuhren schnell zur Verkehrsleitzentrale des NYPD an der Police Plaza. Die Cops waren uns schon oft behilflich gewesen. Schnell gelang es einem der Uniformierten, die Aufzeichnungen der fraglichen Kamera zum ungefähren Tatzeitpunkt aufzurufen. Er spielte uns die Aufnahme vor.

Gespannt betrachteten Phil und ich den Monitor. Leider ließ die Bildqualität zu wünschen übrig. Trotzdem erblickten wir nach einigen Minuten Julie Lonnegan, die von zwei Männern eingerahmt hinten in einen bulligen SUV stieg.

Phil stieß langsam die Luft aus den Lungen.

»Diese Dreckskerle haben sich als US-Marshals verkleidet. Kein Wunder, dass Julie Lonnegan freiwillig mitgekommen ist.«

Ich schüttelte den Kopf.

»Nein, das passt von der zeitlichen Abfolge her nicht. Tatsache ist: Marshal Sean Casey wurde vor der Tür niedergeschlagen. Er lag da in seinem Blut. Julie Lonnegan müsste buchstäblich über ihn hinweggestiegen sein, als sie ihr Apartment verlassen hat. Sie muss doch Lunte gerochen haben, als sie den Verletzten gesehen hat. Ich kann mir höchstens vorstellen, dass die Entführer sie heimlich mit Waffen bedroht haben, damit sie scheinbar freiwillig mitkommt. Leider kann man auf dem Überwachungsvideo davon nicht viel erkennen.«

Immerhin waren die nachgemachten Einsatzjacken des US Marshal Service deutlich zu erkennen. Die Gesichter der Kidnapper konnten uns die Kamerabilder hingegen leider nicht liefern. Aber dafür wussten wir jetzt, in was für einem Fahrzeug die Zeugin entführt worden war. Bei dem SUV handelte es sich um einen nachtblauen Ford Explorer mit New Yorker Kennzeichen. Ich ließ das Auto sofort zur Fahndung ausschreiben.

***

Phil und ich kehrten ins Field Office zurück, um mit unserem Chef die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Zum Glück hatte Mr High sofort Zeit für uns, obwohl sich der Assistant Director über Arbeitsmangel nicht beklagen konnte. Wir nahmen in der Besprechungsecke seines Büros Platz. Nachdem Helen uns eine Tasse von ihrem erstklassigen Kaffee serviert hatte, schilderte ich Mr High den bisherigen Ermittlungsstand.

Der Chef faltete nachdenklich die Hände.

»Sie gehen also davon aus, dass die Big Apple Bandits hinter der Entführung stecken, Jerry?«

»Bisher spricht alles dafür, Sir. Die Täter sind hochprofessionell vorgegangen, wie man es beim organisierten Verbrechen erwarten kann. Ich verstehe nur nicht, warum sie die Zeugin nicht sofort in ihrer Wohnung umgebracht haben anstatt sie zu entführen. Das wäre nach der menschenverachtenden Verbrecherlogik die beste Lösung, um sie am Reden zu hindern.«

»Ja, aber Julie Lonnegan war auch Clark Dobsons Freundin«, gab Phil zu bedenken. »Vielleicht will er ihr ja höchstpersönlich ihren Verrat heimzahlen. Angenommen, er wird tatsächlich vor Gericht freigesprochen, weil die einzige Belastungszeugin fehlt. Dann kann er in aller Ruhe zu dem Versteck fahren, wo seine Kumpane Julie Lonnegan versteckt haben, und sie sich vorknöpfen.«

»Jedenfalls arbeitet die Zeit gegen uns«, stellte Mr High fest. »Wenn die Zeugin bis zum Prozessauftakt nicht gefunden wird, dann steht die Anklage gegen Clark Dobson auf tönernen Füßen. Noch wissen wir nicht, ob die junge Frau überhaupt noch lebt. Jerry und Phil, die Sicherheit der Zeugin hat absoluten Vorrang. Versuchen Sie, Julie Lonnegan möglichst unversehrt aus den Händen ihrer Kidnapper zu befreien.«

Wir stürzten uns sofort in die Arbeit und fuhren nach Rikers. Wir wollten Clark Dobson ins Gebet nehmen. Zwar konnte der Rockerboss seine Ex-Freundin nicht persönlich entführt haben, da er seit einigen Wochen hinter schwedischen Gardinen saß. Aber vielleicht gab er uns ja ungewollt einen Hinweis, der uns weiterbrachte. Wir durften keine Möglichkeit ungenutzt lassen.

Nachdem wir die zahlreichen Sicherheitsschleusen auf der Gefängnisinsel passiert hatten, trafen wir den Rockerchef im Besucherraum an. Doch er war nicht allein. Sein Verteidiger, der aalglatte Top-Jurist Aaron Saunders, leistete ihm Gesellschaft.

Ob Clark Dobson bereits mit unserem Besuch gerechnet hatte? Es kam mir jedenfalls sehr merkwürdig vor, dass sein Rechtsbeistand schon bei ihm war, obwohl wir unseren Besuch nicht angekündigt hatten. Aber beweisen konnten wir diesen Zusammenhang natürlich nicht.

Da Phil und ich Dobson verhaftet hatten, kannte er uns bereits. Der bullige Kerl mit den strähnigen langen Haaren grinste uns frech an.

»Ah, die geschätzte Staatsmacht! Was verschafft mir das Vergnügen, Agents?«

Phil musterte Dobson von oben bis unten.

»Der orangefarbene Overall steht Ihnen gut, Dobson. Sieht viel besser aus als Ihre speckige Kutte, die Sie vorher anhatten.«

Dobson zog die Augenbrauen zusammen. Er konnte es nicht ausstehen, wenn sich jemand über seine Club-Montur lustig machte. Doch nun ergriff sein Anwalt das Wort. Aaron Saunders war ein schmaler Mann mit fliehendem Kinn und Geheimratsecken.

»Sind Sie nur gekommen, um meinen Mandanten zu verhöhnen, Agents?«

»Keineswegs, Sir. Wir wollten Clark Dobson nur mitteilen, dass seine Freundin Julie Lonnegan heute entführt wurde. Die Täter hatten sich als US-Marshals verkleidet.«

Während ich sprach, schaute ich nicht den Verteidiger, sondern den Rockerboss an.

»Meinetwegen kann das Miststück bleiben, wo der Pfeffer wächst«, schnaubte Dobson. »Julie verbreitet doch sowieso nur Lügen über mich. Ich kann sie jedenfalls nicht gekidnappt haben, ich habe ein tolles Alibi. Fragen Sie die Wärter!«

Der Bandenchef lachte, als ob er einen besonders guten Witz gemacht hätte.

»Das Kidnapping scheint Sie nicht besonders zu überraschen, Dobson«, stellte Phil fest. Bevor der Untersuchungshäftling antworten konnte, fuhr sein Anwalt dazwischen.

Ȇberlassen Sie das Reden bitte mir, Mister Dobson.&

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