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Jerry Cotton - Folge 2910

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Im Fadenkreuz des Mörders
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Im Fadenkreuz des Mörders

»Wir werden es sein, die dieses Land wieder auf die Beine stellen! Wir werden der Bevölkerung wieder Werte geben, die ein zivilisiertes Volk ausmachen! Wir sind es, die nicht nur reden, sondern handeln!«

Der Mann am Kopfende des Konferenztisches wischte sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn, während seine Zuhörer beifällig murmelten oder mit den Köpfen nickten.

»Wir, die True Americans of Wealth and Influence, werden nicht tatenlos zusehen, wie die Regierung das Land unserer Vorväter ruiniert«, fuhr der Vorsitzende fort. »Wir haben lange genug zugesehen, wie dieser Präsident durch seine Politik Unglück und Verderben über dieses Land bringt. Es ist an der Zeit, dass wir in den Lauf der Geschichte eingreifen: Der Präsident wird sterben und eine neue, glanzvolle Ära wird anbrechen – dank uns!«

Auf dem Weg zur üblichen Ecke, wo ich Phil abholen wollte, hörte ich an diesem Morgen Radio. Der Wahlkampf war in vollem Gange und das ganze Land diskutierte über den letzten Fernsehauftritt des Präsidenten, bei dem er die Politik seines konservativen Herausforderers scharf angegriffen hatte.

»Da kommt mal wohl nicht drum herum«, war Phils Begrüßung, als er in den Wagen stieg. »Das ist schon das dritte Mal heute, dass ich dieses Zitat höre – ganz abgesehen von den fünf Malen, wo ich es gelesen habe.«

Ich lachte und stellte das Radio leiser. »Ich wünsche dir auch einen guten Morgen.«

»Guten Morgen«, brummte er. »Wenn ich die Lage richtig einschätze, werden wir noch sehr viel mehr von diesem Wahlkampf mitkriegen als der durchschnittliche New Yorker. Immerhin findet das nächste Fernsehduell zwischen dem Präsidenten und seinem Gegner Will Kennington hier in der Stadt statt.«

»Ja, das NYPD ist schon seit Tagen damit beschäftigt, Sicherheitskontrollen durchzuführen. Wir werden bestimmt auch noch eingespannt werden«, stimmte ich ihm zu. »Ist doch mal eine Abwechslung zum Mörder-Jagen.«

»Wenn du dich da mal nicht täuschst«, sagte Phil.

***

»Guten Morgen, Agents Cotton und Decker«, begrüßte uns der Pförtner des FBI Field Office. »Bitte gleich beim Chef melden.«

Ich nickte und wir machten uns auf den Weg in die 23. Etage zum Büro von Mr High.

»Ihr könnt gleich reingehen«, winkte uns Helen nach einer kurzen Begrüßung durch. »Er wartet schon.«

Ich sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. »Scheint enorm wichtig zu sein.«

Helen nickte nur und hob den Hörer des Telefons ab, das gerade klingelte.

Ich wechselte einen Blick mit Phil und trat in Mr Highs Büro. Er sah auf und winkte uns heran.

»Guten Morgen, meine Herren. Setzen Sie sich zu uns.«

»Guten Morgen, Sir«, erwiderten wir und gingen zum Konferenztisch. Neben Mr High saß dort bereits ein gut gekleideter, sportlich aussehender Mann, der mir unbekannt war.

»Dies sind die beiden Special Agents, von denen ich sprach, Jerry Cotton und Phil Decker«, sagte Mr High zu dem Mann und stellte uns vor. »Meine Herren, dies ist Agent Zacharias Wilson vom Secret Service. Sein Chef, Mister Harper, wird gleich noch zu uns stoßen, dann – da ist er ja schon«, unterbrach er sich, als ein Mann um die fünfzig mit grau meliertem Haar und strengen Gesichtszügen das Büro betrat.

Mr High wiederholte die Vorstellung und kam dann auf den Grund des Meetings zu sprechen.

»Wie Sie wissen, findet in drei Tagen hier in New York das letzte Fernsehduell zwischen dem Präsidenten und Mister Kennington statt. NYPD und FBI arbeiten dabei mit dem Secret Service zusammen, um die Sicherheit des Präsidenten und der Teilnehmer zu gewährleisten.«

Alle Anwesenden nickten zustimmend und Mr High fuhr fort: »Im Rahmen dessen bekommen Sie«, er deutete auf Phil und mich, »zusammen mit Agent Wilson eine besondere Aufgabe. Sowohl der Secret Service als auch das FBI New York haben einen anonymen Hinweis erhalten, wonach während des Fernsehduells ein Anschlag auf den Präsidenten geplant ist.«

»Der Hinweis ist als authentisch eingestuft worden und ihm muss nachgegangen werden«, übernahm Mr Harper. »Finden Sie heraus, was hinter dieser Sache steckt, und bringen Sie die Verschwörer zur Strecke. Agent Wilson hat sich in der Vergangenheit bereits mit der Gruppe beschäftigt, die in dem Hinweis genannt wird, allerdings in Washington. Er wird Sie über seine Ermittlungsergebnisse informieren.«

Wieder nickten alle zustimmend und abschließend ergriff noch einmal Mr High das Wort. »Als Büro der Task Force verwenden Sie den Konferenzraum im achten Stock, da Mister Wilson für die Zeit der Ermittlungen zu uns kommen wird. Dort haben Sie auch genug Platz, um weitere Agents unterzubringen, falls Sie Verstärkung brauchen. Bericht erstatten Sie mir, ich koordiniere den Einsatz mit Mister Harper. Wenn nötig, wird er an Einsatzbesprechungen teilnehmen. Gibt es vorläufig noch Fragen?«

Wir verneinten, ebenso wie Agent Wilson. Zunächst einmal mussten wir uns mit den vorhandenen Daten vertraut machen. Daher verabschiedeten wir uns gemeinsam mit Agent Wilson und machten uns mit ihm auf den Weg zum Büro.

»Ich bin Zach«, stellte er sich selbst noch einmal vor. »Freut mich, mit euch zusammenzuarbeiten.«

»Uns auch«, erwiderte Phil und ließ ihm den Vortritt in den Fahrstuhl. »Wie kommt es, dass du alleine bist? Ermittelt dein Partner in Washington weiter an dem Fall?«

»Schön wäre es«, seufzte Wilson. »Nein, er hatte einen Unfall und liegt im Koma.«

»Das tut mir leid«, klinkte ich mich in die Unterhaltung ein. »Berufsbedingt?«

Wilson schüttelte den Kopf. »Es hört sich blöd an, aber es war ein Sportunfall. Wir waren zusammen klettern und sein Gurt hat sich gelöst. Er ist zehn Meter tief gestürzt, es war Glück, dass er überlebt hat.«

»Tragisch«, sagte Phil und öffnete die Tür zu unserem vorläufigen Büro.

***

Techniker hatten es bereits mit allem Nötigen ausgestattet. Computer, Telefone und was man sonst noch so braucht, alles war installiert und betriebsbereit. Auf dem großen Besprechungstisch auf der einen Seite des Raumes stapelten sich Akten.

»Hier sind die Unterlagen, die ich mitgebracht habe«, sagte Wilson und deutete auf einen Stapel. »Dann müssten hier die Daten zu den anonymen Hinweisen sein. Die kenn ich auch noch nicht.«

»Am besten gibst du uns erst mal eine kurze Übersicht über das, was du bereits herausgefunden hast, und danach sehen wir uns die Hinweise gemeinsam an«, schlug ich vor.

Wilson nickte und schob seine Brille, die ihm auf die Nasenspitze gerutscht war, wieder hoch. »Viel ist es leider nicht. Bei einer routinemäßigen Überprüfung einer anderen Sache bin ich auf eine Gruppe namens True Americans of Wealth and Influence – ich hab sie kurz TAWI genannt – gestoßen, die einen radikal-konservativen Eindruck machte. Ich konnte aber weder Mitglieder identifizieren noch das eigentliche Ziel bestimmen, und da noch nichts gegen die Gruppe vorlag, habe ich mich auch nicht so reingehängt – ihr wisst ja, wie das ist: Man ist froh, wenn man seine Aufträge erledigt bekommt, viel Zeit für Extras nebenbei bleibt nicht.«

Ich nickte halbherzig, eher um ihn zum Weiterreden zu animieren, als um ihm zuzustimmen. Natürlich gab es immer viel zu tun, aber es hing auch sehr von einem selbst ab, wie viel man geschafft bekam.

»Wie auch immer«, fuhr Wilson fort, »was ich mitbekommen habe, ist, dass diese Gruppe die derzeitige politische Situation für unannehmbar hält und konservative Werte schätzt.«

»Dazu würde die Drohung gegen den Präsidenten ja gewissermaßen passen«, meinte Phil.

»Gewissermaßen«, wiederholte der Secret Service Agent. »Das ist auch schon alles, was ich weiß.«

»Okay, die Unterlagen sehen wir uns später an«, bestimmte ich. »Jetzt zu den Hinweisen.«

Es handelte sich um einen Telefonanruf, der aufgezeichnet worden war. In beiden Fällen, also sowohl bei dem Anruf beim FBI als auch beim Secret Service, war der Anruf von derselben Telefonzelle in New York getätigt worden. Die Anrufe waren direkt hintereinander erfolgt, von derselben Person, wie eine Stimmanalyse zeigte. Auch der Text war in beiden Fällen in etwa derselbe.

»Hallo, meinen Namen nenne ich nicht, das ist zu gefährlich. Ich habe zufällig gehört, wie eine Gruppe namens True Americans of Stealth and Influence oder so ähnlich einen Plan gemacht hat, um den Präsidenten umzubringen. Ich habe nicht alles verstanden, aber ich habe gehört, wie einer sagte, bis zum Fernsehduell seien es nur noch ein paar Tage und danach würde eine neue Ära anbrechen. Mehr weiß ich nicht.«

Der Stimme und Ausdrucksweise nach war der Anrufer ein Junge von etwa fünfzehn Jahren.

»Wenn er nicht den Namen der Gruppe nennen würde, hätte ich es für einen Dumme-Jungen-Streich gehalten, aber so …«, sagte Phil und zuckte die Achseln.

»Ist der Name dieser Gruppe bekannt?«, fragte ich Wilson. »Hätte er einfach im Internet darauf stoßen und ihn dann verwenden können, um seiner Nachricht mehr Gewicht zu verleihen?«

»Das ist sehr unwahrscheinlich«, antwortete er und schüttelte bedauernd den Kopf. »Soweit ich weiß, operieren sie sehr verborgen. Auch ich bin nur in einem geschützten Forum auf den Namen gestoßen, er ist nicht öffentlich im Internet zu finden.«

»Dann hat er es also vermutlich wirklich so gehört«, stimmte ich Phil zu. »Aber wie? Wenn man Mordpläne bespricht, achtet man doch eigentlich darauf, nicht von Fremden belauscht zu werden.«

»Hoffen wir für ihn, dass sie nicht wussten, dass er sie gehört hat«, meinte Wilson.

Ich sah mir den abgetippten Text noch einmal in Ruhe an.

»Er scheint ja nicht alles gehört zu haben«, sagte ich dann. »Zum Beispiel hat er den Namen nicht ganz richtig wiedergegeben, und er sagt ja selbst, nicht alles verstanden zu haben. Also ist er vermutlich etwas weiter weg gewesen.«

»Wie auch immer«, wandte Wilson ein, »wichtiger als das ist doch der Rest. Er hat von New York aus angerufen und das Duell soll in ein paar Tagen stattfinden, damit ist wohl klar, dass das Fernsehduell in New York gemeint ist.«

»Außerdem bedeutet es, dass auch die Verschwörer in New York sind«, ergänzte Phil.

»Dann sollten wir zunächst einmal herausfinden, wer sie sind, und uns selbst ein Bild von ihnen machen«, schlug ich vor. »Du sagtest, du hättest die Identitäten bisher nicht herausgefunden, Zach. Was hast du schon versucht?«

Er erklärte wieder, dass er nicht viel Zeit für die Ermittlungen gehabt habe und außerdem die Dringlichkeit nicht sehr hoch gewesen sei, was im Endeffekt bedeutete, dass er sich nicht darum gekümmert hatte.

Ich wechselte einen Blick mit Phil und wusste, dass er, während Wilson noch redete, bereits dieselbe Vorgehensweise geplant hatte wie ich.

»Okay«, unterbrach ich den Secret Service Agent, »wir machen es folgendermaßen: Unsere Technikspezialisten hacken sich in das Forum, auf das du gestoßen bist, und versuchen, die wirklichen Identitäten hinter den Mitgliedsnamen zu ermitteln. Du schaust inzwischen im Internet, ob du dort noch irgendetwas über die Gruppe findest. Und Phil und ich nehmen uns die Akten vor und machen uns mit deinen bisherigen Ermittlungen vertraut.«

Phil ließ Wilson gerade noch genug Zeit zu nicken, um nicht unhöflich zu erscheinen, dann hatte er auch schon den Hörer in der Hand und eine Verbindung zu einem unserer Technikspezialisten.

»Ben, bist du es? – Super. Wir bräuchten mal deine Hilfe dabei, ein paar Identitäten aus einem geschützten Forum zu lüften. – Ja, dringend. – Gut. Wir sind heute nicht in unserem Büro, sondern im Konferenzraum auf der achten Etage.«

Wilson hatte sich mittlerweile einen Schreibtisch gegenüber von Phil ausgesucht und den Computer gestartet. Ich hatte den Stapel Akten geholt und mich neben Phil gesetzt und reichte ihm jetzt die ersten Blätter, die ich schon überflogen hatte.

Kurz darauf trat Ben Browder, einer unserer Technikprofis, ins Büro und kam zu uns herüber. Wir stellten ihn und Zach Wilson einander vor und erklären Ben kurz, worum es ging. Er ließ sich von Wilson die Daten des Forums geben und machte sich dann zusammen mit seinem Partner an die Arbeit.

***

Es dauerte etwa eine Stunde, bis Phil und ich uns durch die Akten gearbeitet hatten.

»Zeit für einen Kaffee«, sagte Phil, als er sah, dass ich fertig war.

»Ja, den haben wir uns verdient. Wie sieht es bei dir aus, Zach?«, fragte ich unseren Kollegen.

»Nein danke, ich mache hier noch etwas weiter. Kann sein, dass ich was gefunden habe, aber ich muss es erst noch überprüfen«, antwortete er.

Phil und ich verließen das Büro und holten uns vom Automaten am Ende des Ganges einen Kaffee. Der war zwar nicht zu vergleichen mit Helens, aber immerhin trinkbar.

»Und, was hältst du bisher von Wilson?«, fragte ich Phil.

»Schwer zu sagen«, meinte Phil. »Er scheint ganz nett zu sein, aber ich werde noch nicht ganz schlau aus ihm. Er ermittelt gegen diese Gruppe, und gerade als es anfängt, spannend zu werden, hört er auf, weil er mit anderen Aufgaben zu beschäftigt ist?«

Ich wusste, was er meinte. Aus den Unterlagen, die wir gelesen hatten, war zu ersehen gewesen, dass TAWI durchaus gewalttätiges Potenzial vermuten ließ – einige Äußerungen in dem Forum, in das Wilson sich eingehackt hatte, deuteten darauf hin. Doch statt seine Vorgesetzten zu informieren und dafür zu sorgen, dass dem weiter nachgegangen wurde, wie Phil und ich es gemacht hätten, hatte er sich auf andere Aspekte konzentriert und TAWI nicht weiter beachtet.

»Vielleicht war er von der eigentlichen Sache, an der er zu der Zeit arbeitete, zu sehr in Beschlag genommen und hat es einfach nicht registriert«, versuchte ich mich an einer Erklärung, auch wenn ich wusste, dass uns das nicht passiert wäre und es auch nicht passieren durfte. »Im Nachhinein ist es immer leicht zu sagen, wo jemand anders vorher etwas hätte bemerken müssen.«

»Auch wieder wahr«, meinte Phil und wechselte das Thema. »Wollen wir mal sehen, wie weit Ben inzwischen gekommen ist?«

Ich stimmte zu und wir gingen zum Büro von Ben Browder und Michael Nawrath.

»Na, schon Kaffeepause?«, begrüßte uns Michael, der vor einem der zahlreichen Rechner im Raum saß, mit Blick auf die Pappbecher in unseren Händen.

»Nein, ein kreatives Meeting«, konterte Phil.

»Ach, so nennt man das heutzutage«, lachte Ben, der vor einem anderen Computer saß. »Damit ist es jetzt aber aus, wir haben was für euch.«

»Prima. Kommt ihr zu uns in den Konferenzraum oder sollen wir Agent Wilson hierher bitten?«, fragte ich.

»Wir kommen zu euch«, antwortete Ben, nahm einen Stick und stand auf.

Gemeinsam gingen wir zurück in unser derzeitiges Büro und setzten uns an den Konferenztisch. Zach Wilson beendete etwas an seinem Computer, setzte seine Brille wieder auf, die er während der Arbeit am Computer abgelegt hatte, und kam zu uns. Ben steckte seinen Stick in den Computer, der mit dem Beamer verbunden war, und rief eine Datei auf.

»Diese Leute sind sehr vorsichtig mit dem, was sie sagen beziehungsweise schreiben«, begann er, »aber glücklicherweise sind es keine Computerprofis. Es war relativ leicht, die Identitäten zu ermitteln. Allerdings scheint es so, dass sich nicht alle Mitglieder an dem Forum beteiligen. Es werden gelegentlich Decknamen genannt, die im Forum nicht vorkommen. Dazu konnten wir nichts herausfinden. Aber hier die Identitäten, die wir ermitteln konnten.«

Während er die Namen nannte, rief er jeweils ein Foto und einen kurzen Steckbrief auf.

»G. Washington alias Daniel Lundgren. Er ist Richter am District Court for Eastern New York und scheint der Anführer der Gruppe zu sein. D. D. Eisenhower alias Donald Herrington ist Direktor der Eisenhower Academy. W. McKinley alias Sylvester Meyer-Dunham ist stellvertretender Leiter des Pharmakonzerns BestMed und E. Roosevelt alias Mary-Louise Parragon ist Aufsichtsratsvorsitzende der Konzerngruppe WWG Media aus Washington. Außerdem gibt es noch einen C. Coolidge und einen H. Hoover, die wir nicht ermitteln konnten. Das war’s von uns. Jetzt seid ihr dran.«

»Interessante Wahl der Decknamen«, warf Zach Wilson ein. »Das ist mir damals schon aufgefallen. Sie zeigen eine deutliche republikanische Orientierung der Gruppe, was wiederum zu den Zielen passt.«

»Hast du im Internet was gefunden?«, wollte ich von ihm wissen.

Er schüttelte den Kopf. »Nein, leider nichts Neues. Wie Agent Browder schon sagte, sie sind sehr vorsichtig in dem, was sie ins Netz stellen.«

»Okay. Dann sollten wir uns zunächst einmal genau über die Leute informieren, die Ben und Michael identifiziert haben. Anschließend legen wir fest, wie wir weiter vorgehen«, schlug ich vor.

»Braucht ihr uns noch?«, fragte Michael.

»Im Moment nicht«, antwortete Phil nach einem kurzen Blick zu Wilson und mir. »Vielen Dank für die schnelle Arbeit. Wenn wir wieder was haben, melden wir uns.«

»Alles klar«, bestätigte Michael und verließ gemeinsam mit seinem Partner das Büro.

»Ich würde vorschlagen, ich kümmere mich um die Dame aus Washington. Ihr nehmt auch jeder einen, und wer zuerst fertig ist, nimmt den Vierten«, sagte Wilson und erhob sich. »Einverstanden?«

»Gut, machen wir so«, stimmte ich zu. »Phil, wen nimmst du?«

»Ich hatte schon immer eine Schwäche für George Washington, also übernehme ich den Richter, wenn du nichts dagegen hast.«

Ich zuckte die Schultern. »Kein Problem, dann kümmere ich mich um Eisenhower.«

***

Donald Herrington war sechsundfünfzig Jahre alt, gebürtiger New Yorker und ehemaliger Offizier der Army. Nach seiner ehrenvollen Entlassung aus der Army vor sechs Jahren hatte er die Eisenhower Academy gegründet, eine private Tagesschule, die großzügig Stipendien für Kinder aus sozial schwachen Familien vergab und regelmäßig erfolgreich Anwerbungsveranstaltungen für die Army durchführte. Er war nicht polizeibekannt, abgesehen davon, dass er mit diversen hochgestellten Persönlichkeiten des NYPD gut gestellt war, da er immer wieder auch Programme hatte, wo er vorbestrafte Jugendliche auf seine Schule aufnahm und durch den dort herrschenden militärischen Drill »zur Vernunft brachte«.

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