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Jerry Cotton - Folge 2903

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Das Haus der 1000 Augen
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Das Haus der 1000 Augen

Lewis Baxter trat aus der Wohnungstür auf den dunklen Treppenflur. In Gedanken war er schon in seinem hochmodern ausgestatteten Kellerraum.

Was ihn wohl heute erwartete? Waren gute Aufnahmen dabei? Sollte er langsam dazu übergehen, von den Frauen etwas mehr zu fordern?

Er setzte den Fuß auf die erste Treppenstufe, und plötzlich erhielt er einen gewaltigen Stoß. Er verlor das Gleichgewicht und schrie erschrocken auf, dann schlug sein Kopf gegen die Wand und sein Körper überschlug sich. Er stürzte weiter die Treppe hinunter, hilflos, ohnmächtig.

Lewis Baxters Körper schlug heftig am Fuß der Treppe auf. Ein Schatten huschte vorbei und entwand dem Toten den Schlüsselbund sowie den Kellerschlüssel, um dann ungesehen zu verschwinden.

»Jetzt rechts abbiegen in die Orange Street, dann sind wir da«, sagte Phil.

Wir waren in Brooklyn auf dem Weg zu unserem neuen Fall – möglicherweise. Denn ob es sich wirklich um einen Fall für das FBI handelte oder lediglich um einen Unfall, mussten wir erst noch herausfinden. Bisher wussten wir nur, dass ein gewisser Lewis Baxter aus Newark, 55 Jahre alt, in seinem Haus in Brooklyn durch einen Treppensturz tödlich verunglückt war, Fremdverschulden war nicht ausgeschlossen.

»Hier ist es«, sagte Phil und deutete auf ein Haus, vor dem mehrere Streifenwagen parkten. Auch die Fahrzeuge der Crime Scene Unit waren vor Ort. Ich parkte den Jaguar einige Meter vor der Absperrung, dann traten wir zu dem Officer, der am Eingang stand und uns offensichtlich kannte.

»Ah, da sind Sie ja, Agents. Sie werden schon erwartet, aber ich glaube nicht, dass Sie hier viel zu tun bekommen. Hier wohnen nur ein paar Mädels, die würden so was doch nicht machen«, sagte der Mann.

»Ihren Glauben ans Gute im Menschen möchte ich haben«, sagte Phil. »Ob ich dann allerdings ein so guter Kriminalist wäre, weiß ich nicht.«

Der Officer lachte, nickte zustimmend und ließ uns passieren. Wir waren kaum eingetreten, als uns ein junger Mann in der für Mitarbeiter der Crime Scene Unit typischen Bekleidung mit erhobenen Händen entgegenkam.

»Achtung, bleiben Sie dort stehen. Ich komme zu Ihnen«, sagte er. »Ich hörte schon, Sie sind die beiden Agents vom FBI, die sich diesen Fall anschauen sollen. Richtig?«

»Genau richtig«, sagte Phil und deutete auf mich und dann auf sich. »Jerry Cotton und Phil Decker. Und Sie sind?«

»Dr. Carter, ich bin neu bei der Crime Scene Unit. Dr. Drakenhart hat mir schon viel von Ihnen erzählt.«

»Herzlich willkommen und auf gute Zusammenarbeit. Was können Sie uns zu diesem Fall sagen?«, meldete ich mich zu Wort.

Dr. Carter räusperte sich und wandte sich der Treppe zu. Er zeigte auf die am Boden liegende Gestalt eines Mannes mit seltsam verrenkten Gliedern. Kein schöner Anblick.

»Lewis Baxter, 55 Jahre, ist diese Treppe hinuntergestürzt und hat sich dabei unter anderem das Genick gebrochen. Er muss am Anfang der Treppe entweder über etwas gestolpert oder gestoßen worden sein, was von beidem zutrifft, kann ich noch nicht sagen. Aber es steht fest, dass er nicht einfach nur ausgerutscht ist, während er die Treppe hinunterging. Und wie Sie sehen, ist dort oben nichts, über das er gestolpert sein könnte. Mehr kann ich Ihnen leider im Moment noch nicht sagen.«

»Das ist doch schon mal was«, sagte Phil. »Würden Sie denn eher auf einen Unfall oder auf einen Mord tippen?«

»Das ist schwer zu sagen, ich weiß es wirklich nicht«, antwortete der Pathologe.

»Gut, wir hören dann von Ihnen«, sagte ich und wandte mich an einen der anwesenden Polizeibeamten. »Officer, gibt es Zeugen?«

»Nicht direkt, Sir. Zum Todeszeitpunkt waren nur drei Frauen im Haus, und die waren alle in einer oberen Etage. Sie sind auch jetzt noch dort oben, in der Wohnung von Miss Briander, im dritten Stock. Möchten Sie sie sprechen?«, antwortete er.

»Ja, aber etwas später. Wir sehen uns erst noch hier um und gehen dann hinauf. Danke für die Information«, sagte ich und ging zu Phil, der schon die Treppe in Augenschein nahm.

Das Treppenhaus wirkte einigermaßen gepflegt, war aber relativ dunkel und schmal. Das Treppengeländer war abgegriffen, die Treppe offensichtlich viel genutzt, aber da sie aus Stein war, war sie nicht ausgetreten. Am oberen Treppenabsatz zweigten drei Wohnungstüren ab, die alle geschlossen waren. Abgesehen davon gab es dort nichts, weder Pflanzen noch Schuhe oder sonst irgendwas, über das man hätte stolpern können. Anhand der Klingelschilder erkannte ich, dass die Wohnung direkt neben der Treppe dem Opfer selbst gehört hatte.

»Tja«, sagte Phil, »was soll man da sagen? Hier ist alles möglich. Baxter könnte über seine eigenen Füße gestolpert sein. Es hätte sich aber auch jemand hier neben der Tür verbergen können, um ihm einen Schubs zu geben – in tödlicher Absicht.«

»Ja, sowohl als auch«, stimmte ich Phil zu. »Lass uns mit den Frauen reden, die zu der Zeit im Haus waren. Vielleicht haben sie irgendetwas gehört, was uns weiterhilft.«

***

Wir klingelten bei Miss Briander. Eine Polizistin öffnete die Tür und ließ uns eintreten. Sie führte uns in einen übersichtlichen, in Cremetönen gehaltenen Wohnraum, in dem drei hübsche, junge Frauen saßen. Eine schien mexikanischer Abstammung zu sein, mit schwarzen Haaren und glutvollen Augen, die anderen waren beide blond, eine etwas größer, die andere klein und zierlich.

Die größere Blonde stand auf und kam auf uns zu.

»Hallo, ich bin Lisa Briander, ich wohne hier. Sind Sie die beiden Agents, die uns angekündigt wurden?«, sagte sie.

Ich bestätigte das und stellte uns vor. Daraufhin deutete sie zuerst auf die Schwarzhaarige, dann auf die Blonde und sagte: »Das sind Maria Gomez und Emilia Duncan. Sie wohnen auch hier im Haus. Wir waren alle drei hier oben, als Mister Baxter stürzte. Als wir das hörten, sind wir natürlich sofort runtergelaufen, aber wir konnten nichts mehr tun, außer die Polizei zu rufen.«

»Verstehe«, unterbrach ich sie. »Wir würden uns gerne mit jeder von Ihnen einzeln unterhalten. Gibt es hier einen Raum, wo das möglich ist?«

Miss Gomez antwortete uns. »Hier nicht, wie Sie sehen, ist die Wohnung sehr klein. Aber wir können in meine Wohnung gehen, sie ist direkt nebenan.«

»Gut, machen wir das. Dann begleiten Sie uns doch bitte als Erste«, stimmte ich zu.

Wir nickten der Polizistin zu, die bei den anderen beiden Damen blieb, und gingen mit Miss Gomez in ihre Wohnung. Vom Schnitt her war sie fast genauso wie die von Miss Briander, in der Einrichtung aber wesentlich farbenfroher. An den in Rot- und Orangetönen gestrichenen Wänden hingen abstrakte Gemälde, in der ganzen Wohnung waren viele Pflanzen verteilt, und auf allen Ablageflächen stapelten sich Modemagazine. In einer Ecke stand ein großer Schreibtisch mit Computer und Zeichentisch.

»Entschuldigen Sie bitte, ich wusste nicht, dass ich Besuch bekomme, sonst hätte ich aufgeräumt«, plapperte Miss Gomez nervös. »Ich bin Modedesignerin, wissen Sie, deswegen gibt es hier so viele Magazine. Setzen Sie sich doch. Möchten Sie etwas trinken?«

»Nein, vielen Dank. Erzählen Sie uns doch bitte, was Sie heute Mittag erlebt haben«, sagte Phil.

Miss Gomez setzte sich auf die Kante des Sessels und strich sich nervös das Haar aus dem Gesicht. »Nun, Lisa und ich waren bei ihr drüben und haben uns eine Pizza geteilt. Wir hatten gerade Emilia Duncan, die im Flur geputzt hat, gefragt, ob sie auch ein Stück haben wollte, als wir einen schrecklichen Schrei hörten und darauf ein Poltern. Danach war es still. Wir waren alle furchtbar erschrocken, waren erst wie erstarrt und sind dann nach unten gelaufen. Dort, am Fuß der Treppe, lag Mister Baxter, der Arme. Er sah furchtbar aus, die Arme und Beine ganz verdreht und überall Schürfwunden. Mir ist ganz übel geworden, als ich das sah, und ich musste mich erst mal setzen. Aber Lisa, sie ist Krankenschwester, ist sofort hingegangen und hat seinen Puls gefühlt. Ich hab nur gesehen, dass sie irgendwann den Kopf geschüttelt hat. Dann sind wir zu Emilia gegangen, weil wir alle kein Handy dabeihatten und ihre Wohnung am nächsten lag, sie ist im zweiten Stock, und haben von dort die Polizei gerufen.«

»Wissen Sie, um wie viel Uhr das war?«, wollte ich wissen.

»Nicht genau, es muss ungefähr zwei Uhr gewesen sein«, antwortete sie.

»Haben Sie sonst noch irgendwelche Geräusche gehört?«, fragte Phil.

»Andere Geräusche?«, sagte Miss, Gomez erstaunt.

»Ja, zum Beispiel, als ob noch jemand auf der Treppe gewesen wäre oder sich im Haus aufhielte, eine Tür zuschlägt oder irgendetwas anderes«, erläuterte er.

Miss Gomez dachte eine Weile nach, wobei sie geistesabwesend an ihren Fingernägeln knibbelte. Offensichtlich stand sie unter großer innerer Anspannung.

»Nein«, sagte sie dann, »ansonsten habe ich nichts gehört. Wer hätte denn auch sonst im Haus sein sollen? Die anderen Bewohnerinnen sind alle arbeiten, wie jeden Tag. Wir sind hier, weil Lisa zurzeit Spätschicht hat, ich als Modedesignerin freiberuflich zu Hause arbeite, und Emilia hat sich einen Tag Urlaub genommen, weil sie zum Arzt musste. Und außer uns und Mister Baxter hat niemand einen Schlüssel. Soweit ich weiß, hatte auch niemand Besuch.«

»Wissen Sie denn, ob Mister Baxter mit irgendjemandem Schwierigkeiten hatte, hier aus dem Haus oder mit sonst jemandem?«, fragte ich.

Diesmal antwortete Miss Gomez schnell. »Nein, Mister Baxter doch nicht. Er war sehr beliebt.«

Wir hatten noch einige weitere Fragen, erfuhren aber nichts Wissenswertes mehr. Phil geleitete sie zurück in die Wohnung von Miss Briander und kam mit Emilia Duncan zurück. Wir stellten ihr die gleichen Fragen wie Miss Gomez und erhielten mehr oder weniger dieselben Antworten. Sie sagte aus, zurzeit des Sturzes in der dritten Etage das Treppenhaus geputzt und sich durch die offene Tür mit Miss Gomez und Miss Briander unterhalten zu haben.

Auch sie hatte nichts anderes gehört als den kurzen Schrei und das Poltern. Wie Miss Gomez auch schien sie unsicher und nervös, wobei ich in beiden Fällen nicht sagen konnte, ob es daran lag, dass sie ein schlechtes Gewissen hatten oder auf die ungewohnte Situation reagierten.

Miss Lisa Briander, die wir nach Miss Duncan sprachen, war anders. Sie trat hoch erhobenen Hauptes ein und setzte sich uns gelassen gegenüber. Sie strahlte eine kühle Eleganz aus, die durch ihre große, schlanke Figur und das blonde Haar unterstrichen wurde.

»Miss Briander, bitte schildern Sie uns doch, was sich heute Mittag zugetragen hat«, forderte ich sie auf.

»Maria und ich teilten uns bei mir eine Pizza, Emilia war draußen auf dem Treppenabsatz am Putzen. Da ich weiß, was für eine langweilige Arbeit es ist, hatte ich die Wohnungstür geöffnet und wir unterhielten uns mit ihr. Plötzlich, um fünf Minuten nach zwei, hörten wir einen Schrei und ein Poltern. Wir liefen sofort nach unten und sahen Mister Baxter dort liegen. Ich habe nach Lebenszeichen gesucht, obwohl ich aufgrund seiner Lage eigentlich von vornherein alle Hoffnung aufgegeben hatte. Aber man will ja nichts unversucht lassen. Wie erwartet war er jedoch tot und uns blieb nichts anderes übrig, als den Rettungswagen und die Polizei zu rufen, was wir schnellstmöglich von Emilias Wohnung aus taten«, berichtete sie ohne zu zögern.

Andere Geräusche hatte sie ebenso wenig gehört wie Miss Duncan und Miss Gomez, und sie konnte uns auch sonst nichts Neues sagen.

***

»Scheint, als wäre es tatsächlich ein Unfall gewesen«, sagte Phil, als wir wieder allein waren. »Sonst hätte doch eine der Frauen etwas hören müssen. Sie waren ja entweder im Flur oder hatten zumindest die Tür offen und konnten so alle Geräusche aus dem Treppenhaus gut hören, auch wenn sie aufgrund der Konstruktion des Treppenhauses nicht in der Lage waren, direkt nach unten zu schauen und etwas zu sehen«

»Ja, so scheint es«, stimmte ich nachdenklich zu.

»Glaubst du, sie haben nicht die Wahrheit gesagt?«, wollte er wissen.

»Ich bin nicht hundertprozentig davon überzeugt«, sagte ich. »Zumindest Miss Gomez und Miss Duncan erschienen mir reichlich nervös.«

»Meinst du, es war ein Komplott? Aber warum hätten sie sich zusammenschließen und ihn umbringen sollen?«, fragte Phil.

»Das Motiv kann ich dir nicht sagen, ohne weitere Ermittlungen angestellt zu haben, aber möglich wäre es. Ist dir aufgefallen, dass Miss Gomez von Bewohnerinnen sprach, als wohnten im Haus nur Frauen? Kann ein Zufall sein, muss aber nicht. Wir sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen. Lass uns zunächst einmal die Wohnung von Mister Baxter ansehen, vielleicht finden wir dort noch etwas, das uns weiterhilft«, schlug ich vor.

Wir gingen zu der Wohnung im ersten Stock, in der Mr Baxter gewohnt hatte. Von einem Officer ließen wir uns den Wohnungsschlüssel gegeben, den Mr Baxter bei sich gehabt hatte. Phil wollte gerade den Schlüssel ins Schloss schieben, als er plötzlich innehielt.

»Sieh dir das hier mal an«, sagte er und deutete auf das Türschloss.

Ich bückte mich, um es genau sehen zu können, und da entdeckte ich, was er gesehen hatte: Das Schloss war aufgebrochen worden, allem Anschein nach erst vor kurzem.

»Wenn du mich fragst, war das kein Profi, aber ganz ungeschickt ist die Person auch nicht vorgegangen. Solange man nicht genau hinsieht, fällt es fast nicht auf«, sagte Phil. »Scheint, als hättest du recht gehabt und hinter der ganzen Sache steckt doch mehr als lediglich ein Unfall.«

Ich nickte und schlug vor: »So sieht es aus. Nachdem wir uns die Wohnung angesehen haben, sollten wir noch einmal mit den Frauen sprechen, ob sie etwas von einem Einbruch im Haus wissen.«

Wir holten jemanden von der Crime Scene Unit, um sich des Schlosses und der Wohnung anzunehmen und alle möglichen Spuren sicherzustellen, bevor wir selbst hineingingen.

Die Wohnung wirkte ungepflegt. Die wenigen Möbel waren staubig und es roch, als sei schon seit längerem nicht gelüftet worden. In der Küche stapelten sich leere Pizzakartons und Burgerverpackungen, im Kühlschrank befand sich ein reichlicher Biervorrat. Das Wohnzimmer wurde von einem großen Fernseher beherrscht, vor dem ein fleckiges Sofa stand.

Auf dem Couchtisch und daneben lagen Chips-Tüten und Taschentücher, leere Bierdosen und einschlägige Magazine. Im Schlafzimmer sah es nicht besser aus. Die Bettwäsche des großen Bettes hätte dringend einer Reinigung bedurft, auf dem Boden lagen Kleidungsstücke und weitere Pornohefte.

»Nett hatte er es hier«, bemerkte Phil sarkastisch, nachdem wir die Durchsuchung beendet hatten. »Aber es sieht nicht so aus, als ob was fehlt.«

»Wenn der Einbrecher nicht eine ausgeprägte Schwäche für Pornohefte hat, gibt es hier wohl auch nichts sonderlich Wertvolles«, wandte ich ein.

»Du vergisst den Fernseher«, sagte Phil.

»Der aber offensichtlich noch da ist. Was also wurde hier gesucht? Und wurde Baxter deswegen umgebracht?«, fasste ich meine Überlegungen in Worte.

***

Darüber unterhielten wir uns auch noch, als wir knapp zwei Stunden später den Holland Tunnel durchquerten. Wir hatten mit Miss Gomez, Miss Duncan und Miss Briander sowie einer weiteren jungen Frau, die von der Arbeit nach Hause gekommen war, gesprochen, doch keine von ihnen wusste irgendetwas über einen Einbruch im Haus. Sie schienen erschrocken, dass das passiert war, und zwei von ihnen hatten direkt gefragt, wie sie die Haustür am besten zusätzlich sichern könnten.

Wir hatten auch alle anderen Wohnungstüren im Haus kontrolliert, aber an keiner außer Mr Baxters fanden sich Einbruchspuren. Jetzt waren wir auf dem Weg nach New Jersey, um mit Mrs Baxter zu sprechen. Dummerweise waren wir in den Berufsverkehr geraten, und auf manchen Strecken ging es nur im Schritttempo vorwärts, sodass wir erst relativ spät den Country Village Court in Bayonne, New Jersey, erreichten.

»Hat den Vorteil, dass sie zu Hause sein sollte, falls sie arbeiten war«, versuchte ich der Situation etwas Positives abzugewinnen.

Das Haus, in dem Mr Baxter gewohnt hatte, lag am Ende der Straße und blickte auf den City Park und die dahinterliegende Newark Bay. Wir parkten auf dem Stellplatz vor der Garage und gingen die Treppe hinauf zur Haustür. Auf unser Klingeln öffnete uns nach kurzer Zeit eine etwa fünfzigjährige, jugendlich gekleidete Frau die Tür.

Ihre blond gefärbten Haare waren zu einer abenteuerlichen Frisur toupiert, ihr Gesicht etwas mehr geschminkt, als es der gängigen Mode entsprach. Sie machte den Eindruck einer Frau, der ihr Aussehen über alles geht und die den Kampf gegen das Alter für die wichtigste Mission ihres Lebens hält.

»Sie wünschen?«, fragte sie.

»Special Agents Decker und Cotton vom FBI New York«, stellte ich uns vor und zeigte ihr meinen Ausweis. »Sind Sie Mistress Baxter?«

»Ja, bin ich. Was wollen Sie denn von mir?«, fragte sie neugierig.

»Können wir reinkommen? Wir möchten Sie sprechen und es wäre nicht so günstig, dies an der Haustür zu tun«, sagte Phil.

Sie öffnete die Tür weiter und ließ uns eintreten. Durch einen hellen, aber eindeutig überladenen Flur gelangten wir in ein ebenso vollgestelltes Wohnzimmer. Auf allen möglichen Regalen und Schränkchen war Nippes abgestellt, an den Wänden hingen zahllose Bilder verschiedenster Stilrichtungen.

Wir nahmen auf zwei Sesseln Platz, während Mrs Baxter sich auf ein großes, geblümtes Sofa setzte.

»Mistress Baxter, wir müssen Ihnen leider eine traurige Mitteilung machen. Ihr Mann ist bei einem Sturz die Treppe hinunter in Ihrem Haus in New York tödlich verunglückt«, brachte ich das Schlimmste hinter mich.

Mrs Baxter brach in Tränen aus und entnahm einer Porzellandose, die auf einem Tischchen neben dem Sofa stand, ein Papiertaschentuch, mit dem sie sich sorgfältig die Augen betupfte.

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