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Jerry Cotton - Folge 2898

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Leichen brauchen kein Alibi
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Leichen brauchen kein Alibi

Jake Reed war ein Profi, aber er tappte in die Falle wie ein Amateur. Das Gefängnis und die Straße hatten den Kleinkriminellen hart gemacht. Und er kam sich sehr clever vor, weil er neuerdings auch FBI-Informant war. Wenn er von einer krummen Sache hörte, gab er den Agents lieber einen passenden Tipp.

Doch die Schritte des Killers hinter sich hörte er nicht. Der Überlebensinstinkt des Ganoven versagte kläglich. Reeds Mörder wartete kaltblütig, bis weit und breit kein Zeuge zu erblicken war. Dann feuerte er eiskalt. Jake Reed wurde von hinten ein Mal in den Kopf und zwei Mal in den Oberkörper getroffen.

Es war wie eine Hinrichtung.

Der Zugriff sollte nach Mitternacht erfolgen.

Das New Yorker Hafengelände wird von den Bundesstaaten New York und New Jersey gemeinsam überwacht. Normalerweise ist für die Sicherheit dort eine spezielle Abteilung der Hafenpolizei zuständig. Aber für die geplante Razzia in dieser kalten Oktobernacht waren FBI-Agents aus New York und Newark im Einsatz. Wir wollten nämlich eine Gruppe von Produktpiraten auffliegen lassen.

Mein Partner Phil Decker und ich hatten hinter einem Verschlag Deckung genommen, in dem Abdeckplanen und Ersatzteile aufbewahrt wurden. Außer uns waren noch Steve Dillaggio, Zeerookah, Joe Brandenburg, Les Bedell, June Clark und Blair Duvall an der Aktion beteiligt. Außerdem bekamen wir Verstärkung durch vier FBI-Kollegen aus New Jersey. Wir hatten uns am Staten Island Container Terminal verteilt, um die Kriminellen in die Zange nehmen zu können – vorausgesetzt, sie tauchten wirklich auf.

»Wie zuverlässig ist dieser Informant eigentlich, Jerry?« Phil raunte mir seine Frage zu, während wir mit unseren Nachtsicht-Ferngläsern die Umgebung checkten. Wir trugen genau wie unsere Kollegen blaue FBI-Einsatzoveralls und schusssichere Westen, waren außerdem mit Heckler & Koch-Maschinenpistolen bewaffnet. Bei unseren Gegnern mussten wir auf alles gefasst sein. Mit Produktpiraterie werden Millionen verdient, dafür geht so mancher Verbrecher über Leichen.

»Der Informant? Ich kenne diesen Jake Reed nicht persönlich, Steve Dillaggio hat mit ihm verhandelt. Aber ich weiß, dass er dem FBI schon ein paar brauchbare Hinweise gegeben hat. Allerdings war bisher nichts Spektakuläres dabei. Du weißt ja, dass diese Tipps aus einer Grauzone kommen. Diese Leute haben eben keine FBI-Ausbildung. Sie schnappen etwas auf, können die Relevanz aber nicht einordnen.«

»Hoffentlich taugt dieser Tipp etwas, Jerry. Mir frieren sonst nämlich gleich die Zehen ab.«

Ich musste grinsen, denn Phils Bemerkung war nicht ganz ernst gemeint. Laut unserem Informanten wollten die Verdächtigen den Container mit der gefälschten Markenware irgendwann zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh abholen.

Der Port of New York hat sein spezielles Sicherheitssystem. Alle Hafenarbeiter brauchen eine besondere Identifikationskarte, und auch für die Trucker gibt es ein Melderegister. Aber natürlich sind solche Dokumente nicht hundertprozentig fälschungssicher. Und Produktpiraten verfügen über das nötige Kleingeld, um sich Qualitätsfälschungen zu beschaffen.

Während mir diese Gedanken durch den Kopf gingen, bewegte sich plötzlich ein Truck in unsere Richtung. Da unser Chef mir die Leitung der Operation übertragen hatte, sprach ich nun gedämpft in mein Kehlkopfmikrofon.

»Cotton an alle. Ein Truck bewegt sich auf den Zielcontainer zu. Weiter beobachten, Zugriff erst auf mein Kommando.«

Der Informant hatte uns die Kennnummer des verdächtigen Containers genannt. Wir hatten ihn nachmittags bereits mit Hilfe der Kollegen vom Zoll durchleuchten lassen. Er enthielt wirklich Tonnen von Textilien im Wert von mindestens 100.000 Dollar. Und das war nur ein einziger Behälter. Wenn es uns gelang, die Bande auffliegen zu lassen, würde das organisierte Verbrechen Millionen verlieren.

Natürlich wird im Hafen von New York rund um die Uhr gearbeitet. Daher war es auch möglich, dass der Truck einen anderen Container abholen wollte. Schließlich stand das von uns beobachtete Objekt inmitten von mehreren hundert anderen Metallkisten, die sich nur durch ihre Farben und Nummerierungen voneinander unterschieden.

Doch wir hatten Glück. Der Truck wendete und rangierte direkt an den Produktpiraten-Container heran. In der Fahrerkabine saßen außer dem Truckdriver noch zwei weitere Personen. Weitere Einzelheiten konnte ich nicht erkennen.

»Cotton an alle. Wir warten, bis der Container aufgeladen ist. Wir müssen sicher sein, dass wir die Richtigen erwischen.«

Aber es gab keinen Zweifel. Das vollautomatische Kransystem holte wenig später den Behälter mit der gefälschten Markenkleidung aus dem Stapel. Der Container landete zielgenau auf dem Sattelschlepper. Nun war jeder Irrtum ausgeschlossen.

***

»Noch einmal Cotton an alle. Ich zähle herunter bis zum Zugriff: Drei, zwei, eins – und los!«

Mit dem Startsignal sprang ich selbst ebenfalls auf. Phil war an meiner Seite. Von unserem Versteck aus waren es noch ungefähr dreißig Yards bis zu dem verdächtigen Fahrzeug. Wir hielten unsere Maschinenpistolen schussbereit in den Händen.

»FBI! Hände auf das Armaturenbrett!«

Es war Joe Brandenburgs tiefe Stimme. Er und sein Partner Les Bedell befanden sich näher an dem Truck als Phil und ich. Auch unsere anderen Kollegen stürmten nun mit den Waffen im Anschlag aus verschiedenen Richtungen auf das Fahrzeug zu. Die Insassen mussten eigentlich erkennen, dass sie keine Chance hatten. Sie waren im Handumdrehen umzingelt.

Aber sie griffen uns trotzdem an. Der Trucker stieß die Fahrertür auf. Phil und ich hatten auf dem Beton des Piers keine Deckung. Der nächste Container, hinter den man sich hätte ducken können, befand sich fünf oder sechs Yards von uns entfernt. Wir standen sozusagen wie auf dem Präsentierteller.

Mündungsfeuer blitzte auf, ein Schuss fiel. Aber die Kugel verfehlte sowohl meinen Freund als auch mich. Entweder wollte der Fahrer nur einen Warnschuss abgeben oder er war ein miserabler Schütze. Ich tippte auf Letzteres, denn er hantierte sehr unbeholfen mit seiner Schusswaffe. Wahrscheinlich war er kein abgebrühter Gangster, der oft von der Waffe Gebrauch machte.

Auf jeden Fall hatte er sich gerade keinen Gefallen getan. Es ist kein Kavaliersdelikt, auf Agents zu feuern. Auch auf der anderen Seite der Fahrerkabine peitschten Schüsse auf. Aber wir konnten von unserer Position aus nicht sehen, was dort vor sich ging. Wir mussten unser eigenes Problem lösen.

Ich sprang zur Seite. Die Waffe des Truckdrivers folgte meiner Bewegung. Ich hob meine Maschinenpistole und feuerte ihm eine kurze Salve in die Beine. Der Kerl schrie auf und ließ seinen Revolver fallen. Dann verlor er das Gleichgewicht und stürzte auf den Beton.

Phil und ich sprinteten in seine Richtung. Ich hockte mich neben den Fahrer. Während mein Partner mich absicherte, durchsuchte ich seine Taschen nach weiteren Waffen. Ich hatte bereits im Vorfeld dafür gesorgt, dass sich eine Ambulanz in Bereitschaft hielt. Phil alarmierte nun das Rettungsteam. Ich wandte mich an den Driver. Er war ein bulliger Latino, der mich mit einer Mischung aus Furcht und Hass anstarrte.

»Warum haben Sie geschossen? Glaubten Sie, dem FBI entkommen zu können?«

Der Kerl antwortete mit schwerem Akzent.

»Ich bin illegal in den Staaten, habe nichts zu verlieren. Mike hat mir geraten, einen G-man abzuknallen. Das würde mir im Knast jede Menge Respekt einbringen, meinte er.«

Ich presste die Lippen aufeinander. Natürlich wusste ich, dass es Gangster gab, die sich mit Polizistenmorden förmlich brüsteten. Trotzdem empörte es mich immer wieder. Ein Mord ist immer abscheulich. Doch wer auf einen bewaffneten Beamten schießt, hat gegenüber wehrlosen Zivilisten erst recht keine Hemmschwelle.

»Hat dieser Mike auch einen Nachnamen? Reden Sie schon, wir haben nicht die ganze Nacht Zeit.«

Der Trucker machte eine Kopfbewegung Richtung Fahrerkabine. Allmählich schien er zu begreifen, dass er verloren hatte. Er fügte sich in sein Schicksal und arbeitete halbwegs mit.

»Mike und Lee haben direkt neben mir gesessen.«

»Dann sind Ihre beiden Kumpane aber deutlich cleverer als Sie«, bemerkte Phil trocken. »Die haben sich nämlich festnehmen lassen, ohne verwundet zu werden.«

Mein Partner deutete auf einen Weißen und einen asiatischstämmigen Mann, die in diesem Moment von unseren Kollegen fortgeschafft wurden. Die Verdächtigen trugen teure Anzüge, sie passten nicht in dieses Hafenarbeiter- und Trucker-Milieu.

Joe Brandenburg und Les Bedell hatten den Weißen in die Mitte genommen, June Clark und Blair Duvall den Asiaten. Die Verdächtigen trugen natürlich Handschellen.

Wie wir später erfuhren, hatten die beiden Kriminellen ein paar ungezielte Schüsse abgegeben. Doch als sie in die Maschinenpistolenmündungen von Joe und Les starrten, hatten sie ihre Waffen sofort weggeworfen.

Ich widmete mich weiter dem verletzten Truckdriver, während bereits die Sirenen der herannahenden Ambulanz ertönten.

»Wie heißen Sie?«

»Pancho Villa«, erwiderte der Kerl mit einem schmerzverzerrten Grinsen. Pancho Villa war ein mexikanischer Freiheitsheld aus dem frühen 20. Jahrhundert. Wenn der Verdächtige seinen richtigen Namen nicht sagen wollte, dann war das nicht weiter schlimm. Ich war sicher, dass wir ihn herausfinden würden. Später gab er zu, dass er Eduardo Sanchez hieß.

Die Beinwunden des Mexikaners wurden versorgt. June Clark und Blair Duvall begleiteten ihn im Krankenwagen nach Rikers, wo man ihn in einem der Krankenhäuser der Gefängnisinsel behandeln würde.

Die beiden anderen Verdächtigen schafften unsere Kollegen zur Federal Plaza, um sie erkennungsdienstlich zu behandeln. Am nächsten Morgen sollte das erste Verhör stattfinden.

Bevor wir den Truck unserem Spurensicherungsteam von der Scientific Research Division überließen, wollten wir noch einen Blick in den Container werfen.

Im Inneren befanden sich Tausende von Damenkostümen, wie sie von den gut verdienenden Karrierefrauen in gehobenen Positionen getragen werden. Und natürlich auch von Ladys, die so aussehen wollen, sich aber die passende Kleidung eigentlich nicht leisten können. Und genau von diesem Konsumwunsch leben die Produktpiraten.

Jedes einzelne Set war separat in Plastikfolie verpackt. Ich riss eine davon auf. Obwohl ich kein Modeexperte bin, bemerkte ich sofort das Label eines teuren italienischen Designers.

»Siehst du, Phil? Diese Kluft stammt angeblich von Simonetti.«

»Ja, aber der hat seine Fabrikationsstätten in Mailand. Und dieser Container kommt aus China. Ich würde sagen, wir haben einen Volltreffer gelandet, Jerry. Dann war der Hinweis des Informanten ja doch etwas wert.«

***

Als Phil und ich am nächsten Morgen nach einer kurzen Nacht im FBI Field Office eintrafen, erwarteten uns zwei Neuigkeiten.

Erstens konnte inzwischen die Identität von allen drei Festgenommenen ermittelt werden. Und zweitens war unser Hinweisgeber während der Nacht ermordet worden!

Beide Nachrichten wurden uns durch unseren Chef mitgeteilt. Der Assistant Director hatte Phil und mich sofort nach unserem Eintreffen in sein Büro bestellen lassen. Am Besprechungstisch servierte uns Helen ihren köstlich duftenden Kaffee. Aber angesichts der Neuigkeiten über den Mord wollte mir der Kaffee nicht so recht schmecken.

Mr High setzte sich zu uns und warf einen Blick in seinen Schnellhefter.

»Der Name des erschossenen Informanten war Jacob Reed. Allgemein wurde er nur Jake genannt. Er war ein Kleinkrimineller mit verschiedenen Verurteilungen wegen Einbruch, Raub, Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Seit ungefähr einem Jahr hatte er sich als Zuträger für unsere Behörde betätigt.«

Ich nickte. Das FBI ist auf Informanten aus der Unterwelt angewiesen. Ich sehe solche Leute kritisch, denn oftmals haben sie selbst ziemlich viel Dreck am Stecken. Andererseits liefern sie Hinweise, die noch nicht einmal ein undercover arbeitender Agent beschaffen kann. Ein G-man darf selbstverständlich auch im verdeckten Einsatz keine Verbrechen begehen. Darum bleibt ihm so manche Tür verschlossen, die sich für einen echten Ganoven öffnet.

Viele Kriminelle sind nämlich sehr misstrauisch und verkehren grundsätzlich nur unter ihresgleichen. Sie leben in ihrer abgeschotteten Welt außerhalb der normalen Gesellschaft. Mir drängte sich sofort eine Frage auf.

»Gibt es einen gesicherten Zusammenhang zwischen unserer nächtlichen Razzia und dem Mord an Jake Reed, Sir?«

»Nein, Jerry. Angesichts von Reeds bewegtem Vorleben ist es denkbar, dass die Bluttat einen ganz anderen Hintergrund hat. Dennoch ist die zeitliche Abfolge auffallend. Während Sie auf Staten Island Lee Fang und Mike Turner verhaftet haben, starb Reed in Flatbush durch drei Kugeln in Kopf und Brust.«

»Lee Fang und Mike Turner, das sind also die Namen der beiden Verdächtigen?«, warf Phil ein. »Der Truckdriver ist wohl eher eine Randfigur. Wir werden uns mit der Einwanderungsbehörde kurzschließen, um seine Identität zu erfahren.«

Der Chef nickte zustimmend.

»Ja, Fang und Turner konnten aufgrund ihrer Fingerabdrücke identifiziert werden. Bisher haben sie die Aussage verweigert, aber wir haben sie im System. Beide sind mehrfach vorbestraft. – Jerry und Phil, ich möchte Sie bitten, den Mord an Jake Reed aufzuklären. Steve Dillaggio und Zeerookah konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf die Produktpiraterie-Ermittlungen. Steve Dillaggio war es übrigens auch, der Kontakt zu Jake Reed hatte. Der Tatort in Brooklyn wurde vom NYPD gesichert, die Leiche ist bereits auf dem Weg in die Gerichtsmedizin.«

Vorerst gab es nichts weiter zu besprechen, daher erhoben wir uns. Der Chef gab mir den Schnellhefter, der aber noch ziemlich dünn war. Doch die Ermittlungen hatten ja auch gerade erst begonnen. Immerhin befanden sich darin ein Ausdruck der Kriminalakte von Jake Reed sowie ein erkennungsdienstliches Foto des Ermordeten. Er war ein unscheinbar aussehender Mann Mitte dreißig gewesen. Von seinem Aussehen her hätte man ihn für einen kleinen Angestellten halten können.

***

Bevor wir uns auf den Weg zu den Verhörräumen machten, schauten wir bei Steve und Zeery vorbei.

»Ihr habt ja gewiss schon gehört, dass es Jake Reed erwischt hat. Was meint ihr – stecken die Produktpiraten hinter seiner Ermordung?«

Der italienischstämmige blonde Agent beantwortete meine Frage mit einem Schulterzucken.

»Das ist schwer zu sagen, Jerry. Ich hatte schon öfter mit Reed zu tun, aber bisher ging es dabei immer um kleinere Fische. Einmal hat Reed uns geholfen, einen Fälscher von Staatsanleihen aus dem Verkehr zu ziehen.«

»Und bei einer anderen Gelegenheit hat er einen Kerl verpfiffen, der sich für seine Raubüberfälle immer eine Army-Uniform angezogen hat«, ergänzte Steves indianischer Dienstpartner.

»Reed kannte sich also aus in der New Yorker Unterwelt«, stellte ich fest. »Warum hat er sich dann auf Delikte spezialisiert, für die das FBI zuständig ist?«

»Ganz einfach. Wir zahlen etwas besser als die Kollegen vom NYPD. Ich habe die Cops schon angerufen, für die hat er niemals als Spitzel gearbeitet.«

Steve Dillaggios Antwort erschien mir plausibel. Wenn ein Krimineller schon als Informant Kopf und Kragen riskierte, dann sollte es sich für ihn wenigstens lohnen. Außerdem schien dieser Reed sich ausgekannt zu haben. Sonst hätte er ja nicht so genau wissen können, welche Straftaten in die FBI-Zuständigkeit fielen. Er war clever gewesen, aber nicht clever genug. Sonst wäre er nämlich noch am Leben.

»Wann hast du ihm eigentlich seine Prämie gegeben, Steve?«, wollte Phil wissen.

»Gestern Abend, gegen 18 Uhr. Ich habe ihn am Port Authority Bus Terminal getroffen. Dort gab ich ihm einen Umschlag mit 200 Dollar in bar. Ich glaube nicht, dass uns jemand beobachtet hat.«

Das konnte ich mir auch nicht vorstellen. Ein erfahrener G-man wie Steve Dillaggio merkt sofort, wenn ihn jemand im Visier hat. Jedenfalls brachte Phils Frage uns weiter. Wir mussten unbedingt checken, ob die Geldsumme bei der Leiche gefunden worden war. Falls nicht, dann durften wir auch einen simplen Raubüberfall nicht ausschließen.

Ich hakte nach.

»Ist dir an Reed etwas Besonderes aufgefallen, Steve? Wirkte er anders als sonst, war er nervös oder unruhig?«

»Nicht mehr als üblich, Jerry. Reed war meiner Meinung nach sowieso kein Held. Er schien immer irgendwie auf dem Sprung zu sein. Aber du weißt doch, wie es mit Informanten aus dem Milieu läuft. Sie stehen immer ein wenig unter Strom, wenn sie sich mit einem von uns treffen.«

Das stimmte natürlich. Gerade kriminelle Zuträger wie Reed sind es gewohnt, G-men oder Cops meist nur im Verhör gegenüberzusitzen. Sie geben uns Hinweise, aber wir Gesetzesmänner sind für sie trotzdem der natürliche Feind. Sie bekommen Geld von uns, aber deswegen schätzen sie uns noch lange nicht. Darüber machte ich mir keine Illusionen.

Wir verabschiedeten uns einstweilen von unseren Kollegen. Bevor wir ins gerichtsmedizinische Institut fuhren, wollten Phil und ich uns die beiden Produktpiraten vorknöpfen.

***

Wir verhörten Lee Fang und Mike Turner nacheinander in getrennten Räumen. Zunächst schauten wir uns auf dem Computer kurz ihre Strafakten an. Lee Fang war ein chinesischstämmiger New Yorker, der bereits wegen Schutzgelderpressung vorbestraft war. Außerdem war er des Totschlags verdächtig, man hatte ihm aber nichts nachweisen können. Laut seiner Akte hatte Fang Verbindung zu den Triaden. Jedenfalls sprach er fließend Mandarin und war zweifellos der Mittelsmann zu der chinesischen Fabrik, in der die Fälschungen angefertigt worden waren.

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