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Jerry Cotton - Folge 2889

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Schüsse aus dem Nichts
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Schüsse aus dem Nichts

Der große bullige Doorman senkte seinen mächtigen rasierten Schädel. Es kam nicht oft vor, dass Ricky Barnabas vor einem Gast katzbuckelte. Schließlich war er Tür-Chef im Blackhouse, einem der teuersten und coolsten Nachtclubs von Manhattan.

Doch jetzt hatte der Türsteher es mit MC Dooley zu tun, dem Rap-Star aus Harlem. Und Ricky Barnabas war einer seiner größten Fans. MC Dooley hatte soeben das Blackhouse durch den VIP-Ausgang verlassen.

»Beehren Sie uns bald wieder, Sir«, sagte der stämmige Sicherheitsmann ehrfurchtsvoll.

»Wir werden sehen, Boy«, erwiderte MC Dooley lässig und winkte mit seiner goldberingten Rechten. Den linken Arm hatte er um die Hüfte einer kurvigen Blondine in einem Mini-Designerkleid gelegt.

MC Dooley und seine Begleiterin gingen auf die Stretch-Limo des Musikers zu. Da fielen kurz hintereinander drei Schüsse.

Ich hörte im Radio von dem Anschlag auf MC Dooley, während ich meinen ersten Morgenkaffee trank. Doch ich konzentrierte mich nicht auf die Meldung.

Auch Phil musste schon von der Bluttat gehört haben. Das wurde mir klar, als ich meinen Freund wenig später an der üblichen Ecke abholte. Mein Partner warf sich grüßend auf den Beifahrersitz meines roten Jaguar-E-Hybriden.

»Guten Morgen, Jerry. Hast du auch schon mitbekommen, wie tief MC Dooleys Schutzengel vorige Nacht geflogen sein muss?«

»Guten Morgen, Phil. – Ja, er selbst ist bei dem Anschlag unverletzt geblieben, nicht wahr? Im Radio hieß es, dass seine Begleiterin getötet worden sei.«

Phil nickte.

»Im Frühstücksfernsehen hat eine Reporterin den NYPD-Pressesprecher ausgequetscht. Der sagte, dass in alle Richtungen ermittelt würde.«

»Wundert dich das? Es ist ja gar nicht gesagt, dass die Schüsse wirklich diesem prominenten Rapper galten. Gibt es schon Erkenntnisse über das Opfer?«

»Dafür ist es wohl noch zu früh. Aber ich schätze, dass wir mit unserem eigenen aktuellen Fall mehr als genug zu tun haben werden. Die Kollegen vom NYPD werden den Killer schon dingfest machen.«

Phil und ich ermittelten seit einigen Tagen gegen einen chinesischen Geschäftsmann namens Li Wong. Er stand im Verdacht, Menschenhandel im großen Stil zu betreiben. Wir hatten sein Privatleben durchleuchtet, was angesichts der Schweigsamkeit der Bewohner von Chinatown nicht gerade einfach war. Doch bisher konnte dem Mann nichts nachgewiesen werden, noch nicht einmal Steuerhinterziehung. Wir stellten uns auf einen zermürbenden Arbeitstag mit viel Leerlauf ein. Nach einem kurzen Besuch an der Federal Plaza fuhren Phil und ich direkt zu unserem Einsatzort.

Geschlagene vier Stunden schauten wir an diesem Tag durch ein Hochleistungsfernglas dem Geschäftsmann dabei zu, wie er in seinem Office am Computer arbeitete. Das FBI hatte in der Mott Street ein Apartment angemietet, von dem aus man einen direkten Blick auf Li Wongs Büro hatte.

»Ich kann kein Chop Suey mehr sehen«, schimpfte Phil. »Soll ich uns einen Hamburger holen?«

Doch bevor ich die Frage beantworten konnte, klingelte mein Handy. Ich nahm das Gespräch entgegen. »Hier Agent Cotton.«

Es war Mr High.

»Brechen Sie bitte die Observierung ab, Jerry. Ich möchte Sie und Phil so schnell wie möglich in meinem Office sehen. Ich habe eine neue Aufgabe für Sie.«

***

Als wir im Büro des Assistant Director eintrafen, erwarteten uns überraschende Neuigkeiten.

»Nehmen Sie doch bitte Platz, Jerry und Phil. – Es hat sich herausgestellt, dass Li Wong unschuldig ist. Der Geschäftsmann wurde von einem Konkurrenten fälschlicherweise beschuldigt, etwas mit Menschenhandel zu schaffen zu haben. Aber dieser Widersacher hat nun ein Geständnis abgelegt. Die Ermittlung hat sich also in Wohlgefallen aufgelöst.«

»Und worin besteht unsere neue Aufgabe, Sir?«, fragte ich.

»Ich möchte Sie bitten, den Mord an Kea Swanson zu untersuchen. So lautet der Name jener jungen Frau, die in der vergangenen Nacht in Begleitung dieses Musikers MC Dooley auf offener Straße erschossen wurde.«

»Der Fall war bereits in den Medien«, meinte Phil. »Aber ich verstehe nicht ganz, warum wir als FBI zuständig sein sollen. Ich dachte, die zuständige Homicide Squad des NYPD würde das Verbrechen aufklären.«

»Normalerweise wäre das auch so, Phil. Aber es hat sich bei einer ersten kriminaltechnischen Untersuchung herausgestellt, dass die Mordwaffe bereits kürzlich für ein Verbrechen benutzt wurde. Vor 48 Stunden wurden in New Jersey aus derselben Pistole Schüsse auf zwei Personen abgefeuert. Es handelt sich um den prominenten Boxer Jerome Feathers und dessen Freundin Ann Swift. Die Projektile konnten sichergestellt werden. Daher lässt sich nachweisen, dass sie aus derselben Waffe stammen wie jene bei dem Anschlag auf Kea Swanson.«

»Der Tod von Jerome Feathers wurde aber bisher nicht den Medien mitgeteilt, nicht wahr?«, hakte ich nach. John D. High schüttelte den Kopf.

»Ich habe mich missverständlich ausgedrückt, Jerry. Weder der Boxer noch seine Freundin wurden verletzt oder gar getötet. Man hat den Vorfall geheim gehalten, um die Sache nicht unnötig aufzubauschen. Aber jetzt haben wir es mit anderen Voraussetzungen zu tun.«

»Ein Serienkiller, der Jagd auf Prominente macht?«

Mr High quittierte Phils Bemerkung mit einem Heben seiner Schultern.

»Das wäre zumindest eine Überlegung. Ich schlage vor, dass Sie sich zunächst mit den Kollegen vom FBI Field Office New Jersey austauschen. Und natürlich mit dem NYPD, das bisher die Untersuchungen im Fall Kea Swanson und MC Dooley geführt hat.«

Die Besprechung war vorerst beendet. Phil und ich machten uns sofort auf den Weg zum 1st Precinct am Ericsson Place, der unter anderm für den Bereich Varick Street zuständig ist.

Phil rief die Kollegen an, während ich meinen roten Boliden durch den dichten Straßenverkehr von Midtown Manhattan lenkte. Das Gespräch dauerte nur kurz.

»Alles klar, Jerry. Jim Neeson und Alice Weaver warten bereits auf uns.«

Wir kannten den breitschultrigen Detective und seine grazile schwarze Dienstpartnerin bereits seit Jahren. Endlich konnte ich meinen Wagen vor dem Polizeirevier parken. Im Gebäude des 1st Precinct war wie üblich die Hölle los. Verdächtige wurden von uniformierten Cops in die Arrestzellen verfrachtet, aufgeregte Verbrechensopfer machten ihre Aussagen. Und über dem hektischen Geschehen thronte der unerschütterliche Desk Sergeant Brian Ferber.

»Hallo, Agents. Ihr kennt ja den Weg zu Jims und Alice’ Office.«

Wenig später standen wir vor den Detectives. Jim Neeson schlug seinen Notizblock auf und kam sofort zur Sache.

»In der vergangenen Nacht ging um 1.33 Uhr ein Anruf in der Zentrale ein. Der Türsteher vom Blackhouse meldete einen Schusswaffengebrauch direkt vor dem Nachtclub. Eine Streife war sieben Minuten später vor Ort, eine Ambulanz raste ebenfalls dorthin. Doch der Notarzt konnte nur den Tod des weiblichen Opfers feststellen. Die Frau hieß Kea Swanson, aber das dürfte euch ja schon bekannt sein. Der Rapper selbst ist mit dem Schrecken davongekommen. Er wurde mit einem Schock ins Bellevue Hospital eingeliefert, aber inzwischen hat er sich schon wieder selbst entlassen.«

»Für mich ist keineswegs klar, dass die Schüsse wirklich MC Dooley gegolten haben«, ergänzte der weibliche Detective Alice Weaver. »Jedenfalls gab es angeblich im Vorfeld keine Drohungen gegen den großmäuligen Rapper.«

Phil grinste. »Du magst wohl MC Dooleys Rap-Sound nicht?«

»Warum sollte ich den Gernegroß mögen? Nur weil er zufällig dieselbe Hautfarbe hat wie ich? Mir gefällt Rap überhaupt nicht, ich stehe mehr auf Jazz. Aber für mich ist MC Dooley vor allem ein Tatzeuge. Ich hätte ihn normalerweise heute Vormittag verhört, aber diesen Job werdet ihr ja jetzt wohl übernehmen. Wieso ist der Anschlag eigentlich zu einem FBI-Fall geworden?«

Wir erklärten es den Kollegen. Jim Neeson und Alice Weaver nickten.

»Ein ähnlich gelagerter Fall in New Jersey?«, hakte Jim Neeson nach. »Das ändert natürlich alles. Wir überlassen euch gerne unsere bisherigen Ermittlungsergebnisse. Viel ist es allerdings nicht. Der wichtigste Zeuge ist dieser Türsteher, der auch die 911 angerufen hat. Er heißt Rick Barnabas. Er hat das Fahrzeug gesehen, von dem aus die Schüsse abgegeben wurden. Es war ein SUV. Die Distanz zu Kea Swanson und MC Dooley betrug ungefähr sechs Yards. Man muss also kein Meisterschütze sein, um zumindest eine der beiden Personen zu treffen.«

»Konnte Rick Barnabas genauere Angaben zu dem Auto machen?«

»Ja, Jerry. Es handelt sich um einen dunklen Dodge Nitro. Der Fahrer hat dreimal geschossen, danach ist er sofort Richtung Uptown geflüchtet. Der Türsteher glaubt, New Yorker Nummernschilder an dem SUV gesehen zu haben. Wir fahnden nach dem Wagen, bisher allerdings erfolglos.«

»Gibt es außer MC Dooley und Rick Barnabas noch weitere Tatzeugen?«, warf Phil ein.

»Ja, es standen einige Nachtschwärmer vor dem Club herum«, berichtete Alice Weaver. »Außer dem Rap-Star haben wir sie alle schon vernommen. Aber ihre Aussagen kannst du in der Pfeife rauchen. Sie haben alle nur ein dunkles Auto gesehen, von dem aus gefeuert wurde. Der Türsteher war der Einzige, der sich das Fabrikat gemerkt und auf die Nummernschilder geachtet hat. Dieser Rick Barnabas ist ein guter Beobachter. Das muss wohl daran liegen, dass er früher bei den Marines war. Wir haben seine Biografie gecheckt, er ist sauber. Barnabas wurde ehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen und ist niemals straffällig geworden.«

Ich nickte den Kollegen von der NYPD-Homicide Squad anerkennend zu. Sie hatten in der kurzen Zeit schon gute Arbeit geleistet. Jim Neeson übergab mir seine Aufzeichnungen. Damit war der Fall nun offiziell in unseren Händen.

***

Das FBI Field Office von New Jersey befindet sich in Newark im Claremont Tower am Center Place. Dort wurden wir von unserer hübschen Kollegin Rose Kerman und ihrem glatzköpfigen Dienstpartner Mike Fitzgerald empfangen.

»Bei den Schüssen auf Jerome Feathers und Ann Swift hat es ja zum Glück weder Tote noch Verletzte gegeben«, stellte Rose Kerman klar. »Und dem Boxer scheint es gar nicht recht zu sein, dass wir uns mit diesem Anschlag befassen. Wenn es nach ihm ginge, würde die Sache unter den Teppich gekehrt.«

Ich horchte auf. »Was für einen Grund könnte es dafür geben?«

Rose Kerman machte eine unbestimmte Handbewegung, und ihr Dienstpartner Mike Fitzgerald hob die Schultern.

»Keine Ahnung, Jerry. Am besten bildet ihr euch selbst ein Urteil. Wir können dem Boxstar ja noch einmal gemeinsam auf den Zahn fühlen. Er müsste um diese Uhrzeit beim Training sein.«

Das war ein guter Vorschlag. Phil und ich fuhren gemeinsam mit unseren ortskundigen Kollegen zu Harvey’s Gym. Ich wusste nicht viel über Jerome Feathers. Allerdings hatte ich ihn gelegentlich im Fernsehen gesehen. Er galt als eine der größten amerikanischen Boxhoffnungen im Halbschwergewicht. Doch Feathers stand noch ganz am Anfang seiner Karriere. Wollte jemand verhindern, dass er den Durchbruch schaffte? Falls das so war, dann mussten wir damit rechnen, dass sich die Tat wiederholen würde.

Auf der Fahrt sprachen wir weiter über den Fall.

»Es ist auffällig, dass sowohl der Boxer als auch seine Freundin von den Schüssen verfehlt wurden. Glaubt ihr, dass Feathers vielleicht nur gewarnt werden sollte?«, fragte ich.

»Darüber habe ich auch schon nachgedacht, Jerry«, meinte Mike Fitzgerald. »Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Distanz einfach zu groß war. Die kriminaltechnische Untersuchung hat ergeben, dass die Schüsse aus einer Distanz von fast zwanzig Yards abgegeben wurden. Auch die Zeugen sagen, dass der Wagen des Täters ziemlich weit entfernt war. Außerdem herrschte Dunkelheit. Ich schätze, dass der Schütze einfach nervös war. Feathers’ Auto war an einem schlecht beleuchteten Ort hinter dem Nachtclub geparkt. Der mutmaßliche Killer hätte dort warten und ihn aus nächster Nähe erledigen können. Entweder hat der Verbrecher spontan gehandelt oder war einfach schlecht vorbereitet.«

Ich nickte.

»Für deine Annahme spricht, dass der Täter aus seinem Verhalten gelernt hat. Bei dem Anschlag auf MC Dooley und Kea Swanson ist er viel näher an seine Opfer herangekommen. Wir müssen momentan davon ausgehen, dass es sich in beiden Fällen um dieselbe Person handelt. Auf jeden Fall wurden die Schüsse aus derselben Waffe abgegeben, so viel steht fest.«

***

Während unserer kurzen Unterhaltung hatten wir die Boxhalle erreicht. Sie befand sich in einem schäbigen und unspektakulären Stadtteil von Newark südlich des Airport. Schon vom Parkplatz aus konnten wir die unverkennbaren Geräusche von behandschuhten Fäusten hören, die gegen Sandsäcke geschlagen werden. Wir alle hatten unsere FBI-Marken an unseren Revers befestigt.

Langsam betraten wir die Trainingshalle, in der sich fast ein Dutzend Athleten befanden. Der Geruch von Schweiß und Desinfektionsmitteln schlug uns entgegen. Ich erkannte Jerome Feathers sofort. Er wirkte kleiner als im Fernsehen, verfügte aber über gewaltige Muskelpakete. Der Boxer drosch auf einen Punchingball ein. Da er uns den Rücken zudrehte, hatte er uns noch nicht bemerkt. Ich ging auf ihn zu und hielt den lederbezogenen Punchingball fest.

»Kurze Pause, Mister Feathers. Das FBI hat noch ein paar Fragen an Sie.«

Der Boxer runzelte die Stirn. Die Unterbrechung schien ihm gar nicht zu gefallen. Aber das war mir egal. Ob er wusste, wer auf ihn gefeuert hatte? Falls das so war, dann würden wir es herausfinden. Ich stellte Phil und mich kurz vor. Dann sagte ich: »Special Agent Kerman und Special Agent Fitzgerald kennen Sie bereits, nicht wahr?«

Der Mann warf einen unwilligen Blick auf die beiden New-Jersey-Agents, dann wandte er sich wieder mir zu.

»Ja, verflucht. Warum erscheinen jetzt sogar vier Agents, um mich beim Training zu stören? Ich habe doch schon alles ausgesagt, was ich weiß.«

»Es hat einen weiteren Anschlag gegeben, eine Frau wurde erschossen. Ihr Name war Kea Swanson.«

Mit diesen Worten hielt ich dem Boxer ein Foto unter die Nase, das bei den Ermittlungsakten des NYPD gewesen war. Es zeigte das Gesicht von Kea Swansons Leiche. Ich ließ Jerome Feathers nicht aus den Augen, während er die Aufnahme betrachtete. Aber er zeigte keine Gefühlsregung. Entweder kannte er die Ermordete wirklich nicht oder er hatte seine Gefühle gut im Griff.

»Ich kenne die Puppe nicht, habe sie noch nie gesehen. Und was habe ich damit zu tun, dass sie abgeknallt wurde?«

Ich erklärte es ihm. Aber der Boxer zuckte teilnahmslos mit seinen breiten Schultern.

»So, der Irre hat also auch auf die Frau geballert? Da habe ich wohl einfach Glück gehabt, dass seine Kugeln mich verfehlt haben.«

»Und was ist mit MC Dooley, der sich in Begleitung von Kea Swanson befand? Der Rapper wurde ebenfalls nicht angeschossen. Kennen Sie den Mann eigentlich?«

Jerome Feathers grinste. »Ich besitze eine oder zwei CDs von MC Dooley. Sein Sound gefällt mir. Aber persönlich bin ich ihm nie über den Weg gelaufen.«

Ob der Boxer die Wahrheit sagte? Irgendetwas gefiel mir an dem Mann nicht. Aber als G-man muss ich mich auf harte Fakten verlassen, da dürfen unwägbare Stimmungen keine Rolle spielen.

»Haben Sie eigentlich Drohungen bekommen, Mister Feathers?«, fragte Phil. »Sie gelten als erfolgreicher Newcomer. Und im Boxgeschäft wird mit harten Bandagen gekämpft, das ist bekannt. Haben Sie einen Verdacht, wer hinter den Schüssen auf Sie stecken könnte?«

Feathers machte eine wegwerfende Handbewegung.

»Pah, dieser Verrückte hat mich doch noch nicht einmal getroffen. Und auch Ann hat nichts abbekommen, obwohl sie sich gewaltig erschrocken hat.«

»Ihre Freundin Ann Swift wollte sich wegen ihrer angegriffenen Nerven nach den Schüssen ins Newark University Hospital begeben«, sagte unsere Kollegin Rose Kerman. »Wissen Sie, ob sie sich noch dort befindet?«

»Keine Ahnung, ich muss mich auf mein Training konzentrieren. Ich habe in drei Tagen einen wichtigen Kampf. Außerdem kenne ich Ann gar nicht so gut. Sie ist im Grunde mehr eine Art Groupie, nicht unbedingt meine feste Freundin.«

»Wirklich?«, hakte Mike Fitzgerald nach. »Bei Ihrer ersten Vernehmung haben Sie noch ausgesagt, Sie wären mit Ann Swift seit einem halben Jahr zusammen.«

»Ja, da war die Kleine ja auch in Hörweite. Sie sollte nicht unbedingt mitbekommen, dass ich mir gar nicht so viel aus ihr mache. Eigentlich ist sie ja ganz süß, auch wenn sie mir manchmal auf die Nerven geht. Ich halte sie gerne auf Abstand.«

»Und deshalb wissen Sie auch nicht, ob sie noch im Krankenhaus ist?«, vergewisserte ich mich. Der Boxer grinste abermals breit.

»Ganz genau, Agent Cotton. Ich bin ein viel beschäftigter Mann. Deshalb will ich jetzt auch weiter trainieren, wenn es geht.«

»Wohnen Sie eigentlich mit Ann Swift zusammen?«

»Nein, dann hätte ich ja niemals Ruhe vor ihr. Sie hat ein Apartment an der Frontage Road. – So, und jetzt brauche ich meine volle Konzentration. Wenden Sie sich an meinen Anwalt Percy Reeves, wenn Sie noch weitere Fragen haben.«

***

Wir hatten Jerome Feathers nicht beschuldigt. Daher fand ich es eigenartig, dass er uns sofort mit seinem Rechtsbeistand drohte. Natürlich stand es ihm zu, sich ...

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