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Jerry Cotton - Folge 2883

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die Schattenmacht
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die Schattenmacht

Sie waren zu dritt in sein Apartment eingedrungen.

»Nehmen Sie, was Sie wollen«, flehte der Senator.

Wo waren seine Bodyguards? Seine Leibwächter hatten ihn im Stich gelassen.

»Keine Angst, Verräter. Das haben wir auch vor«, höhnte der Anführer.

Verräter? Bevor Ryan Gibbs seine Frage stellen konnte, stießen alle drei Männer gleichzeitig zu. Eine der Messerklingen traf den Herzbeutel des Senators.

»Jetzt wissen die Geheimbündler, dass wir keinen Spaß machen«, sagte der Jüngste des Trios.

Ich war müde und froh, endlich den verdienten Feierabend einläuten zu können. Als ich den Jaguar anhielt, um Phil aussteigen zu lassen, erreichte uns der Funkruf. Da Mr High persönlich nach mir verlangte, blieb auch mein Partner noch im Wagen sitzen.

»Senator Gibbs? Verstanden, Sir. Wir fahren sofort dorthin«, antwortete ich.

Unser Chef hatte es ausgesprochen kurz gehalten. Jemand hatte den einflussreichen konservativen Senator mit mehreren Messerstichen in seinem Apartment in der Central Park West ermordet.

»He, was ist denn hier los?«, staunte Phil.

Wir benötigten nur wenige Minuten bis zu dem exklusiven Apartmenthaus, in dem sich auch die Wohnung von Senator Gibbs befand. Die Cops an der Absperrung reagierten trotz unserer Dienstmarken nervös, und als wir ins Foyer traten, wurden wir Zeuge, wie sich mehrere Männer laut anbrüllten.

»FBI! Special Agent Cotton, und das ist mein Partner, Special Agent Decker. Wer leitet die Untersuchungen?«, fragte ich.

Ein uniformierter Officer schaute auf unsere Marken, bevor er auf einen der Schreihälse deutete.

»Detective Zealand, Sir«, sagte er dann.

Der mittelgroße Mann mit einem dünnen Oberlippenbart wurde von zwei athletischen Männern in dunklen Anzügen angebrüllt. Er wehrte sich vehement, und als wir zu der Gruppe traten, verstand ich auch, worüber die Männer sich stritten.

»Sie sind so lange Verdächtige, bis wir Sie als Mittäter ausschließen können!«, brüllte der Detective.

Ich tippte Zealand auf die Schulter, was ihn erbost herumwirbeln ließ. Bevor er jedoch ausfallend werden konnte, hielt ich ihm meinen Dienstausweis vor die Nase.

»FBI? Wer hat Sie denn angefordert? Mit einem simplen Mord kommen wir immer noch ganz gut allein zurecht. Oder ist es nur, weil das Opfer ein Senator ist?«, fragte der Detective.

Wie gesagt. Ich war müde und nicht bei bester Laune. Deswegen übersprang ich den Teil mit der diplomatischen Höfflichkeit.

»Assistant Director High, Leiter des Field Office New York. Möchten Sie es überprüfen oder können wir endlich mit den Ermittlungen beginnen?«, antwortete ich.

Schließlich erkannte auch Zealand, dass wir mit diesem Kompetenzgerangel wertvolle Zeit vertrödelten. Er deutete auf die beiden sportlichen Typen in den dunklen Anzügen.

»Das sind übrigens die Leibwächter von Senator Gibbs. Angeblich haben sie keine Ahnung, wie der Mörder ins Apartment gelangen konnte«, sagte der Detective.

Es waren Agents des Secret Service, die naturgemäß ihre Aufgaben sehr ernst nahmen.

»Mein Partner wird mit Ihnen sprechen und die Zusammenarbeit klären«, sagte ich.

Bevor einer der Leibwächter beleidigt reagieren konnte, verwies ich sie an Phil. Während er sich mit den Agents des Secret Service in eine Ecke des Foyers zurückzog, fuhr ich mit Zealand hinauf ins Apartment des Senators.

»Die Techniker konnten keine Spuren für ein gewaltsames Eindringen entdecken. Gleichzeitig sollte sich immer ein Bodyguard im Vorraum und einer seiner Kollegen auf dem Gang vor dem Apartment aufhalten«, erklärte Zealand.

Ich konnte den Frust des Kollegen vom NYPD bestens nachvollziehen. Anscheinend war der Senator in einer hervorragend abgeschirmten Wohnung vom Killer überrascht worden. Wie hatte er oder sie an den Leibwächtern vorbeikommen und die Alarmanlage umgehen können?

Bevor wir dieser Frage weiter nachgehen konnten, schaute ich mir den Leichnam von Gibbs an. Der Rechtsmediziner stand daneben und schüttelte fassungslos den Kopf.

»Was ist denn, Doc?«, fragte ich.

Er warf mir einen prüfenden Blick aus seinen eisengrauen Augen zu. Dann ging er in die Hocke und deutete nacheinander auf drei Einstichwunden im Brustbereich des Senators.

»Drei Stiche von drei unterschiedlichen Klingen, Agent Cotton. Hinzu kommt das völlige Fehlen von Verteidigungsspuren«, erklärte er.

Für einen Augenblick starrte ich nur sprachlos auf den Toten.

»Drei Täter? Kein Zweifel, Doc? Könnte der Killer nicht nur mit verschiedenen Waffen und vielleicht beidhändig zugestoßen haben?«, hakte ich nach.

Es war eine absurde Vorstellung, dennoch wollte ich auf Nummer sicher gehen. Der Rechtsmediziner verwarf den abwegigen Gedanken sofort und blieb bei seiner Ansicht.

»Drei Killer, und offenbar kannte der Senator seine Angreifer. Er hat sie ins Apartment gelassen und den Angriff nicht erwartet«, fasste Zealand zusammen.

Mittlerweile war ich ebenfalls sehr gespannt auf die Aussagen der Leibwächter. Wie konnten mehrere Killer unbemerkt ins Apartment des Senators gelangen?

»Alle Berichte gehen ans FBI, Doc. Die Obduktion des Senators hat Priorität«, sagte ich.

Anschließend schaute ich mir kurz die Alarmanlage an und ließ mir von einem der Kriminaltechniker bestätigen, dass es keine Anzeichen für eine Manipulation gegeben hatte. Kaum kam ich unten im Foyer an, trat Phil zu mir und gab die Aussagen der Leibwächter wieder.

»Sie sind vor dreißig Minuten von einem Meeting zurückgekommen. Während einer mit dem Senator auf dem Gang gewartet hat, kontrollierten seine beiden Kollegen die Räume«, sagte er.

Es war das normale Vorgehen und brachte keine Hinweise auf eine Gefährdung ein. Die Alarmanlage war bei ihrem Eintreten scharf geschaltet gewesen und es befanden sich keine unberechtigten Personen im Apartment.

»Alles war in bester Ordnung, Jerry«, schloss Phil den Bericht.

»Wann wurden sie darauf aufmerksam, dass es einen Anschlag gegeben hatte?«, fragte ich.

Einem der Leibwächter war ein merkwürdiges Geräusch aufgefallen, das aus dem Apartment zu kommen schien. Als sich der Senator nach mehrmaligem Nachfragen nicht meldete, betraten zwei der Männer das Wohnzimmer.

»Da lag Senator Gibbs bereits tot am Boden«, sagte mein Partner.

Zwischen der Rückkehr und dem Auffinden des Leichnams waren demnach kaum mehr als sechs Minuten vergangen. Der Mord gab uns in der Tat einige Rätsel auf.

»Die Kollegen vom Secret Service halten sich zur Verfügung, Jerry. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass sie etwas mit dem Mord zu tun haben«, sagte Phil.

Ich auch nicht, denn dafür waren das Ausleseverfahren sowie die regelmäßigen Überprüfungen einfach zu radikal. Trotzdem gab der Ablauf zu viele Rätsel auf, und der Mord an dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses musste schleunigst aufgeklärt werden. Gab es politische Motive? Würden sich Terroristen zu dem Anschlag bekennen?

»Ich erstatte Mister High Bericht«, sagte ich.

***

Die vermummten Gestalten beobachteten die Abläufe des Sicherheitsdienstes mit großer Aufmerksamkeit. Die Männer trugen schwarze Kampfhosen, darüber schwarze Kapuzenshirts und Masken auf dem Gesicht. Ab und an rückte einer von ihnen diese Maske mit einer behandschuhten Hand zurecht.

»Alles ruhig da oben«, meldete der Wachmann.

Er hatte seine Rundtour durch das Bürohochhaus in der Wall Street beendet und bemerkte genauso wenig wie seine Kollegen die Männer mit den Gesichtern von Guy Fawkes.

»Jetzt«, zischte einer der Männer.

Nacheinander hasteten sie über den Steinfußboden, ohne das geringste Geräusch zu verursachen. In Windeseile überbrückte einer der Männer die Türsicherung und sie huschten ins Treppenhaus. Der Sicherheitsmitarbeiter hinter dem Tresen schaute einmal kurz hoch, doch dann wanderte sein Blick zurück zum Fernseher. Das Spiel der Rangers fesselte ihn zu sehr, als dass er sich von einem leisen Geräusch ablenken lassen wollte. Nachdem die Tür wieder ins Schloss gefallen war, leuchtete gleich darauf die rote Diode am Codeschloss auf.

»War was?«, fragte der Kollege.

Er hatte offenbar den prüfenden Blick des anderen Wachmanns bemerkt und trat neben dessen Stuhl. Doch sein Kollege beruhigte ihn, und da alle Signallampen korrekt leuchteten, zog der Sicherheitsmitarbeiter sich wieder in den hinteren Raum zurück.

»Es ist die vorletzte Tür auf der rechten Seite«, rief einer der Vermummten.

Es war den Eindringlingen gelungen, unbemerkt durch das Treppenhaus bis ins sechste Stockwerk zu gelangen. Hier bewegten sie sich dicht an der Wand entlang und verharrten an zuvor festgelegten Positionen. So entgingen sie der Aufzeichnung der Überwachungskamera, die den Gang vor den Büroräumen überwachte.

»Weiter.«

Ihnen blieben exakt zehn Sekunden, bis die Kamera den nächsten Schwenk vollführte. Blitzschnell waren sie an der Bürotür. Einer der Vermummten schob eine Codekarte ins Türschloss und schon verschwanden die nächtlichen Eindringlinge im Büro. Als die Kamera den Bereich erfasste, lag der Gang friedlich im Schein der Notbeleuchtung.

»Wir wachen abwechselnd. Ich übernehme die ersten zwei Stunden«, ordnete der Anführer an.

Die gesamte Aktion verlief wie eine militärische Operation und ließ an Präzision nichts vermissen. Kurze Zeit später wanderte der einsame Wächter durch die drei Räume, während seine beiden Gefährten auf den mitgebrachten Matten leise schnarchten. Bis das Ziel ihres Vorhabens eintreffen würde, dauerte es noch gut sechs Stunden.

***

Phil und ich kehrten zurück ins Field Office. Dort erwartete uns ein angespannt wirkender Mr High, der über die bisherigen Erkenntnisse informiert werden wollte.

»Wir haben es mit drei Tätern zu tun, die ohne Hinweise zu hinterlassen das Apartment betreten und wieder verlassen haben. Den Leibwächtern ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen«, sagte ich.

Neben den Auskünften der Kriminaltechniker und des Rechtsmediziners vom Tatort konnten wir weitere Informationen liefern.

»Jemand hat die Überwachungskameras für den Zeitraum von einer Stunde vor dem Mord bis eine Stunde danach deaktiviert. Darauf machte uns der Tagesportier aufmerksam«, sagte Phil.

Der Nachtportier war verschwunden und die Fahndung nach ihm lief bereits auf Hochtouren.

»Kannte der Portier den Zugangscode zum Apartment des Senators?«, fragte der Chef.

Dieses Wissen gehörte zu den besonderen Sicherheitsmaßnahmen des Hauses, um auch in Abwesenheit der Bewohner notfalls ins Apartment kommen zu können.

»Dann rechnen Sie den Nachtportier zum Kreis der Verdächtigen?«, wollte Mr High wissen.

Vorerst behandelten wir ihn als wichtigen Zeugen, solange wir ihm keine Beteiligung nachweisen konnten. Dass sein Verschwinden mit dem Mord in Verbindung stehen musste, zog niemand von uns in Zweifel.

»Es gibt also eine Theorie, wie die Killer unbemerkt in die Wohnung gelangen konnten. Haben Sie auch schon herausgefunden, wie sie unbemerkt den Tatort verlassen konnten?«, sagte Mr High.

Diese Antwort mussten wir vorläufig schuldig bleiben. Eine komplette Mannschaft der Kriminaltechnik suchte danach, und darauf mussten wir einfach warten.

»Dann kommen wir zum Motiv. Vorschläge, warum Senator Gibbs sterben musste?«, fragte der Chef.

Natürlich galt ein Senator immer als gefährdete Person, und wenn er zudem noch den wichtigen Posten als Vorsitzender des Verteidigungsausschusses innehatte, durften wir von einer besonderen Gefährdung ausgehen. Andere Motive, die im privaten Bereich liegen konnten, waren zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar.

»Ich habe bereits um Unterstützung in Washington nachgefragt. Bisher weiß ich lediglich, dass es in der jüngsten Vergangenheit keine gezielten Drohungen gegeben hat«, erklärte Mr High.

Ohne solche konkreten Hinweise konnten wir nicht ermitteln. Phil und ich tauschten einen Blick aus.

»Sie konzentrieren sich zunächst auf Gibbs’ Privatleben. Möglicherweise entdecken Sie dort etwas, was uns zu einem Motiv führt«, ordnete der Chef an.

Wir zogen uns in unser eigenes Büro zurück und durchforsteten das private Umfeld des Senators. Nach seiner Scheidung vor vier Jahren lebte Ryan Gibbs offenkundig nur noch für seine Arbeit. Es gab keine Hinweise auf mögliche Affären oder ungewöhnliche Aktivitäten.

»Dummerweise hat der Senator ein sehr spartanisches Leben geführt. Ich kann nirgends ein Motiv entdecken«, räumte ich ein.

Wir hatten zwei Stunden hart gearbeitet, nur um genauso schlau wie zu Beginn der Überprüfung zu sein. Selbst das Verhältnis der geschiedenen Eheleute Gibbs galt allgemein als hervorragend. Gelegentlich unterstützte der Senator seine ehemalige Frau sogar bei ihrer wohltätigen Arbeit in einer Stiftung.

»Geld kann ebenfalls keine Rolle spielen. Gibbs war schon immer wohlhabend, und seine Frau verfügt über ein eigenes Vermögen. Der Grund für diesen Mord muss im politischen Umfeld des Senators zu finden sein«, stimmte Phil zu.

Es blieb abzuwarten, ob man dem FBI die erforderlichen Informationen überließ oder sich andere Behörden um die Aufklärung bemühen würden. Politische Affären waren nicht meine Lieblingsthemen, weshalb ich gegen eine Abgabe der Ermittlungen wenig einzuwenden gehabt hätte. Langsam machte sich auch meine Müdigkeit wieder bemerkbar. Bis Mitternacht war es nicht mehr weit und unsere Ermittlungen standen vorerst still.

***

Nach lediglich vier Stunden Schlaf fuhren Phil und ich zum Field Office. Meine Neugier auf die weiteren Ermittlungen sorgte dafür, dass ich den Schlafmangel als nicht so belastend empfand.

»Ist dir im Schlaf eventuell ein Geistesblitz erschienen, sodass du mir jetzt den Abgang der Killer erklären kannst?«, fragte ich Phil.

Mein Partner räumte zwar ein, dass er sich ausgiebig mit diesem Gedanken beschäftigt hatte, doch leider ohne zu einem brauchbaren Ergebnis zu gelangen.

»Dann bleibt uns nur die Theorie mit dem Gleitschirm«, erwiderte ich.

Der verblüffte Seitenblick von Phil reizte mich zum Lachen.

»Na, du bist ja gut drauf. Gleitschirm? Wir sind hier nicht bei ›Mission Impossible‹«, schimpfte er.

Im Büro konnten wir nur gerade unsere Windjacken ausziehen, als Helen uns bereits ins Büro von Mr High bat. Die Sekretärin des Chefs winkte uns durch.

»Guten Morgen, Jerry. Phil. Setzen Sie sich bitte. Es gibt Neuigkeiten«, begrüßte uns Mr High.

Er trug einen anderen Anzug und dazu ein frisches Oberhemd, doch solche Dinge lagen als Reserve ständig für den Chef im Field Office bereit. Mich würde es nicht wundern, wenn Mr High überhaupt nicht zu Hause gewesen wäre.

»Haben Sie das Rätsel um das Motiv oder das Verschwinden der Killer lösen können?«, fragte ich.

Zu meiner Verwunderung nickte unser Chef.

»Das Motiv fehlt noch. Dafür haben die Kriminaltechniker den wahrscheinlichen Fluchtweg ausfindig gemacht«, antwortete Mr High.

Nachdem die Spezialisten innerhalb der Wohnung sowie des Stockwerks keine Hinweise auf den Fluchtweg finden konnten, dehnten sie ihre Suche aus. Auf dem Dach des Apartmenthauses wurden sie schließlich fündig.

»Sie haben die Gondel entdeckt, mit der die Fensterputzer an der Fassade hoch- und runterfahren. Es gibt zwar einen automatischen Schwenkarm, aber die Arretierung der Sicherungsbolzen muss mit der Hand festgestellt werden«, erklärte Mr High.

Nach Ansicht der Spezialisten waren die Killer exzellent vorbereitet gewesen. Zuerst ließen sie die Gondel bis auf die Höhe des Apartments hinunter, sodass sie nach dem Mord aus dem Fenster steigen und damit zum Erdboden gleiten konnten.

»Aus dem Fenster steigen? Aber es gab keine zu öffnenden Fenster im Apartment«, protestierte Phil.

Gab es doch. Es war eine besondere Anfertigung, die für eine schnelle Evakuierung in Notfällen gedacht war. Dabei hatte man allerdings vor allem an Feuer gedacht.

»Unglaublich! So ein spezielles Wissen kann aber nur jemand haben, der sich bestens im Haus sowie mit den Sicherheitsstandards der Wohnungen auskennt«, warf ich ein.

An dieser Stelle kam der immer noch nicht wieder aufgetauchte Nachtportier ins Spiel.

»Dennis Pritchard ist seit einem halben Jahr als Nachtportier in dem Haus tätig. Er gilt als zuverlässig und sehr aufmerksam den Bewohnern gegenüber. Es kam öfter vor, dass er die Arbeiten von Handwerkern überwacht hat. Sogar an Tagen nach einer Nachtschicht«, sagte Mr. High.

Das war der Insider, den die Killer gebraucht hatten. Für mich stellte sich eine Frage.

»War Pritchard ein Teil des Teams?«, fragte ich.

Unser Chef nickte entschieden.

»Darüber bestehen kaum Zweifel. Es wäre ungleich schwerer, ihn zur Mitwirkung zu überreden oder zu zwingen«, sagte er.

Leider hatte die Fahndung nach dem Nachtportier bislang keinen Erfolg gehabt. Sobald wir ihn festgenommen hatten, würde Pritchard uns sicherlich einige Fragen beantworten können. Zum Beispiel nach dem Motiv für diesen heimtückischen Mord.

»Der ganze Ablauf ist merkwürdig, Sir. Warum drei verschiedene Täter? Ein Killer hätte doch völlig ausgereicht«, sagte Phil.

Angesichts der Tatsache, dass es sich bei Senator Gibbs um einen älteren, im Kampf unerfahrenen Menschen gehandelt hatte, war sein Einwand berechtigt.

»Das gesamte Vorgehen lässt auf ein persönliches Motiv schließen. Ein Profikiller hätte gereicht, und weniger spektakulär wäre es auch möglich gewesen«, stimmte ich zu.

Mr High sah es genauso und wies uns daher an, zunächst mit der Ex-Frau des Senators zu sprechen.

»Finden Sie heraus, ob es wirklich so harmonisch zwischen ihnen lief. Möglicherweise stoßen Sie auf ein Motiv, sobald Sie ein wenig an der Oberfläche kratzen«, sagte er.

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