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Jerry Cotton - Folge 2881

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Die falsche Geisel
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Die falsche Geisel

Der Junge saß auf einem der roten Plastikstühle an der Wand. Seine Augen waren stur auf seine Füße gerichtet, die Hände hatte er unter die Pobacken geklemmt. Er hockte da, als hätte er etwas ausgefressen. Wie mein Jason in diesem Alter, dachte Elisa Johnson und lächelte.

Sie griff in das Geldfach und holte den dritten Stapel Banknoten heraus. Es waren die Hunderter.

In zwanzig Minuten würde der Filialleiter Mr Fitzharold das Geld abholen und in den Tresor legen. Routiniert zählten ihre Finger die Dollarscheine.

Plötzlich krachte es an der Tür. Um sie herum schrien Leute auf. Einige rannten aufgeregt hin und her. Elisa vergaß die Geldscheine und zog den Kopf ein.

»Hände hoch und auf den Boden«, schrie jemand.

Elisa konnte nicht sehen, wer da brüllte. Ein Pfeiler versperrte ihr die Sicht zum Eingangsbereich. Aber dass es sich um einen Banküberfall handelte, war ihr sofort klar.

Ihre Hand tastete nach dem Alarmknopf. Ein leichter Druck mit dem Finger und das NYPD wäre verständigt. Doch die vermummte Gestalt, die neben dem Pfeiler auftauchte, ließ Elisa innehalten.

»Lady, die Hände nach oben, und kommen Sie nach vorn.«

Eine langläufige Waffe schwenkte in ihre Richtung. Es war eine Browning mit fünf Schuss: vier Patronen im Magazin und eine im Lauf. Mit dieser Art von Waffe kannte sich Elisa aus. Ihr Vater war damit jedes Jahr zur Jagd gefahren.

Ein weiterer Knall fuhr durch den Raum. Sie zuckte zusammen. »Ich sage es nicht noch einmal«, drohte der Mann. Diesmal schwenkte seine Waffe zu Mr Flemming, dem Sicherheitsmann der Bank. »Hände hoch und auf den Boden!«

Der Wachmann war auf die Bankräuber zugegangen. Zum Glück steckte seine Waffe noch im Holster, sonst hätten sie ihn wahrscheinlich gleich erschossen.

Mit spitzen Fingern legte Flemming seine Pistole auf den Boden. »Okay, okay«, murmelte er. Seine Hände zeigten nach außen und signalisierten, dass er keine weitere Gegenwehr leisten würde.

Eine zweite Gestalt tauchte auf. Sie war kleiner und hatte sich die Waffe wie ein Jäger im Wald auf den Rücken geschnallt. In der Hand hielt sie eine Spraydose. Sie schüttelte sie. Elisa hörte das Klicken der Metallkugeln im Inneren der Dose.

Flink lief die zweite Person durch den Raum und besprühte alle Linsen der Überwachungskameras. Sie schien genau zu wissen, wo sie sich befanden. Elisa bemerkte, dass sie keine ausließ.

Ein dritter Bankräuber, er war stämmiger als die beiden anderen, machte sich an den Jalousien zu schaffen. Als er fertig war, wurde es dämmerig, und mit der Dunkelheit trat Stille ein.

Elisa hörte einzelnes Gewimmer und leises Weinen. Jemand flüsterte: »Bitte nicht.«

»Wer von euch ist Mister Fitzharold?«, fragte die große Gestalt. Seine Waffe zog drohend einen Bogen durch den Raum.

»Wenn ich noch einmal fragen muss, erschieße ich die erste Geisel«, drohte der Mann.

»Ich bin Mister Fitzharold.« Die Stimme des Filialleiters zitterte.

Der Stämmige ging auf ihn zu und riss ihn hoch. »Aufstehen, Mann!«, befahl er und zerrte den Filialleiter zur Treppe nach unten. Es war kurz vor 12 Uhr. In wenigen Minuten würde sich der Tresor öffnen lassen. Elisa war klar, was sie von ihm wollten.

Drei Bankräuber und ein entwaffneter Sicherheitsmann, dachte sie. Das konnte nur noch besser werden. Wie so häufig ärgerte sie sich über die Zentrale der Wells Fargo Bank. Warum gab es nicht mehr Wachmänner? Und warum konnte sie nicht in einer der großen Filialen arbeiten? Die hatten wenigstens mehr Sicherheitspersonal. Wütend biss sie die Zähne zusammen. Jeder Depp konnte in diese kleine Filiale spazieren und herumballern. Und die Gauner taten es auch. Das war bereits das vierte Mal, dass jemand mit einer Knarre in der Hand herumwedelte. Sonst hielten sie den Lauf immer unter ihre Nase und verlangten, dass sie die paar Scheine aus der Kasse in die immer viel zu großen Taschen stopfte. Diesmal lag sie auf dem Boden und die Bankräuber wollten etwas von Mr Fitzharold.

Elisa hob den Kopf und suchte nach dem Jungen. Er saß noch immer auf dem roten Stuhl. Offenbar stellte er für die Bankräuber keine Gefahr dar und durfte deshalb dort sitzen bleiben. Er wirkte völlig verschreckt. Seine Augen klebten stur am Boden, als könne er sich so unsichtbar machen. Bestimmt hatte er Angst. Wo waren nur seine Eltern?

Sie und der Junge trennten nur wenige Meter. Langsam robbte sie auf ihn zu. Als sie an Mr Flemmings Schreibtisch ankam, sah sie den roten Knopf an der Unterseite der Tischplatte.

Ich könnte stillen Alarm auslösen, schoss es ihr durch den Kopf. Die kleine Gestalt befand sich am anderen Ende des Raumes, der Große war mit Mr Fitzharold nach hinten gegangen und bestimmt mit dem Tresor beschäftigt. Der Stämmige tippte irgendwas auf Mr Fitzharolds Computer herum und blickte nicht auf. Niemand würde sie sehen.

Elisa hob die Hand und verharrte. Sollte sie?

Sie dachte an Jason und die vier Überfälle. Das musste ein Ende haben. Die Bankräuber sollten nicht wieder ungestraft davonkommen.

Sie hob den Arm und mit einem kurzen Druck betätigte sie den roten Knopf. Sie hatte stillen Alarm ausgelöst.

Doch so still war er offenbar nicht. Der Stämmige sah vom Computer auf. »Jemand hat den Scheiß-Alarm ausgelöst!«, bellte er und stand auf.

Die kleinere Gestalt stieg über die Geiseln und kam direkt auf Elisa zu. »Die war es«, sagte sie.

Der Stämmige schnaufte wütend und hob seine Waffe. Elisa senkte den Kopf. Er würde sie erschießen, das stand so fest wie das Amen in der Kirche. Er würde ihr ein riesiges Loch verpassen und sie würde elendig verbluten. Ein letztes Mal dachte sie an Jason. Mit seinem Gesicht vor Augen wartete sie auf den Knall und den darauf folgenden Schmerz.

Der Knall kam, aber der Schmerz blieb aus. Stattdessen schrie neben ihr jemand los. Elisa öffnete die Augen. Mr Flemming lag wie ein Käfer auf dem Rücken und presste mit schmerzverzerrtem Gesicht seine Hände auf seinen Oberschenkel. Dabei weinte und fluchte er gleichzeitig. Blut rann aus der Wunde und durchnässte seine Hose.

Anstatt Erleichterung darüber zu empfinden, dass sie noch lebte, durchströmte Elisa Scham. Der Bankräuber hatte wegen ihr auf Eliot geschossen.

»Das ist deine Schuld«, knurrte einer der Bankräuber.

»Zeit für Plan B«, sagte der Große. Er war mit Mr Fitzharold wieder nach oben gekommen. »Verteilt das.«

Aus seinem Rucksack zog er einen Stapel schwarzer Tücher. Sie sahen aus wie ein in Streifen gerissenes Bettlaken.

»Verbindet ihnen die Augen«, wies er die anderen beiden an. Ein schwarzes Tuch hob sich vor Elisas Augen. Das war das Letzte, was sie sah.

***

Mit quietschenden Reifen hielt Lieutenant Tillmans Wagen vor der Wells Fargo Bank. Mehrere Streifenwagen des NYPD parkten bereits davor. Ihre roten und blauen Lichter durchschnitten den sonnigen Tag.

Tillman strich sich über das militärisch kurz geschnittene Haar. »Was wissen wir schon?«, fragte er einen jungen Officer.

»Noch nicht viel, Lieutenant. In der Wells Fargo Bank wurde stiller Alarm ausgelöst. Scheint sich um einen Banküberfall zu handeln. Die Jalousien sind geschlossen, wir können nichts sehen.«

»Wir können davon ausgehen, dass sich die Kunden und Angestellten noch in der Bank befinden. Fordern Sie ein SWAT-Team und Unterhändler an.«

»Schon geschehen.« Der junge Officer zeigte auf den blauen Bus, der gerade vorfuhr. In weißen Lettern prangten die Buchstaben S.W.A.T. auf der Seite. Darunter standen die Worte: »Mobile Einsatzzentrale«.

Der Bus hielt direkt vor Tillmans Füßen. Die Tür des Fahrerhauses öffnete sich und ein Mann sprang heraus. Während er auf Tillman zukam, schlüpfte er in seine blaue Kevlarweste.

»Dr. Kessler«, stellte er sich dem Lieutenant vor. »Ich bin der Verhandlungsführer des NYPD und zuständig für die Befreiung der Geiseln.« Unter der Weste trug er ein weißes Hemd und eine Krawatte. Seine Marke steckte am Bund der dunkelblauen Anzughose.

Eine Frau kam um den Bus herum. Anders als Dr. Kessler trug sie Jeans und ein dünnes Top. Sie reichte Tillman und dem jungen Officer die Hand. »Rachel Fernandez, zweite Geiselunterhändlerin«, stellte sie sich vor und schob ihre Sonnenbrille ins kurze Haar.

»Wir haben hier einen 10-21«, informierte Tillman die beiden. »Die Bankräuber haben Geiseln genommen.«

»Gibt es Verletzte?«, fragte Kessler.

»Noch ist uns nichts bekannt. Es ist niemand herausgekommen.« Während Tillman antwortete, klingelte sein Mobiltelefon. Er nahm den Anruf an und entfernte sich.

Kessler stemmte die Hände in die Hüften. »Die Medien sind auch schon zahlreich vertreten.« Er sagte es, als würde er sich daran stören. Doch Rachel wusste, dass Kessler sich gern im Rampenlicht sonnte.

Fernandez drehte sich zur Bank. »Ist eine kleine Filiale. Ich schätze, ein bis zwei Wachmänner und eine Handvoll Angestellter. Kommen noch die Kunden dazu, dann haben wir es etwa mit zwanzig Geiseln zu tun.«

Kessler wandte sich von den Journalisten ab und folgte ihrem Blick. Er ließ sich ihre Worte durch den Kopf gehen, dann nickte er zustimmend.

»Wie willst du vorgehen?«

»Erst einmal fragen, was los ist und was sie wollen«, antwortete Kessler.

In diesem Moment kam Lieutenant Tillman zurück. Er reichte ihm einen Zettel. »Die Telefonnummer der Bank«, sagte er. »Die Leitungen sind geschaltet, alle Telefongespräche werden von jetzt an aufgezeichnet.«

Die beiden Unterhändler des NYPD stiegen in den Bus. Kessler griff nach dem Telefon und Fernandez streifte sich den Kopfhörer über.

Nach dem vierten Klingeln nahm in der Bank jemand ab. »Das ging aber schnell«, begrüßte sie eine roboterhafte Stimme. Rachel erinnerte die blecherne Sprechweise an das elektronische Gerät, das sich ihr Onkel Kyle nach der Entfernung seines Kehlkopfes zum Sprechen an den Hals drücken musste.

»Mein Name ist Kessler. Neben mir steht meine Kollegin Rachel Fernandez. Wir sind vom NYPD und befugt, mit Ihnen zu verhandeln.«

»Das ist schön, dass Sie befugt sind, mit uns zu verhandeln«, schnarrte die Stimme durch den Kopfhörer. »Der Punkt ist nur, wir wollen nicht mit Ihnen verhandeln.«

Kessler zog überrascht eine seiner korrekt gezupften Augenbrauen hoch. »Aber Sie müssen doch Forderungen stellen. So läuft das in der Regel.«

Rachel vernahm ein Lachen. »Ha, ha, ha.« Der völlig emotionslose Laut jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken. »Okay, dann wollen wir keine Spielverderber sein und uns an die Regel halten. Hier unsere erste Forderung: Wir wollen mit niemand anderem als Agent Jerry Cotton sprechen.«

»Mit wem?«

»Special Agent Jerry Cotton vom Federal Bureau of Investigation. Noch nicht von ihm gehört?«

»D …, d … doch«, stotterte Kessler.

Diese Forderung überraschte nicht nur ihn.

»Nur ist das hier kein Fall für das FBI«, sagte er.

»Jetzt ist es einer«, dröhnte die Stimme abgehackt. »Oder muss ich erst eine Geisel erschießen, damit es einer wird? Unter den Geiseln befindet sich bestimmt irgendjemand aus einem anderen Bundesstaat.«

Kessler wollte zu einer Antwort ansetzen, doch bevor er dazu kam, sprach der Geiselnehmer weiter: »Sie wollten eine Forderung. Das ist unsere Forderung: Wir wollen mit Agent Cotton verhandeln. Also holen Sie ihn ans Telefon.«

Das gleichmäßige Tuten sagte ihnen, dass der Geiselnehmer aufgelegt hatte.

Kessler knallte den Hörer auf die Gabel. »Was soll das?«, brüllte er.

Langsam legte auch Fernandez ihren Kopfhörer zur Seite. »Ich kann mir auch keinen Reim darauf machen.«

»Agent Cotton als Verhandlungsführer?« Mit in die Hüften gestemmten Armen schritt er in dem engen Bus auf und ab. Zwei Schritte in eine Richtung, dann umdrehen und zurück.

Kessler war sauer. Er war sogar mehr als sauer. Wütend schaute er hinaus zur Presse.

»Das macht doch nichts. Teilen wir uns eben den Fall mit dem FBI.«

Kessler knurrt. »Mit den Feds teilt man sich keinen Fall. Wenn die eingreifen, dann übernehmen sie ganz. Und das ist mein Revier. Ich will nicht, dass mir die Feds meinen Fall abnehmen.«

Fernandez zuckte mit den Schultern. »Haben wir eine Wahl?« Sie wusste, dass ihrem Boss nichts anderes übrig blieb, als die Forderung des Geiselnehmers an den Einsatzleiter weiterzugeben.

Und Kessler wusste es auch. Er stürmte hinaus und knallte die Tür hinter sich ins Schloss.

***

»Du bist so ungewohnt schweigsam«, sagte mein Kollege Phil Decker zu mir. Wir fuhren von einem Gerichtstermin zurück zum FBI-Building.

Als ich in der Tiefgarage nach einem Parkplatz suchte, klingelte mein Telefon. »Manchmal wünschte ich, wir hätten hier unten keinen Empfang«, murrte ich.

Obwohl ich die Worte nur leise vor mich hingemurmelt hatte, verstand Phil sie. Auch er war schon die ganze letzte Woche so missgelaunt. Er sah müde aus, aß kaum etwas und lachte nicht über meine Witze. Gerade Letzteres war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass mit Phil irgendetwas nicht stimmte.

Beide waren wir ausgepowert. »Vielleicht sollten wir Urlaub machen«, sagte ich. »In die Sonne fahren und ein wenig ausspannen.«

Ich klappte das Telefon auf und meldete mich. Es war Mr High.

»Sir, wir parken gerade den Wagen in der Tiefgarage. In zwei Minuten sind wir oben. Dann können wir zu Ihnen kommen.«

»Jerry, Sie und Phil brauchen gar nicht erst raufzukommen«, antwortete unser Chef. »Sie werden in der Wells Fargo Bank, Broadway Ecke 70th gebraucht.«

Ich hörte mir an, was der Assistant Director zu sagen hatte.

»In Ordnung, Sir.« Ich kappte die Verbindung und legte augenblicklich einen U-Turn hin. Das Quietschen der Reifen hallte laut durch die Tiefgarage. Ein entgegenkommendes Auto hupte, doch ich ignorierte es. Ich preschte die Rampe hinauf, flog förmlich auf die Straße und reihte mich in den New Yorker Mittagsverkehr ein.

Phil setzte das Blaulicht aufs Dach und ich raste mit 60 Sachen über den Broadway. Erst als wir uns dem Tatort näherten, drosselte ich die Geschwindigkeit.

»Die Presse ist auch schon vor Ort«, brummte Phil. »Da kommen wir mit dem Wagen nicht durch.«

Ich parkte den Jaguar am Straßenrand und wir zwängten uns von hinten durch die gaffende Menge.

»Nicht drängeln«, nörgelte einer der Männer. Er drehte sich mit bösem Blick zu uns um. Als er erkannte, wer ihn da so unsanft zur Seite geschoben hatte, wechselte seine Miene. Informationsgier legte sich auf sein Gesicht, und schnell tippte er seinem Kameramann auf die Schulter. Der drehte sich um und schwenkte die Linse auf uns.

»Agent Cotton, Agent Decker, warum wurde das FBI zu diesem Fall gerufen?« Der Journalist hielt uns das Mikro unter die Nase. Seine Kollegen folgten seinem Beispiel.

Ich knurrte und schob mich an dem Wall von Mikrofonen vorbei. Ohne ein Wort zu verlieren, schnappte das gelbe Absperrband hinter uns herunter.

Als die Aufnahmegeräte außer Hörweite waren, wandte ich mich an Phil. »Das ist eine gute Frage: Warum sind wir hier?«

Bevor Phil spekulieren konnte, kam ein Kollege des NYPD auf uns zu. »Ich nehme an, Sie sind Jerry Cotton vom FBI.«

Ich nickte. »Das ist mein Partner Phil Decker.«

»Lieutenant Tillman.« Seine Finger tippten lässig an seine Schläfe. Die legere Geste stand im krassen Gegensatz zu seinem militärisch kurzen Haarschnitt.

»Warum wurden wir gerufen?«, reichte ich die Frage an den Einsatzleiter weiter. »Der Fall fällt doch gar nicht in unseren Zuständigkeitsbereich.«

»Richtig«, antwortet er, »aber der Geiselnehmer hat ausdrücklich Sie verlangt.«

»Warum sollte ein Bankräuber nach mir verlangen?«

Tillman zuckte mit den Schultern. »Offenbar gibt es jemanden, der große Sehnsucht nach Ihnen hat, Agent Cotton.«

Ich legte die Hände über die Augen und blickte zur Bank. »Gibt es einen Grund, warum Sie der Forderung nachgeben?«

»Es sind Schüsse gefallen und wir müssen wissen, was dort drinnen los ist.« Tillman zeigte auf die verdunkelten Schaufenster der Bank. »Jemand muss mit denen reden. Und da der Geiselnehmer jedes weitere Gespräch mit unserem Verhandlungsspezialisten ablehnt, haben wir Sie hinzugezogen.«

»Verstehe!« Ich atmete tief durch. »Dann geben Sie uns bitte einen Überblick.«

Tillman öffnete sein Notizbuch. »Banküberfall. Jemand in der Bank, wahrscheinlich ein Angestellter, hat Alarm ausgelöst. Daraufhin wurden wir gerufen. Ein Zeuge hat mindestens einen Schuss gehört. Wahrscheinlich aber zwei. Es befindet sich eine unbekannte Anzahl von Geiseln in der Bank. Wir schätzen zwanzig. Mit wie vielen Geiselnehmern wir es zu tun haben, wissen wir noch nicht.« Er zeigte auf die Umgebung. »Wir haben Scharfschützen auf den Dächern. Eine Einheit hält sich in der Nähe des Eingangs zur Verfügung.« Tillman klappte sein Buch zu. »Hören Sie, Agents, mir ist es egal, mit wem die Typen sprechen. Hauptsache, sie tun es und wir können die Sache angehen.«

Die Einstellung des Mannes gefiel mir.

Ein Mann kam mit großen Schritten auf uns zu. Seine Krawatte flatterte über der Kevlarweste im Wind. Er sah wütend aus. Offenbar nahm er unser Auftauchen sehr persönlich. Die Frau neben ihm wirkte lockerer. Sie hatte so viele Sommersprossen ...

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