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Jerry Cotton - Folge 2880

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Wir hatten nur 24 Stunden
  4. Jerry Cotton aktuell
  5. Vorschau

Wir hatten nur 24 Stunden

»Ja, spiel noch weiter mit deiner Puppe!«, sagte Miss Tremaine, das Kindermädchen, zu der kleinen Sarah, die lächelnd im Kinderwagen saß und ein Stofftier in der Hand hatte. Die beiden waren auf dem Weg vom Spielplatz zurück zum Haus der Whitepeaks, der Eltern von Sarah.

»Gleich sind wir da, dann bekommst du was Leckeres zu essen«, sagte das Kindermädchen und spürte plötzlich eine Bewegung, direkt hinter ihrem Rücken.

Bevor sie sich umdrehen konnte, packte sie jemand und hielt sie fest. Sie schrie, doch ihre Stimme wurde durch das Tuch gedämpft, das ihr vor Mund und Nase gehalten wurde. Mit einem Mal fühlte sie sich benebelt, nahm die Umgebung nur noch schemenhaft wahr. Es wurde schwarz um sie herum und sie verlor die Kontrolle über ihren Körper.

Als sie wieder zu sich kam, musste sie erst ihre Gedanken ordnen. Was war geschehen? Wieso lag sie auf dem Boden? Sie öffnete die Augen und nahm eine Rasenfläche wahr, auf der sie sich befand. Ein großer Busch verhinderte, dass sie die Straße sehen konnte.

Vorsichtig bewegte sie ihre Glieder. Obwohl sie sich etwas schwach fühlte, konnte sie sich normal bewegen. Auch spürte sie keine Schmerzen.

Sie erinnerte sich an das, was vorgefallen war, und eine Schockwelle durchfuhr ihren Körper. Ein Überfall! Jemand hatte sie von hinten überfallen!

Sie richtete sich auf und stellte fest, dass es ihr gut ging. Offenbar hatte der Täter nicht vorgehabt, ihr etwas anzutun. Aber was war mit Sarah? Wo war sie? Ging es ihr gut?

Das Kindermädchen lief los, über die Rasenfläche des Vorgartens auf den Bürgersteig, wo sie den leeren Kinderwagen sah. Sarah war weg. Keine Spur von ihr!

In ihrer aufkommenden Verzweiflung rief Miss Tremaine nach dem kleinen Mädchen. So laut, dass es fast wehtat. Aber Sarah war nicht da.

»Oh Gott, sie ist entführt worden!«, sprach das Kindermädchen ihren schlimmsten Alptraum aus.

***

»Summertime, and the livin’ is easy«, summte Phil den alten Song, der schon von verschiedenen Interpreten gesungen worden war, und lächelte dabei.

»Dir scheint es ja heute richtig gut zu gehen«, bemerkte ich und setzte den Blinker, um die Fahrspur zu wechseln.

Wir hatten gerade ein spätes Mittagessen beendet und waren auf dem Weg zurück ins Büro.

Er nickte. »Ja, wenn die Sonne scheint, der Tag einigermaßen ruhig verläuft, dann …«

In dem Moment klingelte mein Handy. Ich aktivierte die Freisprecheinrichtung. Es war Mr High. »Hallo, Jerry, sind Sie schon wieder im Gebäude?«

»Nein, Sir, wir brauchen noch ein paar Minuten«, antwortete ich.

»Dann fahren Sie am besten gleich weiter nach Staten Island«, sagte Mr High.

»Staten Island?«, fragte Phil interessiert.

»Ja, Phil«, erwiderte Mr High. »Uns ist ein Entführungsfall gemeldet worden. Es geht um die Tochter des Bürgermeisters Dan Whitepeak. Der Fall hat oberste Priorität. Ich veranlasse, dass Helen Ihnen die vorliegenden Informationen zukommen lässt.«

»Geht klar, Sir, wir sind schon unterwegs«, sagte ich.

»Gut, ich erwarte Ihren vorläufigen Bericht, wenn Sie mit den Untersuchungen vor Ort fertig sind. Weiterhin kümmere ich mich darum, dass die Standardmaßnahmen wie Fangschaltung etc. durchgeführt werden«, sagte Mr High und beendete das Gespräch.

»Dan Whitepeak, kennst du den?«, fragte Phil.

»Nicht persönlich«, antwortete ich. »Aber aus der Boulevardpresse weiß ich, dass er nicht gerade arm ist. Ein lohnendes Ziel für Erpresser.«

»Aber jemanden zu entführen – das ist wirklich verabscheuungswürdig«, meinte Phil. Seine gute Stimmung war verflogen. Die harte Realität hatte uns wieder eingeholt.

Noch bevor wir Staten Island erreicht hatten, erhielt Phil die Informationen, die Mr High uns zugesagt hatte. Er überflog die Daten auf dem Bildschirm des Bordcomputers und gab mir eine Zusammenfassung. »Dan Whitepeak bekleidet seit zwei Jahren das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters von New York, verheiratet mit Chloe Whitepeak. Die beiden haben zwei Kinder, den vierzehnjährigen Samuel und die dreijährige Sarah. Letztgenannte ist heute Morgen entführt worden.«

Phil presste die Lippen zusammen und schaute angewidert drein. Ich konnte ihn gut verstehen. Ein dreijähriges Mädchen zu entführen war absolut niederträchtig. Das arme Kind. Ganz zu schweigen von den Eltern, die keine Ahnung hatten, ob sie ihre Tochter jemals wiedersehen würden.

Phil fuhr fort: »Gemäß den vorliegenden Informationen war Sarah heute Nachmittag wie üblich mit ihrem Kindermädchen Anna Tremaine unterwegs. Das Kindermädchen ist auf dem Weg vom Spielplatz zum Haus der Whitepeaks betäubt worden. Als sie wieder zu sich kam, hat sie die Entführung sofort gemeldet. Das war gegen zwei Uhr und ist somit knapp eine Stunde her.«

Eine Stunde. Also hatten die Entführer genug Zeit, um zu entkommen. Straßensperren nützten jetzt nichts mehr.

»Irgendwelche Hinweise auf die Täter?«, fragte ich Phil.

Er schüttelte den Kopf. »Nein, nichts. Ich habe die Aussage des Kindermädchens aber noch nicht vorliegen. Keine Ahnung, ob sie die Entführer gesehen hat.«

»Das werden wir herausfinden«, sagte ich und fasste das Lenkrad fester. »Wie sieht es mit Informationen zu den Whitepeaks aus?«

Phil recherchierte am Computer. »Dan Whitepeak, 48 Jahre alt, ist ein vermögender Industrieller, der seit acht Jahren in der Politik aktiv ist. Ein Selfmademan, recht unabhängig. Hat vor sechzehn Jahren seine Frau Chloe, geborene Williams, geheiratet. Sie ist 37 und eine echte High-Society-Lady aus reichem Hause. Die Familie Williams besitzt mehrere Fabriken und Ländereien. Chloe Whitepeak ist eine der Erbinnen des Familienvermögens.«

»Um das Lösegeld müssen wir uns also keine Gedanken machen«, warf ich ein.

»Nein, sicher nicht«, meinte Phil. »Wenn es nur um Geld geht, stehen die Chancen für die kleine Sarah gut.«

»Irgendwelche Hinweise darauf, dass schon eine Lösegeldforderung gestellt worden ist?«, wollte ich wissen.

»Nein, nichts«, antwortete Phil.

***

Wir brauchten noch gut zwanzig Minuten, bis wir das Haus der Whitepeaks auf der Stone Lane in der Nähe des Latourette Park erreicht hatten. Neben einem sündhaft teuer aussehenden, schwarzen Mercedes und einem Audi Q7 standen zwei Streifenwagen vor dem Haus.

»Schöne Autos«, bemerkte Phil, als wir ausgestiegen waren.

Ich deutete auf die großen Garagen. »Ich kann mir vorstellen, dass sich der Rest des Wagenparks dort befindet. Geld scheint für die Familie wirklich keine Rolle zu spielen.«

Wir gingen zum Hauseingang, wo ein Cop des NYPD stand und Wache hielt.

»FBI?«, fragte er uns.

»Agents Cotton und Decker«, antwortete Phil und zeigte seinen Dienstausweis.

Der Cop nickte und ließ uns passieren.

Wir schritten durch die rund vier Meter breite, zweiflügelige Tür und befanden uns in einer atemberaubend schönen Eingangshalle. Fast alles in diesem Raum war in hellen Farben gehalten, Boden und Treppen und sogar teilweise die Wände aus hellem Marmor.

»Nicht schlecht«, bemerkte Phil. »Wahrscheinlich ist die Eingangshalle etwa genauso groß wie mein Apartment.«

»Dafür ist es bei dir bequemer«, sagte ich.

Vom Erdgeschoss führten zwei geschwungene Treppen in die erste Etage. Bei der rechten tauchte oben ein Cop auf und winkte uns zu.

»Hier oben!«, sagte er.

Wir nickten und gingen die Stufen hinauf.

»Detective Backford«, stellte er sich uns vor. »Sie müssen die Agents Cotton und Decker sein. Ihr Erscheinen wurde mir bereits angekündigt. Sie sollen den Fall übernehmen.«

»Ja, das ist korrekt«, erwiderte Phil. »Wie ist die Lage? Sind Mister und Mistress Whitepeak anwesend?«

»Mistress Whitepeak ist da«, antwortete er und deutete in Richtung eines Zimmers in der ersten Etage. »Die Sache hat sie ziemlich mitgenommen. Sie schwankt zwischen Trauer und Wut, versucht ihre Emotionen im Griff zu behalten, schafft das aber nicht so ganz. Mister Whitepeak wurde verständigt und ist auf dem Weg. Der Sohn der beiden, Samuel, wurde aus der Schule geholt und ist auch auf dem Weg hierhin. Wir wollten sichergehen, dass er außer Gefahr ist. Wenn irgendwelche Typen ein Kind entführt haben, wer weiß, was sie sonst noch planen.«

»Das ist richtig«, sagte ich. »Gut, dass Sie das in die Wege geleitet haben. Und Miss Tremaine, das Kindermädchen? Ist sie auch hier?«

Detective Backford nickte. »Ja, aber in einem anderen Zimmer als Mistress Whitepeak. Sie ist völlig fertig, gibt sich die Schuld daran, dass die Kleine weg ist. Kann ich gut verstehen – schließlich war sie bei ihr, als die Entführung stattfand, und somit die zuständige Aufsichtsperson. Als ich erfahren habe, dass Sie den Fall übernehmen, habe ich mir nicht die Mühe gemacht, sie intensiv zu befragen. Ich weiß nur, dass jemand, den sie nicht sehen konnte, sie betäubt hat. Keine Hinweise, denen wir sofort nachgehen könnten. Der Hausarzt hat sie untersucht und ihr ein leichtes Beruhigungsmittel gegeben.«

»Gut, dann reden wir zuerst mit dem Kindermädchen«, sagte ich.

Phil nickte zustimmend.

»Würden Sie uns zu ihr begleiten?«, fragte ich Detective Backford. »Kann nicht schaden, wenn jemand dabei ist, den sie schon kennt.«

»Natürlich, kein Problem«, antwortete Backford uns und ging los.

Er öffnete die Tür zu dem Zimmer, in dem sich Miss Tremaine, das Kindermädchen, befand. Sie war eine eher zierliche Person, vielleicht hundert Pfund schwer, mit zarten Händen. Ihre Gesichtszüge hatten einen leicht asiatischen Touch, der durch die schwarzen Haare noch unterstrichen wurde. Im Kontrast dazu standen ihre blauen Augen. Sie trug eine enge Jeans und ein hellblaues T-Shirt.

Neben ihr auf der Couch lag eine braune Lederjacke, die wahrscheinlich ihr gehörte. Zumindest passte der Stil zum Rest ihrer Kleidung.

Als wir eintraten, schaute sie auf. Der verlaufene Kajalstift und die Taschentücher in ihren Händen deuteten darauf hin, dass sie geweint hatte. Und das spiegelte sich auch in ihren Bewegungen wider.

»Miss Tremaine, das sind die Special Agents Cotton und Decker vom FBI New York«, stellte uns Backford vor.

Sie schaute erst mich an und musterte dann Phil genau. »Gut, dass Sie da sind. Sie müssen Sarah finden, so schnell wie möglich! Sie muss morgen zur Dialyse, das ist für sie lebenswichtig.«

Mit einem Mal quollen wieder Tränen aus ihren Augen und ihre Mundwinkel bogen sich nach unten.

Als sie sich wieder einigermaßen gefangen hatte, sagte ich: »Wir wollen Sarah wieder nach Hause bringen, das ist genau der Grund, aus dem wir hier sind.«

Sie nickte. »Das ist gut.«

Phil schaute mich an. Ich wusste, was der Blick zu bedeuten hatte. Bisher war uns nicht bekannt, dass Sarah Whitepeak ein Nierenleiden hatte.

»Wie ernst ist die Krankheit von Sarah?«, fragte ich Miss Tremaine.

»Sie muss regelmäßig zur Blutwäsche«, kam die Antwort. »Morgen früh ist der nächste Termin. Wenn sie ihre Behandlung nicht erhält, vergiftet sich ihr Körper selbst und sie wird …«

Was Miss Tremaine nicht auszusprechen wagte, war die Tatsache, dass Sarah Whitepeak dann sterben würde. Das ließ den Fall in einem ganz anderen Licht erscheinen. Es blieben uns vielleicht vierundzwanzig Stunden, um das Mädchen zu finden und zur Behandlung zu bringen. Oder etwas mehr. Aber mit jeder zusätzlichen Stunde würde sich ihr Zustand verschlechtern.

Ich nahm ihr gegenüber auf einem Sessel Platz. »Miss Tremaine, es ist von größter Wichtigkeit, dass Sie uns genau schildern, was passiert ist, wie genau die Entführung abgelaufen ist. Jedes noch so kleine Detail kann dabei von Bedeutung sein.«

Sie putzte sich die Nase und fing an zu reden. »Ich bin heute Nachmittag wie jeden Tag mit Sarah zum Spielplatz gefahren. Nach dem Mittagessen. Auf unserer üblichen Route. So bekommt sie ein wenig Sonne und frische Luft und kann mit anderen Kindern spielen. Auf dem Spielplatz haben wir uns etwa eine halbe Stunde aufgehalten, dann war sie müde und ich habe sie in den Kinderwagen gesetzt, um sie nach Hause zu fahren. Zuerst ist nichts Besonderes passiert. Es war auch nicht viel los. Das ist eine recht ruhige Gegend. Dann hörte ich plötzlich ein Geräusch hinter mir, hatte aber nicht mehr die Gelegenheit, mich umzudrehen. Ein Mann packte mich von hinten und hielt mich fest. Er drückte mir etwas ins Gesicht. Erst wurde mir schwindelig, dann verlor ich das Bewusstsein. Als ich wach wurde, lag ich ein paar Meter weiter auf dem Rasen eines Vorgartens, hinter einem Busch. Ich habe nach Sarah gesucht, sie aber nicht gefunden. Dann habe ich den Notruf gewählt.«

»Woher wissen Sie, dass es ein Mann war?«, fragte Phil.

»Genau weiß ich das nicht«, antwortete sie. »Die Person hatte aber eine Menge Kraft, ich fühlte mich, als hätte mir jemand Schraubzwingen angelegt. Auch wenn ich nicht sehr kräftig aussehe, trainiere ich regelmäßig. Und die Person, die mich angegriffen hat, war wirklich stark, daher tippe ich auf einen Mann.«

»Aber Sie konnten ihn nicht sehen?«, hakte ich nach.

Sie schüttelte den Kopf. »Nein, leider nicht. Er kam von hinten, hatte sich wahrscheinlich irgendwo versteckt.«

»Konnten Sie etwas riechen? Ein Parfüm oder Rasierwasser vielleicht?«, fragte ich weiter.

Sie überlegte kurz. »Wäre möglich. Cool Water fällt mir ein – mein Ex-Freund Toby hatte das mal benutzt. Aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher. Kann auch das Chloroform gewesen sein.«

»Das ist schon in Ordnung«, sagte ich. »Manchmal dauert es eine Weile, bis die Erinnerungen zurückkommen. Wenn man sich darauf konzentriert, treten gewöhnlich mehr und mehr Einzelheiten zutage. Erzählen Sie uns jetzt so viele Details, wie Ihnen einfallen. Wenn Sie etwas übersehen, was Ihnen später wieder ins Bewusstsein kommt, melden Sie sich bitte sofort bei uns.«

Sie nickte.

»Ist Ihnen in den letzten Tagen irgendetwas aufgefallen? Jemand, der Sie verfolgt hat? Oder irgendeine Person, die viele Fragen gestellt hat?«, fragte Phil.

Sie überlegte, verneinte das aber dann. »Nein, da fällt mir nichts ein. Auf dem Spielplatz habe ich die gleichen Leute getroffen wie sonst auch. Das sind alles Frauen und Kindermädchen aus der Gegend mit ihren Kindern. Und bei keiner von ihnen ist mir etwas Ungewöhnliches aufgefallen.«

»In Ordnung«, sagte ich. »Dann ruhen Sie sich erst einmal aus. Wir kümmern uns um die Sache.«

»Werden Sie Sarah heil nach Hause bringen?«, fragte sie in weinerlichem Tonfall.

»Das hoffe ich«, war meine Antwort.

Ich wollte ihr etwas Hoffnung machen, sie aber auch nicht belügen. Bei Entführungsfällen wusste man nie, wie es ausgehen würde. Da Entführung von den Gerichten teilweise so hart bestraft wurde wie Mord, beseitigten die Entführer oft den wichtigsten Zeugen – die entführte Person. Hinzu kam, dass wir das Motiv der Entführung noch nicht kannten. Falls sich jemand an der Familie Whitepeak rächen wollte, sah es für Sarah nicht gut aus.

Wir verließen das Zimmer.

»Das war nicht besonders viel Information«, bemerkte Detective Backford.

»Nein, wirklich nicht«, bestätigte Phil.

»Immerhin wissen wir, dass der Entführer darauf geachtet hat, Miss Tremaine keinen großen Schaden zuzufügen«, sagte ich. »Wir sollten uns nachher den Tatort ansehen. Ich denke, dass er sich dort irgendwo versteckt und auf die beiden gewartet hat. Vielleicht gibt es dort irgendwelche Spuren.«

»Ich kümmere mich darum«, sagte Phil und informierte Mr High über sein Handy darüber, damit dieser die entsprechenden Maßnahmen anordnen konnte.

Bevor wir zu Mrs Whitepeak gehen konnten, wurde die Haustür geöffnet und ein Mann im Anzug stürmte ins Haus. Er war ziemlich aufgeregt und sprang die Treppenstufen herauf.

Ich ging auf ihn zu. »Mister Whitepeak?«

Er schaute mich mit kalten Augen an. »Ja, der bin ich. Und wer sind Sie? NYPD? FBI?«

Ich deutete zuerst auf den Detective und dann auf Phil. »Das ist Detective Backford vom NYPD und das mein Kollege Agent Phil Decker vom FBI New York. Ich bin Jerry Cotton. Meinem Partner Agent Decker und mir wurde der Entführungsfall übertragen.«

»Dann will ich in Ihrem Interesse hoffen, dass Sie die Besten sind, die das FBI New York zu bieten hat«, schnaubte er. »Denn ich will Resultate. Nämlich dass meine Tochter unversehrt zurück nach Hause kommt und die Entführer gefasst werden!«

»Das ist auch unser Ziel«, bestätigte ich und schaute mich um. »Können wir uns irgendwo ungestört unterhalten?«

»Natürlich«, antwortete er und ging voran. »Folgen Sie mir!«

***

Er führte uns durch einen langen Flur, der in einem großen Büro mündete. Dessen Einrichtung war, genau wie der Eingangsbereich, in hellen Farben gehalten. Darüber hinaus war es modern eingerichtet. Mir fiel zuerst der große Schreibtisch auf, dessen Tischplatte aus Glas bestand. Sie ruhte auf schwarzen Granitsteinen und wurde offenbar von der Seite beleuchtet, da sich ihre Farbe änderte, als Mister Whitepeak hinter dem Schreibtisch Platz nahm.

Die an den rechten und linken Wänden befindlichen Schränke waren weiß mit mittelgrauen Akzenten. Und die verschiedenen Sitzgelegenheiten alle schwarz, inklusive der Sessel und der großen Couch. Das Besondere an dem schätzungsweise fünfzig Quadratmeter großen Büro war die gläserne Rückwand, hinter der sich ein kleiner Wald befand. Klein deshalb, weil es sich zumeist um Bonsai-Bäume handelte.

Mister Whitepeak unterbrach meine Musterung des Raumes.

»Haben Sie schon irgendwelche Hinweise auf die Täter? Straßensperren errichtet? Leute befragt?«, legte er los.

»Gemäß der Aussage des Kindermädchens handelt es sich wahrscheinlich um einen Mann.

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