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Jerry Cotton - Folge 2875

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Unter Wasser stirbt man schnell
  4. Vorschau

Unter Wasser stirbt man schnell

Das Wasser war kalt wie der Tod.

Pat Cargill lächelte trotzdem, denn weit vor sich erblickte er die Küstenlinie der Vereinigten Staaten. Er steuerte das aufgetauchte Mini-U-Boot durch die aufgewühlte See auf das ersehnte Ziel zu. Die Reisestrapazen lagen jetzt schon fast hinter dem Mann am Ruder des U-Bootes. Er musste nur noch aufpassen, dass ihn die Küstenwache nicht noch in letzter Minute erwischte.

Die Südamerikaner nannten diese Art von U-Boot caja de muerto – Totenkiste. Aber das war Cargill egal, er gab nichts auf abergläubisches Geschwätz. Für ihn zählte nur das kleine Dollar-Vermögen, das er mit diesem Drogenschmuggel wieder einmal verdienen würde.

Plötzlich wurde Cargill von einem Gefühl für Gefahr übermannt. Doch die Warnung seines Überlebensinstinkts kam zu spät. Bevor er herumwirbeln konnte, traf ihn ein harter Schlag am Hinterkopf. Cargill ging zu Boden.

Und wenig später war sein U-Boot wirklich zu einem schwimmenden Sarg geworden.

Der Sommer neigte sich allmählich dem Ende zu. Der Himmel über Manhattan war wolkenverhangen, als ich Phil an diesem Dienstagmorgen an unserer gewohnten Ecke abholte.

»Guten Morgen, Jerry. Wir werden uns wohl bald wieder an die Anzüge aus warmer Wolle gewöhnen müssen. Aber wenigstens fängt die Football-Saison bald wieder an. Trotzdem, ich vermisse die Sommersonne jetzt schon.«

»Ich auch, aber das Verbrechen hat leider ganzjährig Konjunktur.«

»Da hast du auch wieder recht.«

Auf dem Weg zum FBI Field Office plauderten wir über Football, denn in unserem aktuellen Kriminalfall gab es nichts Neues. Seit zwei Wochen fahndeten Phil und ich vergeblich nach einem gewissen Pat Cargill, der als ein Kenner und Zuträger der kolumbianischen Drogenszene galt. Der Verdächtige war spurlos verschwunden. Nicht nur wir vom Field Office New York, auch die Kollegen aus New Jersey, Maryland, Connecticut und Maine jagten ihn. Doch es war wie verhext. Jede Spur war bisher im Sande verlaufen. Allerdings hatten wir es auch mit einem absoluten Profi zu tun. Wenn ein Berufsverbrecher wie Cargill nicht gefunden werden wollte, dann hatten wir eine harte Nuss zu knacken.

Auch unsere Informanten in der Unterwelt hatten bisher keine entscheidenden Hinweise beitragen können. Vielleicht hielt sich Cargill ja bei seinen kriminellen Freunden in Kolumbien auf. Doch das war bisher nur eine Mutmaßung, und ein FBI-Agent braucht harte Fakten für seine Arbeit.

Als wir unser gemeinsames Büro im 23. Stockwerk des Gebäudes an der Federal Plaza betraten, entdeckte ich als Erstes einen Zettel auf meinem Schreibtisch.

»Die Notiz ist von Helen, Phil. Wir sollen sofort zum Chef kommen.«

»Vielleicht gibt es ja endlich einen Fortschritt in diesem elenden Cargill-Fall«, meinte mein Partner hoffnungsvoll. Es ging ihm auf die Nerven, immer nur falschen Spuren nachgehen zu müssen. Wenig später erreichten wir das Vorzimmer des Assistant Director. Die dunkelhaarige Sekretärin schenkte uns ein strahlendes Lächeln.

»Da seid ihr ja, Jerry und Phil. Ihr könnt gleich zu Mister High durchgehen, ich bringe euch einen Kaffee.«

»Du verwöhnst uns schon am frühen Morgen, Helen«, meinte Phil augenzwinkernd.

Der Assistant Director erwartete uns bereits. Mit einer Handbewegung bat er uns, auf den Besucherstühlen Platz zu nehmen. Wenig später brachte uns Helen den ersehnten Kaffee. Als sie den Raum wieder verlassen hatte, ergriff der Chef das Wort und kam sofort zur Sache.

»Jerry und Phil, es gibt eine neue Entwicklung in der Cargill-Sache. Die Küstenwache hat ihn gefunden.«

Ich hob eine Augenbraue.

»Dann befand Cargill sich auf offener See, Sir? Wird er zum Verhör an das FBI überstellt? Oder hat die Coast Guard ebenfalls ein Interesse an ihm?«

»Ich habe mich wohl nicht ganz deutlich ausgedrückt, Jerry. Pat Cargill ist tot, und zwar seit mindestens einer Woche. Seine Leiche war schon ziemlich verwest, weil er zum Teil im Wasser gelegen hat. Die Identität konnte überhaupt nur mit Hilfe seines Zahnstatus festgestellt werden. Wie Sie wissen, ist Cargill bei einem früheren Aufenthalt in Rikers dort zahnmedizinisch behandelt worden. Daher hatten wir also die entsprechenden Unterlagen.«

»Dann hat die Küstenwache also den Toten aus dem Atlantik gefischt?«, vergewisserte sich mein Freund. John D. High schüttelte den Kopf.

»Nicht direkt, Phil. Cargills sterbliche Überreste befanden sich an Bord eines Mini-U-Boots, das in Coney Island angetrieben wurde. Die Coast Guard hat das Wrack von See aus entdeckt und sofort abgeschirmt, damit nicht mögliche Spuren durch Neugierige zerstört werden. Bisher ist noch nicht einmal geklärt, ob Cargill überhaupt ermordet wurde oder einem Unfall zum Opfer fiel. Die Leiche befindet sich im gerichtsmedizinischen Institut, aber das Boot wird immer noch am Strand untersucht. Ich möchte Sie bitten, den Tod von Cargill aufzuklären. Sie werden dabei mit der Küstenwache kooperieren und eine gemeinsame Ermittlungsgruppe bilden.«

Ich nickte. Die Küstenwache verfügt über eine eigene Strafverfolgungsbehörde, den US Coast Guard Investigative Service. Diese Zivilbeamten unterstützen ihre uniformierten Kollegen, die auf See die Grenzen unseres Landes schützen. Da sie oft mit Schmuggel und illegaler Einwanderung zu tun haben, arbeiten sie eng mit anderen US-Behörden zusammen.

»Reden wir über eines dieser Drogen-U-Boote, Sir?«, hakte ich nach. Mr High machte eine zustimmende Kopfbewegung.

»Exakt, Jerry. Wie Sie wissen, landen diese Schmuggelfahrzeuge mit ihrer Rauschgiftladung aus Kolumbien immer wieder an unseren Küsten. Die Navy und die Coast Guard tun alles, um dieses Treiben zu unterbinden. Aber die amerikanische Küstenlinie ist einfach zu lang. Eine hundertprozentige Abschirmung kann es nicht geben, noch nicht einmal mit Hilfe von Satellitenüberwachung.«

»32 Prozent aller Kokainlieferungen aus Kolumbien gelangen auf diesem Weg in die Staaten«, warf Phil ein. »Selbst wenn unsere Seestreitkräfte einen Teil dieser U-Boote aufbringen – das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.«

Mr High nickte.

»Ja, der Bau eines solchen Schmuggel-U-Boots kostet ungefähr eine Million Dollar. Trotzdem lohnt sich diese Form des Transports für die Drogenkartelle, weil sie auf einen Schlag viel mehr Ware hierherschaffen können als auf den bisher bekannten Wegen. – Ich habe mit dem zuständigen Coast Guard Captain bereits telefoniert. Das gestrandete U-Boot liegt unweit des Shore Boulevard an der Sheepshead Bay. Sie werden dort schon von zwei Kollegen des Coast Guard Investigative Service erwartet.«

Das konnte mir nur recht sein, denn ich wollte mir vor Ort ein Bild von dem Wasserfahrzeug machen. Ein Seitenblick auf Phils Gesicht bewies mir, dass es meinem Freund genauso ging. Wir verabschiedeten uns vom Assistant Director und fuhren mit dem Lift hinunter in die Tiefgarage. Wenig später machten wir uns in meinem roten Jaguar E auf den Weg nach Coney Island.

***

»Da drehen wir jeden Stein um, weil sich Pat Cargill darunter verkriechen könnte«, knurrte Phil. »Und in Wirklichkeit ist der Kerl längst in Kolumbien, um von dort aus mit ein paar Tonnen Koks in die Staaten zurückzukehren. Ich möchte bloß wissen, wie er die USA verlassen konnte, ohne dass wir etwas davon mitbekommen haben.«

»Cargill verdient viel Geld mit seinen dunklen Machenschaften«, erinnerte ich meinen Freund. »Du weißt auch, dass es hundertprozentig fälschungssichere Ausweispapiere nicht gibt. Bisher war es ja nur eine Vermutung, dass Cargill in Kolumbien gewesen ist. Aber offenbar ist er nun wirklich in dem Boot von dort zurückgekehrt. Cargill hat sich mit einem Haufen Dollars einen erstklassigen falschen Reisepass gekauft.«

»Ja, wahrscheinlich. Aber genutzt hat es ihm trotzdem nichts. Ich bin froh, dass wenigstens diese eine Ladung Rauschgift nicht bei den Empfängern angekommen ist.«

Ich teilte Phils Meinung. Schließlich hatten wir in unserem Job tagtäglich mit den Opfern des Drogenkonsums zu tun.

Obwohl viele New Yorker schon wieder aus den Sommerferien zurückgekehrt waren, kamen wir auf dem Shore Belt Parkway entlang der Küstenlinie von Brooklyn gut durch. Nach der Fundstelle des U-Boots mussten wir nicht lange suchen.

Das Wrack lag zu zwei Dritteln auf dem Strand. Der Bereich war weiträumig abgesperrt. Von der Seeseite her sorgte ein Patrouillenboot der Küstenwache dafür, dass sich kein Unbefugter dem Wrack näherte. Doch es gab natürlich Yachten mit Kamerateams an Bord, die aus der Entfernung Aufnahmen machten. Das war ihr gutes Recht, aber so störten sie wenigstens nicht das Team der Spurensicherung.

Ich parkte meinen roten Boliden. Phil und ich hatten unsere FBI-Marken bereits an unseren Revers befestigt. Wir bahnten uns einen Weg zwischen den Schaulustigen hindurch. Ein junger sommersprossiger Cop nickte mir zu und hob das gelbe Trassierband. Nun sah ich das Drogen-U-Boot zum ersten Mal aus der Nähe.

Es war ungefähr dreißig Fuß lang und mit blauer Farbe gestrichen. Der Rumpf bestand vermutlich aus genieteten Stahlplatten. Von der Form her erinnerte das Wasserfahrzeug an militärische U-Boote, allerdings war der Turm wesentlich kleiner. Und natürlich verfügte das Schmuggel-U-Boot über keinerlei Nationalitätskennzeichen oder andere Aufschriften, mit denen man es identifizieren konnte.

Ich bin kein Seemann. Aber ich konnte mir vorstellen, dass ein solches Wasserfahrzeug auf dem offenen Meer nicht leicht zu erkennen ist. Der Turm ragte wahrscheinlich nur wenige Fuß über die Wasseroberfläche. Für ein Schiff, das auch nur in einer Entfernung von einer Meile vorbeifuhr, war dieses U-Boot gewiss komplett unsichtbar.

Ein Spurensicherungsteam der Küstenwache war im Einsatz. Die Spezialisten trugen weiße Overalls. Neben dem U-Boot waren einige Vans mit Werkzeug und Gerätschaften geparkt. Ein Mann arbeitete mit einem Schneidbrenner.

Wir umrundeten langsam das gestrandete U-Boot. Da kamen zwei junge Ladys auf uns zu. Sie waren im Gegensatz zu den meisten Personen vor Ort in Zivil.

»Agents Cotton und Decker? Wir haben Sie bereits erwartet. Ich bin Lieutenant Lorna Fredericks vom US Coast Guard Investigative Service. Das ist meine Kollegin Lieutenant Donna White.«

Ich tauschte mit Phil einen schnellen Blick. Mr High hatte nicht erwähnt, dass wir mit zwei charmanten Ladys zusammenarbeiten sollten. Aber vielleicht hatte er es selbst nicht gewusst. Lorna Fredericks war jedenfalls eine blonde Schönheit mit lässiger Fransenfrisur. Donna White trug ihr brünettes Haar schulterlang. Die beiden Frauen sahen in ihren dezenten Geschäftskostümen aus wie Bankerinnen. Doch ihre an den Revers befestigten Ausweise bewiesen, dass sie Ermittlerinnen der Küstenwache waren.

Wir alle schüttelten einander die Hände.

»Ich schlage vor, dass wir uns duzen«, meinte Lorna forsch. »Schließlich werden wir in diesem Fall eng zusammenarbeiten.«

»Gerne, Lorna. Ich bin Jerry, und Agent Decker heißt mit Vornamen Phil. – Was könnt ihr uns über das U-Boot sagen? Wie ich sehe, steckt ihr schon bis über beide Ohren in der Arbeit.«

»Ja, und deshalb haben unsere Techniker auch schon einige Fakten herausgefunden. Es handelt sich um ein qualitativ höherwertiges Wasserfahrzeug, das gerade erst vom Stapel gelaufen ist. Der Elektromotor verursacht kaum Geräusche, und bei Nacht oder schlechter Sicht ist es dank seiner blauen Farbe praktisch unsichtbar. Es hatte auch ein Naxos an Bord, also ein Radarwarngerät. Die früheren Drogen-U-Boote waren mehr oder weniger schwerfällige Blechbüchsen.«

»Wenn dieses Wasserfahrzeug so neu und gut konstruiert war – weshalb ist es dann überhaupt havariert? Oder lag das ausschließlich an Cargills Tod?«

»Das sind gute Fragen, Jerry. Aber wir können sie leider noch nicht beantworten. Fest steht, dass die Maschine nicht mehr funktionierte, als das U-Boot hier gestrandet ist. Wir müssen aber noch rekonstruieren, wann und aus welchem Grund der Antrieb seinen Geist aufgegeben hat. Zunächst waren unsere Kollegen damit beschäftigt, die Kokainpakete sicherzustellen. Sie befinden sich bereits in der Asservatenkammer. Wir gehen von einem Straßenverkaufswert von drei Millionen Dollar aus.«

Phil pfiff durch die Zähne.

»Mir fallen auf Anhieb mindestens zwei Dutzend Ganoven ein, die für weitaus weniger Geld eiskalt morden würden.«

Donna nickte meinem Freund zu.

»Das kann ich mir vorstellen. Als wir Pat Cargill aufgrund seines Zahnstatus identifizieren konnten, haben wir sofort das FBI verständigt. Wir wussten ja, dass er auf eurer Fahndungsliste steht.«

»Und die Todesursache ist noch nicht geklärt?«, vergewisserte ich mich.

»Nein, Jerry«, sagte Lorna. »Da sich Cargills sterbliche Überreste an Bord des U-Bootes befanden, gab es keine Treibspuren an dem Körper selbst. Wie ihr vielleicht wisst, sind diese Drogen-U-Boote sogenannte Halbtaucher. Das bedeutet: Sie können nicht allzu tief unter die Meeresoberfläche sinken, im Gegensatz zu normalen Unterseebooten. Cargills Körper war also keine klassische Wasserleiche, obwohl er einige Tage lang den Elementen ausgesetzt war. Daher gestaltet sich die Rekonstruktion seiner Todesursache als schwierig. Die Rechtsmediziner sind immerhin sicher, dass sein Schädel eingeschlagen wurde.«

»Das kann aber auch durch einen Unfall geschehen sein«, ergänzte Lornas Kollegin Donna. »Wenn Cargill beispielsweise bei einem Sturm mit dem Kopf gegen die stählerne Umrandung des U-Boot-Turms geknallt ist. Dabei kann eine Aufschlagwucht entstehen, die zu einer tödlichen Verletzung führt. Jedenfalls bei entsprechend hohem Seegang. Und es gab in den vergangenen Wochen genügend Sommerstürme in der Karibik. Diese Variante wäre also auch denkbar.«

»Ihr seid jedenfalls die Seefahrts-Expertinnen«, stellte ich fest. »Wir sollten uns die Ermittlungsarbeit aufteilen. – Wie wäre es, wenn ihr die Schmuggelroute von Cargills Boot nachvollziehen würdet? Wenn wir wissen, woher genau der Tote gekommen ist, können wir das Geheimnis seines Todes besser lüften. Wer waren seine Auftraggeber? Von wem hat er das Kokain bezogen? Diese Fragen stehen im Raum. Phil und ich werden Cargills Kontakte an Land noch genauer unter die Lupe nehmen. Über die Handys können wir ständig Verbindung miteinander halten.«

Wir tauschten mit den beiden attraktiven weiblichen Lieutenants die Telefonnummern aus. Lorna blinzelte mir zu und sagte: »Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit, dass wir vier direkt zusammenarbeiten können. – Donna und ich werden jedenfalls aufgrund der Strömungsverhältnisse im Atlantik und der karibischen See eine ungefähre Reiseroute des U-Bootes erstellen können. Allerdings müssen unsere Techniker zuerst in Erfahrung bringen, wann der Antrieb ungefähr seinen Geist aufgegeben hat.«

Wir waren einverstanden. Da Phil und ich an der Fundstelle des Wracks nichts ausrichten konnten, verabschiedeten wir uns zunächst von Lorna und Donna. Als wir wieder in meinem roten Boliden saßen, fand mein Freund die Sprache wieder. Die Ladys hatten ihn offenbar beeindruckt.

»Lorna schien es wirklich zu bedauern, dass wir nicht direkt mit der Teamarbeit begonnen haben. Ich glaube, die hat ein Auge auf dich geworfen, Jerry.«

»Nun, das beruht auf Gegenseitigkeit. Aber die Blicke, die Donna in deine Richtung gesendet hat, passten auch besser in eine Single Bar als an den Fundort eines Drogen-U-Boots.«

»Wirklich? Nun, dann sollten wir diesen Fall so schnell wie möglich abschließen, damit wir danach den beiden Ladys privat näherkommen können.«

***

Tatendurstig stürzten wir uns in die Arbeit. Da Phil und ich schon länger hinter Cargill her gewesen waren, kannten wir viele seiner Unterweltkontakte. Bei einigen dieser Ganoven hatten wir in den vergangenen Tagen vergeblich auf der Matte gestanden. Manche von ihnen saßen in Rikers oder einer anderen Strafanstalt, andere konnten uns glaubhaft versichern, keinen Kontakt mehr zu Cargill zu haben. Und dann gab es noch diejenigen Kleindealer, die sozusagen selbst ihre besten Kunden gewesen waren. Mindestens vier von ihnen hatten die Rauschgiftsucht nicht überlebt.

Doch Beharrlichkeit gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines G-man. Der nächste Name auf unserer Verdächtigen-Liste lautete Armando Muller.

»Der Knastvogel fliegt auf Bewährung draußen herum«, meinte Phil. »Das NYPD hat Muller vor drei Jahren gemeinsam mit Cargill verhaftet. Verdacht auf Rauschgifthandel. Damals konnte man beiden nichts nachweisen.«

»Ja, und unser Freund Armando wurde wenig später wegen einer Körperverletzung verurteilt und eingebuchtet, während sein Kumpel Cargill von der Bildfläche verschwand.«

Mit diesem Wortwechsel führten Phil und ich uns noch einmal die Fakten vor Augen, während wir in einem zerschrammten beigen Buick aus der Fahrbereitschaft Richtung South Bronx fuhren. Ich hatte an der Federal Plaza meinen Jaguar-E-Hybriden gegen dieses Fahrzeug ausgewechselt. Der rote Sportflitzer war in einer so ärmlichen Gegend einfach zu auffällig.

Vom Bewährungshelfer-Büro hatten wir erfahren, dass Armando Muller in der Westchester Avenue hauste. Seit einigen Jahren sind Teile der South Bronx wieder in einen bewohnbaren Zustand versetzt worden, es haben sich neue kleine Betriebe angesiedelt. Doch wer es sich irgendwie leisten kann, lebt lieber in anderen Teilen des Big Apple.

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