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Jerry Cotton - Folge 2874

Die Spur der Leichen

Vance Rayburn benutzte seinen Wagen als Deckung und als Depot. Er kauerte hinter dem rechten vorderen Kotflügel des guten alten Chevy Caprice, wo ihn der Motorblock schützte, für den Fall, dass geschossen wurde. Den Wagen brauchte er so oder so nicht mehr. Er hatte ihn gut und sicher von Nebraska nach New York gebracht, mit den Waffen im Kofferraum, unter Decken und Klamotten versteckt. Jetzt lagen sie auf dem Beifahrersitz. Griffbereit. Geladen und gesichert.

Der Mann war pünktlich. Immerhin. Er stieg aus einem schwarzen Cadillac Escalade, der rückwärts von der Straße heruntergekommen war, auf den Weg, der zur Lichtung im Schilfgürtel führte. Rayburn ließ ihn bis auf zwanzig Yards herankommen.

»Halt, stehen bleiben!«, befahl er dann. Er hob die Maschinenpistole an die Schulter.

Um seinem Befehl Nachdruck zu verleihen, drückte er ab.

Der Feuerstoß hämmerte hart und trocken, ohne Nachhall auf dem unbebauten Gelände am Rand der Acht-Millionen-Stadt. Der Mann zuckte zusammen, duckte sich. Er stand wie festgenagelt, hob die Hände und wagte nicht mehr, sich zu bewegen. Aber er schrie.

»He, Mister! Was soll das? Wieso schießen Sie auf mich? Sind Sie verrückt geworden? Ich denke, wir wollen verhandeln!«

»Nein, wollen wir nicht.« Rayburn war bereits wieder in Deckung hinter dem Kotflügel. »Außerdem war es nur eine Warnung. Ob ich gezielt schießen muss, liegt ganz an Ihnen. Sind Sie Urquhart? Greg Urquhart?«

»Wer denn sonst?«

»Okay, ich nehme mal an, dass Ihr komischer Name Seltenheitswert hat. Aber normalerweise müsste ich mir Ihren Führerschein zeigen lassen. Oder Ihre Sozialversicherungskarte.«

»Ich bin hier. Wie verabredet. Das genügt doch wohl, oder?«

»Eigentlich schon«, antwortete Rayburn. Er riskierte es, den Kopf so weit zu heben, dass er über die Motorhaube spähen konnte. »Wir haben also miteinander telefoniert?«

»Ja, verdammt!«

»Dann ist es gut«, sagte Rayburn gewollt bedächtig. Er forderte die Nervenstärke des anderen bewusst heraus, denn der Mistkerl musste lernen, wer hier die erste Geige spielte. Er, der Mann aus Nebraska. Und er hatte den weiten Weg an die Ostküste wahrhaftig nicht gemacht, um zu palavern. Mister Urquhart und seine Freunde würden das noch merken.

Wie viele Männer in dem schwarzen Luxus-SUV saßen, konnte Rayburn nicht erkennen, weil die Fenster des Escalade fast genauso schwarz waren wie die Karosserie. Auf jeden Fall war der Wagen doppelt so weit entfernt wie der Kerl auf dem Weg. Zu weit für eine Pistole. Und Großstädter bevorzugten nun mal Pistolen. Wegen der knappen Distanzen. Deshalb rechnete Rayburn nicht damit, dass sie Gewehre bei sich hatten. Falls sie trotzdem angriffen, würden sie ihr blaues Wunder erleben.

Aber noch schien es so, als wollten sie ihren Kumpel Urquhart die Suppe allein auslöffeln lassen. Logisch. Noch glaubten sie ja, dass es nach ihrem Plan laufen würde.

»Was ist jetzt?«, heulte er. Er stand in merkwürdig gebeugter Haltung, so als ob er jeden Moment vorwärtsstürzen wollte und sich nur mit äußerster Mühe zurückhalten konnte. Er trug einen schwarzen Anzug, leicht und maßgeschneidert allerdings, dazu ein beigefarbenes T-Shirt und Sneakers im gleichen Farbton. Insgesamt war seine Kleidung ausgesprochen edel, das halblange dunkle Haar modisch asymmetrisch gestylt.

Alles auf meine Kosten, dachte Rayburn bitter. Diese elenden Betrüger ziehen unsereinem das Geld aus der Tasche und tun so, als ob sie dafür etwas geleistet hätten.

»Was soll sein?«, sagte er kalt. »Wenn Sie Urquhart sind, wissen Sie, weshalb Sie hier sind. Um mir mein Geld zurückzugeben. Sie haben es doch hoffentlich bei sich. Fünfzigtausend Dollar. Also, zeigen Sie es mir.«

»Ja, natürlich, sofort. Aber wir können doch noch einmal über alles reden. Ich meine, Sie müssen die Dinge doch mal so sehen, wie sie sind. In Anbetracht der Umstände bekommen Sie Ihr Geld natürlich zurück. Aber Sie müssen berücksichtigen, dass wir dafür erhebliche Vorleistungen erbracht haben. Es ist also ein Entgegenkommen unsererseits …« Urquhart unterbrach sich selbst, als er sah, wie Rayburn die Maschinenpistole erneut in den Schulteranschlag hob.

»Ausgequatscht?«, fragte Rayburn spöttisch über den Lauf der Waffe hinweg.

Urquhart blinzelte irritiert. »Wie bitte?«

»Sie reden zu viel. Sind Sie jetzt fertig damit?«

»Ja, schon …«

»Dann zeigen Sie mir das Geld.«

»Ja, verdammt«, stieß Urquhart gereizt hervor. »Erst mal müssen wir darüber reden …«

»Sie haben das Geld nicht«, schnitt ihm Rayburn das Wort ab. Er schaltete die MPi auf Einzelfeuer und visierte sorgfältig.

»Doch, doch!«, beteuerte Urquhart. »Klar habe ich es.«

»Letzte Aufforderung«, sagte der Mann aus Nebraska ungerührt.

»Nun nehmen Sie doch die Waffe runter, verdammt noch …«

Rayburn ließ ihn die letzte Silbe nicht mehr aussprechen. Er betätigte den Abzug und tötete den Mann mit einer einzigen Kugel, die er ihm präzise zwischen die Augen setzte.

Urquharts entgeisterter Blick war für die Ewigkeit eingefroren, als er hintenüber kippte. Seine Arme schlenkerten während des Fallens wie die einer Marionette, der man die Fäden abgeschnitten hatte.

Rayburn sicherte die Maschinenpistole und erreichte die offene Beifahrerseite des Chevy mit zwei Schritten. Er legte die MPi auf den Boden vor dem Sitz und nahm das Sturmgewehr und den Werfer heraus. Letzteren legte er auf die Motorhaube und vergewisserte sich, dass er das Gewehr auf Dauerfeuer geschaltet hatte. Dann lud er die schwere Waffe durch, entsicherte sie und nahm sie in den Anschlag wie zuvor die MPi.

Er hatte den Ablauf des Geschehens richtig vorhergesehen.

Für die Männer in dem schwarzen SUV war der Tod ihres Komplizen entweder zu überraschend gekommen, oder sie hatten ihre Schrecksekunde erst jetzt überwunden. In dem Moment, in dem die hinteren Wagentüren aufgestoßen wurden, war Vance Rayburn feuerbereit. Er wartete, bis die beiden Männer ausgestiegen waren, dann zog er durch. Das Sturmgewehr ruckte und rüttelte an seiner Schulter und hackte die Geschosse in zwei kurzen Serien aus dem Lauf.

Urquharts Begleiter schafften es, ihre Pistolen hochzureißen. In Anschlag brachten sie sie nicht mehr. Schüsse lösten sich noch, doch das geschah nur noch durch Reflexe, als die Einschläge der Gewehrgeschosse ihre Körper durchschüttelten. Es war schon kein Leben mehr in den Männern, als sie links und rechts in das Sumpfgras fielen.

Die Achtzylinder-Maschine des Escalade brüllte auf. Die Räder drehten durch. Eine Sekunde lang schien es, als würden sie sich in den weichen Boden wühlen, statt die bullige Kraft des Motors zu übertragen.

Vance Rayburn hob den Raketenwerfer auf die Schulter und betätigte den Auslöseknopf in dem Moment, in dem der schwarze SUV Brocken aus Erde und Gras hochschleuderte und lospreschte. Ein Feuerstrahl stieß aus dem Ende des Werferrohrs hinter Rayburns Rücken, und die unterarmlange Rakete schoss fauchend auf den fliehenden Wagen zu. Es war eine Verfolgung von kurzer Dauer. Der Einschlag hüllte den Cadillac in einen Feuerball, und der Explosionsdonner rollte über den menschenleeren Landstrich im Süden Brooklyns.

Vance Rayburn wartete, bis es ruhiger wurde, dann nahm er sein Smartphone und wählte eine Nummer.

Es war die Nummer des FBI Field Office New York.

***

Phil beklagte sich wieder einmal ausführlich über unser schweres Los. Vielleicht lag es daran, dass wir nur noch eine halbe Stunde bis zum Feierabend hatten und damit ein Tag zu Ende ging, der sich von dem eines Innendienstkollegen nicht nennenswert unterschied.

»Das war nun wirklich nicht mein Berufsziel«, schloss er sein deprimierendes Resümee des noch laufenden Arbeitstages. »Ein Schreibtischtäter wollte ich nie werden.«

Ich blieb ernst.

»Du kannst dich doch nicht immer auf der Straße herumtreiben«, zog ich ihn auf. »Was ich sagen will, ist, du musst auch mal Abstand von Feuergefechten und Verfolgungsjagden kriegen. Jeder braucht mal Zeit, um in sich zu gehen und neue Kräfte zu sammeln. Und vergiss nicht, dass wir hier eine gut funktionierende Klimaanlage haben.« Ich lehnte mich in meinem Drehsessel zurück und machte eine Handbewegung wie ein Fremdenführer, der unser gemeinsames Büro anpries.

»Mach dich ruhig lustig«, knurrte mein Partner humorlos. »Wir sind jedenfalls Special Agents und keine Buchhalter.«

Nicht, dass ich es anders sah, aber es gab doch erhebliche Unterschiede zu Zeiten, die noch gar nicht so lange zurücklagen. Und außerdem glaubte ich nicht, dass der Beruf des Buchhalters so knochentrocken war, wie Phil ihn sich vorstellte.

Mein Telefon klingelte und beendete unsere Diskussion. Ich meldete mich.

»Mister High möchte euch sprechen«, sagte Helen, die Sekretärin unseres Chefs. »Höchste Dringlichkeit.« Auch Phil hörte sie, weil der Lautsprecher eingeschaltet war.

»Wir sind schon unterwegs«, konnte ich noch sagen, dann musste ich mich beeilen, um zu meinem Freund aufzuschließen, der bereits aufgesprungen war und die Tür erreichte.

Helen sah hinreißend aus in ihrem roten Sommerkleid. Sie war auf dem Sprung, hatte ihren Computer heruntergefahren und Schreibtischschubladen und Schranktüren geschlossen. Sie schulterte ihre Tasche und kam uns entgegen, als wir das Vorzimmer des Chefs betraten.

»Sorry, ich kann mich nicht um euch kümmern«, sagte sie. »Ich muss den Shuttle-Flieger nach Washington kriegen. Fortbildungsseminar für Sekretärinnen in Führungspositionen des FBI, fängt heute Abend noch an. Aber eine Isolierkanne mit frischem Kaffee steht auf dem Tisch.«

»Kein annähernd angemessener Ersatz«, seufzte Phil.

»Wie lange müssen wir ohne dich auskommen?«, fragte ich.

»Nur drei Tage«, antwortete Helen und lachte geschmeichelt. »Eine Kollegin aus der Texterfassung wird mich vertreten. Ihr werdet gar nicht merken, dass ich weg bin.«

Sie eilte an uns vorbei, hinaus auf den Korridor, mit unseren Beteuerungen im Ohr, dass sie unersetzlich sei und wir sie unendlich vermissen würden. Was natürlich nicht bedeutete, dass wir etwas gegen Helens Stellvertreterin einzuwenden hatten.

Unser Vorgesetzter, Assistant Director John D. High, telefonierte, als wir eintraten. Sein silbergraues Haar schimmerte im Schein der Augustsonne, die durch die Außenjalousien der Fenster gefiltert wurde. Mit einer Handbewegung wies er uns die gewohnten Plätze am Besuchertisch zu. Wir bedienten uns aus der Kanne. Gleich darauf beendete der Chef sein Gespräch und kam zu uns. Er schob einen E-Mail-Ausdruck auf den Tisch. Es war das Datenblatt eines Mannes. Den fettgedruckten Namen konnte ich auch verkehrt herum lesen.

Vance Rayburn.

»Ich muss Ihnen leider den Feierabend verderben«, erklärte der Chef. »Ich habe eben einen Anruf aus Brooklyn erhalten. Es handelt sich um einen Fall, für den ich meine besten Agents brauche.« Wegen der ernsten Stimme Mr Highs verzichtete Phil auf seinen Standardscherz, dass die besten Agenten noch gar nicht eingetroffen seien. Mit seinen schlanken Künstlerhänden drehte Mr High das Papier so, dass die Schrift in unsere Richtung zeigte. »Dieser Mann«, fügte er hinzu, »war Master Sergeant des Marine Corps und hat an zwei Irak-Missionen teilgenommen. Er ist Träger der Medal of Honor. Vor zehn Minuten hat er an der Jamaica Bay drei Männer erschossen und einen vierten mit einer Bazooka getötet. Er hat direkt hier bei uns angerufen, ich habe selbst mit ihm gesprochen. Er stellt sich dem Gesetz und wird Ihnen erzählen, was ihn zu dieser Verzweiflungstat getrieben hat.«

Phil stieß einen leisen Pfiff aus. »Ein Amoklauf?«, fragte er leise.

Der Chef schüttelte den Kopf. »Eher eine gezielte Aktion. Weil Rayburn aus Nebraska stammt, sind wir zuständig. Die FBI-Zuständigkeit ergibt sich außerdem aus der Vermutung, dass Rayburn mit einer Form des organisierten Verbrechens konfrontiert war, die sich über viele verschiedene Bundesstaaten erstreckt, vielleicht sogar über das gesamte Gebiet der Vereinigten Staaten. Im weitesten Sinne scheint es um Betrug zu gehen, von einer Sorte jedoch, die Menschen leicht um ihre Existenz bringen kann.«

»Wo finden wir ihn?«, fragte ich, nachdem ich zugehört und gleichzeitig das Datenblatt überflogen hatte. Es gab im Wesentlichen Rayburns militärische Laufbahn wieder.

»An Ort und Stelle in Brooklyn«, antwortete Mr High. »Die Cops sind auf dem Weg zu ihm, während wir sprechen. Er wartet darauf, festgenommen zu werden. Ich hatte das Gefühl, dass er sich regelrecht danach sehnt.«

***

Ich holte den roten Jaguar aus dem Stall, sprich, der Tiefgarage des Federal Building, und auf dem Beifahrersitz erfreute sich Phil an der Weite der Stadtlandschaft, sobald wir die Wolkenkratzerschluchten von Manhattan South hinter uns gelassen und Brooklyn erreicht hatten. Über den Brooklyn Queens Expressway und den Gowanus Expressway fuhren wir nach Süden, bis wir den Shore Parkway an der Atlantikküste erreichten. Dort lenkte ich den Jaguar nach Osten in Richtung Floyd Bennett Field.

Oberhalb des ehemaligen Navy-Airfields bog ich nach rechts ab in den einsamsten Teil der Flatbush Avenue. Linker Hand zog sich das ausgediente Flugplatzgelände endlos dahin, während sich auf der rechten Seite der Fahrbahn unbebautes grünes Land erstreckte, das von Wasserflächen durchzogen war. Am südöstlichen Horizont kam die mächtige Konstruktion der Marine Parkway Bridge in Sicht. Sie führte über die schmale Einmündung der Jamaica Bay hinüber nach Rockaway, einer Halbinsel, die die ausgedehnte Bucht unterhalb des John F. Kennedy Airport zum Atlantik hin abgrenzte.

Streifenwagen und neutrale Einsatzfahrzeuge des New York Police Department standen weit vor der Marine Parkway Bridge am Straßenrand und markierten den Tatort, an dem ein vierfacher Mörder auf uns wartete. Unterwegs hatten wir erfahren, dass er sich einen Ort ausgesucht hatte, der vor Jahren Schlagzeilen gemacht hatte.

Ein Weg, den damals Polizeifahrzeuge in einen hundert Yards breiten Schilfgürtel gewalzt hatten, führte zu einer Lichtung, auf der eine Dealer-Bande damals eine Cannabis-Plantage betrieben hatte. Von der Flatbush aus war die Anlage im Schilfgürtel nicht zu erkennen gewesen, und weil die Dealer das Gelände nur per Boot von der angrenzenden Seitenbucht angesteuert hatten, war jahrelang nichts bemerkt worden. Dann waren Angler per Zufall mit ihrem Kahn in die Gegend gekommen, und die Cops hatten zum Mäheinsatz anrücken müssen. Die einstigen Plantagenbesitzer hielten sich auch weiterhin in Wassernähe auf, als Insassen von Rikers Island, der Gefängnisinsel im East River, dort, wo er in den Long Island Sound übergeht.

»Woher kennt ein Mann aus Nebraska ausgerechnet diese Stelle in New York?«, fragte Phil den Detective Sergeant, der uns von der Absperrung aus auf den Weg zur Schilflichtung führte.

»Er hat damals die Zeitungsartikel ausgeschnitten«, erklärte der Kollege, der laut Namensschild Neil Tyrone hieß. »Das ging doch durch die gesamten Staaten. Cannabis-Plantage mitten in New York. War ja auch ein Hammer.«

»Wobei mitten ein bisschen übertrieben war«, sagte ich. »Ebenso gut hätten sie sagen können, mitten im Atlantik.« Ich deutete auf die nun schon sichtbare Wasserfläche.

Detective Sergeant Tyrone nickte und schmunzelte. Wir näherten uns dem ausgeglühten Wrack eines Cadillac Escalade. Wenn es abgekühlt war, würde es zur weiteren Untersuchung abtransportiert werden. Wenige Schritte entfernt waren Spurensicherer rund um die markierten Positionen der Getöteten am Werk. Die Leichen waren bereits abtransportiert worden, die Identifizierungen noch nicht beendet. Bei den verkohlten Überresten des Fahrers würde es am längsten dauern.

Zwei uniformierte Cops bewachten den Mann, der sich sofort nach seiner Tat gestellt hatte.

»Er hat überhaupt keinen Widerstand geleistet«, berichtete Tyrone. »Mir kam es fast vor, als ob er froh war, festgenommen zu werden.«

Phil und ich nickten. Nach dem wenigen, das wir über den Mann aus Nebraska wussten, waren wir gespannt auf seine Erklärungen. Ich konnte vor mir selbst nicht leugnen, dass ich das vage Gefühl hatte, ihm helfen zu müssen. Dabei wusste ich, dass es verkehrt war. Ein FBI-Agent durfte keine Partei ergreifen, musste immer sachlich bleiben, immer objektiv.

Der Detective Sergeant und seine Kollegen hatten Rayburn erlaubt, sich auf einen Klappstuhl zu setzen, der offenbar aus seinem Wagen stammte. Allerdings hatten sie ihn mit Handschellen an die dünnen hölzernen Armlehnen des Stuhls gekettet. Mit seinem strohblonden Haar, im militärischen Crew Cut geschnitten, sah er aus, als wäre er erst gestern vom letzten Kampfeinsatz zurückgekehrt.

Trotz der Hochsommerhitze trug er Kampfstiefel, allerdings in Wüstenfarbe, wie er es aus dem Irak gewohnt war. Dazu eine khakifarbene Outdoorhose, die ebenso gut Bestandteil eines Army-Kampfanzugs hätte sein können. Das beigefarbene T-Shirt war sein einziges Zugeständnis an die Außentemperatur. Nach seinem Personaldatenblatt war er einundvierzig Jahre alt und dort geboren, wo er jetzt noch wohnte, in Broken Bow, Custer County, Nebraska. Er sah jünger aus, wie jemand, der die meiste Zeit im Freien verbrachte.

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