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Jerry Cotton - Folge 2871

Blüten aus dem Jenseits

Er würde es nicht bis zur Grenze schaffen. Der Mann war am Ende seiner Kräfte und hörte, wie seine Verfolger sich ihm immer mehr näherten.

»Verdammt! Ich schaffe es nicht«, flüsterte er.

Zehn Yards weiter stapften seine Stiefel in das kalte Wasser des Milk River. Unter Aufbietung seiner letzten Kraftreserven erhöhte der Mann nochmals seine Geschwindigkeit. Doch da trafen ihn zwei harte Schläge im den Rücken und er stürzte kopfüber ins Wasser. Sheriff Dickson starb, noch bevor seine Verfolger ihn erreichten.

Die Symptome meiner gerade erst überstandenen Grippe sorgten dafür, dass ich immer noch kaum den Kaffee wirklich schmecken konnte. Während ich ein wenig lustlos die Berichte des letzten Falles noch einmal durchging, studierte mein Partner bereits die aktuellen Meldungen des Tages.

»He, das hier könnte interessant sein. Im Raubdezernat des NYPD ist eine alte Banknote aufgetaucht, die im Zusammenhang mit einer großen Aktion aus den späten Sechzigern stand«, rief Phil aus.

Ich hob fragend den Kopf und ließ mir von meinem Partner erklären, um was es in dieser Meldung eigentlich ging. Er erklärte mir, dass bei einem Räuber diese Banknote gerade erst gefunden worden war.

»Es ist eine falsche Zehndollarnote, die zu einem großen Fälscherskandal in den späten Sechzigern gehörte. Der Fall konnte damals nie ganz aufgeklärt werden. Dabei ist sogar ein Sheriff ums Leben gekommen«, antwortete mein Partner.

Damit hatte er jetzt endgültig meine Aufmerksamkeit erregt und ich schaute mir die Sache genauer an. Anschließend telefonierte ich mit dem zuständigen Detective des Raubdezernats und erfuhr so die Einzelheiten. In den früheren Ermittlungen waren Kollegen des FBI eingebunden gewesen und daher gehörte er immer noch zu den offenen Fällen unserer Behörde. Ich beschloss daher, mit meinem Partner zusammen beim Chef vorzusprechen.

»Möglicherweise ist es ein Zufall, der uns auch nicht wirklich weiterbringt. Auf der anderen Seite gibt es immer noch den Mord an dem Sheriff, Sir. Ich denke, wir sollten einen Blick auf die Sache werfen«, sagte ich zum Chef.

Mr High schaute sich die Sache an und kam zum gleichen Ergebnis. Er wies mich und Phil an, uns mit Mr. Kellen in Verbindung zu setzen. Der kleine Ganove war uns sehr wohl bekannt, und da er nun schon zum wiederholten Male vor dem Richtertisch auftauchen würde, drohte ihm eine sehr lange Haftstrafe. Das war eine gute Motivation, mit uns sehr kooperativ zusammenzuarbeiten.

»Ich bin gespannt, ob dieser Kerl uns wirklich mehr über diese Dollarnote sagen kann. Wenn ja, wäre es möglicherweise ein wichtiger Hinweis, um den Mörder von damals vielleicht doch noch zu erwischen«, sagte Phil.

Die Fahrt hinüber zum Raubdezernat des NYPD war nur kurz gewesen und so blieb uns kaum Zeit, während der Fahrt viel über die alte Geschichte zu erfahren. Mein Partner hatte mir einiges aus dem System vorgelesen, sodass ich wenigstens die wesentlichen Fakten parat hatte. Der Detective erwartete uns bereits und hatte den Räuber in eines der Vernehmungszimmer bringen lassen.

»Kellen ist nicht sehr kooperativ, Agent Cotton. Vielleicht bringen Sie ihn zum Reden, damit wir endlich alle Raubüberfälle der letzten Tage aufklären können«, sagte der Detective.

Offenbar hatte sich der kleine Ganove in den zurückliegenden Tagen als besonders fleißig erwiesen und damit den Kollegen vom Raubdezernat eine Menge Arbeit beschert. Als mein Partner und ich ins Vernehmungszimmer kamen, hob Kellen den Kopf nur für einen kurzen Blick und senkte sein Haupt dann wieder. Offenbar verband er mit uns noch keine besondere Hoffnung, denn er ignorierte zunächst unsere Anwesenheit.

»Ich bin Special Agent Jerry Cotton vom FBI. Das ist mein Partner Phil Decker«, stellte ich uns vor.

Bei den drei Buchstaben FBI ruckte dann doch der Kopf des Mannes nach oben und er warf einen längeren Blick auf unsere Dienstmarken. Erstmals tauchte ein wacher Ausdruck in seinen Augen auf und in mir stieg die Hoffnung, dass wir ihn vielleicht doch zur Kooperation überreden könnten.

»Es steht schlecht um Sie, Kellen. Durch Ihre Vorstrafen und die weiteren Verbrechen dürfen Sie sich auf eine sehr lange Zeit in einem Staatsgefängnis einrichten«, sagte Phil.

Bei dem Begriff Staatsgefängnis huschte ein unglücklicher Ausdruck über das schmale Gesicht des Räubers, der von meinem Partner zu mir hinüberschaute. Die Ablehnung wich leiser Hoffnung. Offenbar hatte er erkannt, dass die Anwesenheit zweier Agents des FBI ihm durchaus nützlich sein könnte.

»Ja, Sie vermuten richtig. Wenn Sie sich kooperativ zeigen, dann besteht Hoffnung, dass wir Ihnen ein wenig von der Strafe erlassen können«, sagte ich.

Nun hatte ich ihn richtig wach gemacht. Kellen stellte auch die unruhigen Bewegungen mit seinen Händen ein und fixierte mein Gesicht. Ich wählte meine Worte sehr sorgfältig aus, bevor ich zu sprechen begann.

»Bei Ihren letzten Raubzügen haben Sie etwas erbeutet, das eventuell für uns von einigem Interesse ist. Sollten Sie uns darüber mehr sagen können, dann bestünde die Chance, dass wir Ihnen tatsächlich helfen.«

Meine Formulierungen waren bewusst vage gewählt, damit Kellen ins Grübeln kam.

»Und? Um was handelt es sich denn nun?«, fragte Kellen.

Wir hatten ihn.

»Es geht um diese Dollarnote«, antwortete ich.

Der kleine Ganove zog die Beweissicherungstüte mit der Dollarnote näher an sich heran und studierte den Geldschein. Nach einer Weile hob er den Kopf und schaute mich fragend an.

»Können Sie sich daran erinnern, wem Sie diesen Schein gestohlen haben?«

Kellen krauste seine Stirn und versuchte sich zu erinnern. Zunächst hatte es den Eindruck, dass er zu keinem guten Ergebnis kommen würde. Während er angestrengt nachdachte, drehte er die Tüte mit der Dollarnote mehrfach in seinen Händen und suchte nach irgendwelchen Anhaltspunkten.

»Der Trucker«, rief er aus.

Phil ich tauschten einen Blick aus, da wir beide nicht nachvollziehen konnten, wovon Kellen sprach.

»Wer ist dieser Trucker?«, fragte ich.

Kellen erzählte uns von einem ausführlichen Raubzug, den er in einem Motel in Queens durchgeführt hatte. Der Gangster war in verschiedene Zimmer eingebrochen und hatte alle möglichen Wertgegenstände entwendet. Darunter befand sich auch die Brieftasche eines Truckers aus Montana, die er an sich gebracht hatte.

»Ich habe dem Kerl insgesamt rund siebzig Dollar abgeknöpft. Auf jedem verdammten Schein hat der Kerl dieses komische Zeichen da gemacht. Sehen Sie? Das da!«

Mit einer aufgeregten Bewegung schob er uns den Geldschein so hin, dass mein Partner und ich die kleine Markierung am linken oberen Rand gut erkennen konnten. Bei dem Zeichen handelte es sich um das Symbol einer liegenden Katze, jedenfalls wirkte es so auf mich.

»Überlegen Sie gut, Kellen. Sind Sie sich völlig sicher, dass dieser Schein von dem Trucker kommt?«

Meine erneute Nachfrage verärgerte den Dieb fast ein wenig. Doch er blieb felsenfest bei seiner Überzeugung und versicherte mehrfach, dass diese Note aus der Brieftasche des Truckers stammte. Daraufhin verließen Phil und ich den Vernehmungsraum, um mit dem Detective über den Trucker zu sprechen.

»Wir brauchen alle persönlichen Daten dieses Truckers, und wenn es geht, möchten wir gerne mit dem Mann sprechen.«

Diesen Gefallen konnte der Detective uns leider nicht erfüllen, denn der Trucker hatte sich unmittelbar nach der Anzeige wieder in seinen Lkw gesetzt und war zurück auf dem Weg nach Ford Peck.

***

Inspector Wolf saß in seinem verbeulten Pick-up und beobachtete durch ein Fernglas das Farmgebäude. Seit mehreren Monaten verfolgte der Ermittler der Royal Canadian Mounted Police eine neue Drogendealerbande, die offenbar ihre Geschäfte über die Landesgrenze hinaus in die USA ausgedehnt hatte.

»Ich möchte wetten, dass die Burschen da unten das Zeug strecken und anschließend in die Beutel verpacken«, murmelte Wolf.

Der Inspector wäre am liebsten direkt aufs Gelände gefahren und hätte sich die Sache in aller Ruhe angesehen. Doch dann lief er Gefahr, seine Tarnung als Journalist auffliegen zu lassen. Es war ohnehin schwierig genug, im Reservat zu ermitteln, auch ohne dass die Leute einen für einen Cop hielten. Nur seine Abstammung von den Indianern aus dem Stamm der Assiniboine hatte dafür gesorgt, dass der Inspector sich ohne Schwierigkeiten im Reservat bewegen konnte.

Es hatte Wolf viele Wochen intensiver Arbeit gekostet, um die Spur der Drogen von Quebec bis in diese Provinz zu verfolgen. Seitdem er sich ganz sicher war, dass es sich bei den Dealern um Indianer handelte, konnte er die Schwierigkeiten seiner Kollegen besser einschätzen. Selbst für ihn war es nicht einfach, mit den Indianern ins Gespräch zu kommen. Lediglich sein Hinweis darauf, dass er für eine Zeitung einen Bericht über die schlechten Lebensbedingungen im Reservat machen wollte, hatte ihm Zugang verschafft.

»Lange wird diese Tarnung aber nicht mehr funktionieren«, murmelte Wolf.

Bei seinem Besuch im Restaurant in der kleinen Stadt, nur knapp zehn Meilen von seinem jetzigen Standort entfernt, waren dem Inspector zwei Männer aufgefallen. Ihrem Auftreten nach gehörten sie nicht ins Reservat, und außerdem versprühten sie eine Aura von Gefahr, die er eigentlich nur aus großen Städten wie Quebec oder Toronto kannte. Es handelte sich nach seiner Einschätzung um hartgesottene Gangster. Aber es wunderte ihn, was solche Typen in dieser Abgeschiedenheit zu suchen hatten.

»Es würde mich überhaupt nicht überraschen, wenn es auch dabei um diese verdammten Drogen ginge«, sagte Wolf.

Er senkte das Fernglas und rieb sich über die müden Augen. Normalerweise wäre das ein Job für wenigstens zwei Ermittler gewesen, doch sein Chef misstraute den bisherigen Indizien und hatte sich nur mit Mühe davon überzeugen lassen, dass Wolf seine verdeckten Ermittlungen im Reservat aufnehmen konnte. Plötzlich wurde der Inspector auf zwei SUV aufmerksam, die sich mit hoher Geschwindigkeit der Farm näherten. Die beiden dunklen Fahrzeuge bogen von der Straße ab und rumpelten über die schlecht gepflegte Zufahrt zur Farm hinauf. Wolf hob erneut das Fernglas und warf einen Blick auf die Insassen der beiden Fahrzeuge, nur um einen leisen Pfiff auszustoßen. Mit ein wenig Glück bekam er heute die erforderlichen Beweise in die Hand, um den Drogenring zu sprengen.

»Wenn das nicht Smoke ist«, rief Wolf aus.

Der Mann, der sich selbst den Spitznamen Smoke verliehen hatte, war aus dem vorderen Fahrzeug ausgestiegen und eilte auf das Farmhaus zu. Bei ihm handelte es sich um einen etwa vierzig Jahre alten Cree-Indianer, der seit seiner frühen Jugend schon in kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen war. Männern wie ihm traute Wolf zu, dass sie Drogengeschäfte in dieser Größenordnung im Reservat aufzogen. Er wollte diese Dinge im Keim ersticken und dafür sorgen, dass solche Gangster im Reservat keine Zukunft hatten.

***

Der Cree und seine Begleiter blieben sehr lange im Farmhaus. Der Inspector entschloss sich, der Sache auf den Grund zu gehen. Er schlüpfte aus dem Fahrzeug und nutzte jede Deckung aus, um sich den Gebäuden unbemerkt zu nähern. Als er an einer Hausecke kauerte, warf er prüfende Blicke hinüber zu den beiden SUV.

»Verflucht, da sitzt wenigstens noch einer der Typen drin«, murmelte Wolf.

Der Ermittler schob sich vorsichtig ein Stück zurück und huschte dann geduckt zur Rückseite des Gebäudes. Da er hier nirgends eine Wache entdecken konnte, stieg er die drei Holzstufen zur rückseitigen Tür hinauf und probierte die Klinke. Die Tür war nicht verschlossen und so traute sich der Inspector, vorsichtig ins Haus einzudringen. Er konnte mehrere Stimmen hören, daher schlich er durch einen schmalen Gang bis zu einem Durchgang, der offenbar in den Wohnbereich führte.

»Diese kleinen Bastarde drängen sich in unsere Geschäfte«, schimpfte eine dunkle Männerstimme.

Wolf lauschte einige Minuten der heftigen Diskussion und erkannte, dass Smoke offenbar nicht ein Teil der neuen Organisation im Reservat war. Vielmehr bekam Wolf den Eindruck, dass es auf einen Krieg zwischen den etablierten Gangstern aus Quebec und den jungen Indianern aus dem Reservat hinauslief.

»Dann ist es noch schlimmer, als ich es erwartet hätte.«

Die Stimme hatte sich eindeutig dem Durchgang genähert und daher entschied Wolf sich dafür, vorsichtig den Rückzug anzutreten. Seine gewagte Lauschaktion hatte ihm wichtige Informationen eingebracht, sodass er sich neu orientieren musste. Unbemerkt kehrte Wolf zu seinem Wagen zurück.

Ich muss dem Chef erklären, welche neue Dimension die Ermittlungen seit heute haben, überlegte der Inspector.

Er zog sein Mobiltelefon aus der Tasche und wählte die Nummer seines Vorgesetzten. Mit wenigen Sätzen erklärte Wolf, welche Entdeckung er soeben im Reservat gemacht hatte.

»Das reicht mir nicht, um eine größere Aktion in Gang zu setzen«, erwiderte sein Vorgesetzter.

Da der Inspector den Superintendent gut kannte, versuchte er gar nicht erst, ihn zu überreden. Stattdessen blieb er seiner bisherigen Linie treu und kehrte zurück in das kleine Städtchen, um sich dort weiter umzuhören. Es war sehr mühsam und zeitraubend, aber die heutigen Erkenntnisse bewiesen ihm, dass er auf jeden Fall auf dem richtigen Weg war.

***

Nachdem Phil und ich ins Field Office zurückgekommen waren, informierten wir den Chef. Mr High wollte, dass wir der Spur des Geldes folgten. Daher nahm ich Verbindung zum Sheriff’s Office in Fort Peck auf, damit die Kollegen vor Ort mit dem Trucker redeten. Wir hatten Glück, denn der Mann war bereits wieder in seinem Heimatort eingetroffen und konnte befragt werden. Er erinnerte sich genau, wo er an diese spezielle Dollarnote gekommen war. Der Rückruf von Sheriff Scott erfolgte früher als erwartet.

»Er hat mit einigen Kumpels Billard gespielt und dabei gewonnen. Die Dollarnote gehörte zu dem gewonnenen Geld«, sagte der Sheriff.

Leider konnte der Trucker nicht genau sagen, von wem er das Geld erhalten hatte. Sheriff Scott schickte uns jedoch eine Aufstellung mit sechs Namen, die er bereits überprüft hatte. Bei einem der Männer handelte es sich um einen bekannten Gangster der Stadt, weshalb dieser Mann für uns von besonderem Interesse war.

»Muller? Danke, Sheriff. Damit haben Sie uns schon sehr geholfen«, antwortete ich.

Nachdem ich das Gespräch beendet hatte, berichtete ich meinem Partner von dem Telefonat. Als ich den Namen Muller erwähnte, stürzte Phil sich sofort darauf.

»So hieß doch auch einer der Verdächtigen aus dem alten Fall, richtig?«

Genau das hatte mich auch sofort stutzig gemacht. Es war schon ein sehr merkwürdiger Zufall, dass der gleiche Name in beiden Fällen auftauchte. Zunächst gab ich den vollständigen Namen in unser System ein und überprüfte die Personalien. Sehr schnell wurde klar, dass wir es offenbar mit einem Nachfahren aus der Familie zu tun hatten, die damals mit dem Geldfälscherring in Verbindung gebracht worden war.

»Das kann unmöglich ein Zufall sein«, rief ich aus.

»Darüber sollten wir mit dem Chef sprechen«, schlug Phil vor.

Wir gingen zusammen zum Chef und berichteten ihm von der neusten Entwicklung. Mr High fand den Zusammenhang ebenfalls so verdächtig, dass er umgehend eine Ermittlung vor Ort anordnete. Damit der Sheriff in Fort Peck sich dabei nicht übergangen fühlte, klärte unser Chef diese Vorgehensweise in einem Telefonat mit Sheriff Scott.

Wenige Stunden später saßen Phil und ich im Flugzeug nach Helena, der Hauptstadt von Montana. Dort angekommen erhielten wir vom Büro des FBI einen Dienstwagen und legten die restliche Strecke nach Fort Peck auf der Straße zurück.

»Donnerwetter! Damit wären wir wohl endgültig in der Provinz angekommen«, sagte ich.

»Sieht ganz so aus«, erwiderte Phil mit einem schiefen Grinsen.

Wir waren das Großstadttempo gewohnt. Als wir jetzt mit dem Buick über die fast leeren Straßen der Kleinstadt rollten, kam es uns vor, als wenn wir uns in Zeitlupe bewegen würden. Schließlich erreichten wir das Sheriff’s Office und meldeten uns bei Sheriff Scott. Der hagere Mann hätte ohne Probleme in jedem alten Westernfilm mitspielen können. Er überragte Phil um ein ganzes Stück und war dabei so dürr wie eine Bohnenstange. Doch sein Händedruck war äußerst kräftig und der Blick seiner grauen Augen bewies, dass wir es mit einem intelligenten Mann zu tun hatten. Er führte uns in ein kleines, aber aufgeräumtes Büro und bot uns dort Sitzplätze an.

»Warum interessiert sich das FBI auf einmal für diesen alten Fall?«, fragte der Sheriff.

»Nun, das hängt mit dem ermordeten Kollegen von Ihnen zusammen. Sheriff Dickson wurde damals unmittelbar an der Grenze zu Kanada tot aufgefunden. In seinem Rücken steckten zwei Gewehrkugeln. Außerdem wurde nur ein Teil der falschen Banknoten entdeckt, und jetzt scheinen sie auf einmal erneut in Umlauf zu kommen. Wir wollen sicherstellen, dass der Mörder des Sheriffs nicht erneut aktiv wird«, erwiderte ich.

Sheriff Scott hörte aufmerksam zu und kratzte sich dann nachdenklich am Hinterkopf. Er gab sich zunächst mit meiner Erklärung zufrieden und berichtete dann ausführlich von der Familie, zu der auch unser aktueller Verdächtiger gehörte. Wir hatten es quasi mit einer Dynastie von Kleinganoven zu tun, die in Fort Peck sowie der gesamten Umgebung immer wieder bei kleineren Straftaten erwischt wurden. Die alte Sache mit dem Falschgeld aus den späten Sechzigern schien dabei die größte Geschichte gewesen zu sein, in die diese Familie jemals verwickelt gewesen war. Dennoch mochte ich nicht an einen Zufall glauben, dass ausgerechnet ein Enkel oder Neffe desjenigen jetzt mit den Falschgeldnoten in der Tasche durch Fort Peck lief.

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