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Jerry Cotton - Folge 2868

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Mit Geld schafft man Leichen
  4. Vorschau

Mit Geld schafft man Leichen

Seit über einer Stunde saß Holst hinter seinem Schreibtisch und starrte blicklos in die Dunkelheit. Außer dem Monitor auf seinem Schreibtisch gab es keine Lichtquelle im Büro des Finanzmaklers.

»Sind Sie Eric Holst?«

Eine tiefe Männerstimme holte den Makler in die Gegenwart zurück. An der Tür stand ein Mann in der Kleidung des Reinigungsdienstes.

»Ja, wieso fragen Sie?«

Mit einem zufriedenen Nicken hob der Mann die Waffe an und feuerte zwei Schüsse auf Holst ab, der als Letztes in seinem Leben das Mündungsfeuer sah.

Der Anruf erreichte uns auf dem Rückweg ins Field Office. Phil und ich hatten uns mit einem Informanten im Finanzdistrikt getroffen, der einige wertvolle Informationen über einen Drogendealerring loswerden wollte. Ob seine Angaben wirklich so gut waren, sollten weitere Ermittlungen ergeben.

»Wieso müssen wir dahin fahren?«, murrte mein Partner.

»Vermutlich, weil wir am nächsten dran sind«, sagte ich.

Einen besseren Grund sah ich jedenfalls nicht. Ein Detective des NYPD hatte um Unterstützung des FBI gebeten. Es ging um den Mord an einem Finanzmakler mit dem Namen Eric Holst. Eine schnelle Überprüfung des Namens im System hatte keine näheren Aufschlüsse gebracht.

»Wir sind ja schon da, Partner«, sagte ich.

Ein Officer prüfte unsere Legitimationen, bevor ich den Jaguar in die abgesperrte Tiefgarage lenken konnte.

»Den Gang hinunter und dann ist es die vorletzte Tür auf der linken Seite, Agent Cotton.«

Im 22. Stockwerk wies ein Cop uns den Weg, der schließlich an der Tür eines Büros endete. Ein eisiger Windhauch ließ mich frösteln und wurde von Phil mit einem bitterbösen Blick quittiert.

»Special Agent Cotton vom FBI. Das ist mein Partner, Special Agent Decker. Sie haben uns angefordert, Detective?«

Der massiv gebaute Cop hatte seine Lederjacke hoch geschlossen, eine Wollmütze tief ins Gesicht gezogen und trug Handschuhe. Durch ein Loch in einer der Fensterscheiben fegte der Januarwind ungehindert ins Büro.

»Ja, das habe ich. Das Opfer ist Eric Holst, der als selbstständiger Finanzmakler tätig war. Bei der Überprüfung seiner Computerdateien sind wir auf einen Namen gestoßen, der auf der Roten Liste steht«, bestätigte der Detective.

Schlagartig vergaß ich die Kälte und schaute den Kollegen des NYPD neugierig an.

»Wer ist es, Detective?«, fragte Phil.

»Richard Thornton, Agent Decker. Hier ist eine Kopie der Liste, die einer meiner Leute im Computer entdeckt hat«, antwortete der Detective.

Ich nahm das Blatt Papier aus seiner behandschuhten Hand und überflog die Namen darauf. Thornton stand an fünfter Position, und das allein ließ meinen Pulsschlag in die Höhe schnellen. Seit Monaten ermittelten wir gegen den Lobbyisten, der in ungeklärter Beziehung zum organisierten Verbrechen stand.

»Was hat ein Makler wie Holst mit einem Gefolgsmann von Fomin zu schaffen?«, staunte Phil.

Offenbar waren wir durch einen glücklichen Zufall auf einen weiteren Gewährsmann des neuen russischen Paten von New York gestoßen. Wir waren uns absolut sicher, dass Richard Thornton in einer engen Beziehung zu Gleb Fomin stand. Allein, dass sein Name auf einer Liste des Opfers auftauchte, brachte das FBI ins Spiel.

»Sie haben richtig reagiert, Detective. Gute Arbeit. Ab sofort übernehmen wir die weiteren Ermittlungen«, teilte ich mit. Dieser offiziellen Übernahme war ein kurzes Telefonat mit Mr High vorausgegangen, der mein Vorhaben unterstützte.

»Dann weise ich die Kriminaltechniker an, dass alle Ergebnisse zum FBI gehen«, erwiderte der Detective.

Da wir schon einmal vor Ort waren, sichteten Phil und ich die bislang sichergestellten Beweismittel. Der Computerfachmann des NYPD hatte ganze Arbeit geleistet und sich bereits Zugang zum Inhalt verschafft. Doch außer dieser Kontaktliste mit dem brisanten Namen darauf war auf den ersten Blick nichts wirklich Interessantes darunter.

»Es handelt sich meistens um die üblichen Analysetools für Finanzmakler. Sobald ich andere Dinge von Relevanz entdecke, informiere ich Sie umgehend«, sagte er.

Damit war unser Aufenthalt in dem kalten Büro beendet, was weder Phil noch ich bedauerten.

»Eric Holst ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie wohnen in der Jane Street im West Village«, informierte mich Phil.

Das war zum Glück nicht weit vom Büro entfernt. Dennoch benötigten wir für die Fahrt durch den dichten Feierabendverkehr über vierzig Minuten. Im Foyer des Apartmenthauses erklärte uns ein aufmerksamer Portier den Weg zur Wohnung der Familie Holst. Als ich in der vierten Etage auf den Klingelknopf neben der Wohnungstür drückte, öffnete ein Junge von etwa zehn Jahren die Tür, bevor der letzte Klingelton verstummt war.

»Oh, hallo«, sagte er.

Seinem Gesicht war anzusehen, wie überrascht er war. Offenbar hatte er mit jemand anderem gerechnet.

»Wir möchten gerne mit deiner Mutter sprechen, wenn es geht. Du bist doch Oliver Holst, oder?«

Wie erwartet nickte der Junge.

»Meine Mom muss jeden Augenblick nach Hause kommen. Sie wollte nur Linda abholen, meine kleine Schwester«, sagte er.

Oliver wusste offensichtlich nicht, wie er sich weiter verhalten sollte. Ich nahm dem verunsicherten Jungen die Entscheidung ab.

»Dann warten wir hier im Flur, Oliver. Mach die Tür ruhig wieder zu«, sagte ich.

Die Erleichterung in seinem jungen Gesicht war deutlich zu erkennen, als er mit einem Nicken die Wohnungstür schloss.

»Ich hasse es, der Familie eines Opfers die schlechte Nachricht zu überbringen. Vor allem, wenn auch kleine Kinder davon betroffen sind«, murmelte ich.

Mein Partner musste nichts erwidern, da ich seine Haltung dazu kannte. Ihm ging es nicht weniger an die Nieren.

***

Jedes Mal wenn Tina Oppermann die Bilder ihres Vaters auf seiner Segeljacht ansah, kehrte die Trauer mit großer Wucht zurück. Über viele Jahrzehnte hatte Steve Oppermann für diverse wohlhabende Menschen ihre Finanzen betreut und sich als exzellenter Vermögensverwalter erwiesen.

»Nicht einmal diese verfluchte Krise hat seine Kunden so hart getroffen«, murmelte Tina.

Wieso nur hatte ihr Vater sich getötet?

»Du hattest doch gar keinen Grund dazu.«

Es war Tina zu einer lieben Angewohnheit geworden, mit ihrem toten Vater auf dem Bild Zwiesprache zu halten. Und auch an diesem kalten Januarabend veränderte sich mit der Zeit ihre Gefühlslage. Aus der anfänglichen Trauer wurde mörderische Wut, denn in Tinas Augen gab es einen Schuldigen.

»Holst hat dich unter Druck gesetzt, nicht wahr?«

Ein hartes Lächeln verunstaltete das hübsche Gesicht der jungen Frau und zeigte, wie sehr Tina den Finanzmakler verabscheute. Eric Holst hatte bei der Krise zu spät reagiert und ihren Vater durch einige dubiose Finanzgeschäfte in Misskredit gebracht. Allein der gute Ruf von Steve Oppermann sorgte dafür, dass nicht alle seine Kunden kündigten.

»Holst ist das Schwein, Daddy. Nicht du«, stieß Tina hervor.

Mit einer ruckartigen Bewegung stellte sie das Bild zurück auf den Kaminsims, als hinter ihr die Tür aufging und ihr Verlobter ins Zimmer kam. Tina wandte sich mit einem kühlen Lächeln um und musterte den kräftig gebauten Mann.

»Und? Hast du es geregelt?«, fragte sie. Vor Aufregung vibrierte ihre Stimme.

»Alles in Ordnung, Darling. Der Ruf deines Vaters kann jetzt nie wieder beschädigt werden«, versicherte ihr Verlobter.

Voller Dankbarkeit warf Tina sich in seine Arme, küsste ihn und weinte dabei. Mit einer zärtlichen Geste wischte Roy Stoudt seiner Verlobten die Tränen weg und schaute Tina dabei liebevoll an.

»Du kannst dich auf mich verlassen, Tina. Ich tue alles dafür, dass du glücklich wirst«, schwor er.

An diesem Abend hatte er bereits einen wichtigen Schritt gewagt und dabei durchaus seine eigene Zukunft aufs Spiel gesetzt.

***

Als die Frau mit den braunen Haaren unter einer Pelzkappe aus dem Fahrstuhl trat, wusste ich sofort, dass es die Ehefrau von Eric Holst war. Sie hielt ein etwa vier Jahre altes Mädchen an der Hand, dessen Gesicht von der Kälte gerötet war.

»Mistress Holst?«, fragte ich.

Die Frau blieb abwartend stehen und musterte uns misstrauisch. Bevor sie uns mit unzufriedenen Kunden ihres Mannes verwechseln konnte, präsentierten wir unsere Dienstausweise.

»Special Agent Cotton vom FBI. Das ist mein Partner, Special Agent Decker. Wir müssen mit Ihnen reden«, sagte ich.

Die grünen Augen von Grace Holst verdunkelten sich und der Schrecken stieg darin auf. Offenbar ahnte die Frau, dass wir mit schlechten Nachrichten kamen. Mit steifen Schritten ging sie zur Wohnungstür und öffnete sie.

»Oliver? Nimm deine Schwester und geht zu Martha«, rief sie.

Der Sohn des Finanzmaklers tauchte mit überraschtem Gesichtsausdruck an der Tür auf.

»Aber ich spiel gerade ein Online-Game mit Harm«, protestierte er.

Mit sanftem Nachdruck bestand Grace Holst auf ihrer Bitte und schob die verwirrten Kinder den Gang hinunter. Am Ende des Ganges läutete Oliver an einer Wohnungstür, woraufhin eine ältere Dame öffnete und mit einem Blick auf Grace die Kinder ins Apartment ließ.

»Bitte treten Sie ein«, bat Mrs Holst.

Wenige Augenblicke später blieb sie mit dem Rücken zu einer breiten Fensterfront stehen, drehte nervös die Fellkappe zwischen den Fingern und schaute mich fragend an.

»Was ist passiert, Agent Cotton?«, fragte sie.

Ich deutete auf eine dunkelblaue Ledercouch.

»Sie sollten sich besser setzen, Mistress Holst«, sagte ich.

Nach kurzem Zögern setzte Grace Holst sich und schüttelte in stummer Verzweiflung den Kopf.

»Es ist Eric, richtig? Ich habe es geahnt, als Sie sich ausgewiesen haben«, flüsterte sie.

Mit schonenden Worten überbrachte ich ihr die Nachricht vom Mord an ihrem Mann. Grace Holst stieß ein Wimmern aus und sank mit geschlossenen Augen zur Seite. Während ich vorsichtig ihre Beine auf die Couch legte, holte Phil ein Glas Wasser aus der Küche. Die Frau des Finanzmaklers sammelte sich überraschend schnell wieder und setzte sich kerzengrade auf die Couch. Sie trank das Wasser in kleinen Schlucken, bevor sie ihre Frage stellte.

»Wer hat es getan, Agent Cotton?«

Als ich erwiderte, dass wir dazu noch keine konkreten Angaben machen könnten, schnaubte Grace Holst verärgert auf.

»Halten Sie mich bitte nicht für dumm, Agent Cotton. Wenn es sich um einen ungeklärten Mordfall ohne weitere Hintergründe handeln würde, stünden nicht zwei Agents des FBI in meinem Wohnzimmer«, sagte sie.

Ein fordernder Ausdruck war in ihrem schmalen Gesicht erschienen.

»Also? Hängt es mit den Geschäften meines Mannes zusammen?«

Ich tauschte einen Seitenblick mit Phil aus. Wir wussten noch zu wenig über Eric Holst und seine Firma. Es konnte durchaus möglich sein, dass Grace Holst ein Teil davon war.

»Diese Annahme beschäftigt uns in der Tat, Mistress Holst. Einer unserer Techniker hat die Kundendatei auf dem Computer Ihres Mannes gefunden«, erwiderte ich.

Vorsichtig lavierte ich um eine konkrete Beantwortung herum. Wenn Grace Holst mit ihrem Mann zusammengearbeitet hatte, dürfte ihre Reaktion auf meine Behauptung darüber Aufschluss geben.

»Aha. Dann verstehe ich auch, wieso sich das FBI eingeschaltet hat. Wir haben uns schon öfter Vorwürfe gefallen lassen müssen, weil Eric und ich uns um die Vermögensverwaltung gewisser Menschen gekümmert haben«, antwortete sie.

Damit war meine Vermutung bestätigt. Grace Holst war nicht nur als trauernde Frau des Toten anzusehen. Vielmehr gehörte sie offenbar zur Firma und verfügte über einiges Wissen, eventuell sogar über ein Motiv.

»Mit gewissen Menschen sind Angehörige des organisierten Verbrechens gemeint, richtig?«, hakte Phil nach.

Eine neue Härte zeigte sich in den grünen Augen der dunkelhaarigen Frau.

»Keiner unserer Kunden stand bislang wegen eines Verbrechens vor Gericht, Agent Decker. Ist es üblich beim FBI, mit Vorverurteilungen zu operieren?«

In der Stimme von Mrs Holst klirrte eisige Kälte, die sich durchaus mit der Winterkälte vor den Fenstern messen konnte.

»Wie gesagt, Mistress Holst. Uns sind die Kunden bekannt, und daher stellt sich einfach die Frage, ob die Firma Ihres Mannes eventuell mit einem davon Schwierigkeiten gehabt hat. Vergessen Sie bitte nicht, dass wir den Mörder suchen«, erwiderte ich.

Für einen winzigen Moment verschwand die Härte aus ihrem Gesicht und machte erneut der Trauer Platz.

»Gab es solche Probleme, Mistress Holst?«, fragte ich.

Die Frau des Toten senkte den Kopf, sodass ich ihren Gesichtsausdruck nicht erkennen konnte. Eine gewollte Aktion?

»Mir sind keine solcher Schwierigkeiten bekannt, Agent Cotton«, antwortete sie.

»Aber andere Schwierigkeiten schon?«, fragte Phil.

Mein Partner hatte ein feines Ohr für solche Nuancen, und als Grace Holst nun den Kopf hob, stand die Antwort gut in ihren Augen zu lesen.

»Überprüfen Sie die Posteingänge, Agent Decker. Sie werden eine Liste mit Drohbriefen finden, die von unzufriedenen Kunden stammen. Einige davon sind extrem und kündigen massive Vergeltung gegen Eric an. Dort sollten Sie nach dem Mörder meines Mannes suchen!«, antwortete sie.

Gleich danach komplimentierte Grace Holst uns aus ihrem Apartment und drückte mir dabei die Visitenkarte eines Rechtsanwalts in die Hand.

»Dean Marsden wird mich vertreten, Agent Cotton. Alle weiteren Fragen richten Sie bitte an ihn. Er ist auch unser Firmenanwalt«, sagte sie.

Damit war das Gespräch beendet und wir kehrten zurück zum Jaguar.

»Die Kanzlei von Marsden liegt auf dem Weg zum Field Office. Soll ich versuchen, einen Termin zu bekommen?«, fragte Phil.

Es wäre hilfreich, wenn wir so früh wie möglich mit dem Rechtsanwalt sprechen konnten. Daher stimmte ich seinem Vorschlag zu. Wir hatten Glück, denn Dean Marsden würde uns empfangen.

***

Der Rechtsanwalt war knapp einen Kopf kleiner als ich und brachte dennoch sicherlich an die zehn Kilogramm mehr auf die Waage. Wenn im Leben von Dean Marsden Sport überhaupt eine Rolle spielte, dann nur als Zuschauer auf einer Tribüne beziehungsweise auf der Couch vor dem Großbildfernseher.

»Ich habe es schon länger erwartet, Agent Cotton«, sagte Marsden. Der Mord an Eric Holst machte dem Anwalt sichtlich zu schaffen.

»Wegen der Kunden, die Ihr Mandant betreute?«, fragte ich.

Im geröteten Gesicht von Marsden blitzten die blauen Augen auf.

»Eric war mehr als nur ein Mandant, Agent Cotton. Seit unserer Collegezeit waren wir Freunde«, erwiderte er.

Damit erklärte sich seine ungewöhnliche Betroffenheit.

»Tut mir leid, Sir. Das wusste ich nicht. Hat Sie denn der Kundenstamm Ihres Freundes nicht gestört?«, sagte ich.

Der korpulente Mann nickte und hakte beide Daumen unter die Hosenträger, die er über dem gestreiften Oberhemd trug.

»Doch, genau deswegen meine Bemerkung. Im Laufe der drei zurückliegenden Jahre hat sich Erics Kundenstamm mächtig vergrößert. Leider befinden sich auch einige unschöne Kandidaten darunter«, antwortete der Rechtsanwalt.

Er erzählte von den Anfängen seines Freundes an der Wall Street. Sehr schnell setzten sich Holsts besondere Fähigkeiten in Bezug auf Finanzprodukte durch.

»Vor acht Jahren wagte Eric den Sprung in die Selbstständigkeit und hatte enormen Erfolg. Die Zuwanderung großer Vermögen aus Osteuropa beflügelte seine Firma«, erzählte Marsden.

Die Finanzkrise überstand sein Freund ebenfalls nahezu unbeschädigt, was den Rechtsanwalt erstmals stutzig werden ließ.

»Es wunderte mich, wie problemlos Eric diesen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen konnte. Als ich ihn darauf ansprach, reagierte er anders als sonst«, sagte Marsden.

Gespannt lauschten wir den interessanten Ausführungen des Rechtsanwalts, der das Bild eines sich stark verändernden Menschen entwarf. Seiner Erzählung nach wurde Eric Holst immer schweigsamer und stand offenbar unter erheblichem Druck.

»Grace war ihm keine große Hilfe dabei«, sagte er.

»Wie meinen Sie das, Sir?«, fragte Phil.

»Sie hatte sich längst an das schöne Luxusleben gewöhnt und zählt einige Damen der dubiosen Kunden zu ihrem Freundeskreis. Seit mindestens einem Jahr bedrängt sie Eric, ihnen endlich ein größeres Apartment irgendwo auf der Upper West Side zu kaufen«, antwortete Marsden.

Ich wollte wissen, wie tief Grace Holst in den Geschäften ihres Mannes involviert war.

»Sie ist eine tüchtige Finanzanalystin, Agent Cotton. Sie und Eric haben sich bei der Arbeit an der Börse kennengelernt. Bis vor rund zwei Jahren hat Grace sich nur wenig um die Firma gekümmert, doch seitdem mischt sie sich verstärkt ein«, sagte der Rechtsanwalt.

Da Dean Marsden sich so kooperativ zeigte, wagte ich einen Vorstoß und brachte den Namen von Thornton ins Gespräch.

»Ja, das ist eine von Grace’ Errungenschaften. Offiziell agiert Thornton als Lobbyvertreter der Ernährungsindustrie«, antwortete er.

Seine Wortwahl war aufschlussreich.

»Offiziell? Was denken Sie, welche Funktion Thornton in Wahrheit einnimmt?«, fragte Phil.

»Diese Aussage werde ich nie öffentlich wiederholen, Agent Decker: Meiner Ansicht nach ist diese Lobbyarbeit lediglich Tarnung für umfangreiche Geldwäsche«, sagte Marsden.

Der Besuch bei Dean Marsden erwies sich als echter Glücksfall. Seine wenn auch inoffiziellen Auskünfte stellten eine weitere Verbindung zwischen dem ermordeten Finanzmakler und Gleb Fomin her.

»E

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