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Jerry Cotton - Folge 2866

Shadowman

Dorian blickte Will Heston an. »Und du, Heston, du willst doch leben, oder?«

»Natürlich, Dorian, wer will das nicht«, erwiderte er.

Dorian lächelte. »Dann wirst du sicherlich auch daran interessiert sein zu erfahren, dass wir in unseren Reihen eine miese Ratte haben.«

Heston schluckte. »Ein Verräter? Verdammt, wer ist der Kerl?«

Dorians Lächeln wurde grimmig. »Das ist eine sehr gute Frage. Wer könnte das wohl sein? Vielleicht Pedro? Oder Mike? Oh, ich weiß, wie du es herausfinden kannst: Schau mal in den Spiegel.«

Heston griff blitzschnell zu seiner Waffe, doch er kam nicht mehr dazu, sie zu benutzen. Er schaute direkt in den Lauf eines Revolvers. Um sich herum hörte er, wie mehrere Waffen entsichert wurden.

»Besser du gibst mir dein Spielzeug«, sagte Dorian und nahm Heston die Pistole ab, bevor dieser antworten konnte.

Heston spürte, dass er in höchster Gefahr schwebte und vielleicht nicht mehr lange zu leben hatte. »Hey, Dorian, das kann doch nicht dein Ernst sein. Wie kommst du darauf, dass ich die Ratte bin? Du machst einen Fehler.«

»So schnell, wie du deine Knarre gezogen hast – das spricht nicht gerade für dich«, sagte Dorian.

»Das war nur ein Reflex«, versuchte Heston sich herauszureden. »Alte Angewohnheit.«

»Dann muss ich dir gratulieren, deine Reflexe sind in Ordnung«, sagte Dorian. »Nur zu schade, dass sie dir nicht helfen werden. Ich weiß nämlich zufällig aus zuverlässiger Quelle, dass du keiner von uns bist, sondern ein verfluchter FBI-Agent.«

Hestons Kehle schnürte sich zusammen, sein Mund wurde trocken. Es sah nicht gut für ihn aus. Sollte er weiter leugnen? Hatte es überhaupt noch einen Zweck? Oder lieber versuchen zu verhandeln?

Er setzte auf die zweite Option. »Dorian, wenn ihr jetzt aufgebt, kann ich ein gutes Wort für euch einlegen.«

»Das ist nicht nötig«, erwiderte Dorian. »Die einzigen Worte, die ich von dir hören will, sind Informationen darüber, was du dem FBI über uns erzählt hast.«

Dann wandte er sich zwei seiner Leute zu. »Los, er gehört euch. Macht mit ihm, was nötig ist, damit er redet!«

Die zwei traten hervor, schnappten sich Heston und schleiften ihn in einen separaten Raum. Etwa eine Stunde lang waren von dort seine Schreie zu hören. Dann verstummte er – für immer.

***

Als Phil und ich im 23. Stockwerk des Federal Building aus dem Fahrstuhl traten, wartete bereits Helen, die Sekretärin von Mr High, auf uns. Ein recht ungewöhnliches Begrüßungskomitee.

»Hallo, Helen, was gibt es denn?«, fragte ich, kaum dass sich die Lifttüren hinter Phil und mir geschlossen hatten.

Sie sah ziemlich mitgenommen aus. »Mister High möchte euch sprechen. Dringende Sache. Und ziemlich unschön.«

Sie sah nicht sehr gesprächig aus. Also fragten wir nicht weiter nach. Mr High würde uns schon informieren.

In seinem Büro angekommen empfing er uns mit finsterer Miene. Diesen Ausdruck in seinem Gesicht hatte ich schon länger nicht mehr gesehen. Und ich wusste, dass er nichts Gutes zu bedeuten hatte.

Phil und ich nahmen schweigend Platz und warteten darauf, dass unser Chef das Wort ergriff.

Mr High blieb stehen, schaute kurz aus dem Fenster und drehte sich dann zu uns um. »Einer unserer Agents, Will Tangerine, wurde gerade tot aufgefunden. Er war mit einem brisanten Undercover-Auftrag betraut und seit mehr als zwei Wochen nicht in Kontakt mit seinem Partner gewesen. Und jetzt das. Jerry, Phil, ich möchte, dass Sie der Sache nachgehen.«

»Das ist eine schlimme Nachricht, Sir«, sagte ich bewegt.

Dass ein Agent in Erfüllung seiner Pflicht starb, kam von Zeit zu Zeit vor. Es war aber jedes Mal ein Schock für uns, insbesondere wenn wir den Agent kannten. Und Mr High kannte alle Agents persönlich.

»Fahren Sie zum Fundort seines Leichnams und setzen Sie alles daran, seinen Mörder zu finden«, fuhr Mr High fort. »Er hat daran gearbeitet, einen Waffenhändler-Ring zu unterwandern. Es ging um einen Händler, der in der letzten Zeit recht groß geworden ist, über den wir aber so gut wie gar nichts wissen. Er wird als ›Shadowman‹ bezeichnet. Ich gehe davon aus, dass er für Tangerines Tod verantwortlich ist. Finden Sie ihn und sorgen Sie dafür, dass er zur Verantwortung gezogen wird.«

»Und was ist mit Tangerines Partner?«, fragte Phil nach einer Weile. »Wie kommt er zurecht?«

»Er weiß es noch nicht«, antwortete Mr High. »Ich werde ihn informieren, sobald wir hier fertig sind. Sie können sich natürlich mit ihm kurzschließen, um Informationen über den letzten Einsatz von Tangerine zu erhalten. Allerdings will ich nicht, dass die Sache schon jetzt an die Öffentlichkeit dringt. Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Tangerine gestorben ist, weil seine Tarnung aufgeflogen ist. Es ist wahrscheinlich, aber nicht sicher. Ich möchte nicht, dass ›Shadowman‹ gewarnt wird, falls er nicht weiß, dass ihm das FBI auf den Fersen ist.«

»Wir werden der Sache nachgehen und alles in unserer Macht Stehende tun, um herauszufinden, was geschehen ist«, versicherte ich Mr High. »Und natürlich werden wir die Sache mit der nötigen Vertraulichkeit behandeln.«

Mr High nickte. »Seine Leiche wurde an einem Steg im Hudson River gefunden, direkt am Hudson River Greenway. Fahren Sie bitte sofort dorthin und klären Sie die Situation. Sein Deckname war Will Heston. Das ist auch der Name, der der Presse mitgeteilt werden wird. Die offizielle Story ist die, dass Heston ein Kleinkrimineller war. Helen hat eine Akte dazu, die nähere Informationen enthält.«

»Wird erledigt, Sir«, bestätigte Phil.

Wir verließen das Büro und Helen reichte uns die erwähnte Akte und zwei Tassen Kaffee.

»Der arme Kerl, er war erst fünfundzwanzig«, sagte sie mit trauernder Stimme.

»Das ist die harte Seite des Jobs«, meinte Phil verbittert. »Zumindest eine davon.«

Ich nickte nur, nahm die Akte und warf einen Blick hinein. Sie enthielt eine komplette Scheinidentität von Will. Da hatte jemand gute Arbeit geleistet.

»Fahren wir los«, sagte ich zu Phil, der noch ein paar Worte mit Helen gewechselt hatte, während ich in die Akte vertieft gewesen war.

***

Der Weg zur Fundstelle war nicht weit. Sie befand sich in der Nähe des Joe Dimaggio Highway, auf der westlichen Seite von Manhattan, etwa in Höhe des Central Park.

Wir parkten in der Nähe des langen Bootstegs und stiegen aus. Wir gingen ein paar Schritte weiter und erreichten die Polizeiabsperrung.

»Agents Cotton und Decker, FBI«, stellte Phil uns dem Officer vor, der den Zugang zum Steg kontrollierte.

Der verzog keine Miene, nickte wortlos und ließ uns passieren.

An der rechten und linken Seite des Steges waren ein paar Boote festgemacht, meist mittelgroße und kleine Exemplare. Vor einem etwa zehn Meter langen Boot auf der rechten Seite des Steges bewegten sich gut acht Personen, zwei Detectives, ein Zivilist und Mitarbeiter der Crime Scene Unit. Dr. Janice Drakenhart war auch anwesend und leitete die Untersuchungen ihres Teams.

»Wir bekommen hohen Besuch«, sagte einer der Detectives und kam auf uns zu.

Er begrüßte uns freundlich und fragte dann: »Was hat das FBI mit einem normalen Mordfall zu tun?«

»Der Mann war in einem laufenden Ermittlungsverfahren ein Verdächtiger«, antwortete Phil. »Je nach Zeitpunkt des Mordes kommt er nicht als Täter in Frage, was bedeutet, dass wir weitersuchen müssen.«

»Sie wollen uns also nicht den Fall abnehmen?«, fragte der Detective überrascht.

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, wir sind nur als Beobachter hier und um Informationen zu erhalten, das ist alles. Danach können Sie mit Ihren Ermittlungen fortfahren.«

»Na, dann informieren Sie sich«, erwiderte der Detective. »Dr. Drakenhart kann Ihnen da am besten weiterhelfen. Sie ist die Frau da drüben, mit den dunklen Haaren.«

»Danke, wir kennen uns schon«, sagte ich.

Wir gingen zu Dr. Drakenhart und begrüßten sie. Offenbar hatte sie heute wieder eine andere Frisur und Haarfarbe. In dieser Beziehung war sie recht experimentierfreudig.

»Jerry, Phil, guten Morgen«, begrüßte sie uns. »Wird das euer Fall?«

»Guten Morgen, Janice«, erwiderte ich. »Nein, eigentlich nicht. Wir sind nur hier, um Informationen zu erhalten.«

Ich wusste, dass sie vertrauenswürdig war, aber da wir nicht allein auf dem Steg waren, sagte ich ihr nicht die ganze Wahrheit.

»Die kann ich euch geben«, antwortete sie und deutete auf den schwarzen Sack, der die Leiche enthielt. »Ich will euch den Anblick lieber ersparen. Nach einem Tag im Wasser sieht der menschliche Körper nicht besonders ansehnlich aus. Was ich bisher sagen kann, ist, dass der Mann gefoltert wurde. Und zwar ziemlich heftig. Über die genaueren Umstände kann ich mehr sagen, wenn ich die Obduktion durchgeführt habe. Die Todesursache waren aber zwei Schüsse ins Herz. Wer auch immer das getan hat, war ziemlich brutal.«

»Und das ist einen Tag her?«, fragte Phil nach.

»Mindestens«, antwortete Dr. Drakenhart. »Könnte auch etwas länger sein. Das hängt davon ab, wann genau die Leiche ins Wasser geworfen wurde. Es gibt Abschürfungen an den Unterschenkeln. Möglicherweise war daran ein Seil für ein Gewicht befestigt, das sich aber gelöst hat. Die Leiche hat sich dann irgendwann hier zwischen dem Steg und dem Boot da verkeilt, wo sie auch entdeckt worden ist.«

»Also wollte der Täter nicht, dass die Leiche gefunden wird«, sagte ich.

»Wahrscheinlich nicht«, antwortete sie. »Das werden eingehende Untersuchungen zeigen. Ich schätze aber, dass sie das bestätigen werden.«

»Gut, schick uns bitte eine Kopie des abschließenden Berichts zu«, sagte ich zu ihr.

Wir unterhielten uns noch mit dem Eigentümer des Bootes, einem sportlichen Rentner, und verließen dann den Steg.

»Wenn sie ihn gefoltert haben, wussten sie wahrscheinlich, dass er ein Ermittler ist«, sagte Phil, als wir keine Zuhörer mehr in der Nähe hatten.

»Wahrscheinlich«, stimmte ich ihm zu. »Trotzdem sollten wir, wie von Mister High angeordnet, über seine wahre Identität Stillschweigen bewahren.«

Wir wollten gerade in den Jaguar steigen, als ein paar Meter weiter ein Wagen hielt und ein stabiler Mann von Mitte dreißig ausstieg. Er sah ziemlich mitgenommen aus und sprang förmlich aus seinem Wagen, um sich in Richtung des Steges zu bewegen.

»Verdammt, das ist Rodriguez, Tangerines Partner«, sagte Phil.

Wir beeilten uns, ihm den Weg abzuschneiden und ihn aufzuhalten.

»Was wollen Sie, lassen Sie mich los!«, polterte Rodriguez. Er hatte Schwierigkeiten, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten.

»Beruhige dich, Fernando«, sagte Phil. »Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Aber du kannst da jetzt nicht hin.«

»Er war mein Partner, verdammt noch mal, und ich habe nicht verhindert, dass ihm etwas zustößt! Ich war der Ältere und Erfahrenere von uns beiden«, stieß er aus und versuchte, sich loszureißen.

Doch gegen uns zwei hatte er keine Chance.

»Nehmen Sie Haltung an, Agent!«, sagte ich energisch.

Er hielt inne und fixierte mich mit seinen Augen. »Agent Cotton, nicht wahr?«

»Ja, der bin ich«, antwortete ich. »Phil und mir wurde der Fall übertragen. Und wir werden alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um Wills Mörder zur Strecke zu bringen. Die Situation erfordert es aber, dass wir jetzt nicht weiter auffallen. Außerdem benötigen wir deine Kooperation. Können wir uns auf dich verlassen?«

Er zögerte einen Moment und nickte dann. »Ja, das könnt ihr.«

»Das ist gut«, sagte ich. »Wir fahren jetzt zurück zum Field Office und treffen uns in deinem Büro. Dort erzählst du uns alles, was du weißt.«

»In Ordnung«, erwiderte Rodriguez.

»Kannst du fahren?«, fragte Phil.

»Ja, es geht schon«, antwortete der Agent.

Wir fuhren zurück zur Federal Plaza, Agent Rodriguez folgte uns.

***

»Das hat ihn ganz schön mitgenommen«, meinte Phil während der Fahrt.

»Offenbar gibt er sich die Schuld«, erwiderte ich. »Vielleicht hat er schon mal jemanden verloren. Hörte sich irgendwie so an.«

»Gut möglich«, sagte Phil. »Wir könnten mal in seiner Akte nachschauen, wenn das nötig ist.«

»Nur, um sicherzugehen, dass wir nichts übersehen«, sagte ich.

»Aber du verdächtigst doch nicht etwa Rodriguez, seinen Partner verraten zu haben?«, fragte Phil zweifelnd.

Ich schüttelte den Kopf. »Nein, das tue ich ganz und gar nicht. Aber da Rodriguez mit dem Fall zu tun hatte, ist er eine Variable, über die ich genau Bescheid wissen will. Das ist alles. Ich bin nur gründlich.«

»Damit kann ich leben«, meinte Phil und schaute aus dem Seitenfenster.

Nachdem ich den Jaguar in der Tiefgarage des Field Office geparkt hatte, gingen wir zum Büro von Rodriguez. Er kam ein paar Minuten später an als wir und öffnete wortlos die Tür. Wir traten ein und Phil schloss sie hinter uns. Dann nahmen wir Platz. Die Stimmung war drückend. Rodriguez war jetzt bestimmt nicht nach Reden zumute. Aber wir brauchten seine Unterstützung, um mit unseren Ermittlungen voranzukommen.

Angesichts der Situation gab ich ihm ein paar Minuten und überließ es ihm, mit dem Reden anzufangen.

Er starrte auf den zweiten Schreibtisch im Büro. »Will wollte unbedingt näher am Fenster sitzen. Er meinte, er bräuchte das Licht zum Leben. So viele Kleinigkeiten, die einen Menschen ausmachen – die so unwichtig sind, wenn er nicht mehr unter uns weilt.«

»Ja, das ist hart«, sagte ich mitfühlend.

»Na ja, irgendwann muss jeder von uns gehen«, philosophierte Rodriguez. »Ich hoffe nur, dass ich die Typen, die Will das angetan haben, bis dahin hinter Schloss und Riegel gebracht habe.«

»Dafür werden wir sorgen«, sagte Phil. »Ganz sicher.«

Offenbar hatte Phils Aussage genau den richtigen Punkt getroffen, denn Rodriguez schaute auf. »Wie kann ich euch dabei helfen? Was genau braucht ihr?«

»Am besten wäre es, wenn wir alle Aufzeichnungen haben könnten«, antwortete ich. »Wobei eine kurze Zusammenfassung über eure laufende Ermittlung nicht schlecht wäre. Dann wissen wir sofort, woran wir sind.«

Das war zum einen richtig, zum anderen wollte ich Rodriguez das Gefühl geben, gebraucht zu werden und zu unseren Ermittlungen beizutragen.

»Ja, ist gut«, sagte er und holte tief Luft. »Die ganze Sache hat vor etwa drei Monaten angefangen. Will und ich hatten den Auftrag, eine allgemeine Recherche bezüglich illegalen Waffenhandels in Nordamerika durchzuführen. Ziemlich interessantes Thema. Da Waffenhandel weltweit nach Drogenhandel das umsatzstärkste illegale Geschäft ist, hatten wir natürlich eine ganze Weile zu tun. Dabei sind wir auf einen Händler gestoßen, über den es kaum Informationen gab und der unter dem Decknamen ›Shadowman‹ in der Branche bekannt ist.

Will hat sich da in etwas reingesteigert und war davon besessen, den Kerl hochzunehmen. Anfangs war es eigentlich nur eine Bemerkung, die ich aus Spaß gemacht hatte – ich sagte, dass wir ja von der Theorie zur Praxis übergehen und selbst etwas gegen den Waffenhandel unternehmen könnten. Will hat das ernst genommen und die Idee hat ihn nicht mehr losgelassen. Irgendwann haben wir dann einen Tipp bezüglich ›Shadowman‹ erhalten und Will wollte sich undercover in die Organisation einschleusen lassen und die Bande hochnehmen. Als er ein vernünftiges Konzept für den Einsatz erarbeitet hatte, wurde dieser schließlich genehmigt. Ich habe damals versucht, ihn davon abzuhalten, aber er war nicht zu bremsen. Na ja, vielleicht habe ich auch zu früh aufgegeben. Wie auch immer, wir haben für ihn eine neue Identität als Will Heston erstellt und er hat es tatsächlich geschafft, mit einigen Laufburschen von ›Shadowman‹ in Kontakt zu kommen. Vor etwa zwei Wochen hat er mich das letzte Mal kontaktiert und gesagt, dass er Fortschritte machen würde. Dann war Sendepause – bis heute.«

Phil schaute nachdenklich drein. »Und was hat er über diesen geheimnisvollen ›Shadowman‹ herausgefunden? Irgendetwas Greifbares, wo wir ansetzen können?«

»Nicht sehr viel«, antwortete Rodriguez zerknirscht. »Der Typ ist wie ein Phantom, schickt meist nur seine Mittelsmänner. Und selbst die sind ziemlich vorsichtig. Die wenigen Hinweise, die Will mir hat zukommen lassen, stehen in den Akten. Aber das ist wirklich nicht viel. Wir haben weder eine Ahnung, wer ›Shadowman‹ ist, noch wo er herkommt oder von wo er operiert. Der Kerl ist wirklich genauso schwer fassbar wie ein Schatten.«

»Und mit was für Waffen handelt er?«, wollte Phil wissen.

»Soweit wir wissen, mit allem, was er auftreiben kann, wobei es immer um größere Aufträge geht. Für ein paar Dutzend Gewehre interessiert er sich wohl nicht. Wahrscheinlich weil da Risiko und Ertrag nicht im Verhältnis stehen. Aber wenn es in Richtung von Millionenbeträgen geht, dann ist seine Organisation dabei«, antwortete Rodriguez.

Ich überlegte. »Und seine Handlanger, die kleinen Fische, habt ihr da Kontakte, die wir nutzen könnten? Oder ein paar seiner Mitarbeiter, die sich was dazuverdienen wollen und auf eigene Faust ein paar kleinere Geschäfte tätigen, bei denen man sie schnappen könnte?«

Rodriguez schüttelte den Kopf. »Sorry, nein, nicht dass ich wüsste. Wie gesagt, die Informationen, die wir bisher zusammentragen konnten, sind recht dürftig. Wahrscheinlich hatte Will mehr herausgefunden, worüber er uns jetzt nicht mehr berichten kann.«

Er stockte und schwieg betroffen.

»Gut, wenn dir noch was einfällt oder du reden möchtest, melde dich einfach bei uns«, sagte ich und ließ mir von ihm die Akten des Falles geben. Dann verabschiedeten wir uns und verließen sein Büro.

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