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Jerry Cotton - Folge 2863

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Ein Leichentuch für New York
  4. Vorschau

Ein Leichentuch für New York

Die Dose Thunfisch, die Sam Larson am Vortag verzehrt hatte, war dem Matrosen nicht bekommen. Er trat an die Reling des Frachters, starrte auf die nächtliche Newark Bay hinaus und rieb sich den Nacken.

Die pochenden Kopfschmerzen würden ihn um den Schlaf bringen.

Er vernahm das monotone Brummen der Frachtbrücke, die mit ächzenden Winden einen Stahlcontainer aus dem Schiffsrumpf hob. Das grelle Licht ihrer Arbeitsscheinwerfer blendete ihn.

Er wandte sich ab und suchte in der Jacke nach seiner Zigarettenschachtel.

Im selben Moment schnürte sich ihm der Hals zu. Er hustete erstickt, schleuderte die Zigarettenschachtel davon und klammerte sich an die Reling.

Die Scheinwerfer der Frachtbrücke erfassten ihn und hüllten seine Gestalt in gleißende Helligkeit.

Larson röchelte und brach zusammen.

»Vier Uhr morgens.«

Der Beamte der Port Authority, der uns an Bord des Containerfrachters gebracht hatte, zuckte mit den Schultern und blies sich fröstelnd den Atem in die Hände. Er hatte graues, gewelltes Haar, das in Strähnen über die Ohren gekämmt war.

»Genauer kann ich’s Ihnen nicht sagen. Die Telefonanlage war im Wartungsmodus, als wir den Anruf erhielten. Der Protokollserver sperrt in der Zeit alle Zugriffe.« Er trat frierend von einem Fuß auf den anderen. »Zwischen vier und vier dreißig. Nach meiner Schätzung.«

Phil warf ihm einen zweifelnden Blick zu und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Leichnam, der verkrümmt vor uns lag. Der Kopf des Matrosen war von den Spezialisten der SRD zurückgebogen worden, auf seinem Ölzeug glänzten Spuren von Erbrochenem. Der unappetitliche Anblick wurde von einem blutigen Nagel vervollständigt, der zum rechten Ringfinger des Toten gehörte.

»Er muss sich an die Reling geklammert haben, bevor er auf das Deck stürzte«, mutmaßte ich und betrachtete den Nagel genauer. »Jedenfalls sieht es nicht danach aus, als hätte er sich die Verletzung selbst beigebracht.«

Der Mann von der Port Authority nickte gelangweilt. Seine ganze Körpersprache verriet, dass er sich um diese Zeit lieber einen Morgenkaffee brühte, als zwei pedantischen FBI-Leuten bei der Arbeit zuzusehen.

»Die Kollegen vom Cargo Service haben ihn beobachtet«, erläuterte er und wies auf das stählerne Gerüst der Frachtbrücke, die sich über dem Schiff erhob. »Sie meinten, er sei ohne erkennbaren Grund umgekippt.«

»Und keiner kam auf die Idee, wenigstens die Uhrzeit aufzuschreiben?«, schaltete Phil sich ein. Ich wusste, dass ihn Nachlässigkeiten dieser Art zur Weißglut brachten. »Immerhin ist der Mann vor Ihrer aller Augen gestorben.«

Der Beamte gab sich unbeeindruckt.

»Solche Nachrichten lösen immer jede Menge Hektik aus. Ich selbst habe das FBI angerufen, als sich herausgestellt hatte, dass er Kalifornier war.«

»Haben Sie Papiere zu ihm?« Ich schlug einen ruhigen Tonfall an, um die Situation zu entspannen. »Personalakten? Persönliche Unterlagen oder Ähnliches?«

Der Angestellte der Port Authority blickte auf den Toten hinunter.

»Sein Name ist Sam Larson. Die Reederei hat uns seine Bewerbungsunterlagen gefaxt. Er jobbte bei Reno’s, bevor er auf dem Frachter anfing.« Er schürzte die Lippen. »Ein Vagabund, wenn Sie mich fragen.«

»Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie die Unterlagen ins Field Office schicken könnten«, antwortete ich. »Falls es der Port Authority keine Schwierigkeiten macht, sehen wir uns den Frachter an, bevor wir zurückfahren.«

Unser Gegenüber machte eine gleichgültige Handbewegung.

»Von meinen Leuten wird Sie keiner aufhalten, solange Sie nicht Kopf und Kragen riskieren und über Bord gehen.«

Er verabschiedete sich und stieg die Stahlleiter zum Unterdeck hinab. Phil stützte sich mit beiden Händen auf die Reling und verfolgte das Treiben im Hafenbecken.

»Kein Todeszeitpunkt, keine vernünftigen Zeugen. Ich befürchte, wir müssen die Autopsie abwarten.«

Ich ging in die Hocke und blickte unter eine Regenplane, die hinter dem Toten über einer Kiste lag. Ein schwaches Leuchten wie von einem Notlicht drang darunter hervor.

»Zumindest wissen wir dann, womit wir es zu tun haben«, erwiderte ich und griff nach der Plane. »Ich glaube, ich habe etwas.«

Phil ging mir zur Hand und schlug die Plane zurück. Die darunterliegende Kiste war mit rostigen Eisenstangen, Winkelstücken und aussortierten Rohrschellen gefüllt. Zwischen dem Schrott leuchtete das hellblaue Display eines Handys hervor.

»Hast du Handschuhe dabei?«, fragte ich meinen Partner. Ich räumte die Eisenstangen zur Seite und legte das Handy frei.

Phil reichte mir eine Plastiktüte und Handschuhe. Er hielt den Stahlschrott zur Seite, sodass ich das Telefon greifen konnte.

»Das SRD-Team muss es übersehen haben«, sagte er und nahm mir die Tüte ab. »Es ist unter die Kiste gerutscht, als Larson hingestürzt ist.«

Ich wog das Telefon in der Hand und studierte das Display. Die Bildsymbole darauf zeigten, dass die letzten Anrufe weniger als drei Stunden zurücklagen.

»Das Labor soll die Ruflisten herauskopieren«, sagte ich. »Falls Larson mit jemandem gesprochen hat, wäre das eine Spur für uns.«

Phil stimmte mir mit einem Kopfnicken zu. Er deutete zum Bug des Frachters, über dessen Seite sich in großen Lettern der Schiffsname Southern Star zog.

»Die Reederei steuert New York seit mehr als vier Jahren an. Ich schätze, sie hat gute Verbindungen in die Stadt.« Er schloss die Knöpfe seines Kurzmantels und sah zu mir. »Ein Blick auf die Ladung könnte nicht schaden, oder?«

»Keinesfalls.«

Ich steckte das in Plastik verpackte Handy ein und entledigte mich der Handschuhe. Dann stiegen wir die Leiter zu den anderen Decks hinunter.

***

Die Tunnelausfahrt auf den Lincoln Highway glänzte vom Regen. Der Berufsverkehr hatte eingesetzt, die bernsteinfarbenen Verkehrstafeln warnten vor einem Stau auf der Canal Street. Den Blick aus dem Fenster gerichtet, drehte Phil das Radio leiser.

»Allmählich gehen mir die Vorwahlen auf die Nerven«, sagte er zu mir, nachdem der Moderator eine weitere Runde Musik angekündigt hatte. »Das Ganze ist nichts weiter als eine riesige Prime-Time-Show.«

Ich beschleunigte den Jaguar und lenkte ihn auf die linke Spur. Vor uns rollte der Lieferwagen eines Fischgroßhandels, dessen Heckklappe mit zwei ineinander verschlungenen Thunfischen verziert war.

»Der demokratische Kandidat ist interessant«, meinte ich und dachte an den populären Gouverneur, der vor einigen Monaten als Präsidentschaftskandidat aufgestellt worden war. »Die Republikaner werden es schwer gegen ihn haben.«

»Demokraten, Republikaner!« Phil winkte ab. »Im Augenblick klingt es, als wäre die Gesundheitsversorgung das einzige Thema, das sie interessiert.«

Der Lieferwagen bog ab, und ich folgte ihm, um auf den Broadway und von dort zur Federal Plaza zu gelangen. Phil wechselte den Sender und lauschte dem Interview mit einem demokratischen Senator. Er trommelte ungeduldig mit den Fingern auf das Armaturenbrett.

Er schaltete das Radio ab, starrte auf die regennasse Wagenkolonne vor uns und meinte dann: »Was denkst du über den Kerl von der Port Authority? Er schien mir erleichtert, als wir von der Southern Star herunter waren.«

Ich war froh, dass mir Phil weitere Debatten zum Präsidentschaftswahlkampf ersparte.

»Ich schätze, wir haben ihn nervös gemacht.«

»Eine große Unterstützung war er nicht.« Phil heftete den Blick auf das in Plastik verpackte Handy, das wir gefunden hatten. »Die Port Authority wird sich unangenehme Fragen gefallen lassen müssen, wenn in ihrem Verantwortungsbereich Menschen zu Tode kommen.«

Der Verkehr wurde dichter, und wir mussten für einen Augenblick halten. Ein Taxi schob sich hupend an uns vorbei.

»Du meinst, hinter dem toten Matrosen steckt mehr, als man uns bei der Port Authority sagen will?«, fragte ich.

»Wir sollten uns ansehen, was das NYPD zu den letzten Monaten hat.« Er griff zum Sprechfunk. »Vielleicht finden wir etwas.«

Mit einem knappen Funkspruch kontaktierte er das Field Office. Helens sanfte Stimme tönte aus dem Lautsprecher.

»Guten Morgen, meine Herren«, grüßte sie freundlich. »Ich habe mich schon gefragt, wann ich im Field Office mit euch rechnen kann.«

Ich lächelte und folgte dem Taxi, das sich auf der äußersten Spur durch den Stau kämpfte.

»Wir sind vier Blocks vor der Federal Plaza«, antwortete ich. »In ein paar Minuten sind wir im Büro.«

Helen lachte und tippte auf dem Computer herum.

»Dann setze ich euch frischen Kaffee auf«, entgegnete sie. »Kann ich euch behilflich sein?«

Phil nahm das Funkmikrofon aus der Halterung.

»Guten Morgen, Helen. Wir brauchen Informationen aus dem NYPD-System. Bis wir im Büro sind, könntest du uns eine Liste zusammenstellen.«

»Worum geht es?« Helens Hände flogen über die Tastatur. »Der Werftarbeiter in New Jersey?«

»Er war Matrose auf der Southern Star, einem Containerfrachter, der vorgestern in New Jersey festgemacht hat«, sagte ich. »Phil meint, dass für uns Fälle interessant wären, die irgendwie mit dem Hafen in Zusammenhang stehen. Darüber hinaus brauchen wir für die Leiche eine Autopsie.«

Helen notierte, was ich gesagt hatte, und loggte sich im Computersystem des NYPD ein.

»Soweit ich sehen kann, gibt es 116 Fälle, die in den letzten sechs Monaten im Hafen oder in der Nähe registriert wurden«, teilte sie nach kurzer Zeit mit. »Ich gehe die Einträge einzeln durch und fasse sie so zusammen, dass ihr einen Überblick bekommt.«

»Auf dich ist Verlass«, meinte Phil. »Wir wüssten nicht, was wir ohne dich machen würden, Helen.«

Helen quittierte das Kompliment mit einem charmanten Lachen.

»Die Autopsie ordne ich an, sobald die Cops die Leiche geborgen haben«, fuhr sie gut gelaunt fort. »Euer Kaffee ist übrigens so gut wie durchgelaufen.«

Ich entdeckte eine Lücke zwischen den anderen Wagen und scherte in die Worth Street ein. Sie war im Gegensatz zu den anderen Straßen nahezu verwaist.

»Wir sind gleich bei dir, Helen«, sagte ich und beschleunigte.

***

Die Morgensonne warf einen hellen Lichtstreifen auf den steingrauen Teppichboden im Büro von Francesca Piettro. Die siebzigjährige Witwe mit dem silbernen Haarschopf trat an die gläserne Fensterfront, schloss die Augen und ließ sich von der Sonne die Haut wärmen. Sie nahm das Telefon ans Ohr und drückte eine Taste.

»Samantha? Verbinden Sie mich mit Adam B. Cain.«

Sie öffnete die Lider und betrachtete ihr knochiges Antlitz, das sich in der Fensterscheibe spiegelte.

»Adam?«, fragte sie, als es im Hörer knackte. »Francesca Piettro. Ich grüße Sie, mein Lieber.«

Der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung kämpfte gegen den Lärm an, der ihn umgab. In schneidendem Tonfall verschaffte er sich Ruhe.

»Cain hier. Mistress Piettro? Ich … Einen Augenblick bitte …«

Die Witwe blickte auf die Dachaufbauten des gegenüberliegenden Häuserblocks und verzog ungeduldig die Lippen. Sie war es nicht gewohnt, dass man sie am Telefon warten ließ.

»Wo sind Sie, Adam? Ich würde es begrüßen, mit Ihnen unter vier Augen zu sprechen.«

Die Antwort von Adam B. Cain wurde von einem Rauschen überlagert. Eine Tür schlug, dann war Cains Stimme deutlicher zu verstehen.

»Ich bitte um Entschuldigung, Mistress Piettro«, erwiderte er. »Die Filiale in der Fulton Street hat gerade ihre Lieferung bekommen.«

Francesca Piettro schritt am Fenster entlang und blickte auf den Hudson River, der durch das Grün des Battery Park schimmerte. Sie schüttelte missbilligend den Kopf.

»Sie sind Herr über zweihundert Wayland-Filialen in ganz New York und müssen dennoch jede Salatlieferung beaufsichtigen?«, fragte sie scharf. »Über Unternehmensführung sollten Sie und ich uns bei Gelegenheit einmal austauschen.«

Cain schwieg zu dem Vorwurf.

»Das Fastfood-Business in New York ist umkämpft wie noch nie«, entschuldigte er sich. »Allein im letzten Monat hatte Wayland über ein Drittel Umsatzrückgang zu verzeichnen. Und das nur aufgrund einiger asiatischer Lokale, die im Financial District eröffnet haben.«

»Sie sind zu bedauern«, versetzte Francesca Piettro ironisch. Sie kehrte an den massiven Holzschreibtisch zurück, der den rückwärtigen Teil des Büros einnahm. »Ich hoffte, Sie würden mit Wayland genug verdienen, damit Sie und der Trust fruchtbare Geschäfte miteinander tätigen können.«

Die Stimme des Mannes am Telefon zitterte. Er beteuerte, dass er die Allianz mit dem Piettro Trust in hohem Maße schätzte.

»Unsere Geschäftsbeziehungen sind in keinster Weise gefährdet, Ma’am«, bekräftigte er, als die Witwe eisern schwieg. »Sie wissen, welche Bedeutung das gemeinsame Projekt mit dem Trust für mich hat.«

»Sie sprechen darüber, als hätte ich es Ihnen aufgezwungen«, blieb Francesca Piettro kühl. »Sie stecken bis über beide Ohren in dieser Sache drin. Ich werde nicht dulden, dass Ihr Zaudern auch nur einen Teil des Planes ruiniert.«

Die Leitung blieb einen Augenblick still, ehe Cain tief durchatmete. Er nahm das Telefon ans andere Ohr.

»Es gibt keinen Grund zur Sorge, Mistress Piettro«, versicherte er. »Aus welchem Grund hatten Sie mich angerufen?«

Die Witwe starrte in die Straßenschlucht hinunter, in der sich die gelben Dächer der Taxis und regulärer Stadtverkehr drängten.

»Es gibt Ärger auf der Southern Star. Ein Matrose ist tot. Die Port Authority hat das FBI eingeschaltet. Ich weiß von zwei Agenten, die auf dem Frachter herumgeschnüffelt haben.«

Cain schwieg und atmete prustend in das Mikrofon. Die Nachricht kam unerwartet für ihn.

»Wie reagieren wir?«, fragte er schließlich. »Noch sind die Filialen nicht komplett beliefert. Das Gros der Ladung befindet sich an Bord.«

Das Gesicht der Witwe wurde hart. »Nichts, wir unternehmen überhaupt nichts. Alles läuft weiter, wie wir es geplant hatten. Ich wünsche, dass nicht das Geringste geändert wird.«

Ein kurzes Schweigen entstand, dann erklang Cains Antwort. »Gut, einverstanden. Die Belieferungen werden fortgesetzt. Aber das FBI wird auf den Trust oder auf mich aufmerksam werden.«

Francesca Piettro machte eine unwillige Miene.

»Selbstverständlich wird es auf mich oder den Piettro Trust zukommen. Möglicherweise auch auf Sie. Ich bin gewappnet, was störende Fragen angeht.«

»Ich hoffe, wir können sie lange genug hinhalten«, meinte Cain zweifelnd. »Lange genug, um ans Ziel zu kommen.«

Die Witwe durchquerte den Raum und blieb vor dem großformatigen Ölgemälde stehen, das ihren verstorbenen Gatten zeigte. Luciano Piettro war als kräftiger, dunkelhaariger Mann abgebildet, der für das Porträt neben einer antiken Säule posierte.

»Ich möchte Sie warnen, Adam«, sagte Francesca Piettro. »Geben Sie nicht mehr preis als unbedingt notwendig. Das FBI soll ruhig den Eindruck erhalten, dass wir nicht kooperieren.« Sie strich mit dem Finger über den Rahmen des Gemäldes. »Der Trust hat genug Einfluss, um ein paar neugierige Bundesagenten auf Abstand zu halten.«

»Demnach wollen Sie, dass ich nicht mit ihnen spreche?«

Francesca Piettros Stimme bekam einen gurrenden Klang.

»Oh, nicht doch! Sprechen Sie mit jedem, der Sie besuchen kommt.« Sie wurde von einem Augenblick auf den nächsten ernst. »Aber sagen Sie nichts darüber, was das FBI auf unsere Fährte führen könnte. Seien Sie verschwiegen, wo es nötig ist, und zuvorkommend, solange es keinem von uns schadet.«

Eine Zeit lang herrschte Stille.

»Ich habe verstanden«, antwortete Cain. »Ich danke Ihnen für den Anruf.«

Die Witwe legte auf und brachte das Telefon zum Schreibtisch zurück. Sie zögerte eine Weile und drückte die Taste der Gegensprechanlage.

»Lassen Sie den Wagen kommen, Samantha. Ich möchte in die Stadt.«

***

Unsere Kollegin Sarah Hunter stieß temperamentvoll die Tür auf. Unter dem Arm trug sie eine Aktenmappe.

»Die Autopsieergebnisse?«, fragte ich und goss Sarah gleichfalls einen Kaffee ein. »Jetzt schon?«

Sarah nickte und packte die Mappe zu den übrigen Akten auf den Schreibtisch. Sie schlug die Seite mit den Obduktionsergebnissen auf und nahm sie heraus.

»Die SRD hat schneller gearbeitet, als wir gedacht hatten. Sie hat die Resultate als besonders dringlich eingestuft.« Ein paar Falten erschienen auf Sarahs Stirn. »Ich habe nur nicht begriffen, warum sie zu dieser Einordnung kommt.«

Phil nahm ihr das Blatt aus der Hand und studierte es. Er runzelte ebenfalls die Stirn.

»Sam Larson ist an einer akuten Lähmung der Herz- und Atemmuskulatur gestorben«, erläuterte er und gab mir das Blatt. »Ziemlich merkwürdig, dass beide Symptome kombiniert auftreten.«

Sarah verschränkte die Arme und lehnte sich an den Schreibtisch. Sie strich sich das brünette Haar aus dem Gesicht.

»Das war auch mein erster Gedanke«, erklärte sie. »Larson hat an Bord lediglich Konserven, Brot und gepökeltes Fleisch gegessen. Die Reederei hat uns die Küchenpläne der Southern Star gefaxt.«

»Davon bekommt man keine Atemlähmung«, murmelte ich und vertiefte mich in den Bericht. Die SRD hatte die Analysewerte in einer Liste zusammengefasst. »Der Todeszeitpunkt soll gegen 4:35 Uhr am Morgen gewesen sein. Um diese Zeit ist die Southern Star entladen worden.«

»Dieser Zeitpunkt würde sich mit den Angaben decken, die wir von den Hafenarbeitern bekommen haben«, warf Phil ein, mehr an Sarah als an mich gewandt.

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