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Jerry Cotton - Folge 2862

Keine Zeit für Gnade

»Wir sind da, Sir«, sagte der Chauffeur zu seinem Chef, Levi Abraham Roth, als er den üblichen Platz am Central Park erreicht hatte.

»Ich bin in einer Viertelstunde wieder da«, sagte Roth, öffnete die Wagentür und wollte gerade aussteigen, als sein Chauffeur erneut das Wort ergriff.

»Soll ich Sie nicht doch lieber begleiten?«, fragte er den alten Mann.

Der schüttelte den Kopf. »Nein, nein, nicht nötig. Ich will ein paar Minuten allein sein, um frische Luft zu schnappen und meine Gedanken zu ordnen.«

»Wie Sie meinen, Sir«, sagte der Chauffeur und schaute seinem Arbeitgeber nach.

Roth stieg aus der langen schwarzen Limousine aus und schloss die Wagentür hinter sich. Dann entfernte er sich mit einer Geschwindigkeit, die man ihm bei seinem Alter nicht zugetraut hätte, von dem Fahrzeug.

Der abendliche Spaziergang im Central Park gehörte für den 71 Jahre alten Privatbankier zur täglichen Routine. Er liebte es, einfach ein paar Minuten abzuschalten und die Arbeit hinter sich zu lassen, bevor er nach Hause fuhr. Die strikte Trennung von Beruf und Privatleben hatte ihm geholfen, so manche Krise in seinem Leben zu meistern.

Er atmete tief ein und genoss die kühle Nachtluft. Zu dieser Zeit herrschte im Park nicht viel Betrieb. Etwas weiter entfernt sah er ein junges Pärchen spazieren gehen und dachte kurz an seine Frau, die zu Hause auf ihn wartete. Zusammen mit ihr hatte er ein erfolgreiches und erfülltes Leben gelebt. Drei Kinder waren aus ihrer Ehe hervorgegangen und viele Tausende schöne Stunden, die sie in trauter Zweisamkeit verbracht hatten. Und auch wenn Roth einige Affären gehabt hatte, so hatte seine Liebe immer nur seiner Frau gegolten.

Ein Geräusch riss ihn aus seinen Gedanken. Er wandte den Kopf nach rechts und versuchte die Dunkelheit zu durchdringen, um herauszufinden, woher es gekommen war. Alles, was er sah, war eine Reihe von Büschen. Dann glaubte er kurz eine schemenhafte Gestalt zu erkennen, war sich aber nicht sicher.

Er machte ein paar Schritte und hörte wieder etwas, aus derselben Richtung.

»Ist da jemand?«, rief er fragend in die Dunkelheit.

Doch es erfolgte keine Reaktion.

Auch wenn er kein furchtsamer Mensch war, sagte ihm sein Instinkt, dass er den Spaziergang besser beenden sollte. Er drehte sich um und schaute in Richtung seines Wagens, der ein paar hundert Meter entfernt und kaum noch zu erkennen war. Dann ging er los.

Als er wieder ein Geräusch hörte, ignorierte er es und konzentrierte sich darauf, zum Wagen zurückzugehen. Seine Beine wollten schon fast rennen, doch er bremste sich, um nicht ängstlich zu wirken. Auch vermied er es, sich umzudrehen und zurückzublicken.

Dann hörte er plötzlich ein kurzes zischendes Geräusch und spürte, wie ein mächtiger Schmerz von hinten in seinen Brustkorb eindrang. Etwas hatte ihn getroffen. Und es schmerzte höllisch.

Mit einem Mal war ihm klar, dass sein Leben in Gefahr war. Statt dem Schmerz zu erlauben, ihn zu überwältigen, drängte er seinen Körper weiterzugehen.

Jeder Schritt schmerzte. Und jeder Atemzug brannte wie Feuer.

Verschwommen nur sah er den Wagen, der mit quälender Langsamkeit größer wurde, sich aber immer noch in unerreichbarer Ferne befand.

Dann fühlte er, wie ein zweiter Gegenstand von hinten in seinen Brustkorb eindrang und das Herz durchstieß. Der alte Mann sackte zusammen. Er wollte schreien, aber seine Stimmbänder versagten. Er spürte, wie sein Kopf unsanft auf dem feuchten Boden aufschlug, hörte sich selbst röcheln und dachte noch ein letztes Mal an seine Frau. Dann wurde es schwarz um ihn und er verlor das Bewusstsein. Wenige Sekunden später war er tot.

***

Nach einem harten Arbeitstag mit vielen Überstunden war ich gerade in meinem Apartment angekommen, als mich Mr Highs Anruf erreichte.

»Guten Abend, Sir«, begrüßte ich ihn.

»Guten Abend, Jerry«, sagte er. »Es gibt Arbeit. Ein Mord im Central Park. Das Opfer ist ein international tätiger Bankier. Könnte eine ziemlich brisante Sache sein. Ich möchte, dass Sie den Fall übernehmen.«

»Natürlich, Sir, wird erledigt. Ich gebe Phil Bescheid und mache mich dann auf den Weg«, sagte ich.

»Gut«, erwiderte Mr High. »Ich habe noch nicht viele Daten über den Mord erhalten, aber was ich habe, sende ich Ihnen.«

Er verabschiedete sich und legte auf.

Ich schaute mich kurz in meiner Wohnung um, schaltete das Licht aus und ging los. Auf dem Weg nach unten informierte ich Phil per Telefon.

»Ich ziehe mich sofort an und gehe los«, sagte er.

»Bin gerade erst im Fahrstuhl, du hast also noch ein paar Minuten«, sagte ich und legte auf.

In der Tiefgarage angekommen, ging ich zum Jaguar und setzte mich, kaum zehn Minuten nachdem ich ausgestiegen war, wieder hinter das Steuer. Als ich aus der Tiefgarage heraus war, schaltete ich die Scheibenwischer ein, da es zu regnen angefangen hatte.

»So viel zu den Spuren im Park«, sagte ich zu mir selbst.

Wenn die Crime Scene Unit noch nicht am Tatort angekommen war, dann würde der Regen sicherlich einen guten Teil der Spuren, die auf den Täter hinweisen könnten, vernichten. Keine gute Ausgangsbasis für eine Mordermittlung.

Phil befand sich schon am Treffpunkt, als ich ankam. Er hatte sich in einem Eingang untergestellt, um nicht nass zu werden. Als er den Jaguar sah, lief er los, öffnete die Beifahrertür und stieg ein.

»Ungünstiges Wetter«, bemerkte er und verzog das Gesicht.

»Ja, das stimmt«, sagte ich und fuhr los.

Phil aktivierte den Bordcomputer und schaute nach den Informationen, die Mr High uns geschickt hatte.

»Das Opfer ist ein gewisser Levi Abraham Roth, ein gut betuchter und recht spendabler jüdischer Bankier. 71 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder. Außerdem ein Kunstmäzen und Vorsitzender mehrerer Ausschüsse. Der Mord fand vor etwa einer Stunde statt. Einen Verdächtigen gibt es nicht. Zum Ablauf der Tat liegen auch noch keine konkreten Informationen vor, außer dass als Mordwaffe Pfeile genannt werden.«

»Pfeile?«, fragte ich überrascht. »Recht unüblich. Im Central Park hätte ich eher ein Messer oder eine Schusswaffe vermutet.«

»Ich auch«, meinte Phil.

»Was wollte Roth wohl um die Zeit im Park?«, überlegte ich laut.

»Davon steht hier nichts«, antwortete Phil. »Vielleicht jemanden treffen oder spazieren gehen. Wobei er wissen sollte, dass das nicht zu empfehlen ist – auch wenn der Central Park in den letzten Jahren viel sicherer geworden ist.«

Ich wusste, was Phil meinte. Der Park war eine ganze Weile ein ziemlich gefährliches Pflaster gewesen. Durch beherzte Anstrengungen von Anwohnern und verschiedenen Behörden war es aber gelungen, dies einigermaßen in den Griff zu bekommen. Trotzdem war es nach wie vor nicht empfehlenswert, nachts allein durch den Central Park zu streifen.

Als wir den südlichen Teil des Parks erreicht hatten, sahen wir schon die Lichter der Polizeiwagen. Die Cops vom NYPD waren vor Ort und versuchten, das Gelände abzuriegeln. Einige Schaulustige hatten sich bereits eingefunden und erschwerten den Kollegen die Arbeit.

»Wenn wir Glück haben, ist die Presse noch nicht da«, meinte Phil.

»Da müssten wir aber viel Glück haben«, erwiderte ich und parkte den Wagen.

Dann schaltete ich den Motor aus und schnappte mir eine Mütze. Das war praktischer als ein Regenschirm.

***

Zusammen mit Phil betrat ich den Park und legte die Strecke bis zur Absperrung zurück. Es waren tatsächlich noch keine Reporter oder andere Presseleute vor Ort. Etwas weiter entfernt sah ich aber den ersten Wagen einer lokalen Fernsehstation ankommen.

Vor der Absperrung standen ein paar Schaulustige und machten mit ihren Handys Bilder oder Videos. Aufgrund der Entfernung zum Opfer und des Regens war es aber nicht wahrscheinlich, dass sie gutes Material erhielten. Das würde sie aber bestimmt nicht daran hindern, es im Internet zu veröffentlichen.

»Gut, dass Sie den Tatort weiträumig abgesperrt haben«, sagte ich zu einem der Cops, der dafür sorgte, dass die Schaulustigen auf Abstand blieben.

»Man sollte den Toten immerhin etwas Respekt erweisen«, sagte der afroamerikanische Officer ernst.

Phil zeigte ihm seine Marke.

»Ich hätte Sie auch so erkannt, Agent Decker«, sagte der Cop.

Offenbar kannte er Phil. Ich konnte mich nicht daran erinnern, ihn schon einmal gesehen zu haben.

Ohne ein weiteres Wort mit ihm zu wechseln, betraten wir den abgesperrten Bereich und gingen zum Tatort. Ich konnte zwei Männer ausmachen, wahrscheinlich Detectives vom NYPD. Und ein paar helle Gestalten – Mitglieder der Crime Scene Unit, die den Tatort und das umliegende Gelände untersuchten.

Als einer der Detectives uns sah, beendete er das Gespräch mit dem anderen Mann und kam auf uns zu.

»Die Kollegen vom FBI. Sie sind aber schnell gewesen. Ich bin gerade erst informiert worden, dass wir den Fall an Sie abgeben müssen«, sagte er statt einer Begrüßung.

Seinem Tonfall nach zu urteilen gefiel es ihm nicht, dass wir den Fall übernahmen. Das kam zwar selten, aber doch ab und zu vor.

»Mister Roth ist ein international tätiger Bankier und er hat neben New York noch weitere Wohnsitze in anderen Bundesstaaten. Somit fällt sein Mord in den Zuständigkeitsbereich des FBI«, sagte Phil nachdrücklich.

Er hatte sicher genau wie ich keine Lust darauf, die Frage der Zuständigkeit näher zu erörtern.

»Ja, ja, habe schon verstanden«, sagte der Detective nur. »Von mir aus können Sie den Fall haben. Für schwerreiche Banker habe ich ohnehin nicht viel übrig.«

»Dann wäre das ja geklärt«, sagte ich abschließend und ging nicht weiter auf seinen Kommentar ein. »Was können Sie uns sagen? Gibt es Hinweise, die etwas über den Tathergang oder den Täter aussagen?«

Er nickte. »Kommen Sie mit, die Jungs von der Crime Scene Unit haben das Opfer und den Tatort schon untersucht – soweit das bei dem Regen möglich war.«

Ohne eine Antwort abzuwarten ging er auf die Leiche zu, die mit einer Plane etwas vor dem Regen geschützt wurde. Wir folgten. Dann zog er die Plane ein wenig zur Seite, sodass man den Rücken und den Kopf des Opfers erkennen konnte. Ebenso zwei Pfeile, die in seinem Rücken steckten.

»So wie es aussieht, hat der Täter sein Opfer von hinten erwischt – mit zwei Pfeilen. Weitere haben wir nicht gefunden. Ich glaube, dass das Opfer nach dem ersten Treffer noch gelebt hat und erst durch den zweiten Pfeil tödlich getroffen wurde – aber dazu können Ihnen die Kollegen der Crime Scene Unit bestimmt nähere Angaben machen. Wenn Sie mich fragen, hat hier jemand auf Robin Hood gemacht und einen schwerreichen Typ aus dem Bankgewerbe ausgeschaltet, um ein Zeichen zu setzen«, sagte der Detective.

»Gut möglich«, erwiderte ich. »Und wie sieht es mit Zeugen aus? Hat jemand den Täter gesehen?«

Der Detective schüttelte den Kopf. »Nein, niemand. Hat sich wohl im Schutz der Dunkelheit davongeschlichen. Die Spuren hat der Regen größtenteils zerstört. Der Chauffeur des Bankers hat da drüben im Wagen gewartet und gesehen, wie sein Chef auf dem Boden gelegen hat. Er ist hierhergelaufen, um zu sehen, was passiert ist, fand den Mann aber tot vor. Dann hat er die Polizei und einen Krankenwagen gerufen.«

»Mit dem Chauffeur sollten wir uns auf jeden Fall unterhalten«, bemerkte Phil.

»Der weiß nicht mehr, als ich Ihnen gesagt habe«, sagte der Detective ein wenig beleidigt.

»Das ist unsere normale Vorgehensweise«, sagte ich. »Wir machen uns gern selbst ein Bild. Wo ist der Chauffeur?«

Der Detective zeigte in die Richtung, aus der wir gekommen waren. »Dort hinten, er sitzt in einer schwarzen Limousine. Das ist die, mit der er den Banker hierhergebracht hat.«

»Wissen Sie, warum Mister Roth um diese Zeit im Central Park war?«, fragte Phil.

»Wahrscheinlich wollte er sich die Beine vertreten«, antwortete der Detective.

Da er offensichtlich nicht gern mit uns zusammenarbeitete und uns über alles, was er wusste, informiert hatte, verabschiedeten wir uns von ihm. Zusammen mit seinem Kollegen verließ er die Absperrung.

***

Ich schaute mich um, um die leitende Pathologin zu finden. Da die Mitarbeiter der Crime Scene Unit alle helle Schutzkleidung übergezogen hatten, ihre Haare unter einer Haube steckten und es regnete, dauerte es einen Moment, sie ausfindig zu machen. Dann sah ich sie ein wenig abseits stehen und telefonieren.

Phil und ich gingen zu ihr und warteten das Ende ihres Telefongesprächs ab.

»Kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch«, sagte sie ein wenig verzweifelt und wandte sich dann uns zu. »Schön, dass ich auch mal mit Leuten zu tun habe, die wissen, was los ist, sich in ihrem Job auskennen und keine Fehler bei der Bedienung des Massenspektrometers machen.«

»Abgesehen vom Massenspektrometer trifft das auf uns zu«, sagte Phil lächelnd. »Danke für das Kompliment.«

»Wir haben einen neuen Lehrling«, erklärte Dr. Drakenhart, »der in Sachen Theorie hervorragend ist, aber zwei linke Hände hat und mit der Praxis entsprechend nicht zurechtkommt. Er macht heute Überstunden und hat mich jetzt schon das dritte Mal angerufen, um etwas zu fragen, das sich eigentlich von selbst beantworten sollte.«

»Dann will ich mal hoffen, dass er nicht mit der Auswertung der Spuren unseres Falles betraut wird«, sagte ich.

Dr. Drakenhart winkte ab. »Keine Sorge, an so was lasse ich ihn nicht ran – wenn dann was schiefläuft, bin ich diejenige, die gehängt wird. Wobei wir im Moment ein ganz anderes Problem haben: Der Regen hat bei der Vernichtung von Spuren hervorragende Arbeit geleistet. Es gibt nicht mal verwertbare Fußabdrücke, die auf den Täter hinweisen würden. Das Einzige, was wir haben, ist die Leiche inklusive der Tatwaffe – oder besser gesagt eines Teils der Tatwaffe, nämlich der Pfeile. Vom Bogen fehlt auch jede Spur.«

»Das ist nicht besonders viel«, meinte Phil.

»Das stimmt«, sagte sie. »Aber wenn ihr euch beschweren wollt, dann beim lieben Petrus, der uns ein solches Wetter beschert hat. Oh Mann, an solchen Tagen vermisse ich die Westküste mit ihrem trockenen Klima wirklich.«

»Hast du eine Idee zum Tathergang?«, fragte ich sie.

Sie nickte und zeigte auf eine Reihe von Büschen, die etwa fünfzig Meter von der Leiche entfernt waren. »Wahrscheinlich hat der Schütze dort gestanden. Eine gute Position, um sich zu verstecken. Wenn wir im Labor ein paar Untersuchungen durchgeführt haben, können wir den ungefähren Abstand von Täter und Opfer genauer bestimmen. Jedenfalls gehe ich aktuell davon aus, dass der Schütze von dort auf sein Opfer geschossen hat. Der erste Pfeil hat Roth wahrscheinlich noch nicht getötet. Es kann sein, dass er versucht hat, zum Wagen zurückzugehen. Der zweite Pfeil hat ihn ins Herz getroffen. Ein schneller Tod. Todeszeitpunkt war gegen acht.«

»Hat Roth noch Geld und Wertgegenstände bei sich?«, fragte ich sie.

»Ja, sieht so aus, als ob noch alles da wäre. Eine teure Uhr, Brieftasche, ein silbernes Etui. War wohl kein Raubmord«, antwortete Dr. Drakenhart.

»Das ist doch immerhin schon mal ein Anhaltspunkt«, erwiderte ich. »Und was ist mit der Tatwaffe? Schon eine Idee, um was für einen Bogen es sich handelt?«

»Bei der Entfernung würde ich auf einen Sportbogen tippen«, antwortete sie. »Vielleicht helfen uns die Pfeile weiter, es scheinen Markenartikel zu sein, die man im Sportgeschäft kaufen kann, der Täter hat sie also nicht selbst hergestellt. Mit etwas Glück finden wir Fingerabdrücke«, antwortete sie.

Wir redeten mit ihr noch ein wenig über weitere mögliche Szenarien des Tathergangs und verabschiedeten uns dann. Sie wollte heute noch mit der Untersuchung der Leiche beginnen und uns die ersten Ergebnisse liefern.

»Bin gespannt, was die Presse daraus für eine Story zusammenzimmert, wenn sie hört, dass Mister Roth mit Pfeil und Bogen getötet wurde«, meinte Phil, als wir auf dem Weg zum Chauffeur waren. »Da lag der Detective mit seiner Geschichte von Robin Hood vielleicht gar nicht so falsch.«

»Bleibt zu hoffen, dass sie den Täter nicht als Helden glorifizieren und damit andere ermuntern, es ihm gleichzutun und Jagd auf Banker zu machen«, artikulierte ich meine Gedanken.

»Bei der aktuellen Einstellung gegen Vertreter der Finanzwelt ist das vielleicht gar nicht so abwegig«, sagte Phil. »Die Nachrichtenfritzen würden damit den Streit anheizen, die verschiedenen Parteien gegeneinander aufbringen und dadurch mehr Nachrichten verkaufen.«

Kurz bevor wir die Limousine erreicht hatten, blieb ich stehen und schaute Phil an. »Wir werden dafür sorgen, dass das nicht geschieht!«

***

Die Scheiben der Limousine waren getönt und bei den gegebenen Lichtverhältnissen war es unmöglich, ins Innere zu schauen. Ich klopfte an der Fensterscheibe der Beifahrertür und zeigte dann meine Dienstmarke. Die Tür wurde unverzüglich geöffnet. Ich schaute rein und sah einen recht kräftigen Mann in schwarzem Anzug.

»Sie müssen die Leute vom FBI sein, die mir der Detective angekündigt hat«, sagte er.

»Und Sie der Chauffeur von Mister Roth«, sagte ich und stieg ein.

Er reichte mir die Hand zur Begrüßung. »Jason Moore.«

»Jerry Cotton«, erwiderte ich und deutete nach hinten auf den Rücksitz, wo Phil gerade einstieg. »Und das ist mein Partner Agent Phil Decker.«

Nachdem ich Moore kurz gemustert hatte, fing ich mit der Befragung an. »Wie lange arbeiten Sie schon für Mister Roth?«

Er holte tief Luft. »Nächsten Monat wären es drei Jahre gewesen.«

»Und ist es schon einmal vorgekommen, dass ihm jemand nach dem Leben getrachtet hat?«, fragte ich weiter.

Er schüttelte den Kopf. »Nein, nicht dass ich wüsste. Und als Chauffeur habe ich natürlich eine Menge mitbekommen. Aber auch nicht alles. Mister Roth hat bei wichtigen Gesprächen immer darauf geachtet, dass die Trennscheibe im Wagen oben war.«

»Und sein Spaziergang im Park«, fuhr ich fort, »war das eine Routineaktivität von ihm?

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