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Jerry Cotton - Folge 2857

Rache aus dem Hinterhalt

Ruth Fisher widersetzte sich dem steten Strom aus Leibern, der sie ungefragt mitreißen wollte, und blieb mitten auf dem Fußweg stehen. Ellenbogen stießen ihr schmerzhaft in die Seite. Sie nahm es gelassen in Kauf. Das war New York City, wie sie es immer erleben wollte: aufregend und pulsierend.

Ruth drehte sich um und suchte im Gesicht ihrer Freundin nach Zustimmung. Doch der Ausdruck auf Connys Zügen war ganz anders als erwartet. In ihren Augen zeichnete sich keine Verzückung ab. In ihnen stand eher Verwunderung, fast schon Entsetzen.

»Conny?«, fragte Ruth und ließ den Arm sinken. »Conny, was ist los?«

Doch Constance Pickman antwortete nicht. Sie stand einfach nur da, und im nächsten Augenblick sackte sie in sich zusammen wie ein leerer Haufen Lumpen. Reglos blieb sie zwischen den Füßen der um sie herumeilenden Passanten liegen. Die New Yorker kümmerten sich gar nicht darum. Sie umschifften Ruths Körper, wie ein Schwarm Fische eine gesunkene Fregatte umschwimmen würde.

War Conny übel geworden? Wurde ihr der Ausflug doch zu viel? In Ruths Kopf kreisten die Fragen wie Geier.

In dieser Sekunde hörte Ruth den Knall. Instinktiv zog sie den Kopf ein. Was war das? Die Menschen um sie herum schrien auf. Sie duckten sich und stürmten von ihr und Conny weg, als hätten sie eine ansteckende Krankheit. Ihr Verhalten ließ Ruth endlich verstehen. Mit einem Male wusste sie, was passiert war: Jemand hatte einen Schuss abgefeuert.

Sie rannte zu ihrer Freundin und warf sich schützend über ihren Körper. Füße traten auf ihre Hand, Beine stolperten über ihren Rücken. Sie ignorierte es.

»Conny, wir müssen weg hier«, schrie sie. Doch ihr Verstand wusste bereits, was ihr Herz noch nicht glauben konnte. Es gab nichts mehr, was sie schützen konnte.

***

Mein Kollege Phil Decker und ich eilten durch Helens Vorzimmer. Mr High, der Chef des New Yorker FBI, hatte uns zu sich gerufen.

»Wartet einen Moment«, rief Helen. »Mister High ist noch einen Moment beschäftigt und ich habe etwas für euch.« Bevor wir widersprechen konnten, griff sie nach zwei Gläsern, die offenbar schon für uns bereitstanden.

Phil, wie immer wagemutig, nahm lächelnd eins entgegen. Ich war skeptisch. »Was ist das?«, fragte ich. »Es ist grün.«

Ohne Helens Antwort abzuwarten, leerte Phil in einem Zug sein Glas. Er vertraute uneingeschränkt darauf, dass was immer Helen auch zauberte ihm schmecken würde.

Ich war da vorsichtiger. Helen kochte zwar den besten Kaffee der Welt und auch ihre Limonade war ausgezeichnet, aber die Flüssigkeit in meinem Glas war giftgrün.

»Waldmeisterbrause«, antwortete Phil an Helens Stelle und wischte sich genüsslich über den Mund. Mit einem breiten Grinsen ließ er sich nachschenken.

Ich spielte den Entsetzten. »Helen, bist du etwa auch dem grünen Wahnsinn verfallen?« Vorsichtig probierte ich einen Schluck. Das kühle Getränk schmeckte intensiv nach Waldmeister.

»St. Patrick’s Day lässt grüßen«, sagte sie. »Falls du es noch nicht bemerkt hast: Die ganze Stadt ist grün.«

Die Aufregung in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Und ich musste ihr recht geben. Jedes Jahr zelebrierten die New Yorker den St. Patrick’s Day mit einer Parade durch Manhattan. Und da New Yorker Paraden lieben, wurde daraus jedes Jahr das größte und schönste Spektakel der Welt.

»Ich schaue mir das Ganze lieber im Fernsehen an«, sagte ich und bedankte mich brav für die Erfrischung. Dann nahm ich meinem Partner den Becher aus der Hand und zog ihn ins Büro von Mr High.

***

Mr High sah kurz auf, als wir sein Büro betraten. »Nehmen Sie Platz, Agents«, sagte er und wies auf die beiden Stühle vor seinem Schreibtisch. »Ich bin gleich für Sie da.«

Das Büro war abgedunkelt. Unser Chef hatte die Jalousien heruntergelassen, als wollte er den herannahenden Frühling aussperren. Vielleicht hatte er aber auch nur noch nicht bemerkt, dass der Tag angebrochen war. Der Assistant Director sah aus, als hätte er die ganze Nacht hinter seinem Schreibtisch verbracht.

Mr High beendete seine Notizen. Dann drückte er auf die Taste der Gegensprechanlage. »Helen, kommen Sie bitte kurz zu mir.«

Eine Sekunde später stand Helen im Raum und eilte um Mr Highs Schreibtisch herum.

»Das muss sofort raus«, sagte er.

Helen griff nach den Unterlagen und ersetzte sie durch ein Glas Waldmeisterbrause. Mit einem schwachen Lächeln registrierte unser Vorgesetzter ihre Fürsorge und bedankte sich.

»Der Bürgermeister will die Sicherheitsvorkehrungen für die St. Patrick’s Day Parade verschärfen«, erklärte er an uns gewandt. »Er bittet um Unterstützung. Das war mein Vorschlag dazu.« Er wies mit dem Kopf auf die davoneilende Helen und die Papiere in ihrer Hand.

»Sind wir deswegen hier?«, fragte Phil. »Sollen wir die Parade als Bodyguards begleiten?« Seiner Stimme entnahm ich, dass er sich über diese Art von Auftrag freuen würde.

»Nein«, antwortete der Assistant Director und ich hörte förmlich, wie Phils Traumblase platzte. »Es geht um etwas anderes.«

Er suchte auf seinem Schreibtisch nach einer Akte und schlug sie auf. »Gestern Vormittag wurde vor den Augen ihrer Freundin eine Touristin aus Ohio erschossen. Es geschah mitten in Manhattan direkt vor dem Rockefeller Center.«

Dass in New York City jemand erschossen wurde, war leider noch immer nichts Ungewöhnliches. Auch nicht, dass es sich dabei um eine Touristin handelte.

»Ist das Motiv bekannt?«, fragte ich, um der Antwort auf meine Frage auf die Spur zu kommen.

Mr High schüttelte den Kopf. »Das New Yorker Police Department hat die Freundin befragt. Sie kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand einen Grund haben könnte, sie oder ihre Freundin zu töten.«

»Sollte vielleicht jemand anders erschossen werden?«, spekulierte ich. »War es ein Unfall?«

Der Assistant Director nahm die Brille ab und rieb sich die müden Augen. »Was ich Ihnen jetzt sage, unterliegt strengster Geheimhaltung.« Er schaute uns prüfend an.

Wir richteten uns auf und unsere Neugierde wuchs.

»Wir müssen davon ausgehen, dass es sich bei dem Täter um einen Heckenschützen handelt und dass er die Frau zufällig ausgesucht hat.«

Vor Überraschung blieb mir der Mund offen.

Mr High zog zwei weitere Akten hervor und schob sie zu uns herüber. »Das Labor hat mir einen vorläufigen Bericht geschickt. Sie haben herausgefunden, dass die Frau mit der gleichen Waffe erschossen wurde wie zwei Obdachlose, die wenige Tage zuvor von unserem Coroner obduziert worden sind.«

Ich griff nach einer der Akten und überflog den Polizeibericht, die Tatortfotos und das Labor- und Autopsieergebnis.

»Der obdachlose Mann hatte sein Quartier in der südlichen Bronx. Die Frau saß bis vor ihrem Tod in Queens unter einer Brücke«, fasste Mr High die bisherigen Erkenntnisse für uns zusammen.

»Der Polizeibericht ist nicht sehr umfangreich«, stellte ich fest. »Es gibt keine Zeugen und niemand will einen Schuss gehört haben.«

»Drei Opfer«, sagte Phil. Der Fall schien auch für ihn mit jedem neuen Detail interessanter zu werden. »Zwei Obdachlose und eine Touristin. Alle sind mit der gleichen Waffe erschossen worden. Aber war es auch immer der gleiche Täter? Ein Serienmörder?«

»Das können wir nicht ausschließen, und deshalb gehe ich von einem Heckenschützen aus.« Mr High seufzte und schob sich die Brille wieder auf die Nase. »Jedenfalls beauftrage ich Sie beide mit diesem Fall. Ein Serienkiller, der wahllos auf Menschen feuert …« Er brach mitten im Satz ab und schüttelte den Kopf.

»Zu den Obdachlosen wissen wir nicht viel.« Er wies auf die Akten in Phils und in meiner Hand. »Um genau zu sein, noch gar nichts. Aber die tote Touristin aus Ohio wohnte mit ihrer Freundin im Royal Park Hotel. Das NYPD hat die Freundin gebeten, die Stadt nicht zu verlassen, bis Sie sie befragen konnten.«

Mr High reichte uns auch die Akte der toten Touristin herüber. »Ansonsten finden Sie hier drinnen ein paar Zeugenaussagen, die am Rockefeller Center vom NYPD aufgenommen wurden. Die Leute haben einen Araber gesehen, einen Ninja und jemand will einen zweiten Osama Bin Laden in dem Schützen erkannt haben. Wenn Sie mich fragen, hat niemand gesehen, woher die Schüsse kamen oder wer sie abgefeuert hat.«

»Die Touristin hieß Constance Pickman«, sagte ich und betrachtete das Bild einer schicken älteren Lady mit glänzendem brünettem Haar. Ihre braunen Augen blickten mir warm entgegen. »Sie hatte sich den Aufenthalt im Big Apple mit Sicherheit anders vorgestellt«, flüsterte ich.

***

Wir fuhren aus der Tiefgarage auf die Federal Plaza und Phil stöhnte. »Das Thermometer zeigt bereits 24 Grad an. Und das Mitte März.«

Grinsend zog ich mir die Sonnenbrille auf. Ich hatte nichts gegen einen warmen Frühling. Ich hoffte nur, dass der Sommer nicht wieder ein früher Herbst werden würde wie im letzten Jahr.

Unser erster Weg führte uns ins Leichenschauhaus. Der Jaguar glitt über den Henry Hudson Parkway. Ich genoss die Fahrt am Hudson River entlang. Der Fluss glitzerte im hellen Sonnenschein und die Möwen zogen kreischend ihre Bahnen. Die Luft war klar, die Sicht fantastisch. Wir konnten bis nach New Jersey blicken. Auf Höhe der George Washington Bridge bogen wir nach Osten in Richtung Bronx ab, wo der Coroner seinen Arbeitsplatz hatte.

Dr. Lacy fuhr mit uns im Aufzug hinab und führte uns in die Kühlhalle. Nach der Fahrt durch das frühlingshafte New York fröstelte mich hier unten. Das Blitzen des polierten Metalls und der glänzenden Fliesen verstärkte meinen Eindruck von Kälte und Unbehaglichkeit.

Wortlos öffnete Lacy eine etwa drei Fuß hohe und drei Fuß breite Tür. Es zischte leise, als er den Hebel umlegte. Zusätzliche Kälte drang aus dem dunklen Loch.

Mit einem Ruck zog der Doc eine Trage heraus. Das metallene Rattern der Rollen wirkte unangebracht laut in dem ansonsten stillen Raum. »Das ist die tote Touristin.« Der Doc stellte sich neben die Metallliege und zog das Tuch zurück. Dann griff er nach einem Klemmbrett. »Constance Pickman, 54 Jahre alt. Kerngesund, bis auf das klaffende Loch im linken Schläfenlappen. War tot, bevor sie auf dem Boden aufschlug.«

Während er emotionslos und knapp mit seinen Ausführungen fortfuhr, warf ich einen Blick auf die Frau. Ihre Haut war gräulich, das Haar stumpf und straff nach hinten gekämmt. Lacy hatte das Tuch bis zum Brustansatz heruntergezogen. Ich sah die beiden grob vernähten Einschnitte, die den oberen Teil eines Y bildeten. Sein Ende, das wusste ich, reichte bis zum Schambein.

Ihre Lippen waren blau, das Weiße und die Iris ihrer Augen trüb. Das Letzte, was diese vormals braunen Augen gesehen hatten, waren ihre Freundin und die Menschen am Rockefeller Center.

Aus einem Reflex heraus legte ich meine Finger auf ihre Lider, drückte sie herunter und schloss ihre Augen.

Doc Lacy knurrte. Aber die Autopsie war abgeschlossen und so kritisierte er meine Geste des Respekts vor der Toten nicht. Stattdessen zog er das Laken über ihr Gesicht und schob sie zurück in ihr kühles, vorläufiges Grab.

Dann öffnete er zwei weitere Türen. »Hier haben wir die Leichen der beiden Obdachlosen. Die eine männlich, die andere weiblich.« Ratternd glitten die Tragen heraus.

»Die männliche Leiche wurde hier in der Bronx im Crotona Park gefunden. Der Mann schlief auf einer Parkbank und wurde genau wie Constance Pickman aus großer Entfernung erschossen.« Dr. Lacy schlug das Laken zurück. »Wir haben keine Informationen über den Mann. Er ist ein echter John Doe. Seine Fingerabdrücke und sein Bild sind in keiner Datenbank zu finden. Ich kann nur schätzen, dass er um die fünfzig Jahre alt war und seit mehreren Jahren auf der Straße lebte.«

»Fünfzig Jahre, sagst du?« Ich beugte mich über die Leiche des Mannes. Für mich sah er aus wie Mitte siebzig. Seine Haut war ledrig, hatte tiefe Furchen, offene Wunden und Geschwüre.

»Ich weiß, er sieht älter aus. Aber seine Knochen lügen nicht. Er war erst Mitte fünfzig. Der Zustand seiner Zähne und seines restlichen Körpers zeigen deutlich, dass er schon lange nichts Vernünftiges mehr gegessen und viele Jahre im Freien verbracht hat.«

Ein Schauder lief mir über den Rücken.

Lacy drehte sich zu der anderen Metallliege. »Und hier haben wir die Frau.«

Er klappte das Laken nicht wie gewohnt weg, also griff ich danach.

»Seid ihr sicher, dass ihr das sehen wollt?« Fragend schnellte seine Augenbraue in die Höhe. »Von ihrer Schädeldecke ist nicht mehr viel übrig. Im Gegensatz zu den anderen beiden wurde sie aus kurzer Entfernung erschossen.«

Vorsichtig zog ich das Tuch zurück und warf einen genaueren Blick auf die Eintrittswunde.

»Siehst du die Schmauchspuren um die Wunde? Die Mündung der Waffe wurde aufgesetzt.«

Wie Lacy gesagt hatte, war von der rechten Seite der Frau nicht mehr viel zu erkennen. Ein großes Loch klaffte dort, wo ihr Ohr, ihr Kiefer und die Haare hätten sein müssen.

»Vielleicht ein Übungsschuss?«, fragte Phil.

»Gut möglich«, antwortete ich. »Auf jeden Fall hat sie den Schützen im Gegensatz zu den anderen beiden Opfern gesehen.«

»Das hilft uns leider nicht weiter«, flüsterte Phil und fragte nach dem Todeszeitpunkt.

Lacy deckte die Leiche zu. »Vor drei Tagen.«

»Demnach ist sie unser erstes Opfer.«

Ich hörte Phils Stimme an, dass er froh war, den Kopf der Frau nicht länger sehen zu müssen.

Lacy schob die Leichen zurück in die Kühlkammern und verschloss sorgfältig die Türen. »Sie starb einen Tage vor unserem John Doe und zwei Tage vor der Touristin aus Ohio.«

»Also jeden Tag eine Leiche.« Phil schob sich einen Kaugummi in den Mund.

»Der einzige Unterschied zwischen unserer Jane Doe und den anderen ist wie gesagt die Distanz, aus der sie erschossen wurde. Kurze Entfernung, aber das gleiche Kaliber. Ich habe die Kugel zusammensetzen können.«

»Kaliber 7,62 mm«, ergänzte Phil.

Der Coroner nickte. »Das hat mich stutzig gemacht. Deshalb habe ich euch informiert.«

Wir folgten Lacy in sein Büro. Hier war es zwar chaotisch, aber allemal gemütlicher als im Kühlraum.

»Die Patronen findet ihr im Labor der Scientific Research Division. Bob Riley kümmert sich um den Fall.« Er durchwühlte seinen Schreibtisch nach etwas. »Wo ihr schon mal da seid, kann ich euch die Analyse des Blutes mitgeben.«

Er suchte weiter, und so vollgepackt, wie die Arbeitsplatte aussah, glaubte ich nicht an einen baldigen Erfolg. Doch nach wenigen Augenblicken richtete er sich triumphierend auf und reichte uns drei Blätter.

»Im Blut der Touristin befand sich nichts Auffälliges. Nur ein leichtes Mittel gegen Bluthochdruck. Völlig normal für eine Frau in ihrem Alter. Unsere beiden Unbekannten hatten jedoch hohe Mengen an Alkohol konsumiert. Johns Blut wies einen Alkoholspiegel von 2,7 Promille auf. Janes lag nur minimal darunter. In diesem Umfeld leider nicht ungewöhnlich.«

»Obdachlosigkeit und Alkoholismus«, seufzte ich. »Was war zuerst da?«

Lacy blickte nachdenklich über seinen Tisch. »Zum Glück ist das nicht euer Problem«, sagte er. »Ihr müsst nur die Waffe finden, und schon habt ihr den Mörder der drei Menschen. Ist doch leicht, oder?« Er hatte zu seinem Galgenhumor zurückgefunden.

Phil lachte trocken. »Leicht wird das bestimmt nicht. Wir wissen nichts über den Täter, außer dass er grundlos in der Gegend herumballert.«

»Da muss ich dir widersprechen«, erwiderte ich. »Grundlos tut er es bestimmt nicht. Wir kennen nur noch nicht sein Motiv.« Und damit wurde es wirklich schwer, ihn aufzuspüren.

***

Wir fuhren zurück nach Manhattan zum Royal Park Hotel. Ganz in der Nähe des Central Park hatten Constance Pickman und Ruth Fisher für ihren New-York-Aufenthalt Quartier genommen. Eine gute Wahl, wenn man die Stadt erkunden wollte. Perfekte Verkehrsanbindung, man war in wenigen Minuten in der Grünen Lunge der Stadt, sichere Gegend. Und doch war eine von ihnen tot.

Ich meldete uns an der Rezeption an. Der Mann hinter dem Tresen wunderte sich nicht über unser Auftauchen. »Furchtbar, was mit der armen Mistress Pickman geschehen ist«, sagte er. »Hoffentlich schnappen Sie den Typen bald, sonst bleiben uns die Touristen weg.«

Ich bezweifelte, dass der Schütze es explizit auf Urlauber abgesehen hatte. Dagegen sprachen Mr und Mrs Doe, die bei Dr. Lacy im Kühlraum lagen. Aber das band ich dem Mann am Empfang natürlich nicht auf die Nase.

Der Rezeptionist griff nach dem Telefon und kündigte unseren Besuch bei Mrs Fisher an. »Mistress Fisher bittet Sie in ihr Zimmer hinauf«, erklärte er und legte auf. In seinem Gesicht kämpften Neugierde und Diskretion um die Vorherrschaft.

Als ich Mrs Fisher sah, verstand ich, warum sie nicht hinunter in die Lobby kommen wollte. Ihr Gesicht war vom Weinen aufgequollen, die Augen rot und ihr kurzes Haar stand ungewaschen und starr vom Kopf ab.

»Ich bin Special Agent Jerry Cotton, und das ist mein Kollege Phil Decker vom FBI«,

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