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Jerry Cotton - Folge 2854

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Leichen geben keine Antwort
  4. Vorschau

Leichen geben keine Antwort

»Jetzt schau dir mal diesen Mist an«, meinte Joe Klabinsky und winkte seinen Kollegen Ben Falcon herbei. Er deutete auf den Haufen Müll, der um den Container herum am Boden verstreut lag.

Falcon verzog das Gesicht und kam näher. »Das sieht mir nicht nach Farbe aus. Und es riecht auch nicht danach.«

»Was soll es denn sonst sein?«, erwiderte Klabinsky.

»Blut«, antwortete Falcon.

»Blut?«, sagte Klabinsky fragend. »Du meinst, von einem Tier?«

»Schwer zu sagen«, kam die Antwort. »Schau mal dort, das Zeug klebt auch da oben am Container. Wir sollten sicherheitshalber mal nachsehen.«

Klabinsky griff mit den Händen nach der oberen Kante des Containers, zog sich hoch und warf einen Blick in den Container. Kaum war er oben angekommen, sprang er auch schon wieder herunter.

»Das war’s dann wohl für unseren Feierabend«, sagte er. »Da liegt einer drin.«

»Kein Scheiß?«, fragte Falcon.

Klabinsky schaute seinen Kollegen ernst an. »Leider nicht. In dem Container liegt jemand. Ist voller Blut. Wir rufen besser die Cops!«

Es war ein kühler, aber freundlicher Herbsttag, als Phil und ich auf dem Weg zum FBI Field Office an der Federal Plaza waren.

»Wusstest du, dass es in verschiedenen Gegenden und Kulturen unterschiedliche Zeitrechnungen gibt?«, fragte Phil mich, während er auf seinem Tablet-PC eine Zeitschrift las.

»Schon davon gehört«, antwortete ich. »Aber wahrscheinlich steht in dem Artikel, den du gerade vor dir hast, mehr, als ich weiß.«

»Könnte gut sein«, meinte Phil und schaute kurz auf. »Ich bin mir sogar sicher, dass dir eine Sache davon nicht bekannt ist.«

»Dann spann mich nicht länger auf die Folter«, sagte ich und setzte den Blinker, um abzubiegen.

Phil setzte sich gerade hin und räusperte. »Also, wir leben ja im 21. Jahrhundert, wobei unsere Zeitrechnung auf dem Gregorianischen Kalender basiert, also ein Erbe des Christentums ist. Als wir das Jahr 2000 schrieben, war es gemäß dem islamischen Kalender erst 1420 und in Israel schrieb man das Jahr 5750. Aber weißt du, was kurios ist? Nordkorea hat einen ganz eigenen Kalender, der im Jahr 1912 unserer Zeitrechnung mit der Geburt des dortigen Politikers Kim II Sing beginnt.«

»Das passt zu Nordkorea«, sagte ich. »Die kochen gern ihr eigenes Süppchen. Würde mich nicht wundern, wenn dieser Kim dort als ein Prophet angesehen wird.«

»Solange die ihr Ding durchziehen und weder mit Südkorea Streit anfangen noch allzu sehr mit der Atomkraft rumspielen, können die gern machen, was sie wollen«, meinte Phil. »Es ist interessant, was man alles sieht, wenn man mal über den Tellerrand blickt. Auf der Erde gibt es so viele faszinierende Dinge zu entdecken.«

Ich wollte gerade etwas erwidern, als mein Handy klingelte. Mr High war dran.

»Guten Morgen, Sir«, begrüßte ich ihn.

»Guten Morgen, Jerry«, sagte er.

Ich konnte an seiner Stimme erkennen, dass er nicht viel geschlafen hatte. Nicht ungewöhnlich für ihn.

»Ich habe einen neuen Fall für Sie«, sagte er. »Victor Tottenham, ein Wirtschaftsprüfer aus Los Angeles, ist gerade in Hell’s Kitchen tot aufgefunden worden. Da er nicht aus New York stammt, hat das NYPD die Ermittlungen an uns weitergegeben. Wie schnell können Sie vor Ort sein?«

Ich kalkulierte in Gedanken die ungefähre Fahrzeit von unserer aktuellen Position bis zum Tatort. »In schätzungsweise zwanzig Minuten, Sir.«

»Gut, dann informiere ich die Beamten vor Ort«, sagte Mr High, gab mir noch die genaue Position durch und legte auf.

Phil blickte mich fragend an.

»Mord in Hell’s Kitchen«, sagte ich. »Hat einen Mann aus L.A. erwischt, Victor Tottenham.«

»Der Name hört sich britisch an«, meinte Phil und aktivierte den Bordcomputer. »Mal sehen, ob ich etwas über ihn herausfinde.«

***

Wir erreichten den Tatort gut zwanzig Minuten später. Die Cops vom NYPD hatten einen Bereich im Hinterhof eines Hauses abgesperrt und sorgten dafür, dass die Schaulustigen nicht alle Spuren unbrauchbar machten.

Dr. Drakenhart von der Crime Scene Unit war ebenfalls schon vor Ort. Wahrscheinlich war sie bereits vom NYPD verständigt worden, bevor der Fall ans FBI übertragen wurde.

»Einen schönen guten Morgen«, begrüßte Phil sie.

Ich nickte nur.

»Guten Morgen«, erwiderte sie und fasste sich an den Kopf. »Er wäre noch schöner, wenn ich keinen Kater hätte.«

»Zu tief ins Glas geguckt?«, fragte Phil überrascht.

Sie nickte. »Ich war gestern Abend bei einer Weinprobe. Ein paar wirklich hervorragende Jahrgänge. Aber offenbar habe ich etwas zu viel getrunken. Und die Rechnung bekam ich heute Morgen präsentiert.«

»Ja, das kann dem besten Pathologen passieren«, sagte ich.

Sie zeigte in Richtung des Hinterhofs, wo ich zwei Müllmänner und einen Haufen Abfall sehen konnte. »Das sind die beiden, die das Opfer gefunden haben. Der Täter hat den Mann in einen Müllcontainer geworden. Vielleicht hatte er gehofft, dass die Müllabfuhr die Leiche entsorgt. Die beiden dort haben aber Blut gesehen, sind dem nachgegangen und haben Mister Tottenham in dem Container dort gefunden.«

»Dann wollen wir uns das mal ansehen«, sagte ich.

»Tut euch keinen Zwang an. Mein Team ist mit dem Fotografieren des Containers schon fertig. Wir suchen noch die nähere Umgebung nach Spuren ab«, sagte Dr. Drakenhart.

Neben dem Container stand eine kleine Leiter. Über sie konnte ich mir schnell ein Bild von dem machen, was sich im Container befand.

Dort lag, zwischen allem möglichen Abfall, ein Mann in einem Anzug. Er war schätzungsweise Mitte dreißig, und seine Schuhe fehlten. Unter ihm befand sich eine stabile Plastikplane.

»Sieht nach einem geplanten Mord aus«, sagte ich, nachdem ich von der Leiter heruntergestiegen war. »Der Täter hat ihn in die Plane eingewickelt und hierhertransportiert.«

»Dabei ist er aber nicht sorgsam genug vorgegangen«, fügte Dr. Drakenhart hinzu. »Etwas Blut muss wohl von der Plane geflossen sein, als er die Leiche in den Container verfrachtet hat. Wäre das nicht der Fall gewesen, wäre die Leiche des Opfers vielleicht erst auf der Deponie gefunden worden und wir hätten rätseln können, woher sie kommt.«

»Schon eine Idee zur Todesursache?«, fragte ich sie.

»Für einen genauen Befund muss ich mir die Leiche ansehen. Das können wir gleich machen. Ich wollte nur auf euch warten«, kam die Antwort.

»Und wie lange müssen wir noch hier warten?«, fragte einer der beiden Müllmänner mich.

Ich wandte mich ihm zu. »Wie ist Ihr Name?«

»Klabinsky, Joe Klabinsky«, antwortete er.

»Und Sie haben die Leiche hier gefunden?«, war meine nächste Frage.

Er nickte. »Ja, zusammen mit meinem Kumpel. Wir wollten den Müll rund um den Container beseitigen und dann haben wir das Blut bemerkt. Als ich dem nachgegangen bin und in den Container geschaut habe, lag da der Kerl. Gruseliger Anblick.«

»Und dann haben Sie sofort die Polizei informiert?«, fragte ich.

»Ja, sofort«, antwortete er. »Wir finden ja nicht jeden Tag eine Leiche.«

»Haben Sie in der Nähe des Containers sonst etwas bemerkt, das für uns von Interesse sein könnte? Jemand, der sich in der Nähe aufgehalten hat? Irgendetwas?«, fragte ich die beiden Männer.

»Eine Brieftasche haben wir neben der Leiche gefunden – da war aber kein Geld mehr drin. Und wir haben sie sofort den Cops übergeben, als sie hier eingetroffen sind«, antwortete der Kleinere der beiden.

Ich nickte. So war der Tote identifiziert worden. »Und gab es sonst noch etwas?«

»Nee, außer dem Müll, der Brieftasche und der Leiche war hier nichts«, antwortete der andere Mann.

»Gut, mein Partner nimmt kurz Ihre Personalien auf und dann können Sie gehen«, sagte ich.

Phil erledigte das schnell und gab den beiden seine Visitenkarte. Dann verließen sie den Tatort, wobei sie sich noch ein paar Mal umdrehten.

»Dann wollen wir mal«, sagte Dr. Drakenhart und rief ein paar ihrer Leute herbei.

Sie legten vor dem Container eine Plane aus, einige von ihnen kletterten hinein und hoben den Leichnam vorsichtig heraus.

»Der ist ganz schön schwer«, meinte einer der Männer. »Bestimmt an die zweihundert Pfund.«

Nachdem sie den toten Körper aus dem Container herausgehoben hatten, wurde er auf die Plastikplane gelegt, wo Dr. Drakenhart ihn untersuchte und Fotos gemacht wurden.

»Hier, Stichwunden im unteren Rückenbereich«, sagte sie und deutete auf die Stelle. »Sonst kann ich auf den ersten Blick keine anderen Verletzungen erkennen. Er wurde also wahrscheinlich erstochen.«

»Und zwar von hinten«, meinte Phil. »Wobei der Täter wusste, wo er sein Opfer tödlich verletzen konnte. Vielleicht ein Profi. Auf jeden Fall jemand, der sich mit der menschlichen Anatomie auskannte.«

»Und der Todeszeitpunkt?«, fragte ich.

Dr. Drakenhart steckte das Thermometer in die Leber, wartete ein paar Sekunden und stellte dann ihre Berechnungen an. »Schätzungsweise gegen ein Uhr morgens.«

»Das ist schon mal ein Anhaltspunkt«, sagte ich und schaute mir die Handgelenke des Toten an. »Er hat keine Uhr. Nach seiner Kleidung zu urteilen war er nicht arm. Wenn er eine Uhr hatte, war sie wahrscheinlich nicht billig. Und man hat sie ihm abgenommen.«

»Raubmord?«, nahm Phil meine Hinweise auf.

»Gut möglich«, sagte ich.

Dr. Drakenhart stand auf. »Wir bringen ihn ins Labor, dort werde ich die detaillierten Untersuchungen durchführen und euch entsprechend informieren. Hier in der Gegend verkehren ja viele Prostituierte. Falls er Verkehr hatte, werde ich das herausfinden. Vielleicht gab es Probleme mit einer der Frauen oder einem Zuhälter.«

»Gut möglich«, meinte Phil. »Das werden wir in Betracht ziehen. Wenn er sich gestern Nacht in der Gegend herumgetrieben hat, wird ihn bestimmt jemand gesehen haben. Mit seinem Anzug ist er keine unauffällige Erscheinung.«

»Wobei die Nachtschwärmer, die hier verkehren, jetzt bestimmt schlafen«, bemerkte ich. »Die haben einen anderen Rhythmus als wir. Wie wäre es, wenn wir uns zuerst mit seiner Arbeitsstelle befassen? Mister High sagte, dass er Wirtschaftsprüfer gewesen ist. Wissen wir, wo er gearbeitet hat?«

»Ja, bei einer angesehenen Kanzlei auf der Wall Street. Hummer, Bride & Stone«, antwortete Phil.

»Hummer, Bride & Stone?«, wiederholte Dr. Drakenhart. »Hört sich richtig gediegen an. Und noch dazu auf der Wall Street. Was wollte Tottenham wohl hier, wenn er in solch erlauchten Kreisen verkehrt hat?«

»Na, was wohl?«, sagte Phil. »Das, was die meisten Männer wollen, die sich nachts in Hooker Hell herumtreiben: Sex.«

Sie schaute Phil an. »Das passt aber nicht zu einem solchen Typen. Hätte er sich nicht eher jemanden von einem Escort-Service bestellt?«

»Wer weiß, was für Vorlieben er hatte«, erwiderte Phil. »Vielleicht war er eher der knauserige Typ oder ihm gefiel die wenig elegante Gegend. Aber das werden wir herausfinden, wenn wir mit seinen Bekannten und Freunden sprechen, schätze ich.«

»Oder wenn wir uns in seiner Wohnung umsehen«, fügte ich hinzu.

»Na, dann viel Erfolg«, meinte Dr. Drakenhart. »Diese Art von Ermittlung fällt mehr in euren Bereich. Ich kümmere mich lieber darum, was der Tote mir zu sagen hat – im übertragenen Sinn natürlich.«

»Natürlich«, bemerkte Phil.

Wir schauten uns die Umgebung sorgfältig an und gingen dann zurück zum Jaguar.

»Auf in Richtung Wall Street!«, meinte Phil. »Vielleicht können wir ein paar dieser Typen hochnehmen, die die letzte Finanzkrise verursacht haben.«

»Mal sehen«, erwiderte ich und fuhr los, in Richtung Financial District.«

***

Die Kanzlei Hummer, Bride & Stone befand sich in einem der vielen Wolkenkratzer, die die Wall Street in dieser Gegend säumten. Wir betraten die mit Granit ausgelegte Eingangshalle und zogen sofort die Aufmerksamkeit der Sicherheitsleute auf uns.

»Offenbar sehen wir nicht aus wie die anderen Typen hier«, bemerkte Phil.

»Scheint so«, erwiderte ich und ging weiter in Richtung Rezeption.

Von rechts und von links kam jeweils ein Sicherheitsmann näher. Die beiden blieben dann aber in einem Abstand von etwa sieben Metern von uns stehen und taten so, als würden sie woanders hinschauen.

An der Rezeption begrüßte uns eine adrett angezogene junge Dame mit einem Lächeln. »Einen schönen guten Morgen, wie kann ich Ihnen behilflich sein?«

Phil erwiderte ihr Lächeln. »Wir wollen zu Hummer, Bride & Stone. Können Sie uns sagen, in welchem Stockwerk sich die Kanzlei befindet?«

Sie nickte. »Natürlich, Sir. Haben Sie einen Termin oder soll ich Sie ankündigen?«

»Wir haben keinen Termin«, antwortete Phil.

Aus den Augenwinkeln heraus sah ich die beiden Security-Männer langsam näherkommen. Da sie aber immer noch ein paar Meter entfernt waren, ignorierte ich sie und schenkte der Konversation zwischen Phil und der Dame an der Rezeption meine Aufmerksamkeit.

Die junge Dame bewegte die Maus des vor ihr stehenden Computers. »Wen darf ich melden?«

»Special Agents Jerry Cotton und Phil Decker, FBI New York«, sagte Phil hochoffiziell.

Sofort hielten die beiden Security-Männer inne. Die junge Frau tippte etwas in ihren Computer und sprach dann über ihr Headset mit jemandem.

»Kann ich bitte Ihre Ausweise sehen?«, fragte sie.

Phil holte seinen heraus, ich tat es ihm gleich.

Einen Augenblick später holte unsere Gesprächspartnerin zwei Ausweiskarten hervor und reichte sie uns. »Hier bitte, wenn Sie die bitte tragen würden. Die Kanzlei Hummer, Bride & Stone befindet sich im dreizehnten Stock. Sie können mit dem Fahrstuhl dort direkt hochfahren. Dieser Herr wird Sie begleiten.«

Sie deutete in Richtung des Fahrstuhls und ich sah, wie einer der beiden Security-Männer auf uns zukam.

»Meine Herren, wenn Sie mir bitte folgen würden«, sagte er mit einer einladenden Geste.

»Gerne«, erwiderte ich und setzte mich in Bewegung.

Wir mussten nicht lange auf den Lift warten. Die Edelstahltüren glitten auseinander und wir stiegen ein. Dann fuhren wir zusammen mit unserem Begleiter nach oben.

»Hier wurde eine Menge Hightech verbaut«, bemerkte Phil.

»Jawohl, Sir, das stimmt«, sagte der Security-Mann, blieb aber insgesamt recht zugeknöpft.

Bevor Phil noch etwas sagen konnte, hatten wir unser Ziel erreicht: die dreizehnte Etage.

Unser Begleiter führte uns zu einer weiteren Rezeption, über der in silbernen Lettern auf blauem Untergrund die Namen Hummer, Bride & Stone zu sehen waren. Die Dame, die uns hier empfing, war etwas älter als ihre Kollegin unten in der Empfangshalle, aber nicht weniger attraktiv. Ihr hellblondes Haar schien mir eine Nuance zu blond zu sein, als dass es natürlich hätte sein können.

»Mister Cotton, Mister Decker, herzlich willkommen bei Hummer, Bride & Stone«, sagte sie mit konservativer Freundlichkeit und nickte unserem Begleiter zu.

Der verabschiedete sich und ging zurück zum Fahrstuhl.

»Darf ich den Grund Ihres Besuchs erfahren?«, fragte die Empfangsdame.

»Mord«, antwortete ich trocken.

»Mord?«, stellte sie überrascht als Gegenfrage.

Ich hatte sie ein wenig aus der Fassung gebracht. Ihr Teint wurde einen Hauch blasser und ihre Bewegungen wirkten weniger koordiniert.

»Wir wollen zum Vorgesetzten von Mister Victor Tottenham«, sagte Phil.

»Ja, natürlich«, entgegnete sie. »Aber was ist mit dem Mord, von dem Sie gesprochen haben? War das ernst gemeint?«

»Todernst«, sagte ich emotionslos und überlegte. »Wie lange arbeiten Sie schon in dieser Kanzlei?«

Sie zuckte fast unmerklich zusammen. »Etwa fünf Jahre, wieso?«

»Dann kennen Sie bestimmt jeden, der hier arbeitet«, fuhr ich fort.

Sie nickte. »Ja, natürlich.«

»Wann hat Mister Tottenham gestern die Kanzlei verlassen?«, fragte ich.

»Etwa um acht, glaube ich, aber lassen Sie mich kurz nachschauen«, antwortete sie und tippte etwas in ihren Computer. »Ja, 20.22 Uhr.«

»Ziemlich spät«, bemerkte Phil. »Oder sind das die normalen Arbeitszeiten?«

»Bei uns wird es oft sehr spät«, antwortete sie kurz. »Aber vielleicht sollten Sie das lieber einen unserer Senior-Partner fragen. Dr. Walther Hummer leitet die Abteilung, in der Mister Tottenham arbeitet.«

Ohne eine Antwort von uns abzuwarten, telefonierte sie mit jemandem und meldete uns an. Offenbar war es ihr unangenehm, weiter mit uns zu reden und unsere Fragen zu beantworten. Ihr Verhalten erweckte den Eindruck, dass sie uns schon zu viel erzählt hatte, ohne eine Genehmigung dafür einzuholen.

»Miss Moore wird Sie sofort abholen«, sagte sie mit konservativem Gesichtsausdruck.

»Miss Moore?«, fragte Phil.

»Die Privatsekretärin von Dr. Hummer«, antwortete sie und wandte sich dann ihrem Computer zu, ganz so, als hätten wir alles besprochen und sie andere Dinge, die sie beschäftigten.

»Sie müssen die Agents Cotton und Decker sein«, begrüßte uns eine weitere Blondine, die direkt auf uns zusteuerte.

»Und Sie müssen Miss Moore sein«, erwiderte ich und schüttelte ihr die Hand. »Cotton, Jerry Cotton, FBI New York – aber das wissen Sie sicherlich schon.«

Sie nickte und wandte sich Phil zu, dem sie ebenfalls die Hand schüttelte. »Wenn Sie mir bitte folgen würden. Dr. Hummer hat in wenigen Augenblicken Zeit für Sie.«

Ohne Weiteres drehte sie sich um und ging los.

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