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Jerry Cotton - Folge 2843

Neun Millimeter Blei

Die Pausentöne klangen im Lautsprecher nach. Lärmend drängten die Mädchen und Jungen der dritten Klasse hinaus auf den Flur.

Julian hielt seinen Sitznachbarn in der hinteren Reihe am Ärmel fest und flüsterte: »Warte mal, ich muss dir was zeigen.« Er hob seine Umhängetasche aus der Halterung und nahm sie auf den Schoß.

Travis ließ sich zurück auf den Stuhl plumpsen. »Lass sehen«, forderte er und beugte sich neugierig herüber. »Mann!«, staunte er im nächsten Moment, als Julian die Tasche öffnete. »Was ist denn das?«

»Eine Pistole, du Trottel«, erwiderte Julian und verdrehte die Augen.

»O Mann!«, schnaufte Travis aufgeregt. »Und was machst du damit? Einen Amoklauf?«

Julian schüttelte verständnislos den Kopf. »Sag mal, spinnst du? Amoklauf! Ich bin doch kein Killer!«

»Aber im Fernsehen … wenn da einer eine Waffe mit in die Schule schleppt, dann schießt er doch immer …«

»Blödsinn, Fernsehen!«, unterbrach ihn der blonde Junge altklug. »Was die bringen, ist doch alles erfunden.«

Vorn folgte Miss Lanigan, die Lehrerin, dem Pulk der Achtjährigen, wie sie sich durch das Nadelöhr Tür drängten. Miss Lanigan verlor eine ihrer Mappen. Beim Aufheben sah sie die beiden Nachzügler, die keine Anstalten machten, ihre Plätze zu verlassen.

»Julian! Travis!«, rief sie. »Nun aber raus mit euch!« Sofort hastete sie weiter, ohne sich zu vergewissern, ob ihre Anweisung befolgt wurde. Gleich darauf verschwand sie in dem Gewühl der Kinder.

Die beiden Jungen im Klassenzimmer kannten das; deshalb hatten sie die Lehrerin gar nicht erst beachtet.

»Darf ich mal anfassen?«, fragte Travis, noch immer über die Tasche seines Klassenkameraden gebeugt.

»Klar«, antwortete Julian gnädig. »Aber nicht rausnehmen.

Travis ergriff die kantige Oberseite der Pistole mit Daumen und Zeigefinger. Ruckartig hob er den Kopf und sah seinen Nachbarn mit großen Augen an.

»Mein lieber Mann!«, entfuhr es ihm. »Das Ding ist aber ganz schön schwer!«

»Nicht so laut!«, zischte Julian. »Lass los jetzt. Ich glaube, Cop Kenny kommt.« Er zeigte zur Tür. Harte Schritte näherten sich draußen.

Travis kicherte verstohlen. »Hey, Jule, den könntest du doch jetzt mal in Schach halten. Dann nehm ich ihm seine Pistole ab, und wir haben zwei! Und dann nehm ich ihm noch die Handschellen ab.«

»Und dann?«, äffte Julian ihn nach und tippte sich an die Stirn. »Du hast sie wohl nicht mehr alle, was?«

»Dann ketten wir ihn mit den Handschellen ans Heizungsrohr!« Travis konnte nicht mehr aufhören zu kichern. »Und dann kommen wir in die Zeitung. Und ins Fernsehen. Schüler nehmen Schul-Cop gefangen. Das wär doch was, oder?«

Julian stieß ihn weg und wickelte die Pistole, ohne sie aus der Tasche zu nehmen, wieder in den Lappen. Darüber packte er die drei Schulbücher, die er auf dem Tisch liegen hatte. Anschließend klappte er die Tasche zu und klemmte sie sich unter den Arm.

»Du hältst die Klappe!«, zischte er Travis zu. »Kein Wort, verstanden?«

»Reg dich ab«, murmelte der dunkelhaarige Junge. »Denkst du, ich bin blöd, oder w…?« Er verstummte jäh.

Denn in diesem Augenblick schob Police Officer Sean O’Kennagh seine wuchtige Statur in den Türrahmen. Das kurze rotblonde Haar auf dem kantigen irischen Schädel des Polizeibeamten schimmerte im Gegenlicht. Travis folgte Julians Beispiel, indem er ebenfalls seine Tasche packte. Beide Jungen standen auf und sahen den uniformierten Cop respektvoll an. Kenny, wie ihn alle nannten, war einer, für den klare Regeln galten. Wer ihm nicht in die Augen sehen konnte, hatte etwas zu verbergen. So einer musste dann in Kennys Dienstzimmer antanzen und sich ein paar ernste Worte anhören. Davor hatten alle mehr Angst als vor den Lehrern oder dem Direktor.

»Na, Jungs?«, sagte Kenny mit seinem dröhnenden Bass. »Hat Miss Lanigan vergessen, euch rauszuschmeißen?«

»Nein, Sir«, antwortete Julian wahrheitsgemäß. »Wir waren nur nicht schnell genug, mussten noch zwei Aufgaben vergleichen.«

»Eifrig, eifrig«, brummte der Schul-Cop. »Dann aber mal raus mit euch. Frische Luft hat noch keinem geschadet.«

»Yes, Sir!«, erwiderten die Jungen wie aus einem Mund.

Officer O’Kennagh wartete, bis sie draußen waren, dann schloss er die Tür ordnungsgemäß. Er blickte den beiden nach, bis sie ihre persönlichen Spinde öffneten, dann wandte er sich ab und ging weiter, um die nächsten Klassenzimmer zu kontrollieren.

»Willst du sie haben?«, fragte Julian seinen Klassenkameraden, während sie beide im Begriff waren, die Taschen in den nebeneinander stehenden Stahlblechschränken zu verstauen.

»Was?«, entgegnete Travis begriffsstutzig.

Julian beugte sich herüber und senkte die Stimme. »Die Pistole. Willst du sie haben?«

Travis kriegte den Mund nicht wieder zu. »Waaas?«, wiederholte er, lang gezogen und ungläubig diesmal. Seine Augen begannen zu leuchten. »Du willst mir die Pistole …«

»Nicht schenken, Mann. Verkaufen.«

Travis überlegte. »Na ja, kommt darauf an.«

»Fünf Dollar«, sagte Julian und fuhr in dem Tonfall fort, in dem die Mafia-Typen in den Filmen sprachen: »Das ist ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst. Kapiert? Gib mir fünf Dollar, und sie gehört dir.«

»Fünf Dollar?«, wiederholte Travis, presste die Lippen zusammen und druckste herum.

»Das ist sie wert«, bekräftigte Julian ernsthaft. »Du hast ja gemerkt, sie ist aus Eisen, nicht aus Plastik.«

»Ja, sicher, aber … «

»Sag bloß, du hast Angst!«

»Nein!«, beteuerte Travis rasch. »Ich doch nicht. Es ist nur …, also, fünf Dollar sind ein bisschen viel.«

»Wenn’s eine Spielzeugpistole wäre, ja.« Julian nickte und machte den Gesichtsausdruck, von dem er wusste, dass er damit cool aussah. »Aber mit diesem Ding hier …«, er nickte zur Spindöffnung hin, »kannst du richtig jemanden totschießen.«

Travis seufzte entsagungsvoll und gestand: »Ich hab keine fünf Dollar.«

»Hm. Wie viel hast du denn?«

Travis senkte verlegen den Kopf und quetschte zwischen den Zähnen hervor: »Drei Dollar fünfzig.«

Julian sah ihn aus schmalen Augen an, als müsste er über das Schicksal seines Klassenkameraden entscheiden, dann nickte er gönnerhaft wie ein Boss. »Okay, meinetwegen, du kannst sie haben. Für drei fünfzig. Pack sie gleich ein und gib mir das Geld.«

***

Assistant Director John D. High telefonierte, als wir sein Büro betraten. Es waren nur noch wenige Worte, die er zu wechseln hatte. Wir hörten heraus, dass er mit Edward G. Homer sprach, dem Leiter der Field Operation Section East, der zugleich sein direkter Vorgesetzter im FBI-Hauptquartier Washington war. Mr High deutete einladend auf die Besucherstühle. Auf dem Tisch hatte Helen, seine Sekretärin, wie gewohnt für den Verwöhn-Auftakt unseres Arbeitstages gesorgt – mit frisch aufgebrühtem Kaffee in der blitzblanken Isolierkanne.

»Die beiden sind soeben eingetroffen, Sir«, sagte der Chef und beendete das Gespräch. Er sah uns an und lächelte. »Schöne Grüße von Assistant Director Homer. Er lässt Ihnen ausrichten, dass er den Fall Barnes bei Ihnen in den besten Händen weiß.«

Phil und ich hatten uns vom Kaffee bedient, und der unvergleichliche Duft des heißen Lebensweckers steigerte unser Wohlgefühl ebenso wie die Tatsache, dass Assistant Director Homer ein wahrer Ausbund an Herzlichkeit geworden war. Schöne Grüße! In den besten Händen! Das ging herunter wie Öl. Es musste damit zu tun haben, dass wir einige Fälle, mit denen er uns direkt beauftragt hatte, zu seiner Zufriedenheit gelöst hatten. Kurzum, wenn ein Tag so begann wie dieser, konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Gemessen daran spielte es auch keine große Rolle, dass wir bislang weder den Namen Barnes noch den damit verbundenen Fall kannten.

Zumindest glaubten wir das.

Es änderte sich im nächsten Moment, als Mr High die Daily News vom Vortag kurz hochhielt. Wir schmunzelten, denn jeder New Yorker kannte die Geschichte, die seit gestern Abend in allen Medien verbreitet wurde. »Achtjähriger verkauft scharfe Pistole in der Schule«, lautete die Schlagzeile. Kein Mensch konnte begreifen, wie so etwas möglich war. Der Staat New York – und damit auch die Stadt – hatte die strengsten Waffengesetze der Vereinigten Staaten. Ganz Amerika würde über uns lachen, befürchteten Pessimisten wie mein Partner Phil Decker. Ausgerechnet bei uns passierte, was nicht passieren durfte. Ein kleiner Junge brachte ungehindert ein ausgewachsenes Schießeisen mit in die Schule, und dann verschacherte er es auch noch an einen Klassenkameraden. Damit nicht genug, nahm der stolze neue Besitzer die Waffe nach Schulschluss unbehelligt mit nach Hause. Erst dort wurde er erwischt – von seiner Mutter. Zum Glück verlor sie nicht die Nerven, sondern rief sofort die Polizei an.

Die weiteren Fakten waren ebenso unglaublich wie die ganze Geschichte. Während die beiden Knirpse ihren denkwürdigen Deal abgewickelt hatten, schwebten sie und die Menschen in ihrer Umgebung praktisch in Lebensgefahr. Denn im Griffstück der Pistole befand sich ein vollständig geladenes Magazin mit fünfzehn Patronen im Kaliber neun Millimeter Parabellum. Zum Glück war keiner der beiden Jungen auf die Idee gekommen, die Waffe auszuprobieren.

»Barnes«, sagte ich. »Heißt der Junge so, Sir?«

»Ja«, bestätigte der Chef. »Julian Barnes. Sein Freund, dem er die Waffe für drei Dollar fünfzig verkauft hat, heißt Travis Gilmore. Beide sind Schüler der dritten Klasse an der Public School hundertsieben in Flushing, Queens.«

Bis auf die Namen kannten wir die Einzelheiten aus den vielen Medienberichten. Die Journalisten waren übereingekommen, die Namen der minderjährigen Schüler zu deren Schutz nicht zu veröffentlichen. Im Vordergrund aller Berichte stand die Fassungslosigkeit darüber, wie es angesichts der heutigen Sicherheitsstandards in den Schulen möglich war, dass ein Achtjähriger eine echte Pistole in den Unterricht mitbrachte, ohne dass Lehrer oder Aufsichtspersonal es mitkriegten. Antworten auf diese Frage gab es noch nicht. Allerdings hatten unsere Kollegen vom New York Police Department sofort herausgefunden, wie Julian an die Waffe gekommen war.

Er war allein zu Haus gewesen und hatte aus Langeweile in der Wohnung herumgestöbert. Dabei hatte er die Pistole oben auf einem Schrank gefunden, in einem Koffer versteckt. Sachgemäße Aufbewahrung konnte man das nicht nennen, abgesehen davon, dass Julians Vater weder eine Lizenz für den Besitz einer scharfen Faustfeuerwaffe hatte, geschweige denn einen Waffenschein, der ihm erlaubt hätte, eine solche Waffe auch noch mit sich herumzutragen. Und damit, dass der Koffer verschlossen war, konnte er sich nicht herausreden. Ein mechanisches Zahlenschloss, so hatte einer der Kommentatoren zu Recht geschrieben, war für einen achtjährigen Jungen von heute kein Hindernis, sondern eine Herausforderung. So oder so würde die Sache strafrechtliche Folgen für den Mann haben.

Abgesehen davon hatte sich seine illegale Pistole an einem ganz gewöhnlichen Schultag in die berühmteste Pistole New Yorks verwandelt.

So weit war es der Stand der Dinge, wie Phil und ich ihn kannten.

Unter dem Strich war das Ereignis ein herber Rückschlag für jene Politiker, die schon seit Jahren für alle Bundesstaaten der USA schärfere Waffengesetze forderten, und zwar nach dem Vorbild unserer strengen New Yorker Gesetze, die schon lange galten. Bislang hatte es keine nennenswerten Erfolge gegeben. Und angesichts des Falles Barnes fragte sich nun bestimmt jeder, wie viele illegale Pistolen oder Gewehre wohl noch in Privatwohnungen verborgen waren.

»Da der Fall bereits einen Namen hat«, sagte ich, »steckt also mehr dahinter, als die Medien bislang berichten.«

»Zumal Assistant Director Homer uns direkt damit beauftragt hat«, schloss Phil sich mir an. »Ich nehme mal an, unsere erste Anlaufadresse wird Julians Vater sein.«

Mr High nickte und sah uns mit ernster Miene an. »Ein FBI-Fall ist die Sache seit einer halben Stunde, und unser Fall ist sie seit fünf Minuten – seit Assistant Director Homers Anruf. Um den entscheidenden Punkt vorwegzunehmen: Ich habe noch während des Telefongesprächs mit Homer veranlasst, dass Darren Barnes, Julians Vater, vorläufig festgenommen wird.«

Es verschlug uns die Sprache.

Der Chef konnte unsere Verblüffung nachvollziehen. Deshalb erklärte er: »Wenn es sich nur um einen Verstoß gegen das Waffengesetz handeln würde, wäre es kein FBI-Fall.«

Also gibt es einen anderen, schwerwiegenderen Grund, lautete unsere stumme Feststellung. Der Chef las sie in unseren Mienen. Deshalb ging er sofort darauf ein.

»Mit der Barnes-Pistole wurde ein Mord begangen«, erläuterte er knapp. »Und zwar außerhalb des Bundesstaats New York. Dazu gleich mehr. Auf jeden Fall ist die Zuständigkeit des FBI eindeutig begründet.«

Phil und ich schüttelten fassungslos den Kopf. Da bekamen zwei Achtjährige eine geladene Faustfeuerwaffe in die Finger, schlossen damit in der Schule ihren denkwürdigen Handel ab und brachten auf diese Weise nicht nur eine Pistole aus illegalem Besitz, sondern zugleich eine gesuchte Tatwaffe ans Tageslicht.

»Darren Barnes steht also unter Mordverdacht«, folgerte ich.

Mr High verneinte. »Die Dinge liegen anders. Der Mordprozess, um den es geht, ist abgeschlossen; der verurteilte Täter sitzt hinter Gittern – in Kanada übrigens, in Québec. Dort wurde auch der Mord verübt, in der Stadt Saint-Jean-sur-Richelieu; das ist in der Nähe von Montréal. Nur die Tatwaffe war verschwunden. In der Beweisaufnahme ging das Gericht davon aus, dass der Mörder die Pistole in ein Gewässer geworfen hat. Richelieu ist in diesem Fall übrigens ein Fluss, französische Staats- oder Kirchenmänner sind nicht gemeint.«

»Hat der Verurteilte gestanden, wie er die Pistole verschwinden ließ?«, fragte ich.

»Hat er überhaupt gestanden?«, ergänzte mein Partner.

»Weder noch«, antwortete der Chef. »Der Mann beteuert, unschuldig zu sein – nach wie vor.« Mr High lehnte sich in seinem Schreibtischsessel zurück. »Außer denen der beiden Jungen wurden übrigens keine Fingerabdrücke auf der Waffe gefunden. Sie war vollständig gereinigt und geölt, vorschriftsmäßig wie beim Militär. So hat Darren Barnes sie in seiner Wohnung aufbewahrt, bis die Jungen sie anfassten.«

Ich zog die Schlussfolgerung: »Also keine Möglichkeit, die Schuld des Verurteilten endgültig zu beweisen. Wir haben die Tatwaffe, aber wir wissen nicht, wer sie benutzt hat.«

»Das ist die Sachlage«, bestätigte Mr High. »Assistant Director Homer hat die zuständigen Kollegen in Kanada bereits verständigt. Jetzt ist es Ihre Aufgabe, Jerry und Phil, den Weg der Waffe zurückzuverfolgen, und zwar vor allem die Frage, wie sie vom Tatort in der Provinz Québec nach New York gelangt ist. Was dabei herauskommen wird, ist noch völlig offen.«

Phil und ich nickten. Mein Freund atmete hörbar aus. Damit drückte er aus, was auch ich empfand. Die Geschichte um den Waffen-Deal der beiden Schuljungen löste einerseits Bestürzung aus, wegen des ernsten Hintergrunds. Andererseits sprachen die Leute in New York darüber nicht ohne ein amüsiertes Augenzwinkern, denn letzten Endes hatte die Geschichte auch etwas von einem unglaublichen Jungenstreich. In diesem Punkt würde die Reaktion der Menschen aber bald umschlagen, wenn sie erfuhren, dass die Barnes-Pistole Bestandteil eines Kapitalverbrechens war.

Mr High fuhr fort: »Wenn wir hier fertig sind, verhören Sie erst einmal Barnes, den Vater. Vordringlich geht es um die Frage, ob er mit dem Mordfall in Kanada etwas zu tun hat und deshalb ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt werden muss. Die Kollegen vom 107. Revier haben ihn in Gewahrsam.«

Wir kannten das 107. Revier in Flushing, am Parsons Boulevard. Die Public School 107, das wussten wir aus Fernsehnachrichten und Zeitungen, befand sich an der 45th Avenue, nur ein paar Blocks vom Revier entfernt. Wir gönnten uns einen Schluck Kaffee.

»Allerdings …«, sagte ich dann nachdenklich, »trifft Julians Vater die eigentliche Schuld. Eine geladene Pistole in einem Koffer aufzubewahren dürfte an Nachlässigkeit kaum zu überbieten sein.«

»Wahrscheinlich gab es in seiner Wohnung kein besseres Versteck«, fügte Phil hinzu. »Aber du hast recht, so was von Nachlässigkeit spottet jeder Beschreibung. Andererseits spricht es für ihn.«

»Für ihn?«, wiederholte ich. »Das ist nicht dein Ernst.«

»Doch, Jerry. Wenn Barnes gewusst hätte, dass es sich um eine Mordwaffe handelt, hätte er sie wohl kaum zu Hause aufbewahrt.«

»Hm«, brummte ich und gab zu: »Interessanter Gedanke.«

»Gestern Nachmittag«, setzte Mr High seinen Bericht fort, »konnten die Cops jedenfalls nur von illegalem Waffenbesitz ausgehen. Sie haben Barnes während der Arbeitszeit angetroffen, auf einer Lieferfahrt. Er arbeitet bei einem Kurierdienst. Die Überprüfung seiner persönlichen Daten ergab keinerlei Eintragungen außer seiner Dienstzeit bei der Armee. Keine Vorstrafen. Deshalb wurde er nach dem Kurzaufenthalt im Polizeirevier auf freien Fuß gesetzt – natürlich mit dem Hinweis, dass ein Strafverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes gegen ihn eingeleitet werde. Die Pistole wurde unterdessen von der Gilmore-Wohnung aus direkt zur Scientific Research Division gebracht.

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